Zeitenwende Amazonassynode?

Am Sonntag startet die Sondersynode zum Amazonasgebiet. Was wie eine regionale Veranstaltung aussieht, könnte am Ende Auswirkungen für die katholische Kirche weltweit haben. Was sich im Vorfeld abzeichnet lässt nicht vermuten, dass es am Ende nur einige kosmetische Veränderungen geben wird. Wäre das doch der Fall, müsste man daran dann das gesamte Pontifikat von Franziskus messen. Es steht für den Pontifex viel auf dem Spiel; aber auch für die katholische Kirche, das zeigt der Protest der Konservativen in den vergangenen Monaten.

Das Medieninteresse ist groß. Was wird die Amazonassynode bringen? (Quelle: Erbacher)

Ordensfrauen fordern Stimmrecht

362 Teilnehmer, davon 184 Synodenväter, 13 Kurienvertreter, 15 Obere der Männerorden, sechs Ökumenevertreter, 25 Experten, 55 Hörer – das sind einige Zahlen der bevorstehenden Synode. Es sind Bischöfe und Kardinäle aus den sieben Ländern vertreten, die sich im Amazonasgebiet befinden: Antillen, Bolivien, Brasilien, Ecuador, Kolumbien, Peru und Venezuela. Unter den deutschsprachigen Synodenmitgliedern sind der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, der Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz, Kardinal Christoph Schönborn, der Präsident des Päpstlichen Ökumenerats, Kardinal Kurt Koch, sowie der aus Österreich stammende frühere Amazonas-Bischof Erwin Kräutler. Weiter nehmen teil der deutsche Bischof von Obidos, Johannes Bahlmann, der Bischof von Humaita, Meinrad Franz Josef Merkel, der Hauptgeschäftsführer der Bischöflichen Aktion Adveniat, Michael Heinz, Misereor-Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel, der Gründungsdirektor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, Hans-Joachim Schellnhuber, und die Missionsärztliche Schwester Birgit Weiler, die in Peru wirkt.

Insgesamt sind 35 Frauen dabei, aber alle ohne Stimmrecht. Dagegen haben heute Vertreterinnen von Frauenorden bei einer Tagung in Rom protestiert. Sie forderten für die 20 Ordensfrauen, die an der Synode teilnehmen, Stimmrecht, wie es etwa schon bei vergangenen Synoden für Brüder bei den Männerorden der Fall war. Auch dieses Mal ist ein Bruder dabei. Bei der Pressekonferenz heute im Vatikan konnte der Generalsekretär der Synode, Kardinal Lorenzo Baldisseri, nicht wirklich überzeugend begründen, warum die Frauen kein Stimmrecht haben. Er verwies darauf, dass das Kirchenrecht und die Statuten der Synode entsprechende Vorgaben machten und letztendlich der Papst der Bestimmende sei. Und der hat es in der Tat versäumt, hier ein Zeichen zu setzen.

Themen mit Sprengkraft

Die Synode steht unter dem Thema „Neue Wege für die Kirche und für eine ganzheitliche Ökologie“. Damit sind die beiden Hauptperspektiven genannt. Es geht einerseits um politische und sozialethische Fragen und damit etwa auch darum, wie politisch die Kirche sein muss. Zum anderen stehen Fragen der Pastoral und der Inkulturation des Glaubens zur Diskussion. Alle diese Themen bergen viel Sprengkraft. Deshalb bedarf es in den nächsten drei Wochen viel Fingerspitzengefühl, damit sich die Teilnehmer nicht in polarisierten ideologischen Debatten festbeißen sondern die Diskussion fruchtbar und konstruktiv sein kann.

Im Vorfeld versuchten vor allem konservative Kreise, darunter die deutschen Kardinäle Gerhard Ludwig Müller und Walter Brandmüller, aber auch der US-amerikanische Kardinal Raymond Leo Burke mit scharfer Kritik Einfluss auf die Beratungen zu nehmen. Burke und Brandmüller schrieben einen Brief an die anderen Kardinäle, in dem sie darlegten, dass Teile des Arbeitspapiers der Synode „gegensätzliche Auffassungen“ zur kirchlichen Lehre enthielten. Sie befürchten „häretische Entscheidungen“ der Synode.

Arbeitspapier ist „Stimme des Volkes Gottes“

Dazu erklärte Kardinal Baldisseri heute, dass es sich bei dem Instrumentum laboris, wie der Name sage, um ein Arbeitspapier handle und nicht um ein lehramtliches Dokument. Außerdem habe es in der Kirche wohl noch nie eine Zeit so großer Meinungsfreiheit gegeben wie heute. „Dazu gehört dann auch Kritik und das ist gut.“ Sie könne sogar helfen, die Arbeit noch besser zu machen. Zugleich betonte Baldisseri, wie auch der Generalrelator der Synode, Kardinal Claudio Hummes, dass es sich um die „Stimme des Volkes Gottes“ handle, die aus dem Arbeitspapier spreche. Mehr als 80.000 Menschen habe man zum Thema der Synode konsultiert. Die Ergebnisse seien in das Papier eingeflossen. Es gehe darum „ernsthaft auf das Volk Gottes zu hören“, erklärte Hummes. Das sei ein „synodaler Weg“. Er hoffe darauf, dass am Ende alle „cum et sub Petro“ stünden, auch die Kritiker gleich welcher Seite.

Hummes ist ein enger Vertrauter von Papst Franziskus und war nach der Wahl Bergoglios zum Papst mit dem Hinweis „Vergiss die Armen nicht!“ wohl Ideengeber für den Papstnamen. Der brasilianische Kardinal verwies bei der Pressekonferenz darauf, dass es eine enge Verbindung zwischen der sozialen und der ökologischen Krise gebe. Daher sei ein integraler Ansatz notwendig, der beide Aspekte berücksichtigt. Fragen der Gerechtigkeit gehörten auch zur Ökologie.

Wie kommen Gläubige zu Sakramenten?

Aufhorchen ließen die Worte Hummes‘ zur pastoralen Situation der Kirche im Amazonasgebiet. 70 bis 80 Prozent der Gläubigen in der Region hätten kein ausgeprägtes sakramentales Leben, weil die Priester fehlten. Wenn die katholische Kirche aber immer die große Bedeutung der Sakramente unterstreiche, müsse sie hier neue Antworten finden. Johannes Paul II. habe immer betont, dass sich die Kirche aus der Eucharistie heraus auferbaue. Wenn dem so sei, müssten nun neue Wege gesucht werden, um den Menschen die Feier der Eucharistie zu ermöglichen. Hummes ließ offen, welche Wege er konkret sieht.

Wenig beachtet wird in der Debatte bisher die große Frage nach der stärkeren Inkulturation des Glaubens. Franziskus fordert das immer wieder. Damit bekommt die katholische Kirche eine immer größere Binnenvielfalt. Zum anderen bedeutet das aber auch, dass sie von einer Kirche, die auf Europa zentriert und von Europa bestimmt wird, im strukturellen wie inhaltlich, geistig-philosophischen Sinn, zu einer echten Weltkirche wird, die die je eigenen Traditionen, Kulturen und Philosophien in den verschiedenen Regionen aufnimmt. Sie wird damit pluriform. Damit wird deutlich, es geht um mehr als nur die Frage nach dem Pflichtzölibat oder mehr Ämter für Frauen. Es geht bei den Beratungen der nächsten drei Wochen um die katholische Kirche selbst. Ändert sich am Ende nichts, dürfte das ein großes Problem für die Kirche bedeuten, denn ihre Zukunftsfähigkeit hängt davon ab.

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Jürgen Erbacher

Seit Juli 2018 leite ich die ZDF-Redaktion "Kirche und Leben katholisch", für die ich seit 2005 über die Themen Papst, Vatikan, Theologie und katholische Kirche berichte. Dafür pendle ich regelmäßig zwischen Mainz und Rom - meiner zweiten Heimat. Dort habe ich vor meiner ZDF-Zeit mehrere Jahre gelebt und für Radio Vatikan gearbeitet. Studiert habe ich Politikwissenschaft und Katholische Theologie in Freiburg i.Br. und Rom.

16 Kommentare

  • Novalis
    03.10.2019, 20:36 Uhr.

    Auch wenn ich sowohl mit Blick auf Amazonien als auch mit Blick auf die übrige katholische Welt sofort dafür bin, den Zölibat rückstandslos zu entsorgen und Frauen endlich zu Diakoninnen, Priesterinnen und Bischöfinnen zu weihen, weil sonst der Hunger nach der Eucharistie nicht gestillt werden kann und noch wichtiger: Die Sterbesakramente nicht gespendet werden können: Es gibt weitaus Wichtigeres. Die Menschen in Amazonien sind durch Umweltschäden und Ausbeutung existentiell bedroht. Die Kirche muss die Anwältin dieser Menschen sein – oder sie kann es gleich aufgeben, noch irgendwas zu wollen.
    Die Kardinäle Müller und Burke sollten erstmal vor der eigenen Haustür kehren, ehe sie Humbug zum Instrumenten labern.

    • Carla Maltese
      06.10.2019, 10:33 Uhr.

      Die Leute die von der Situation am Amazonas wirklich Ahnung haben, wie Herr Kräutler, müssen wirklich sehr tapfer sein um sich die Äußerungen eines Brandmüllers oder eines Burkes anzuhören ohne auszurasten.

      Ich kenne das aus dem politischen Bereich: Trotz mäßigen Sprachtalentes lerne ich seit Jahren Russisch. Aus echtem Interesse an Russland. Und was glauben Sie was mich da naive Putinfreunde die nicht die geringste Ahnung haben was derzeit in Russland läuft auf die Palme bringen…
      […]*

      *Der Beitrag wurde wegen des Verstoßes gegen die Netiquette editiert.

      • Wanda
        07.10.2019, 18:19 Uhr.

        Die Bevölkerung am Amzonas/im Amazonasbecken unterscheidet sich ihren diametral entgegengesetzten Interessen nach sehr deutlich in 2 Hauptgruppen:
        – a) die Indigenen, deren Lebensgrundlage die unversehrte Natur ist und die immer weiter zurückgedrängt wird und somit quasi vor dem Aussterben stehen
        – b) verarmte Landflüchtige, die auf der Suche nach kultivierbarem Boden die Brandrodung und andere Mittel einsetzen und schon bald wieder weiterziehen
        – c) dann gibt es noch (christliche) Viehzüchter und die Holzlobby mit ihren auch zerstörerischen Interessen und Auswirkungen, die aber als Gläubigenzahl keine grosse Rolle spielen dürften.
        Erhebt sich die Frage: wen also will die rk. Kirche erreichen und wessen Interessen vertreten ? Die landbesetzenden und den Wald zerstörenden, meist christlichen Eindringlinge oder die angestammten Indigenen, die wohl eher einer Naturreligion und dem Schmamanismus angehören ?
        Wenn man dann noch wie Kardinal Hummes das sakramentale Leben der Gläubigen in dieser Region als Hauptproblem hochstilisiert während der Wald brennt und damit einem Genozid Vorschub leistet, ist das so etwas von absurd…

  • Silberdistel
    04.10.2019, 8:59 Uhr.

    Mein Gott, wie kommt nur der Vertreter des neuen ´german-Klimaangst´-Hypes H.J. Schellnhuber (sein Buch „Selbstverbrennung“) in die Schaltzentrale des rk-Katholizismus?? Hoffentlich nicht darüber, das dieser der prominenteste jedoch nur regionale Vertreter der s.g. neuen „Klimakirche“ ist. Welche allerdings eine ähnlich existenzielle Angst verbreiten kann (no future!), wie es sonst nur ähnlich die rk-Kirche in ihrem dunkelsten Kapitel vermochte.
    Seit den letzten, besonders in Deutschland gewesenen Existenzangst verbreitenden medialen Hypes wie: „Waldsterben“, „BSE/Rinderwahn“, „Dioxin-Ei“, „Fischwürmer“, „Ozonloch“, „Vogelgrippe“, „Schweinepest“, habe ich mich nun bereits über Jahre über diesen neuen Hype informiert, wie man sich nur informieren kann. Um feststellen zu müssen, das es sich bei diesem neuen medialen Hype um keine Erkenntnis aus einer klassischen Wissenschaft handelt, die sich über Evidenz und Falsifizierung definiert. Sondern es sich um eine ausschließlich in Computermodellen entwickelte These politisch motivierter Organisationen handelt, einschließlich dem PIK. Von Menschen programierten Computermodelle, die an chronischem Datenmangel leiden, sich anmaßen Chaos berechnen zu können und eigentlich ohnehin der Spieletheorie angehören. Wo bereits ein einziger Vulkanausbruch, der seine Staubpartikel bis in die Stratosphäre tragen kann, jene Modelle komplett aus den sowieso äußerst vagen „Projektionen“ herauskatapultieren kann.
    Wie kann man denn einen solchen Protagonisten einer neuen, speziell deutschen Phobie, nur einladen? Dessen Metier derart von bereits kriminell anmutenden Skandalen wie „climategate“, „Himalaya-Gletscherschmelze-fake“, „Manipulierte „Cook-Studie“, „Manipulierte NOAA-Datensätze“, „Manipulierte Auswahl der Messstationen“, überschattet ist. Sowie der kürzlich erst gerichtlichen Feststellung und Entlarvung des Primärarguments der Klimakirche, die s.g. „hockeystick-Kurve“, ebenfalls als Manipulation.

    Ja, die Welt braucht sehr sehr dringend mehr Umweltschutz, Naturschutz und Artenschutz! Da in der im Vergleich zur Atmosphäre wesentlich fragilere Biosphäre seit Jahrzehnten Substanzen akkumuliert werden, die dort nicht hingehören. Die mit ihren Abbauprodukten teils hoch toxisch oder gar hormonell wirken. Was man allerdings für die „Klimarettung“, d.h. die (versuchte) Reduktion der sagenhaften ca. 0,012 Prozent CO2 in der Atmosphäre, welche man dem Menschen und seinen bisherigen Aktivitäten zurechnet bekommt; sind über die geplante „CO2-Bepreisung“ noch höhere Lebenshaltungskosten und weitere Verbote. Die so allerdings bislang nur in Deutschland ins politische Auge gefasst werden. Denn das Ausland mag bei dem ´german angst´-Fimmel, allerdings initiert von der politisch motivierten UN-Unterorganisation IPCC, so gar nicht mitmachen. Und deshalb die Frage, mit was für einem neuen, oder alten, Image sich die rk-Kirche denn künftig umgeben will.

    • Carla Maltese
      05.10.2019, 0:16 Uhr.

      Ich habe jetzt nicht mehr viel Zeit, nur ganz kurz:
      Der Zusammenhang zwischen CO2 und Durchschnittstemperatur der Lufthülle der Erde ist seit dem späten 19. Jahrhundert bekannt. Damals gab es keine Computer, damals gab es nur Handrechnung. Und das hat einem schwedischen Chemiker schon gereicht, den menschengemachten Klimawandel als solchen zu benennen.
      Bestimmte Gase absorbieren aufgrund ihrer Molekülstruktur Infrarotstrahlung ganz ausgezeichnet.

      Es ist kein moderner Hype, es ist seit DEM 19. JAHRHUNDERT bekannt.

      Heute rechnen Großcomputer permanent den laufenden Klimawandel durch. Weil er nämlich heftiger ist als vom Weltklimarat ursprünglich angenommen. Das Klimarechenzentrum in Hamburg hat etwa 100.000 Prozessorkerne.
      Und ich berechne mit einem normalen Vierkerner verfahrenstechnische Apparate wo Sie ganz sicher nicht danebenstehen wollen falls die platzen.

      Taugen Computerrechnungen wirklich nichts?
      Wäre peinlich für meinen Berufsstand, da sind die nämlich heutzutage Standard!

      Trinken Sie eigentlich Kaffee oder Tee?
      Sie wissen doch wie man das herstellt: Man erhitzt klares Wasser, in großer Menge ist Wasser türkis, in der kleinen Menge ist es farblos. Dann gibt man einen Teebeutel hinein. Und schon färbt sich das Wasser. Und zwar ganz erheblich.
      Und wieviel Farbstoff ist aus dem Teebeutel in das Wasser übergegangen?
      Winzige Spuren. Mengenmäßig besteht der Inhalt der Tasse noch immer fast nur aus Wasser, nur 0,0irgendwas % sind Farbstoff. Und doch ist der Inhalt der Tasse ganz erheblich gefärbt.

      Es reichen tatsächlich schon winzige Spuren eines geeigneten Farbstoffes um einen Stoff sehr drastisch zu färben, d.h. seine optischen Eigenschaften zu ändern.

      • Novalis
        06.10.2019, 16:33 Uhr.

        Liebe Carla Maltese,

        kein vernünftiger Mensch bezweifelt die Auswirkungen des CO2-Gehalts auf das Klima. Bei FCKW haben auch minimale Mengen gereicht und die Ozonschicht war gefährdet; sie erholt sich, nachdem man FCKW verboten hat. Nur noch AfDler*innen („dann muss man der Sonne sagen, sie soll weniger scheinen“) und andere Trolle, finanziert von der Ölindustrie stellen das in Frage. Man muss da nicht mehr diskutieren.

  • Carla Maltese
    04.10.2019, 17:03 Uhr.

    Teil 1, Rest kommt später am Abend

    Ja, ich bin ebenfalls sehr gespannt auf die Amazonassynode, nach allem was im Vorfeld schon zu lesen war…
    Ich glaube auch nicht daß sie keine oder nur regionale Auswirkungen haben wird. Sie wird zumindest die Auswirkung haben, daß das konservative Märchen von wegen nur die satten dekadenten westeuropäischen Teilkirchen würden Reformen wollen und in anderen Ländern wären alle so brav und fromm und lehramtstreu krachend widerlegt wird.

    Gerade Erwin Kräutler hat so einiges interessantes zu sagen.

    Schade ist daß noch fehlende Frauenstimmrecht, da haben die Ordensfrauen recht. Immerhin sind schon Mönche als stimmberechtigte Teilnehmer dabei. Und ja, hier hat Franziskus einen Fehler gemacht und eine Chance vergeigt.
    Aber immerhin wird das jetzt kritisiert! Noch beim 2. Vatikanum war es ganz selbstverständlich daß die Konzilsteilnehmer zwar männliche Zuarbeiter hatten, auch einen gewissen Karl L. Aus M., aber keine einzige Frau auch nur einen Pieps zu sagen hatte.

    Zum Thema wqie politisch die Kirche sein muss:
    Sie muss immer auf Seiten des Lebens stehen. Und zwar nicht nur des ungeborenens, einfach nur gegen Abtreibungen sein wenn einem das schon geborene Leben piepegal ist taugt zu nichts, sondern des gesamten Lebens. Und da kommt heute eine Sache ins Spiel die das gesamte Christentum quer durch alle Konfessionen viel zu lange vernachlässigt hat: Natur-, Umwelt- und Klimaschutz, kurz: Schutz von Gottes Schöpfung!

    Was Leute Burke und Brandmüller angeht:
    Die leben in ihrer eigenen privaten Kirche die mit der realen nichts mehr zu tun hat. Um in die Realität zu wechseln müssten sie sich selbst neu erfinden, aber das ist in dem Alter schwer. Man kann sie also nurnoch in ihrer eigenen Kirche in Ruhe lassen, aber auch verlangen daß sie die echte in Ruhe lassen.
    Sie werfen anderen Häresien vor, sind aber selbst häretisch, denn sie wollen den Heiligen Geist an seinem Wirken hindern.
    Ich habe mir das Foto das jemand auf Facebook gepostet hat das ich neulich angesprochen hatte, das von Burke, nochmal genauer angesehen. Ich muss mich korrigieren, er lässt sich nicht einfach nur ankleiden. Es ist schlimmer. Es ist praktisch schon obszön was er da macht.

  • Wanda
    04.10.2019, 19:51 Uhr.

    Silberdistel 04.10. 08:59
    Tatsache ist wohl leider
    – dass es immer wieder grosse Zyklen von Klimaschwankungen gab und innerhalb dieser dann noch einmal kürzere Zwischenzyklen,
    – auch, dass die Experten lediglich darüber streiten, wie gross und beschleunigend der vom Menschen zu verantwortende Anteil ist,
    – dass die Verschmutzung der Atmosphäre zum grösstenteils menschenverursacht ist,
    – dass erdgeschichtliche Erwärmungen immer wieder auch gebundene Stickstoffgase (siehe Sibirien) freigesetzt haben und damit einen Glashauseffekt auslösten bzw. verstärkten,
    – dass Höhengletscher und polare Eismassen gravierend zurückgehen, wie vor Ort unschwer festzustellen, mit beträchtlichen klimatischen Auswirkungen (man denke an den Golfstrom),
    – dass der Meerespiegel steigt. Schlimmstes Beispiel: die Verlegung Jakartas,
    – dass Umweltverschmutzung und -zerstörung in erster Linie dem Menschen anzulasten sind. Generelle Ursache ist die Überbevölkerung, die der Natur als Lebensgrundlage immer weniger Platz lässt. Die Krone der Schöpfung ist sozusagen das Krebsleiden unseres Planeten. Jede andere Überpopulation wird durch Naturmechanismen wieder auf ihr normales Mass zurückgestutzt, nur beim Menschen funktioniert das nicht: er bekommt mit der Zeit jede Epidemie und Krankheit in den Griff.
    – Persönlich bin ich der Überzeugung, die sich abzeichnenden Probleme sind nicht mehr in den Griff zu kriegen: unser Planet verkraftet eben nur eine gewisse Menge unserer Spezies. Die kommenden Generationen tun mir leid.
    Bleibt die Frage: könnte die Kirche einen positiven Einfluss ausüben ? Ja, aber sie weigert sich (bisher)…

  • Carla Maltese
    06.10.2019, 11:04 Uhr.

    „Mehr als 80.000 Menschen habe man zum Thema der Synode konsultiert. Die Ergebnisse seien in das Papier eingeflossen.“
    Das ist sehr positiv! Eine Entwicklung in die richtige Richtung!

    Ich habe die letzten Absätze gelesen. Ich bin heute nicht in der Lage, viel dazu zu schreiben, ich möchte nur sagen daß das wirklich sehr spannend wird.
    Wie ich schon schrieb bin ich von der Meinung daß ein neues Konzil derzeit sonderlich viel bringen würde abgekommen. Dafür könnte die Amazonassynode wirklich weltbewegende Wirkung haben. Schon allein weil sie das konservative Märchen daß Reformwünsche nur europäische „Luxusproblemchen“ wären eindeutig widerlegt.

  • Carla Maltese
    06.10.2019, 18:14 Uhr.

    1.) Nein, die Experten streiten NICHT. Es gibt eine überwältigende Einigkeit in der Fachwelt zum menschengemachten Klimawandel. Nebelkerzen streuen lediglich manche Blogs, insbesondere solche die konservativen und rechten Kreisen nahestehen.

    2.) Ja, es gab immer auch Zyklen von Klimaschwankungen. Aber dazu auch Massenaussterben. Das darf man nicht vergessen.

    3.) Punkt 1 wäre auch seltsam wenn es anderst wäre, denn die simple Physik die dahintersteckt konnte bislang noch niemand widerlegen.
    Molekülstruktur der Treibhausgase —-> Absorption von Infrarotstrahlung —-> Weniger Wärmeabstrahlung von der Erdoberfläche ins All —-> 1. Hauptsatz der Thermodynamik: Mehr Wärme auf der Erde und in ihrer Lufthülle.

    • Wanda
      06.10.2019, 19:58 Uhr.

      Carla Maltese 06.10 18:14
      – Oh doch, die Experten streiten durchaus. Das ist ja das Problem: sind sich nur einig, dass es einen menschenverursachten Anteil am Klimawandel und Umweltproblemen gibt, sie streiten aber darum wie gross dessen Anteil ist. Und da gehen die Meinungen weit auseinander: das reicht von Verharmlosung bis zur hundertprozentigen Schuldzuweisung…
      Es ist wie bei Gericht: für jedes Gutachten namhafter Experten ziehen interessierte Kreise ein Gegengutachten anderer Spezialisten aus der Tasche. Erst wenn dann ein Täter erneut und trotz günstiger Gegenprognose rückfällig wurde, weiss man wer damals richtig lag. Nur, es ist dann leider zu spät…

      • Carla Maltese
        07.10.2019, 18:18 Uhr.

        Nein, das stimmt so nicht.
        Tatsächlich werden die Klimamodelle laufend neu berechnet, aber nicht wegen Uneinigkeit darüber ob es einen menschengemachten Klimawandel gibt und wie weit der Mensch am aktuellen Klimawandel schuld ist, es gibt derzeit keine natürlichen Ursachen für eine Erderwärmung, sondern weil für Versicherungen, Landwirtschaft, chemische Industrie usw usf viel von genauen Daten abhängt.
        Bis hin zur Deutschen Bahn, dort überlegt man, die Schienen weiß zu streichen damit sie sich im Sommer weniger verziehen.

        Mein Fachbereich ist ja die Industrie, insbesondere die chemische. Wieviel Kühlwasser man den Flüssen in Zukunft noch entnehmen darf ist eine der Fragen die sich so stellen!

        Gut, es wird sich eh sehr viel ändern müssen. Und dann wird nicht mehr so viel produziert werden wie jetzt. Aber ganz lässt sich die Industrie nicht abschaffen, bisschen Chemie werden wir immer brauchen.

    • Novalis
      07.10.2019, 10:44 Uhr.

      Natürlich streiten sich die Experten nicht; es gibt einen überwältigenden Konsens (der in einem ähnlich Ausmaß auch hinsichtlich der Existenz der Schwerkraft besteht), dass der Mensch die Hauptschuld am Klimawandel trägt. Nur Trolle bestreiten das noch.

      • Wanda
        07.10.2019, 20:38 Uhr.

        Novalis 07.10. 10:44
        – Der überwältigende Konsens steht vermutlich irgendwo in Koine/Griechisch oder Hebräisch geschrieben, oder ? Das können Trolle natürlich nicht lesen…

  • Silberdistel
    06.10.2019, 21:30 Uhr.

    Ich halte es für anständig mich, nachdem ich mich wie Silvia über Jahre hier engagiert hatte, ebenso meinen Abschied bekannt zu geben. Ich hatte versucht meine Ansicht von Christentum als positiven Impuls eben für dieses mit einzubringen und damit soll es nun auch genug sein.

  • bernardo
    07.10.2019, 13:35 Uhr.

    Das tut mir leid, Silberdistel. Ich werde auch kürzer treten, behalte mir aber vor, gelegentlich zu schreiben.

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