Papst: „Das ist nicht menschlich!“

Fassungslosigkeit weltweit angesichts der Attentate gestern Abend in Paris. Papst Franziskus wie weltweit Vertreter aus Politik und Kirche verurteilten die Terrorakte aufs Schärfste. Überall fanden Gedenkgottesdienste und Gebete für die Opfer, gegen Gewalt und Terror sowie für Frieden und Versöhnung statt. Die katholische Kirche in Italien hat den morgigen Sonntag zum landesweiten Gebetstag für die Terroropfer und ihre Angehörigen bestimmt. Am Montag soll es eine europaweite Schweigeminute geben. Der Vatikan warnte unterdessen vor Terrorpanik angesichts des bevorstehenden Heiligen Jahres der Barmherzigkeit, zu dem Millionen Pilger in Rom erwartet werden. „Das ist jetzt nicht die Zeit, das Heilige Jahr abzusagen oder Angst zu haben. Wir brauchen es mehr denn je“, erklärte Vatikansprecher Federico Lombardi. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, verurteilte in einer gemeinsamen Erklärung mit dem EKD-Ratsvorsitzenden Heinrich Bedford-Strohm die Attentate.

„Es ist ein Teil davon“, antwortete Papst Franziskus auf die Feststellung eines italienischen Journalisten, er habe mehrfach über den „Dritten Weltkrieg in Teilen“ gesprochen. Es gebe keine Rechtfertigung für solche Taten, so der Papst, weder religiöse noch menschliche. „Ich bin bewegt und betrübt und verstehe das nicht, aber es sind ja auch schwierig zu verstehende Dinge. Ich fühle mich den Franzosen nahe, den Familien der Opfer und ich bete für sie alle.“ Schon in der Nacht hatte der Vatikan in einer ersten Reaktion die Anschläge scharf verurteilt: „Wir sind erschüttert von diesem neuen Ausbruch von terroristischer Gewalt und von Hass, welchen wir aufs schärfste verurteilen, gemeinsam mit dem Papst und allen friedliebenden Menschen. Es handelt sich um einen Angriff auf den Frieden der gesamten Menschheit und verlangt nach einer klaren und solidarischen Entscheidung aller, um der Ausbreitung des mörderischen Hasses in all seinen Formen entgegen zu treten. Wir beten für die Opfer und die Verletzten und für das ganze französische Volk.“

Auch viele muslimische Verbände und Organisationen haben heute die Anschläge scharf verurteilt. Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland Aiman Mazyek  sprach angesichts der „schrecklichen und orchestrierten Kriegsattacken gegen die Menschlichkeit gestern Nacht“ von „feigem und perfidem Massenmord“. Die Terroristen führten auch einen Krieg gegen den Islam, so Mazyek. Politiker und Kirchenvertreter warnten davor, angesichts der Terrorattacken in eine pauschale Verurteilung des Islam zu verfallen. Auch sollten keine vorschnellen Schlüsse in Bezug auf die aktuelle Flüchtlingsdebatte gezogen werden.

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Jürgen Erbacher

Seit Juli 2018 leite ich die ZDF-Redaktion "Kirche und Leben katholisch", für die ich seit 2005 über die Themen Papst, Vatikan, Theologie und katholische Kirche berichte. Dafür pendle ich regelmäßig zwischen Mainz und Rom - meiner zweiten Heimat. Dort habe ich vor meiner ZDF-Zeit mehrere Jahre gelebt und für Radio Vatikan gearbeitet. Studiert habe ich Politikwissenschaft und Katholische Theologie in Freiburg i.Br. und Rom.

94 Kommentare

  • Wanda
    14.11.2015, 20:09 Uhr.

    – natürlich sollten keine Schlüsse zur aktuellen Flüchtlingsdebatte hergestellt werden. Das wäre für die politisch Verantwortlichen fatal…
    Doch eines darf man wohl vorsichtig fragen: ein Staat der aus guten Gründen seinen eigenen Bürgern die Pflicht zur Um- und Abmeldung auferlegt und Nichtbefolgung mit einem Bussgeld ahndet, erlaubt dass ein Drittel der Flüchtlinge offiziellen(!) Behördenangaben zufolge unregistriert in unserem Land unterwegs ist ? Man weiss also weder wer, welcher Nationalität, noch noch woher sie kommen bzw. sich aufhalten ? Ergänzend heisst es dazu aus dem Innenministerium, dass ein beträchtliche Teil von ihnen die Unterkünfte verlässt und auf eigene Faust unterwegs ist. Wo, weiss kein Mensch…
    Und Frau Merkel behauptet trotzdem in einem Interview, sie habe alles im Griff.
    Bei bestem Willen muss ganz nüchtern festgestellt werden: für Sicherheitsdienste ist eine derart hohe Zahl von unregistrierten Menschen noch dazu aus hauptsächlich muslimischen Ländern bei der permanenten Terrorgefahr ein Horrorszenario…

    • Wrightflyer
      14.11.2015, 23:04 Uhr.

      Die Menschen werden sehr wohl registriert wenn sie in die Flüchtklingsunterkünfte kommen. Und das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hat seine Befragungsmethoden. Die ziehen einen schon auf links, ob jemand wirklich aus Syrien oder aus dem Irak ist.

      • Wanda
        15.11.2015, 17:42 Uhr.

        Wrightflyer 23:04
        – das ist definitiv falsch: ein Drittel der sich in Deutschland bereits(!) aufhaltenden Flüchtlinge sind eben nicht registriert und warten auch nicht ab, weil die Bearbeiter dem Ansturm nicht nachkommen. Das wird ja auch von den Sicherheitsbehörden und dem BAMF selbst beklagt.
        Wenn etwas passieren sollte, werden gerade unsere Politiker, welche die Helfer vor Ort, Bearbeiter und Polizei mit dem Problem quasi allein lassen, dann den Sicherheitsdiensten die grossen Vorwürfe machen. Das ist schon mal sicher, und die Einheitsmedien werden da mitziehen.
        – Wie schrieb kürzlich die eher unionsfreundliche FAZ „…wir erleben in den Medien einen Willkommens-Journalismus bis zum Abwinken. Vor allem ARD und ZDF lassen (kritische) Distanz zur Politik vermissen und werden zu Regierungslautsprechern…“
        Leider zutreffend und auch logisch, werden doch die obersten Chargen der Öffentlich-Rechtlichen nach Parteienproporz besetzt und wer wird sich schon den Ast absägen auf dem er sitzt ?

  • Alberto Knox
    14.11.2015, 22:18 Uhr.

    im grunde müssten wir europäer – nun selber ziel eines schrecklichen attentates – die tür NOCH WEITER öffnen für die flüchtlinge aus syrien. sie fliehen ja gerade vor diesen irren pseudo-muslimen.
    beten wir für die opfer, deren angehörige und auch für die täter. für die ersteren um die ewige ruhe, für die zweiten um trost und für die dritten um bekehrung!

    • Wrightflyer
      14.11.2015, 23:00 Uhr.

      Dem letzteren schließe ich mich von Herzen gern an!!

      Durch puren Zufall hat mich eine Freundin letztes Wochenende zu einem morgen stattfindenden interreligiösen Friedensgebet eingeladen. Leider kann ich aus einem peinlichen privaten Grund nicht anreisen, aber ich bete gern von daheim aus mit.

      • Silvia
        15.11.2015, 14:31 Uhr.

        Vor ein paar Jahren war ich auch bei einem interreligiösen Friedensgebet.

        Eine Vertreterin des Islam sagte klar und deutlich, dass Frieden erst herrschen wird, wenn sich alle Menschen zum Islam bekehrt haben.

        Unser damaliger Pfarrer warf der Dame einen irritierten Seitenblick zu und ich – damals auch noch total gutmenschlich naiv – dachte einfach, dass ich mich verhört oder was falsch verstanden hätte und machte mir damals keine weiteren Gedanken mehr über den Vorfall.

        Aber ich bin sicher, liebe Wrightflyer, dass Sie mir auch für diesen Vorfall eine überzeugende Verharmlosung liefern können.

        Ich habe seit damals dazu gelernt …..

        • Wrightflyer
          15.11.2015, 22:22 Uhr.

          Die Erklärung die ich habe ist, daß ich in gewisser Hinsicht ähnlich wie diese Frau ticke.
          Auch ich wünsche mir im Prinzip, daß alle Menschen sich zu Jesus bekennen mögen. Nicht weil ich den überholten Mist von wegen alle Nichtchristen kommen in die Hölle glauben würde, oder weil mir nur Christen sympathisch wären, nein, auch ein Muslim, Atheist, Buddhist oder Jude kann ein guter Mensch sein. Und Freddie Mercury, einer der größten Musiker aller Zeiten, gehörte einer Religion an die mir wegen ihrer rassistischen Ausrichtung eher unsympathisch ist, aber auch er war privat ein wirklich wirklich liebenswerter Mensch. Ich persönlich habe schon sympathische nordische Neuheiden kennengelernt und kenne einen Buddhisten dessen sarkastischen Humor ich sehr mag.
          Nein, ich bin überzeugt daß letzten Endes nur in Jesus Christus das wahre Schöne und Gute liegt. Und der wirkliche Frieden. Denn Jesus erzählt von Liebe, nicht von Gesetzen. Und auch nicht von „das Leben ist schlecht“, wie Buddha.

          Ich glaube daß die Frau sich irrt, denn auch der Islam ist nicht die vollkommene Lösung, die liegt nur in Jesus Christus. Aber kann ich ihren Irrtum verurteilen? Auch ich würde gern alle Menschen von meinem Glauben überzeugen weil ich in meinem Glauben die Rettung der Welt sehe!
          Und JA, auch das Antlitz meines Glaubens wurde schon, wie Herr Erbacher bereits geschrieben hat, durch Hass und Gewalt derjenigen die getauft waren aber das Evangelium nicht wirklich begriffen haben, zerstört.

          • Silvia
            16.11.2015, 14:05 Uhr.

            Wrightflyer, unsere Kirche hat im Zuge des Vat II ihre Missionstätigkeit aufgegeben und lehrt uns den Respekt vor allen anderen Religionen.

            Es ist auch ein Unterschied, ob Sie als Christin sich wünschen, dass alle Menschen zu Christus finden oder ob man einer Religion/Ideologie anhängt, die ihre Überzeugung und Werte der ganzen Welt „mit Feuer und Schwert“ aufzwingen will.

            Für uns Christen ist es eine Voraussetzung des Friedens, dass Nationen und Religionen sich gegenseitig respektieren.Hier liegt die Betonung auf GEGENSEITIG.

            Wir Christen gestehen jedem Menschen, unabhängig von seiner ethnischen und reigiösen Zugehörigkeit Menschenwürde- und rechte und Lebensrecht zu.

            Was aber, wenn man einer Ideologie begegnet, die diese Auffassung nicht teilt?

          • Jürgen Erbacher
            Jürgen Erbacher
            17.11.2015, 7:47 Uhr.

            Mit dem II. Vatikanischen Konzil hat die katholische Kirche nicht ihre Missionstätigkeit aufgegeben. Sie hat einen falsch verstandenen Missionsbegriff aufgegeben, der letztendlich auf Zwang und Druck hinauslief. Aber eine christliche Kirche, die nicht missionarisch ist, gibt ihren ureigensten Auftrag auf.

          • Wrightflyer
            17.11.2015, 22:08 Uhr.

            Die Missionstätigkeit aufgegeben??
            Na hören Sie mal, wir sind doch [nicht…]* wie die Zoroastrier oder die Jesiden!! Auch die sind überzeugt daß ihr Glaube die Wahrheit ist, bieten diese aber niemandem an!! Nur wer als Zoroastrier geboren ist, kann die Erleuchtung über Ahura Mazda erlangen, sonst niemand!
            Mission mit Gewalt und ohne Respekt vor den Menschen wurde aufgegeben, zum Glück!! Aber nicht der Missionsgedanke an sich! Wir sind schließlich auch nicht das Judentum, auch wenn die Juden immense Bedeutung für uns haben, da Jesus als Jude aufgewachsen ist und die jüdischen Traditionen gelebt hat. Sie sind unsere älteren Brüder, wenn sie keine Land und Wasser raubenden, Häuser und Olivenbäume zerstörenden und Jugendliche erschießenden Zionisten sind. Zum Judentum kann man konvertieren, aber das Judentum ist sich ein wenig… selbst genug, wenn Sie verstehen was ich meine.

            „Es ist auch ein Unterschied, ob Sie als Christin sich wünschen, dass alle Menschen zu Christus finden oder ob man einer Religion/Ideologie anhängt, die ihre Überzeugung und Werte der ganzen Welt „mit Feuer und Schwert“ aufzwingen will.“
            Das mit dem „Feuer und Schwert“ war im Islam auch mal längst überholt. Bei einer Minderheit kam es ab den 1980ern wieder auf, und wissen Sie wo? Bei den Mudschaheddin im sowjetisch besetzten Afghanistan! Vor dem sowjetischen Einmarsch war Afghanistan ein beliebtes Urlaubsland für den schmalen Geldbeutel, sehr gastfreundlich und bis zu gewissen Grenzen ziemlich aufgeschlossen. Allerdings auch sehr freigiebig was gewisse Substanzen angeht. Und heute, tja, das wissen Sie ja… Was mag nur zwischen den 1970ern une heute geschehen sein? Stellen Sie sich mal genau diese Frage!

            […]* bearbeitet wegen Verstoßes gegen die Netiquette

        • Wrightflyer
          16.11.2015, 23:45 Uhr.

          Sich bei einem interreligiösen Friedensgebet so zu verhalten ist natürlich NICHT im Interesse des Friedensgebetes. Das war kein gutes Benehmen, da stimme ich Ihnen zu.

          Übrigens war ich auch mal naiv. Sehr naiv.
          Ich war 13 Jahre alt und mit den Amis in der Nachbarschaft großgeworden. Und unser Fernseher war umgerüstet, daß er auf Kanal 11 AFN empfing. In Schwarzweiß, denn NTSC geht nunmal nicht auf PAL. Ich glaubte allen Ernstes daß die Amis superintelligente Bomben hätten und nur ganz wenige und ganz böse Irakis töten würden. Und daß das mit dem Embargo anschließend schon nicht so schlimm wäre. Nun, ich war 13 Jahre alt, mit den Amis in der Nachbarschaft großgeworden, hatte mit meinem Vater immer am Sonntag die lustigen Cartoons auf AFN geguckt und den Vietnamkrieg nicht mehr mitbekommen.
          Welche Ausrede haben Sie?

          • Silvia
            17.11.2015, 10:37 Uhr.

            Wrightflyer für meine frühere gutmenschliche Naivität brauche ich keine „Ausrede“, ich bin in einer Zeit heran gewachsen, als das praktisch normal war.

            Nur habe ich in den letzten Jahren für mich aus der mich umgebenden Realität andere Schlüsse gezogen.

      • Wanda
        18.11.2015, 2:18 Uhr.

        Wrightflyer 14.11.2015, 23:00
        – wie wär’s denn die wohl ausschliesslich russischen Opfer des Airbus-Anschlages über dem Sinai in Ihr interreligiöses Friedensgebet einzubeziehen ? Immerhin wurden alle 224(!) Insassen getötet. Und der IS hat sich auch hier zumindest gebrüstet, Urheber dieses Attentats gewesen zu sein…
        – Erinnere mich schon noch Ihrer Qualifikation, die Sie noch vor Monaten den jungen, sich dem IS anschliessenden Muslimen zukommen liessen¨…

        • Silvia
          19.11.2015, 15:39 Uhr.

          Wanda, 18.11.

          „Erinnere mich schon noch Ihrer Qualifikation, die Sie noch vor Monaten den jungen, sich dem IS anschliessenden Muslimen zukommen liessen¨…“

          Oh ja, daran erinnere ich mich auch nur allzu gut …..

    • Wanda
      17.11.2015, 17:01 Uhr.

      Alberto Knox 22:18
      – Ihre humane Gesinnung in allen Ehren, aber wie soll denn das ausgehen ? Die jungen, kräftigen Syrer verlassen ihr Land und ausländische junge Soldaten sollen für sie die Kastanien aus dem Feuer holen ? Wer, wenn nicht das eigene Volk (bzw. dessen kampffähige Männer) muss sich seine Freiheiten und Gesellschaftsform erkämpfen ? Schon mal darüber nachgedacht, wie diese von den Dagebliebenen nach Konflikt-Beendigung eingestuft werden: als Feiglinge, die ihr Land, die Alten, Kinder und Frauen im Stich liessen!
      – Man kann ja durchaus darüber reden, dass Frauen und Kinder vorübergehend den Asylstatus erhalten, nach Befriedung aber zurückkehren müssen…
      – Der Chefredakteur der ARD-aktuell hat kürzlich zugegeben, in der Flüchtlingsfrage ein oft unzutreffendes Bild zu vermitteln, da zu oft Familien mit grossäugigen kleinen Kindern gezeigt würden anstelle der 80% jungen Männer, und die Schuld den Korrespondenten vor Ort zugewiesen. Frage: was ist denn dann die Aufgabe einer Chefredaktion ?
      – Wie meinte doch die keineswegs unionsferne FAZ ? „ARD und ZDF pflegen eine Willkommenkultur bis zum Abwinken und machen sich zu unkritischen Regierungslautsprechern“…

  • Wrightflyer
    14.11.2015, 22:59 Uhr.

    LEIDER!! bin ich mir ziemlich sicher wer diesen Anschlag hier büßen wird: Die Flüchtlinge!
    Es gibt genug Idioten die nicht unterscheiden zwischen diesen Idioten und denjenigen die vor diesen Idioten geflohen sind. Den ersten Fall wo eine Gasleitung in einer ehemaligen Bundeswehrkaserne die gerade für Flüchtlinge hergerichtet war, angesägt wurde, gab es schon. Wer das macht will nicht einfach ein Gebäude zerstören. Wer das macht will töten.

    „Fassungslosigkeit weltweit angesichts der Attentate gestern Abend in Paris. Papst Franziskus wie weltweit Vertreter aus Politik und Kirche verurteilten die Terrorakte aufs Schärfste. Überall fanden Gedenkgottesdienste und Gebete für die Opfer, gegen Gewalt und Terror sowie für Frieden und Versöhnung statt.“
    Ach, hätte die Welt nur genauso reagiert bei dem was dem Irak alles angetan wurde. Oder als Assad anfing auf die Demokratiebewegung zu schießen. Oder bei jeder US-Drohne die in Pakistan und im Jemen unschuldige, sogar Kinder, zerrissen hat.

    Mit Sicherheit haben die IS-Idioten eines nicht: Ahnung vom Koran!
    Nur: WIE sollen die islamischen Länder ein ordentliches reformorientiertes Religionsbildungssystem aufbauen das die jungen Leute davon abhält gewalttätige Salafisten zu werden, wenn sie immer wieder zerbombt, zerstört, ins Chaos gestürzt werden? Oder Saudi-Arabien: Keine Ahnung was die Bevölkerung von ihrem maßlos bigotten Königshaus hält! Die hält nämlich besser die Klappe angesichts der Tatsache daß dieses Königshaus bis an die Zähne bewaffnet ist! Und wo kommen die Waffen her? Da war doch was…
    Nur mal zur Info: Das 2. Vatikanum fand ja auch erst 17 Jahre NACH dem 2. Weltkrieg statt, nicht mittendrin!! Warum wohl??

  • Silvia
    14.11.2015, 22:59 Uhr.

    Ich empfinde es als zynisch, wenn der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime behauptet, dass der IS „auch“ Krieg gegen den Islam führt.

    Die Anschläge in Paris galten ausdrücklich der freien, westlichen Welt.

    Mazyek scheint es mal wieder nur um das Image des Islam zu gehen und nicht um die Menschen, die eben gerade im Namen des Islam umgebracht wurden, weil sie nach anderen Werten leben.

    • Jürgen Erbacher
      Jürgen Erbacher
      15.11.2015, 9:56 Uhr.

      Es ist legitim festzustellen, dass das Islamverständnis, das die Terroristen haben, nicht mit dem Islam übereinstimmt, den die große Mehrheit der Muslime lebt. Die Terroristen haben dann gewonnen, wenn man das für den Islam hält, was diese vorgeben. Die Menschen in Paris und anderswo wurden eben gerade nicht im Namen des Islam umgebracht, den die große Mehrheit der Muslime lebt, sondern im Namen einer verqueren, fundamentalistischen, extremistischen und ideologischen Auslegung des Islam. Die Frage ist, was bereitet den Nährboden für eine solche Auslegung. Papst Franziskus und seinen Vorgängern ist es immer darum gegangen aufzuzeigen, dass die Religionen in ihrem Grundansatz friedensstiftend sind. Dass auch das Christentum nicht vor der Versuchung der Gewalt gefeit war und ist, zeigt die 2000-jährige teils blutige Geschichte. Daher sind interreligiöse Begegnungen sowie Begegnungen zwischen Politikern der „islamischen“ und der westlichen Welt wichtiger denn je. In diesem Sinn ist es bedauerlich, dass es gestern nicht zu dem geplanten Treffen zwischen Papst Franziskus und dem iranischen Präsidenten Ruhani im Vatikan kam. Ruhani hatte nach den Anschlägen in Paris seine Europareise kurzfristig abgesagt, in deren Rahmen er Gespräche in Rom und Paris führen wollte.

      • silberdistel
        15.11.2015, 11:07 Uhr.

        Die im letzten Jahr von Shimon Perez vorgeschlagene UNderReligionen ist und bleibt die innovative und eigentlich alternativlose Idee „in einer Welt die aus den Fugen gerät“ = http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/3864923/Shimon-Peres-schlaegt-eine-UNO-der-Religionen-vor
        Wird sich zwar der Ein oder Andere schenkelklopfend in den Schlaf lachen das ausgerechnet die Religionen, die zum Teil schon erbittert Krieg gegeneinander führten, nun friedenstiftend wirken könnten. Doch recht betrachtet gibt es in jeder Religion den goldenen Kern. Die drei großen abrahamitischen stehen sogar auf demselben Glaubensfundament. Zumindest sind in den Religionen soziale Erkenntnisse aus oft mehreren tausend Jahren menschlichen Zusammenlebens vorhanden.
        Schade das Ruhani das Treffen abgesagt hat, soweit bekannt hatte Er selbst doch vor einem Jahr darum ersucht. Vielleicht war die Absage in der aktuellen Situation aber auch klug und kann später nachgeholt werden. Und dazu beitragen das die UNdR endlich aus der Taufe gehoben wird.

      • Silvia
        15.11.2015, 14:33 Uhr.

        Wrightflyer und Herr Erbacher, und wie viel Ahnung vom Koran haben SIE?

        z.B. von der salafistischen Richtung, die auf den saudi – arabischen Wahabismus zurück geht?

        • Wrightflyer
          15.11.2015, 21:10 Uhr.

          Ahnung genug um zu wissen daß
          -im Koran eine Schutzklausel für Christen und Juden existiert (wussten Sie, daß die Bosniaken und die Türken aus Spanien geflohene sephardische Juden aufgenommen haben??)
          -in Sure 5 steht: „Wenn jemand einen Menschen tötet, so soll es sein, als hätte er die ganze Menschheit getötet; und wenn jemand einem Menschen das Leben erhält, so soll es sein, als hätte er der ganzen Menschheit das Leben erhalten.“
          -an anderer Stelle steht: „Es sei kein Zwang im Glauben“
          -der Koran nur eine Frau namentlich erwähnt, und zwar Maria.
          -Jesus als „Issa ibn Maryam“, d.h. Jesus, Sohn der Maria erwähnt wird, nicht als Sohn Josefs. Der Koran sagt, daß Jesus nicht Gottes Sohn sein kann, da Gott darüber erhaben sei, ein Kind zu haben. Auch behauptet der Koran, daß nicht Jesus sondern ein ähnlich aussehender Mann gekreuzigt wurde. Nichtdestotrotz gilt Jesus (Issa) im Koran als Prophet, sogar noch höher als Mohammed
          -der Koran in sich so widersprüchlich ist, daß in neuster Zeit viele Islamwissenschaftler bezweifeln daß Mohammed allein ihn geschreiben hat

          […]*

          *Der Beitrag wurde wegen des Verstoßes gegen die Netiquette editiert.

          • Silvia
            16.11.2015, 14:18 Uhr.

            Wrightflyer, der Schutz, den der Koran Christen und Juden zugesteht, ist der Dhimmistatus, dh., sie können als Bürger 2. Klasse leben, wenn sie eine Sondersteuer bezahlen.

            Die in Mekka entstandenen Suren werden durch die späteren, in Medina entstandenen Suren, außer Kraft gesetzt.

            Jesus gilt im Koran keineswegs als ein über Mohammed stehender Prophet sondern als ein Prophet niederen Ranges.

            Das Gottesbild des Islam widerspricht dem unseren des dreieinigen bzw. dreifaltigen Gottes. Der Kreuzestod Jesu ist für uns ein ganz wichtiges Fundament unseres Glaubens.

            Ich bin bis vor wenigen Jahren davon ausgegangen, dass Christen und Muslime im Frieden zusammenleben können. Zu diesem Zeitpunkt lebten hier nur türkische Muslime.

            Der arabische Islam ist um einiges militanter und fundamentalistischer, eben geprägt von der arabischen Kultur. ich sprach neulich von arabisch – sunnitischen Hardcoremuslime uns Sie haben dagegen das Beispiel türkisch – sunnitischer Muslime gesetzt.

            Ja eben, türkische und ARABISCHE Sunniten/Muslime kann man nicht unbedingt gleichsetzen.

            Wobei es ja mit unseren türkischen Mitbürgern keineswegs reibungslos läuft.

            Ich respektiere andere Religionen, sofern es sich nur um eine Religion handelt und nicht um eine politisch – religiöse Ideologie, die unser aller Freiheit bedroht.

            Ich werde aber ziemlich sauer, wenn im Gegenzug nicht meine Religion genauso respektiert wird.

          • Wanda
            16.11.2015, 20:44 Uhr.

            Wrightflyer 21:10
            – der Islam hatte es bereits 2 x bis vor Wien geschafft und wurde nur durch die gemeinsame Anstrengung der ansonst verfeindeten christlichen Konfessionen zurückgeworfen, obwohl er danach noch lange den christlichen Balkan besetzt hielt.
            Wer also will den Südslawen ihre Animosität gegen den Islam verargen ? Sie litten Jahrhunderte unter dessen Knute als ungläubige „Giauren“ und waren weniger wert als Vieh. So etwas prägt sich ins kollektive Bewusstsein eines Volkes; genauso wie die zum Islam konvertierten Kollaborateure Bosniens…
            – Was der Islam damals nicht schaffte, das Vordringen nach Westeuropa, wird ihm heute durch eine kurzsichtige und absolut chaotische „Willkommenskultur“ ermöglicht…

          • Wrightflyer
            17.11.2015, 21:40 Uhr.

            „Wrightflyer, der Schutz, den der Koran Christen und Juden zugesteht, ist der Dhimmistatus, dh., sie können als Bürger 2. Klasse leben, wenn sie eine Sondersteuer bezahlen.“
            Das ist immernoch bei weitem besser als das Christentum in den letzten 1000 Jahren die meiste Zeit über mit Nichtchristen umgegangen ist.
            Juden waren gerade so geduldet in Europa. D.h. in Spanien und Portugal etwa 500 Jahre lang garnicht. Ansonsten war Juden jeglicher Grundbesitz und die Ausübung der meisten Berufe verboten. Sonstige Nichtchristen wurden jahrhundertelang verfolgt, zwangsgetauft und massakriert. Das Christentum ging sogar so weit, Kultur und Identität anderer Völker zu vernichten NACHDEM diese sich haben taufen lassen. Nur die Jesuiten in Lateinamerika wollten es den Indios erlauben, ihre Götter und ihre Traditionen neben dem Christentum zu behalten, wurden aber von Papst, Kolonisten usw. an ihrer Art der Mission massiv gehindert.
            Ab dem 19. Jahrhundert wurden Nichtchristen zwar nicht mehr verfolgt, aber es hat bis zum 2. Vatikanum gedauert bis die kirchlichen Lehrämter aller größeren Konfessionen aufhörten, Nichtchristen und die jeweils anderen christlichen Konfessionen pauschal als „böse Ungläubige die die Hölle verdient haben“ zu betrachten.
            Könnte ich nicht über diese begangenen Fehler hinausschauen, sie als Irrwege erkennen und den wahren Sinn vom Evangelium erkennen, könnte ich heute kein Christ mehr sein. D.h. würde ich, wie ein gewisser Mitschreiber das in der Vergangenheit getan hat, in diesen Irrwegen der Vegangenheit hängenbleiben.
            Das Christentum hat durchaus seine Entwicklung gebraucht, und es war ein Lernprozess bis man kapiert hatte daß man das AT aus seinem bronzezeitlichen Hintergrund lesen muss. Einige wenige haben es bis heute nicht gelernt, ich habe solche Exemplare in einem großen christlichen Forum kennengelernt. Thema Nr. 1 dort: Homosexualität, Thema Nr. 2 dort: Schöpfung vs. Evolution.
            Teilweise hat auch der Islam eine große Entwicklung vollzogen, allerdings wurde diese Entwicklung durch politische Gründe unterbrochen oder ganz verhindert. VOR ALLEM in Arabien und Afghanistan. In Saudi-Arabien z.B. ist der Wahabismus Staatsdoktrin, und Saudis die liberalere Glaubensauffassungen vertreten können sich nicht organisieren um diese zu diskutieren. Sobald etwas auch nur ein bischen nach Ketzerei riecht, steht sofort die Religionspolizei auf der Matte. Wofür sich die Saudis auch ganz herzlich bei unserer so waffenspendablen Bundesregierung „bedanken“ können.

            „Die in Mekka entstandenen Suren werden durch die späteren, in Medina entstandenen Suren, außer Kraft gesetzt.“
            Da sprechen Sie ein Problem an das der Islam tatsächlich hat. Mohammed hatte sich in seinem ganzen Wesen nach seiner Flucht aus Mekka eindeutig sehr verändert und war in Medina plötzlich ein ganz anderer Mensch. Und die gewalttätigen und frauenfeindlichen Stellen sind in Medina entstanden.
            WENN Mohammed überhaupt der alleinige Urheber des Korans war, manche bezweifeln das ja.
            Aber daß die Suren aus Medina automatisch alle Suren aus Mekka außer Kraft setzen würden, kann man so pauschal auch nicht sagen.

            „Jesus gilt im Koran keineswegs als ein über Mohammed stehender Prophet sondern als ein Prophet niederen Ranges.“
            Definitiv falsch!
            Mohammed gilt als der letzte, der endgültige Prophet. Nach ihm, sagen die Muslime, kann es keine weiteren Propheten mehr geben. Aber nur Jesus, nicht Mohammed, wird mit Wundern in Verbindung gebracht und nur Jesus, nicht Mohammed, gilt als von einer Jungfrau geboren. Jesus gilt im Islam als einer der höchsten Propheten, es ist sogar ein Gemälde aus dem Iran (die Schiiten haben es ja nicht so mit dem Bilderverbot) überliefert, wo er mit Mohammed Seite an Seite irgendwohin reitet.
            Der Unterschied ist, daß Jesus für die Muslime wie Mohammed ein sterblicher Mensch war. Er darf also, genau wie übrigens Mohammed, nicht angebetet werden, denn das steht nur Allah zu. Die Muslime lehnen die Vorstellung daß Gott sich irgendwie teilt strikt ab. Außerdem meinen die Muslime daß Jesus nicht gekreuzigt wurde.
            Was die Muslime uns Christen vorwerfen ist also ein verkappter Polytheismus, den der rk-Marienkult auch nicht gerade besser macht. Und an der Stelle habe ich einen Satz rote Ohren, denn daß uns das mit der Dreieinigkeit selbst ein bischen unangenehm ist und wir meistens von Jesus als Gottes Sohn sprechen und wenig von Jesus als Gott selbst, also der Dreieinigkeit, stimmt leider.

            „Das Gottesbild des Islam widerspricht dem unseren des dreieinigen bzw. dreifaltigen Gottes. Der Kreuzestod Jesu ist für uns ein ganz wichtiges Fundament unseres Glaubens.“
            Ja das weiß ich auch!
            Aber ist es nicht ein wenig, äh…. vorkonziliar, jemanden nur dafür zu hassen daß er ein anderes Gottesbild hat? Bzw. Jesus (noch) nicht ganz und vollständig begriffen hat?
            Wollen wir hier wirklich in die alten Zeiten zurückfallen und böse Ungläubige auf den Scheiterhaufen schicken?? Sie setzen sich doch sehr für das Judentum ein: Dort gilt Jesus noch nicht einmal als Prophet sondern bestenfalls als kluger Rabbi!

            Persönlich bin ich schon traurig darüber daß die meisten Deutschen mittlerweile mehr vom Islam als vom Christentum wissen. Nur: Die gerade mal 5% Muslime sind daran nicht schuld! Das Christentum hat die Dinge schon selbst versemmelt! Nicht der Islam hat uns überrannt, das Christentum hat sich zurückgezogen!

      • Chrisma
        15.11.2015, 15:49 Uhr.

        Liebe Silvia, es gehört zu den Zielen des IS, Zwietracht zwischen den europäischen Gesellschaften und den islamischen Minderheiten zu säen. Wenn sich die Muslime in Europa ausgegrenzt und stigmatisiert fühlen, sind sie für die Vorstellungen der Dschihadisten -von denen sich inzwischen selbst die Wahabiten, denen sie fälschlicherweise zugerechnet werden, empfänglich, so das Kalkül. Wenn das gesellschaftliche Klima feindseliger wird, spielt das den den Terrororganisationen egal wie sie gerade heißen in die Karten. Fallen wir doch bitte auf dieses platte Kalkül nicht herein.

        • Silvia
          15.11.2015, 21:55 Uhr.

          Chrisma, glauben Sie etwa Alles, was offizielle Vertreter einer islamischen Richtung oder Politiker in der Öffentlichkeit sagen?

          Ich nicht!

          • Chrisma
            16.11.2015, 18:05 Uhr.

            „Wenn jemand einen unschuldigen Menschen tötet, so ist es, als habe er die gesamte Menschheit getötet.“
            Dieses Zitat aus dem Koran liebe Silvia möchte auch ich meinen Gedanken voran stellen. Es wird in den letzten Tagen millionenfach von Muslimen in die Welt gesendet, die sich von der grauenvollen Taten einer entmenschlichten Terrortruppe die im Namen ihrer Religion mordet, distanzierten
            Sie und ich Silvia, sind Töchter von Vatikanum II mit Nostra aetate werden wir aufgefordert „Zwistigkeiten und Feindschaften“ zwischen Christen und Muslimen hinfort  „beiseite zu lassen, sich aufrichtig um gegenseitiges Verstehen zu bemühen und gemeinsam einzutreten für Schutz und Förderung der sozialen Gerechtigkeit, der sittlichen Güter und nicht zuletzt des Friedens und der Freiheit für alle Menschen.“
            Ich bin nicht bereit eine Weltreligion oder eine Ethnie unter Generalverdacht zu stellen. In der Geschichte hat meine Religion (röm/kath) unendlich viel Leid über die Menschen gebracht. Wir stellten so unsere älteren Brüder, das Judentum unter kollektiv Verdacht und leiteten daraus die grausamen Pogrome, die durch die Jahrhunderte eine Blutspur nach sich zogen, ab. Wir dürfen dies mit unseren jüngeren Brüder nicht wiederholen. Es geht nicht darum ob ich „jemandem Glaube“ sondern um mein eigenes Handeln in diesen Tagen.

            Wir lesen uns, an diesem oder einem anderen Ort

          • Wrightflyer
            16.11.2015, 23:38 Uhr.

            Naja, was Generäle die gerade ein Land bombardierten lassen in ihrer Generalstabssitzung sagen, damit haben Sie weniger Probleme!

      • Wanda
        15.11.2015, 17:47 Uhr.

        – Tja, die sogenannten heiligen Schriften enthalten nun einmal sehr vieldeutige Stellen (auch das AT), bei denen sich jeder bedienen- und seine Motive gegen vermeintliche Feinde des rechten Glaubens finden kann…

        • Silvia
          15.11.2015, 21:41 Uhr.

          Wanda, die offizielle, an den Hochschulen gelehrte Theologie betreibt Exegese, dh., sie legt die Hl Schrift aus, dazu gehört auch, gerade die „anstößigen“ Stellen im AT nicht wörtlich zu nehmen sondern als das zu betrachten, was sie sind, orientalische Erzählungen, mit deren Hilfe Menschen ihre Erlebnisse und Erfahrungen verarbeitet und an die Nachwelt überliefert haben.

          Es handelt sich dabei um Literatur, die kein vernünftiger Christ heute mehr wörtlich nimmt (bei christlichen Fundamentalisten mag es anders sein).

          Diese Entwicklung hat der Islam noch nicht vollzogen.

          • Wanda
            16.11.2015, 18:01 Uhr.

            Silvia 21:41
            – einverstanden: der Islam ist ca. 600 Jahre jünger als die christliche Religion, ihm fehlen also noch diese Jahrhunderte zur humanistischen Weiterentwicklung wie sie das Christentum bereits hinter sich gebracht hat. Mit anderen Worten: der Islam befindet sich quasi im 14./15. Jahrhundert, richtig ?
            Die Frage ist, ob wir ihm heute das „unreife und inhumane“ Verhalten erlauben sollen, wie es seinerzeit auch für die allmächtige Amtskirche typisch war: Verfolgung Andersdenkender und Ungläubiger mit Vertreibung, Tortur und Todesstrafe…

          • Wrightflyer
            16.11.2015, 23:29 Uhr.

            Daaaaa!
            […]*
            Extra für Sie aus dem Netz gewühlt!

            Hier im Westen gibt es durchaus islamische Theologie an Hochschulen, sogar mit ProfessorINNEN. Und es gibt schon länger die Islamwissenschaftler.
            Was jedoch die islamischen Länder angeht: WIE bitteschön sollen die sich irgendwie entwickeln wenn sie regelmäßig zu Brei geschlagen werden??
            Sie haben das Konzil erlebt, aber jetzt bringe ICH Ihnen mal wieder etwas darüber bei: Es fand 17 Jahre NACH dem 2. Weltkrieg statt, nicht mittendrin!! Mitten im Krieg oder kurz danach hätte sich nämlich auch ein Roncalli das Konzil sonstwohin stecken können! Es gab definitiv andere Sorgen!

            *Den Link mussten wir wegen Verstoßes gegen die Netiquette editieren. Stattdessen hier ein Link zu einem entsprechenden Artikel der Bundeszentrale für politische Bildung.

          • Wrightflyer
            17.11.2015, 20:13 Uhr.

            Ähm, Silvia, sie sind nicht auf dem Laufenden.

            Zumindest hier im Westen gibt es SEHR WOHL Islamwissenschaft und islamische Theologie die kritisch reflektieren wie welche Koranstellen zu lesen sind.
            Es gibt auch islamische Theologinnen und mindestens eine Imamin.

            Daß die islamischen Länder noch kein großen Reformkonzil zustandegebracht haben, liegt nicht allein am Islam. Sondern unter anderem daran daß diese Länder regelmäßig zu Brei geschlagen werden.

        • Silvia
          17.11.2015, 10:34 Uhr.

          Chrisma, hierzu verweise ich auf meine Antwort an Wrightflyer weiter oben:

          Silvia
          16.11.2015, 14:18 Uhr.

          Da habe ich auch inhaltlich auf nostra aetate hingewiesen.

          Man sollte halt alle Beiträge eines Users lesen, bevor man antwortet.

          Ja, wir sind beide Töchter des Vaticanum II; sind gleichaltrig und waren beide Schülerinnen der Mary Ward – Schwestern (ich nur extern und auch nur vier Jahre).

          Aber trotzdem sind wir längst nicht immer einer Meinung.

          Ich wurde in Süddeutschland sozialisiert, Sie im rheinischen Katholizismus, dessen Besonderheiten ich übrigens nicht kenne.

          Da fangen offenbar die Verschiedenheiten schon an.

          • Chrisma
            18.11.2015, 9:11 Uhr.

            Liebe Silvia, da sie und auch Wrightflyer mir nicht als Kennerinnen es Islam gelten ( nix für ungut), habe ich den Dialog zwischen ihnen ausgeblendet. Ich möchte dazu nur sagen, dass die Koranschulen sicher sehr unterschiedlich sind. Der Iman der großen Moschee in Paris gibt für die in der westlichen Welt lebenden Muslime, sehr gute und sehr versöhnliche Antworten. Hier sollten wir uns orientieren und nicht gleich unterstellen, das dieser sehr gebildete und tief religiöse Mensch es nicht ehrlich meint. Hier glaube ich! In Ihrer Antwort auf die Sie mich verweisen steht ein allerdings etwas fragwürdiger Satz: „Der arabische Islam ist um einiges militanter und fundamentalistischer, eben geprägt von der arabischen Kultur.“ Die gesamte arabische Kultur als fundamentalistisch und militant zu brandmarken grenzt an Kultur-Chauvinismus. Aus vielen anderen ihrer Beiträge weiß ich aber, das dies nicht ihre Haltung ist. Fern jeder sicher theologisch zu führenden Debatte: Allah der Barmherzige, der Allerbarmer ist – wenn auch in einer anderen Interpretation – unser Vater, unser Gott. Sie liebe Silvia, dies gestatten sie mir zu sagen, fordern Respekt sind aber nicht bereit Respekt zu zollen.
            Wir haben bei den Schwestern der Maria Ward beide differenzieren und unterscheiden gelernt, das ist für mich das Credo der Stunde. Ich bin übrigens nicht rheinisch/katholisch, das ist mein Gatte durch und durch….(und manchmal schwer auszuhalten).

          • Silvia
            19.11.2015, 11:10 Uhr.

            Liebe Chrisma, dann auch an Sie diese Frage:

            WIEViel Islam – und Korankenntnisse haben Sie?

            Meine Aussage über den von der arabisch geprägten Kultur habe ich mir nicht aus den Fingern gesogen, das sind Einschätzungen von Experten.

            Zusätzlich bin ich bekannt mit zwei arabischen Mitchristinnen, die nun wirklich Insider sind.

            Eine davon sagte mir schon vor längerer Zeit, mann müsse den Koran auf Arabisch lesen können, um das ganze Ausmaß an Gewalt, das dieses Buch lehrt, zu verstehen.

            Die Übersetzungen seien bereits alle „entschärft“.

            Sie greifen einige wenige, schöne Suren heraus und versuchen damit eine Beweisführung.

            Das funktioniert genauso wenig wie willkürlich aus dem Zusammenhang gerissenen Bibelzitate, das wissen Sie auch genau.

            Ich unterscheide nach wie vor zwischen dem einzelnen Moslem als Mensch und seiner Religion und bin gegen Sippenhaft, aber ich nehme auch bei den jungen Muslimen, die bei uns leben, subtile Veränderungen wahr, die mit Beginn der IS – Offensive im Juni vorigen Jahres immer deutlicher zutage treten. Hier ein paar Beispiele:

            Die Kopftücher der Frauen werden immer größer, seit einiger Zeit tragen sehr viele Frauen lange, dunkle Mäntel, auch im Hochsommer, was bis dato nur vereinzelt zu sehen war.

            Bei Begegnungen auf der Straße und im Bus behandeln sie uns wie Luft, schauen mit starren, unbeweglichen Gesichtern durch uns hindurch, wo es früher mal einen Gruß oder ein Lächeln gab, auch über die Kinder.

            Die jungen Männer tragen vermehrt Bärte und treten in der Öffentlichkeit sehr machohaft auf, also noch machohafter als früher.

            @Wrightflyer, ich weiß, dass es einige wenige „moderne“ islamische Theologen u.a. an den Unis gibt, aber die werden heftig angegriffen und bedroht (also noch weitaus mehr als unsere Theologen von den christlichen Fundamentalisten).

      • Wanda
        17.11.2015, 22:49 Uhr.

        Herr Erbacher 09:56
        – nun, das Religionen im Grunde friedenstiftend sein sollen, diesen Beweis haben sie in der Geschichte der Menschheit noch nicht angetreten. Im Gegenteil: selbst die Konfessionen der gleichen Religionen bekämpfen bzw. bekämpften sich bis auf´s Blut. Was auch das 600 Jahre ältere Christentum praktizierte, demonstriert der Islam gegenwärtig leider nur allzu deutlich: Sunna gegen Schia und Aleviten etc., etc…
        Von den Konflikten zwischen Hindus und Sikhs, Muslimen und Hindus und sogar Buddhisten und Muslims in Myanmar und der Verfolgung der Naturreligionen im bevölkerungsreichsten islamischen Land Indonesien ganz zu schweigen…

        • Wrightflyer
          21.11.2015, 14:55 Uhr.

          Beim anderen Artikel wollen Sie Menschen ins Kriegsgebiet zurückschicken damit die da kämpfen. So von wegen „friedensstiftend“… 🙄

          • Wanda
            22.11.2015, 17:38 Uhr.

            Wrightflyer 21.11.2015, 14:55
            – aber sicher doch, man muss für seine eigene Familie und seine Überzeugung kämpfen, wenn es keinen anderen Ausweg gibt.
            Oder lassen Sie Andere für sich bluten ? Das wäre charakterlich dann doch etwas fragwürdig, meinen Sie nicht ?

    • Wrightflyer
      15.11.2015, 14:32 Uhr.

      Wir beide sind in vielem einer Meinung, Silvia, aber Freunde werden wir ganz eindeutig nicht.
      [….]*
      Ja soll die friedliche Mehrheit der Muslime nicht sagen dürfen daß sie sich durch die Anschläge ebenfalls gekränkt fühlt?? Darf ich als Christ nicht sagen daß es mir bis ins Mark wehtut wenn Priester sich an Kindern vegehen?? Verlangen Sie allen Ernstes von sämtlichen friedlichen und zivilisierten Muslimen, IS-Flaggen zu schwenken und „Tod den Ungläubigen!“ zu grölen?? Dann können Sie auch gleich von uns Christen verlangen daß wir plötzlich offen Pädophilie befürworten!!

      Und wer hier gelegentlich zynisch bis menschenverachtend ist, da habe ich einen anderen Eindruck!
      Von Ihnen kam noch nie ein Wort des Bedauerns über die Unmenschlichkeit mit der der Irak seit 1991 behandelt wude. Die irakische Armee war auf dem Rückzug aus Kuweit, trotzdem wurden sämtliche größeren Städte zerbombt. Die Krankenhäuser, die Wasserwerke, die Kraftwerke, alles war zerstört. UNICEF schätzt die Zahl der während des anschließenden Embargos verstorbenen Kinder auf um die 500.000. Ungeklärte Abwässer flossen in den Tigris und die Menschen mussten Wasser aus dem Tigris trinken. Und auch beim Einmarsch von 2003 haben sich die US-Truppen benommen wie die Schweine.

      Und was Syrien angeht: Der Bürgerkrieg dort interessiert „uns“ auch erst seit halb Syrien hier auf der Matte steht. Wo war die weltweite Betroffenheit als Assad anfing auf die friedlichen Demonstranten zu schießen?? 4 Jahre hat dieser Krieg kein Schwein interessiert!

      Daß die westlichen Werte mit einer großen Portion Bigotterie daherkommen, mussten leider viel zuviele Muslime erfahren.

      Sie betonen doch immer daß Sie das Konzil noch erlebt haben.
      Sie haben auch den Vietnamkrieg erlebt. […]
      Das hat jetzt nichts mit dem Islam zu tun, aber: Die Vietnamesen wollten ursprünglich garnicht kommunistisch werden, sie wollten nur ihren Katholikendiktator Diem loswerden. Aber je schlimmer sich die US-Truppen benahmen, je mehr Napalmbomben fielen, je mehr Bauern bei der Reisernte aus dem Hubschrauber erschossen wurde, desto mehr Zulauf bekam der Viet Kong.
      Übrigens gibt es bis heute wegen Agent Orange überdurchschnittlich viele Behinderte in Vietnam. Manche Elternpaare bekommen garkein gesundes Kind, alle sind behindert oder tot.
      Und jetzt fragen Sie sich mal warum es das Christentum in Vietnam schwer hat…

      […]* editiert wegen Verstoßes gegen die Netiquette

      • Silvia
        19.11.2015, 15:49 Uhr.

        @Wrightflyer

        Wir müssen auch keine freunde werden.

        „Und was Syrien angeht: Der Bürgerkrieg dort interessiert „uns“ auch erst seit halb Syrien hier auf der Matte steht. Wo war die weltweite Betroffenheit als Assad anfing auf die friedlichen Demonstranten zu schießen?? 4 Jahre hat dieser Krieg kein Schwein interessiert!“

        Das stimmt eindeutig nicht. Ich habe schon auf die Christenverfolgung in Syrien und dem Irak hingewiesen, als sich auch hier im Blog noch kein Mensch dafür interessiert hat.

        Aber gerade auch beim Thema Christenverfolgung verdrehen Sie gerne die Tatsachen und was ich davon halte, habe ich Ihnen ja früher schon gesagt.

        Inzwischen kämpfen die Islamisten ja nicht mehr „nur“ gegen Christen, Jesiden u.a. Minderheiten in muslimischen Ländern sondern sie haben der zivilisierten westlichen Welt in Gänze den Kampf angesagt.

        Aber Sie werden wohl erst aufwachen, wenn man Ihnen die von Ihnen so gering geachtete Freiheit, die Ihnen bis jetzt noch unser Staat garantiert, nimmt.

        Nur ist es dann leider zu spät.

      • Silvia
        21.11.2015, 14:21 Uhr.

        Wrightflyer, 15.11.

        Wir müssen ja auch keine Freunde werden!

        Eine ausführliche Antwort von mir auf ihr diesbezügliches ÜPosting wurde leider gelöscht, obwohl ich weder Sie noch sonst jemanden beleidigt habe.

        Ich habe nur festgestellt, wenn ich meine kritische Einstellung zum Islam mit Fakten belege, werden meine Beiträge entweder gar nicht oder so spät veröffentlicht, dass sie niemand mehr liest und vor allem auch nicht mehr darauf antworten kann.

  • silberdistel
    15.11.2015, 1:16 Uhr.

    Zur erweiterten Wahrheit gehört aber auch, das der Westen, inklusive Israel, schon lange einen in Unmenschlichkeit dem in nichts nachstehenden Krieg gegen die auserkorene ´Achse des Bösen´ führt. Der verharmlosend genannte „Kollateralschäden“ hinterlässt.
    Diese Feststellung soll nichts rechtfertigen schon gar kein Terror, der doch immer nur die Unschuldigen trifft.
    Doch die Einsicht selbst mit am Rad zu drehen, das die Spirale der Gewalt in Rotation hält, wäre eventuell der Beginn eines Bremsmanövers derselben.

    • Wrightflyer
      15.11.2015, 13:54 Uhr.

      Ja, silberdistel, da kann ich Ihnen nur von Herzen zustimmen!!

      Allein schon das Wort „Kollateralschaden“ ist so ziemlich das ekelhafteste Wort das ich kenne. Und ich habe durchaus ein Vokabular auf Lager mit dem ich mit jedem KSC-Hooligan mithalten kann. Man könnte meinen daß die Nazis es erfunden hätten, aber tatsächlich kam es mit dem Balkankrieg auf.

    • Wanda
      17.11.2015, 21:28 Uhr.

      – Nüchterne Zahlen: das BAMF mit dem erst kürzlich von der Kanzlerin an die Spitze berufenen F.-J. Weise gab bekannt, dass sich mindestens 100 Flüchtlinge von Islamisten in Deutschland haben anwerben lassen.
      Und die Hansestadt Hanburg bestätigte 270 gewaltbereite Salafisten…
      Noch Fragen ?

  • Wanda
    16.11.2015, 20:13 Uhr.

    – es gilt für die Europäer eines ohne jeden Kompromiss ganz deutlich zu machen: wer seinen ganz speziellen Gott über die jeweilig nationale Verfassung stellt und ihn zur Rechtfertigung für sein ungesetzliches Tun heranzieht, handelt feindselig und ist dorthin auszuweisen wo er hergekommen ist…

    • Silvia
      17.11.2015, 10:43 Uhr.

      Wanda, das sehe ich genauso wie Sie, zumal wir hier in Deutschland eine der freiheitlichsten Verfassungen der Welt haben.

      Diese Freiheit ist ein hohes Gut, das es zu schützen gilt.

      Ich möchte in kEINEM Gottesstaat leben, weder in einem islamischen noch in einem katholischen.

      bei Letzterem würde ich meinen eigenen Glaubensbrüdern – und schwestern auch nicht über den Weg trauen.

    • Wrightflyer
      17.11.2015, 20:00 Uhr.

      Wenn das so weitergeht mit der Abschaffung der Menschenrechte und der Demokratie in Europa, werden Sie, Wanda, auch MEINE Ausweisung beantragen. Mit Sicherheit.
      Denn ich werde es mir NICHT nehmen lassen, an Menschenrechte und Demokratie zu glauben und für beides einzustehen, und zwar durchaus im Namen des Gottes an den ich glaube, scheißegal was in 10 Jahren in einer deutschen Verfassung stehen mag!!

      • Wanda
        18.11.2015, 18:31 Uhr.

        Wrightflyer 20:00
        – Ist Ihnen doch alles gestattet in unserem Lande, nur sollten Sie nicht einen Muslim kopieren, der seinen Koran oder was er dafür hält (immerhin existieren deren interne Konflikte) über unsere Verfassung und Gesetze stellt.
        Übrigens, Kopien sind immer etwas fragwürdig…

  • Wrightflyer
    17.11.2015, 22:19 Uhr.

    Der beste Satz zum aktuellen Anlass stammt ausnahmsweise nicht von Franziskus sondern von Oskar Lafontaine, flog mir eben per Facebook zu:
    „Erst wenn ‪#‎Obama‬, Merkel, ‪#‎Hollande‬ und wie sie alle heißen begreifen, dass die Mütter in ‪#‎Afghanistan‬, im ‪#‎Irak‬, in ‪#‎Syrien‬, im ‪#‎Jemen‬ und überall, wo die „westliche Wertegemeinschaft“ Kriege führt, genauso um ihre Kinder weinen, wie die Mütter in ‪#‎Paris‬, werden sie in der Lage sein, den Terrorismus zu bekämpfen.“

    Da kann ich nur aus tiefstem Herzen sagen: AMEN!!

    • Wrightflyer
      17.11.2015, 22:23 Uhr.

      Hier der vollständige Artikel auf den Nachdenkseiten:
      http://www.nachdenkseiten.de/?p=28776

      Vor dem Handelsblatt habe ich übrigens großen Respekt, und das sage ich als überzeugte Antikapitalistin und Christin die der Meinung ist, daß der Kapitalismus genauso unchristlich ist wie die schlimmsten Auswüchse des Kommunismus. Ausgerechnet das Handelsblatt schreibt oft sehr kritische Dinge jenseits des Mainstreams.

  • Silvia
    18.11.2015, 10:33 Uhr.

    Lieber Wanda, Ihren Beiträgen hier stimme ich im Wesentlichen zu.

    Wir beide sind doch ein gutes Beispiel dafür, dass sich auch „Ungläubige“ und „Gläubige“ mit der Zeit zu vertragen lernen können.

    Wenn ich noch daran denke, wie heftig wir uns am Anfang oft gestritten haben, und nun haben wir wohl erkannt, dass der jeweils Andere (meistens) ganz vernünftige Ansichten hat und wir respektieren uns jenseits des religiösen Gezänkes.

    Ich denke, das ist weitaus mehr im Sinne Jesu (und des Papstes) als der Versuch, sich über den Austausch theologischer Spitzfindigkeiten gegenseitig die Pest an den Hals zu wünschen.

  • Wrightflyer
    19.11.2015, 0:06 Uhr.

    @Silvia, @Wanda

    Welche großartige westliche Zivilisation stellen wir gerade dar?
    Egal in welche Medien ich schaue: Ich sehe immer mehr Kriegsrhetorik wie Anno 1914. Dagegen kaum jemals eine ehrliche Diskussion zu den URSACHEN des islamistischen Terrors. Des islamistischen Terrors, der bis 1980 nicht existiert hat, übrigens.

    Es ist gerade mal ein paar Wochen her, da wurden im Norden Afghanistans 2 Krankenhäuser von Ärzte ohne Grenzen von der US-Luftwaffe bombardiert. Ärzte ohne Grenzen hatten die Koordinaten dieser Krankenhäuser dem Militär gegeben, damit so etwas nicht versehentlich passiert.
    Was fühlen wir angesischts dieser Barbarei? Nichts, wie es scheint!

    Mit deutscher Hilfe vollstrecken die USA in Pakistan, im Jemen und in Afghanistan stapelweise Todesurteile ohne Gerichtsverfahren, ohne formelle Anklage. Und der Henker steht noch nicht einmal daneben, er sitzt auf der anderes Seite des Ozeans in einem Sessel und nennt seine Opfer, darunter viele völlig unbeteiligte, auch Kinder, „Bug Splat“.
    Man kann Staaten wir Saudi-Arabien oder den Iran mit Recht für die Todesstrafe kritisieren, aber das ist eine BARBAREI, die noch nicht einmal die hinbekommen.

    Man hat im Irak-Embargo 500.000 Kinder sterben lassen, obwohl UN-Waffeninspektoren immer wieder gewarnt haben.

    Und 2 Mal musste der Irak einen furchtbaren Krieg erdulden, der mit einer Lüge gestartet wurde. Haben es die Irakis wirklich verdient, im Namen einer Lüge zu tausenden zu sterben?

    Gerade führt Saudi-Arabien im Jemen Krieg, übrigens auch mit deutschen Waffen. Unsere Regierung war immer sehr großzügig wenn das Königshaus Saud, dieser „Stabilitätsanker der Region“, mal wieder Waffen haben wollte.

    Und bei uns brennen jeden Tag Flüchtlingsunterkünfte.
    Was ein Paschtune nie tun würde, denn die leben nach einem uralten Ehrenkodex bei dem Gastfreundschaft und Asylrecht ganz oben stehen.

    Es gibt eine ultimative Verteidigung gegen islamistischen Terror, die ist besser als jede Militärstrategie. Nämlich die westlichen Werte derer wir uns rühmen tatsächlich LEBEN, statt nur von ihnen zu babbeln, sich aber dann wie die Wildschweine benehmen.
    Wir müssen tatsächlich Zivilisation zeigen, nicht Barbarei!
    Wir müssen kapieren daß, wie Oskar Lafontaine ganz richtig gesagt hat, auch Mütter im Jemen, in Afghanistan, in Syrien, im Irak ect. genauso um ihre Kinder trauern wie unsere!

    Aber wenn ich mich daran erinnere wie wir schon unter Europäern miteinander umgehen, wie wir uns gegen die Griechen haben aufhetzen lassen (denen sowohl die „Rettungspakete“ wie auch das Sparprogramm nur geschadet haben), was für eine Lynchstimmung gegen Arbeitnehmer aufgebaut wurde die ihr demokratisches Recht in Anspruch genommen haben (Lokführerstreik), dann sehe ich, daß auch unsere westliche Zivilisation manchmal mit einer verdammt hässlichen Fratze daherkommt.

    • Wanda
      19.11.2015, 16:25 Uhr.

      Wrightflyer 00:06
      – Kommen Sie uns doch nicht mit solchem Schmarrn: „einen (edlen) Paschtunen würde der ihm eigene uralte Ehrenkodex von Horrortaten abhalten“…
      Der überwiegende Teil der Taliban wie auch ihr Führer sind Paschtunen und wie gehen die mit Gefangenen der opponierenden Gruppen und jungen Afghanen um, die sich nicht rekrutieren lassen ? Favorisierte Tortur für diese Glaubensfeinde: sie werden bzw. wurden in geschlossene Kastenwagen gepfercht und tagelang in die Sommersonne gestellt, bis zum Verwesungsgeruch. Das ist x-mal dokumentiert, von den Häutungen ganz zu schweigen.
      Steht übrigens auch in der UN-Liste der Kriegsverbrechen…

    • bernardo
      20.11.2015, 0:06 Uhr.

      @ Wrightflyer: Die Amerikaner sind schuld. Immer und überall. Die Muslime sind nur die Opfer der Amerikaner…

      Merken Sie nicht, dass Sie die Menschen im Nahen Osten zu Objekten degradieren, ihnen ihre Subjekthaftigkeit nehmen?

      • Silvia
        20.11.2015, 15:05 Uhr.

        bernardo, Sie haben noch „die Russen“ vergessen, die bekanntlich auch an allen Übeln der Weltgeschichte schuld sind.

        • Wrightflyer
          21.11.2015, 14:53 Uhr.

          Die Russen sind selbstverständlich nicht an allem Übel der Welt schuld, das nicht.
          Aber die momentane Lage in Russland, den Nationalismus, das Alkoholproblem, die Oligarchie, die gleichgeschalteten Medien, muss man nicht mögen.

      • Wrightflyer
        20.11.2015, 15:23 Uhr.

        Sie sind doch Historiker, sagen Sie?
        Offen gestanden enttäuschen Sie mich fachlich.
        Meine Mutter ist ebenfalls Historikerin und von ihr habe ich gelernt, Geschichte nicht als isolierte Namen und Daten sondern als logischen Ablauf von Ereignissen zu betrachten.

        Wir alle reagieren auf das was wir als Input bekommen. Niemand von uns ist ein isoliertes Superwesen, völlig unabhängig von allen anderen. Wir verarbeiten die Informationen die wir bekommen und setzen sie zu einem Weltbild zusammen. Insofern gibt es keine vollkommenen Subjekte, wir sind alle auch Objekte, d.h. wir sind alle davon geprägt was wir erleben.
        Das sind Dinge die Ihnen als Historiker eigentlich klar sein müssten. Es gibt keine erhabenen Einzelwesen, weder in Nahen Osten noch hier in Europa!

        Haben Sie als Historiker aus Vietnam keine Lehren gezogen? Aus Versailles?
        Glauben Sie tatsächlich daß einem die Menschen vor Dankbarkeit die Füße küssen wenn man ihnen als Input nur Besatzung, Bomben und Krieg liefert?
        Was für ein Weltbild sollen die zusammensetzen wenn sie von Westen her seit einigen Jahren hauptsächlich Krieg und Tod erleben?

        Und Sie als Historiker werden nicht stutzig, wenn ein Krieg unter einer von einer PR-Agentur gebastelten Lüge (das mit den Brutkästen, die betreffende PR-Agentur ist längst namentlich bekannt) gestartet wird?

        Und jetzt klinke ich mich aus der Diskussion aus. Gestern habe ich einen Artikel gelesen nach dem ich manches neu bewerten muss, evtl. sind die Dinge noch schlimmer als ich glauben wollte. In dem Sinn wäre es mir lieber wenn Sie und Silvia recht hätten und die Amis alles Engel und Heilige wären, wir die Hilfsguten und nur der Islam ganz böse wäre. So wie ich in meiner Jugend geglaubt habe daß „Saddam sich kuweitisches Öl unter den Nagel reißen wollte“ (in Wirklichkeit gehört das Ölfeld Rumailah zu 90% dem Irak). Aber wenn etwas durch Links zu verschiedenen Medien weltweit, z.B. zur BBC, belegt ist, lässt es sich nicht mehr so einfach vom Tisch wischen, leider.

  • Wrightflyer
    19.11.2015, 21:52 Uhr.

    Zusammenfassend bin ich mehr denn je überzeugt daß vor allem diese Kriege aufhören müssen.

    Zum einen wird auch unsere Gesellschaft immer brutaler.
    Ich habe vielleicht nicht so sehr die Veränderungen in der muslimischen Gemeinde verfolgt, aber daß sich die deutsche Gesellschaft immer leichter und immer hemmungsloser gegen schwächere aufhetzen lässt, ist mir NICHT entgangen.
    Daß Arbeitnehmer die nach 10 Jahren Arbeit etwa bei 1000€ netto im Monat liegen angespuckt werden wenn sie ihr demokratisches Streikrecht wahrnehmen, hat es in meiner Jugend nicht gegeben.

    Zum anderen hat das alles einen verdammt schlechten Einfluss auf den Islam.
    Wenn Frieden herrscht und der Westen und die muslimischen Länder sich versöhnt haben, kann man gern den Islam drängeln daß er sich endlich mal reformieren möge, da bin ich sehr dafür, aber bis dahin dürfen wir nicht einerseits oberklug daherreden, andererseits selber imperialistische Barbaren sein. Das geht schief.
    Es ist naiv anzunehmen, daß man Länder zerstören und demütigen kann, daß man Kinder ermorden und Land mit Uranmunition verseuchen kann und einem dafür die Leute vor Dankbarkeit die Füße küssen.
    Ein Land komplett seiner Würde und Selbstachtung berauben ging schon in Versailles schief und lief in Vietnam nicht besser.

    Die Bundeswehr wurde letzten Endes in Afghanistan verraten. Die Soldaten wollten dem Land wirklich helfen, aber von der Politik her waren sie nur Teil in diesem perfiden Spiel.

    @Silvia
    „Wrightflyer für meine frühere gutmenschliche Naivität brauche ich keine „Ausrede“, ich bin in einer Zeit heran gewachsen, als das praktisch normal war.“
    Sie haben mich komplett falsch verstanden. Das meinte ich garnicht.

    Und jetzt klinke ich mich aus dieser Diskussion aus, denn heise.de hat etwas zum Thema geschrieben und kann das mit Links zu verschiedenen internationalen Pressemeldungen belegen. Darüber will ich erst mehr nachforschen und lesen bevor ich hier ein komplettes Bild schreibe.
    Wenn das stimmt hatte ich nicht einfach nur recht. Wenn das stimmt ist die Lage noch schlimmer als ich dachte. Dann doch lieber: Ich hatte unrecht, Silvia hat recht, wir sind alles Engel und jeder US-Soldat ein Heiliger und nur der Islam allein ist böse.

    Nur eines noch:
    Im Leben sammeln wir die einen oder anderen Peinlichkeiten, das ist normal.
    Aber wofür ich mir heute abgrundtief schäme ist, daß ich die Friedensbewegung mal für naiv gehalten habe und, obwohl Kommunistin, im Prinzip pro-amerikanisch war. Vielleicht sollte man wirklich keine Kinder AFN sehen lassen…
    Ich war jung und in einem militärhaltigen Umfeld aufgewachsen. Ist das eine Entschuldigung? Oder nur eine billige Ausrede? ich weiß es nicht. Ich weiß nur daß ich, würde sich die Gelegenheit zufällig wieder bieten, eine alte Freundschaft nicht mehr aufnehmen könnte weil ich mich so unendlich schäme wegen einem wirklich zynischen und empathielosen Satz den ich damals über den Irak gesagt habe.

    • Wrightflyer
      19.11.2015, 21:57 Uhr.

      ….und WIEDER labern unsere Medien saublöd am Thema vorbei.
      Die Attentäter von Paris lebten ja angeblich zum Großteil in Belgien. Da schreibt doch GMX, Belgien sei „Nicht optimal vorbereitet“.
      Belgien hat ganz andere Probleme. Belgien ist ein zerfallendes Land. Und ja, ich habe auch schon gesehen wie z.B. Charleroi aussieht: Ich dachte ich wäre in Rumänien oder Bulgarien und nicht in Westeuropa!

      • bernardo
        20.11.2015, 18:33 Uhr.

        Es ist ganz einfach. Worum geht es? Darum:

        https://www.youtube.com/watch?v=in_OR4rrbUA

        Ja, diese Grundsätze mussten auch gegen die Kirche durchgesetzt werden, und selbstverständlich scheiterten die Revolutionäre selbst an ihrer Umsetzung.

        In den wenigsten muslimischen Ländern haben sie Geltung.

        • Wrightflyer
          21.11.2015, 14:42 Uhr.

          Mir brauchen Sie darüber nichts zu erzählen, immerhin bin ICH diejenige in diesem Blog die sich für die uneingeschränkte weltweite Gültigkeit der Menschenrechte einsetzt!

          Und dazu gehören nunmal „Kleinigkeiten“ wie:
          Jeder Angeklagte, erst recht wenn das Urteil auf Todesstrafe lauten könnte, hat einen Anspruch auf eine ordentliche nachvollziehbare Anklage und einen fairen Gerichtsprozess. Niemand darf ohne nachvollziehbare Anklageschrift von einem tausende km entfernten Henker erschossen werden!
          Jedes Kind hat Anspruch auf sauberes Trinkwasser. Es soll nicht verseuchtes Wasser aus dem Tigris trinken müssen.
          NIEMAND darf zum Kriegsdienst gezwungen werden. Kein Christ, kein Atheist, kein Muslim. Kein Mann, keine Frau. Entsprechend ist es untersagt, jemanden zum kämpfen in ein Kriegsgebiet zurückzuschicken, wenn derjenige nicht möchte! Entsprechend sind auch die Einwände von Muslimen die sich von Terroristen distanzieren, so zu akzeptieren. Wer damit nichts zu tun haben möchte, der hat damit nichts zu tun, basta!
          Angriffe auf zivile Einrichtungen sind unbedingt zu unterlassen! Dazu gehören Krankenhäuser, Kraftwerke, Kirchen, Moscheen, Käranlagen und Wasserwerke.

    • Wanda
      21.11.2015, 18:37 Uhr.

      Wrightflyer 21:52
      – Sie brauchen sich nicht zu schämen, dass Sie die Friedensbewegung einst für naiv gehalten haben. Neuestes Beispiel (FAZ, WELT, N24 usw.) dieser Traumtänzer:
      – die Friedensbewegung diskutiert in Frankfurt über den Umgang mit dem IS und würde gern mit diesem in Verhandlungen(!) treten, musste aber enttäuscht feststellen, dass der IS gar keine politischen Forderungen hat…
      Man konstatiere: Verhandlungen mit einem Monstergebilde, welches z.B. 60 Frauen und Mädchen verscharrt, die sich sexuell als Bräute für den hehren IS-Kämpfer nicht mehr eigneten…
      -Noch Fragen, Wrightflyer ?

  • bernardo
    20.11.2015, 0:04 Uhr.

    @ Wanda: „Und Frau Merkel behauptet trotzdem in einem Interview, sie habe alles im Griff.
    Bei bestem Willen muss ganz nüchtern festgestellt werden: für Sicherheitsdienste ist eine derart hohe Zahl von unregistrierten Menschen noch dazu aus hauptsächlich muslimischen Ländern bei der permanenten Terrorgefahr ein Horrorszenario…“

    Es ist interessant, wie sehr wir – abgesehen vielleicht vom Gottesglauben – in vielen Punkten übereinstimmen. Frau Merkels Politik kann man nur als konfus bezeichnen: Wäre sie Winston Churchill, dann würde sie nicht sagen können: „I have nothing to offer but tears, blood, toil and sweat“, sondern sie müsste sagen: „I nothing to offer but confusion, lack of common sense, babble and lack of farsightedness.“ Dass Kardinal Marx sich eng an die Kanzlerin anlehnt und gegen alle keult, die den gesunden Menschenverstand bemühen, ist traurig, kann aber nicht wirklich überraschen.

    „Und Freddie Mercury, einer der größten Musiker aller Zeiten, gehörte einer Religion an die mir wegen ihrer rassistischen Ausrichtung eher unsympathisch ist, aber auch er war privat ein wirklich wirklich liebenswerter Mensch.“

    Ach, der war ein wirklich sympathischer Mensch. Ich nehme an, sie haben ihn persönlich kennen gelernt. Und das – Sarkasmus an – obwohl er Jude war. Sarkasmus aus: Es ist schon traurig, zu sehen, wie sich doch eine (alt?)katholische Judenfeindschaft hält, wie weiter pauschalisiert wird. (Herr Erbacher, ich hoffe, Sie zensieren mein Posting nicht, denn nicht mein Posting ist das Problem…)

    „im grunde müssten wir europäer – nun selber ziel eines schrecklichen attentates – die tür NOCH WEITER öffnen für die flüchtlinge aus syrien. sie fliehen ja gerade vor diesen irren pseudo-muslimen.“

    Wie kommen Sie darauf, dass es Pseudo-Muslime sind? Weil die Islamverbände dies behaupten? War die Inquisition auch pseudochristlich? Sind die Antiabtreibungsfanatiker in den USA, die Abtreibungsärzte töten, Pseudo-Christen? Ich denke, damit macht man es sich etwas einfach. Ganz abgesehen davon, dass die Aufnahmekapazität in Deutschland schon längst erschöpft ist und Länder wie Polen, Ungarn oder Tschechien keinen Anlass sehen, ihre Grenzen für Muslime zu öffnen. Ist natürlich gänzlich unverständlich und kann nur an der Rückständigkeit dieser Länder liegen? (Okay, vielleicht sind ihre Regierungen auch einfach klüger.)

    • Wrightflyer
      21.11.2015, 14:22 Uhr.

      @bernado
      „Ach, der war ein wirklich sympathischer Mensch. Ich nehme an, sie haben ihn persönlich kennen gelernt. Und das – Sarkasmus an – obwohl er Jude war.“
      HÄH??????
      Seit wann bitte war Freddie Mercury Jude???
      Er hieß mit richtigem Namen Faruk Bulsara und wurde 1946 auf Sansibar als Sohn einer ZOROASTRISCHEN Familie geboren. Er wurde sogar nach einem dieser Religion entsprechenden Ritus eingeäschert, da es in London nunmal keinen Turm des Schweigens gibt. Und keine Geier.
      Ich würde mal sagen: Ein Historiker soll sich erstmal über eine Person INFORMIEREN, bevor er drauflosbabbelt.
      Und jaaaaa, es ist mir nicht unbedingt soooo sympathisch, daß eine Religion sagt: „Die Wahrheit ist nur für Leute die bei uns geboren wurden, alle anderen Menschen haben Pech gehabt!“ Das Judentum meinte ich da garnicht, zum Judentum kann man konvertieren. Es ist also nicht automatisch an das Blut gebunden ob man zur Erleuchtung gelangen kann. Was ich heftig kritisiere ist der Rassismus der Israelis, aber der hat meiner Ansicht nach mit den Werten des Judentums nicht mehr viel zu tun. Äußerte sich auch dieses Jahr darin daß sich gerade äthiopische Juden über Diskriminierung in Israel beschwert haben. Und Ofra Haza, die mit den Sisters of Mercy das schöne Lied „Temple of Love“ sang, hatte es als jemenitische Jüdin auch ziemlich schwer.

      „War die Inquisition auch pseudochristlich? Sind die Antiabtreibungsfanatiker in den USA, die Abtreibungsärzte töten, Pseudo-Christen?“
      Ja, sind sie.
      Wer diese Dinge tut ist kein wahrer Christ.

      • Wrightflyer
        21.11.2015, 14:24 Uhr.

        „Und nun die Frage an Sie:
        Wollen auch Sie, genau wie Wanda, diese Menschen ins Töten und Getötetwerden zurückschicken?
        WOLLEN Sie den Menschen die nicht töten wollen aber nicht nicht getötet werden wollen ein Gewehr in die Hand drücken und sagen: „Schieß!“?
        Eigentlich sollte ein Historiker schon wissen was Krieg ist und was er aus Menschen macht. „

        • Wanda
          21.11.2015, 18:52 Uhr.

          Wrightflyer 14:24
          – aber Nein, die jungen syrischen Männer nicht, statt derer schicken wir doch besser junge Männer anderer Nationen dorthin, um für diese Feiglinge zu kämpfen, die ihre Frauen, Kinder und Alten wehrlos zurücklassen !
          Vernebeln sie nicht die zugegeben schlimmen Realitäten…

        • bernardo
          22.11.2015, 18:18 Uhr.

          Frage: „WOLLEN Sie den Menschen die nicht töten wollen aber nicht nicht getötet werden wollen ein Gewehr in die Hand drücken und sagen: „Schieß!“?

          Warum sollte ich das wollen? Welchen Sinn würde es ergeben, einen Kampfunwilligen in den Kampf zu schicken? Allerdings sei es mir gestattet, eine Möwe eine Möwe, einen Blitz einen Blitz und einen Feigling einen Feigling zu nennen.

      • bernardo
        21.11.2015, 21:06 Uhr.

        Wrightflyer: Wenn eine Person hier losbabbelt und loskeult, dann bin mit Sicherheit ich das nicht. 🙂

  • Silvia
    20.11.2015, 11:22 Uhr.

    „Belgien hat ganz andere Probleme“

    Ab sofort wohl nicht mehr! So wie auch die gesamte westliche Welt plus Russland.

    • Wrightflyer
      21.11.2015, 13:59 Uhr.

      Oh, keine Sorge, das derzeitige Hauptproblem in Russland, nämlich daß das Land sich systematisch zu Tode säuft, wird schon noch weitergehen!

      Unsere Demokratie wird auch weiter abgeschafft, da müssen Sie garkeine Angst haben!
      Das Grundgesetz wird Stück für Stück außer Funktion gesetzt. Und es wird immer leichter, die Massen als Mob gegen schwächere aufzuhetzen.
      Falls es Sie beruhigt: Auch TTIP wird kommen. Und damit wird ganz Europa seine Gesetze der US-amerikanischen Rechtsprechung anpassen müssen.

      Und Belgien wird auch weiter zerfallen, da können Sie ganz beruhigt sein!
      Charleroi wird weiter aussehen wie der Ostblock kurz nach der Wende.

      Und unser Mitgefühl mit Menschen in Ländern in denen Krieg und Terror Alltag sind, wird weiter sinken, keine Angst.

  • Silvia
    20.11.2015, 15:04 Uhr.

    Hier gibt es noch zwei unveröffentlichte Kommentare von mir vom 19.11., die wahrscheinlich auch erst frühestens freigeschaltet werden, wenn die Kommentarfunktion abgeschaltet wird oder noch viel später, wenn es kein Mensch mehr liest.

    Es ist halt so eine Sache mit der Meinungsfreiheit bei den öffentlich – rechtlichen Leitmedien.

  • Wrightflyer
    20.11.2015, 16:19 Uhr.

    Wenn ich zu Franziskus mit einem Herzenswunsch durchdringen könnte, wäre es dieser:
    Bitte bitte, Franziskus, empfange keine hochrangigen Politiker mehr!! Du verschwendest nur Zeit!
    Die ganzen Staatsoberhäupter, Obama, Merkel, Putin, wie sie alle heißen, die haken eine Audienz bei Dir als Auszeichnung ab und dann machen sie gerade so weiter. Sie töten Kinder, sie schaffen die Demokratie ab, sie lassen zu, daß die Superreichen die Armen bestehlen, sie schaffen die Arbeitnehmerrechte ab, usw. Du kannst ihnen ins Gewissen reden was Du willst, es geht von einem Ohr rein und zum anderen raus. Und bei hohen Funktionären wie Sepp Blatter läuft es nicht viel besser.

  • bernardo
    20.11.2015, 18:15 Uhr.

    Mit Sicherheit haben die IS-Idioten eines nicht: Ahnung vom Koran!

    Nein, Al-Bagdadi hat einen Doktortitel in islamischer Theologie.

    „Sind die heiligen Monate abgelaufen, dann tötet die Beigeseller \[Götzendiener\], wo immer ihr sie findet, ergreift sie, belagert sie, und lauert ihnen auf aus jedem Hinterhalt.“

    „Kämpft gegen die, die nicht an Gott glauben und auch nicht an den Jüngsten Tag (…), bis sie erniedrigt den Tribut aus der Hand entrichten.“

    „Sie fragen dich nach dem heiligen Monat, nach dem Kampf in ihm. Sprich: Der Kampf in ihm ist schwerwiegend; aber (die Menschen) vom Wege Gottes abweisen, an Ihn nicht glauben, den Zugang zur heiligen Moschee verwehren und deren Anwohner daraus vertreiben, (all das) wiegt bei Gott schwerer. Verführen wiegt schwerer als Töten. Sie hören nicht auf, gegen euch zu kämpfen, bis sie euch von eurer Religion abbringen, wenn sie es können. Diejenigen von euch, die sich nun von ihrer Religion abwenden und als Ungläubige sterben, deren Werke sind im Diesseits und im Jenseits wertlos. Das sind die Gefährten des Feuers; sie werden darin ewig weilen.“

    „Es gibt keinen Zwang in der Religion. Der rechte Wandel unterscheidet sich nunmehr klar vom Irrweg. Wer also die Götzen verleugnet und an Gott glaubt, der halt sich an der festesten Handhabe, bei der es kein Reißen gibt. Und Gott hört und weiß alles.”

    „Die Gläubigen sollen sich nicht die Ungläubigen anstelle der Gläubigen zu Freunden nehmen. Wer das tut, hat keine Gemeinschaft mit Gott, es sei denn, ihr hütet euch wirklich vor ihnen. Gott warnt euch vor sich selbst. Und zu Gott führt der Lebensweg.“

    Gott liebt die Ungläubigen nicht:
    „Sprich: Gehorchet Gott und dem Gesandten. Wenn sie sich abkehren – siehe, Gott liebt die Ungläubigen nicht.“

    Soweit, so klar. Interessant die Passagen, die auf „Es gibt keinen Zwang in der Religion“ folgen… Nun findet man auch Gewaltpassagen in der Bibel, eher im Alten denn im Neuen Testament. Hier hat sich aber im Christentum lange vor der historisch-kritischen Methode des vierfachen Schriftsinns durchgesetzt, während im Mainstream-Islam, also nicht nur in seiner wahabitischen oder salafistischen Auslegung der Islam als das „unerschaffene Wort Gottes“ gilt.

  • Wrightflyer
    21.11.2015, 9:35 Uhr.

    Eine SERIÖSE!! deutsche Zeitung schreibt, daß aus der arabischen Welt per Twitter und Facebook in diesen Tagen vor allem bittere Anklagen kommen.
    Die Menschen fragen sich, warum alles nach Paris sieht, es aber kein Schwein interessiert, wenn eine Bombe in Bagdad 200 Menschen tötet.
    Niemand fragt sich wie die Menschen leben und was sie empfinden in einem Land in dem es keine Sicherheit mehr gibt oder das, wie z.B. Syrien oder der Irak schon praktisch nicht mehr als Land existiert.
    Speziell in den Ländern in denen der Tod von 2 Seiten kommt, von Islamisten UND den Drohnen der US-Army. Oder von Islamisten und Assads Fassbomben.

  • Silvia
    21.11.2015, 11:36 Uhr.

    Lieber bernardo, Ihren Postings hier stimme ich uneingeschränkt zu, leider auch, was Kardinal Marx angeht.

    Ich bin zwar kirchlich liberal, aber gesellschaftspolitisch wertekonservativ.

    Etwas, was ich in der ganzen Islamdebatte überhaupt nicht einordnen kann, ist die Tatsache, dass gerade diejenigen Personengruppen, die bei einer (weiteren) Islamisierung Europas am meisten zu verlieren haben, dem Islam quasi mit offenen Armen entgegen laufen:

    1) Besonders ausgeprägt emanzipierte Frauen bis hin zu Feministinnen (Ausnahme Alice Schwarzer)

    2) Homosexuelle und Lesben

    3) Rot – grüne Politiker und deren Wähler

    4) Leitende Kirchenmänner – und frauen der beiden großen Kirchen.

    Alle die oben Genannten wären mit einem Schlag ihre Freiheiten und teilweise sogar ihr Leben los, wenn die von ihnen favorisierte „Religion“ noch mehr Einfluss auf Staat und Gesellschaft bekommt.

    Dabei wäre der Kopftuchzwang fast noch das geringste Übel.

    • Wrightflyer
      21.11.2015, 17:55 Uhr.

      Silvia, genau wie Sie möchte ich nicht „mit Feuer und Schwert“ missioniert werden.
      Aber es gibt zwischen uns einen erheblichen Unterschied.

      Im Gegensatz zu machen heutzutage WILL ICH AUCH SELBER NICHT MIT FEUER UND SCHWERT MISSIONIEREN!!! AUCH NICHT MIT BOMBEN UND KAMPFDROHNEN!!!!

      ICH WILL KEINE KINDER TÖTEN, ICH WILL KEINE UNSCHULDIGEN HINRICHTEN, ICH WILL KEINE KRANKENHÄUSER ODER WASSERWERKE ZERSTÖREN, ICH WILL NICHT LÜGEN UM EINEN KRIEG ANZUFANGEN, UND ICH NENNE KEINEN MENSCHEN „BUG SPLAT“!!!!
      Damit das ein für alle Mal klar ist!!!

      Und das Recht auf Kriegsdienstverweigerung, @Wanda, ist ein MENSCHENRECHT und gilt daher für ALLE Menschen!!!

    • Wanda
      21.11.2015, 18:44 Uhr.

      Silvia 11:36
      – alter Spruch: nur die dümmsten Kälber wählen ihren Schlächter selber…

    • bernardo
      21.11.2015, 21:04 Uhr.

      Liebe Silvia,

      Sie haben völlig recht. Man kann eigentlich nur den alten Spruch zitieren, wonach die dümmsten Kälber ihre Metzger selber wählen.

      Was die Diskussionen mit Wrightflyer angehen, so kann man sie getrost aufgeben. Es lohnt sich nicht, vor allem, wenn alles das, was man schreibt, verdreht wird.

      Ansonsten auch Zustimmung, obwohl ich kirchlich etwas konservativer eingestellt bin. Deswegen sehe ich Franziskus zwar mit Sympathie, aber nicht unkritisch.

      • Silvia
        22.11.2015, 17:31 Uhr.

        Lieber bernardo, der Spruch mit den dümmsten Kälbern war eine Antwort von Wanda an mich, ich habe diesen Spruch aber auch schon öfter zitiert.

        Ich geb`s inzwischen auch auf, mit Wrightflyer noch zu diskutieren.

        Angeblich missioniert „der Westen“, also die bösen Amis und neuerdings auch die Russen, mit Bomben und Drohnen.

        Dabei geht es aber nicht um Mission sondern um den Kampf gegen den IS und die Verteidigung unser aller Freiheit und Menschenrechte.

    • Alberto Knox
      23.11.2015, 14:44 Uhr.

      liebe silvia,

      sie schrieben: „Etwas, was ich in der ganzen Islamdebatte überhaupt nicht einordnen kann, ist die Tatsache, dass gerade diejenigen Personengruppen, die bei einer (weiteren) Islamisierung Europas am meisten zu verlieren haben, dem Islam quasi mit offenen Armen entgegen laufen“.

      – welche feministinnen und homosexuelle kennen sie denn, die dem islam mit quasi offenen armen entgegen laufen? ich kenne keine;
      – ich kenne übrigens auch keine sozialdemokraten, grüne oder linken, die das tun;
      – und kirchenleute kenne ich auch keine, die dem islam mit offenen armen entgegenlaufen (überschneidungen zwischen feministinnen, kirchenleuten, homosexuellen und rotrotgrünen sind eingeschlossen).

      ich kenne nur aus dem von ihnen angesprochenen personenkreis leute, die das menschenrecht auf religionsfreiheit hochhalten – ein menschenrecht, das gegen die kirchen errungen werden musste und das zweifelsfrei für alle religionen gilt (sonst ist es keines).

      vielleicht konkretisieren sie ihre pauschalen vorwürfe.

      @ herr erbacher: ich bin ja durchaus auch jemand, der verbale regel vom groben keil auf den groben klotz ausnutzt. aber muss das freischalten von absolut grenzwertigen beschimpfungen von jasju sein? das ist selbst von einem troll nur schwer erträglich. da gibt sich etwas als katholisch aus, was es einfach nicht ist.

      • Jürgen Erbacher
        Jürgen Erbacher
        23.11.2015, 20:45 Uhr.

        Wir schauen uns jeden Kommentar sehr genau an. Deshalb dauert es derzeit beim Freischalten einzelner Kommentare bisweilen auch Tage. Die Meinungen von jasju sind aus meiner Erfahrung keine Einzelmeinung. Wir werden hier in den letzten Tagen ja immer wieder verdächtigt, die Meinungsfreiheit zu beschränken. Im Umkehrschluss müssen wir dann auch solche Kommentare aushalten.

  • Silvia
    21.11.2015, 14:25 Uhr.

    Mal ein Vorschlag an alle Islamversteher hier:

    Im Blog von P. Hagenkord wären Sie unter sich und könnten sich gegenseitig bestätigen.

    Eine Userin von dort, wo ich früher auch öfters gepostet habe, hat sich sogar die Mühe gemacht, mir hierher mit moralisierend erhobenem Zeigefinger zu folgen….

    • Alberto Knox
      23.11.2015, 14:45 Uhr.

      liebe silvia,

      haben sie sich denn vielleicht schon überlegt, dass sie einfach falsch liegen? das könnte ja vielleicht so sein.

  • Wrightflyer
    21.11.2015, 15:17 Uhr.

    Ich habe den Eindruck, daß das Missionieren „mit Feuer und Schwert“ im Moment nicht nur bei manchen Muslimen schwer in Mode ist.
    Die Frage, wieviele Unschuldige noch getötet werden sollen, bis manche hier zufrieden sind, möchte ich auch hier stellen.

    Der Knaller ist jedenfalls, wenn mir jemand etwas über unser Grundgesetzt erzählen will, aber das IM GRUNDGESETZ VERANKERTE!! Recht auf Kriegsdienstverweigerung missachtet.

    • Silvia
      21.11.2015, 17:43 Uhr.

      Wrightflyer, Sie verdrehen mal wieder die Tatsachen:

      Wanda sprach von einer Vielzahl junger, wehrfähiger Männer, die in ihrer Heimat Frauen, Kinder und Alte schutzlos zurücklassen, weil sie, so wie Sie es ausdrücken, „weder Töten noch selbst getötet werden möchten“.

      Wanda wies auch darauf hin, dass dafür womöglich Soldaten aus Europa nach Syrien geschickt werden, um dann an Stelle der jungen Syrer zu kämpfen und getötet zu werden.

      Im Krieg kann man es sich nun mal nicht aussuchen, ob man „töten oder selbst getötet werden möchte“.

      Da hat jeder wehrfähige Mann die Pflicht, sein Heimatland und die Zivilisten zu verteidigen.

      Insofern wäre es recht und billig, diese jungen Drückeberger umgehend zurück zu schicken.

      Evakuieren sollte man dagegen Frauen, Kinder, Alte und Kranke.

      In unserer Kultur gilt nun mal im Katastrophenfall der Grundsatz „Frauen und Kinder zuerst“.

      • Wrightflyer
        21.11.2015, 18:07 Uhr.

        Und für WEN sollen die Leute kämpfen? Für Assad? Der Bomben auf Wohnviertel schmeißt und der den Bürgerkrieg übrigens angefangen hat?

        In unserem freiheitlich-demokratischen Grundgesetz, das eine der besten Verfassungen der Welt war als es noch uneingeschränkt galt, steht ausdrücklich, daß niemand zum Kriegsdienst gezwungen werden darf, BASTA!!

        Das ist das was ich die ganze Zeit sage:
        Ja, wir dürfen und müssen von Fremden verlangen daß sie unsere Gesetze und Werte respektieren. In erster Linie müssen wir das allerdings selber tun, sonst sind sie nichts wert!!
        Wer unbedingt Krieg führen will soll sich ab Ankara einen Mietwagen nehmen, aber er soll niemanden dazu zwingen!!

        • Wrightflyer
          21.11.2015, 18:20 Uhr.

          Und ja, als ich zum letzten Mal die Flüchtlingsunterkunft von innen gesehen habe, WAREN da Frauen und Kinder!!

    • bernardo
      21.11.2015, 21:13 Uhr.

      Richtig, Wrightflyer, Sie haben es erfasst. Wir sind Kreuzzügler, wir glauben, dass jeder Mensch als Christ geboren wird, dass dann Friede herrschen wird, wenn sich das Christentum überall ausgebreitet hat. Religionsfreiheit existiert nur, wenn jemand zum Christentum konvertiert, während die Konversion zu anderen Religionen bestraft werden sollte. Wir träumen von einer Rückkehr in die alten christlichen Gebiete der Türkei und Syriens, davon, dass die Hagia Sophia wieder eine Kirche wird.

      Nee, glauben wir nicht. Aber gut, dass wir mal darüber geredet haben.

  • Wrightflyer
    21.11.2015, 20:40 Uhr.

    „Die Pflicht eines Mannes ist, sein Vaterland zu verteidigen!“
    Komisch, woher kommt mir das nur bekannt vor?
    Vor 101 Jahren hieß es auch noch: „Süß und ehrenvoll ist es, für das Vaterland zu sterben!“
    Und dann kamen sie nach hause, die verkrüppelten, die Kriegszitterer, und viele haben für ein ziviles Leben nicht mehr getaugt.

    Und wenn man nicht jede Barbarei befürworten will, wenn man gegen den Tod von Kindern, gegen Todesurteile ohne nachvollziehbare Gerichtsverfahren, gegen Folter, gegen die Bombardierung von Krankenhäusern ist, ist man ein „Islamversteher“.

    Menschen die selbst noch keinen einzigen Tag im Krieg erlebt haben, wollen andere Menschen in den Krieg schicken, und das in Länder in denen es keine klaren Verhältnisse gibt, keine Seite auf die man sich guten Gewissens schlagen kann!

  • Wrightflyer
    22.11.2015, 18:54 Uhr.

    @Silvia, @bernardo
    Das haben Sie ganz richtig erkannt daß eine Diskussion mit mir darüber sinnlos ist, denn ich halte zu meinen christlichen Prinzipien, und die sagen, daß die Ermordung unschuldiger, sogar von Kindern, NICHT HINNEHMBAR ist. Es gibt KEINE Flagge unter der solche Dinge gerechtfertigt sind.
    Meine christlichen Prinzipien stehen ganz ausdrücklich NICHT!! im Mini und mit Federboa, Pumps und Netzstrümpfen an der Laterne sobald unsere westlichen Regierungen billiges Öl haben möchten!!
    Außerdem kann ich Karten lesen, und das sagt mir, daß das Territorium des IS gerade in den 2 Ländern des Nahen Ostens liegt, die man nur als komplett im Eimer bezeichnen kann, 2 Länder die schon praktisch nicht mehr als solche existieren. Syrien und der Irak. Und das sagt mir etwas.
    Und drittens hat der Spruch: „Nur die dümmsten Kälber…“ doch eine unfreiwillige Komik, wenn er gerade von loyalen Anhängern einer außer Kontrolle geratenen Militärmaschinerie, vor der schon ein konservativer scheidender US-Präsident in seiner letzten Fernsehansprache gewarnt hatte, stammt. Uns hier in Europa hat diese Logik auf beiden Seiten von Militär, Gewalt, noch mehr Militär, noch mehr Furcht, noch mehr Waffen, noch viel mehr Waffen, beinahe alle das Leben gekostet, in Vietnam, Angola, Lateinamerika usw. haben hunderttausende den Kalten Krieg NICHT überlebt.
    Viertens: @Silvia: Über den Islam, seine Fehler und seinen Reformbedarf können wir gern reden, daß er mir nicht sonderlich gefällt, da bin ich sogar ganz bei Ihnen. Aber im Moment herrscht hier ein blanker Hass auf dessen Basis ich NICHT diskutieren möchte. Ich stelle Ihnen jetzt mal eine Frage, und die meine ich nicht polemisch, die meine ich ernst: Wenn ein Muslim noch nie ein Verbrechen begangen hat, ist sein Leben dann trotzdem nichts wert? Gibt es ein Recht, ihn zu töten? Haben muslimische Kinder verdient zu sterben? Vielleicht verstehe ich Ihre Auffassung dazu miss, ich HOFFE es sogar. LEIDER!! sind in den letzten Jahren bei diversen Militäraktionen der NATO-Länder in muslimischen Ländern viele schreckliche Dinge geschehen. Es gab sogar bewusste nachgewiesene Täuschungen der westlichen Öffentlichkeit, um Kriege zu provozieren.
    Fünftens ist es so eine Sache, jemanden in den Krieg schicken zu wollen wenn man selber nie in einem Krieg gewesen ist. Es sagt sich so leicht: „Die Flüchtlinge sollen gefälligst zurück und für ihr Vaterland kämpfen!“. Wir haben das Recht, die Bundeswehr irgendwohin zu schicken, denn die Bundeswehrsoldaten sind diese Verpflichtung FREIWILLIG!! eingegangen. Aber die Flüchtlinge wieder zurück schicken zu wollen, das könnte ich als jemand der noch nie in einem Krieg war, niemals guten Gewissens tun. Im (äußerst unwahrscheinlichen) Kriegsfall würde ich zum Zivilschutz gehören, würde also Menschen aus Trümmern ausbuddeln, auch diese Sache bin ich FREIWILLIG!! eingegangen.
    Sechstens warne ich auch schon seit langem davor, was der Krieg mit Menschen macht. Nichts gutes nämlich. Unsere Erfahrung mit 2 Weltkriegen und die Berichte aus dem 30jährigen die bernardo eigentlich kennen müsste zeigen, daß im Krieg Menschen unmenschlich werden. Es gibt vereinzelt große Heldentaten, aber es gibt genug Beispiele wo alle menschliche Hemmungen fallen. Das was die Wehrmacht an der Ostfront gesät hat, kam postwendend zurück. Einschließlich des Versuches, eine Millionenstadt auszuhungern. Kurz zusammengefasst: Wenn wir zulassen daß sich die westlichen Truppen in diesen Ländern barbarisch benehmen, züchten wir Barbaren!

  • Silvia
    23.11.2015, 10:11 Uhr.

    Hier ein sehr interessanter Beitrag auf katholisch.de zum interreligiösen Dialog mit dem Islam, dem ich zu 100 Prozent zustimme.

    http://www.katholisch.de/aktuelles/standpunkt/derselbe-gott

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