Sechs Jahre war er das Gesicht der katholischen Kirche in Deutschland: Bischof Georg Bätzing. Morgen übergibt er den Staffelstab. Wie schon seine beiden Vorgänger im Amt des Vorsitzenden, Zollitsch und Marx, hört Bätzing nach einer Amtszeit auf. Das klingt nach Normalität, doch die Ankündigung Mitte Januar, dass er nicht mehr antreten werde, überraschte doch viele. Bis zuletzt rätselten die Journalisten, ob hinter der Entscheidung Bätzings tiefere Gründe liegen als die von ihm angeführte zu lange Amtsperiode von sechs Jahren. Bei der Pressekonferenz zum Auftakt der Vollversammlung warnte Bätzing angesichts der bevorstehenden Landtagswahlen noch einmal eindringlich vor einem Rechtsruck in Deutschland. Mit Blick auf die Bischofskonferenz stellte er fest, dass es auch in Zukunft hier immer Meinungsverschiedenheiten geben werde.

Hier wird am Dienstagmorgen der neue Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz gewählt: der Kardinal Döpfner-Saal im Burkhardushaus in Würzburg. (Foto: Erbacher)
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Mit der 6. Synodalversammlung in Stuttgart endet der Synodale Weg. (Foto: Erbacher)
Der Synodale Weg ist zu Ende, die Synodalität in der katholischen Kirche in Deutschland geht weiter. So wünschen sich das die Mitglieder der Synodalversammlung und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken. Ob die Deutsche Bischofskonferenz das auch mehrheitlich will und Rom final zustimmt, muss sich noch zeigen. Das Projekt „Synodaler Weg“ ist heute aber erst einmal zu Ende gegangen. Bei der sechsten Synodalversammlung in Stuttgart zogen knapp 180 Synodale eine gemischte Bilanz des sechs Jahre dauernden Prozesses. Vieles wurde nicht erreicht, sollte die Synodalkonferenz aber wie geplant kommen, sehen das eine große Zahl der Synodalen als wichtigen Fortschritt. Am Rande des Treffens wurde seit Donnerstag auch darüber diskutiert, wer Nachfolger von Bischof Georg Bätzing als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz wird. Die Bischöfe wählen bei ihrer Vollversammlung vom 23. bis 26. Februar in Würzburg.
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Es war das Thema, das alle Ansprachen des Papstes durchzog: der Frieden. Dabei richtete er den Fokus nicht nur auf die großen Krisen und Kriege, sondern auch auf jeden Einzelnen. „Wenn jeder von uns – auf allen Ebenen –, anstatt andere zu beschuldigen, zuerst seine eigenen Fehler erkennen und Gott um Vergebung bitten würde und sich gleichzeitig in die Lage der Leidenden versetzen und sich mit den Schwachen und Bedrängten solidarisieren würde, dann würde sich die Welt verändern“, erklärte Leo XIV. in seiner Weihnachtsbotschaft vor dem Segen Urbi et orbi. Zuvor hatte er bei der Weihnachtsmesse betont, dass es dann Frieden geben werde, „wenn unsere Monologe aufhören und wir, befruchtet durch das Zuhören, vor dem nackten Fleisch des anderen auf die Knie fallen“. In der Christmette hatte er gestern Abend zu mehr Menschlichkeit aufgerufen. „Während eine verkehrte Wirtschaft dazu verleitet, die Menschen als Ware zu behandeln, macht sich Gott uns ähnlich und offenbart die unendliche Würde jedes Menschen.“

Papst Leo XIV. beim Segen Urbi et orbi im Vatikan (Foto:dpa)
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„Der Nahe Osten braucht ein neues Denken!“ Mit einem eindringlichen Friedensappell für die Region verabschiedete sich Papst Leo XIV. aus dem Libanon. Das Thema Frieden und Versöhnung durchzog wie ein roter Faden die letzten beiden Tage im Libanon. Auffallend war, dass der Pontifex bei vielen Terminen im Libanon lockerer und deshalb präsenter wirkte als zuvor in der Türkei, seine Reden mit Emotionen vortrug und deshalb auch immer wieder Applaus aufkam, während er sprach. Das zeigte sich am Montag beim Treffen mit Vertretern anderer Kirchen und Religionen in Beirut und besonders bei der Begegnung mit Jugendlichen am Abend in der Katholikenhochburg Bkerke. Auch beim Gottesdienst und der Abschiedszeremonie heute, konnten die Anwesenden einen Papst erleben, der nicht nur eine Rede verlas, sondern seinen Worten Nachdruck verlieh. Bei der fliegenden Pressekonferenz auf dem Weg zurück nach Rom sprach er unter anderem über den Synodalen Weg in Deutschland, Reisepläne, den Ukrainekrieg und die Situation in Venezuela.

Papst Leo XIV. bei der Pressekonferenz auf dem Weg von Beirut nach Rom. (Foto: Erbacher)
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„Gesegnet die Friedensstifter“ steht als Motto über dem Besuch von Papst Leo XIV. Im Libanon. Gleich zum Auftakt gab der Pontifex am Sonntagabend eine Lehrstunde darüber, was Friedensstifter ausmacht. Anders als erwartet, ging er bei seiner Rede vor Vertretern aus Politik, Diplomatischem Korps und Zivilgesellschaft nicht auf die großen Krisen der Region ein, sondern konzentrierte sich auf grundsätzliche Überlegungen zum Thema Frieden. Am Morgen hatte der Pontifex zum Abschluss seines Besuch in der Türkei bekräftigt, dass es eine Priorität der katholische Kirche und seines Pontifikats sei, „unter Achtung der legitimen Unterschiede die volle Einheit der Christen zu erreichen“. Leo XIV. nahm am Gottesdienst zum orthodoxen Andreasfest in der Georgs-Kathedrale in Istanbul teil. Bevor er dann am Mittag in den Libanon weiterflog.

Papst Leo XIV. mit dem Präsidenten Libanons, Joseph Aoun. (Foto: Erbacher)
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Es war ein Wechselbad der Gefühle für Papst Leo XIV. am dritten Tag seiner ersten Auslandsreise. Am Morgen beim Besuch der Blauen Moschee in Istanbul wirkte er steif und nervös. Beim Gottesdienst mit rund 4.000 Gläubigen am späten Nachmittag war er wieder gelöst, lächelte und genoss den Zuspruch der Menge. Dazwischen baute er in der Ökumene Druck auf. Bei einem Treffen mit hochrangigen Kirchenvertretern schlug er für 2033 einen großen Kirchengipfel in Jerusalem vor. 2000 Jahre nach dem Tod Jesu will er große Fortschritte auf dem Weg zur Einheit verwirklicht sehen. Ob er dazu auch den gemeinsame Ostertermin zählt? Sich dafür mit Nachdruck zu engagieren ist ein Thema der gemeinsamen Erklärung, die er am Nachmittag mit dem Ökumenischen Patriarchen Bartholomäus I. unterzeichnete.

Papst Leo XIV. beim Besuch der Blauen Moschee in Istanbul. (Foto: Erbacher)
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Die Rückbesinnung auf die Wurzeln wie das Konzil von Nizäa ist für Papst Leo XIV. ein Schlüssel auf dem Weg zur Einheit der Christen. Bei der 1.700-Jahr-Feier in Iznik erklärte er, der Glaube an den einen Herrn Jesus Christus sei „eine tiefe Verbindung“, die bereits alle Christen vereine. Der Pontifex richtete in seiner Ansprache den Blick über die Ökumene hinaus. „Der Wunsch nach voller Gemeinschaft unter allen, die an Christus glauben, geht immer mit dem Streben nach Geschwisterlichkeit aller Menschen einher“, betonte er. Es gebe eine universale Geschwisterlichkeit unabhängig von Ethnie, Nationalität, Religion und Meinung. Am Morgen hatte der Papst bei einem Besuch der Heilig-Geist-Kathedrale von Istanbul noch einmal an die weit zurückreichenden Wurzeln des Christentums in der Türkei erinnert.

Gedenken an das Konzil von Nizäa vor 1.700 Jahren. (Foto: Erbacher)
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Dialog, Versöhnung, Frieden – so sieht Papst Leo XIV. den inhaltlichen Rahmen für seine erste Auslandsreise. Das machte er bei seiner ersten Begegnung mit Journalisten im Papstflieger am Donnerstagmorgen auf dem Weg von Rom nach Ankara deutlich. In der türkischen Hauptstadt zeigte sich der Pontifex dann freundlich, aber doch klar. Bei der Begegnung mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Zivilgesellschaft betonte er, dass die Juristen „Teil der türkischen Identität“ seien. Er sprach davon, dass eine Gesellschaft dann lebendig sei, „wenn sie plural ist“ und er betonte, dass gerade in der Türkei, „in der die Religion eine sichtbare Rolle spielt“, es von grundlegender Bedeutung sei, „die Würde und Freiheit aller Kinder Gottes zu achten“. Mancher Beobachter hätte sich gewünscht, dass Leo explizit das Wort Religionsfreiheit ausspricht, wie das Benedikt XVI. etwa bei solchen Anlässen machte. Doch in den vergangenen Monaten wurde schon deutlich, Leo hat seinen eigenen Stil und der ist eher leise, aber deshalb nicht weniger verbindlich.

Papst Franziskus und der türkische Präsident Erdogan heute in Ankara. (Foto: Erbacher)
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Gleich zweimal gab es in dieser Woche ein historisches Ereignis im Vatikan. Das eine sorgte für Schlagzeilen, das andere schaffte es nicht, große Aufmerksamkeit zu erzeugen. Heute haben zum ersten Mal seit 500 Jahren die Oberhäupter der katholischen und der anglikanischen Kirche gemeinsam gebetet. Papst Leo XIV. und König Charles III. nahmen an einem Gottesdienst in der Sixtinischen Kapelle im Vatikan teil. Zuvor hatten sich die beiden bei einer Privataudienz getroffen. Es gab keine öffentlichen Reden beim Besuch des britischen Königspaars im Vatikan, dafür sprachen die Zeichen. Am Nachmittag wurde Charles Königlicher Konfrater in der Basilika Sankt Paul vor den Mauern, Leo XIV. im Gegenzug Päpstlicher Mitbruder der Sankt-Georgs-Kapelle in Windsor Castle. Während der Besuch des britischen Königspaars im Fokus des Medieninteresses stand, nahm kaum jemand Notiz vom Treffen Papst Leos mit einer Gruppe von Betroffenen sexualisierter Gewalt in der katholischen Kirche. Dieses fand am Montag statt und wurde von den Teilnehmenden als historisch bezeichnet.

Historischer Gottesdienst in der Sixtinischen Kapelle im Vatikan. (Foto: AFP/VaticanMedia)
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Es ist ein klares Signal. Als Thema seines ersten großen Lehrschreibens hat Papst Leo XIV. die Armut gewählt, nicht ein theologisches Thema. Wobei bei genauer Lektüre des gut 50 Seiten umfassenden Dokuments mit dem Titel „Dilexi te – über die Liebe zu den Armen“ deutlich wird, dass es ein zutiefst biblisches Thema ist. Der Pontifex verortet die Pflicht zum Engagement für Arme und Ausgegrenzte sowie den Einsatz für eine Veränderung von Strukturen, die Armut, Ausgrenzung und Ungerechtigkeit begünstigen, im Wirken Jesu. Damit wandelt er auf den Spuren seines Vorgängers und macht deutlich, dass die Fokussierung auf Armut und die damit verwandten Themen unter Franziskus keine Eintagsfliege war oder dessen Sonderinteresse. Leo zeigt auch, dass die Armut und ihre Bekämpfung immer Bestandteil kirchlichen Handelns und der katholischen Soziallehre war. Doch er sieht wie Franziskus die Notwendigkeit, diesen Punkt noch einmal radikal ins Bewusstsein zu rufen und ins Zentrum des Handelns der Kirche sowie jedes einzelnen Christenmenschen zu stellen.

Das Engagement für die Armen liegt im Evangelium begründet. Papst Leo XIV. heute bei einem Gottesdienst auf dem Petersplatz. (Foto: epa)
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