Franziskus und die moderne Sklaverei

„Menschen- und Organhandel, Zwangsarbeit und Prostitution sind moderne Formen der Sklaverei und Verbrechen gegen die Menschlichkeit.“ Das hat Papst Franziskus Mitte August 2016 in einem Tweet an seine weltweit 30 Millionen Follower geschrieben. Das katholische Kirchenoberhaupt belässt es aber nicht bei Worten. In seinem Auftrag veranstalten Vatikanbehörden internationale Konferenzen zum Thema und werden die Bischöfe sowie kirchliche Institutionen in der ganzen Welt zu konkretem Handeln angehalten. Wir haben das zum Anlass genommen für eine Dokumentation zum 80. Geburtstag von Papst Franziskus. Der Film zeigt Beispiele, wo Kirche sich für Opfer von Menschenhandel und moderner Sklaverei engagiert. Er geht der Frage nach, ob die politischen Aktivitäten des Vatikans konkrete Auswirkungen haben oder es sich dabei nur um „Schaufensteraktionen“ handelt. Der Film illustriert, wie das Engagement von Papst Franziskus in diesem Bereich seine ganze Biografie durchzieht.

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Jürgen Erbacher

Seit 2005 berichte ich für die ZDF-Redaktion „Kirche und Leben katholisch“ über die Themen Papst, Vatikan, Theologie und katholische Kirche. Dafür pendle ich regelmäßig zwischen Mainz und Rom - meiner zweiten Heimat. Dort habe ich vor meiner ZDF-Zeit mehrere Jahre gelebt und für Radio Vatikan gearbeitet. Studiert habe ich Politikwissenschaft und Katholische Theologie in Freiburg i.Br. und Rom.

Ein Kommentar

  • Wrightflyer
    19.12.2016, 18:46 Uhr.

    Damals in der Zeit vor dem amerikanischen Bürgerkrieg, als über die Sklaverei diskutiert wurde, brachten die Sklavenhalter des Südens das Argument daß es die Fabrikarbeiter des Nordens auch nicht besser hatten als die Sklaven.
    Das war leider wahr.

    Und es ist leider auch immernoch wahr.
    Nicht nur Katar muss man als Sklavenstaat bezeichnen, sondern auch das mittlerweile brachialkapitalistische China. Sklaverei gibt es auch bei uns, z.B. in den Schlachthöfen oder auf dem Bau. Und nehmen wir nur Bangladesch.
    Eine kluge BWL-Professorin hat ausgerechnet daß jeder von uns in den Industrienationen ohne es zu wissen weltweit etwa 60 Sklaven hält.

    Der Kapitalismus erfüllt seine Freiheitsversprechen nicht. Jedenfalls nicht wenn er nicht durch eine gesunde Portion Sozialismus an der Leine gehalten wird.

    Die menschenfeindlichen Ideologien die wir Christen bekämpfen müssen sind heute wieder der Faschismus, aber auch der Kapitalismus.
    Ich hatte schon vor vielen Jahren als Kommunistin versprochen notfalls mein Leben zu geben im Kampf gegen den Faschismus, ich erneuere das Versprechen hiermit gern als Christ.
    Ich würde das gleiche auch gern im Kampf gegen den Kapitalismus versprechen, aber der ist wesentlich schwerer zu packen, ich weiß auch nicht so genau wo ich eigentlich anfangen soll.

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