Timmerevers neuer Bischof von Dresden-Meißen

Die erste wichtige Personalentscheidung in der katholischen Kirche in Deutschland im Jahr 2016 ist gefallen. Der bisherige Münsteraner Weihbischof Heinrich Timmerevers ist neuer Bischof von Dresden-Meißen. Der 63-Jährige tritt die Nachfolge von Heiner Koch an, der im Juni vergangenen Jahres nach nur zwei Jahren in Dresden zum Erzbischof von Berlin ernannt worden war. Timmerevers gilt als Mann mit großer Erfahrung in der Pastoral sowie in der Ökumene. Mehrfach hat er sich klar gegen Rechtsextremismus positioniert. Er initiierte 2008 das Projekt „Würdenträger – weil jeder Würde trägt“, bei dem sich verschiedene gesellschaftliche Gruppen gegen jede Art der Diskriminierung wendeten. „Haltungen, die rechtsextremer Ideologie entspringen, haben in der Kirche keinen Platz“, so Timmerevers. Seine Amtseinführung wird erst nach dem Katholikentag stattfinden. Das große Treffen Ende Mai in Leipzig bietet ihm allerdings die Gelegenheit, sein neues Bistum näher kennenzulernen.

Der neue Bischof von Dresden-Meißen, Hinrich Timmerevers (l) , und sein bisheriger "Chef", der Münsteraner Bischof Felix Genn (r). (Quelle: dpa)

Der neue Bischof von Dresden-Meißen, Heinrich Timmerevers (l) , und sein bisheriger „Chef“, der Münsteraner Bischof Felix Genn (r). Genn ist als einziger Deutscher Mitglied der vatikanischen Bischofskongregation, die für die Auswahl der neuen Bischöfe (beinahe) weltweit zuständig ist.(Quelle: dpa)

Noch mehr Stellen zu vergeben

Dresden-Meißen ist der Zahl nach mit 141.000 Katholiken ein kleines Bistum. Doch gehören mit den Städten Dresden und Leipzig zwei gewichtige Metropolen Ostdeutschlands zum neuen Verantwortungsgebiet von Timmerevers. Der ist bekannt dafür, dass er sich auch in die gesellschaftlichen Debatten einmischt. Das dürfte gerade in der Auseinandersetzung mit den Anhängern der Pegida-Bewegung und der AfD spannend werden. Timmerevers ist Mitglied der Fokolarbewegung, einer geistlichen Gemeinschaft, die sich den Dialog auf die Fahnen geschrieben hat.

Nach der Neubesetzung in Dresden-Meißen sind nunmehr noch die Bistümer Limburg und Aachen vakant. In beiden Fällen wird noch in diesem Jahr mit einer Ernennung gerechnet. Am 16. Mai feiert der Mainzer Bischof Kardinal Karl Lehmann seinen 80. Geburtstag und geht in den Ruhestand. Ob es zeitlich mit einer Besetzung noch in diesem Jahr reichen wird, ist fraglich. In Mainz wie übrigens auch in Dresden-Meißen gilt das Badische Konkordat. Demnach muss mindestens ein Kandidat auf der Dreierliste, die der Vatikan dem Domkapitel zur Wahl schickt, aus dem betroffenen Bistum kommen. Das Domkapitel in Dresden hat sich gegen den eigenen Mann entschieden. Schon in den vergangenen Wochen war zu hören, dass es gut wäre, wenn ein Kandidat von außen käme. Das ist nun der Fall.

Mit der Wahl Timmerevers kommt einmal mehr ein Mann aus dem Westen an die Spitze eines Ostbistums. Sein Vorgänger in Dresden, Heiner Koch, sowie dessen Vorgänger in Berlin, Rainer Maria Woelki, waren ebenso aus Westdeutschland gekommen, wie im September 2014 der Erfurter Bischof Ulrich Neymeyr. Gibt es keine geeigneten Kandidaten für den Posten eines Diözesanbischofs im Osten? Der Personalpool ist dort natürlich kleiner; aber es fällt schon auf, dass es beständig Westimporte gibt, von den Bistümern Magdeburg und Görlitz einmal abgesehen.

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Jürgen Erbacher

Seit 2005 berichte ich für die ZDF-Redaktion „Kirche und Leben katholisch“ über die Themen Papst, Vatikan, Theologie und katholische Kirche. Dafür pendle ich regelmäßig zwischen Mainz und Rom - meiner zweiten Heimat. Dort habe ich vor meiner ZDF-Zeit mehrere Jahre gelebt und für Radio Vatikan gearbeitet. Studiert habe ich Politikwissenschaft und Katholische Theologie in Freiburg i.Br. und Rom.

81 Kommentare

  • bernardo
    30.04.2016, 11:16 Uhr.

    Zitat: „Mehrfach hat er sich klar gegen Rechtsextremismus positioniert.“ Das scheint ja inzwischen das wichtigste Kriterium bei der Auswahl der Bischöfe zu sein.

    • Ullrich Hopfener
      30.04.2016, 13:13 Uhr.

      ein Bischof ist CHRIST; und DESWEGEN KANN er KEIN Rechtsextremist sein. vgl. das Zeugnis von kardinal Wölki

      • bernardo
        02.05.2016, 9:47 Uhr.

        Hups, habe ich geschrieben, dass er Rechtsextremist sein soll? Falls ja, wo?

        Was das „Zeugnis“ von Kardinal Woelki angeht, so halte ich nicht viel davon, dass sich ein Bischof in parteipolitische Fragen einmischt. Die Frage, ob AfD-Positionen verfassungskonform oder nicht sind, sollte er Verfassungsjuristen überlassen. Oder besitzt er die Kompetenzkompetenzkompetenz? 🙂

        • Alberto Knox
          02.05.2016, 17:09 Uhr.

          aus manchen zeilen quillt eben doch rechts-reaktionärer zynismus des besserwissenden. das merken eben doch auch andere.

        • Ullrich Hopfener
          02.05.2016, 19:24 Uhr.

          @Bernardo 2.5.2016 9.47

          KARDINAL WÖLLI ist CHRIST und ein ZEUGE DES EVANGELIUMS.
          Seine Videobotschaft im Dom Radio ist KONSEQUENT.

          Die “ Verfassungsväter“ und leider nur eine „Verfassungsmutter“ haben den Verfassungsrahmen SEHR BREIT angelegt und deshalb sind alle Bundestagsparteien bzw. auch die FDP demokratisch;
          die CSU ist eine rechte populistische Partei, die ABER im Verfassungsrahmen agiert.
          F.J.Strauß – nicht wirklich mein Freund – hat den wahren Satz gesagt: “ rechts neben der CSU kann es keine demokratisch legitimierte Partei geben“

          und in diesem BREITEN VERFASSUNGSRAHMEN kann jeder politisch interessierte Zeitgenosse seine Positionen verorten und sich demokratisch legitimiert engagieren.

          Europa hat sich auch deswegen von den Idealen de Gaulles, Schuman, De Gaspari entfernt, weil demokratische Parteien in Teilen diesen menschenverachtenden Ideologien der „Europäischen Rechtsextremisten“ nachlaufen. vgl. das jüngste Beispiel in Österreich!

          wenn die SPÖ/ÖVP Regierung sich nicht von den FPÖ
          Extremisten ( Österreich war INTENSIVST an der Nazi Barbarei Beteiligt) distanziert sondern in Teilen deren Ideologie übernimmt spätestens dann müssen doch die Alarmglocken LAUT „Schreien“ und dann noch die Aussicht auf einen braunen Nachbar- Bundespräsidenten..

          zum Glück gibt’s den weisen Wiener Kardinal Schönborn!

          der ERSTE!!) Artikel unserer Verfassung: Die Würde DES MENSCHEN ist unantastbar,- da steht nichts von nationalistischen Phrasen!!

          • bernardo
            02.05.2016, 23:03 Uhr.

            Natürlich kann Kardinal Woelki seine Anschauungen haben, nur sollte er eben seine eigenen Anschauungen nicht mit dem Christentum verwechseln. Auch sollte er klugerweise Zurückhaltung bei parteipolitischen Urteilen haben. Die Rolle der Kirche sollte „super partes“ sein. Aber auch hier geht der Papst leider nicht mit gutem Beispiel voran, wie man im Fall Donald Trumps erkennen kann. (Scheint allerdings keine Auswirkungen auf das Wahlverhalten von Katholiken zu haben, wenn man sich die Ergebnisse der Primaries ansieht.)

            Zur FPÖ – und ich bin nun wirklich kein Freund der FPÖ: Es ist Sache der Österreicher, über ihren Präsidenten zu befinden. Es ist unangebracht (und übrigens auch dumm, weil kontraproduktiv), sich darin einzumischen. Die Bürger Österreichs wählen ihren Präsidenten und müssen mit ihm leben. Es ist auch keine theologische Frage, insofern weiß ich nicht, warum Kardinal Schönborn sich einbringen sollte.

            Was der erste Artikel des Grundgesetzes mit der ganzen Frage der Einmischung der Kirche in die Politik zu tun hat, ist mir schleierhaft, aber inzwischen wird der Artikel ja für alles Mögliche als Begründung eingesetzt. 🙂

            btw, FJS hat vom „Narrenschiff“ gesprochen, mit einem Roten und einem Grünen als Kapitän und Steuermann. Er hätte sich wohl nie träumen lassen,…

          • Wanda
            03.05.2016, 1:59 Uhr.

            Ulrich Hopfener 19:24
            – Vorab, Alarmglocken schreien nicht, sie läuten evtl. Sturm. Da zumindest sind sich die Christen bei ihrem ureigensten Aufmerksamkeitsinstrument ganz sicher…
            Und bei Ihrer über-emotionalen „Philippika“ vergessen sie etwas ganz Wesentliches: der Erfolg einer neue Partei, Sammelbewegung oder Idee ist nur äusserst selten deren eigenes Verdienst. In der Regel sind die Fehler, Versäumnisse und oft auch (Macht-)Arroganz der herrschenden oder etablierten Parteien ursächlich. Es ist wie in der Physik: ein entstandenes Vakuum bleibt nicht leer, es füllt sich naturgemäss…
            – Nun ist dies kein politischer Blog, deshalb nur noch soviel: nach dem Zusammenbruch der Blöcke und dem Gleichgewicht des Schreckens sah sich die Führungsmacht des Westens bestärkt und konnte der Versuchung zur Hegemonie nicht widerstehen (Probleme Naher-/Mittlerer Osten) und die Fehlentwicklung des dabei einsetzenden Turbokapitalismus (Banken- und Wirtschaftskrise) bekamen wir alle zu spüren. Gleichzeitig wurden Erfolgsmodelle wie die soziale Marktwirtschaft zugunsten eines inhumanen Neoliberalismus*) quasi abgeschafft und das unter einem SPD-Kanzler (auch Genosse der Bosse).
            Politik wurde nur noch global verstanden und dabei die Befindlichkeiten der eigenen Bevölkerung hintenangestellt, Alters-/Kinderarmut und Niedriglöhne wurden leider zu geflügelten Worten.
            Das rächt sich nun zwangsläufig…
            *) die FDP des Guido Westerwelle wurde nach Übernahme dieser „Idee“ dafür konsequent abgestraft. Das hätte eigentlich auch Union und SPD wachrütteln müssen…

      • Alberto Knox
        02.05.2016, 17:09 Uhr.

        „ein Bischof ist CHRIST; und DESWEGEN KANN er KEIN Rechtsextremist sein.“

        sehe ich auch so.

      • Wrightflyer
        02.05.2016, 22:59 Uhr.

        „ein Bischof ist CHRIST; und DESWEGEN KANN er KEIN Rechtsextremist sein. vgl. das Zeugnis von kardinal Wölki“
        Sehr richtig!!

        • Wanda
          08.05.2016, 15:23 Uhr.

          – Wollen Sie den Bischöfen einen Persilschein ausstellen ? Soll ich Ihnen Bischöfe mit Namen nennen, die sich oft und entsprechenden deutlich mit „ultrarechter“ Gesinnung hervorgetan haben ?

    • Wanda
      30.04.2016, 16:50 Uhr.

      – das Wort „rechts“ ist in Deutschland natürlich geschichtsbelastet, kein Zweifel. Nur wird alles gleich ohne zu überlegen in die ultrarechte Nazi-Ecke gestellt und das genau ist falsch: jene, die sich um ihr Land vor Überfremdung sorgen, die den enormen Sozialmissbrauch durch Ausländer (Beispiel München) welche hier nur einen fiktiven Wohnsitz haben, beklagen und alle, welche die mit den muslimische Flüchtlingen und Einwanderern*) importierten Gewaltkonflikte der islamischen Welt nicht akzeptieren wollen, sind noch lange keine Neonazis…
      Die etablierten Parteien und die nun z.T. umdenkenden Medien machten sie aber vorschnell dazu, müssen aber jetzt eingestehen, dass in beträchtlichem Masse Bürger aus der Mitte unserer Gesellschaft sind, gutverdienend und gebildet wie sich nun herausstellt (siehe WELT, FAZ, ZEIT)…
      – Nehmen wir uns ein Beispiel an unseren demokratisch weit erfahreneren Nachbarnationen, die unaufgeregt den allseits positiv belegten Begriff „patriotisch“ für ihre national (nicht nationalistisch) eingestellten Wähler verwenden und das schon immer. Auf diese Weise bindet man diese Menschen ein und treibt sie nicht mangels vernünftiger Alternative in die ultrarechte Ecke. Sehr klug und realistisch. Deutschland könnte davon nur lernen…
      *) – Türken/Kurden-Konflikte auf unseren Strassen
      – Parallel-Gesellschaften mit rechtsfreien Räumen
      – no-go-areas kontrolliert von kriminellen arabischen Clans
      – interkonfessionelle Gewaltausbrüche in den Unterkünften
      – Übergriffe gegen Christen, Frauen und Kinder
      – Ablehnung der Gesellschaftform und -regeln des Gastlandes
      – Missachtung der gleichberechtigten Stellung der Frau etc., etc.

      • Ullrich Hopfener
        02.05.2016, 9:31 Uhr.

        WANDA.30.4.2016.16.50
        Sie haben mich offensichtlich MISSVERSTANDEN: natürlich kann ich als Staatsbürger linke oder rechte Positionen vertreten,solange sie im Rahmen unserer Verfassung sind!
        und ich hoffe sehr, dass die Verfassungsschützer jetzt wachsamer sind als seinerzeit in Thüringen-Hessen-Bayern als es um die NSU Terroristen ging. Das habe ich jetzt hoffentlich klar gestellt…..

        Mein Poste bezog sich auf das Leben ALS CHRIST, der VERSUCHT(!) in der NACHFOLGE JESU zu leben; und in DIESEM !!! Kontext sind IHRE Aussagen schwer-ja eigentlich gar NICHT mit Dem Evangelium Vereinbar!!

        ABER nochmal: wenn Sie für Ihre Positionen im Rahmen der Verfassung werben ist das mit der Meinungsfreiheit gedeckt.

        Wenn sie sich an die Rede Benedikts in FR. erinnern, sprach er im Zusammenhang ihrer Einlassungen von „Verweltlichung“.
        Das EVANGELIUM ist die ALTERNATIVE dazu; Die Seligpreisungen-Die Speisung der Vielen- der barmherzige Samariter,-pars pro toto-steht für das ZEUGNIS JESU.
        und das dafür möchte ich schon-auf diesem „Christlichen “ Blog – WERBEN dürfen…
        Ein Leben in Fülle Wanda! Alles Gute!

        • Wanda
          02.05.2016, 19:41 Uhr.

          Ulrich Hopfener 09:31
          – was soll diese agressive Antwort ? Machen Sie sich doch erst kundig:
          Jesus war Jude und hat sich absolut in der Historie seines Volkes gesehen und auch dazu bekannt. Insofern war er patriotisch eingestellt*). Umso mehr als Judäa zur römischen Provinz gemacht worden war (seit 6 n.Chr direkt von einem röm. Präfekten daselbst kontrolliert). Zumindest, wenn man seinen zustimmenden Äusserungen über die eigenen, extrem den Interessen des eigenen Volkes verpflichteten Propheten glauben darf. Zudem sah sich Jesus (Math. 10,5 und 15,24) ausschliesslich und NUR zu den verlorenen Schafen des Volkes Israel gesandt. So jedenfalls berichten die Evangelien, oder etwa nicht ?
          *) nicht wenige Wissenschaftler sehen aufgrund jüngerer Forschungen sogar Hinweise auf eine partielle Nähe zum jüdischen Widerstand.
          – Im übrigen sind Sie nicht auf meine Argumente zum nur in DEU belasteten Wort Patriotismus eingegangen: wenn Sie z.B. Linken in Frankreich oder Grossbritannien absprechen würden Patriot zu sein, bekämen Sie enorme Schwierigkeiten. In diesen und anderen Nationen ist der Patriotismus eine Sache fern jeder politischen Parteizugehörigkeit und Richtung. Die Aufzählung von bedeutenden Persönlichkeiten würde sie wundern, aber die können Sie selbst recherchieren…

        • bernardo
          02.05.2016, 23:10 Uhr.

          Zu viele Versalien erschweren das Verständnis. Sie können zudem als Bevormundung verstanden werden. Zu Ihren Aussagen:

          1. Wanda vertritt in der Regel vernünftige Positionen. Er hat aber selbst klar gestellt, dass er kein Christ mehr ist. Insofern stellt er selbst wahrscheinlich gar nicht den Anspruch, dass seine Aussagen mit dem Evangelium vereinbar sein müssen.

          2. Ich sehe aber auch nicht, warum seine vernünftigen Einlassungen nicht mit dem Evangelium vereinbar sein sollten. Oder schreibt das Evangelium vor, dass der common sense außen vor gelassen werden muss, wenn es um politische Fragen geht?

          3. Christen mögen patriotisch sein – oder sie mögen nicht patriotisch sein. Das ist keine Frage des Christentums. Aber wenn wir wissen wollen, was Jesus heute dazu sagen würde, fragen wir am besten Heiner Geissler…

          • Wrightflyer
            05.05.2016, 11:14 Uhr.

            Ansichten bei denen moralische Werte stets das sind, was von anderen verlangt wird, nicht aber das was für einen selber, oder für das eigene Land gelten soll, sind letzten Endes nicht wirklich vernüftig. Überzeugen und moralische Werte durchsetzen kann man nur mit Konsequenz, nicht durch windelweiche Drückebergerei, wenn diese Werte auch von einem selbst verlangt werden.

            Es gibt einem z.B. schon zu denken, wenn seit neustem an mallorquinischen Hauswänden steht: „Tourists go home! Refugees welcome!“

      • Brigitta
        02.05.2016, 11:53 Uhr.

        Ich habe ein ganz großes Problem mit Patriotismus, grundsätzlich und auch aus religiösen Gründen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Jesus diese Haltung richtig findet

        • JasJu
          02.05.2016, 17:49 Uhr.

          Patriotismus und Vaterlandsliebe sind gesund und das Normalste von der Welt. Nur im verdrucksten Deutschland nicht. Hier suhlen sich viele im Schuldstolz und folgen damit Hitlers Letztem Willen, in dem der schrieb, daß Deutschland keine Zukunft mehr haben solle.
          Leider spiegelt sich dieser krankhafte Selbsthaß auch im deutschen Katholizismus, wo es unter den Hirten nur noch wenige vom Formate eines Löwen von Münster, eines Ketteler oder Meisner gibt. Von Laien wie Graf Stauffenberg oder Baron Eichendorff, alles glühende Patrioten, zu schweigen.

          • Wrightflyer
            05.05.2016, 11:05 Uhr.

            „Patriotismus“ als rücksichtslosen Egoismus, der glaubt sich alles erlauben zu können, fremde Länder z.B. per verbrecherischem Handelsvertrag oder durch militärische Besetzung oder durch Paktieren mit korrupten Machteliten ausbeuten zu dürfen, aber kein Mitgefühl für die Opfer zeigt, lehne ich allerdings auch strikt ab!! Nicht nur hier in Deutschland, auch in Frankreich oder Großbritannien und gerade auch in den USA!!

        • Wrightflyer
          02.05.2016, 22:16 Uhr.

          Patriotismus als Liebe zur eigenen Heimat ist erstmal nichts schlechtes!
          Wer z.B. mich kennt, weiß, daß ich meine Heimatstadt sehr liebe. Ich bin da wirklich bis zum Anschlag patriotisch.
          Allerdings muss ich andere Regionen deswegen nicht abwerten, es sei denn daß ich schon die Erfahrung gemacht habe, daß mir die Gegend und die Leute nicht gefallen. Ich habe auch anderstwo schon eine schöne 2. Heimat gefunden die ich liebe.

          Es gibt aber Leute, die meinen, daß Liebe zu einer Sache bedeutet, alles andere verachten zu müssen.

          Und vor allem kann es einem wahren Patrioten nur peinlich sein, wenn irgendwelche Nazis das Ansehen der Heimat in den Dreck ziehen.

          • Wanda
            03.05.2016, 23:23 Uhr.

            – aber natürlich ist es wahren Patrioten (Staufenberg und die Widerständler waren es zweifelsfrei) nicht nur peinlich sondern unerträglich, wenn Nazis diesen Begriff für sich verwenden.
            Dagegen sollten vor allem auch die Parteien und die Spitzen unserer Gesellschaft mal aufstehen und zu verstehen geben was Patriotismus wirklich bedeutet. Aber nein, sie fassen dieses für sie offenbar heisse Eisen erst gar nicht an und geben den Begriff kampflos her…

        • Wanda
          03.05.2016, 2:34 Uhr.

          Brigitta 11:35
          – absolut verständlich, denn dieser Begriff ist bei uns von den Nazis im Sinne von „nationalistisch“ besetzt und vereinnahmt worden worden. Die Frage ist, sollen wir ihnen das immer noch erlauben ?
          – Bei unseren heutigen Partnern z.B. Grossbritannien, Frankreich und sogar den USA (als Einwandererland) wird das Wort Pariotismus durchweg positiv verstanden. Diese Selbstsicherheit wird bei Briten und Franzosen durch eine nahezu ungebrochene nationale Identität gestützt, bei den US-Amerikanern zudem als Resultat einer langen Erfolgsgeschichte des Landes.
          Bei allen Dreien hat das im Volk zu einer kollektiven Identifizierung mit den Werten geführt, die man jeweils für typisch britisch, französisch oder amerikanisch hält und von denen man glaubt, sie in Kriegen (ua. gegen Deutschland) verteidigt zu haben: Freiheit, Demokratie und die Zivilisation überhaupt…
          Durchaus nachvollziehbar, oder ?

          • Brigitta
            04.05.2016, 2:09 Uhr.

            Teilweise verständlich.
            Aber ich geb mal ein anderes Beispiel: ich hatte einen Schüler, der seinen Heimatbegriff so beschrieb in tiefstem Bayrisch so beschrieb: i bin a Türk und a Kreiterer (übersetzt: ich bin ein Türke und ein Kreuther) und so finde ich Patriotismus hervorragend beschrieben. patriotismus bezogen auf den Wohnort bzw. das Bundesland ja, bezogen auf ganz Deutschland nein. Das ist bei mir aber eine Gefühlssache, wobei ich nicht in Bayern geboren bin sondern in NRW ….

        • Alberto Knox
          03.05.2016, 2:35 Uhr.

          mit einem nationalistischen patriotismus kann ich auch nichts anfangen. deutschtümelei ist mir fremd, ich empfinde nichts dabei, wenn ich sage: ich bin deutscher. das ist so, wie wenn ich sage: ich bin braunhaarig oder so. mit der aussage: ich bin europäer oder baier kann ich weitaus mehr anfangen. aber stolz bin ich darauf auch nicht. es ist zwar nicht zufall (den gibt es nicht), sondern vorsehung, dass ich nunmal hier und jetzt lebe, aber es ist keine sendung, deutscher zu sein.

          • Brigitta
            04.05.2016, 2:10 Uhr.

            Genau so sehe ich das auch.

        • Wrightflyer
          08.05.2016, 23:05 Uhr.

          Zur Patriotismusdebatte:
          Deutschland ist ein Land aus sehr unterschiedlichen Regionen mit durchaus unterschiedlicher Lebensart. Als solches kann man es auch wirklich lieben. Ja, Deutschland hat sehr liebenswerte Eigenschaften! Aber es ist ganz ausdrücklich kein monolithischer Block, nie gewesen! Jeder Versuch, irgendeinen Patriotismus für ein abstraktes monolithisches Gebilde namens Deutschland heraufzubeschwören tut Deutschland nur Gewalt an! So wie der preußische Militarismus und später die Nazis die deutsche Identität im Prinzip zerstört haben!

          Wenn man sich unser Vereinswesen ansieht, auf das ich übrigens sehr stolz bin, dann sieht man daß wir teilweise immernoch ein bischen germanische Stammesgesellschaft sind, und das muss nicht zwangsweise schlecht sein. Aber als solche identifiziert man sich erstmal mit der eigenen Nachbarschaft, dem Verein, der Region, dem Stadtteil, dem Dorf, und nicht zuerst mit dem Nationalstaat. Trotzdem funktioniert unser Nationalstaat vergleichsweise sehr gut! Das viel zentralistischere Frankreich hat größere Probleme!

          Wussten Sie schon daß es mal eine deutsche Mafia gab? Mich fasziniert sie irgendwie!
          Die war nicht wie die italienischen Mafias oder die Yakuza oder die Russenmafia in absolutem Gehorsam einem Boss gegenüber angelegt, sondern sie bestand aus Vereinen, Ringvereine nannten die sich, die tatsächlich eine Satzung und gewählte Vorsitzende hatten. Man war nicht dem Boss sondern dem Verein gegenüber absolut loyal.

          Und im übrigen:
          Man kann sowohl sein Heimatland wie auch andere Länder wirklich sehr lieben!!
          Ich z.B. liebe Spanien, Lateinamerika insbesondere Argentinien und England sehr und mag Russland, trotz allem.
          Aber man sollte nie vergessen, daß auch in anderen Ländern Menschen leben, mit den gleichen Rechten wie man selbst, die jeweils ihr Land sehr lieben!

      • Wrightflyer
        02.05.2016, 22:53 Uhr.

        „die den enormen Sozialmissbrauch durch Ausländer (Beispiel München) welche hier nur einen fiktiven Wohnsitz haben, beklagen“
        Natürlich gibt es auch unter den Ausländern schwarze Schafe und wirklich miese Charaktere. Meiner Ansicht nach wäre es allerdings genauso nötig, den noch weit höheren Schaden deutscher Steuertrickser zu beklagen. Beispiel Siemens: Über Jahre werden tausende Arbeitsplätze abgebaut, aber das oberste Management kann Millionen, wenn nicht Milliarden Euro in Panama verstecken?? Warum frägt sich niemand, was da nicht stimmt??
        Es ist diese Einseitigkeit und Bequemlichkeit bei den „Patrioten“ die ich kritisiere. TTIP? Egal, der Verlust unserer staatlichen Souveränität wird schon nicht so schlimm sein…
        RICHTIG widerlich finde ich, wenn die Armen gegen noch ärmere aufgehetzt werden, in dem Fall Arbeitslose gegen Flüchtlinge.

        „– Türken/Kurden-Konflikte auf unseren Strassen“
        Das hat nun wirklich nichts mit dem Islam zu tun! Warum auch, wenn beide Seiten mehrheitlich sunnitische Muslime sind?
        Genau wie in Nordirland handelt es sich um einen ethnischen Konflikt. Die Kurden waren zuerst da, vor den Türken, auch Saladin war Kurde, werden aber seit Atatürk von den Türken unterdrückt.

        • Wrightflyer
          03.05.2016, 0:03 Uhr.

          Und überhaupt, a propos Türken und Kurden:
          Wie wäre es denn mal statt einfach nur „Hauptsache die verpissen sich aus Deutschland“ zur Abwechslung mit einem Ausdruck von Hoffnung, daß auch dieser Konflikt zu einer friedlichen Lösung kommen möge??
          Wie wäre es denn mal damit, zu sagen: „Es ist tragisch, daß es diesen gewaltsamen Konflikt gibt und ich hoffe, daß er beigelegt werden kann, so daß keine Zivilisten, keine Kinder, Alte, keine unschuldigen Männer und Frauen mehr verwundet werden, obdachlos werden oder sterben?“

          Wie wäre es denn zur Abwechslung mal mit dem WUNSCH NACH FRIEDEN, statt „Hauptsache die verpissen sich aus meinem Sichtfeld!“?

    • Wrightflyer
      02.05.2016, 23:25 Uhr.

      Daß Sachsen Angst hat, vernachlässigt zu werden, liegt ganz sicher nicht an gerade mal 4000 Muslimen die es vor der Flüchtlingswelle dort gab. Die Anzahl der Alkoholiker ist bei weitem höher!! Und die Anzahl der Methabhängigen holt auf! Und tatenlos zuzusehen wie ausgerechnet Flüchtlinge (und es gibt immer einen Grund, weswegen ein Mensch flieht) zu Sündenböcken werden, wie die Leute ihre meiner Ansicht nach unbegründete (Dresden und Leipzig geht es mittlerweile besser als dem Ruhrgebiet) Angst davor, vernachlässigt zu werden an Menschen auslassen die mit Sicherheit nichts dafür können und die alles verloren haben oder alles aufgegeben haben weil sie nicht mehr weiter wussten, ist ganz sicher NICHT die Lösung für die Probleme und Komplexe Sachsens!!
      WAS bitte können syrische oder afghanische Flüchtlinge dafür daß Dresden und Umgebung in der DDR „Tal der Ahnungslosen“ genannt wurde, weil die damals kein Westfernsehen bekamen??

      Es war schon immer ein beliebter Trick der Reichen und Mächtigen, die Armen damit beschäftigt zu halten daß man sie gegen noch ärmere aufhetzt. Wir haben es z.B. bei dieser Anti-Griechenland-Kampagne von Schäuble und Merkel, unterstützt von BLÖD und Konsorten erlebt. Jo, mittlerweile geben griechische Eltern ihre Kinder ins SOS-Kinderdorf, weil sie sie nicht mehr ernähren können und Rentner müssen von weniger als 200€ Rente nicht nur sich selbst sondern auch noch die Enkel ernähren.
      Ein Bischof -oder generell ein Christ- hat sich gegen solche Tendenzen zu stellen und IMMER an der Seite ALLER Armen, Geschundenen und Leidenden zu sein. Seien es deutsche Arbeitslose, seien es Flüchtlinge, egal ob sie vor dem IS fliehen, als Christen, Schiiten oder standhafte Sunniten die sich den Barbaren nicht unterwerfen wollen, oder ob sie vor Assad und seinen Fassbomben und Folterknechten fliehen, oder Eritreer die vor der Diktatur dort fliehen, seien es Ehefrauen, egal ob katholisch oder nicht, die von Ehemännern halbtot geschlagen werden.

      • Brigitta
        04.05.2016, 2:16 Uhr.

        Und endlich gibt es in der Kirche mehr und mehr Bischöfe, die das tun und fest bleiben. Früher waren es wenige und sie wurden verfolgt

  • Silvia
    30.04.2016, 11:37 Uhr.

    Die Frage mit den „Westimporten“ habe ich mir auch schon gestellt. Soll das eine Umerziehungsmaßnahme für die „rechtsradikalen“ Ostdeutschen sein?

    • Alberto Knox
      03.05.2016, 2:36 Uhr.

      es ist schlicht eine banale zahlenfrage. so viele episkopable kandidaten gibt es nicht. und der osten deutschlands ist, vom eichsfeld und der lausitz abgesehen, nicht unbedingt katholisch geprägt.

  • Student
    30.04.2016, 19:58 Uhr.

    Nun ja…
    Es ist schon richtig, wenn ein Bischof sich klar gegen rechte Ideologien wendet und wenn er das auch in der Öffentlichkeit dann ausspricht!
    Allerdings darf man dann nicht die linken Ideologien vergessen! Die sind nämlich genauso lebensfeindlich! Sieht man wie ich finde auch sehr gut an der Geschichte!
    Beides gibt es im Bistum Dresden-Meißen.
    Damit hat Bischof Timmerevers eine anspruchsvolle Aufgabe erhalten! Denn der Diaspora in Sachsen tun beide Ideologien nicht gut, übrigens nicht nur der Diaspora.
    Weder links noch rechts ist mit dem Katholizismus vereinbar!
    Ich hatte schon einmal die Gelegenheit, Weihbischof Heinrich Timmerevers zu treffen.
    Auch was Bischof Timmerevers in seinem Offizialatsbezirk Vechta im Oldenburger Land gutes getan hat zeichnet ihn aus! Besonders sein Wirken am Marien-Wallfahrtsort in Bethen hat viel Segen gebracht!
    Ich glaube, er ist ein guter neuer Bischof für Dresden-Meißen.

    Vielleicht wurde ja kein Priester aus dem Bistum Dresden zum Bischof gewählt, weil das Domkapitel sich bewusst ist, dass es schwer ist die vakante Stelle zu besetzen.
    Ein neuer Weihbischof für Münster dürfte allerdings noch eher gut gefunden werden.
    Es ist allerdings nicht so, dass es im Bistum Dresden-Meißen keine glaubenstreuen und glaubensfrohen, charismatischen Priester gäbe, und zwar sowohl in den Pfarreien, als auch in den Ordenshäusern!

    • JasJu
      02.05.2016, 10:31 Uhr.

      Ihre Ausführungen machen Mut; die Pressemitteilungen („Ökumenisch“, „gegen Rechts“) ließen ja Unerquickliches in Form eines weiteren butterweichen Mainstream-Bischofs befürchten. Und ob es wirklich das Domkapitel war, das den Vorschlag Timmerevers machte? Bergoglio hält sich ja dem Vernehmen nach überhaupt nicht an die jeweilige Terna oder an Empfehlungen der Bischofskongregation; er sucht nach den „progressivsten“ Priestern, die ihm irgendein Kumpel aus seinem Netzwerk empfohlen hat, und befördert solche auf den Bischofssitz. Qulifiziert oder nicht. So geschehen in Madrid und Chicago.

  • Wrightflyer
    30.04.2016, 21:50 Uhr.

    „Timmerevers gilt als Mann mit großer Erfahrung in der Pastoral sowie in der Ökumene.“
    Klingt schonmal gut… früher hat Rom laufend Profs von den Hochschulen zu Bischöfen gemacht! Wie ich aus meiner eigenen Arbeit weiß: Sicher, die Theorie ist wichtig! Niemand der die Grundlagen nicht verstanden hat, kann ein guter Ingenieur sein, und es muss gute Profs geben die einem das beibringen! Aber in der Praxis finde ich andere Probleme vor. Drücken wir es mal so aus: Ich hatte in Strömungslehre ein mathematisches Genie. Der hat Differentialgleichungen aus dem Ärmel geschüttelt, da fiel einem echt nichts mehr ein. Aber er war ein hundsmiserabler Praktiker. Wenn ich heute Rohrleitungen nach seinen Methoden auslege, mache ich mich eher lächerlich.
    Allerdings gabs auch Profs die hervorragende Bischöfe wurden.

    „Das dürfte gerade in der Auseinandersetzung mit den Anhängern der Pegida-Bewegung und der AfD spannend werden.“
    Die Erfolge von AfD und Pegida haben in Sachsen (wo es vor der Flüchtlingswelle gerade mal 4000 Muslime gab) wohl mehr mit einem allgemeinen Gefühl, abgehängt zu sein zu tun. Schließlich wurde man dort in der DDR das „Tal der Ahnungslosen“ genannt, weil man kein Westfernsehen bekam. Das saß offenbar.

    „Am 16. Mai feiert der Mainzer Bischof Kardinal Karl Lehmann seinen 80. Geburtstag und geht in den Ruhestand.“
    Ja, auch die guten Dinge sind nicht ewig! 🙁 Auch von einem Lehmann muss man sich irgendwann verabschieden, leider!
    Aber ich möchte nicht in der Haut seines Nachfolgers stecken, denn DIE Messlatte ist HOCH!! Limburg dürfte leichter sein, da kann man die Leute eigentlich kaum noch enttäuschen.

    „Der Personalpool ist dort natürlich kleiner; aber es fällt schon auf, dass es beständig Westimporte gibt, von den Bistümern Magdeburg und Görlitz einmal abgesehen.“
    Klingt nach einer ostdeutschen rk-Kirche, in der irgendwie der Wurm drin ist.

    Generell bleibe ich aber bei meiner Meinung, daß dieses Hintenrumgemauschel, diese undurchsichtigen Verfahren wie der Vatikan irgendwelche Bischöfe aus dem Hut zaubert, fragwürdig sind.
    Das wichtigste ist, daß der Bischof und das Bistum miteinander klarkommen. Aus dieser Sicht sollte man wirklich mal eine echte Mitbestimmungsmöglichkeit für das Bistum realisieren.
    Das ist natürlich je nach technischen Gegebenheiten mal einfacher mal schwerer. Hier ist es leicht, die Öffentlichkeit über Bischofskandidaten zu informieren, auf anderen Kontinenten muss man realistische Abstriche machen. Aber wenn man sich mal ansieht was der Vatikan in der Vergangenheit für Bischöfe in Spanien installiert hat, auweia, oder wenn man an einen Meisner denkt den das Bistum nie wollte, oder wenn man das von diesem komischen Bischof von Liechtenstein liest, dann begreift man leicht, daß es so nicht weitergehen kann. Auch wenn es gerade unter Wojtywa auch große Glücksgriffe gab, wie eben Lehmann oder Kamphaus.

  • Alberto Knox
    01.05.2016, 2:08 Uhr.

    „Timmerevers gilt als Mann mit großer Erfahrung in der Pastoral sowie in der Ökumene. Mehrfach hat er sich klar gegen Rechtsextremismus positioniert.“

    ganz ordentliche maßstäbe für einen bischof, der nah an den menschen sein will. man sieht ja an b16, wohin man kommt, wenn man auf dem rechten auge blind sein WILL – jemanden, der 30 jahre lang mit den piusbrüdern verhandelt hat, aber nicht mitbekommen haben will, dass die grob antisemitisch sind, kann ich nicht für ernst nehmen. von seiner publikation im – offiziell (!) als rechtsextrem anerkannten – aulaverlag will ich gar nicht reden.
    letztlich ist es naziverharmlosung, wenn man sich angesichts wachsender bedrohung unserer gesellschaft durch rechtpopulisten und -extreme lustig über ein kriterium wie widerstand gegen rechts macht.

    • bernardo
      02.05.2016, 9:52 Uhr.

      „Je länger das Dritte Reich tot ist, umso stärker wird der Widerstand gegen Hitler und die Seinen.“ (Johannes Groß).

    • Silvia
      02.05.2016, 20:49 Uhr.

      Alberto Knox
      01.05.2016, 2:08 Uhr.

      Papst Franziskus will aber die Piusbruderschaft sogar wieder in die Kirche holen ohne dass sie das VatII in Gänze anerkennen müssen, das war bei den Bemühungen von Benedikt noch Grundbedingung.

      • Suarez
        03.05.2016, 23:48 Uhr.

        Ich will mich ja nicht ungebührlich einmischen, aber die Grundvoraussetzungen sind doch ganz anders:
        – B16 wollte das 2. Vatikanum ja selber faktisch aushebeln und hat ja selber eine ziemlich rechte Gesinnung als Anhänger der antisemitischen Substitutionstheorie, als Autor von Veröffentlichungen im rechtsextremen Aulaverlag (das ist belegt!) und als Freund der Ansichten der FSSPX. Im Grunde hat er sich eine Bereicherung durch die Piusbrüder erwartet. Und ein Zurückdrehen der Zeit hinter 1958. Letztenendes wäre unter B16 eine Aussöhnung mit diesen recht-reaktionären Klerikalen nichts anderes gewesen als eine Heimholung der katholischen Kirche in die Piusbruderschaft.
        Dass B16 das 2. Vatikanum theologisch faktisch ausgehöhlt hat, sollte man ehrlichkeitshalber schon auch sagen, wenn man – zurecht – darauf hinweist, dass die Buchstaben nominell die Voraussetzung für eine Einigung waren.

        – Franziskus dagegen hat von Anfang an klar gemacht, dass er das 2. Vatikanum noch nicht umgesetzt sieht und sich klar hinter die Umsetzung stellt. Wenn er die FSSPX in eine katholische Nische bringt, dann sind diese 500 vielleicht gar nicht mal gültig geweihten Kleriker und knapp 200000 irregeleiteten Laien ein paar – sit venia verbo – Spinner mehr unter etlichen anderen religiösen Zwangsneurotikern, die es auch in anderen Großreligionen gibt. Sie wären bedeutungslos. Das halte ich für eine ausgekochte jesuitische Schläue. Davon abgesehen: die Piusse haben doch nichts davon umsonst aufgenommen zu werden – sie verlieren selbst dadurch ihr Alleinstellungsmerkmal als reaktionäre Protestanten.
        Ich habe zwar schon öfter von @silvia als Tatsachenbehauptung gelesen, dass Franziskus auf Vorbedingungen für die Aufnahme der Piusse verzichten will, habe aber außer katholisches.info-Märchen nichts Substanzielles diesbezüglich gefunden…

    • Wrightflyer
      02.05.2016, 22:02 Uhr.

      A propos unredlich:
      Solange ein Volk das gemeinsam mit den Juden in der Nazizeit gelitten hat, das genau das selbe erlitten hat, heute noch in Europa derart an den Rand gedrängt, entwürdigt und verachtet werden kann, finde ich die ganze Antisemitismusdebatte irgendwie unredlich.
      Sie wissen welches Volk ich meine? Eines das auch in Deutschland heutzutage seine Identität verstecken muss, um an Jobs und Wohnungen zu kommen!

  • Silberdistel
    02.05.2016, 9:59 Uhr.

    Ob links- oder rechtsdrehend, die Botschaft Jesu steht numal darüber, weil es sich nämlich um eine segensreiche Friedens- und Lebensbotschaft aus einer anderen Welt handelt.
    Und deshalb konnte das Christentum seit den Anfängen gegen alle Widerstände auch aufblühen, da man von vorn herein nicht an den Rotationen der destruktiven Spiralen von -ismen und -logien, der Kopfgeburten des menschlichen Ego´s, teilzunehmen brauchte. Jene Spiralen, die sich heute in dieser ach so „fortschrittlichen“ Welt künstlicher Intelligenz wieder an jeder Ecke zu drehen beginnen, auch hier in das blog, ohne das man in der Lage gewesen wäre aus der Geschichte je etwas zu lernen.

    • Wanda
      02.05.2016, 19:45 Uhr.

      – Vorsicht, Katholiz“ismus“ ist auch ein -ismus…

      • Silberdistel
        04.05.2016, 6:00 Uhr.

        Wanda
        02.05. 19:45 h
        In der Tat das -tum, beispielsweise -Christen, geht schon viel angenehmer ab als der -ismus, mit dem sogar Krankheiten wie das Rheuma bezeichnet werden 😉

        • Wanda
          04.05.2016, 19:07 Uhr.

          – Bingo !

      • Wrightflyer
        05.05.2016, 10:56 Uhr.

        @Wanda
        Atheismus allerdings auch…

        • Wanda
          05.05.2016, 19:08 Uhr.

          – klar, nur bemängele ich die -ismen grundsätzlich nicht. Wieso auch ?
          Ideen und Weltbilder, ob sie nun -ismen, -tum oder -logien heissen bzw. diese Endungen tragen, sind alle irgendwie interessant, diskutierbar und zu zu hinterfragen.
          Nur bei Religionen geht das etwas schwer, denn in dem Moment wo religiöse Menschen versuchen (oder behaupten) ihren Gott zu erkennen, verlassen sie den Boden fundierter, sinnlich erfahrbarer Erkenntnis und begeben sich zwangsläufig in den Bereich des Unbeweisbaren, d.h. der Spekulation…

          • Silberdistel
            06.05.2016, 8:51 Uhr.

            Wanda
            05.05. 19:08 h
            …dann haben religiös interessierte Menschen aber doch sehr vieles mit jenen gemeinsam, die von sich behaupten etwas über Kunst, Politik oder gar dem Menschen ansich zu verstehen?! 🙂

  • Silvia
    02.05.2016, 10:51 Uhr.

    Loriot
    01.05.2016, 17:09 Uhr.

    Diesem Posting schließe ich mich in vollem Umfang an.

    Ferner kritisiere ich, dass dieser Blog zwar von zwei studierten Theologen mit Universitätsdiplom geleitet wird, aber theologisch unhaltbare und haarsträubende Postings veröffentlicht werden ohne auch nur die kleinste Korrektur anzubringen.

    Wenn ich dann mit meinem bescheidenen „Theologie im Fernkurs“ und „Linzer Bibelkurs“ versuche, diese falschen Überzeugungen gerade zu rücken und dafür regelmäßig Dresche von allen Seiten beziehe, erfahre ich auch keinerlei Unterstützung der für diesen Blog verantwortlichen Theologen.

    SO stelle ich mir eine seriöse Moderation nicht vor.

    Und ich ERWARTE ebenfalls, dass DIESES Posting von mir freigeschaltet wird und die Moderatoren sich dazu äußern.

    Ansonsten macht es für mich keinen Sinn mehr, mich hier weiter einzubringen.

    • Michaela Pilters
      Michaela Pilters
      02.05.2016, 17:05 Uhr.

      Wir verstehen uns als Moderatoren nicht so, dass wir Postings, die eine andere Meinung widergeben als wir sie selbst haben, zensieren. Auch wider besseres Wissen. Wir beschränken uns auf das, was der Netiquette widerspricht

      • Silvia
        02.05.2016, 18:23 Uhr.

        Michaela Pilters
        02.05.2016, 17:05 Uhr.

        Hier geht es nicht um eine andere Meinung sondern darum, Dinge richtig zu stellen, die theologisch nun mal falsch sind, und was hier teilweise für ein theologisch – religiöser Blödsinn verzapft wird, das wissen Sie als Dipl.Theologen noch besser als ich.

        Dreht sich Ihnen nicht manchmal der Magen um, wenn Sie solchen Quatsch ohne Richtigstellung freischalten?

        • Michaela Pilters
          Michaela Pilters
          02.05.2016, 19:31 Uhr.

          Allerdings!

          • Silberdistel
            02.05.2016, 19:58 Uhr.

            „Hier geht es nicht um eine andere Meinung sondern darum, Dinge richtig zu stellen…“ Zitatende.
            Meinungsaustausch lebt halt nunmal davon, das es vorher unterschiedliche Meinungen gibt, sowie hinterher eventuell tatsächlich und im allerschlechtesten Falle sogar immer noch. Und selbst die peinlichst angewandte Zensur s.g. „Experten“ ist nicht in der Lage diesen worstcase zu verhindern!

    • Alberto Knox
      02.05.2016, 17:06 Uhr.

      „diese falschen Überzeugungen gerade zu rücken“…

      uff, gehts auch ein paar nummern kleiner? niemand ist hier eine überzeugungskommandatura. auch * nicht. und es wird wohl seine – politische wie theologische berechtigung haben, wenn die moderatoren nicht in einen diskurs eingreifen. diese sind nicht das lehramt.

      • Silvia
        02.05.2016, 19:51 Uhr.

        Alberto Knox
        02.05.2016, 17:06 Uhr.

        Nanu, plädiert man neuerdings für den Fundamentalismus? Dass der HL Geist den Evangelisten auf der Schulter saß und den Text diktiert hat? Oder dass Gott den Israeliten tatsächlich befohlen hat, die Einwohner von Jericho u.a. zu töten?

        Da können wir ja gleich zu den Piusbrüdern gehen!

        Dazu fällt mir folgender Witz ein:

        „Judas ging hinaus und erhängte sich. Und Jesus sprach, gehet hin und tuet desgleichen“

        Passt scho, wie man in Bayern sagt. Oder doch nicht?

    • Alberto Knox
      02.05.2016, 17:13 Uhr.

      ich bin ein wenig überrascht von der erwartungshaltung – das zdf ist keineswegs verpflichtet hier irgendetwas freizuschalten. auch von mir nicht. mir kommt das so vor, als wollten da einige einen wahrheitsmissionierungstripp unternehmen.

      • Wanda
        02.05.2016, 20:00 Uhr.

        – als Atheist sehe ich durchaus ein, wenn aus der offiziellen theologischen Lehre begründet, die ein oder andere „Behauptung“ der hier diskutierenden Katholiken von Fachtheologen korrigiert oder geradegerückt wird…
        Etwas anders sieht’s mit der persönlich abweichenden Überzeugung aus, die aber eben auch als solche erkennbar sein muss, d.h. wo der Teilnehmer klarstellt, dass er hier mit der offiziellen amtskirchlichen Haltung nicht konform geht und Reformbedarf sieht, oder aber mehr Flexibilität (wie aktuell Franziskus) wünscht.
        Alles andere, Auslegungs- und Deutungsversuche, sollten in diesem Blog erlaubt sein und die Sicht auf die aktuellen Geschehnisse auch…

        • Wrightflyer
          05.05.2016, 10:50 Uhr.

          @Wanda:
          Ähm…. seit wann ist dieser Blog das Sprachrohr der rk-Amtskirche??

          Soweit ich weiß sind wir hier nicht bei Radio Vatikan, wobei selbst dort das Meinungssprektrum überraschend und erfreulich breit geworden ist, wir sind auch nicht die Pressesprecher der vatikanischen Glaubenskongregation.
          Wir sind hier auch nicht als Angestellte eines Unternehmens die öffentlich logischerweise des Managements vertreten müssen.

          Soweit ich weiß war dieser Blog stets als freies und für alle Glaubensrichtungen offene Diskussionsplattform angelegt.

          Und daß die Sicht der rk-Amtskirche, bzw. der römischen Glaubenskongregation (was die überwiegende Mehrheit der „unteren“ rk-Geistlichkeit über gewisse Themen denkt, ist, wie ich schonmal geschrieben habe, im Augenblick schwer zu sagen), bei weitem nicht die einzige theologisch tiefgehend begründete Sicht der Dinge ist, sehen Sie z.B. an der Tatsache, daß es VIELE christliche Konfessionen gibt, die die einen oder anderen Themen unterschiedlich handhaben!

      • Silvia
        02.05.2016, 20:56 Uhr.

        Alberto Knox
        02.05.2016, 17:13 Uhr.

        Nee, der „Wahrheitsmissionierungstripp“ wird ja bereits von den Mitbloggern betrieben, von denen @Loriot gesprochen hat.

        Ich habe mich nur hinter sein Post gestellt, weil ich es genauso sehe, nämlich dass die Moderation sich selbst nicht an die von ihr aufgestellten Regeln hält.

        Die Einen dürfen munter beleidigen und einem das Wort auf der Tastatur verdrehen, und Erwiderungen werden oft erst so spät freigeschaltet, dass sie kein Mensch mehr liest und meistens ist dann schon die Kommentarfunktion für das betreffende Thema abgeschaltet.

        Das ist eben keine neutrale Moderation.

        • Suarez
          03.05.2016, 23:56 Uhr.

          Ich persönlich halte die Moderation für absolut ausgewogen. Als ich mich – wie ich finde, in einem ganz anderen Duktus und Stil (zumindest war das so gewollt, ob es bei den Moderatoren als Adressaten auch so ankam, ist ja etwas anderes – daher sei es auch nochmal hier so geschrieben) als @Loriot oder @Silvia – wegen einer Ungleichbehandlung (in meinen Augen) jüngst gemeldet habe, wurde ich freundlich und sachlich behandelt und konnte Herrn Erbacher sehr gut nachvollziehen.
          Ich kann ehrlich gesagt den Parteilichkeitsquatsch nicht nachvollziehen. Hier soll ein gutes Blog niedergemacht werden. Haben manche Leute den lieben langen Tag nichts besseres zu tun, als in den Computer zu starren und ihre Meinung als die allein seligmachende freigeschaltet zu bekommen? Das Papstgeflüster ist – gottlob – nicht kath.net oder katholisches.info. Ich habe den Verdacht, dass sich manche dort besser aufgehoben wüssten.

    • Wrightflyer
      02.05.2016, 21:48 Uhr.

      Ich will so einen Theologiefernkurs nicht schlechtreden. Dabei kann man sicher eine Menge mitnehmen. Ganz sicher jedoch NICHT irgendeine Erlaubnis, sich als einzig wahrer Glaubenszensor und Großinquisitor aufzuspielen.

      Andere haben auch ihre begründeten Glaubensauffassungen. Es gibt nicht nur EINE Lesart der Bibel.

      Ich z.B. finde es sehr unredlich, sich jede Aussage Jesu so weichzuspülen und zu relativieren, bis man meint, sich selbst an überhaupt keine moralischen Maßstäbe mehr halten zu müssen.

      • Silvia
        03.05.2016, 22:54 Uhr.

        Wrightflyer
        02.05.2016, 21:48 Uhr.

        Sage ich doch, dass es mehr als eine Lesart der Bibel gibt. Es ging und geht mir nicht darum, persönliche Glaubensauffassungen zu kritisieren sondern ein falsches theologisches Verständnis, also es geht mir darum, was wissenschaftlich richtig oder falsch ist.

        „Ich z.B. finde es sehr unredlich, sich jede Aussage Jesu so weichzuspülen und zu relativieren, bis man meint, sich selbst an überhaupt keine moralischen Maßstäbe mehr halten zu müssen.“

        Diese Unterstellung weise ich als persönliche Beleidigung zurück.

        • Wrightflyer
          05.05.2016, 10:35 Uhr.

          „Diese Unterstellung weise ich als persönliche Beleidigung zurück.“
          Ich darf in dem Zusammenhang mal eben an den „vorkonziliaren Kinderglauben“ erinnern, ja?!

          Und ob hier irgendjemand ein lehramtlich unfehlbarer Supertheologe ist, egal ob mit vollem Diplomstudium oder mit einem einfachen Fernkurs oder was auch immer, und meint, hier die vatikanische Glaubenskongregation spielen zu dürfen, wage ich doch SEHR zu bezweifeln.
          Soweit ich weiß, kann man gerade in der Theologie mit sauberer wissenschaftlicher Arbeit zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen kommen.

          Und da die Bibel kein wissenschaftlicher Fachaufsatz ist sondern stets für ganz normale Menschen geschrieben wurde, da auch Jesus sich stets an normale Menschen und nicht an Akademiker richtete, können auch studierte Theologen von der Sicht von mit einigem gesunden Menschenverstand ausgestatteten Nichtakademikern sehr profitieren. Das soll nicht heißen daß die Arbeit von Theologen nichts wert wäre, das auf keinen Fall! Aber die volle Wahrheit erschließt sich nur durch die Betrachtung aus verschiedenen Blickwinkeln, nicht durch gerade mal EINEN Theologiefernkurs.
          Und Beleidigungen wie „vorkonziliarer Kinderglaube“ sind da wirklich sehr kontraproduktiv!!

          Ich habe neulich in meinem Beruf folgendes erlebt:
          Es wird ein neues Gestell für Filterplatten gebraucht. Dazu wollte ich eine Zeichnung von einem älteren Gestell anpassen, d.h. die Zeichnung im Prinzip übernehmen, aber die Maße anpassen. Schon beim ersten Blick auf die Zeichnung hatte ich das Gefühl, daß etwas mit der Zeichnung nicht stimmt, aber ich habe den Fehler meines Vorvorgängers, einen wirklich wüsten Fehler, nicht sofort gefunden. Unzufrieden verschob ich die Zeichnung nach hinten, bis sie ausdrücklich angefordert wurde, gab sie schließlich ab und… exakt in dem Moment fiel mir der Fehler auf, es war ein wirklich sehr dummer Fehler, der einem richtig entgegenleuchtet wenn man es mal gesehen hat. Ich gab die Zeichnung nacheinander 3 Kollegen weil ich wissen sollte ob ich eigentlich doof bin weil ich das nicht sofort gesehen habe: Alle drei, Ingenieure wie ich, waren völlig überfragt und haben den Fehler nicht gefunden. Und jetzt kommts: Die Schweißer, alles nichtstudierte Leute, haben sämtliche Gestelle für Filterplatten trotz fehlerhafter Zeichnungen, kommentarlos richtig geschweißt.
          Was lernen wir draus? Man sollte, egal was man für akademische Grade hat, nie überheblich werden und ZU sicher sein daß man sich nicht von Leuten die einfach nur über gesunden Menschenverstand und Realitätssinn verfügen, noch etwas beibringen lassen kann.

      • bernardo
        04.05.2016, 10:27 Uhr.

        Ich habe auch so einen Theologiefernkurs besucht; nein, er war nicht schlecht und ich habe Leute kennen gelernt, die andere Ansichten hatten, mit denen man aber gut ein Bier (okay, eine Tasse Kaffee) danach trinken gehen konnte. Leider ist das hier nicht der Fall. Und nein, Silvia, spielt sich nicht als Glaubenszensor und Großinquisitor hier auf. Das tut jemand anders, den Sie auch kennen. Nur halten Sie sich bei dem Betreffenden zurück, vielleicht weil sie seine Grundpositionen (auch in Bezug auf Franziskus) teilen.

  • Wrightflyer
    02.05.2016, 23:48 Uhr.

    Was einem per Facebook so alles zufliegt…
    Z.B. daß The Edge von U2 in der Sixtinischen Kapelle gespielt hat!! 🙂 🙂
    Das versöhnt mich ja fast mit diesem schweinehässlichen Ding…
    Es war auch sicher ein Erlebnis, U2 mal live aber ohne bombastische Bühnenshow zu erleben…

    Aber noch weit wichtiger:
    Schade, da keine Links mehr erlaubt sind, kann ich es nicht mehr beweisen, man möge also selber googeln: Franziskus soll auf einen Brief von Hans Küng geantwortet haben und eine offene Diskussion zum Thema Unfehlbarkeitsdogma sogar zu begrüßen!!
    Ich finde das sehr wichtig und bedauer, daß die Redaktion sich nicht zu einem Artikel darüber durchringen kann.
    Das Unfehlbarkeitsdogma ist so ein klassisches Beispiel von „das wichtigste steht im Kleingedruckten“.
    REIN THEORETISCH sollte es eigentlich bislang keine großen Auswirkungen gehabt haben, da es nur gilt wenn der Papst „ex cathedra“ drunterschreibt, und auf die Schnapsidee kam bislang nur einer, und das war nicht Mastai selber.
    DE FACTO jedoch wurde, bewusst oder unbewusst, dem Kirchenvolk gegenüber seit langer Zeit stets der Eindruck erzeugt, daß JEDE Aussage das Papstes als unfehlbar gelten sollte. Die Auswirkungen sind real also gewaltig. Z.B. machen viele den Fehler, das Verbot der Frauenordination für ein unumstößliches rk-Dogma zu halten, nur weil Wojtywa das so gesagt hat daß es endgültig so gelten sollte und jede Diskussion drüber verboten wäre. Ähnliches gilt für das Verbot künstlicher Verhütung: Weil es in Humanae Vitae so steht, wurde es vom Vatikan als unumstößliches Dogma gehandhabt, das nicht infrage gestellt werden durfte. Niemals! Unter keinen Umständen! Das ganze Christentum hängt davon ab!
    usw. usf. Es lassen sich mit Sicherheit jede Menge Beispiele nennen.
    Die hier anwesenden Berufstheologen mögen mir gern die Theorie vordozieren, daß das Dogma nur gilt wenn ex cathedra gilt, also bislang nur einmal usw., aber REAL war zumindest in meiner Generation das Empfinden des Kirchenvolkes ein ganz anderes.

    • Alberto Knox
      05.05.2016, 19:44 Uhr.

      nanana, die dogmatisierung der maria assumpta war keine schnapsidee. und 1950 konnte man tatsächlich von einer weltweiten moralisch einheitlichen überzeugung der aufnahme mariens in den himmel ausgehen – das hat zur dogmatisierung genügt. ich bin jedenfalls pius xii. und franz josef strauß (trotz dessen bestenfalls halbseidenem umgang mit geld) dankbar für einen zusätzlichen feiertag, der eine ganz eigene freude ausstrahlt.

  • Ullrich Hopfener
    04.05.2016, 9:52 Uhr.

    Ehe ich mit einem „Adieu“ aus diesem Blog verschwinde, möchte ich Herrn Erbacher und Frau Pilters ausdrücklich danken, dass sie den Mut und die Nerven besitzen dieses Forum anzubieten.
    ich bin als Katholik durch das Konzil-Taize-Fokolarbewegung-kleine Brüder Jesu- und auch durch das Zeugnis des kürzlich verstorbenen Pater Berrigan über Dom Helder und so vielen jetzt ungenannten geprägt worden…
    ich bin dankbar, dass uns buchstäblich der „heilige Geist“ diesen Papst geschenkt hat!

    das Zeugnis der DBK und der EKD gerade in der Solidarität mit unseren Migranten Geschwistern ist nahezu einmütig!

    da ich selbst in gewisser Weise involviert bin – meine Eltern sind aus Masuren geflohen – ist es für mich unerträglich, wenn auf diesem Blog-VON EINZELNEN – das Zeugnis der Bischöfe-zugunsten einer merkwürdigen Rücksichtnahme??? für die europäischen Rechtsextremisten mehr wie relativiert wird (vgl. Die Sprüche gegen Wölki ,Marx ua.)
    ja bisweilen wird dann Papst Franziskus sozusagen mit einem Aufwasch gleich mit verunglimpft..

    für morgen(Karlspreis) beten sicher viele für ihn, dass er die nötigen Worte findet, woran WIRKLICH das sog. „christliche Abendland“ leidet..

    • Wanda
      05.05.2016, 1:24 Uhr.

      – ach was Herr Hopfener, solange wir uns kräftig auseinandersetzen und dabei auch einmal in die Haare kriegen, andererseits aber nicht persönlich beleidigend werden, geht’s doch noch, oder ?
      Darf ich als ehemaliger Katholik, an die Worte „in meines Vaters Haus sind viele Wohnungen“ erinnern und Sie deshalb auffordern, weiter diesem Blog erhalten zu bleiben ?
      Wir müssen und sollen streiten, denn oh´ Wunder, man lernt und profitiert irgendwie immer davon…

    • Wrightflyer
      05.05.2016, 10:00 Uhr.

      Ja, sehr schade, daß Sie gehen, ich persönlich bedauer das sehr!

      Ich stimme Ihnen zu, daß Herr Erbacher und Frau Pilters im großen und ganzen sehr gute Arbeit machen und bin dankbar für die ganze Mühe, die sie hier reinstecken. Gut, ab und zu ärgert sich jeder mal: „Warum wurde mein Beitrag nicht freigeschaltet?“, aber in einem gewissen Alter sollte man schon gelernt haben, erwachsen damit umzugehen.
      Naja, ab und zu ist der eine oder andere kritikwürdige Punkt dabei, z.B. wunder ich mich, daß über diesen Schriftwechsel zwischen Franziskus und Hans Küng nichts geschrieben wurde, schließlich geht es da doch um nichts geringeres als das Unfehlbarkeitsdogma, aber zu den Dingen die eine wirklich erwachsene Person von einem verzogenen Kind unterscheiden gehört ein gewisser Respekt davor, was andere leisten. Und wenn man sich die Uhrzeiten ansieht zu denen Herr Erbacher und Frau Pilters manchmal noch Beiträge freischalten oder Artikel schreiben scheint deren Arbeitstag manchmal LANG zu sein.

      „ich bin dankbar, dass uns buchstäblich der „heilige Geist“ diesen Papst geschenkt hat!“
      Ich bin ursprünglich aus Begeisterung für Franziskus hier gelandet, aber nur wegen ihm wäre ich schon lange nicht mehr hier. Schließlich betrifft er mich nicht mehr direkt, weil ich seit 2010 altkatholisch bin.
      Ich bin hier weil ich in dieser doch recht öffentlichen Plattform eine Chance sehe, ein bischen für die Rettung des Christentums in Deutschland zu kämpfen, aus keinem anderen Grund. Eigentlich wird die Masse die ich hier schreibe für mich selber zunehmend anstrengend, schließlich habe ich noch ein Leben außerhalb.
      Es hängt an der rk-Kirche, nicht an der zahlenmäßig kleinen ak-Kirche, ob das Christentum in Europa überlebt, und das ist weit wichtiger als die Frage, ob ich persönlich mich in der rk- oder der ak-Kirche wohler fühle, deswegen setze ich mich der schizophrenen Situation aus, hier für Reformen in der rk-Kirche zu kämpfen, obwohl ich eigentlich woanderst hingehöre.

      „da ich selbst in gewisser Weise involviert bin – meine Eltern sind aus Masuren geflohen – ist es für mich unerträglich, wenn auf diesem Blog-VON EINZELNEN – das Zeugnis der Bischöfe-zugunsten einer merkwürdigen Rücksichtnahme??? für die europäischen Rechtsextremisten mehr wie relativiert wird (vgl. Die Sprüche gegen Wölki ,Marx ua.)
      ja bisweilen wird dann Papst Franziskus sozusagen mit einem Aufwasch gleich mit verunglimpft..“
      Ich bekomme hier regelmäßig Prügel ab, um nicht zu sagen blanken Hass, weil ich mich der ausschließlichen Solidarität mit Christen im Nahen Osten in der Form nicht anschließen möchte.
      Gäbe es dort NUR Christenverfolgung, würden NUR Christen leiden, gäbe es die ganzen furchtbaren Kriege der letzten Jahrzehnte nicht, würde ich auch anderst schreiben. Aber es gab und gibt nunmal im Irak, in Syrien und seit neustem auch im Jemen sehr schlimme Kriege mit unendlich viel Leid und Schmerz für die GESAMTE Bevölkerung, nicht nur für die Christen. Basra und Fallujah sind heute auch noch nuklear verseucht.
      Wenn man meint, Christ zu sein aber für die überwiegende Mehrheit der Opfer dieser Kriege nichts als menschenverachtende Eiseskälte übrig hat, dann frage ich mich: Was soll das??
      Wir kommen beim THW doch auch nicht auf die Idee, aus einem teileingestürzten Mehrfamilienhaus gerade mal 2 Personen die uns irgendwie nahestehen zu retten und den Rest der Bewohner zu ignorieren nach dem Motto: „Tja, haben halt Pech gehabt, gibt halt Tote, sowas passiert halt! Egal!“
      Und angesichts dessen was die westlichen Militäraktionen von 1991 und 2003 im Irak angerichtet haben und angesichts der Tatsache daß diese Dinge den IS erst ermöglichst haben, angesichts der Tatsache daß weite Teile der westlichen Öffentlichkeit 1991 dumm und naiv genug waren, „Informationen“ die ausschließlich aus den Briefings des US-Generalstabes kamen blind zu glauben, bin ich SEHR vorsichtig was die Forderungen nach einem Militärschlag gegen den IS angeht. Niemand braucht ein weiteres Gemetzel dem viele Unschuldige zum Opfer fallen. Um die Menschen von IS und von Assad zu befreien, sollte man lieber mal nachverfolgen, warum beide offensichtlich nicht mit Munition und Treibstoff sparen müssen…

    • Brigitta
      05.05.2016, 19:43 Uhr.

      Schade, dass Sie hier „Adieu“ sagen. Ihre Kommentare waren immer sachlich und weiterführend

      • bernardo
        07.05.2016, 13:57 Uhr.

        Ich kann nicht verstehen, warum von „blankem Hass“ die Rede ist oder von einer Infragestellung der Positionen von Woelki oder Marx. Ich kann keinen Hass hier ausmachen, außer vielleicht einem Hass auf Benedikt XVI., der allerdings sehr deutlich ist. Ansonsten habe ich sachliche Kritik an Woelki und anderen Bischöfen geübt, und mit dieser Kritik stelle ich mich der Kritik anderer Blogger. Ich halte die Politisierung des Evangeliums für falsch, egal, ob sie von „rechter“ oder von „linker“ Seite erfolgt. Bischöfe sind auch nicht der verlängerte Arm der Obrigkeit, wie sie es früher einmal waren und jetzt anscheinend wieder sind. Ansonsten würde es mich freuen, die Bischöfe würde einmal so deutliche Worte für die Christenverfolgung in islamischen Staaten finden wie gegen die AfD. Aber das ist wohl zu viel verlangt.

        • Alberto Knox
          08.05.2016, 12:39 Uhr.

          wer die worte der bischöfe zum nahen osten nicht hören WILL (aus nachvollziehbaren gründen, denn es würde ja den subjektiven grund zur polemik rauben), der nimmt sie auch nicht wahr. ich wüsste auch nicht, wer hier b16 hasst. ich kenne niemanden.

        • Silvia
          08.05.2016, 14:27 Uhr.

          bernardo:

          „Ansonsten würde es mich freuen, die Bischöfe würde einmal so deutliche Worte für die Christenverfolgung in islamischen Staaten finden wie gegen die AfD. Aber das ist wohl zu viel verlangt.“

          Sehe ich genauso, aber dazu müssten sie ja gegen den Strom schwimmen und DAS kann man nun wirklich von keinem deutschsprachigen Bischof verlangen (Ironie off).

  • Silvia
    04.05.2016, 12:23 Uhr.

    Wrightfler, 2.5.

    „Ich will so einen Theologiefernkurs nicht schlechtreden. Dabei kann man sicher eine Menge mitnehmen.“

    Immerhin gibt es Diözesen, die den erfogreichen Abschluss dieses Kurses, nach bestandenen Prüfungen, bei Menschen mit entsprechender Vorbildung als berufliche Qualifikation zum Gemeindreferenten und für die Missio canonica (Erlaubnis, Religionsunterricht zu erteilen) anerkennen.

    Eine Verwandte von mir aus dem Bistum Freiburg, die ursprünglich genau wie ich Sozialarbeiterin war, hat damit zur Gemeindereferentin umgeschult.

    Eine Nachbarin von mir wurde durch diesen Kurs als Religionslehrerin im Schuldienst angestellt.

    Und die Diözese Rottenburg ermöglicht es Sozialpädagogen, die bei der Kirche als Stadtjugendreferenten angestellt sind, nach erfolgreichem Abschluss dieses Fernstudiums als Gemeindereferenten übernommen zu werden, weil man ja nicht bis zur Pensionierung Jugendarbeit machen kann.

  • Silvia
    04.05.2016, 14:20 Uhr.

    Wrightflyer:

    „A propos unredlich:
    Solange ein Volk das gemeinsam mit den Juden in der Nazizeit gelitten hat, das genau das selbe erlitten hat, heute noch in Europa derart an den Rand gedrängt, entwürdigt und verachtet werden kann, finde ich die ganze Antisemitismusdebatte irgendwie unredlich.
    Sie wissen welches Volk ich meine? Eines das auch in Deutschland heutzutage seine Identität verstecken muss, um an Jobs und Wohnungen zu kommen!“

    Haben wir hier im Blog jetzt endlich alle Argumente, die FÜR den Antisemitismus, FÜR ein Kleinreden des Holocaust und GEGEN das Existenzrecht des Staates Israel sprechen, gesammelt oder wurde noch etwas aus der Trickkiste der Relativirer vergessen?

    Wenn ja, dann sollte man bitte so „redlich“ und so „Christlich – moralisch“ sein, diese Argumente auch noch aufzulisten, damit wir dieses Dauerthema endlich abhaken können.

    • Wrightflyer
      08.05.2016, 22:02 Uhr.

      Menschenrechte gelten für ALLE Menschen, auch für Roma und Sinti! DARAUF will ich hinaus, auf nichts anderes!!
      Ich bin NICHT damit einverstanden, daß es Völkermordopfer erster und zweiter Klasse gibt, also daß der Völkermord an manchen Menschen „nicht so schlimm“ gewesen sein soll, weil das ja „nur… waren“!

      Wertet es die Juden ab wenn man auf Menschen aufmerksam machen möchte die damals das gleiche erlitten haben, heute aber lediglich in Schleswig-Holstein Minderheitenschutz genießen und ansonsten in Europa von Chancengleichheit weit entfernt sind? Wenn ja, warum? Das sollte man sich mal ehrlich fragen…

      Und was Israel angeht:
      Man möge bitte aufhören, Israel und das Judentum gleich zu setzen!!
      Ob einem Israel so wie es sich aktuell benimmt sympathisch ist oder nicht, soll sich jeder, auch jeder Jude, selbst entscheiden dürfen und nicht bevormundet werden!!

      • Wrightflyer
        08.05.2016, 22:23 Uhr.

        WIE […] muss es sich anfühlen, heutzutage noch die eigene ethnische Identität verstecken zu müssen, damit man Arbeit und Wohnung bekommt??
        WIE […] muss es sich anfühlen, nicht zugeben zu dürfen was man ist, weil einen sonst jeder als Dieb, Betrüger oder Kindesentführer sieht??
        Solange das noch geschieht bin ich mit dem Holocaustgedenken unzufrieden.

        Ich relativiere nicht, ich bin ganz einfach unzufrieden, DAS ist die Wahrheit!!

        Und nein, ich bin selbst keine Sintiza, aber in unserer Nachbarschaft gab es eine, ich habe erst nach ihrem Tod erfahren daß sie wohl Sintiza war!
        Und Romani Rose war übrigens ein Schüler meiner Großmutter, die war nämlich Lehrerin!

        * editiert wegen Verstoßes gegen die Netiquette

      • Wrightflyer
        08.05.2016, 22:36 Uhr.

        Aus Osteuropa kommen manche von ihnen hierher nach Deutschland die im Prinzip resigniert haben und nicht mehr glauben daß sie noch eine Schulbildung machen können und einen anständigen Beruf lernen können.
        So ein Bild sollte ein gesunder Mensch nicht von sich haben: Nur nerviger Bettler sein zu können, nichts anderes. Keinen Stolz mehr, keine Würde, keine Ehre.
        Solange diesem Volk das noch angetan wird, bin ich mit dem Holocaustgedenken unzufrieden.

        Wir reden hier auch noch von einem Volk das nie Gebietsansprüche gestellt hat, nie einen Krieg angefangen hat und noch nicht einmal für irgendeinen fremden Landesherrn in den Krieg gezogen ist. Kurz: Vom friedlichsten Volk Europas!

  • Silberdistel
    04.05.2016, 20:23 Uhr.

    Zitat: „Mehrfach hat er sich klar gegen Rechtsextremismus positioniert.“
    In Bezug auf Stellungnahmen zu weltlichen, gar politischen, Erscheinungen ist ja in z.B. Korinther 15,45.47 verheißen; das aus dem Menschen in Christus ein neuer Mensch entsteht, ein zweiter Adam, nach dem Ersten.

    Ja wer weiß, vielleicht ist es ja so das wenn man das Licht, von dem Jesus oft gesprochen hat und Er selbst sich als solches verkündet hat, nicht gesehen sondern nur empfunden; diejenige Person daraus entsteht, die zu dieser Welt nur mehr solch eine Beziehung entwickeln kann wie ein Patient zu seinem Furunkel.

  • Silvia
    05.05.2016, 12:37 Uhr.

    Da ich hier im Blog wegen meines Umgangs mit der Bibel immer wieder anecke, ist es mir ein Anliegen, hier noch etwas dazu zu sagen.

    Ich bin seit über einem Jahr in einer von unserem Vikar geleiteten Lectio divina – Gruppe, in der wir das Bibel teilen praktizieren.

    Unser Vikar ist ein so genannter Spätberufener, tief gläubig und konservativ.

    Er sagte gestern, dass es durchaus sinnvoll war, dass die Kirche in früheren Zeiten den Gläubigen die Bibel nicht zugänglich gemacht hat, weil jeder ohne Basiswissen heraus liest, was er will.

    Und er riet davon ab, die Bibel alleine zu lesen weil alleine schon durch den Austausch miteinander das je eigene Verständnis erweitert wird.

    Wir behandelten gestern das Evangelium vom kommenden Sonntag aus den Abschiedsreden Jesu nach Johannes.

    Und unser Vikar sagte wörtlich Folgendes:“ Ich sage jetzt mal was Böses: es handelt sich hier um einen konstruierten Text, den man literarisch einordnen und verstehen muss“

    Und ich darauf.“Das ist nicht böse sondern die Wahrheit.“

    Worauf er dann eben das sagte, was ich weiter oben erwähnt habe.

    Selbst beim Bibel teilen, einer ganz schlichten Form der Herangehensweise, die von den Teilnehmern bewusst keine theologischen Vorkenntnisse erfordert, hat es sich herausgestellt, dass es sinnvoll ist, dass ein Theologe die Gruppe leitet, schon alleine wegen der vielen Fragen, die wir immer haben.

    Und es stellt sich auch immer wieder heraus, dass auch ein Theologe, wenn er ehrlich ist, nicht alle Fragen beantworten kann, auch nicht alle Glaubensfragen.

    Der Mensch wird da immer an Grenzen stoßen und es ist nur redlich, das auch zuzugeben.

    Das hier mal zum Nachdenken einzubringen ist mir sehr wichtig.

    • Silberdistel
      06.05.2016, 8:43 Uhr.

      Silvia
      05.05. 12:37 h
      Klar, deshalb hat Jesus Christus seinerzeit ausschließlich vor den damaligen Theologen, den Schriftgelehrten und Pharisäern gelehrt, da nur die Ihn richtig verstehen und einordnen konnten und auch nur Jünger mit dem entsprechenden ´Basiswissen´ erwählt… (Achtung: Ironie!).
      Möglicherweise sollte man die Bibel, aber gerade das NT, mehr mit dem Herzen als mit dem Verstand lesen? Denn mit dem Verstand erschließt sich nicht wirklich alles.
      Doch Dank dieses blog kennt man nun zumindest in unserm Landstrich jemand, der das tatsächlich mal existierende Bibelverbot befürwortet. In Saudi-Arabien sowie mutmaßlich ISIS gibt es das ja noch immer.

  • Silvia
    06.05.2016, 20:22 Uhr.

    Wrightflyer:

    „Und ob hier irgendjemand ein lehramtlich unfehlbarer Supertheologe ist, egal ob mit vollem Diplomstudium oder mit einem einfachen Fernkurs oder was auch immer, und meint, hier die vatikanische Glaubenskongregation spielen zu dürfen, wage ich doch SEHR zu bezweifeln.“

    Die Universitätstheologie ist eben NICHT quasi identisch mit der Glaubenskongregation und dem Lehramt sondern liegt mit diesen oft überkreuz, siehe Küng, Hasenhüttl u.a.

    An dem theologischen Fernstudium, das aus mehreren Kursteilen besteht und sich über gut drei Jahre erstreckt, wirken übrigens nur Universitätstheologen mit.

    Es geht mir auch überhaupt nicht um die persönlichen Glaubensüberzeugungen anderer Leute sondern um einen sachgerechten, vernünftigen Umgang mit der Bibel.

    Das NT wurde in einem speziellen Altgriechisch geschrieben für die Mitglieder der noch ganz jungen Kirche, die die Aussagen der Evangelien, der Apostelgeschichte und der Paulusbriefe noch aus ihrer Zeit und ihrem kulturellen Erfahrungshintergrund noch anders verstanden haben als wir heutige Menschen, zumal die Bibel x-mal in unzählige Sprachen übersetzt worden ist.

    Außerdem gehört auch das AT zur christlichen Bibel und da kommt es immer wieder zu Missverständnissen, auch hier im Blog, wie die Geschichten von Gewalt, Landnahme usw. zu verstehen sind.

    Gerade was das AT angeht ist ein verantwortungsvoller Umgang mit der Bibel umso wichtiger.

    • Wrightflyer
      08.05.2016, 13:16 Uhr.

      „Die Universitätstheologie ist eben NICHT quasi identisch mit der Glaubenskongregation und dem Lehramt sondern liegt mit diesen oft überkreuz, siehe Küng, Hasenhüttl u.a.“
      Darum geht es nicht!
      Daß schon sehr viele Theologen die nicht im Vatikan residiert haben, darunter ziemlich viele Jesuiten, nicht immer einer Meinung mit dem Vatikan waren, weiß ich auch selbst!
      Ich habe selber die alten Estancias Jesuíticas in den Bergen von Córdoba gesehen: Da wollten die Jesuiten, bis sie es vom papst ausdrücklich verboten bekamen, eigene Indiostaaten verwirklichen, um die Indios zu christianisieren, aber ohne ihnen komplett ihre Identität, Sprache, Kultur und Würde zu nehmen!

      Es geht darum, von der redaktion zu verlangen, abweichende Meinungen mundtot zu machen! Dazu hat hier niemand ein Recht, egal ob mit vatikanischem Lehramt auf einer Linie oder nicht!

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