Papstgeflüster – Das Vatikan-Blog

Interessantes und Hintergründiges aus dem Vatikan

Leo XIV. und der Tanz des Friedens

„Gesegnet die Friedensstifter“ steht als Motto über dem Besuch von Papst Leo XIV. Im Libanon. Gleich zum Auftakt gab der Pontifex am Sonntagabend eine Lehrstunde darüber, was Friedensstifter ausmacht. Anders als erwartet, ging er bei seiner Rede vor Vertretern aus Politik, Diplomatischem Korps und Zivilgesellschaft nicht auf die großen Krisen der Region ein, sondern konzentrierte sich auf grundsätzliche Überlegungen zum Thema Frieden. Am Morgen hatte der Pontifex zum Abschluss seines Besuch in der Türkei bekräftigt, dass es eine Priorität der katholische Kirche und seines Pontifikats sei, „unter Achtung der legitimen Unterschiede die volle Einheit der Christen zu erreichen“. Leo XIV. nahm am Gottesdienst zum orthodoxen Andreasfest in der Georgs-Kathedrale in Istanbul teil. Bevor er dann am Mittag in den Libanon weiterflog.

Papst Leo XIV. mit dem Präsidenten Libanons, Joseph Aoun. (Foto: Erbacher)

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Der Papst zwischen Moschee, Kirchengipfel und Bad in der Menge

Es war ein Wechselbad der Gefühle für Papst Leo XIV. am dritten Tag seiner ersten Auslandsreise. Am Morgen beim Besuch der Blauen Moschee in Istanbul wirkte er steif und nervös. Beim Gottesdienst mit rund 4.000 Gläubigen am späten Nachmittag war er wieder gelöst, lächelte und genoss den Zuspruch der Menge. Dazwischen baute er in der Ökumene Druck auf. Bei einem Treffen mit hochrangigen Kirchenvertretern schlug er für 2033 einen großen Kirchengipfel in Jerusalem vor. 2000 Jahre nach dem Tod Jesu will er große Fortschritte auf dem Weg zur Einheit verwirklicht sehen. Ob er dazu auch den gemeinsame Ostertermin zählt? Sich dafür mit Nachdruck zu engagieren ist ein Thema der gemeinsamen Erklärung, die er am Nachmittag mit dem Ökumenischen Patriarchen Bartholomäus I. unterzeichnete.

Papst Leo XIV. beim Besuch der Blauen Moschee in Istanbul. (Foto: Erbacher)

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Papst: Ärgernis der Spaltung überwinden

Die Rückbesinnung auf die Wurzeln wie das Konzil von Nizäa ist für Papst Leo XIV. ein Schlüssel auf dem Weg zur Einheit der Christen. Bei der 1.700-Jahr-Feier in Iznik erklärte er, der Glaube an den einen Herrn Jesus Christus sei „eine tiefe Verbindung“, die bereits alle Christen vereine. Der Pontifex richtete in seiner Ansprache den Blick über die Ökumene hinaus. „Der Wunsch nach voller Gemeinschaft unter allen, die an Christus glauben, geht immer mit dem Streben nach Geschwisterlichkeit aller Menschen einher“, betonte er. Es gebe eine universale Geschwisterlichkeit unabhängig von Ethnie, Nationalität, Religion und Meinung. Am Morgen hatte der Papst bei einem Besuch der Heilig-Geist-Kathedrale von Istanbul noch einmal an die weit zurückreichenden Wurzeln des Christentums in der Türkei  erinnert.

Gedenken an das Konzil von Nizäa vor 1.700 Jahren. (Foto: Erbacher)

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Papst Leo XIV. als Brückenbauer unterwegs

Dialog, Versöhnung, Frieden – so sieht Papst Leo XIV. den inhaltlichen Rahmen für seine erste Auslandsreise. Das machte er bei seiner ersten Begegnung mit Journalisten im Papstflieger am Donnerstagmorgen auf dem Weg von Rom nach Ankara deutlich. In der türkischen Hauptstadt zeigte sich der Pontifex dann freundlich, aber doch klar. Bei der Begegnung mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Zivilgesellschaft betonte er, dass die Juristen „Teil der türkischen Identität“ seien. Er sprach davon, dass eine Gesellschaft dann lebendig sei, „wenn sie plural ist“ und er betonte, dass gerade in der Türkei, „in der die Religion eine sichtbare Rolle spielt“, es von grundlegender Bedeutung sei, „die Würde und Freiheit aller Kinder Gottes zu achten“. Mancher Beobachter hätte sich gewünscht, dass Leo explizit das Wort Religionsfreiheit ausspricht, wie das Benedikt XVI. etwa bei solchen Anlässen machte. Doch in den vergangenen Monaten wurde schon deutlich, Leo hat seinen eigenen Stil und der ist eher leise, aber deshalb nicht weniger verbindlich.

Papst Franziskus und der türkische Präsident Erdogan heute in Ankara. (Foto: Erbacher)

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