Kardinal Müller muss gehen

Es ist ein Paukenschlag mit Vorlauf. Papst Franziskus verlängert das Mandat von Kardinal Gerhard Ludwig Müller als Chef der vatikanischen Glaubenskongregation nicht. Der 69-Jährige muss nach Ablauf des Quinqueniums gehen. Der Vatikan veröffentlichte am Samstagmittag eine entsprechende Erklärung. Papst Franziskus hatte dem Kardinal seine Entscheidung erst am Freitag am Ende einer Audienz mitgeteilt. Müller soll von der Entscheidung überrascht gewesen sein. Dem Vernehmen nach bat der Papst dem Deutschen einen anderen Posten an, den er aber abgelehnt habe. Müller selbst erklärte am Samstag in Mainz, der Papst habe ihm mitgeteilt, dass er künftig die Amtszeiten auf fünf Jahre begrenzen wolle. Er sei nun der Erste gewesen, bei dem er das umgesetzt habe. Differenzen zwischen ihm und dem Papst habe es nicht gegeben, so Müller gegenüber Journalisten. Allerdings hatte die Chemie zwischen dem Papst und seinem obersten Glaubenshüter nie so richtig gestimmt. Da nützte auch die große Nähe Müllers zur Kirche in Lateinamerika und der dort weit verbreiteten Befreiungstheologie nichts – bei seiner Ernennung zum Präfekten durch Benedikt XVI. wollten deshalb mehrere konservative Kardinäle Müller verhindern. Immer wieder machte Müller seinen Dissens zum Kurs von Papst Franziskus öffentlich. Um die Gründe für den Rücktritt ranken sich nun viele Gerüchte; doch es dürften allein die inhaltlichen Differenzen am Ende ausreichen, die Entscheidung zu begründen. Papst Franziskus dürfte gemerkt haben, dass die Glaubenskongregation eine zu wichtige Institution ist, als dass man sie aufs Abstellgleis stellen kann. Sie könnte nun zur zentralen Denkfabrik für das Pontifikat werden.

Februar 2014: Papst Franziskus nimmt Gerhard Ludwig Müller ins Kardinalskollegium auf. (Quelle: dpa)

Glaubenskongregation hatte an Einfluss verloren

Es ist das gute Recht des Papstes, die Führungspositionen nach seinem Gusto zu besetzen. Im Falle Müllers hat er dem deutschen Kardinal über vier Jahre Zeit gelassen, auf seinen Kurs einzuschwenken. Doch Müller ging unbeirrt seinen Weg. Während er am Anfang und vor allem im Rahmen des Synodalen Prozesses zu Ehe und Familie seine unterschiedliche Meinung immer wieder öffentlich kund tat, wurde es nach der letzten Synode eher ruhig um Kardinal Müller. Allerdings sorgte er vor wenigen Wochen mit einem Interview beim katholischen TV-Netzwerk EWTN erneut für Aufsehen. Da kritisierte Müller den Papst offen, weil Franziskus gegen den Willen des Kardinals drei Mitarbeiter der Glaubenskongregation entlassen hatte.

Franziskus hatte in den vergangenen Jahren den Einfluss der Glaubenskongregation immer weiter beschnitten. In die Erarbeitung wichtiger päpstlicher Lehrschreiben war die wichtigste theologische Behörde nicht entscheidend eingebunden. Zwar bekam Kardinal Müller etwa beim letzten großen Lehrschreiben Amoris laetitia kurz vor der Veröffentlichung den Entwurf zur Ansicht. Doch fanden seine Anmerkungen in der Endfassung kaum Berücksichtigung. Zur Ausarbeitung wichtiger theologischer Dokumente griff Franziskus lieber auf alte Bekannte zurück, wie den Rektor der katholischen Universität von Buenos Aires, Victor Manuel Fernandez, als auf den Chef der Glaubenskongregation. Fernandez wurde daher neben dem Wiener Kardinal Christoph Schönborn und dem italienischen Bischof und Theologen Bruno Forte immer wieder als möglicher Nachfolger für Müller gehandelt. Doch Papst Franziskus ernannte am Samstag den bisherigen zweiten Mann in der Glaubenskongregation, Erzbischof Louis Francisco Ladaria Ferrer (73), zum neuen Präfekten. Mit dem eher konservativen Jesuiten Ladaria setzt Franziskus einerseits auf Kontinuität. Andererseits ist Ladaria in die Denkfabriken eingebunden, die sich in den letzten drei Jahren außerhalb der Glaubenskongregation, vor allem auch in Jesuitenkreisen, gebildet hatten und könnte diese nun stärker rückbinden. Franziskus vertraut Ladaria. Ihm hatte er etwa die Leitung der Kommission zum Studium des Diakonats der Frau anvertraut.

Angesichts der theologischen Differenzen zwischen Papst und oberstem Glaubenshüter gab es in den vergangenen Jahren immer wieder Spekulationen, Franziskus könnte Müller absetzen. Doch der Papst hatte es nicht eilig. Er wartete den Ablauf des Quinqueniums ab; vielleicht auch aus Respekt vor seinem Vorgänger. Schließlich hatte Benedikt XVI. Müller erst im Juli 2012 zum Chef der Glaubenskongregation ernannt. Allerdings fiel dann schon wenige Monate später auf, dass Benedikt XVI. seinen Mann beim Konsistorium im November 2012, von dem er damals bereits wusste, dass es sein letztes sein wird, nicht zum Kardinal machte. Franziskus hatte Müller dann bei seinem ersten Konsistorium im Februar 2014 in das Kardinalskollegium aufgenommen.

Nun muss Müller gehen. Die Gründe dürften sicher vielfältig sein. Die Glaubenskongregation ist eine wichtige Behörde. Unter Papst Franziskus Franziskus, dem es mehr ums Integrieren als ums Ausgrenzen geht, könnte die ehemalige Inquisitionsbehörde nun neu ausgerichtet werden. Statt zu disziplinieren könnte es künftig darum gehen, Theologie voranzubringen. Immerhin gehören die Internationale Theologenkommission sowie die Bibelkommission zu diesem Dikasterium. Zudem werden zwei andere wichtige Themenfelder hier bearbeitet: die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle sowie die Kontakte zur Piusbruderschaft. An beiden Stellen hat es in den vergangenen Monaten immer wieder geknirscht. Hier kommen auf den neuen Präfekten schwierige Aufgaben zu. Die Personalie wird auf jeden Fall eine wichtige Weichenstellung sein und könnte dem Pontifikat noch einmal einen neuen Drive geben. In den vergangenen Wochen war immer wieder einmal zu hören, es gebe eine Art Stillstand im Pontifikat. Vielleicht ist das Jahr 2017 eher ein Jahr der Konsolidierung und der Neuaufstellung. Denn mit der Jugendsynode dürfet es spätestens 2018 wieder spannend werden. Aber nicht nur deshalb. Bis zum nächsten Jahr laufen noch einige Quinquenien an der Kurienspitze aus. Da könnte es noch so manche Überraschung geben.

Mit dem Weggang Müllers nimmt der Einfluss der Deutschen in der Römischen Kurie weiter ab. Im vergangenen Jahr verlor bereits Bischof Josef Clemens seinen Posten als Sekretär, als zweiter Mann im Laienrat, durch die Fusion der beiden Päpstlichen Räte für Laien und Familie. Nun verbleibt allein Erzbischof Georg Gänswein als Präfekt des Päpstlichen Hauses. Unter Johannes Paul II. gabe es mit Kardinal Ratzinger als Chef der Glaubenskongregation, Erzbischof Paul Josef Cordes als Chef des Päpstlichen Rats Cor unum und Kardinal Walter Kasper als Ökumeneminister gleich drei Deutsche in der ersten Reihe. Das ist nun vorbei. Und auch wenn man in die zweite und dritte Reihe schaut, wird es zunehmend dünn. Da gibt es etwa noch die Untersekretäre in der Bischofskongregation, Udo Breitbach, und im Päpstlichen Justizrat, Pater Markus Graulich, sowie den Sekretär der Kommission für den theologischen Dialog mit dem Judentum, Pater Norbert Hofmann, beide Salesianer. Im diplomatischen Dienst finden sich aber kaum mehr deutsche Kleriker, geschweige denn auf der Päpstlichen Diplomatenakademie.

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Jürgen Erbacher

Seit 2005 berichte ich für die ZDF-Redaktion „Kirche und Leben katholisch“ über die Themen Papst, Vatikan, Theologie und katholische Kirche. Dafür pendle ich regelmäßig zwischen Mainz und Rom - meiner zweiten Heimat. Dort habe ich vor meiner ZDF-Zeit mehrere Jahre gelebt und für Radio Vatikan gearbeitet. Studiert habe ich Politikwissenschaft und Katholische Theologie in Freiburg i.Br. und Rom.

100 Kommentare

  • alberto knox
    01.07.2017, 14:07 Uhr.

    das ist wirklich ein ausgesprochen guter tag für die römische und deutsche kirche.

    „Allerdings fiel dann schon wenige Monate später auf, dass Benedikt XVI. seinen Mann beim Konsistorium im November 2012, von dem er damals bereits wusste, dass es sein letztes sein wird, nicht zum Kardinal machte.“

    noch viel auffälliger wird das ganze, dass es tatsächlich bei diesem konsistorium noch einen freien platz gegeben hat – es waren damals 119 kardinäle. soweit ich weiß, herr erbacher, korrigieren sie mich bitte, hat der damalige kardinalstaatssekretär bertone beim papst ausdrücklich gegen müller interveniert und müller soll vor wut in den teppich seiner wohnung gebissen haben, dass er (noch) keine karriere macht. als er dann beim einzug der kardinäle ins konklave nicht mit reindurfte in die sixtina, habe er geweint.

    müller sollte so ehrlich sein und den kardinalat zurücklegen. er und seine gutsherrenart sind vergangenheit und bleiben das hoffentlich auch. er WILL ja gar nicht dem lehramt und also dem papst treu sein.

    • bernardo
      01.07.2017, 16:39 Uhr.

      Ich nehme an, den Vorwurf der Untreue können Sie belegen. Wahrscheinlich wird jetzt schon Widerspruch als Untreue ausgelegt. Übrigens: Der einzige, der hier nach Gutsherrenart agiert, ist der Papst, der Barmherzigkeit predigt, aber gegenüber seinen Untergebenen unbarmherzig agiert. Der letzte Papst, der auf eine solche Weise regiert hat, war Pio „Io sono la tradizione“ Nono.

      • alberto knox
        01.07.2017, 22:48 Uhr.

        was ist unbarmherzig daran, dass eine amtszeit ausläuft? barmherzig ist das verzeihen von sünden. ich wusste gar nicht, dass der präfekt der glaubenskongregation von amts wegen sündigen muss, damit der papst so barmherzig ist, ihn im amt zu halten. und: wo war denn die barmherzigkeit von ratzinger mit boff oder sobrino? wo war die mit dem schneider gamarelli, dem er nach fast 200 jahren die rechte, den papst auszustaffieren, genommen hat, weil am wahlabend die soutane nicht recht gesessen hat. b16 war wohl eher ein unbarmherziger…

      • alberto knox
        01.07.2017, 22:48 Uhr.

        selbstverständlich ist widerspruch gegen den papst im amt untreue. sagen sie, sind sie auch untreu?

        • bernardo
          02.07.2017, 14:18 Uhr.

          Das ist keine Treue, sondern Kadavergehorsam.

          • alberto knox
            02.07.2017, 17:44 Uhr.

            aha, gehorsam nach eigenem ermessen also. oder mit b16: diktatur des (eigenen) relativismus.

      • Suarez
        02.07.2017, 1:48 Uhr.

        Papst Franziskus hat das Petrusamt, nicht Kardinal Müller. Treue zum Papst bis in den Tod und Loyalität (die Müller bis auf Biegen und Brechen von seinen Priestern in Regensburg eingefordert hat) sieht jedenfalls nicht so aus, dass Müller öffentlich dem Papst widersprochen hätte. Mir ist kein Fall bekannt aus der Zeit von Benedikt oder Johannes Paul. Und wenn es einen gegeben hätte, hätten sie so gehandelt wie Pius XI. bei Kardinal Billot. Untreue gegen den Papst ist Untreue gegen Christus.
        Was Kardinal Müller auszeichnet, ist Insubordination, nicht Rückgrat. Hätte er ein Rückgrat, dann würde er seinen Kardinalat zurückgeben. Aber das würde ihn ja hindern, seine fette Pfründe in Rom zu genießen.

        • bernardo
          02.07.2017, 14:23 Uhr.

          Ach so, mit dem Kardinalat sind Pfründe verbunden. Und ich dachte immer, es sei ein Ehrentitel. Wieder etwas dazu gelernt. Was die Untreue gegen den Papst angeht: Der erste Papst war bekanntlich nach katholischem Glauben Petrus. Somit hat sich Paulus, immerhin kein Nobody, der Untreue schuldig gemacht, als er Petrus nach dem antiochenischen Zwischenfall maßregelte und das opportunistische Verhalten des Kephas kritisierte.

          Auf solche Argumentationen muss man erst einmal kommen.

          Übrigens fände ich es wundervoll, wenn hier im Strang nicht Gerüchte verbreitet würden.

          • alberto knox
            02.07.2017, 17:47 Uhr.

            ja, freilich. er wird für den kardinalat bezahlt. zur erinnerung: der kardinalat ist (in einem besonderen konstrukt) mit einer römischen pfarrei (diakonie oder sogar einem romnahen bischofsamt) verbunden. ich bin überrascht, dass ein historiker das nicht weiß.
            welche gerüchte?

        • Brigitta
          06.07.2017, 0:54 Uhr.

          Dafür hat er sich ja jetzt bitter beschwert… und gleichzeitig sich als Mediator zwischen dem Papst und den verbliebenen drei Kardinälen der „dubiae“ angeboten … ein Schelm, wer Böses dabei denkt.
          Man kann nur hoffen, dass sich der Papst nicht darauf einlässt

          • Suarez
            06.07.2017, 13:59 Uhr.

            Braucht er nicht. Der Papst hat das gut gemacht.

    • Wrightflyer
      01.07.2017, 23:08 Uhr.

      Ich gebe zu daß bei mir auch schon ein paar Gegenstände dem einen oder anderen Wutanfall zum Opfer gefallen sind, aber SO kindisch dürfte der Müller doch nicht sein!! Also das halte ich wirklich für ein Latrinengerücht.

      „er WILL ja gar nicht dem lehramt und also dem papst treu sein.“
      Ich befürworte es auch daß Müller nicht mehr im Amt ist, aber nicht wegen mangelnder Papsttreue. Sondern wegen mangelnder Dialogfähigkeit und Sensibilität. In KEINEM wichtigen Amt kann die rk-Kirche heutzutage noch einen sturen Großinquisitor brauchen.

      Und was Papsttreue angeht, die sehe ich sehr kritisch.
      Franziskus braucht für sein Reformwerk keine Diener. Ein Diener macht was er soll um keine Strafe zu bekommen. Franziskus braucht FREUNDE!
      Freunde haben ihre eigene Meinung. Gehen dafür aber auch durch die größten Schwierigkeiten mit einem.

      • Brigitta
        06.07.2017, 0:55 Uhr.

        Dem kann ich nur beipflichten

      • alberto knox
        06.07.2017, 18:10 Uhr.

        seine mallersdorfer schwestern, die ihm den haushalt führen, haben wohl kaum grund, die geschichte mit dem teppich zu erfinden.

    • Wanda
      06.07.2017, 2:57 Uhr.

      Na also:
      – heute meldet die ARD: Ihre Eminenz Kardinal Müller kritisiert den Papst scharf. An seiner Loyalität werde das aber nichts ändern…
      Als ob der Öffentlichkeit und zwar nicht nur den katholischen Gläubigen die Differenzen (von wegen Loyalität) zwischen den Beiden entgangen wären.

  • bernardo
    01.07.2017, 16:13 Uhr.

    Es ist traurig, zu sehen, wohin dieser Papst die Kirche führt. Offensichtlich kann er nur Yes-Men um sich dulden. (Ich hoffe, diese scharfe Kritik wird nicht zensiert.) Es ist ein Zeichen schwacher und nicht starker Führer, dass sie mit Widerspruch nicht umgehen können. Das Nächste ist, dass Kardinal Meisner von einem der Bergoglio-Lakaien, mit Inpio Vito Pinto, dem Chef der Sacra Rota, wegen seines „Dubia“-Briefs mit dem Entzug der Kardinalswürde gedroht wird.

    • Silvia
      01.07.2017, 21:49 Uhr.

      bernardo
      01.07.2017, 16:13 Uhr.

      Schön, mal wieder von Ihnen zu lesen. ansonsten stimme ich Ihnen zu. Man kann von Kardinal Müller halten, was man will, aber er hat Rückgrat und das imponiert mir.

      Während Papst Franziskus offenbar in seine alten Fehler aus der Zeit als Jesuitenprovinzial zurück zu fallen scheint.

      Es ist auch schlechter Stil, dass Kardinal Müller so ganz kurzfristig vor vollendete Tatsachen gestellt wurde.

      • alberto knox
        01.07.2017, 22:32 Uhr.

        rückgrat, z.b. indem er den opfern von missbrauch bei den domspatzen unter ratzinger retraumatisierende serienbriefe schicken lässt, in denen er sie als lügner denunziert?
        wo war sein rückgrat in riekofen? er hat sich nie in der pfarrei blicken lassen. nein, silvia, große töne spucken, das konnte er, in wahrheit ist er feig.

        • Brigitta
          05.07.2017, 19:34 Uhr.

          Dem ist fast nichts hinzuzufügen. Er hat ja auch in der Familiensynode versucht immer wieder querzuschießen wenn auch sehr leise. Außerdem htte er meines Erachtens den Dubiakardinälen massiv widersprechen müssen.

          • alberto knox
            06.07.2017, 18:12 Uhr.

            ja, wo war er denn, als er den abfall der dubiakardinäle hätte kritisieren müssen? da hat er sich darauf beschränkt, dass die öffentlichkeit zu suchen nicht in ordnung war. johannes paul hätte ratzinger bei einer solchen insubordination sofort entlassen.

      • alberto knox
        01.07.2017, 22:43 Uhr.

        kurzfristige versetzungen sind kein schlechter stil, sondern völlig normal. gehen sie in eine x-beliebige deutsche behörde oder fragen sie lehrer. die müssen bei versetzungen auch binnen wochenfrist agieren und haben kein tebartzeskes auskommen wie müller.

        • Silvia
          02.07.2017, 17:32 Uhr.

          alberto knox
          01.07.2017, 22:43 Uhr.

          Ich dachte immer, die Kirche sollte sich von x-beliebigen Behörden unterscheiden?

          Ich habe da jedenfalls ein anderes Kirchenverständnis.

          • bernardo
            04.07.2017, 10:45 Uhr.

            Ich auch, liebe Silvia.

          • Suarez
            04.07.2017, 14:44 Uhr.

            Soweit ich sehe, bezahlt die Kirche besser – und stellt auch die schöneren Wohnungen zur Verfügung.

            @Knox: Ins Schwarze getroffen!

      • bernardo
        02.07.2017, 10:22 Uhr.

        Danke, liebe Silvia. Ich schätze Müller auch nicht als einen derjenigen in der Kurie ein, die hinter dem Rücken des Papstes intrigieren (von denen gibt es auch jede Menge), sondern die dem Papst die eigene Meinung offen ins Gesicht sagen.

    • Wrightflyer
      01.07.2017, 22:57 Uhr.

      Die Frage ist: Was für ein Kirchenbild hat Müller?
      Duldet Gerhard Ludwig Müller etwas anderes als absoluten Gehorsam um sich herum? Kann er überzeugen statt zu verurteilen? Kann er mit Menschen mit nicht ganz so kirchenrechtlich gelungenem Lebenslauf in Dialog treten? Ohne dabei verletzend zu werden?

      Die Süddeutsche, eine zu recht renommierte Zeitung, schreibt daß er als Bischof von Regensburg in der Bischofskonferenz isoliert gewesen wäre, weil Diskussionsversuche mit ihm sehr schnell sehr giftig geworden sein sollen.

      Großinquisitorgehabe von vorgestern will die Mehrheit der rk-Kirche mit Sicherheit nicht mehr sehen. Und die ist viel wichtiger als der Papst!

      • Brigitta
        05.07.2017, 19:42 Uhr.

        Das stimmt total! Darunter haben viele Befreiungstheologen unter Ratzinger gelitten und die sexuell missbrauchten unter Müller

  • ROBERT RINGEISEN
    01.07.2017, 18:07 Uhr.

    Auch für den Papst gilt: Bedenke Du bist nur ein Mensch!

    • Silvia
      01.07.2017, 21:50 Uhr.

      ROBERT RINGEISEN
      01.07.2017, 18:07 Uhr.

      Genau!

  • Wrightflyer
    01.07.2017, 22:48 Uhr.

    😀 LOL, mir tut gerade die Redaktion ein bischen leid!

    Ich habe nämlich eben noch den vorherigen Artikel überflogen, da hieß es noch daß alles nur Gerüchte wären, noch nichts bestätigt. Und dann gucke ich heute morgen auf Facebook rein, da schreibt es die Süddeutsche. Bestätigt, er ist raus.
    Das muss irgendwann letzte Nacht rausgekommen sein. NACHDEM Herr Erbacher den letzten Artikel geschrieben hat. Ich war ja gestern abend selber noch hier.
    JETZT wäre ich gern in Mainz oben auf dem Berg. Unsere Admins hier mal ordentlich fluchen hören, das muss ein Erlebnis sein!

    „Differenzen zwischen ihm und dem Papst habe es nicht gegeben, so Müller gegenüber Journalisten.“
    🙄
    *Ironie on* Nö, garnicht. Überhaupt nicht. *Ironie off*

    „Papst Franziskus dürfte gemerkt haben, dass die Glaubenskongregation eine zu wichtige Institution ist, als dass man sie aufs Abstellgleis stellen kann. Sie könnte nun zur zentralen Denkfabrik für das Pontifikat werden.“
    Das ist die gute Frage: Was soll aus dem Ding werden?
    Mit Sicherheit will die breite Mehrheit der römischen Katholiken keine strengen Glaubenswächter, keine Großinquisition mehr. Wenn sie noch irgendeinen Sinn haben soll, wird sie sich dramatisch ändern müssen. An die bisherige Behörde haben wohl zu viele zu schlechte Erinnerungen.

    Persönlich bin ich ja der Meinung daß jeder, egal in welcher Position, dem Papst widersprechen können sollte. Auch ein Müller.
    Aber das bei der Familiensynode mit Müller zutage getretene Problem ist seine Unfähigkeit, mit der Mehrheit „seiner“ Kirche in irgendeinen Dialog zu treten. Nur stur Prinzipien reiten! Niemanden unterhalb des Kardinalsranges ernst nehmen! Die meisten wollen das heutzutage doch wirklich nicht mehr.

    „Doch Papst Franziskus ernannte am Samstag den bisherigen zweiten Mann in der Glaubenskongregation, Erzbischof Louis Francisco Ladaria Ferrer (73), zum neuen Präfekten.“
    Ich habe gerade mal gegoogelt wer das sein soll.
    Also genaue Positionen finden sich nach oberflächlicher Recherche (und mehr habe ich nicht geschafft) keine im Netz. Aber interessant ist seine Herkunft: Er ist Mallorquiner! Mallorca ist nicht nur Ballermann. Mallorca ist eine Insel mit reicher Kultur und Geschichte, deren Einwohner zu leben verstehen!

    Spanien stand ja mal für den schlimmstmöglichen Katholizismus. Eine Ursache, vielleicht die Hauptursache, war daß die Herrscher die Religion als Mittel benutzt hatten, den Vielvölkerstaat Spanien zu beherrschen. Was schade ist, schließlich ist gerade die Vielfalt eine der Sachen die Spanien zum schönsten und liebenswertesten Land Europas machen. Aber die spanische Gesellschaft ist sehr lebendig und vital und kann sich daher, wenn nötig, auch recht schnell ändern. Sieht man gerade an der Stierkampfdebatte. Ein Spanier in der Position könnte also vielleicht durchaus überraschen! Mal sehen wies wird.

    „In den vergangenen Wochen war immer wieder einmal zu hören, es gebe eine Art Stillstand im Pontifikat.“
    Vielleicht auch ein Grund warum Franziskus, wie ein paar Artikel weiter hinten von Herrn Erbacher angedeutet, dereit wohl eher übellaunig scheint. Jedenfalls wenn ich das was Herr Erbacher da geschrieben hat richtig interpretiere. Er ist einfach selbst unzufrieden.

    • bernardo
      02.07.2017, 20:23 Uhr.

      Welches Land das schönste und liebenswerteste in Europa ist, darüber dürfte es sehr unterschiedliche Meinungen geben. Mich hat Spanien, im Gegensatz zu Italien, Großbritannien, Frankreich und auch den Ländern Kakaniens nie sonderlich interessiert, das mag aber auch an mir liegen. Sicher, es gibt viele schöne Ecken, aber die gibt es in anderen europäischen Ländern auch.

      Die Übellaunigkeit Bergoglios – wenn Sie sich alte Aufnahmen aus seiner Zeit in Buenos Aires ansehen, sehen Sie fast nur einen übellaunigen Erzbischof. Vom εὐαγγέλιον, der Frohbotschaft, keine Spur. Als er Papst wurde, änderte sich das vollkommen. Er schien sich neu erfunden zu haben. Wie authentisch das war, vermag ich nicht zu sagen. Vielleicht kennen Sie die Anekdote von Octavianus, dem blutrünstigen Bürgerkriegsgeneral, der als Kaiser Augustus in die Geschichte einging, als Pater Patriae, Vater des Vaterlandes, als Heiland und Erlöser der Welt in der Bucolica Vergils (ille deum vitam accipiet divisque videbit permixtos heroas et ipse videbitur illis
      pacatumque reget patriis virtutibus orbem). Auf dem Sterbebett soll er Folgendes gesagt haben: „Habe ich meine Rolle gut gespielt? Nun, so klatscht Beifall, denn die Komödie ist zu Ende.“

      • Suarez
        04.07.2017, 16:07 Uhr.

        Ich kenne die Aufnahmen und sehe einen ernsten, keinen übellaunigen Bischof. Das ist schon irreführender POV. Peinlich finde ich die Bildungsmeierei mit dem vierten von Vergils Hirtengedichten. Sie werden keineN lebenden Altphilologen/in finden, der dieses Gedicht auf Augustus interpretieren wird. Das ist Steinzeitexegese – demnächst kommen Sie noch mit Konstatin dem Großen, der das Gedicht auf Christus bezogen hat und Vergil zum heidnischen Propheten machte. Dichtung ist Dichtung und nicht einfach Herrscherlobpreis.
        Und damit sich auch die anderen beteiligen können hier die Übersetzung:
        „Er wird der Götter Leben annehmen und die den Göttern
        beigesellten Helden sehen und er selbst wird von jenen gesehen
        und wird den befriedeten Erdkreis mit den Fähigkeiten des Vaters beherrschen.“

        • bernardo
          05.07.2017, 22:43 Uhr.

          Bildungsmeier und steinzeitexeget so, so. Ich schlage vor, Sie lesen ein paar aktuelle historische Bücher über die packen August und den kaiserkult, und dann unterhalten wir uns weiter.

          • Suarez
            06.07.2017, 14:00 Uhr.

            Oh ich kenne genug zeitgenössische Altphilologica und Historica – da steht nichts davon. Zurecht. Dichtung ist Dichtung.

      • Wrightflyer
        04.07.2017, 22:08 Uhr.

        Schade, Sie verpassen einiges!

        Ich war auch schon in Frankreich und in der Toskana und in England und letzten Monat in einem Teil Kakaniens. Aber die rauhe Schönheit der Landschaften Spaniens, die ist schwer zu toppen! Und dann die spanische Lebensart… wo sonst tritt man eine Telefonkonferenz mit einem halben Dutzend Teilnehmer los wenn man nach dem Weg frägt?

        • Wrightflyer
          04.07.2017, 22:12 Uhr.

          ….wenn man aus dem Gebirge im Norden kommend das Hochland von Kastilien durchquert hat und irgendwann am Guadalquivir steht, das vergisst man nie…

  • Silberdistel
    01.07.2017, 23:34 Uhr.

    Ob man dem Glaubenspräfekten Müller im Vatikan genauso viel oder wenig nachweint, wie dem Bischof Müller von Regensburg?
    „Chronische Unterdrückung eines vielfältigen und lebendigen Bistums“, „Domspatzen-Affäre“, „Zweifelhafte Unterstützung von TvE“, Charamsa-Skandal“, „Würstchendose-Peinlichkeit“ nur als wenige Stichworte unter vielen seiner Regide. Für so eine Vita reicht Glaubenspräfekt einst gewesen zu sein als Karrierehighlight für Finthen als mögliches Exil, doch vollends aus (Die Finthener gelten bei den fastnachtsbegeisterten Meenzern übrigens mindestens so, wie die Ostfriesen bei den Deutschen).

  • Silvia
    02.07.2017, 13:02 Uhr.

    Kardinal Müller war Theologieprofessor und über seine Zeit als Bischof von Regensburg habe ich viel Negatives gehört.

    Das lässt für mich den Schluss zu, dass eben nicht jeder Theologieprofessor trotz seiner wissenschaftlichen Qualifikation zum Bischof geeignet ist.

    Es ist aber auch nicht jeder, der theologisch „wenig drauf hat“ nur alleine deswegen zum Papst geeignet.

    Rambomethoden gegenüber Mitarbeitern scheinen beiden Herren eigen zu sein.

    • alberto knox
      02.07.2017, 17:50 Uhr.

      es stimmt nicht, dass der papst theologisch nichts drauf hätte. sie haben nur nichts von ihm gelesen bzw. verstanden. ein bisschen selbstkritik würde nicht schaden.

      • bernardo
        04.07.2017, 11:01 Uhr.

        Sehe ich auch so. Selbstkritik scheint nicht Papst Bergoglios Stärke.

        • Suarez
          05.07.2017, 10:55 Uhr.

          Bemerkenswert: Sowohl die Autobiographica als auch seine Einleitung zu Dorotheos von Gazas‘ Selbstanklage strafen den Vorwurf der angeblichen Kritikunfähigkeit von Papst Franziskus (so heißt er schon noch für Katholiken) Lügen. Andreas Püttmann hat schon recht, die einst so papsttreuen Katholiken haben den Test ihrer Papsttreue nicht bestanden.

          Zum Tode Meisners: Ein Dubium weniger, werden die weniger gewogenen Zeitgenossen wohl sarkastisch sagen.

          • Hardenberg
            05.07.2017, 16:11 Uhr.

            *lach* Treffend. Ja, jetzt wird ein Gericht über Meisner ergehen wegen seiner vielen Sünden – aber am Ende wird auch er aus Gnade gerettet.

      • Suarez
        04.07.2017, 14:43 Uhr.

        Jeder normale Theologe sieht, dass Franziskus kein schlechterer Theologe, wahrscheinlich sogar der bessere Homilet ist.

      • Wrightflyer
        04.07.2017, 22:01 Uhr.

        Es ist halt bei einem Papst sehr ungewöhnlich daß der nicht in erster Linie zu Theologieprofs spricht sondern zu normalen Leuten. Und sich bewusst ist daß die wenigsten Zeit und Muße haben um sich Sprache und Denkschemata der Theologen anzueignen. Die meisten sind ausgelastet genug.

        • Hardenberg
          05.07.2017, 16:10 Uhr.

          Finde ich gut. Wir haben einen hervorragenden Multiplikator als Papst.

          • Suarez
            06.07.2017, 14:02 Uhr.

            Die weitaus meisten Katholikinnen und Katholiken sind hochzufrieden mit Franziskus und leben ihren Glauben freier und offener als unter Benedikt. Nur eine reaktionäre Miniminderheit meint Wahrheit und Güte aufhalten zu müssen.

    • Wrightflyer
      02.07.2017, 22:11 Uhr.

      Womit ich ehrlich gesagt wenig anfangen kann, ist Herren (und manchmal Damen) in Machtpositionen in Watte packen zu wollen, ihnen ein automatisches Vergebungsabo zu schicken und nur ihre Titel zu prüfen, nicht aber ihre Eignung.

      Mit dieser moralisch nachlässigen Haltung lässt man nämlich die kleinen Leute bluten. Die ohnmächtigen. Die wehrlosen. Die die (meistens) die meiste Arbeit machen und die wenigste Anerkennung bekommen.

      Dieser Haltung steht sowohl mein Glaube entgegen -ich fasse nämlich die Lehren des Evangeliums so auf daß ein mit Macht verbundenes Amt, wenn es denn nötig ist, vor allem Verantwortung und Verpflichtung bedeutet, nicht aber etwas hinter dem man sich verschanzen darf um mit einem nachlässigen Vergebungsabo alle möglichen Sauereien erlauben darf, und das deswegen besondere charakterliche Fähigkeiten erfordert, ansonsten hat man es zu verlassen- wie auch meine Lebenserfahrung.

      Wir sehen eine rk-Kirche in der weite Teile (wenn nicht in manchen Ländern die meisten Gläubigen) unter dem alten Gang der Dinge gelitten haben. Wir sehen einen Franziskus der genau das ändern möchte. Und wir sehen einen Müller der am liebsten beim alten Gang der Dinge bleiben möchte.
      Die Frage auf die es ankommt ist: Wer von beiden tut der rk-Kirche gut?

      Die normalen Gläubigen die sonntags in die Kirche gehen, die vielen fleißigen Helfer die das Gemeindeleben am Laufen halten, denen sind die Purpurträger verpflichtet! Dafür daß die Leute sich in ihrer Kirche wohlfühlen, dafür haben diese Leute zu sorgen!
      Wenn sie es nicht tun wollen oder können, z.B. weil sie mit komplexeren Lebensläufen nicht umgehen können oder weil sie akademische Eitelkeit daran hindert Einfühlungsvermögen zu entwickeln, dann sind sie in ihrem Amt fehl am Platz!

  • Wrightflyer
    02.07.2017, 21:37 Uhr.

    Liebe Redaktion, ich fange nochmal kurz themenfremd an, aber ich erkläre schon noch worauf ich raus will, keine Sorge.

    Gerade läuft das Finale ConfedCup. Ich war kurz in Versuchung es mir anzusehen, aber jetzt verzichte ich doch bewusst darauf.
    Obwohl ich eine große Bewunderin von Jogi Löw bin, dem besten Bundestrainer aller Zeiten, mit einem Führungsstil von dem man einiges lernen kann.

    Ist doch so daß man vor lauter Fußballhype vergessen hat was Fußball eigentlich sein soll.
    Jedenfalls keine toten Bauarbeiter in Katar und zwar nicht Tote aber auch eklatante Arbeiterrechtsverletzungen in Russland. Und Spiele Weltmeister gegen Kanonenfutter, nur der Fernseheinnahmen halber.
    Ab und zu regt man sich über die FIFA-Korruption auf, aber dann vergisst man alles schnell wieder und nimmt brav alles hin.

    Man hat vor lauter Stars, vor lauter WM-Hype vergessen was Fußball eigentlich sein soll.

    Was hat das mit dem Thema zu tun?

    Nun, ich glaube daß auch hier aktuell in der Diskussion das worum es eigentlich gehen sollte unter dem Tisch fällt. Das wichtigste von allen.
    Nämlich die rk-Kirche!

    Franziskus, so sehr ich ihn auch mag, ja in gewisser Weise liebe, ist nicht das wichtigste.
    Es ist nicht das wichtigste ob Müller jetzt Franziskus kadavergehorsam sein muss oder eine eigene Meinung haben darf.

    Das wichtigste ist hier die rk-Kirche, die wird hier vergessen.
    Das wichtigste ist doch die Frage, ob die rk-Kirche mit dieser Behörde, der Glaubenskongregation, leben kann oder ob die sich dramatisch verändern muss.
    Und wenn schon Glaubenskongregation dann ist doch das wichtigste die Frage ob die rk-Kirche mit dem Glaubenspräfekten leben kann.
    D.h. ob der Einfühlungsvermögen hat, Dialogfähigkeit, Überzeugungskraft und diplomatisches Geschick.

    Wir sind wohl alle gesellschaftlich so konditioniert daß wir auf die Stars schauen aber die „kleinen Krümel“ vergessen.
    Aber ist das die Haltung die uns Jesus beigebracht hat, bzw. beibringen wollte? Die Machthaber anhimmeln und in Watte packen, aber die kleinen Leute bluten lassen? Körperlich beim Stadionbau in Katar, seelisch in der rk-Kirche?

    Ich jedenfalls warte gespannt darauf ob Müllers mallorquinischer Nachfolger etwas mehr Einfühlungsvermögen hat und mit nicht ganz kirchenrechtskonformen Lebensläufen etwas besser umgehen kann.

    Und statt mir den ConfedCup anzugucken oder die hochgradig peinliche WM-Quali (der amtierende Weltmeister gegen Aserbaidschan, San Marino, Norwegen, Tschechei und Nordirland) und damit meine Zustimmung zu geben daß die FIFA das letzte Blut aus Menschen rausquetscht die sich nicht wehren können, freue ich mich lieber drauf daß „mein“ Verein nächstes Jahr nach zwei Fehlversuchen endlich endlich in die 3. Liga aufsteigt!!

    • Krakebusch
      06.07.2017, 20:55 Uhr.

      „…die hochgradig peinliche WM-Quali…“

      Sie können der FIFA aber nicht ankreiden, dass Deutschland generell ein enormes Glück bei der Auslosung für die Quali-Gruppen hat. (Deswegen bin ich auch für die Aufstockung der WM, weil ich kleinere Nationen – wie die Niederlande – gerne mal bei einem großen Turnier sehen würde ^^) Werfen Sie einen Blick auf andere Gruppen. Spannung pur.

      • Wrightflyer
        07.07.2017, 22:32 Uhr.

        Da hat die CONMEBOL ein faireres Verfahren als die UEFA: Dort treten erst die schlechtesten gegeneinander an, die Überlebenden kommen eine Runde weiter und treten gegen die nächstbesseren an, die besten, also die letztmaligen WM-Teinehmer, kommen in der letzten Runde hinzu.

        Was ich von der Aufstockung der WM auf fast 25% aller FIFA-Mitglieder halte weiß ich noch nicht so genau. Von einer Vorrunde in Dreiergruppen jedenfalls nix!
        Allerdings freue ich mich auch wenn kleine Länder richtig zum Zug kommen! Also Achtelfinale, Viertelfinale, in der Größe. Ich war bei der letzten EM auch für Island!

        • Wrightflyer
          07.07.2017, 22:37 Uhr.

          „Da hat die CONMEBOL ein faireres Verfahren als die UEFA:“
          Ups, Entschuldigung, die CONCACAF meinte ich!

        • Krakebusch
          09.07.2017, 18:21 Uhr.

          „Ich war bei der letzten EM auch für Island!“

          Jaaa, die waren komplett (Mannschaft, Fans, mitleidender Kommentator) phänomenal. Hätten sich allerdings auch ohne Aufstockung qualifiziert.

          Erwähntes Aussieben „kleiner“ Mannschaften finde ich nicht so dolle. Zum einen sollte jede Nation das Recht haben, sich unter Wettbewerbsbedingungen mit den „Großen“ messen zu dürfen. Zum anderen lernt man aus jeder „Klatsche“, die man bekommt. Dass Andorra z.B. Ungarn schlägt, und nach sechs Spieltagen nur 13 Gegentore kassiert hat, wäre vor Jahren undenkbar gewesen.

          p.s. Viel Glück, dass Ihr Verein endlich in die dritte Liga aufsteigt. Ich hoffe stark, dass meine Preußen das nächste Saison auch schaffen…

  • alberto knox
    03.07.2017, 15:44 Uhr.

    langsam trudeln immer mehr details ein. drogensexparties im palazzo sant’ufficio, mangelnder wille zur strafverfolgung pädophiler priester – das passt zur amtsführung von müller in regensburg.
    es wird einigen nicht gefallen, aber im grunde war das auslaufen der amtszeit eine sehr noble und anständige art und weise, müller gehen zu lassen.

    • Jürgen Erbacher
      Jürgen Erbacher
      04.07.2017, 7:54 Uhr.

      Man sollte sich aber davor hüten, Dinge, die nicht miteinander im Zusammenhang stehen, in einen Topf zu werfen.

      • Silberdistel
        04.07.2017, 9:39 Uhr.

        Im Gebäude palazzo sant’ufficio, welches wie man liest, kürzlich bei einer laufenden Homosex-Drogenparty von der Polizei gestürmt und ein hoher vatikanischer Geistlicher verhaftet wurde; ist auch die Glaubenskongregation untergebracht, von der Müller bislang der Chef war.
        Da die stürmende Polizei die des Hl. Stuhles war und dieser für vatikanische Verhältnisse doch äußerst ungewöhnliche Vorgang zeitlich mit Müller´s Abgang zusammen fällt, ist da zu vermuten das gerade insgesamt von höherer Stelle aus in und um die Glaubenskongregation aufgeräumt wird??
        Anhand von Müller´s Vita, umgab ihn immer ein gar seltsames Umfeld, das man – so man von dem kirchlichen Hintergrund nichts wüßte – eher der Mafia zurechnen würde; einschließlich dem Vorhandensein von hohen Geldbeträgen in Würstchendosen. Natürlich hatte Müller zeitlebens niemals von Nichts etwas mitbekommen. Das Bild von den „Drei Affen“: Nichts hören, nichts sehen, nichts sagen; und wenn doch, dann vertuschen als vermeintliche rk-Glaubensgrundregel, drängt sich da förmlich auf.

        • Jürgen Erbacher
          Jürgen Erbacher
          05.07.2017, 9:28 Uhr.

          Im Gebäude der Glaubenskongregation befinden sich neben den Büros ein Dutzend Wohnungen von Angestellten des gesamten Vatikan. So leben dort etwa die Kardinäle Cordes und Koch, Bischof Clemens und viele andere. Nicht alles, was in diesem Palazzo passiert, fällt in die Zuständigkeit des Präfekten der Glaubenskongregation oder ist von diesem oder einem der anderen Bewohner zu verantworten.

          • Silberdistel
            05.07.2017, 19:15 Uhr.

            Jürgen Erbacher
            05.07., 9:28 h
            So geschieht also gar Wundersames wenn im direkten Halo der rk-Glaubens-kongregation, derjenigen Kongregation historisch wie zeitgenössisch höchster katholischer Moral, sowie gleichzeitig im Halo hochrangigster rk-Persönlichkeiten: Monsignore gar Eminenzen; eine Homosex-Drogenparty stattfindet. Eine Homosex-Drogenparty, die durch die Stürmung der Polizei des Heiligen Stuhls aufgelöst und deren Teilnehmer verhaftet werden.

      • Suarez
        04.07.2017, 15:57 Uhr.

        Meine Information ist, dass die Entfernung der drei „kompetenten“ Mitarbeiter durchaus mit Sex zu tun hat. Damit hätte der Kardinal gezeigt, dass er seinen Laden nicht im Griff hat.
        Bemerkenswert, dass selbst da, wo Müller auf keine Sympathie stößt, mittlerweile nur noch der Pawlowsche Hund kommt: Müller muss ein Rückgrat haben, weil der Papst eben so dumm sei. Wie einfach man sich die Welt zurechtbiegen kann. Vielleicht ist Müller dann auch noch islamkritisch deswegen, weil es der Papst zu wenig ist, @Silvia?

  • bernardo
    03.07.2017, 19:02 Uhr.

    Was mich erstaunt, ist der Papalismus in diesem Blog. Ich habe Benedikt immer hochgeschätzt, als Menschen und als Theologen. Ein Mann, der mehr war als schien, dessen Bescheidenheit nicht gespielt war, der auch zu bescheiden war, um mit dieser Bescheidenheit zu prunken. Dennoch wäre es mir nie in den Sinn gekommen, jede Maßnahme Benedikts zu verteidigen, ja zu rühmen. Die Aufhebung der Exkommunikation der Piusbruderschaft schien mir ein Fehler zu sein, wenngleich ich die Motive Benedikts nachvollziehen konnte. Nie wäre es mir in den Sinn gekommen, Kritikern über den Mund zu fahren, Gehorsam gegenüber dem Papst einzufordern, wo gerechtfertigte, vielleicht auch ungerechtfertigte Kritik herrschte.

    • Silvia
      04.07.2017, 12:08 Uhr.

      bernardo
      03.07.2017, 19:02 Uhr.

      Auch hier sagen Sie genau das, was auch ich denke bzw. hier wahrnehme. Der Papalismus hier übertrifft alles, was ich in 66 Lebensjahren bisher in unserer Kirche diesbzgl erlebt habe, auch unter JPII. So ein Personenkult um einen Papst von Ultraprogressiven lässt mich immer wieder staunen.

      Mich erinnert das an Diktaturen und ihre Machthaber, auch die Methoden, wie man Kritiker diskreditiert.

      • Hardenberg
        05.07.2017, 16:08 Uhr.

        Märchenstunde. Wie schnell doch der Personenkult um Johannes Paul II. vergessen ist.

        • Wrightflyer
          07.07.2017, 0:02 Uhr.

          Ja. Den habe ich auch noch in übelster Erinnerung.

          Ich weiß noch daß es in meiner Jugend, wenn man nicht gerade tief in der eigenen Pfarrgemeinde verwurzelt war und dort ein reiches Gemeindeleben mitbekam, oft so schien als ob rk-Kirche NURNOCH der Papst wäre.

      • bernardo
        05.07.2017, 22:47 Uhr.

        Silvia, manches erinnert schon fast an nordkorea. Und jetzt wird auch noch der Püttmann ins Spiel gebracht. 😁

        • Silvia
          06.07.2017, 11:55 Uhr.

          An Nordkorea habe ich auch schon gedacht, wollte es nur nicht so deutlich sagen.

          Selbst der Kult unter JPII war nur ein harmloses Vorspiel dessen, was wir heute erleben.

          • Suarez
            06.07.2017, 14:03 Uhr.

            Seltsame Wahrnehmung…

          • Brigitta
            06.07.2017, 15:15 Uhr.

            Ich ordne das nicht unter Personenkult ein sondern unter Aufatmen zumindest in der westlichen und südamerikanischen Welt.
            Ratzinger ist sicher ein guter Theologieprofessor gewesen aber seine Bücher sind für viele nur schwer verständlich gewesen z.B. Das Buch „Die Einführung ins Christentum“, bei dem ich mich ständig gefragt habe, was das mit dem Jesus aus dem NT zu tun hat und mit mir – und ich bin nicht „auf der Brennsuppen dahergeschwommen“, sondern stammme aus einer Akademikerfamilie

    • Suarez
      04.07.2017, 14:42 Uhr.

      Bescheidenheit. Gold, hermelin, Spitze, Samt, Seide, jaja. Bescheidenheit. sich Denkmäler zu Lebzeiten errichten lassen, sich selbst ganz bescheiden für das Maß des Katholischen halten… Bescheidenheit eben.

      • Hardenberg
        05.07.2017, 16:08 Uhr.

        Treffend. In seinen alle beurteilenden Predigten blitzte immer wieder der achso schlaue und selbstgefällige Ratzinger durch.

      • bernardo
        05.07.2017, 22:59 Uhr.

        Bescheidenheit kann bedeuten, als Person ganz hinter dem papstamt zurückzutreten, während eine unbeschriebene Person das Amt hinter der Person verblassen lässt.

        • Suarez
          06.07.2017, 10:33 Uhr.

          Richtig, bei Ratzinger ist das Amt stets hinter die Person zurückgetreten.

        • Silvia
          06.07.2017, 11:53 Uhr.

          bernardo
          05.07.2017, 22:59 Uhr.

          Genau das verstehe auch ich unter Bescheidenheit. Es ist unendlich schwieriger, die eigene (Privat)person, die ja auch ein Papst hat, hinter der Würde und Bürde des Amtes zurück treten zu lassen, als kurzerhand das Amt den eigenen Launen und Charakterschwächen anzupassen, was sich dann Reform des Papstamtes nennt.

          • alberto knox
            06.07.2017, 18:16 Uhr.

            bescheiden ist es wohl kaum, einfach nur aufs gerate wohl zu sagen, der papst ist dumm, unbescheiden etc., nur weil man eben selber nicht zur päpstin gewählt worden ist.

    • Wrightflyer
      04.07.2017, 21:38 Uhr.

      Blättern Sie mal ein paar artikel zurück, da habe ich auch Franziskus sehr heftig wegen Nigeria kritisiert! Dazu stehe ich auch nach wie vor, denn was er da veranstaltet hat war NICHT gut.

      Der Papst ist nicht so wichtig. Selbst wenn es Franziskus ist. Der Papst ist nur ein einzelner.
      Es ist nicht so wichtig wie ein Müller jetzt zum Papst steht, ob er absolut gehorsam sein muss oder nicht.

      Wichtig ist ob einer in der Position diplomatisches Geschick, Einfühlungsvermögen und Lernbereitschaft hat.
      Sehen Sie sich auf der Straße um: So viele strenge Glaubenswächter gab es schon auf dem Posten -einer wurde „Panzerkardinal“ genannt-, aber sie haben niemals jemanden gläubiger gemacht. Niemanden haben sie näher zu Gott gebracht, niemandem Lust und Neugier auf den sonntäglichen Gottesdienstbesuch gemacht.

      Sehen Sie: Ich habe mich da wo ich aktuell gerade arbeite (noch vier Wochen lang) als Christ und mehr oder weniger konstante Kirchgängerin (d.h. lasse schonmal einen Gottesdienst aus wenn an einem Wochenende viel los ist, oder auch zwei) geoutet, und jetzt bekomme ich das täglich im Büro ab, da macht sich jemand täglich über den Glauben lustig. (nur der neue Kollege, die anderen haben das leichter akzeptiert. Sitze mit 3 Atheisten in einem Büro) Ich will mich hier nicht darüber ausweinen, nein, ich habe schon weit schlimmeres erlebt! Aber die Sprüche führen mir vor Augen wie viel wir alle noch zu tun haben um Gott wieder zum Teil unserer Gesellschaft zu machen. Ich bekomme schon zu hören was bei vielen heutzutage noch für ein Christenbild herrscht und wie wenig Ahnung von Kirche und christlichem Glauben heutzutage noch da ist.
      Sicher, ich bin jetzt in einer tollen Kirche in der ich sehr zufrieden bin. Aber was nützt es am Ende? Die ak-Kirche ist klein…

      An dieser zentralen Stelle in Rom braucht es heutzutage etwas komplett anderes als einen strengen Glaubenswächter. Kein Christ wird gläubiger, bzw. strahlt plötzlich mehr Freude am Glauben aus wenn ein harter und wenig einfühlsamer Glaubenspräfekt einen auf „Rechtgläubigkeit“ scannt, bzw. niemand kirchenfernes wird dadurch plötzlich neugierig auf dem Glauben.

      • Hardenberg
        05.07.2017, 16:07 Uhr.

        Ja, ich kann Sie gut verstehen – mit hat die harsche Gehorsamseinforderung auch überrascht.

      • bernardo
        05.07.2017, 22:55 Uhr.

        Wrightflyer, ich meinte Sie doch gar nicht mit dem Papaĺismus. Ich meinte zwei Blogger, aber vielleicht ist es auch nur ein einziger mit zwei Accounts. Mir gefallen übrigens am besten die Landschaften westschottlands und westirlands sowie die grüne Seele mittelitaliens. Die Fehler bitte ich zu entschuldigen. Die smartphonetastatur arggghhh.

        • Wrightflyer
          06.07.2017, 23:49 Uhr.

          @bernardo:

          Jo, das mit der Handytastatur kenne ich!
          Noch schlimmer ist allerdings die Autokorrektur! Manche mussten da schon dem Freund/der Freundin peinliche Fragen beantworten.

          Ich liebe an Spanien allerdings nicht nur die Landschaften. Ich liebe insbesondere auch die spanische Lebensart, diese Offenheit, Hilfsbereitschaft und Lebensfreude, ja, Lebenslust. Hier sind man kaum noch Kinder draußen spielen, dort ist bis kurz vor Mitternacht draußen auf der Plaza Leben!
          Ey, in Spanien hat tatsächlich ein anarchistisches Experiment funktioniert: In den anarchosyndikalistischen Gebieten während des Bürgerkrieges funktionierte die öffentliche Ordnung ausgezeichnet! Und ist ja noch nicht lange her, da war ganz Spanien 10 Monate ohne Regierung! War kein Problem, sogar die Wirtschaft ist gewachsen!
          Und dann das Essen… Cocido madrileño (deutsch etwa „madrider gekochtes“) z.B., oder dieser kantabrische Eintopf, und Lamm… und Albóndigas… Ach, Scheiße, ich kriege Hunger, dabei habe ich gerade gegessen!!

          Schottland und Irland sind allerdings auch sehr interessant. Ich habe sehr viel übrig für keltische Musik.
          Sind Sie denn für die schottische Unabhängigkeit?
          Ich wäre es wenn ich nicht befürchten müsste daß die Katalanen sich dann auch aus Spanien verabschieden…

          Was Franziskus angeht:
          Glauben Sie mir, es ist emotional nicht so leicht für mich, hier meistens dem Papst rechtzugeben. Ich stimme halt in sehr vielem mit dem aktuellen hier überein. Ich war gerade mal 3 Jahre altkatholisch, da kam er ins Amt. Und ich habe angefangen hier zu schreiben.
          Es hat mich emotional fast zerrissen, aber die letzten Tage über habe ich meinen Frieden gefunden.
          Leider zu spät um noch ein gutes Verhältnis zur Redaktion aufzubauen. Unsere beiden Admins können mich nicht leiden und das wird auch leider so bleiben.

          Aber wundern Sie sich bitte nicht daß ich in Zukunft etwas weniger hier schreiben werde.
          Ich habe es hier schon übertrieben und dabei viel vernachlässigt.
          Z.B. will ich mal wieder etwas mehr geocachen gehen, z.B. bin ich jetzt nicht mehr nur beim THW wo ich 2 Ausbildungs- und Übungsdienste pro Monat, ab und zu Sonderdienste wie Straßensperre für Großveranstaltungen oder alle Verbandskästen und Santaschen auffüllen und 3-4 Mal im Jahr einen richtigen Einsatz (dann allerdings schonmal so ein Kaliber wie Zugunglück oder Hochwasser) habe sondern auch noch bei Ingenieure ohne Grenzen und da laufen bald ein paar spannende Projekte an, wo man Gedanken und Arbeit reinstecken sollte. Und z.B. will ich mal sehen ob ich jobtechnisch endlich weiterkomme… Ich bin meiner Firma ja sehr dankbar daß sie mich genommen hat als schon alles vorbei zu sein schien, und dann hatte ich noch oben erwähnte sehr sehr schöne Stelle (wenn auch in einer dort gerade sehr schweren Zeit), Anfang August besuche ich den Laden vielleicht wieder, einfach so, ich darf das, ABER: So langsam habe ich die Schnauze voll vom Konstrukteursdasein und will Richtung Projektleitung.
          Aus all den Gründen will ich hier schrittweise etwas runterfahren.
          Mit dem Vorhaben, den gesamten Terry Pratchett nochmal zu lesen, auch die Nicht-Scheibenwelt-Romane wie die Johnny-Maxwell-Trilogie oder „Strata“, bin ich noch nicht weit gekommen wegen hier…

          Aber ich stimme Ihnen zu daß mir der Tonfall der hier wieder los ist kein Stück gefällt.
          Sind so einige Sachen wo ich denke: „Aua, das war giftig, das hätte ich mir im Leben nie erlaubt!“, aber es steht ja nicht „Wrightflyer“ drüber!
          Die Böse die alles falsch macht bin ja ich! Ich bin diejenige bei der die Redaktion keine gute Seite mehr sieht! Ich habe in 4 Jahren noch nie einen sinnvollen Beitrag geschrieben und bin immer nur aggressiv…

          • Jürgen Erbacher
            Jürgen Erbacher
            07.07.2017, 8:30 Uhr.

            Die Redaktion hat immer betont, dass hier alle mitschreiben können und willkommen sind, die sich an die Netiquette halten. Die letzten Zeilen Ihres Kommentars sind Ihre Deutung und geben nicht die Meinung der Redaktion wieder.

          • bernardo
            07.07.2017, 10:47 Uhr.

            Wrightflyer, wir haben in einigen Dingen unterschiedliche auffassungen, aber ich schätze sie, weil sie offen und ehrlich ihren Standpunkt vertreten ohne anderen häresie oder apostasie vorzuwerfen, oder ihnen mit der Hölle zu drohen. Ich bin eher gegen die schottische unabhängigkeit, aber letztlich müssen das die Schotten und die Briten entscheiden.

    • Wrightflyer
      04.07.2017, 21:52 Uhr.

      Und noch etwas möchte ich Ihnen zum drüber nachdenken empfehlen.

      Ich swill hier natürlich nicht allzusehr beruflich aus dem Nähkästchen quasseln, aber das erlaube ich mir mal zu sagen: Ein Betrieb wo ich gearbeitet habe, da gab es zur damaligen Zeit arge Schwierigkeiten die auf einen Vizechef den die etwa ein Jahr schon hatten als ich kam zurückgingen. Der hat die Leute frustriert und seine Produktionsrekorde gingen ihm über alles. Und dann hatten wir mal den Fall daß es einen massiven Austritt eines organischen Lösungsmittels gab, und zwar gasförmig. Hätte sich nurnoch an einem heißen Anlagenteil entzünden zu brauchen, der GAU wäre dagewesen. Zu der Zeit war ich viel in der Anlage unterwegs um Rohrleitungen auszumessen, so nebenbei bemerkt. Da ich mich trotz allen Schwierigkeiten dort sehr sehr wohlgefühlt habe, wirklich sehr gern gearbeitet habe (meistens jedenfalls…) und noch eine hohe emotionale Bindung an diesen Ort habe, habe ich mich neulich mal erkundigt wie es dort so läuft. Jo, der Vizechef wurde gefeuert, es geht wieder aufwärts! Plötzlich laufen die ganzen Projekte die so anstanden und die ich mit meiner Zeichnerei unterstützt hatte! Mir wurde zwar gesagt daß noch eine Menge zerschmissenes Geschirr zu kitten ist (kurz nachdem ich ging müssen die Dinge RICHTIG eskaliert sein), aber es geht aufwärts, technisch und menschlich!

      Jetzt lassen Sie sich die Geschichte durch den Kopf gehen und beantworten Sie mir die Frage:
      Was ist wichtiger? Der Vizechef, weil er Rang unt Titel hatte oder die betreffende Anlage, das Herzstück des ganzen Betriebes, samt lebendem Inventar?

      Und jetzt beantworten Sie mir die nächste Frage:
      Was ist wichtiger? Der Glaubenspräfekt, weil er eine rote Soutane tragen darf und sich Kardinal nennen darf oder die gesamte rk-Kirche?

      Die wenigsten Katholiken sind irgendwelche asketischen Superfrommen, übrigens. Und die wenigsten haben Zeit für irgendwelche theologischen Texte. Die meisten sind mit Alltagskämpfen ausgelastet genug.

      • Brigitta
        06.07.2017, 1:15 Uhr.

        Sie sprechen mir aus der Seele. Jetzt müsste der Papst nur noch jemanden finden, der ein Vizechef in diesem Sinne sein könnte

        • alberto knox
          07.07.2017, 11:48 Uhr.

          ich glaube, dass er mit ladaria und parolin wirklich gute leute hat. man muss den rechten krakeelern nur das megaphon wegnehmen, mit dem sie suggerieren, sie verträten wichtige, christliche positionen – womöglich gar der mehrheit.

  • bernardo
    04.07.2017, 10:53 Uhr.

    „ja, freilich. er wird für den kardinalat bezahlt. zur erinnerung: der kardinalat ist (in einem besonderen konstrukt) mit einer römischen pfarrei (diakonie oder sogar einem romnahen bischofsamt) verbunden. ich bin überrascht, dass ein historiker das nicht weiß.
    welche gerüchte?“

    Ach so, und ich dachte, die Verbindung des Kardinalats mit einer römischen Pfarrei, die mir sehr wohl bekannt ist, sei der Versuch, die Fiktion aufrechtzuerhalten, dass der Papst durch den römischen Klerus gewählt wird, wie dies früher der Fall war.

    Was die Gerüchte angeht – so soll nach Ihrer Aussage Erzbischof Müller „vor wut in den teppich seiner wohnung gebissen haben, dass er (noch) keine karriere macht. als er dann beim einzug der kardinäle ins konklave nicht mit reindurfte in die sixtina, habe er geweint“.

    Waren Sie dabei, als er in den Teppich biss und weinte?

    „aha, gehorsam nach eigenem ermessen also. oder mit b16: diktatur des (eigenen) relativismus.“

    Kein Relativismus, sondern dem Folgen des Gewissens, das man eben nicht durch den Papst ersetzen kann. Mich erstaunt, dass Sie als Theologe den Unterschied nicht kennen. Dazu als kleine Auffrischung Thomas von Aquin: „Omne quod est contra (…) conscientiam, peccatum est.“ Alles, was sich gegen das Gewissen richtet, ist Sünde.“

    Mal eine Frage: Waren Sie dem Papst auch so treu ergeben, als dieser noch Benedikt oder Johannes Paul hieß?

    • Suarez
      05.07.2017, 10:57 Uhr.

      Es gibt auch ein irrendes Gewissen.

      • Hardenberg
        05.07.2017, 16:06 Uhr.

        Das liegt ja offen zu Tage bei denen, denen es jetzt an Papsttreue mangelt.

        • Suarez
          06.07.2017, 14:03 Uhr.

          Danke!

        • alberto knox
          06.07.2017, 18:16 Uhr.

          sehe ich auch so.

  • Ya Lob
    04.07.2017, 15:00 Uhr.

    Die Nichtverlängerung der Amtszeit von Kardinal Müller sollte m. E. ganz emotionslos unter dem Gesichtspunkt gesehen werden, dass alle Organisationen (in der Gesellschaft und in der Wirtschaft) LEITSÄTZE haben, die es für die tätigen Personen zu befolgen gilt. Wer danach nicht handeln kann oder will, muss akzeptieren, dass er am falschen Platz ist und entweder selbst seinen Abschied nimmt oder aber vom Vorgesetzten gekündigt wird. Dies ist geschehen. Als Vorgesetzter hat Papst Franziskus damit nicht als Unbarmherziger oder gar Macho gehandelt Er hat lediglich – und dabei noch mit dem Ende der regulären 1. Amtszeit von Kardinal Müller sehr geduldig und rücksichtsvoll – seiner RICHTLINIENKOMPETENZ folgend, den folgerichtigen, konsequenten Schritt vollzogen.

    • Suarez
      05.07.2017, 10:58 Uhr.

      Das sehe ich genauso.

  • Wanda
    06.07.2017, 18:04 Uhr.

    Dieser intesive Blog (immerhin fast 80 Beiträge)zur „Causa Müller“ ist hochinteressant geworden:
    – wenn man all die oft gegenläufigen Meinungen zusammenfasst und auch die berührten Nebenthemen (ua. sex and crime, Geld und Pfründe, Konkurrenz, persönliche Abneigung und Zustimmung, Eifersucht), genauso wie das zuweilen Anzweifeln der wahren Christlichkeit unter den Diskutierenden, dann ergäbe das ein prächtiges Drehbuch für eine zu verfilmende Soap Opera unter dem Titel „Papstgeflüster“…
    – Erlaube mir als (katholisch getaufter) Atheist die Frage: Wer oder was eint eigentlich die hier diskutierenden Katholiken ?

    • Silberdistel
      07.07.2017, 9:31 Uhr.

      Wanda
      06.07., 18:04 h
      Na, das ist doch glasklar und unzweifelhaft: Der Glaube an den Konfessionsstifter: Jesus Christus (hoffentlich!). Als Atheist muß man sie vielleicht ja auch zu dieser Erkenntnis tragen…
      Meinereiner ist übrigens heilfroh hier keine unreflektierte, katholisch geklonte Einheitsmeinung vorzufinden. Soviel noch zum Thema Müller.

      • Wanda
        07.07.2017, 19:15 Uhr.

        Silberdistel 09:31
        – das kommt eben absolut nicht so „glasklar“ rüber, wie Sie meinen.
        Zur Erinnerung: es wurde in den verschiedenen Diskussion schon so manchem hier kontrovers argumentierendem Gläubigen die „wahre“ Sicht und Christlichkeit abgesprochen, oder etwa nicht ?

        • Silberdistel
          09.07.2017, 19:57 Uhr.

          Wanda
          07.07., 19:15 h
          Nunja, manches ist halt so glasklar wie Klosbrühe und die feine Ironie war wohl derart übertrieben fein, das sie nicht die Chance hatte anzukommen.

    • alberto knox
      07.07.2017, 10:30 Uhr.

      ich hoffe, der unbeirrte glaube an den dreifaltigen gott und gutes zu tun, ohne sich daraus einen anspruch auf das ewige heil ableiten zu wollen.

  • Krakebusch
    06.07.2017, 21:07 Uhr.

    Und im jüngsten Interview wagt es ausgerechnet Herr Müller jetzt allen Ernstes von „schlechtem Stil“ zu salbadern? DER Herr Müller, der nie einen Hauch von Stil an den Tag gelegt hat? „Treppenwitz“ nennt man das wohl.

  • bernardo
    07.07.2017, 15:44 Uhr.

    Mag sein, dass Müller einen schlechten Stil hatte, aber das macht den Stil des Papstes in diesem Fall nicht besser. Von schlechtem Stil zeugte es auch, Katholiken zu sagen, sie sollten sich nicht wie Kaninchen vermehren, lachhaft angesichts der Geburtenraten in Italien, Spanien oder polen, Eltern zu raten, sie sollten ihre Kinder mit würde schlagen oder Konzerte im Vatikan zu Ehren des Papstes nicht zu besuchen.

    • Silvia
      09.07.2017, 12:45 Uhr.

      bernardo
      07.07.2017, 15:44 Uhr.

      Was das Nicht besuchen von Konzerten zu Ehen des Papstes angeht: Jeder Vikar (Kaplan) weiß bereits, dass es zu seinen dienstlichen Pflichten gehört, auch kirchliche Veranstaltungen, die ihm persönlich nicht liegen, zu besuchen und diese mit Anstand hinter sich zu bringen.

      In anderen Berufen ist es ähnlich, ab einer gewissen Position muss man auch Termine wahrnehmen, die man als Privatperson links liegen lassen würde.

      • Silvia
        09.07.2017, 12:46 Uhr.

        PS: Sollte heißen: zu EHREN des Papstes, nicht „Ehen“.

      • bernardo
        10.07.2017, 10:28 Uhr.

        Es ist auch traurig, dass der Papst mit musik, Kunst oder Landschaften nichts anzufangen weiss. Im Gegensatz zu seinen vorgängern. Dies teilte er mit den meisten Angehörigen jener religion, die er besonders eifrig verteidigt.

    • Suarez
      10.07.2017, 1:21 Uhr.

      Man merkt, Italien ist der Mittelpunkt der Welt für manche. In etlichen anderen katholischen Ländern ist die Fertilitätsrate durchaus ein Problem. Und zwar in gar nicht wenigen. Dieser Satz mit den Kaninchen war mehr als wahr. Hätte ihn Pius XII. gesagt, hätte ich meine Großmutter noch erleben können, die am Heiligabend 1945 mit dem 9. Kind gestorben ist, während sie gefleht hat, man solle sie nicht sterben lassen und der Arzt seelenruhig daneben stand, weil man nichts machen durfte.

      Man muss auch bitte mal klarstellen, dass Müller ja nicht vor dem nichts steht und er alle Alternativen abgelehnt hat. Mit einer fetten Pension mit 69 in Rom sein – was will er denn mehr? Und davon abgesehen – auf so etwas kommen manche schon gar nicht mehr, weil sie unserem guten Papa Franz nur noch Dummheit und Stillosigkeit unterstellen – könnte der spätest mögliche Termin der Bekanntgabe nicht auch darin beruhen, dass unser Papst dem Müller nicht noch einmal eine letzte Chance zur Umkehr und Papsttreue gewähren wollte?

  • bernardo
    10.07.2017, 10:23 Uhr.

    Ja. Klar. In Ländern wie Uganda oder ruanda, in denen viele Katholiken leben, ist die Geburtenrate ein problem. Hat aber mit wirtschaftlichen und sozialen Faktoren zu tun und nicht mit dem katholizismus.

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