Papstgeflüster – Das Vatikan-Blog

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Papst fordert von US-Bischöfen radikale Umkehr

Papst Franziskus hat die US-Bischöfe zu Beginn einer Exerzitienwoche zu Einheit und einer radikalen Haltungsänderung aufgerufen. Das Treffen ist Teil der Aufarbeitung des Missbrauchsskandals in den USA. Der Papst hatte es angeordnet. Er wollte sogar selbst nach Chicago reisen, doch aus „logistischen Gründen“ sei das am Ende doch nicht möglich gewesen, schreibt er in einem Brief an die Bischöfe. Darin spricht Franziskus von Spannungen, Konflikten und Gegensätzen, die es in den ersten Gemeinden gegeben habe, die er aber auch jetzt in der US-Kirche sieht. Diese gelte es zu überwinden, um wieder Glaubwürdigkeit beim Volk zu gewinnen. Diese sei zum einen durch die Missbrauchsfälle verloren gegangen, mehr aber noch durch den Umgang mit dem Skandal sowie einer falschen Haltung der Hirten. Es reichten daher nicht organisatorische Maßnahmen aus, um das Problem in den Griff zu bekommen und um neue Glaubwürdigkeit zu gewinnen. Vielmehr brauche es daneben „auch eine Konversion unseres Geistes, unserer Art zu beten, die Macht auszuüben und das Geld zu verwalten, die Autorität zu leben und auch wie wir untereinander und mit der Welt in Beziehung stehen“. An Sätzen wie diesen wird deutlich, dass Franziskus den Brief zwar an die US-Bischöfe schreibt, es sich hier aber um einen programmatischen Text handelt, mit dem Franziskus Wege aus einer der schwersten Krisen der katholischen Kirche weltweit aufzeigen will.

Die Situation ist ernst. Papst Franziskus fordert einen radikalen Haltungswandel bei den Bischöfen und vor allem: Einheit, nicht Streit oder Intrigen. (Quelle: ap)

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