Die Rückbesinnung auf die Wurzeln wie das Konzil von Nizäa ist für Papst Leo XIV. ein Schlüssel auf dem Weg zur Einheit der Christen. Bei der 1.700-Jahr-Feier in Iznik erklärte er, der Glaube an den einen Herrn Jesus Christus sei „eine tiefe Verbindung“, die bereits alle Christen vereine. Der Pontifex richtete in seiner Ansprache den Blick über die Ökumene hinaus. „Der Wunsch nach voller Gemeinschaft unter allen, die an Christus glauben, geht immer mit dem Streben nach Geschwisterlichkeit aller Menschen einher“, betonte er. Es gebe eine universale Geschwisterlichkeit unabhängig von Ethnie, Nationalität, Religion und Meinung. Am Morgen hatte der Papst bei einem Besuch der Heilig-Geist-Kathedrale von Istanbul noch einmal an die weit zurückreichenden Wurzeln des Christentums in der Türkei erinnert.

Gedenken an das Konzil von Nizäa vor 1.700 Jahren. (Foto: Erbacher)
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Dialog, Versöhnung, Frieden – so sieht Papst Leo XIV. den inhaltlichen Rahmen für seine erste Auslandsreise. Das machte er bei seiner ersten Begegnung mit Journalisten im Papstflieger am Donnerstagmorgen auf dem Weg von Rom nach Ankara deutlich. In der türkischen Hauptstadt zeigte sich der Pontifex dann freundlich, aber doch klar. Bei der Begegnung mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Zivilgesellschaft betonte er, dass die Juristen „Teil der türkischen Identität“ seien. Er sprach davon, dass eine Gesellschaft dann lebendig sei, „wenn sie plural ist“ und er betonte, dass gerade in der Türkei, „in der die Religion eine sichtbare Rolle spielt“, es von grundlegender Bedeutung sei, „die Würde und Freiheit aller Kinder Gottes zu achten“. Mancher Beobachter hätte sich gewünscht, dass Leo explizit das Wort Religionsfreiheit ausspricht, wie das Benedikt XVI. etwa bei solchen Anlässen machte. Doch in den vergangenen Monaten wurde schon deutlich, Leo hat seinen eigenen Stil und der ist eher leise, aber deshalb nicht weniger verbindlich.

Papst Franziskus und der türkische Präsident Erdogan heute in Ankara. (Foto: Erbacher)
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