Papst in Mexiko – die Pressekonferenz

Europa, das Zika-Virus, Pädophilie sowie die Familie und der wichtigste Traum von Papst Franziskus waren Themen bei der „fliegenden Pressekonferenz“ auf dem Rückweg von Ciudad Juárez in Mexiko nach Rom. Eine gute Stunde nahm sich das katholische Kirchenoberhaupt Zeit für die Fragen der mitreisenden Journalisten. Die wichtigsten Ergebnisse vorweg: der größte Traum des Papstes wäre eine Reise nach China. Im Kontext des Zika-Virus kann er sich Verhütung zur Verhinderung von Schwangerschaften vorstellen. Abtreibung kommt für ihn nicht in Frage. Das sei ein Verbrechen. Mit Blick auf die aktuelle Krise in Europa findet er den Gedanken einer „Neugründung“ der Europäischen Union interessant und Bischöfen, die pädophile Priester nicht aus dem Verkehr ziehen, sondern versetzen oder versetzt haben, legt er den Rücktritt nahe. Zur aktuellen Debatte in Italien über eine Einführung eines Gesetzes für Lebenspartnerschaften wollte er sich nicht äußern. Das sei Sache der italienischen Bischofskonferenz.

Nach der Pressekonferenz wurde der Päpstliche Reisemarschall Alberto Gasbarri (links neben Papst Franziskus) verabschiedet. Der Italiener hatte über 34 Jahre Papstreisen vorbereitet, lange Jahre als zweiter Mann, seit 2005 offiziell als Reisemarschall. (Quelle: Erbacher)

Nach der Pressekonferenz wurde der Päpstliche Reisemarschall Alberto Gasbarri (links neben Papst Franziskus) verabschiedet. Der Italiener hatte über 34 Jahre Papstreisen vorbereitet, lange Jahre als zweiter Mann, seit 2005 offiziell als Reisemarschall. (Quelle: Erbacher)

Moralisches Problem Zika-Virus

Klar und hart war die Antwort von Papst Franziskus auf die Frage, ob im Kontext des Zika-Virus eine Abtreibung möglich sei unter Anwendung des moralischen Prinzips des „kleineren Übels“. Das Kirchenoberhaupt stellte fest, dass es sich bei der Abtreibung nie um ein „kleineres Übel“ handeln könne, sondern dass sie ein Verbrechen sei. „Einen zu töten, um einen anderen zu retten. Das ist das, was die Mafia macht.“ Es sei ein „absolutes Übel“. Die Abtreibung ist aus Sicht des Papstes zunächst kein theologisches Problem. „Es ist ein menschliches Problem, ein medizinisches Problem. Man tötet eine Person, um im besten Fall eine andere zu retten.“ Das sei gegen den hippokratischen Eid, den die Ärzte ablegen müssen. „Es ist schlecht in sich.“ Anders verhalte es sich bei der Frage nach der Verhinderung einer Schwangerschaft. Verhütung sei in diesem Fall kein „absolutes Übel“. Franziskus verwies auf eine Sonderregelung von Papst Paul VI. Der hatte in den 1960er Jahren Ordensfrauen in Afrika angesichts massiver sexueller Übergriffe ausnahmsweise die Einnahme von Verhütungsmitteln erlaubt.

Italiens Streit um Lebenspartnerschaften

Beim Thema Lebenspartnerschaften vertrete er die Position der Kirche, die bekannt sei, erklärte Franziskus. Er werde sich aber nicht in die Politik eines einzelnen Landes einmischen, lautete seine Antwort auf die Frage eines italienischen Kollegen, der die Meinung des Papstes zur aktuellen Diskussion um einen entsprechenden Gesetzentwurf in Italien wissen wollte. Er habe der italienischen Bischofskonferenz beim ersten Treffen im März 2013 gesagt, dass die italienische Politik deren Aufgabe sei. „Denn der Papst ist für alle da. Er kann sich nicht in die konkrete Innenpolitik eines Landes einmischen. Das ist nicht die Rolle des Papstes.“ Angesprochen auf ein Papier der Glaubenskongregation aus dem Jahr 2003 an katholische Politiker, sagte Franziskus, dass er das Dokument nicht im Detail kenne. Ein katholischer Politiker müsse nach seinem Gewissen entscheiden. Dieses müsse aber „gut gebildet“ sein. Er machte deutlich, dass eine Entscheidung, die aus einer Laune heraus getroffen wird, nichts mit einem „gut gebildeten Gewissen“ zu tun habe. Zum Thema gleichgeschlechtliche Partnerschaften verwies er auf seine Aussage zu Homosexuellen bei der fliegenden Pressekonferenz nach dem Weltjugendtag in Rio de Janeiro im Sommer 2013, die sich mit dem Katholischen Katechismus decke.

Großmutter oder Mutter „Europa“?

Auf Europa angesprochen stellte Franziskus fest, dass er sich jüngst bei den Zeitungsberichten über die Krise des Kontinents gefragt habe, wo denn die „großen Väter“ seien, die nach dem Krieg die Idee der Europäischen Union begründet hätten. „Wo ist ein Schumann? Wo ein Adenauer?“ Ihm gefalle die Idee einer „Neugründung der Europäischen Union“, denn Europa solle nicht Großmutter, sondern Mutter sein, so der Papst. „Denn Europa hat, ich sage nicht allein, eine Kultur, eine Stärke, eine Geschichte, die man nicht aufs Spiel setzen darf. Und wir müssen alles dafür tun, dass die Europäische Union Kraft und Inspiration besitzt.“ Dass er den Karlspreis der Stadt Aachen für Verdienste um Europa annehme, sei der Überzeugungskraft von Kardinal Walter Kasper zu verdanken, so Franziskus. Die Stadt Aachen habe den deutschen Kardinal ausgesucht, um mit ihm zu reden. Normalerweise nehme er keine Auszeichnungen an, so Franziskus. Das sei weniger eine Frage der Demut. „Mir gefallen diese Sachen nicht.“ Er wolle den Karlspreis Europa widmen.

Ukraine und Kyrill

Franziskus stellte sich hinter die Gemeinsame Erklärung mit dem russisch-orthodoxen Patriarchen Kyrill, die die beiden Kirchenführer nach ihrem historischen Treffen auf Kuba unterzeichnet hatten. Er zeigte Verständnis dafür, dass aus der Ukraine kritische Stimmen zu dem entsprechenden Passus über den Konflikt in dem Papier kommen. „Die Ukraine ist in einem Moment des Kriegs, des Leidens, mit vielen Interpretationen.“ Daher sei es verständlich, wenn etwa der griechisch-katholische Großerzbischof von Kiew, Svjatoslav Ševčuk, von Reaktionen der Gläubigen berichte, die enttäuscht seien und sich verraten fühlten. Man könne über diesen Abschnitt diskutieren. Aber es gebe darin die klare Aufforderung, den Krieg zu beenden. Franziskus vermied es strikt, sich auf eine Wertung des Kriegs einzulassen. Vielmehr betonte er seine Neutralität. „Ich habe beide Präsidenten empfangen.“ Doch gerade diese Neutralität sehen die griechischen Katholiken in der Ukraine kritisch. Aus ihrer Sicht müsste der Papst ganz klar auf ihrer Seite stehen und kritisch gegenüber Moskau sein. Franziskus forderte einmal mehr die Einhaltung und Umsetzung des Abkommens von Minsk.

Einzelheiten aus dem Gespräch mit Patriarch Kyrill wollte Franziskus nicht verraten. Über die beiden Statements im Anschluss an das Treffen hinaus, gebe es nichts zu sagen, da das Treffen privat gewesen sei. Die Frage, ob er nach Moskau eingeladen worden sei, beantwortet er damit nicht. Zum panorthodoxen Konzil im Juni werde er eine Botschaft schicken, auch wenn er lieber alle dort persönlich begrüßen würde. Es sollen katholische Beobachter eingeladen werden, so Franziskus.

Wiederverheiratete Geschiedene

Franziskus kündigte an, dass das Nachsynodale Schreiben zur Familiensynode voraussichtlich noch vor Ostern veröffentlicht werden wird. Zum Thema wiederverheiratete Geschiedene erklärte er, dass für ihn das zentrale Wort, „integrieren“ sei. Er erinnerte an das Paar beim Familientreffen im mexikanischen Tuxtla, das in zweiter Ehe zivil verheiratet war, und von seiner aktiven Arbeit in der Pfarrei berichtete. Die beiden hätten in Bezug auf die Kommunion eine „schöne Formulierung“ gewählt, als sie erklärten, dass sie keine eucharistische Kommunion machten, sondern Kommunion, indem sie Besuche im Krankenhaus machten und anderes. Franziskus fügte dann aber hinzu: „Wenn da etwas mehr ist, wird der Herr es ihnen sagen. Es ist ein Weg.“ Er antwortete weder mit „Ja“ noch mit „Nein“, ob wiederverheiratete Geschiedene zur Kommunion gehen dürften. „Das ist die letzte Sache“, erklärte er. Integrieren bedeute nicht, zur Kommunion gehen. „Ich kenne katholische Wiederverheiratete, die ein oder zweimal im Jahr in die Kirche gehen, und sagen: Aber ich will zur Kommunion gehen. Als wäre die Kommunion eine Auszeichnung.“ Es brauche einen Weg der Integration, so der Papst. „Alle Türen sind offen. Aber man kann nicht sagen, ab sofort können sie zur Kommunion gehen.“ Denn es würde nicht diesen Weg der Integration der Betroffenen bedeuten. Er ließ zwar offen, was passiert, wenn ein wiederverheiratetes Paar diesen Weg der Integration ein großes Stück gegangen ist. Aber die Formulierung, „Wenn da etwas mehr ist, dann wird der Herr es ihnen sagen“, könnte auf eine Lösung über das „Forum internum“ im nachsynodalen Schreiben hindeuten.

In dem Papier werde es zudem in einem Kapitel um die Ehevorbereitung gehen, und es soll ein Kapitel über die „Erziehung der Kinder“ geben, denn sie seien die Hauptleidtragenden, wenn es in einer Familie Probleme gebe. Diese müssten noch nicht einmal von den Ehepartnern selbst ausgehen. Sie könnten auch von außen verursacht sein, wenn etwa aufgrund der Arbeitsbedingungen die Eltern kaum oder keine Zeit für die Kinder haben. Bei seinem Treffen mit Vertretern der Arbeitswelt in Ciudad Juárez hatte Franziskus am Vormittag noch gefordert, dass die Arbeitszeiten so gestaltet werden müssten, dass Eltern Zeit haben, mit ihren Kindern zu spielen.

Missbrauch

Auf die Frage eines Kollegen, wie er zum Thema Missbrauch stehe, das in Mexiko gerade durch den Gründer der Legionäre Pater Maciel sehr präsent sei, erklärte Franziskus, dass es Joseph Ratzinger gewesen sei, der eine umfangreiche Untersuchung in seiner Zeit als Präfekt in der Glaubenskongregation zu dem Fall erstellt habe. Aber er habe nicht weiter vorgehen können. Dies stellte Franziskus fest, ohne Namen der Protektoren von Maciel im Pontifikat von Johannes Paul II. zu nennen. Das Kirchenoberhaupt führte dann aus, welche Maßnahmen er ergriffen habe. Dazu gehöre neben der Kinderschutzkommission das neue Tribunal für Rekurse. Darüber hinaus gedenke er bei der Glaubenskongregation den Posten eines „beigeordneten Sekretärs“ zu schaffen, der sich nur um die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle kümmern soll. Die Dinge müssten allerdings überprüft werden, denn so Franziskus, „wir sind ziemlich im Rückstand mit den Fällen, denn es kommen Fälle“.

Deutlich wurde er für die Fälle, in denen Bischöfe pädophile Priester versetzten oder versetzt hätten. In solchen Fällen sollten die betreffenden Bischöfe zurücktreten. Ein Bischof, der einen Missbrauchstäter lediglich in eine andere Pfarrei versetze, zeige, dass er keine Ahnung davon habe, worum es gehe. Missbrauch sei ein „monströses Verbrechen“.

Der Papst und die Frauen

An dem Briefwechsel zwischen Johannes Paul II. und der Philosophin Anna Tymieniecka, der derzeit weltweit für Schlagzeilen sorgt, sieht Franziskus nichts Anrüchiges. Bereits in seiner Zeit als Erzbischof von Buenos Aires habe er davon gewusst. Johannes Paul II. sei ein Mann gewesen, so Franziskus. „Ich würde sagen, dass ein Mann, der nicht fähig ist, eine gute Freundschaftsbeziehung zu einer Frau zu haben, etwas fehlt, ich spreche nicht von Frauenfeinden, die sind krank.“ Franziskus selbst lege Wert auf den Rat von Frauen bei Entscheidungen. Sie schauten anders auf die Dinge. „Wir haben es noch immer nicht verstanden, was eine Frau einem Leben eines Priesters und der Kirche Gutes tun kann im Sinne eines Rates, einer Hilfe, einer gesunden Freundschaft.“

Donald Trump

Angesprochen auf die Äußerungen des US-Präsidentschaftsbewerbers Donald Trump, er wolle im Falle einer erfolgreichen Wahl eine Mauer an der Grenze zu Mexiko bauen und illegale Migranten außer Landes schaffen, erklärte Franziskus: „Eine Person, die nur daran denkt, Mauern zu errichten, egal wo es ist, und nicht Brücken machen will, ist kein Christ. Das steht nicht im Evangelium.“ Allerdings gab der Papst zu bedenken, man müsse erst einmal überprüfen, ob die Aussagen wirklich so getätigt worden sein. Bei der Frage, ob man einen solchen Kandidaten als Katholik wählen könne oder nicht, wolle er sich nicht einmischen, so der Papst.

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Jürgen Erbacher

Seit 2005 berichte ich für die ZDF-Redaktion „Kirche und Leben katholisch“ über die Themen Papst, Vatikan, Theologie und katholische Kirche. Dafür pendle ich regelmäßig zwischen Mainz und Rom - meiner zweiten Heimat. Dort habe ich vor meiner ZDF-Zeit mehrere Jahre gelebt und für Radio Vatikan gearbeitet. Studiert habe ich Politikwissenschaft und Katholische Theologie in Freiburg i.Br. und Rom.

36 Kommentare

  • Alberto Knox
    19.02.2016, 0:57 Uhr.

    „Deutlich wurde er für die Fälle, in denen Bischöfe pädophile Priester versetzten oder versetzt hätten. In solchen Fällen sollten die betreffenden Bischöfe zurücktreten. Ein Bischof, der einen Missbrauchstäter lediglich in eine andere Pfarrei versetze, zeige, dass er keine Ahnung davon habe, worum es gehe. Missbrauch sei ein „monströses Verbrechen“.“

    nunja, das trifft ja nun auch für den erzbischof von münchen und freising, nämlich joseph ratzinger zu. aber der ist ja schon zurückgetreten. gottseidank.

    • Bluebeardy
      19.02.2016, 19:02 Uhr.

      Nun, ich wäre nicht sofort in die oberste Verwaltungsstufe eingestiegen : was passiert denn dann mit den Bischöfen, die mittlerweile Kardinäle sind?

      Aktuell geht es ja um den Herrn Pell aus Australien – und irgendwie kommt mir plötzlich das Wort „Regensburg“ in den Sinn 😉

      Spaß beiseite: solange keine entsprechenden Canones im CIC auftauchen, halte ich, als Überlebender ,das Pressegespräch für das übliche PR-Narrativ ohne action.

      Was meinte der Papst eigentlich mit:“Lastly, I want to say that it’s [abuse is] a monstrosity, because a priest is consecrated to help a child come to God, and he eats him like in an ideological sacrifice, destroying him.“

      • Jürgen Erbacher
        Jürgen Erbacher
        23.02.2016, 9:11 Uhr.

        In der offiziellen deutschen Übersetzung heißt es dazu: „Ich möchte abschließend sagen, dass es eine Scheußlichkeit ist, denn ein Priester ist geweiht, um ein Kind zu Gott zu führen, und dort wird es in einem teuflischen Opfer ‚verzehrt‘ und zerstört.“ Er wollte mit drastischen Worten ausdrücken, welch schwere Tat ein Missbrauch von Minderjährigen durch Kleriker darstellt.

    • Wrightflyer
      20.02.2016, 10:28 Uhr.

      Nicht nur der hat solche Sünden begangen.
      Daß jemand bestimmtes, ich will keinen Namen nennen, in höchster Position anscheinend massenhaft pädophile Säue schützen ließ, dafür hat er die Quittung von Gott ganz sicher schon bekommen.

      Es ist schon ein sehr merkwürdiges Kirchenbild, wenn einerseits klerikale Kinderschänder protegiert werden, andererseits anständige Reformkräfte ständig kleingehalten und mundtot gemacht werden.

      „Ein Bischof, der einen Missbrauchstäter lediglich in eine andere Pfarrei versetze, zeige, dass er keine Ahnung davon habe, worum es gehe. Missbrauch sei ein „monströses Verbrechen“.“
      Das gibt/gab es allerdings nicht nur in Kirchenkreisen!
      Niemand hat sich z.B. etwas dabei gedacht als der damals bekannte Schauspieler Klaus Kinski sich praktisch offen in der Talkshow als Pädophiler geoutet hat. Und dann noch der Sumpf bei den Grünen, wo damals keiner nachhaken wollte. Und ich habe das schon ein paarmal erzählt: Ich hatte eine Lateinlehrerin die hat uns einmal erzählt: „Im alten Griechenland war die Knabenliebe in Mode!“ (Nein, das war NICHT ironisch gemeint!! Diese Lehrerin neigte nicht im geringsten zur Ironie.) Ich habe es mir gemerkt weil ich den altjüngferlichen Tonfall damals lustig fand, aber aus heutiger sicht frage ich mich auch ob die Frau eigentlich mal kapiert hat, WAS sie uns da erzählte.

  • Wanda
    19.02.2016, 15:59 Uhr.

    Seine Feststellung, der betreffenden Bischof der Missbrauchstäter deckt (oder schont) müsse zurücktreten, gilt die auch für den seinerzeitigen Bischof von Rom in Gestalt des heiligen JPII ? Und auch für Kardinal Ratzinger, der ja dann als Papst Benedikt ebenfalls Bischof von Rom war ? Diese beiden haben Marcial Maciel jahrelang gedeckt und nichts unternommen. Wie ernst also meint Franziskus das was er da gesagt hat ? Er wird daran gemessen werden.
    – Jedenfalls erzielt er mit seinen Pressekonferenzen über den Wolken (und so nah an seinem Arbeitgeber) immer gehörige Aufmerksamkeit. Erwähnenswert der Artikel in der FAZ von heute mit der Überschrift „Papst Franziskus ausser Kontrolle“…

  • Wrightflyer
    19.02.2016, 22:50 Uhr.

    Thema Abtreibung:
    Bin neulich drauf gestoßen daß Känguruhs als ganz junge 2,5 cm lange Embryonen vom Ausgang der Vagina über den Körper der Mutter in den Beutel krabbeln. Völlig selbständig. Wer sich das mal vor Augen führt, der kann Abtreibungen nicht befürworten. Weder beim Känguruh noch beim Mensch.

    Aber ich bin sehr SEHR froh, daß Franziskus vom totalen Verhütungsverbot abrückt. Es darf eben nur nicht auf Zika beschränkt sein. Kaum etwas hat in der rk-Kirche schlimmeren Schaden angerichtet. Die Öffentlichkeit hat ein Bild vom Christentum in dem es hauptsächlich um solche Sexualfragen geht, meistens im Sinn von Verbot und schlechtes Gewissen und Sünde, aber nicht um die Liebe Gottes, Vergebung, Menschenwürde und Achtung vor der Schöpfung.

    „Zum Thema gleichgeschlechtliche Partnerschaften verwies er auf seine Aussage zu Homosexuellen bei der fliegenden Pressekonferenz nach dem Weltjugendtag in Rio de Janeiro im Sommer 2013, die sich mit dem Katholischen Katechismus decke.“
    Und ich verweise darauf, daß er bei seiner Reise in die USA einen schwulen Freund umarmt hat, der mit seinem Lebenspartner da war. 😉

    „Auf Europa angesprochen stellte Franziskus fest, dass er sich jüngst bei den Zeitungsberichten über die Krise des Kontinents gefragt habe, wo denn die „großen Väter“ seien, die nach dem Krieg die Idee der Europäischen Union begründet hätten.“
    Vielleicht liegt der Hund teilweise darin begraben, daß es nur Väter waren. Ein paar Mütter hätten vielleicht mehr Stabilität und Nachhaltigkeit hineingebracht.
    Oder ist es etwa im Italienischen genaus wie im Spanischen, wo „padres“ für die Eltern allgemein steht? Aber auch da bleibt umtern Strich das Problem, daß Europa wenig Mütter hat.
    Tatsache ist aber auch, daß die Werte die auf dem Papier stehen, Freiheit, Gleichheit vor dem Gesetz usw. und die innerhalb Europas in weiten Teilen auch gelebt werden, und das was außerhalb der Grenzen Europas real gelebt wird, zwei völlig verschiedene Dinge sind. Da haben wir einmal die Kolonialzeit. Interessant daß mit die schlimmsten Schlächter die Belgier unter König Leopold waren, aber grundsätzlich hat sich keine Kolonialmacht irgendwie mit humanistischem Ruhm bekleckert. Und dann haben wir den Kalten Krieg: Vietnam, Angola, Lateinamerika und nicht zuletzt Afghanistan können Opern davon singen. Und heute haben wir Freihandelsabkommen zu Lasten armer Länder.

    „Normalerweise nehme er keine Auszeichnungen an, so Franziskus. Das sei weniger eine Frage der Demut. „Mir gefallen diese Sachen nicht.““
    Da sind wir schon zwei. Mag jemand meine beiden THW-Medallien haben?
    Ich bin schon sehr froh daß ich der Diplomierungsfeier entkam weil xdie FH für uns letzte Diplomer keine machen wollte.

    „Dass er den Karlspreis der Stadt Aachen für Verdienste um Europa annehme, sei der Überzeugungskraft von Kardinal Walter Kasper zu verdanken, so Franziskus“
    😀 Hehe, ich stelle mir das lebhaft vor: „JAAAA, Walter, schon GUUUUT, Walter! Ich nehm das Ding ja schon, verdammt… :roll:

    „Es brauche einen Weg der Integration, so der Papst.“
    Das gilt allerdings nicht nur für WvG! Da gibt es noch genug andere!

    „Bei seinem Treffen mit Vertretern der Arbeitswelt in Ciudad Juárez hatte Franziskus am Vormittag noch gefordert, dass die Arbeitszeiten so gestaltet werden müssten, dass Eltern Zeit haben, mit ihren Kindern zu spielen.“
    Und zwar nicht nur die Mütter sondern auch die Väter!

    „Dies stellte Franziskus fest, ohne Namen der Protektoren von Maciel im Pontifikat von Johannes Paul II. zu nennen.“
    Braucht er auch nicht. Der Name hängt groß und breit in der Luft.

    „Darüber hinaus gedenke er bei der Glaubenskongregation den Posten eines „beigeordneten Sekretärs“ zu schaffen, der sich nur um die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle kümmern soll.“
    Da wird einer nicht reichen.

    „Der Papst und die Frauen
    An dem Briefwechsel zwischen Johannes Paul II. und der Philosophin Anna Tymieniecka,…“
    Was mich daran so maßlos enttäuscht:
    Da HATTE er eine gute Bekannte/enge Freundin/platonische Liebe/wasauchimmer und trotzdem war er in Bezug auf Frauen… was er eben war. Frauen hatten keusche, ergebene, stille, gehorsame Mütter zu sein, basta!

    „„Eine Person, die nur daran denkt, Mauern zu errichten, egal wo es ist, und nicht Brücken machen will, ist kein Christ. Das steht nicht im Evangelium.““
    Heutzutage kann man auch den Tod hunderter wehrloser Menschen befürworten und sich Christ nennen. Man kann ein widerlicher Kapitalist sein und viele Tonnen Nahrungsmittel an der Börse verwetten und sich trotzdem Christ nennen. Hauptsache über irgendetwas sexuelles moralisieren.

    „Erstmals war ein Dreamliner Shepherd One“
    :-) Und? Wie flog es sich im Kohlefaserrumpf?
    Übrigens, die gute alte 707 ist inzwischen komplett ausgemustert. Jedenfalls in der zivilen Luftfahrt. Tja, irgendwann sind Oldtimer halt Oldtimer, aber eine Verneigung hat das gute Stück schon verdient!

  • Wrightflyer
    21.02.2016, 10:26 Uhr.

    Übrigens, mal ein Pressequerschnitt:

    Auf Radio Vatikan haben die den Abschnitt über Verhütung komplett unterschlagen. Das ist schon ein mehr als deutliches Signal, daß dieser durchaus etwas bedeutet.

    FAZ und Zeit erklären in großen Kommentaren Franziskus für nicht mehr ganz zurechnungsfähig.
    Und ich grinse breit. KLAR, daß der FAZ, die bekanntlich für die sogenannten „besseren Kreise“ schreibt, und die gemeinsam mit der BLÖD damals gegen Griechen und Lokführer (Arbeitnehmern mit hoher Verantwortung denen nach 10 Jahren Dienst etwa 1000 € netto monatlich bleiben) eine regelrechte Lynchstimmung erzeugt hat, die einen oder anderen Äußerungen von Franziskus nicht in die Agenda passen. SEHR schön wenn das Hetzblatt der „besseren Kreise“ nervös wird. Treffer, versenkt!

    Und zum Trumpelstilzchen:
    Ich denke schon länger daß wir wieder eine klare Definition brauchen, was eigentlich ein Christ ist. Ich halte ansolut garnichts davon wenn in reaktionären Kreisen einerseits eine Hysterie gegen die menschliche Sexualität herrscht, andererseits so ein Wischiwaschilarifarilaissezfaire wo alles was sich nicht um Sexualität dreht erlaubt sein soll, auch Waffenhandel, Beihilfe zum Genozid, Umweltzerstörung, Ausbeutung von Arbeitnehmern, Nahrungsmittel auf der Börse verwetten ect.
    Christus hat in einer gesellschaftlichen Situation wo der Mann die Frau Knall auf Fall wegen jeder Kleinigkeit vor die Tür setzen konnte und die Frau keinerlei Rechte hatte, den Männern die Scheidung verboten und er war den damaligen Familienstrukturen gegenüber sehr kritisch eingestellt, aber bis auf Ehebruch hat er kein Urteil und kein Verbot zur menschlichen Sexualität gesprochen. Weder gibt es ein vorgeschriebenes Hochzeitsritual für ein Liebespaar noch gibt es ein vorgeschriebenes Familienbild, wer Hauptverdiener ist, wieviele Kinder, wie der Haushalt auszusehen hat ect. Auch eine Passage aus dem Levitikus rechtfertigt keine Diskriminierung, denn im Levitikus steht VIEL an das wir vom Neuen Bund uns heute nicht mehr halten. Welches Recht haben wir, uns da eine Rosine herauszupicken?
    Andererseits wissen wir alle, daß Christus kein Wischiwaschilarifarilaissezfairewohlfühllaberonkel ist. Immer wieder hat er Heuchler, Doppelmoralisten, verantwortungslose Machthaber, kurz: Alle moralisch verrotteten gegeißelt und von der Gemeinschaft mit ihm ausgeschlossen. Einem Christen ist also NICHT alles erlaubt. Es gibt absolut bindende moralische Standarts für Christen, und wer 11 Millionen Menschen deportieren will, ist von denen weit entfernt. Ebenso all jene die meinen daß es legitim wäre, hunderte unschuldige Syrer umzubringen um vielleicht ein paar böse IS-Jungs zu erwischen. Auch die Zerstörung eines Christendorfes rechtfertigt das nicht, denn die Mehrheit der syrischen Bevölkerung hat dieses Christendorf NICHT zerstört. Eine Rachsucht die hinter das AT zurückfällt, wo es bekanntlich heißt „Auge um Auge“ und nicht „ein ganzes Stadtviertel für ein Auge“, ist für einen Christen also ein absolutes No-Go.

    „Normalerweise nehme er keine Auszeichnungen an, so Franziskus. Das sei weniger eine Frage der Demut. „Mir gefallen diese Sachen nicht.““
    Willkommen im Club! Gestern einen Brief aufgemacht: Der Oberbürgermeister gibt einen Empfang für alle fleißigen Blutspender mit Auszeichnung für die soundsovielste Spende und ich mag auch nicht hin.

  • Erika Kerstner
    21.02.2016, 12:02 Uhr.

    Im Artikel steht: „Dazu gehöre neben der Kinderschutzkommission das neue Tribunal für Rekurse. Darüber hinaus gedenke er bei der Glaubenskongregation den Posten eines „beigeordneten Sekretärs“ zu schaffen, der sich nur um die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle kümmern soll. Die Dinge müssten allerdings überprüft werden, denn so Franziskus, „wir sind ziemlich im Rückstand mit den Fällen, denn es kommen Fälle“.“

    Gibt es über den Posten eines „beigeordneten Sekretärs“, der sich nur um die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle kümmern soll, mehr Informationen?
    Mir sind bislang folgende vatikan. Gremien bekannt, die sich mit Missbrauch beschäftigen:

    1. das päpstliche Kinderschutzzentrum (auch Kinderschutzkommission genannt), das den Papst berät
    2. das katholische Kinderschutzzentrum der Päpstlichen Universität Gregoriana, das weltweit Bischöfe und kirchl. Mitarbeiter schult und für Prävention zuständig ist.
    3. Eine Instanz innerhalb der Glaubenskongregation, die sich mit „Einsprüchen von Bischöfen in Missbrauchsfällen“ befassen soll und unter Vorsitz des argentinischen Erzbischofs Jose Luis Mollaghan von Rosario stehen soll – nach anderer Quelle unter Vorsitz von Scicluna.

    Was ist von der Instanz, die sich nur um die „Aufarbeitung der Missbrauchsfälle“ kümmern soll, bislang bekannt? Welche Aufgabe hätte sie? Würde diese Instanz auch Zahlen von Tätern und Opfern veröffentlichen? Und würde sie sich um die Opfer kümmern?

  • bernardo
    21.02.2016, 12:10 Uhr.

    Zitat: „Oder ist es etwa im Italienischen genaus wie im Spanischen, wo „padres“ für die Eltern allgemein steht?“

    Nein, „genitori“ sind im Italienischen für Eltern. Man spricht aber von „Padri d’Europa“, weil Schuman, Monet, Adenauer, de Gasperi, Spinelli, Hallstein usw. allesamt Männer waren.

    • Wrightflyer
      22.02.2016, 22:28 Uhr.

      Eben das halte ich für ein Problem: Daß das heutige Europa nach rein männlichen Vorstellungen geformt wurde und keine weibliche Sicht der Dinge enthält.
      Sicher, wir haben viele Gleichstellungsparagraphen errungen, aber es ist letztendlich doch eine große Schwäche, daß ins politische Gebilde Europa keine weibliche Schöpferkraft einging.

  • bernardo
    21.02.2016, 12:15 Uhr.

    Zitat: „Angesprochen auf die Äußerungen des US-Präsidentschaftsbewerbers Donald Trump, er wolle im Falle einer erfolgreichen Wahl eine Mauer an der Grenze zu Mexiko bauen und illegale Migranten außer Landes schaffen, erklärte Franziskus: „Eine Person, die nur daran denkt, Mauern zu errichten, egal wo es ist, und nicht Brücken machen will, ist kein Christ. Das steht nicht im Evangelium.“

    Das war ein dreifacher Fehler:
    1. Der Papst sollte nicht darüber befinden, wer ein Christ ist und wer nicht. Im Prinzip steht das keinem Menschen zu, nicht einmal dem Papst.
    2. Der Papst sollte sich aus den politischen Debatten raushalten. Übrigens: Vieles von dem, was der Papst sagt, ist auch populistisch. Und manches ist, wenn man es mit der hohen Intellektualität eines Joseph Ratzinger vergleicht, platitütenhaft („Brücken statt Mauern“).
    3. Es hat Donald Trump nicht geschadet, sondern vermutlich sogar genutzt, wenn man sich die Ergebnisse in SC und Nevada ansieht.

    • Silberdistel
      22.02.2016, 20:35 Uhr.

      bernardo
      21.02. 12:15 h
      Zu 1.) Unser Religionsstifter wurde nunmal in einem Stall unter Tieren geboren, weil Er und seine Familie keine Aufnahme unter den Menschen fand. Er, sein Wegbereiter Johannes der Täufer, sowie die ersten Christen und zu viele nach Ihnen, litten unter Verfolgung. Warum sollte ein Papst diese historische Basis durch Schweigen geradezu verleugnen wenn das globale Weltgeschehen von Flucht, Vertreibung, Not, Tod, geprägt wird?
      Zu 2.) Die Außenpolitik der USA ist nach dem WK II schlichtweg katastrophal bis diabolisch, – in Geschichtsbüchern nachzulesen (Gut, andere der Weltherrscher waren auch nicht viel besser, aber der „Weltpolizist“ dreht wohl selbst gerne krumme Dinger). Bushgetrommel hat der Welt noch nicht genügt, jetzt will ein ausgewiesener Wrestlingfan im Porzellanladen der Welt herumtrumpeln und zwar mit Anlauf. „Principiis obsta“, den Anfängen zu wehren (Gal. 5,16-26), gehört schlichtweg zu den Aufgaben des Papstes.
      Kaum vorstellbar wenn Jesus Christus oder Johannes der Täufer sich damals „intellektuell hochtrabend“ geäußert hätten… – Wahrscheinlich wären beide schon sehr viel früher ermordet worden (Vorsicht: Schwarzer Humor!). Die Bildersprache hat eben auch was für sich, nämlich Anschaulichkeit.
      Zu 3.) Ist das hinlänglich belegbar oder nicht eher der Tatsache geschuldet, das die Landbevölkerung der USA eigentlich noch nie wirklich etwas mit Fremden am Hut hatte?

    • Wrightflyer
      22.02.2016, 22:12 Uhr.

      Zu 3.:
      Das erschreckende ist, daß bei den Republikanern das Trumpelstilzchen das geringere Übel ist. Es gibt da nämlich noch diesen Ted Cruz.
      Wenn einem ein Bush schon sympathisch wird, ist eindeutig Alarm.

      Zu 2.:
      So manches was Ratzinger vom Stapel gelassen hat verrät keine „hohe Intellektualität“ sondern ein sehr schlechtes Einfühlungsvermögen. Er mag manches gut gemeint haben, aber weder konnte er das vernünftig kommunizieren, noch hat er verstanden was die Welt außerhalb der Vatikanmauern ihm sagen wollte.
      Z.B. der Hammer, Kondome „für männliche Prostituierte“ zu erlauben. Ich glaube nicht daß er allen Frauen böswillig ins Gesicht schlagen wollte, aber es WAR ein Schlag ins Gesicht für alle Frauen. Zum einen ist die überwiegende Mehrheit aller Prostituierten weiblich, zum anderen besteht das höchste Ansteckungsrisiko für HIV für die Frau bei vaginalem Geschlechtsverkehr. Man braucht keine Prostituierte zu sein um das als Beleidigung zu empfinden, Frau sein reicht!
      Franziskus dagegen HAT Einfühlungsvermögen. Und zwar eine Menge davon. Und einen glasklaren Realitätssinn. Er WEIß, daß er der Mehrheit der Menschen nicht mit theologischen Sprachschnörkeln kommen kann. Nicht weil die Mehrheit der Menschen dumm wäre, sondern weil die Mehrheit der Menschen andere Sorgen hat als irgendwelche hochtheologischen Fantasiegebäude zu bewundern. Die meisten Menschen haben genug Kampf und Mühe in ihrem Alltag und müssen sich auf ganz anderen Gebieten beweisen. Viele kämpfen ums nackte Überleben.
      Ich habe noch nie über Äußerungen von Ratzinger an einem ganz normalen Tag in der Straßenbahn diskutieren hören. Über Äußerungen von Franziskus ist mir das dagegen schon begegnet.
      Fragen Sie mich ruhig etwas über Verfahrenstechnik, was ich studiert habe, oder Maschinenbau, wo ich wenigstens das Grundstudium gemacht habe bevor ich zur Verfahrenstechnik gewechselt habe! Ich habe zwei Dinge zur Auswahl: Ich kann meine alten Lehrbücher und Vorlesungsskripte abschreiben, dann klingt das wunderschön hochgestochen und nicht sonderlich verständlich für Personen die keine Übung darin haben, ist aber noch lange kein Beweis daß ich es selbst verstanden habe. Ich könnte es aber auch so erklären, daß Sie es verstehen. Letzteres klingt dann ziemlich einfach, ist aber ein ganz eindeutiger Beweis, daß ich das alles verstanden habe!

      Zu 1.:
      Ein Christ kann römisch-katholisch, altkatholisch, lutheranisch, methodistisch, baptistisch, anglikanisch, evangelikal, russisch-orthodox, griechisch-orthodox, serbisch-orthodox oder Pfingstler sein. Er kann an die Realpräsenz Jesu in der Eucharistie glauben oder nicht. Er kann ans Priesteramt glauben oder nicht. Er kann mit dem Sex bis zur Ehe warten oder er kann vor der Ehe mehrere sexuelle Erfahrungen gesammelt haben. Er kann hetero- oder homosexuell sein. Er kann Fleischesser oder Veganer sein. Er kann weiß, schwarz, Indio, Chinese, Aboriginal oder Südpazifikinsulaner sein. Christus hat an seinem Tisch Platz für die ganze menschliche Vielfalt.
      KEINEN Platz dagegen hat er für verdorbene Personen, für Heuchler und Doppelmoralisten, für solche die mit menschlichem Leben oder mit dem Leben an sich respektlos umgehen. Man kann nicht Christ sein und 11 Millionen Menschen in eine ungewisse Zukunft deportieren wollen! Man kann nicht Christ sein und eine unbewaffnete Zivilbevölkerung mit Bomben massakrieren! Man kann nicht Christ sein und Waffen verkaufen! Man kann nicht Christ sein und den Staat um Millionen Euro betrügen! Nein,[…]* einem Christ ist NICHT alles erlaubt! Mit solch einem Wischiwaschilaissezfaire löst sich das Christentum letztendlich in der eigenen Doppelmoral auf! Da braucht es einen dann auch nicht zu wundern wenn Menschen die sich nach einem Glauben sehnen der sich selbst ernst nimmt, äh… woanderst hingehen.
      * editiert wegen Verstoßes gegen die Netiquette

      • Wrightflyer
        25.02.2016, 21:45 Uhr.

        Ich habe übrigens die Namen verwechselt. Ich meine Marco Rubio, entschuldigung.

        • bernardo
          27.02.2016, 10:44 Uhr.

          Cruz ist sicher schlimmer als Rubio, aber beide sind unwählbar. Trump halte ich für das geringste Übel unter den Kandidaten. Vor allem aber würde ich mir nicht vom Papst (oder sonst jemandem) auch nur indirekt sagen lassen, wen ich zu wählen habe. Ich denke, viele Amerikaner „ticken“ ähnlich.

      • SuNuraxi
        26.02.2016, 0:08 Uhr.

        Wrightflyer, 22.02.2016, 22:12
        Auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole: Die menschliche Anatomie ist halt so, dass sich nur ein Mann den Gummi überziehen kann, folglich auch nur DER Prostituierte und nicht DIE Prostituierte.

    • Silvia
      23.02.2016, 11:29 Uhr.

      bernardo
      21.02.2016, 12:15 Uhr.

      Das Ärgerliche an der Demokratie scheint zu sein, dass sie nur so lange taugt, wie die Mehrheit des Volkes so wählt, wie Politiker, Kirchenleute, Vertreter der offiziellen Medien usw. dem Volk einreden, wen es zu wählen hat.

      Weicht, wie in Polen, eine erst kürzlich demokratisch vom Volk gewählte Regierung vom offiziell als richtig propagiertem Kurs ab, schaltet sich sogar die EU ein.

      Dann ist die demokratisch gerade erst gewählte Regierung plötzlich ganz „böse“, ein von der Mehrheit favorisierter US – Präsidentschaftskandidat kein Christ usw.

      Und in Deutschland bekämpfen Politiker mit aller Macht eine als Konkurrenz um Wählerstimmen empfundene demokratische Partei, die offenbar von nicht wenigen Bürgern tatsächlich als Alternative empfunden wird.

      • Wrightflyer
        25.02.2016, 21:30 Uhr.

        Die polnische Partei PiS erhielt gerade mal 37,6 % der Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 50,92 %. Ingsgesamt haben also 19,15% der wahlberechtigten Polen für PiS gestimmt.
        Ob es also im Sinn der Mehrheit der polnischen Bevölkerung ist, mal eben die polnische demokratische Verfassung abzuschaffen, darf mit Recht bezweifelt werden.

        • Silvia
          26.02.2016, 20:54 Uhr.

          Also bei einer Wahlbeteiligung von 50,92 Prozent und 37,60 Prozent für die jetzige Regierungspartei komme ich zu dem Ergebnis, dass nur 12,32 Prozent der WÄHLER eine andere Partei als die gegenwärtige Regierungspartei gewählt haben.

          Die restlichen 49,08 Prozent der Bevölkerung haben überhaupt NICHT gewählt.

        • Wanda
          27.02.2016, 17:18 Uhr.

          – Realistisch betrachtet kann man nur eines ganz sicher sagen: tatsächlich war es den 49 Prozent der polnischen Nichtwähler schlichtweg egal was die 37.6 % pro-PiS der zur Urne gegangenen Wähler für ihr Land in der Konsequenzen bedeutet. Und damit nahmen sie selbstverständlich das ganz offen und dezidiert angekündigte Programm der PiS in Kauf, welches eben auch gewisse „Veränderungen“ bei den Medien und Judikative ankündigte.
          Insofern sind Ihre Schlussfolgerungen, was der polnische Wähler wirklich will, Ihre ganz persönliche Spekulation…

      • Wrightflyer
        25.02.2016, 21:44 Uhr.

        Und was die Frage angeht, ob denn alle Politiker die sich für Christen halten tatsächlich welche sind:

        Man muss natürlich nicht unbedingt einen Christen wählen. Einer der besten Präsidenten die Lateinamerika je hatte, nämlich der von Uruguay, ist bekennender Atheist und wäre ich US-Staatsbürgerin würde ich Bernie Sanders wählen, der ist Jude.
        Aber man darf und muss sich die Frage stellen, ob jemand der für ein mit sehr viel Macht verbundenes Amt kandidiert und sich „Christ“ nennt, tatsächlich das Evangelium ernst nimmt oder eine solch menschenverachtende, kaltherzige und gewalttätige Politik verfolgt, daß das ganze „christliche“ zur Farce wird.

  • Alberto Knox
    22.02.2016, 13:58 Uhr.

    ich frage mich immer, worin die lediglich behauptete, aber keineswegs evidente intellektualität von ratzinger bestanden haben soll…

  • Wrightflyer
    22.02.2016, 22:22 Uhr.

    Mein Respekt vor Franziskus wird immer größer!
    Den Nachrichten ist zu entnehmen, daß Assad jetzt doch zu einem Waffenstillstand bereit sein soll. Nachdem er sich noch vor kurzem über den Westen lustig gemacht hat. Dahinter kann nur seine Schutzmacht stecken, also Moskau. Ist noch nicht lange her, da wollte Moskau Assad noch zurück an die Macht bomben. Assads Einlenken geschieht nicht einmal eine Woche nach dem Treffen zwischen Franziskus und Kyrill. Welcher bekanntlich großen Einfluss im Kreml hat.

    • Wanda
      25.02.2016, 13:45 Uhr.

      – absolutes irrales Wunschdenken anzunehmen, dass Franziskus über seinen „Freund“ Kyrill Putin´s Entscheidung beeinflussen könnte. Putin lässt sich von Niemandem dreinreden.
      Und er hat auch nicht plötzlich seine orthodoxe Christlichkeit entdeckt. Als Politiker, der noch durch die kommunistische Kaderschmiede gegangen ist, weiss er nur sehr clever die unauslöschbar tiefe Religiösität des russischen Volkes über Kyrill für sich und Mütterchen Russland auszunutzen.

      • Wrightflyer
        25.02.2016, 21:20 Uhr.

        Putin hat nicht „plötzlich“ seine orthodoxe Christlichkeit entdeckt, er macht schon seit Jahren einen auf (pseudo)christlich.
        Und schon ziemlich lange sind der russisch-orthodoxe Klerus und der Kreml ein allerliebstes Kuschelpaar. Das ist bekannt wenn man ein Minimum an Ahnung von Russland hat.

        • Wanda
          26.02.2016, 14:22 Uhr.

          – Schlichtweg, Franziskus kann mit Kyrill reden was er will. Das jedoch als Ursache anzunehmen, Putin habe auf deswegen Assad eingewirkt, ist prächtige Phantasie…

  • Wanda
    23.02.2016, 18:51 Uhr.

    – wenn der Papst als Oberhaupt der grössten christlichen Konfession (und des Vatikanstaates) politische Kritik übt, Freiheit, Demokratie und Achtung der Menschenrechte von den Regierungen dieser Welt einfordert, welche seine Kirche aber selbst in keiner Weise erfüllt, dann ist das doch mehr als nur unglaubwürdig. Sich dann aber noch trotzdem als moralische Autorität der „profanen Welt“ gegenüber aufzuführen, ist nicht nur anmassend und arrogant sondern auch heuchlerisch.
    Was ist denn ernsthaft von diesen ständigen Forderungen der Päpste zu halten, wenn im eigenen Hause genau das Gegenteil der Fall ist:
    – die röm-kath. Kirche erlaubt ihrem Fussvolk nicht, wirklichen Einfluss zu nehmen und mitzugestalten (vom Wahlrecht ganz zu scweigen), obwohl es oft salbadernd als der Leib und die Glieder Christi bezeichnet wird…
    – die Wahl der Chargen, von der Gemeinde bis in die höchsten geistlichen und weltlichen Ämter, macht der Klerus unter sich aus…
    – das Oberhaupt (weltlich und geistlich in Personalunion) wird vom einem elitären obersten Zirkel gewählt…
    – Vorgänge des weltlichen, also staatlichen Teiles dieser Kirche werden undurchsichtig und exklusiv abgewickelt. Es gibt keine unabhängige und neutrale Kontrolle von „unten her“…
    – Regeln, Erlasse und Entscheidungen werden ohne Mitwirkung „per dedazo“ (beliebte autokratische Anordnung in Diktaturen) gültig…
    Deshalb hat die Kirche ein Glaubwürdigkeitsproblem. Sie selbst lebt nicht das vor, was ihre Religion den Menschen abverlangt.
    Und so bleiben denn auch vom Mexico-Besuch Franziskus´ nur Worte, die nicht ernst genommen werden. Die Menschen sind heute nicht klüger als vordem, aber besser informiert. Ein Fakt, sie lassen sich nichts mehr vormachen.
    Glaubwürdigkeit erwächst nur aus dem Vorbild. Und dazu ist die Kirche, präzise der oberste Klüngel, nicht bereit…
    – Nur am Rande: Lamentieren über die Armut in der Welt, doch das Bistum Köln bei einem zwar leichten Wachstum seines 3.6 Mrd. Euro Vermögen beklagt trotzdem mit Krokodilstränen für 2015 eine rote Jahresbilanz…
    Das (reichste) Bistum Paderborn verfügt sogar über 4 Milliarden Euro…
    Bei diesem moralischen und ethischen Anspruch der Kirche, welchem hehren Zweck wird dieses Geld denn zugeführt ?

    • Silberdistel
      25.02.2016, 11:01 Uhr.

      Wanda, 23.02., 18:51 h
      Eine (leider) völlig zutreffende Analyse.
      Die Mehrzahl der „Würdenträger“ in Rom halten immer noch an am feudalistischen System fest, das sie in erster Linie selbst privilegiert. Diese, im Grunde genommen Unfähigkeit Gottes Wille in Jesus Christus zu erkennen und Gott sowie den Menschen wahrhaftig zu dienen, ist nicht nur fernab von „evangelli gaudium“, sondern stellt ein Scheffel dar der über das ´Licht der Welt´ gestülpt ist (In Anlehnung an Matth. 5, 14-15).
      Nicht nur am Rande: Das in der Kirche mit Geld (Mammon) so umgegangen wird, wie umgegangen wird, passt dazu wie die Faust auf´s Auge: Man hortet nicht nur immens auf teilweise versteckten Konten und Portfolios, es wird nicht nur mit Milliardenbeträgen an Kapitalmärkten in allen 5 Risikoklassen spekuliert; man schämt sich auch nicht für die Unterbringung von Flüchtlingen die Miete vom Staat wieder einzufordern, trotz des unbestrittenen Reichtums.
      Die Kleriker sollten sich fragen, man sollte vor allem die gläubige Gemeinde viel mehr im Rahmen einer Basisdemokratie fragen – wenn sie es denn nicht schon aus dem Evangelium erfahren – ob diese solches Verhalten ihrer Kirche denn tatsächlich gutheißen oder eher missbilligen. Fragebogenaktionen beispielsweise sind ja jetzt auch nicht mehr ganz unbekannt.

      • Wanda
        26.02.2016, 1:43 Uhr.

        – Frage mich warum eigentlich die röm-kath. Konfession nicht zur Praxis der Urkirche zurückkehrt ?
        Damals hatte sie erwiesenermassen ihre grösste Anziehungskraft, weil sie glaubwürdig agierte und das machte ja auch ihren gesellschaftübergreifenden Erfolg erst möglich. Jedes Mitglied und alle Anhänger wurden auch ohne Priestertum (für Jesus ein Graus) und Hierarchie einbezogen. „Nur einer ist Euer Vater und der ist im Himmel. Ihr alle aber seid (untereinander nur) Brüder“.
        Christliches Verhalten stand im Vordergrund. Künstliche Regeln und Dogmen, das spätere Kopieren des sich im Niedergang befindenen römischen Imperiums und seiner Cäsaren war noch weit weg. Und die lächerlichen und fatalen Diskussionen um des lieben Gottes Bart und sektiererische Haarspaltereien ebenfalls.
        Es ging schlichtweg human (brüderlich/schwesterlich) zu. In dem Moment, wo man aus durchsichtigen Gründen eine organisatorisch hierarchische Form anstrebte und die Idee des Nazareners folglich in den Hintergrund trat, war´s vorbei: die abgehobene Amtskirche trat anstelle der (ein schönes Wort) Gemeinde, in der sich alle wiederfanden…

        • Silberdistel
          27.02.2016, 11:32 Uhr.

          Wanda 26.02., 1:43 h
          Auch sie lassen sich als hier ausgewiesener Atheist von „evangelii gaudium“ begeistern, was aber kein Wunder ist. Der Kern der göttlichen Erfolgsbotschaft, die Jesus Christus besonders deutlich überbracht hat, findet weltumspannend viele Anhänger und ist die mainmessage praktisch aller bedeutenden Religionen.
          Warum die Umsetzung in der Lebenspraxis der Kirche nur so unvollkommen klappt? Nunja, Jesus Christus hat beispielsweise in Bezug auf den Klerus in Mt. 23 „Gegen die Schriftgelehrten und Pharisäer“, aus der sie mit V. 8-12 bereits zitiert haben, auf einige der Kardinalsfehler hingewiesen: Die Tendenz des Individuums zum Eigennutz, insbesondere wenn es in eine hierarchisch höhere Position kommt. Schon im Diesseits Anerkennung, Ansehen, zu erfahren; damit aber auch meist zu Macht sowie oft damit verbundener materieller Absicherung zu kommen; scheint eine Form von Droge zu sein der nicht so sehr viele widerstehen können. Obwohl diejenigen es eigentlich besser wissen müßten. – Ein „Drogenkonsum“ der aber auch ganz entscheidende Nachteile hat: Denn die Nähe zum göttlichen, zumindest aber die Fülle des wahrhaftigen Lebens, geht dabei nicht nur letztendlich verloren sondern endet nicht selten in zerstörerischen Strukturen.

  • JasJu
    24.02.2016, 14:26 Uhr.

    Die Franziskus-Reisen wären nicht ganz so peinlich ohne die Fugzeug-Interviews. Das sollte er wirklich lassen. Widersprüche in einem Atemzug: Einmal will er sich nicht in die „italienische Politik einmischen“ (als Primas Italiens und Vorsitzender der dortigen Bischofskonferenz), dann mischt er sich aber polternd in die Innenpolitik der USA ein. Und exkommuniziert einen Presbyterianer aus der Christenheit. Zum Fremdschämen.

  • Silvia
    25.02.2016, 10:05 Uhr.

    JasJu
    24.02.2016, 14:26 Uhr.

    Ich muss gestehen, dass ich mich für die Reisen und Interviews von Papst Franziskus nicht mehr so stark interessiere wie in seinen ersten beiden Amtsjahren.

    Damals gefiel mir seine Spontanietät, heute denke ich manchmal, erst denken dann reden wäre besser gewesen. Es kommt zuviel Widersprüchliches, Verwirrendes dabei heraus und mich nervt und ermüdet es inzwischen, sämtliche Interpretationen von päpstlichen Äußerungen zu lesen, selbst zu versuchen, zu entschlüsseln was er wirklich gemeint haben könnte usw.

    Wirklich gespannt bin ich allerdings auf das Abschlussdokument zur Familiensynode und da erhoffe ich mir mehr als ein „Sowohl als auch“.

    • Wrightflyer
      25.02.2016, 20:48 Uhr.

      Ich dagegen schätze die Pressekonferenzen im Flieger immernoch sehr, denn sie sind etwas authentisches.
      Und oft sagt er da die wichtigsten Dinge, die die wirklich Türen öffnen um die Dinge neu zu betrachten, z.B. gerade letztens als er angedeutet hat daß das Verhütungsverbot doch nicht so in Beton gegossen ist.

      Daß das offizielle Schreiben zur Familiensynode etwas anderes sein wird als die Pressekonferenz im Flieger, ist logisch.

      Ich finde es ehrlich gesagt enttäuschend wenn die Tatsache, daß es Franziskus geschafft hat, in einem Bürgerkriegsland wo es einen Waffenstillstand aber keinen Frieden gab, nämlich der Zentralafrikanischen Republik, eine Hoffnung auf Frieden zu schaffen, so auf garkein Interesse stößt. Das ist so ein Ausdruck von… nun… man nimmt diese Menschen nicht wirklich als Menschen ernst.

      • Silvia
        26.02.2016, 20:59 Uhr.

        Nee, ich habe ganz einfach auch noch andere Dinge im Kopf als Papst, Kirche, Politik, (Bürger)kriege und die Errettung der Welt von was auch immer, die mich interessieren und beschäftigen.

        Z.B. das ein oder andere Hobby und Austausch mit Menschen, die diese Hobbys teilen.

  • Wrightflyer
    25.02.2016, 21:11 Uhr.

    „– die röm-kath. Kirche erlaubt ihrem Fussvolk nicht, wirklichen Einfluss zu nehmen und mitzugestalten (vom Wahlrecht ganz zu scweigen), obwohl es oft salbadernd als der Leib und die Glieder Christi bezeichnet wird…“
    *räusper*
    GERADE Franziskus hat vor, genau das zu ändern. Was in einer Kirche mit sehr eingefahrenen Strukturen die in diversen sehr unterschiedlichen Kulturkreisen beheimatet ist und mit technischen Schwierigkeiten zu kämpfen hat (schließlich ist die rk-Kirche auch in den Slums von Kenia daheim. Und nicht jeder dort hat einen Inetanschluss wie wir, nicht jeder dort kann einen Onlinefragebogen ausfüllen, nicht jeder dort kann lesen!), nicht unbedingt einfach ist und noch sehr viel Zeit braucht. Aber den Anfang hat er gemacht, denken wir nur an den Fragebogen zur Familiensynode!
    Daß zur Entwicklung einer echten Synodalität in der rk-Kirche verdammt dicke Bretter zu bohren sind, ist klar. Zu glauben daß Franziskus eine synodale Kirche wie das Karnickel aus dem Hut zaubern kann wenn seit Jahrhunderten die Dinge falsch laufen und die Gewohnheiten sehr festgefahren sind, wäre kindisch-naiv.
    Aber die Dinge sind nicht Franziskus‘ Schuld. Er hat sie nicht eingeführt, so wie sie sind.
    Die Strukturen stammen noch aus einer Zeit in der die technischen Voraussetzungen schwierig waren. Es gab mal eine Zeit in der es kein Inet, keine Presse, keinen Fernseher und kein Radio gab. Nachrichten aus anderen Ländern waren wochenlang unterwegs und nur wenige hatten Zugang zu einem Horizont der über das eigene Dorf hinausging. Ich habe das Verfahren zur Ernennung der rk-Bischöfe schon häufig kritisiert, aber jedem Dorf eine faire Chance geben, alle Kandidaten eines Bistums ausführlich kennenzulernen war unter früheren technischen Voraussetzungen zugegebenermaßen schwierig.

    „Und so bleiben denn auch vom Mexico-Besuch Franziskus´ nur Worte, die nicht ernst genommen werden.“
    Ich hätte zu dieser Behauptung gern Beweise aus MEXIKANISCHEN Quellen. Nein, nicht die spanischsprachige Sektion der Deutschen Welle.

    • Wanda
      26.02.2016, 14:13 Uhr.

      Recherchieren Sie…

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