Papstgeflüster – Das Vatikan-Blog

Interessantes und Hintergründiges aus dem Vatikan

Papst fordert „aktive Gewaltfreiheit“

Ist es eine Utopie oder kann eine „aktive Gewaltfreiheit“ zum Frieden führen? Für Papst Franziskus ist die Antwort klar: „Entschieden und konsequent praktizierte Gewaltfreiheit“ kann zu Frieden und mehr Gerechtigkeit führen. Als Beispiele nennt er in seiner Botschaft zum katholischen Weltfriedenstag Mahatma Gandhi, Khan Abdul Ghaffar Khan, Martin Luther King jr. und den friedlichen Sturz der kommunistischen Regime in Europa. Gewalt führt zu neuer Gewalt, ist Franziskus überzeugt. „Wenn die Opfer von Gewalt der Versuchung zu widerstehen wissen, können sie die glaubhaftesten Leitfiguren in gewaltfreien Aufbauprozessen des Friedens sein.“ Die Feindesliebe bilde den „Kern der ‚christlichen Revolution‘“, so Franziskus. Doch was ist heute davon übriggeblieben? Die Antwort auf diese Frage könnte Stoff für eine neue Enzyklika bieten.

Papst Franziskus sieht die Religionen in der Pflicht, gemeinsam für den Frieden einzutreten. (Quelle: ap)

Papst Franziskus sieht beim Thema Frieden die Religionen in der Pflicht. „Nur der Friede ist heilig, nicht der Krieg!“ Das sagte er beim Treffen der Religionen für den Frieden am 20. September 2016 in Assisi. (Quelle: ap)

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Papst bekräftigt Null-Toleranz bei Missbrauch

Missbrauch, Vertuschen und Leugnen sowie Machtmissbrauch in diesem Kontext sind Sünde. Das bekräftigte Papst Franziskus in einem Brief an alle katholischen Bischöfe weltweit. Das Schreiben datiert auf den 28. Dezember, dem Fest der unschuldigen Kinder, und wurde jetzt vom Vatikan veröffentlicht. Erneut bittet er die Opfer um Vergebung. Mit den Zeilen macht Franziskus noch einmal deutlich, dass er auch Versäumnisse in der Hierarchie bei der Aufarbeitung von Missbräuchen nicht als Kavaliersdelikt sieht. Anlass für das Schreiben des Papstes war allerdings nicht die innerkirchliche Situation. Franziskus ermahnt die Bischöfe, sich des Schicksals der Kinder heute anzunehmen. „Wir [die Bischöfe] sind aufgefordert, sie vor den Gestalten eines Herodes unserer Tage zu verteidigen.“

Die Geburt Jesu ist, so Franziskus, "in eine leidvolle Tragödie eingebettet". Er spielt damit auf den in der Bibel geschilderte Kindermord des Herodes an. (Quelle: dpa)

Die Geburt Jesu ist, so Papst Franziskus, „in eine leidvolle Tragödie eingebettet“. Er spielt damit auf den in der Bibel geschilderten Kindermord auf Befehl des Königs Herodes an. (Quelle: dpa)

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Der Papst, die Jugend und die Mütter

Zwei Personengruppen hat Papst Franziskus zum Jahreswechsel ins Zentrum seiner Betrachtungen gerückt: die Jugendlichen und die Mütter. Beide haben nicht gerade eine große Lobby im gesellschaftlichen Alltag. Das könnte sich auf lange Sicht rächen, ist Franziskus überzeugt und richtet seinen Fokus daher nicht zum ersten Mal auf beide Gruppen. Zum Jahresabschluss beklagte das Kirchenoberhaupt die Diskriminierung von Jugendlichen, die von der Gesellschaft ausgegrenzt würden. Am Neujahrstag mahnte er, sich ein Beispiel an den Müttern zu nehmen. Ohne sie wäre die Gesellschaft kalt und erbarmungslos, ist Franziskus überzeugt. Wie schon in den vergangenen Jahren geht der katholische Weltfriedenstag am 1. Januar immer etwas unter. In diesem Jahr wagt der Papst in seiner Botschaft zum 50. Weltfriedenstag, die Gewaltfreiheit als Politikstil zu propagieren. Lange schon wird spekuliert, ob der Pontifex an einer neuen Friedensenzyklika arbeitet. Die sei dringend notwendig, so der neue Sozialminister des Papstes, Kardinal Peter Turkson, kurz vor Weihnachten. Doch noch gebe es keine konkreten Planungen dazu.

Traditionell sind beim Neujahrsgottesdienst im Petersdom Sternsinger dabei. 2016 hatten die Kinder und Jugendlichen in Deutschland mehr als 46 Millionen Euro für ihre Altersgenossen in ärmeren Ländern gesammelt. (Quelle: ap)

Traditionell sind beim Neujahrsgottesdienst im Petersdom Sternsinger dabei. 2016 hatten die Kinder und Jugendlichen in Deutschland mehr als 46 Millionen Euro für ihre Altersgenossen in ärmeren Ländern gesammelt. (Quelle: ap)

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Der Papst und der Frieden

Der Aufruf zum Frieden sowie die Kritik am herrschenden Weltwirtschaftssystem haben in diesem Jahr im Mittelpunkt der Weihnachtsbotschaft von Papst Franziskus gestanden. Das katholische Kirchenoberhaupt nutzte die weltweite Bühne am ersten Weihnachtstag erneut, um für die verschiedenen Konflikte weltweit Verhandlungslösungen zu fordern: vom „gemarteten Syrien, wo Aleppo „in den letzten Wochen Schauplatz einer der grauenhaftesten Schlachten war, über das Heilige Land, den Irak, Libyen, Jemen, den Südsudan und der Demokratischen Republik Kongo bis nach Kolumbien und Venezuela. Franziskus erinnerte an die Völker, „die wegen der wirtschaftlichen Ambitionen weniger und wegen der habgierigen Gefräßigkeit des versklavenden Götzen Geld Leid tragen“. Eigens erwähnte Franziskus die Opfer von Terrorakten, „die im Herzen vieler Länder und Städte Angst und Tod gesät haben“. Sowohl in seiner Weihnachtsbotschaft als auch schon in der Christmette an Heilig Abend erinnerte er an das Schicksal vieler Kinder, „die der Freuden ihrer Kindheit beraubt sind auf Grund von Hunger, von Kriegen und durch den Egoismus der Erwachsenen“.

Papst Franziskus - freundlich, aber ernst. Seine Friedensappelle scheinen wie die seiner Vorgänger ungehört zu verhallen. (Quelle: reuters)

Papst Franziskus – freundlich, aber ernst. Seine Friedensappelle scheinen wie die seiner Vorgänger ungehört zu verhallen. (Quelle: reuters)

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Papst verteidigt Kurienreform gegen „böswilligen Widerstand“

Die Weihnachtsansprachen von Papst Franziskus an die Römische Kurie haben es in sich. Während seine Vorgänger die Gelegenheit nutzten, um eine Jahresbilanz vorzulegen, hat Franziskus dem Termin ein eigenes Gewicht gegeben. Traditionell hält er hier seine wichtigste Rede zur Situation der Römischen Kurie. Heute nutzte er die Gelegenheit, um die zwölf Kriterien darzulegen, an denen sich seine Reform der Kurie orientiert und eine Bilanz dessen vorzulegen, was seit seinem Amtsantritt bereits umgesetzt wurde. Die Rede hatte ein doppeltes Ziel: Zum einen schafft Franziskus damit eine gewisse Transparenz über seine Entscheidungskriterien, zum anderen begegnet er Kritikern, die das Gefühl haben, in den letzten gut dreieinhalb Jahren Pontifikat sei nichts passiert. Ungewöhnlich deutlich sind seine Worte über den „böswilligen Widerstand“ gegen die Reformen. Hält man sich allerdings die täglichen Predigten bei der Morgenmesse in Santa Marta vor Augen, sind sie nicht ungewöhnlich.

Franziskus nutzt das Treffen mit der Fürhungsspitze der Kurie, um seinen Kurs zu erklären. (Quelle: ap)

Papst Franziskus nutzt das Treffen mit der Führungsspitze der Kurie, um seinen Kurs zu erklären. (Quelle: ap)

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Franziskus und die moderne Sklaverei

„Menschen- und Organhandel, Zwangsarbeit und Prostitution sind moderne Formen der Sklaverei und Verbrechen gegen die Menschlichkeit.“ Das hat Papst Franziskus Mitte August 2016 in einem Tweet an seine weltweit 30 Millionen Follower geschrieben. Das katholische Kirchenoberhaupt belässt es aber nicht bei Worten. In seinem Auftrag veranstalten Vatikanbehörden internationale Konferenzen zum Thema und werden die Bischöfe sowie kirchliche Institutionen in der ganzen Welt zu konkretem Handeln angehalten. Wir haben das zum Anlass genommen für eine Dokumentation zum 80. Geburtstag von Papst Franziskus. Der Film zeigt Beispiele, wo Kirche sich für Opfer von Menschenhandel und moderner Sklaverei engagiert. Er geht der Frage nach, ob die politischen Aktivitäten des Vatikans konkrete Auswirkungen haben oder es sich dabei nur um „Schaufensteraktionen“ handelt. Der Film illustriert, wie das Engagement von Papst Franziskus in diesem Bereich seine ganze Biografie durchzieht.

Franziskus und der Menschenhandel

Sie gehören zu den zentralen Themen des Pontifikats von Papst Franziskus: der Menschenhandel und die moderne Sklaverei. Zu Beginn seines Pontifikats hat er dem Großkanzler der Päpstlichen Akademie der Sozialwissenschaften, Erzbischof Marcelo Sánchez Sorondo, auf der Rückseite eines Briefumschlags den Auftrag erteilt, er solle sich künftig verstärkt um die Themen Menschenhandel, Organhandel und moderne Sklaverei kümmern. Seitdem hat Sánchez Sorondo mit seinen verschiedenen Einrichtungen eine ganze Reihe von Initiativen gestartet, um das Anliegen des Papstes in die Tat umzusetzen. Anfang Juni dieses Jahres kamen Staatsanwälte und Richter aus aller Welt in den Vatikan, um über einen effektiveren Kampf gegen die „Plagen“, so der Papst, des Menschenhandels, der Korruption und der modernen Sklaverei zu beraten. Bereits zum vierten Mal tagte Ende Oktober am Sitz der Sozialakademie die „Santa Marta Group“. Das ist ein Zusammenschluss von Polizeivertretern aus aller Welt mit Repräsentaten der katholischen Kirche und kirchlicher Hilfswerke. Mit dabei sind aus Deutschland zwei Vertreter des Bundeskriminalsamts sowie die Hilfsorganisation Solwodi. Was es mit der Santa Marta Group auf sich hat und warum Franziskus das Thema so wichtig ist, darum geht es in unserer Dokumentation „Schleuser, Schurken und der Papst. Franziskus und sein Kampf gegen Menschenhandel“ Sonntagabend um 0.20 Uhr im ZDF.

Schwester Lea Ackermann, die Gründerin der Frauenhilfsorganisation Solwodi, engagiert sich seit über 30 Jahren für Frauen in Not.

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Papst feiert Geburtstag

80 Jahre und kein bisschen müde. Das ist Papst Franziskus. Zu seinem Geburtstag heute gibt es keine großen Feierlichkeiten. Der Papst macht „Business as usual“. Es gibt viel zu tun für ihn, da bleibt keine Zeit für große Feierlichkeiten. An Rücktritt gar ist erst Recht nicht zu denken. Immer wieder wurde darüber spekuliert, Franziskus könnte zum 80. zurücktreten. Dass er zu Beginn seiner Amtszeit diese Perspektive vielleicht einmal hatte, ist durchaus möglich. Doch schon seit geraumer Zeit dürfte er gemerkt haben, dass seine Projekte noch Zeit brauchen, bis sie soweit implementiert sind, dass eine Umkehrung nur noch schwer möglich ist. Und solange seine Gesundheit mitspielt, sieht Franziskus keinen Grund für einen Rücktritt. Den hat er nie ausgeschlossen; hat ihn aber immer mit Verweis auf seinen Vorgänger Benedikt XVI. an die schwindenden Kräfte gebunden und nicht an ein Datum.

Die ersten Gratulanten waren am Morgen acht Obdachlose. Sie frühstückten zusammen mit Papst Franziskus im Gästehaus Santa Marta. (Quelle: L'Osservatore Romano)

Zu den ersten Gratulanten zählten am Morgen acht Obdachlose. Sie frühstückten vor dem Gottesdienst zusammen mit Papst Franziskus im Gästehaus Santa Marta. (Quelle: L’Osservatore Romano)

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Der Papst und die Stunde der Laien

Die Laien sind die Protagonisten der Kirche und der Welt. Die kirchliche Hierarchie ist dazu berufen, ihnen zu dienen und nicht, sich ihrer zu bedienen. So einfach klingt das, wenn Papst Franziskus seine Vorstellung der Kirche formuliert. Geschehen ist das bereits im März dieses Jahres in einem Brief an den Leiter der Päpstlichen Lateinamerikakommission, Kardinal Marc Ouellet. Das fünfseitige Papier blieb damals weitgehend unbeachtet. Doch bei der jüngsten Sitzung des Kardinalsrats K9, der den Papst bei seinen Reformen berät, wurde der Brief zu einer Art hermeneutischem Schlüssel bei der Klärung der Rolle der Laien in der Kirche. Und es lohnt sich, diesen Brief genau zu lesen und seine Konsequenzen für das kirchliche Handeln zu bedenken. Es ist ein weiterer Baustein im Projekt von Papst Franziskus, die Kirche vom Kopf auf die Füße zu stellen. Überspitzt formuliert stellt der Papst fest: Die Hierarchie ist letztendlich nur dazu da, den Laien Räume zu eröffnen, damit sie ihren Glauben in der Welt von heute leben können – und zwar gesellschaftsprägend. „Es ist nie der Hirte, der dem Laien sagt, was er tun oder sagen muss – sie wissen es genauso gut oder besser als wir“, so Franziskus. Allerdings gibt es einen Wehrmutstropfen!

Eine Torte für den Papst. Am Samstag feiert Franziskus seinen 80. Geburtstag. Bei der Generalaudienz gestern gab es schon erste Glückwünsche. (Quelle: reuters)

Eine Torte für den Papst. Am Samstag feiert Franziskus seinen 80. Geburtstag. Bei der Generalaudienz gestern gab es schon erste Glückwünsche. (Quelle: reuters)

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Franziskus und die synodale Kirche

Franziskus will nicht von oben nach unten durchregieren. Zumindest ist das nicht seine Idealvorstellung für die katholische Kirche. Das hat er jetzt noch einmal in einem Interview mit einer belgischen katholischen Wochenzeitung deutlich gemacht. „Es gibt eine Kirche in Form einer Pyramide, wo man das macht, was Petrus sagt, oder es gibt eine synodale Kirche, in der Petrus Petrus ist, der aber die Kirche begleitet, der sie wachsen lässt und sie hört“, so das katholische Kirchenoberhaupt. Als Beispiel nennt er die beiden letzten Synoden, um schließlich festzustellen: „Alles, was dort steht [in Amoris laetitia], wurde in der Synode von mehr als Zweidrittel der Synodenväter approbiert.“ Die Botschaft dieser Aussage ist klar. Und der nächste synodale Prozess wird zeigen, wie Franziskus die Idee der „synodalen Kirche“ vorantreiben wird. Es wurde bereits eine neue Umfrage zum Thema der nächsten Synode angekündigt, der wieder von den Ortskirchen beantwortet werden soll.

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