Das gab es noch nie. Alles ist startklar für den Rückflug mit IB1477 von Teneriffa nach Rom. Doch dann startet der Flieger der spanischen Fluglinie Iberia nicht. Zunächst versuchte ein Techniker noch das Problem zu lösen. Doch am Ende blieb „Shephered One“ am Boden. Der Papst trat mit dem Flieger des spanischen Königs die Heimreise an und der größte Teil seiner Delegation sowie die rund 80 mitreisenden Journalisten blieben erst einmal auf der Ferieninsel zurück. Sie sollten später mit einem Ersatzflieger nach Rom gebracht werden.

Papst Leo XIV. beim Boarden für seinen Rückflug nach Rom. (Foto: Erbacher)
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Mit einem eindringlichen Appell an die „Ungeheuer der Meere“, wie er sie gestern bezeichnete, verabschiedete sich Leo XIV. von den Kanaren. „Von diesem Platz aus möchte ich ein klares Wort an diejenigen richten, die die Verzweiflung anderer ausnutzen, an diejenigen, die Todesrouten organisieren, Menschenhandel betreiben, Dokumente einbehalten, Arbeiter ausbeuten, Frauen bedrohen, Familien betrügen und das Leid anderer zum Geschäft machen. Hört auf damit. Bekehrt euch.“ Die Migranten forderte er auf, nicht in Parallelwelten zu leben, sondern sich in die Gesellschaften zu integrieren. Auch den zweiten Tag auf den Kanaren nutze Leo, um allen zu danken, die sich im Bereich Migration engagieren. Bei einem großen Gottesdienst in der Inselhauptstadt Santa Cruz griff er noch kurz das Tourismusthema auf und mahnte: “ Wie wichtig ist es gerade für den, der sich am Evangelium orientieren will, nicht alles auf Geschäft und Gewinn zu reduzieren!“

Papst Leo XIV. am Morgen beim Besuch einer Einrichtung für Geflüchtete auf Teneriffa. (Foto: Erbacher)
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Leo vollendet, was Franziskus längst hatte machen wollen. Ein Besuch der Kanaren, um auf das Schicksal der Flüchtlinge aufmerksam zu machen. Prevost beließ es bei seinem Besuch des Hafens von Arguineguín auf Gran Canaria am Morgen nicht bei einem Appell an die Solidarität zugunsten der Geflüchteten, scharf kritisierte er die heutigen „Ungeheuer der Meere“, sprich die Schleuser und Menschenhändler, und er nahm die Herkunftsländer in die Pflicht, politische Maßnahmen zu ergreifen, „die es jedem Mensch ermöglichen, in seiner Heimat in Würde zu leben“. Die Migranten warnte er vor denen, die ihnen ein „leichtes Paradies“ versprächen. Beim Gottesdienst am Abend dankte er den Canarios für ihren Einsatz für die Geflüchteten.

Totengedenken im Hafen von Arguineguín. (Foto: VATICAN MEDIA)
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Einheit, Frieden, Versöhnung – das sind die Themen, die sich durch die Reise von Papst Leo XIV. nach Spanien ziehen. Selbst die Einweihung des Christusturms der Sagrada Família in Barcelona nutzte er für eine scharfe Kritik am Krieg: „Wir können nicht an Jesus glauben und Krieg führen. Wir können nicht an Jesus glauben und Unschuldige töten. Wir können nicht an Jesus glauben und diejenigen im Stich lassen, die leiden, die weinen, die vor der Not fliehen.“ Am Mittag hatte er bei einem Besuch des Klosters Montserrat vor den Toren der Hauptstadt Kataloniens noch einmal zur Abrüstung bei Worten und Gesprächen gemahnt. Jesus weise den Weg der Barmherzigkeit, der Versöhnung, der Wahrheit und der Güte. „Gleichzeitig entlarvt er die Gewalt, die sich in unseren Worten und Haltungen verbergen kann: erniedrigende Kritik, zerstörerische Verurteilung und spaltende Aggressivität.“ Diese verborgene Gewalt tarne sich oft als eine Art Rüstung, mit der Menschen versuchten, ihre Wunden, Ängste oder das Leid zu verdecken, das ihnen durch Ungerechtigkeiten zugefügt wurde“. Bei einem Treffen mit Vertretern von Wohlfahrtsverbänden gab er einige persönliche Dinge preis.

Nach dem Gottesdienst segnete Papst Leo XIV. den Christusturm der Sagrada Família. Ihn schmückt ein Kreuz, das in Deutschland hergestellt wurde. (Foto Erbacher)
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Einheit, Einheit, Einheit. Das war die Botschaft von Leo XIV. zum Beginn seines Aufenthalts in der Hauptstadt Kataloniens an diesem Dienstag. Am Morgen war der Papst von Madrid nach Barcelona aufgebrochen. Direkt nach seiner Ankunft kam er zum Mittagsgebet in die Kathedrale. Die Einwohner der Stadt und Kataloniens hätten „eine besondere Berufung und Verantwortung, mit Gottes Hilfe zu Baumeistern der Einheit zu werden“, erklärte Leo in seiner Predigt. Sowohl beim Mittagsgebet als auch am Abend bei einer Vigil im Olympiastadion sprach er immer wieder Katalanisch. Bei der Veranstaltung mit rund 40.000 Teilnehmenden knüpfte Leo an Gedanken vom Vorabend in Madrid an. In einer Fragerunde erklärte er, die Spuren Gottes müssten immer in der konkreten Wirklichkeit gesucht werden. Er antwortete auf die Frage eines Neugetauften, wie man in der heutigen Welt den Glauben leben könne. Interessant waren auch die Antworten des Papstes auf Fragen zu Depression und Gewalt in der Familie.

Leo XIV. wurde im Olympiastadion von Barcelona mit viel Jubel empfangen. (Foto: Erbacher)
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Kritik an der Wiederaufrüstung in Europa, der Missbrauch in der katholischen Kirche und der Pluralismus in der Kirche – breiter hätte das Themenspektrum am dritten Tag des Papstes in Spanien kaum sein können. Am Nachmittag traf er in der Nuntiatur in Madrid sechs Betroffene sexualisierter Gewalt. Den Missbrauch hatte er zuvor bei einem Treffen mit den spanischen Bischöfen als „Pest“ bezeichnet, auf die „mit Zuhören, Wahrheit, Gerechtigkeit, Wiedergutmachung und einem entschlossenen Handeln in Sachen Prävention und eine Kultur der Fürsorge reagiert“ werden müsse. Bei einer Rede vor dem spanischen Parlament hatte er am Morgen erklärt, dass der Frieden auf internationaler Ebene „diplomatischen Mut, ethische Verantwortung und eine Zukunftsvision“ erfordere. Am Abend wurde Leo XIV. im legendären Estadio Santiago Bernabéu von 80.000 Menschen gefeiert, wie ein Popstar. Der Papst rief die Gläubigen dazu auf, die eigenen Bubbles zu verlassen und Verschiedenheit in eine Ressource zu verwandeln.

Leo XIV. unter 80.000 begeisterten Papstfans. (Foto: Erbacher)
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„Niemand kann vor dem Herrn knien und gleichzeitig den Bruder und die Schwester verachten.“ Papst Leo XIV. nutzte den Gottesdienst zu Fronleichnam, um für ein Christentum zu werben, das auf die Straßen hinausgeht. Die Gläubigen sollten zu Baumeistern einer neuen Welt werden. Zu dem Gottesdienst im Zentrum von Madrid waren nach offiziellen Angaben 1,2 Millionen Menschen gekommen. Bei einem Treffen mit Vertretern aus der Welt der Kultur, der Bildung, der Arbeitswelt und des Sports warb er am Abend für einen neuen Dialog zwischen den verschiedenen Institutionen der Gesellschaft. Es gehe um die entscheidende Frage, was es bedeute „wahrhaft menschlich zu sein“.

Die „Viva il Papa“-Rufe und der langanhaltende Applaus zur Begrüßung in der Sportarena am Abend hinterlassen ihre Spuren. (Foto: Erbacher)
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Mit einem eindringlichen Appell für Frieden und Versöhnung hat Papst Leo XIV. heute seine vierte Auslandsreise gestartet. Eine Woche lang besucht er Spanien mit Stationen in Madrid, Barcelona, Gran Canaria und Teneriffa. In den ersten Reden fiel auf, dass Leo vor Vereinfachung warnte. „Die Vielschichtigkeit schätzen und ergründen, lernen, sie nicht zu leugnen und sie als Segen anzunehmen, jenen identitären Ansätzen entfliehen, die alles zu erklären scheinen, aber die Welt mit Gespenstern und Feinden bevölkern: Darin besteht die Aufgabe derer, die eine große Geschichte hinter sich haben“, erklärte Leo beim Treffen mit Vertretern aus Politik, Zivilgesellschaft und diplomatischem Korps im Königspalast in Madrid am Morgen. Am Abend griff er das Thema noch einmal auf bei einem Besuch in einem Caritas-Zentrum. Der Kampf des Papstes gegen Populismus. Am Abend bei der Jugendvigil taute der 70-jährige Pontifex dann so richtig auf.

Freundlicher Empfang des Papstes am Morgen durch die spanische Königsfamilie. (Foto: Erbacher)
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Mit Spannung war die erste Enzyklika von Papst Leo XIV. erwartet worden. Über ein Jahr dauerte es, bis das Lehrschreiben endlich veröffentlicht wurde. Zuletzt brauchte Papst Paul VI. so lange für seine Antrittsenzyklika. In einer ersten Version lag das Dokument bereits im vergangenen November vor; doch dann wurde es noch einmal einer gründlichen Überarbeitung unterzogen. In den rund 120 Seiten steckt viel drin. Dabei geht es nicht nur um KI, sondern auch um viele andere Themenfelder der katholischen Soziallehre und darüber hinaus finden sich viele Aussagen zu anderen kirchlichen Themenfeldern. So macht sich Leo XIV. noch einmal zentrale Gedanken des Abschlussdokuments des weltweiten Synodalen Prozesses zu eigen und fordert eine konsequente Anwendung der Grundprinzipien der Soziallehre im Innern der Kirche: „Die Soziallehre richtet sich nicht nur an die Gesellschaft: Sie ist auch eine Gewissenserforschung für die Kirche.“ Also wie steht es mit der Subsidiarität in der Kirche? Wie steht es mit Transparenz und Rechenschaftspflicht?

Die Neue Synodenaula im Vatikan am vergangenen Montag: Erstmals hat ein Papst an der Veröffentlichung seiner Enzyklika teilgenommen. (Foto: ddp)
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Segen oder nicht Segen für gleichgeschlechtliche Paare? Das ist schon seit vielen Jahren die Frage. In vielen Ländern gibt es Handreichungen für solche Segensfeiern, seit einiger Zeit auch in Deutschland als ein Ergebnis des Synodalen Wegs. Der Papst machte jetzt erneut deutlich, dass der Vatikan das nicht billigt. Zugleich betonte er aber auch , dass ein Dissens in dieser Frage nicht die Einheit in Frage stellt. Es lohnt daher, sich die Antwort des Papstes bei der fliegenden Pressekonferenz am Donnerstag genau anzuschauen.

Papst Leo XIV. sprach am Donnerstag auf dem Flug zurück nach Rom auch über die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare. (Foto: afp)
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