Papstgeflüster – Das Vatikan-Blog

Interessantes und Hintergründiges aus dem Vatikan

Sondersynode für Amazonasgebiet

Nun ist es offiziell. Im Oktober 2019 wird in Rom eine Bischofssynode zu Amazonien stattfinden. Das kündigte Papst Franziskus am Wochenende an. Er gab auch schon einige Themen vor, die bei der Spezialsynode behandelt werden sollen. „Vorrangiges Ziel dieser Zusammenkunft ist es, neue Wege der Evangelisierung des Volkes Gottes dort zu finden, besonders der Indigenen, die oft vergessen werden und ohne eine Perspektive einer unbeschwerten Zukunft, auch wegen der Krise des Regenwalds, der Lunge von kapitaler Bedeutung für unseren Planeten.“ Das Thema Evangelisierung bietet angesichts des Priestermangels in der Region spannende Perspektiven für die anstehenden Diskussionen. Mit einer Sondersynode für einen Teil Südamerikas wird auch die Befreiungstheologie ein Thema sein. Seit dem Amtsantritt des ersten Papstes aus Lateinamerika ist die Diskussion darum entemotionalisiert und auch ein wenig entideologisiert.

Papst Franziskus nutzte den Anlass der Heiligspechung mehrerer Brasilianer, um die Amazoniensynode anzukündigen. (Quelle: ap)

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Papst Franziskus verurteilt Todesstrafe

Jetzt legt er doch Hand an den Katechismus der katholischen Kirche. Papst Franziskus will die Position der katholischen Kirche zur Todesstrafe ändern. Zwar hatte er sie bereits mehrfach verurteilt. Aber offiziell steht in Abschnitt 2267 des Katechismus noch immer, dass „die überlieferte Lehre der Kirche den Rückgriff auf die Todesstrafe nicht ausschließt“, wenn „die Identität und die Verantwortung des Schuldigen mit ganzer Sicherheit feststehen“ und „wenn dies der einzig gangbare Weg wäre, um das Leben von Menschen wirksam gegen einen ungerechten Angreifer zu verteidigen“. Papst Franziskus erklärte nun gestern Abend: Es „ist zu betonen, dass, gleich wie schwer ein begangenes Vergehen ist, die Todesstrafe unzulässig ist, weil sie die Unverletzlichkeit und Würde der Person angreift“. Franziskus beklagte, dass auch der Kirchenstaat einst das „extreme und unmenschliche Mittel“ der Todesstrafe angewandt habe. „Wir übernehmen die Verantwortung für die Geschichte, und wir erkennen an, dass diese Mittel mehr von einer legalistischen als einer christlichen Denkweise bestimmt waren.“ Wenn die Kirche heute in dieser Frage neutral bleibe, werde sie „noch schuldiger“, so der Papst. Anlass für seine Ausführungen war eine Feierstunde zum 25. Jahrestag der Veröffentlichung des neuen Katechismus der katholischen Kirche am 11. Oktober 1992.

Einmal mehr war die Synodenaula im Vatikan der Ort, um die kirchliche Lehre fortzuentwickeln. Papst Franziskus gestern Abend bei der Feierstunde zu 25 Jahre Katechismus der katholischen Kirche. (Quelle: ap)

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Kinderschutz im Internet

Es war eine Art Premiere, zumindest wenn man den Angaben der Veranstalter traut, was da in dieser Woche an der Päpstlichen Universität Gregoriana stattgefunden hat: der erste interdisziplinäre Weltkongress zum Kinderschutz im Internet. Unter dem Thema „Child Dignity in the Digital World“ berieten drei Tage lang mehr als 150 Experten darüber, wie Kinder besser vor den negativen Seiten der Digitalisierung geschützt werden können. Von kirchlicher Seite hatte die Veranstaltung höchste Priorität. Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin eröffnete am Dienstagabend den Kongress; Papst Franziskus schloss ihn am Freitag mit einem grundlegenden Statement zum Thema ab. Er warnte davor, die Folgen von Kinderpornografie und anderen Formen von sexuellem Missbrauch Minderjähriger im Internet zu unterschätzen. Der Kampf gegen diese Vergehen dürfe nicht durch einen falsch verstandenen Begriff von Freiheit im Internet gebremst werden, betonte der Papst. Franziskus fand dabei auch kritische Worte zum Verhalten der katholischen Kirche beim Thema Missbrauch. „In der katholischen Kirche gibt es ein wachsendes Bewusstsein, dass sie nicht ausreichend für Schutz von Minderjährigen in ihrem Innern gesorgt hat“, sagte er bei der Audienz für die Teilnehmer der Konferenz. Die Kirche müsse die Verantwortung für gravierende Taten anerkennen, die in den vergangenen Jahren ans Licht gekommen seien.

Zahlen über den Missbrauch von Kindern alleine in Europa. (Quelle: Erbacher)

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Lebensschutz nach Papst Franziskus

Lebensschutz bedeutet für Papst Franziskus nicht nur, sich gegen Abtreibung und aktive Sterbehilfe einzusetzen. Er fasst den Begriff viel weiter. Das wurde hier im Blog schon oft geschrieben. Jetzt hat er bei der aktuellen Vollversammlung der Päpstlichen Akademie für das Leben seine Vorstellung skizziert. Dabei machte er deutlich, dass die traditionellen Themen nicht Geschichte sind, aber die Arbeit der Akademie dürfe sich nicht beschränken auf die „Lösung von Fragen, die sich aus spezifischen ethischen, sozialen oder juristischen Konfliktsituationen ergeben“. Der Blick muss demnach weiter sein. Er muss das Leben, die Schöpfung insgesamt in den Blick nehmen.

Papst Franziskus bei seinem Vortrag gestern im Vatikan. (Quelle: Erbacher)

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