Ein neuer Katakombenpakt

Rund 50 Bischöfe haben am Morgen in der Domitillakatakombe in Rom eine Erklärung unterzeichnet, mit der sie sich zu einem verstärkten Einsatz für eine ganzheitlichen Ökologie, gegen jede Form der Gewalt sowie für Menschenrechte und die Anerkennung neuer kirchlicher Dienste verpflichten. Der „Katakombenpakt für das Gemeinsame Haus“ steht in der Tradition des „Katakombenpakts für eine dienende und arme Kirche“, den 40 Konzilsväter zum Ende des II. Vatikanischen Konzils im November 1965 am selben Ort unterzeichnet haben. Mit den Kardinälen Claudio Hummes und Pedro Ricardo Barreto Jimeno waren zwei der führenden Kirchenmänner der aktuellen Amazonassynode anwesend. Hummes ist Generalrelator der Synode, Barreto ist einer der Vize-Präsidenten. Sie hatten Papst Franziskus vorab über die Zeremonie und den Text informiert.

Kardinal Hummes unterzeichnet den „Katakombenpakt für das Gemeinsame Haus“ (Quelle: Erbacher)

Synodaler Lebensstil für die Kirche

Mit 17 Punkten ist der neue Katakombenpakt umfangreicher als das Original von 1965. Neben der klaren Option für die Armen nimmt der neue Pakt das Thema ganzheitliche Ökologie sowie das besondere Engagement für die Indigenen in den Blick. Dabei geht es wie schon 1965 zum einen um den persönlichen Lebens- und Leitungsstil. Zum anderen verpflichten sich die Unterzeichnenden zum Einsatz der Ziele in Kirche und Gesellschaft. Deutlich lehnen sie für die Kirche in Amazonien „alle Arten jeglicher kolonialistischer Mentalität und Haltung ab“. Sie verpflichten sich zu einer Wertschätzung der „kulturelle, ethnische und sprachliche Vielfalt im respektvollen Dialog mit allen spirituellen Traditionen“. Das Engagement solle ökumenisch und im Dialog mit anderen Religionen erfolgen.

In den Ortskirchen wollen sie einen „synodalen Lebensstil“ etablieren, bei dem auch die Missionare und Laien „in allem, was ihnen in der Leitung der Gemeinden obliegt, eine Stimme haben“. Sie fordern eine „dringende Anerkennung“ dessen, was in den Gemeinden bereits als kirchliche Dienste getan wird etwa von den Katecheten, Lektoren und Leitern von Wortgottesdiensten. Diplomatisch heißt es dann: „Wir erkennen die Dienste und bestehende Diakonie der großen Zahl von Frauen an, die heute im Amazonasgebiet Gemeinden leiten und suchen sie, durch ein angemessenes Amt als weibliche Gemeindeleiterinnen zu stärken.“ Eine direkte Forderung des Frauendiakonats findet sich in der Erklärung nicht, doch durch die Formulierung lassen sich die Unterzeichner diese Option offen.

Freudiger nüchterner Lebensstil gefordert

Die besondere Pastoral in den Städten nehmen sie ebenso in den Blick wie die Situation der Migranten, Arbeitenden und Arbeitslosen, die Situation in der Welt der Bildung, der Kultur und Kommunikation. „Vor der Lawine des Konsums führen wir einen Lebensstil, der freudig nüchtern, einfach und solidarisch mit denen ist, die wenig oder gar nichts haben“, so die Unterzeichner. Sie verpflichten sich sehr konkret zur Reduzierung der Abfallproduktion und der Verwendung von Kunststoff und wollen, „wenn immer möglich“ öffentliche Verkehrsmittel nutzen.

Zum Abschluss des Gottesdienstes übergab Kardinal Hummes dem langjährigen Amazonasbischof Erwin Kräutler eine Stola von Dom Helder Camara (1909-1999). Der ehemalige Erzbischof von Olinda und Recife war Konzilsteilnehmer und einer der Initiatoren des ersten Katakombenpakts 1965. Er war einer der profiliertesten Vertreter der Befreiungstheologie und engagierte sich im Kampf für die Menschenrechte. Bischof Kräutler wiederum gehört zu den Bischöfen, die seit vielen Jahrzehnten den „Katakombenpakt für eine dienende und arme Kirche“ leben. Er ist einer der Inspiratoren der aktuellen Amazonassynode.

Praxistest bereits in der kommenden Woche

Viele der Anwesenden heute Morgen in der Domitillakatakombe hoffen, dass der neue Katakombenpakt nicht in Vergessenheit gerät wie der Pakt von 1965. Obwohl sich damals den rund 40 Erstunterzeichnern noch 500 weitere Konzilsväter anschlossen, hat er wenig Wirkung entfalten können. Er hatte den Geruch der Befreiungstheologie und das machte ihn verdächtig. Heute sind die zentralen Anliegen der Befreiungstheologie in der Mitte des kirchlichen Handelns angekommen. Damit stehen die Chancen besser, dass der Pakt größere Wirkung entfalten kann als sein Vorgänger. Konkret wird sich das schon in den nächsten Tagen zeigen, wenn das Schlussdokument der Amazonassynode diskutiert wird.

P.S. 2015 haben wir zum 50. Jahrestag des Katakombenpakts eine eigene Dokumentation zum Thema gemacht. Bei Interesse gibt es die hier in der ZDF-Mediathek.

Autorenbild

Jürgen Erbacher

Seit Juli 2018 leite ich die ZDF-Redaktion "Kirche und Leben katholisch", für die ich seit 2005 über die Themen Papst, Vatikan, Theologie und katholische Kirche berichte. Dafür pendle ich regelmäßig zwischen Mainz und Rom - meiner zweiten Heimat. Dort habe ich vor meiner ZDF-Zeit mehrere Jahre gelebt und für Radio Vatikan gearbeitet. Studiert habe ich Politikwissenschaft und Katholische Theologie in Freiburg i.Br. und Rom.

21 Kommentare

  • Novalis
    20.10.2019, 12:34 Uhr.

    „’Vor der Lawine des Konsums führen wir einen Lebensstil, der freudig nüchtern, einfach und solidarisch mit denen ist, die wenig oder gar nichts haben’“, so die Unterzeichner. Sie verpflichten sich sehr konkret zur Reduzierung der Abfallproduktion und der Verwendung von Kunststoff und wollen, ‚wenn immer möglich‘ öffentliche Verkehrsmittel nutzen.“
    Sehr klug und christlich – das ist eine grundvernünftige Umsetzung des Evangeliums in öffentliches Leben, mithin Politik. Eine Evangelisierung der Welt. Schmecken wird das natürlich all denen nicht, die Cappae magnae und Samt und Seide sowie Schnittchen und Häppchen bei Fürstinnen für das Wesen des Christentums halten wie Ratzinger, Burke, Sarah, Müller, Voderholzer und Co.

    • Carla Maltese
      20.10.2019, 20:57 Uhr.

      Äh, das Foto von Burke das mich so entsetzt hat… als ich auf den zweiten Blick nochmal hinsah…
      Also, vor ihm Knien zwei Männer in Schwarz mit schwarzen Umhängen. Ein dritter kniet neben ihm und ist gerade mit seinen Schuhbendeln geschäftigt. Auf dem Boden liegt ein Tabell, darauf eine Kanne, eine Schale und ein Handtuch.
      Bitte sagen Sie mir daß ich mich irre. Bitte bitte sagen Sie mir daß ich mich täusche und er sich nicht etwa… die Füße… waschen… lässt…
      Das darf bitte nicht wahr sein…

      Wenn doch, wenn er die Geste als Jesus seinen Jüngern die Füße wusch so umgedreht hat, dann ist das doch Blasphemie…

      • Novalis
        21.10.2019, 8:11 Uhr.

        Es werden wohl die Hände gewesen sein, aber in einem haben Sie recht: Es ist Blasphemie. Mit Christus hat die Eminenz wenig am Galero, äh, Hut. Er und seine Entourage sprechen über ihn übrigens nur im Femininum. Seine Eminenz glaubt…, sie meint…, sie hat Zeit. Einer der schlimmsten homophoben Homophilen. Wie die meisten, die einen Konnex zwischen den schlimmen pädophilen Untaten von Klerikern und Homosexuellen herbeifabulieren ohne jeden Sachgrund.

        • Carla Maltese
          27.10.2019, 9:23 Uhr.

          Das ist übrigens nicht nur Schwulen gegenüber höchst beleidigend. Sondern ignoriert auch alle Fakten über sexuellen Missbrauch außerhalb der römisch-katholischen Kirche.
          In allen anderen Bereichen sind weit überwiegend Mädchen und Frauen Opfer sexueller Gewalt. Ob Zwangsprostituierte hier oder z. B. Opfer von Vergewaltigung durch UN-Soldaten in Afrika.

          Bestätigt meine Beobachtung, dass Hass auf Homosexualität und negatives Frauenbild, also die Frau steht weit unter dem Mann, ist viel weniger wert, zusammenhängen.

    • Carla Maltese
      21.10.2019, 19:18 Uhr.

      Versuche, dieses Samt-und-Seide-Cappa-Magna-Kirchenbild mit seiner gleichzeitigen Erbarmungslosigkeit gegenüber z.B. wiederverheirateten Geschiedenen zu retten, erinnern mich ein bischen an Versuche, den falschen Anschluss auf eine Gasflasche zu schrauben: Eigentlich hat jede Art von Gas ihr eigenen unverwechselbares Gewinde. Man merkt doch sofort daß es nicht funktioniert, es ist offensichtlich falsch. Aber, Sie werden es nicht glauben: Es gibt doch immer wieder Hornochsen die versuchen, mit aller Gewalt einen falschen Anschluss draufzuschrauben und damit das Gewinde ruinieren.

      • Novalis
        26.10.2019, 15:57 Uhr.

        „Es gibt doch immer wieder Hornochsen die versuchen, mit aller Gewalt einen falschen Anschluss draufzuschrauben und damit das Gewinde ruinieren.“
        Das glaube ich sofort.

  • Carla Maltese
    20.10.2019, 20:36 Uhr.

    Mir ist da gerade etwas aufgefallen…

    Bevor ich jetzt an diesen Artikel gehe und an das andere, muss ich, glaube ich, noch etwas erklären was etwas widersprüchlich wirkt.

    Ich betone hier immer wieder, daß ich glücklich altkatholisch bin, spreche mich aber entschieden gegen eine eigene Rituskirche für die Indigenos aus, also gegen eine separate Kirche. Wie passt das zusammen?

    Ja, ich bin glücklich altkatholisch. Ich genieße es, altkatholisch zu sein. Ich war z.B. heute bei der Synodalenwahl und bin mit den meisten Kandidaten die wir gewählt haben sehr zufrieden.

    Nur bin ich auch in einer anderen Situation. Ich bin als ethnisch Deutsche und deutsche Staatsbürgerin keiner ethnischen Diskriminierung ausgesetzt.

    Für mich selbst brauche ich keine römisch-katholische Kirche mehr. Das war auch nie mein Ziel hier! Mich fasziniert Franziskus nach wie vor, aber auch ihn BRAUCHE ich nicht. Nur wegen ihm verbringe ich nicht so endlos viel Zeit hier.

    Es ging mir immer, wirklich IMMER um eine Kirche für die ganze Welt. (Was die Redaktion aber nie zu schätzen wusste)
    Und so leid es mir tut: Noch sind wir Altkatholiken so wenige (wir wachsen hoffentlich noch!), daß wir die Indigenos nicht beschützen können.
    Das muss die römisch-katholische Kirche tun.
    Wird sie aber nicht, wenn sie die Indigenos einfach outsourced.

    Aber ein eigener Ritus für Indigenos könnte neben dem normalen gleichberechtig stehen, was späche dagegen?
    Es bekommen ja auch die die unbedingt wieder tridentinische Messe wollen den alten Ritus!

  • Carla Maltese
    20.10.2019, 21:35 Uhr.

    Und erneut bin ich positive erstaunt und wirklich beeindruckt, was bei dieser Synode los ist!
    Großer Applaus für den neuen Katakombenpakt!
    Jetzt darf er nur nicht so sang- und klanglos in der Versenkung verschwinden wie der alte.

    Wenn ich mir das so durchlese, dann bin ich wirklich sehr bewegt.
    Erst recht wenn ich mir auch noch die Fotos ansehe.

    Komisch… ich schreibe hier Tonnen an Beiträgen und ausgerechnet zu so einem Ereignis fällt mir nicht ein was ich noch kommentieren soll.
    Wie soll ich ausdrücken was ich dazu empfinde? Ich bin gerade ehrlich etwas hilflos.

    Ich habe ausgerechnet zu so einem wichtigen Ereignis leider nur wenige Worte um zu beschreiben was ich dazu empfinde, nur Worte die bei weitem nicht reichen. Nur: Es ist alles richtig so, alles richtig gemacht!
    SO muss Kirche sein.

    „Zum Abschluss des Gottesdienstes übergab Kardinal Hummes dem langjährigen Amazonasbischof Erwin Kräutler eine Stola von Dom Helder Camara (1909-1999).“
    Auch eine sehr bewegende Geste.

    Ach, äh, Herr Erbacher:
    Wenn Sie um 5.30 auf den Beinen sind, dann machen Sie sich nichts draus. Denken Sie an manche Stammschreiber hier, denen es aufgrund gewisser ehrenamtlicher Tätigkeiten manchmal auch nicht besser geht. Halbe Stunde geschlafen, schon kommt der Alarm…

  • Student
    21.10.2019, 17:50 Uhr.

    Sehr geehrte, liebe Foristen!

    Zu Kardinal Burke ist zunächst einmal zu sagen, dass er nun dafür bekannt ist, liturgische Vorgaben äußerst genau zu befolgen. Da es keine Fußwaschung außerhalb der Liturgie am Gründonnerstag gibt, wird sich Kardinal Burke gewiss nicht die Füße von Ministranten vor einem Pontifikalamt waschen lassen.

    Darüber hinaus möchte ich zu dem Posting von Novalis noch etwas schreiben.
    Ich habe drei der von Ihnen genannten Bischöfe einmal getroffen. Das waren die Kardinäle Müller, Sarah und Burke. Den emeritierten Papst Benedikt XVI. und Bischof Voderholzer habe ich nicht gesehen. Aus den Begegnungen mit den drei Kardinälen kann ich aber berichten, dass alle drei wirklich demütige und bescheidene Menschen sind. In dieser Hinsicht hat mich besonders Kardinal Sarah sehr beeindruckt. Genauso war ich aber auch von den Bischöfen Bode und Wilmer begeistert. Diese werden ja für gewöhnlich in eine andere „Schublade“ eingeordnet. Ich weiß nicht, ob Sie jemals eine Begegnung mit diesen fünf von Ihnen genannten Bischöfen hatten. Falls nicht, dann urteilen Sie bitte nicht so über sie. Ob es für einen Kardinal oder Bischof einen feierlichen Empfang gibt, liegt ja nicht am Kardinal, sondern an der ausrichtenden Pfarrei, Organisation oder Person.
    Was ich damit sagen will ist, dass es sowohl auf progressiver wie auf konservativer Seite gute Bischöfe gibt die sich ernsthaft Sorgen und Gedanken um die Kirche machen.
    Mein Eindruck bei all diesen Beratungen ist nur, dass beide Seiten (!) nicht genug miteinander sprechen. Die Synodalität ist ja schön, nur es scheint irgendwie die Kollegialität verloren gegangen zu sein.

    Abgesehen davon wird meiner Meinung nach zu wenig über das Umweltproblem gesprochen. Dieses sollte eigentlich im Vordergrund stehen. Vielleicht wird auch nur mehr über die anderen Themen berichtet.
    Die ganze Umweltzerstörung ist grauenhaft. Und es muss besonnen darüber gesprochen werden. Das heißt auch, dass es keine Schnellschüsse geben darf. Aber was die Flut an Plastikmüll und auch die massive Abholzung angeht, muss dringend gehandelt werden. Warum gibt es da keine oder nur leise (?) Empfehlungen von der Synode?

    • Wanda
      25.10.2019, 22:22 Uhr.

      Student 21.10. 17:50
      – Was die genannten Kardinäle angeht, kann man wohl nicht jeden persönlich kennen (was schlichtweg unmöglich ist), um ihn einzuschätzen oder zu werten. Es gibt doch auch noch das schöne Bibelwort „an ihren Taten sollt ihr sie erkennen“…
      – Und was die Umweltprobleme betrifft, bitte mehr Realismus: da kann die Kirche, Europa und wer noch so alles darüber sprechen, es wird nur einen sehr begrenzten oder gar keinen positiven Effekt haben.
      An China und Indien kommt niemand vorbei. Mir gefällt der absolut zutreffende Vergleich: wenn China nur hustet, erleiden alle anderen (sogar die USA) eine Lungenentzündung…

      • Carla Maltese
        27.10.2019, 8:52 Uhr.

        „Der Chinese macht noch viel mehr Dreck“ ist auch so eine Standardausrede, und zwar eine sehr billige! Vor allem wenn man selbst Waren made in China bezieht…

        Wenn die Kirchen den notwendigen Wandel nicht mitgestalten sondern genauso bequem und untätig bleiben wie die Bundesregierung, verraten sie Gottes Schöpfung.

        • Wanda
          28.10.2019, 15:24 Uhr.

          Carla Maltese 27.10. 08:52
          – Wo leben Sie denn ? Wenn China (inzwischen trotz USA und Co. Weltmacht Nr. 1) und Indien nicht mitmachen, kann die Welt zappeln wie sie will, dann wird´s nichts mit dem Umweltschutz.
          Und mit den christlichen Kirchen noch weniger. Die haben so gut wie keinen Einfluss mehr. Man muss sich nur dieser Tage die Medien zur Amazonas-Synode anschauen. Wenn sie denn überhaupt irgendwo erwähnt wurde und es einen Kommentar gab, dann als gnädigen Zeilenfüller.
          – Pardon, vergass den ultra-querschiessenden Kardinal G.L. Müller und seine höchstfürstliche Preisung als „Trump der r.-k. Kirche“ durch seine Bewunderin Gloria v.TuT: damit erreicht seine Eminenz das Niveau der Boulevardpresse. Immerhin bleibt die Kirche wenigstens damit im Gespräch…

    • bernardo
      26.10.2019, 10:24 Uhr.

      Lieber Student,

      vielen Dank für Ihren Post. Wilmer macht auch auf mich einen guten Eindruck, ebenfalls Müller und Sarah. Die Letztgenannten kenne ich vor allem von ihren Büchern und Schriften. Ich könnte mir Sarah, der ähnlich wie Wojtyla eine Diktatur durchlebte, als nächsten Papst vorstellen.

      Burke kenne ich nicht, kann mir kein Urteil über ihn erlauben, aber ich finde es fürchterlich, wie zwei Blogger den Kardinal hier schmähen.

      Etwas noch zu dieser Figur: Ich bin kein Bilderstürmer und würde die Figuren nicht in den Tiber werfen, aber weder haben heidnische Götzenfiguren noch heidnische Riten etwas in katholischen Kirchen zu suchen. Und mit der „Vulvenmalerei“ hat der evangelische Kirchentag gezeigt, was er ist – flüssiger als Wasser, nämlich überflüssig.

      • Carla Maltese
        27.10.2019, 9:04 Uhr.

        Zu Burke:
        Wenn ein Geistlicher sich selbst zum Zentrum irgendwelcher Riten macht, wie diverses Fotomaterial beweist, sich irgendwelche Körperteile rituell waschen lässt während andere Männer demütig vor ihm Knien, dann IST das Blasphemie.

        Zu Sarah:
        Nein, er eignet sich ganz sicher nicht als Papst. Als vatikanischer Archivar oder so ja, aber nicht als Papst.

        Zum evangelischen Kirchentag:
        Überflüssig sind vor allem Kommentare die diesen mit seinen mehrere tausend Veranstaltungen auf eine einzige Reduzieren. Man sollte sich erstmal informieren bevor man schreibt!!

        Und zu den Holzfiguren:
        Soso, nur weil sie von Indigenos kommen sind sie automatisch „Götzenbilder“?! Irgendwelche nackten Statuen in Rom sind hohe Kunst weil sie von Europäern kommen, aber alles was von Indigenos kommt ist „Götzenbild“?!
        Christus selbst war nie Europäer, übrigens.
        Und auch hier sollte man sich erst informieren bevor man etwas von „Götzenbildern“ blökt!
        Es hat sich hier nie um Götzenbilder gehandelt! Die Figuren stellen das Prinzip des werdenden Lebens dar!

        • bernardo
          27.10.2019, 21:37 Uhr.

          Haben Sie Johannes P. gelesen? „Der Ursprung eines Götzen ist zumeist die Verdinglichung bzw. Personifizierung eines Naturvorgangs, und die Kritik an dieser Transferhandlung basiert selbstverständlich nicht auf einer Kritik dieses natürlichen Prinzips, sondern auf ihren Folgen und Nebenwirkungen.“ Das gilt sogar für einen Teil unserer modernen, westlichen Götzen.

    • Novalis
      26.10.2019, 16:03 Uhr.

      Kardinal Müller hat als Bischof von Regensburg seine Diözesanpriester in Angst und Schrecken versetzt und sein Bistum aufgearbeitet. Demütig ist der bestimmt nicht – sonst hätte er wohl kaum aus Wut in den Teppich gebissen, als er beim letzten Konsistorium von B16 leer ausgegangen ist, wie seine Klosterschwestern berichteten. Wäre er demütig, würde er still sein und die Nichtverlängerung als Präfekt als Aufforderung zur Umkehr LEBEN. Er ist aber das Gegenteil von demütig, genausowenig wie Sarah und Burke, die öffentlich den Papst brüskieren. Genausowenig demütig wie B16, der, obwohl er, wie er selber sagte, ungeeignet für das Papstamt war, fast 8 Jahre lang völlig unfähig einen Skandal nach dem anderen produzierte. Ich bin genügend Kardinälen, Bischöfen und anderen Popen in meinem Leben begegnet, dass ich weiß, wer demütig tut und wer es tatsächlich ist.

    • Carla Maltese
      27.10.2019, 7:50 Uhr.

      Zumindest bei Burke liegt genug belastendes Fotomaterial vor, User auf Facebook posten immer wieder welches, daß man beim besten Willen nicht mehr von irgendeiner „Demut“ und „Bescheidenheit“ sprechen kann.
      Er lässt Männer in Gebetshaltung vor sich Knien während er in einem hohen Stuhl thront, er lässt Diener in Livree seinen Galero halten… Kurz: Er wendet unpassend viel Mühe für Zeremoniell um sich selbst herum auf.

      Man sieht schon noch Geistliche im Collarhemd. Und bei hochofiziellen Anlässen trägt auch unser Bischof Soutane, habe ich jedenfalls gehört. Dagegen sage ich nichts, ich habe schließlich selbst zwei Sätze spezielle Kleidung, meine THW-Uniform und beruflich flammenhemmende Spezialkleidung mit Helm, Sicherheitsschuhen und Schutzbrille, tauglich für fast alle vor-Ort-Aufnahmen auf Baustellen und in laufenden Chemieanlagen (außer Nuklear und Reinraum und so Spezialitäten wie Rohöl oder Flussäure). Collarhemd ist halt Berufskleidung der Priester. Unsere Pfarrerin mag es nicht, ich sehe das schon angesichts meiner eigenen speziellen Kleidung die ich gelegentlich trage entspannt.
      Aber bei dem Bildmaterial von Burke handelt es sich bei weitem nicht einfach um das Collarhemd oder eine normale Soutane. Was da zu sehen ist… man mag es nicht beschreiben. Und es hat auch nichts mehr mit würdevoller Liturgie zu tun.

      Das einzige belastende was das Bildmaterial z.B. über Herrn Walter Kasper hergibt ist, daß er wohl dem selben Büchersammelwahn erlegen ist wie Karl Lehmann.

      Aber danke daß Sie sich zum Thema Umwelt Gedanken machen, ein ehrlicher Dank, nicht ironisch gemeint. Das ist auch ein sehr wichtiges Thema bei der Synode und es ist eine Schande für das Christentum daß die weitaus meisten Kirchen da wirklich ewig gepennt haben.

    • Novalis
      27.10.2019, 12:50 Uhr.

      „Ob es für einen Kardinal oder Bischof einen feierlichen Empfang gibt, liegt ja nicht am Kardinal, sondern an der ausrichtenden Pfarrei, Organisation oder Person.“
      Wenn Sie das glauben, dann schwindeln Sie sich die Wirklichkeit zurecht. So besteht Kardinal Burke z.B. darauf bei solchen Empfängen als Eminenz bzw. in der dritten Person Singular Femininum (was ja irgendwie passend ist, wie F. Martel feststellte) angesprochen zu werden. Das lässt er auch ausdrücklich die „empfangsausrichtenden“ Personen und Institutionen durch seinen Sekretär wissen. Ich finde, dass Ihre Wortmeldung erstaunlich wenig Kenntnis der Kirchenoberen im Allgemeinen und wenig Menschenkenntnis im Besonderen an den Tag legt. Aber das ist nur meine Meinung.

  • Carla Maltese
    22.10.2019, 17:54 Uhr.

    […]*

    Jetzt folgendes:
    katholisch.de meldet ein Störfeuer gegen die Amazonassynode, ein enger Personekreis stellt auf den Pressekonferenzen immer die gleichen Fragen und es kommt bei der Berichterstatterin von katholisch.de laut heutigem Standpunkt der Verdacht auf, daß der Sinn und Zweck der ist, die ganze Amazonassynode zu diskreditieren.

    Da geht es gezielt um eine Statue von einer nackten schwangeren Indigena. Angeblich soll das Häresie sein.

    Ein weiterer Artikel heute auf katholisch.de erklärt das näher und meldet leider Abscheuliches: Die Figuren, es sollen mehrere sein, wurden von Traditionalisten in den Tiber geworfen.
    Behauptet wird von den Traditionalisten, daß die Figuren in Wirklichkeit die indigene Gottheit Pachamama darstellen würden. Meiner Ansicht nach geht es aber mindestens genauso um blanken Frauenhass. Daß die Traditionalisten bei allem schäumen wo ein weiblicher Körper als normal, völlig natürlich und gottgewollt dargestellt wird und nicht als pfui, schmutzig, sündhaft, verdorben usw., ist bekannt, schließlich wurde in den Onlinediskussionen ja auch der arme evangelische Kirchentag mit seinen mehrere Tausend Veranstaltungen nur auf eine einzige in der es um Vulven ging reduziert.

    Ebenso geht es in diesem Störfeuer um Kindstötungen bei den Indigenos.
    So wie es der Standpunkt auf katholisch.de berichtet, wird wohl gezielt der Eindruck erweckt, daß die Indigenos heute noch rituelle Kinderschlächter wären.

    Ich will nicht ausschließen, daß es Fälle von Kindermord gibt. Sie kommen ja leider auch bei uns vor. Es gibt immernoch Männer, und zwar bei weitem nicht nur in konservativ muslimischen Familien sondern quer durch alle Schichten, die Frau und Kinder als ihr Eigentum betrachten und umbringen, wenn die Frau sich trennen will. Und es gibt überforderte Eltern die ihre Kinder totschlagen.
    Bittere Armut, wenn Eltern in entlegenen Andenregionen nicht wissen wie sie ein weiteres Kind noch ernähren sollen, mag ein weiterer Grund für Kindermord sein.

    Aber, da schwöre ich Eide:
    Ich habe während meiner Zeit in Argentinien niemals von rituellen Kindermorden bei den Indigenos gehört und auch bei meinen späteren Kontakten dorthin nicht und auch nicht bei meinem Besuch im letzten Jahr.
    Ich habe damals bei einer altem Dame gewohnt, einer Malerin und pensionierten Lehrerin, die weit davon entfernt war, die Indigenos blind zu idealisieren. Und ich war nicht bei einer Niederlassung einer deutschen Firma sondern bei einer mittelständischen Einheimischen Firma und wir haben jeden Tag gemeinsam zu mittag gegessen und über alles, wirklich alles frei diskutiert. Erst Nachrichten im Fernsehen gesehen, dann gab es eine ausführliche Debatte über das gesamte politische und gesellschaftliche Geschehen. Gerüchte von einem massiven Vorkommen von Kindermorden in den Anden sind mir dabei nie zu Ohren gekommen. Auch nicht in Salta, wo ich ins Kauen von Cocablättern eingewiesen wurde.

    *Der Beitrag wurde wegen des Verstoßes gegen die Netiquette editiert.

  • Wanda
    24.10.2019, 18:19 Uhr.

    Novalis 20.10. 12:34
    – leider steht die lobenswerte kluge und christliche Deklaration der Unterzeichner in krassem Gegensatz zum Verhalten jener, die sie bereits erwähnt haben.
    Dazu der heutige Artikel im BR von Tilmann Kleinjung (mit dem kath. Medienpreis ausgezeichnet), der sich ua. mit Finanzgeschäften des Vatikan und des entsprechenden Staatssekretariats beschäftigt, wobei dessen spektakuläre und risikoreiche Investitionen aus dem „Wohltätigkeits“-Fonds in zentrale Londoner Luxus-Immobilien erwähnt- und die Risiken dargestellt werden.
    Und das vor der Tradition des Katakombenpakts für eine arme und dienende Kirche.

    • Carla Maltese
      27.10.2019, 7:32 Uhr.

      Es sind nicht ALLE Bischöfe. Ein Franz Kamphaus z.B. hat gelebt wie ein Mönch. Aber es gibt in der Tat noch Exemplare, da fragt man sich was so jemand mit Jesus Christus zu tun hat. Bzw. wie so jemand Bischof werden konnte. Wenn man zum Beispiel liest daß im ärmsten Bundesstaat der USA, in West Virginia, der Bischof die Kirchenkasse plündert um sich einen Lebensstil wie ein absolutistischer Monarch zu gönnen, dann kann einen bei manchen Exemplaren wirklich nur das Entsetzen packen.

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