Papst: Habe keine Angst vor Schisma

Klare Worte des Pontifex bei der fliegenden Pressekonferenz auf dem Rückweg von Madagaskar nach Rom. Angesprochen auf die Kritik an seinem Pontifikat erklärte er, dass er aus Kritik immer einen Nutzen ziehe. Was er nicht mag, ist, wenn Kritik nicht offen und direkt erfolge. Kirchenspaltungen habe es in der Kirchengeschichte immer wieder gegeben, so Franziskus ruhig und klar. „Ich habe keine Angst vor Schismen, aber ich bete, dass sie nicht passieren“, erklärte das Kirchenoberhaupt. Weitere Themen waren seine Bilanz des Besuchs in den drei Ländern, der Klimawandel, die Kommunikation der Zukunft, Fremdenfeindlichkeit sowie die „alte Großmutter Europa“ und deren demografisches Problem.

Eine gute Stunde nahm sich Franziskus Zeit für das Gespräch mit den Journalisten. (Quelle: Erbacher)

Ehrliche Kritik ist ok

Die spannendste Frage kam gegen Ende. Auf dem Hinflug hatte Franziskus sich bereits zu seinen Kritikern geäußert und festgestellt, dass es eine Ehre sei, kritisiert zu werden. Das provozierte natürlich eine Nachfrage. „Zuallerst: Kritiken helfen immer“, hob Franziskus an. Wenn man kritisiert werde, müsse man sich selbstkritisch fragen, ob sie wahr ist oder nicht oder bis zu welchem Punkt. Manchmal ärgere man sich über Kritiken; aber er ziehe immer einen Nutzen daraus. Kritik gebe es nicht nur in den USA, sondern auch anderswo, selbst in der Kurie. Für ihn sei das kein Problem, wenn sie ehrlich ausgesprochen werde.

Was er nicht mag seien Kritiken, die hinter vorgehaltener Hand geäußert werden mit einem Lächeln im Gesicht „und dann stoßen sie dir den Dolch in den Rücken“. Das sei weder ehrlich noch menschlich. Kritik müsse immer auf einen Dialog hin ausgerichtet sein, erklärte Franziskus. „Das ist die Dynamik einer echten Kritik.“ Die Kritik in Form von Arsen-Pillen hingegen führe nicht weiter. Das sei so, als werfe man einen Stein und verstecke dann die Hand. „Das hilft den kleinen geschlossenen Gruppen, die nicht die Antwort auf die Kritik hören wollen“, so der Papst. Kritik zu üben, ohne eine Antwort hören zu wollen, bedeute, sich hinter eine feste Idee zurückzuziehen.

Schisma ist Folge menschlicher Freiheit

Was ein mögliches Schisma anbetreffe, so habe es in der Geschichte der Kirche viele Schismen gegeben. Schon zu Beginn der Kirche habe es viele Schislmen gegeben. Nach dem Ersten Vatikanischen Konzil hätten sich die Altkatholiken abgespalten. Auch das II. Vatikanum habe solche Konsequenzen gehabt. „Es gibt immer die Option des Schismas in der Kirche“, stellte Franziskus nüchtern fest. „Das ist eine Option, die der Herr der menschlichen Freiheit lässt.“ Er habe keine Angst vor Schismen, aber er bete, dass sie nicht passierten, „denn es steht das geistliche Wohl von vielen Menschen auf dem Spiel“. Möge es immer den Dialog und die Korrektur geben, wenn etwas falsch sei, so der Papst. „Der Weg des Schismas ist nicht christlich“, ist er überzeugt. Ein Schisma sei immer ein elitäres Abspalten, ausgelöst durch eine Ideologie, die abgespalten sei von der Lehre. Es sei eine Ideologie, die in die Lehre eindringe und abspalte.

Im Übrigen sehe er sich beim Thema Soziales genau in der Linie von Johannes Paul II. Er sage genau das, was dieser gesagt habe. „Ich kopiere ihn!“ Trotzdem werde ihm der Vorwurf gemacht, Kommunist zu sein. „Es halten Ideologien Einzug in die Lehre. Und wenn die Lehre in die Ideologien abgeleitet, besteht die Möglichkeit eines Schismas“, führte der Papst weiter aus. Es gebe die Ideologie eine Priorität einer aseptischen Moral gegenüber einer Moral des Volkes Gottes. Die Hirten müssten die Herde zwischen Gnade und Sünde führen, denn das sei die Moral des Evangeliums. Eine Moral allerdings, die einer pelagianischen Ideologie anhänge, führe zur Rigidität. „Heute haben wir viele Schulen der Rigidität in der Kirche, die keine Schismen sind, aber christliche Wege, die pseudoschismatisch sind, die böse enden.“ Wenn man rigide Christen, Bischöfe oder Priester sehe, steckten dahinter Probleme. Man müsste diesen sanftmüütig begegnen.

Das war eine klare Botschaft an die Kritiker. Franziskus machte während der ganzen Reise nicht den Eindruck, dass er in irgendweiner Weise amtsmüde sei. Er sieht sich auf dem richtigen Weg und macht nciht den Anschein zurückweichen zu wollen. Allerdings muss er sich beim Umgang mit Kritikern fragen lassen, ob er hier auch mit der „ausgestreckten Hand“ unterwegs ist, von der er in Bezug auf die Kutur des Dialogs immer spricht.

Autorenbild

Jürgen Erbacher

Seit Juli 2018 leite ich die ZDF-Redaktion "Kirche und Leben katholisch", für die ich seit 2005 über die Themen Papst, Vatikan, Theologie und katholische Kirche berichte. Dafür pendle ich regelmäßig zwischen Mainz und Rom - meiner zweiten Heimat. Dort habe ich vor meiner ZDF-Zeit mehrere Jahre gelebt und für Radio Vatikan gearbeitet. Studiert habe ich Politikwissenschaft und Katholische Theologie in Freiburg i.Br. und Rom.

26 Kommentare

  • Silvia
    10.09.2019, 22:25 Uhr.

    Kann es sein, dass der Papst mit der aktuellen Gefahr eines Schismas zu sorglos umgeht?

    Seine Aufgabe ist es, für die Einheit der Kirche Sorge zu tragen.

    • Novalis
      11.09.2019, 10:18 Uhr.

      Schismen entstehen, weil Leute unbedingt Klarheit wollen, wie sie gar nicht notwendig ist. Thomas von Aquin sagt, dass das Glaubensbekenntnis von Nizäa und Konstantinopel hinreicht für den katholischen Glauben. Wenn der Papst darauf dringt – und das tut er -, dann tut er dem Einheitsamt Genüge.
      Man fragt sich ja schon, warum unser Papst immer wieder SO substanzlos kritisiert wird.

      • Wanda
        13.09.2019, 22:08 Uhr.

        Ach Novalis 11.09. 10:18
        – Thomas von Aquin hat viel gesagt. Und wenn Sie schon dessen Weisheiten zitieren, dann unterschlagen Sie doch bitte nicht seine anderen Geistesblitze:
        – denn er kritisiert, dass die immerhin von Gott geschaffene Eva ein Missgriff sei, mit ihrem Feuchtigkeitsüberschuss etc…, eine Art verstümmelter, misslungener Mann; d.h. dieser Thomas wagt es, seinem Gott Schöpfungsfehler bei der Erschaffung der Frau zu unterstellen. Ganz schön frech, das muss man ihm lassen…
        Ist ja beileibe nicht alles, was ihm der Hl. Geist (oder sonst wer) so eingab:
        – „ein männlicher Fötus wird nach 40 Tagen-, ein weiblicher erst nach 80 Tagen ein Mensch. Mädchen entstehen durch schadhafte Winde“…
        – „Das Weib verhält sich zum Mann wie das Unvollkommene und Defekte zum Vollkommenen“…
        – „der wesentliche Wert der Frau liegt in ihrer Gebärfähigkeit und in ihrem hauswirtschaftlichen Nutzen“…
        Bewundernswert, die Erkenntnisse dieses Kirchenlehrers, der das Frauenbild der Hl. Mutter Kirche massgeblich (und bis heute) mitprägte…

    • Carla Maltese
      11.09.2019, 22:34 Uhr.

      Nein, ist er nicht!
      Er muss nicht auf jeden Erpressungsversuch von wegen „Schisma“ reagieren.

      Und genau das ist so etwas: Ein Erpressungsversuch, um die dringenden Reformanliegen zum Schweigen zu bringen.

      Mehr werde ich Ihnen heute nicht mehr antworten, mir fehlt die Zeit dazu und ich habe keine Lust mehr, hier für den Blog alles andere zu vernachlässigen.

  • Silberdistel
    10.09.2019, 23:23 Uhr.

    Letztlich ist ohnehin nur der Christus, bzw. dessen göttliche Botschaft wichtig und keine von Menschen ausgedachte Konfession! War die Erkenntnis eines Papstes nicht mal: „Nimm dich nicht so wichtig!“ (Giovanni/Johannes XXIII). Maß aller Dinge in Vergangenheit und Zukunft, Alpha und das Omega ist nunmal und nur allein der Christus (Off. 22,13). Sowie andere, in anderen Kulturen, offenbarte göttliche Weisheit. Je länger die durch Menschen geprägte Welt andauert, desto mehr kristallisiert sich diese fundamentale Erkenntnis heraus.
    Schrecklich, das die Christen, die sich allesamt in allererster Linie ohnehin nach dem CHRISTUS benennen und erst in zweiter Linie nach ihrer jeweiligen (meist aufgezwungenen) Konfession, sich derart willig spalten lassen. Was hat der Christus denn gelehrt, das Schisma?
    Als ob das Zersägen ihm nachfolgender Theo-logen, der allheiligen Lehre des göttlichen Quells, noch etwas bedeutendes hätte hinzufügen können. Jenen Nachfolgern der „Schriftgelehrten und heuchlerischen Pharisäern“ wie Jesus diese Art von Klientel zu seiner Zeit nannte.
    Schrecklich, das man den Christus immer wieder auf´s Neue verrät und meint außerhalb von Christus und dessen Lehre gäbe es etwas Besseres in der Kreation von eigenen Wahrheiten zu entdecken. Oder den Glauben an den Christus gar noch zu verbessern. Heraus kommt allenfalls nur Verwässern statt Verbessern, Haarspaltereien und angestrengte Dibbelschisser- bzw. Korinthenkackerei. Welche die wesentliche Lehre und Ehre an den Höchsten nur verdecken. Deshalb: Christen sind nunmal Christen und müssen par Definition der Lehre Christi, jederzeit kompatibel sein! Ergo derart kompatibel wie ein DIN-genormter USB-Stecker zu allen mögllichen Endgeräten. Ansonsten sollte man es vielleicht doch besser sein lassen und sich nur nach seiner jeweiligen theologischen Konfession benennen lassen.

    • Wanda
      11.09.2019, 16:37 Uhr.

      Novalis 11.09. 01:16
      – Enorm cool ? …“Der Weg des Schismas ist also nicht christlich. Ein Schisma ist immer ein elitäres Abspalten von der Lehre, ausgelöst durch eine Ideologie, die abgespalten ist von der (wahren) Lehre“… usw., usw.
      Diese Papst-Äusserung wird den Altkatholiken aber gar nicht gefallen und den anderen christlichen Konfessionen wohl auch nicht. Die Idee der Ökumene erhält dadurch bestimmt mächtigen Auftrieb…
      – Ob Franziskus die Bibelstelle Joh.14,12 kennt ? Die besagt nämlich“…In meines Vaters Haus gibt es viele Wohnungen“…
      Kann man sicherlich (zumindest wer hebräisch beherrscht) auch anders interpretieren und umdeuten, wie mir bereits oberlehrerhaft erklärt wurde…

      • Silberdistel
        13.09.2019, 18:54 Uhr.

        Unter der headline „Synodaler Weg in der Kritik – Rom rüffelt Kirche in Deutschland“ veröffentlicht das liebe @zdf, heute am Freitag den 13ten, eine AFP-Meldung.
        Scheint wohl nichts zu werden mit Verhältnissen wie in den ersten christlichen Urgemeinden zu werden, die zumindest zeitlich noch ganz nah an Christus dran waren.

        • Carla Maltese
          15.09.2019, 20:10 Uhr.

          Abgesehen davon daß auch die Urkirche nicht alle Antworten auf Fragen des 21. Jahrhunderts bietet (zB an Umweltschutz dachte damals keiner!), und man bei den Evangelikalen eher erschreckende Ergebnisse von Versuchen, sich ganz radikal wie im 1. Jahrhundert zu organisieren (also der komplette Verzicht auf Leute die Theologie studiert haben und das beruflich machen), sehen kann:
          Wenn man die Nachrichten auf katholisch.de verfolgt, wird deutlich daß nicht mehr alle Bischöfe noch wie früher vor einem Brief aus Rom kuschen und wie die geprügelten Hunde mit eingeklemmtem Schwanz davonschleichen.

      • Novalis
        14.09.2019, 2:04 Uhr.

        „Joh.14,12 kennt ? Die besagt nämlich’…In meines Vaters Haus gibt es viele Wohnungen'“.
        Das Neue Testament ist bekanntlich in Koiné-Griechisch abgefasst. Mit Hebräisch hat das nichts zu tun. Welch Ahnungslosigkeit.

        • Wanda
          14.09.2019, 16:49 Uhr.

          Novalis 14.09. 201:19
          – Einigen Sie sich doch bitte […]* darauf, ob nun das Althebräisch oder/und auch das Koiné-Griechisch der Bibel falsch übersetzt sind und bringen Sie dann ihre Klage bei Franziskus vor. Einverstanden ?
          – Ihnen zufolge ist die (vom Vatikan autorisierte) Bibel-Einheitsübersetzung deutscher Sprache also keine Quelle der Erbauung und Weisheit sowie Wegweiser zum Heil sondern eine gefährliche Quelle der Missverständnisse und führt in die Irre.
          Das ist alles nur diesem abtrünnigen Luther zu verdanken, der hat der Christenheit dieses faule Ei in’s Nest gesetzt…

          *Der Beitrag wurden wegen des Verstoßes gegen die Netiquette editiert.

          • Carla Maltese
            15.09.2019, 19:58 Uhr.

            Ich habe kaum Ahnung von alten Sprachen, ich hatte nur 8 Jahre Latein im Gymnasium. Ich habe schlicht keine Zeit dafür, ich habe andere Dinge zu tun.
            Aber nach allem was ich gehört habe, soll die neue deutsche Einheitsübersetzung der Bibel sogar näher am Urtext als frühere Übersetzungen sein. Trotzdem ist sie leichter verständlich als frühere Übersetzungen.

            Es ist einfach ein Riesenuterschied ob man einen Text einfach so runterübersetzt oder ob man ihn wirklich verstanden hat. Mir geht es zB bei den Neuübersetzungen der Werke Terry Pratchetts so: Während ich bei Andreas Brandhorst das Gefühl habe daß er mit Pratchett eigentlich nie warm geworden war, habe ich bei den neuen Übersetzern das Empfinden, daß sie sich Mühe gegeben haben, Pratchett wirklich zu verstehen. Und das ist ein Unterschied wie Tag und Nacht! Bei Gelegenheit suche ich ein Beispiel raus.

            Jemand den ich aus meiner Kirchengemeinde kenne und der über seine evangelische Frau viel Ahnung von der evangelischen Kirche hat, beklagt sich bitter über die neue evangelische Bibelübersetzung. Da soll allen Ernstes Lutherdeutsch drin sein!
            Ich hatte noch keine Zeit, das nachzuprüfen, also mir eine aktuelle evangelische Bibel zu beschaffen, aber vor habe ich es.

          • Novalis
            16.09.2019, 2:03 Uhr.

            „Aber nach allem was ich gehört habe, soll die neue deutsche Einheitsübersetzung der Bibel sogar näher am Urtext als frühere Übersetzungen sein. Trotzdem ist sie leichter verständlich als frühere Übersetzungen.“

            Das ist leider Propaganda, der Sie aufgesessen sind. Da können Sie aber nichts dafür. Die neue EÜ ist als Text für den Gottesdienst und die Schule eine einzige Katastrophe.

            Lesen Sie nur mal Jes 7 im Vergleich:
            „In der Zeit, als Ahas, der Sohn Jotams, des Sohnes Usijas, König von Juda war, zogen Rezin, der König von Aram, und Pekach, der Sohn Remaljas, der König von Israel, gegen Jerusalem hinauf in den Krieg; aber man konnte den Krieg gegen es nicht führen.
            2 Als dem Haus David gemeldet wurde: Aram hat sich auf Efraim niedergelassen!, da zitterte sein Herz und das Herz seines Volkes, wie die Bäume des Waldes im Wind zittern.
            3 Der HERR aber sagte zu Jesaja: Geh hinaus, Ahas entgegen, du und dein Sohn Schear-Jaschub, zum Ende der Wasserleitung des oberen Teiches, zur Straße am Walkerfeld.
            4 Sag zu ihm: Hüte dich und verhalte dich still! Fürchte dich nicht und dein Herz sei nicht verzagt wegen dieser beiden rauchenden Holzscheitstummel, wegen des glühenden Zorns Rezins, Arams und des Sohnes Remaljas!
            5 Weil Aram gegen dich Böses plant, Efraim und der Sohn Remaljas, indem sie sagen:
            6 Wir wollen gegen Juda hinaufziehen, ihm Furcht einjagen und es uns gefügig machen; dann wollen wir den Sohn Tabeals als König in seiner Mitte einsetzen.
            7 So spricht GOTT, der Herr: Das kommt nicht zustande, das wird nicht geschehen.
            8 Denn das Haupt von Aram ist Damaskus und das Haupt von Damaskus ist Rezin. Noch fünfundsechzig Jahre, dann wird Efraim zerschlagen, kein Volk mehr sein.
            9 Das Haupt von Efraim ist Samaria und das Haupt von Samaria ist der Sohn Remaljas. Glaubt ihr nicht, so bleibt ihr nicht.
            10 Der HERR sprach weiter zu Ahas und sagte:
            11 Erbitte dir ein Zeichen vom HERRN, deinem Gott, tief zur Unterwelt oder hoch nach oben hin!
            12 Ahas antwortete: Ich werde um nichts bitten und den HERRN nicht versuchen.
            13 Da sagte er: Hört doch, Haus Davids! Genügt es euch nicht, Menschen zu ermüden, dass ihr auch noch meinen Gott ermüdet?
            14 Darum wird der Herr selbst euch ein Zeichen geben: Siehe, die Jungfrau hat empfangen, sie gebiert einen Sohn und wird ihm den Namen Immanuel geben.1
            15 Er wird Butter und Honig essen bis zu der Zeit, in der er versteht, das Böse zu verwerfen und das Gute zu wählen.
            16 Denn noch bevor das Kind versteht, das Böse zu verwerfen und das Gute zu wählen, wird das Land verlassen sein, vor dessen beiden Königen dich das Grauen packt.
            17 Der HERR wird Tage kommen lassen über dich, über dein Volk und über das Haus deines Vaters, wie sie nicht gekommen sind seit dem Tag, an dem Efraim sich von Juda abwandte – nämlich den König von Assur!“ (Neue EÜ)

            „Jes 7,1 In der Zeit, als Ahas, der Sohn Jotams, des Sohnes Usijas, König von Juda war, zogen Rezin, der König von Aram, und Pekach, der Sohn Remaljas, der König von Israel, gegen Jerusalem in den Krieg; aber sie konnten die Stadt nicht einnehmen.
            Jes 7,2 Als man dem Haus David meldete: Aram hat sich mit Efraim verbündet!, da zitterte das Herz des Königs und das Herz seines Volkes, wie die Bäume des Waldes im Wind zittern.
            Jes 7,3 Der Herr aber sagte zu Jesaja: Geh zur Walkerfeldstraße hinaus, zusammen mit deinem Sohn Schear-Jaschub (Ein Rest kehrt um), an das Ende der Wasserleitung des oberen Teiches, um Ahas zu treffen.
            Jes 7,4 Sag zu ihm: Bewahre die Ruhe, fürchte dich nicht! Dein Herz soll nicht verzagen wegen dieser beiden Holzscheite, dieser rauchenden Stummel, wegen des glühenden Zorns Rezins von Aram und des Sohnes Remaljas.
            Jes 7,5 Zwar planen Aram, Efraim und der Sohn Remaljas Böses gegen dich und sagen:
            Jes 7,6 Wir wollen gegen Juda ziehen, es an uns reißen und für uns erobern; dann wollen wir den Sohn Tabeals dort zum König machen.
            Jes 7,7 Doch so spricht Gott, der Herr: Das kommt nicht zustande, / das wird nicht geschehen.
            Jes 7,8 Denn das Haupt von Aram ist Damaskus / und das Haupt von Damaskus ist Rezin. Noch fünfundsechzig Jahre, dann wird Efraim zerschlagen, / es wird aufhören, ein Volk zu sein.
            Jes 7,9 Das Haupt von Efraim ist Samaria / und das Haupt von Samaria ist der Sohn Remaljas. / Glaubt ihr nicht, so bleibt ihr nicht.
            Jes 7,10 Der Herr sprach noch einmal zu Ahas; er sagte:
            Jes 7,11 Erbitte dir vom Herrn, deinem Gott, ein Zeichen, sei es von unten, aus der Unterwelt, oder von oben, aus der Höhe.
            Jes 7,12 Ahas antwortete: Ich will um nichts bitten und den Herrn nicht auf die Probe stellen.
            Jes 7,13 Da sagte Jesaja: Hört her, ihr vom Haus David! Genügt es euch nicht, Menschen zu belästigen? Müßt ihr auch noch meinen Gott belästigen?
            Jes 7,14 Darum wird euch der Herr von sich aus ein Zeichen geben: Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, sie wird einen Sohn gebären und sie wird ihm den Namen Immanuel (Gott mit uns) geben.
            Jes 7,15 Er wird Butter und Honig essen bis zu der Zeit, in der er versteht, das Böse zu verwerfen und das Gute zu wählen.
            Jes 7,16 Denn noch bevor das Kind versteht, das Böse zu verwerfen und das Gute zu wählen, wird das Land verödet sein, vor dessen beiden Königen dich das Grauen packt.
            Jes 7,17 Der Herr wird Tage kommen lassen über dich und dein Volk und das Haus deines Vaters [durch den König von Assur], wie man sie nicht mehr erlebt hat, seit Efraim von Juda abgefallen ist.“ (Alte EÜ)

            Wer soll denn „Aram hat sich auf Efraim niedergelassen!“ (NEÜ) von sich aus als Sichverbünden (AEÜ) verstehen?!? Solche Verschlimmbesserungen gibt es reihenweise.

          • Carla Maltese
            17.09.2019, 23:25 Uhr.

            Eins noch, Wanda:
            Mir fällt gerade eine Parallele ein, um das ein bischen zu erklären weswegen wir heute Theologen brauchen, solche die ihren Job ordentlich machen. Und das fängt damit an daß sie das was wirklich in der Bibel steht von späteren historischen Entwicklungen wie Papstamt und Verhütungsverbot usw unterscheiden können. Über manche Exemplare wie diesen Kardinal Sarah kann man sich in dem Sinn selbst als fachfremde Person nur wundern…

            Ich glaube nicht daß Sie mitbekommen haben, daß der zweite Teil der Neuverfilmung von „Es“ im Kino läuft, ich werde ihn vermutlich kommenden Freitag sehen.
            Ist natürlich DAS Kinoereignis des Jahres für meine Altersklasse.

            Ich kann mich nicht nur einigermaßen an die alte Verfilimung erinnern, ich habe sogar das Buch gelesen. Und ich bin einigermaßen stolz drauf, daß ich nicht nur verstanden habe was das Blut in Beverlys Bad heißen soll, sondern vorallem auch warum im Buch Mike Hanlon, der schwarze Junge, von Es in Gestalt eines riesigen Vogels verfolgt wird. In der Neuverfilmung haben sie den Teil geändert, stattdessen begegnet er Zombies im Schlachthof. Na, kommen Sie drauf?
            Mike Hanlon ist Bauernsohn. Er wächst mit seinem Vater auf einem kleinen Bauernhof auf. Da wird Getreide gesät und dann gewartet bis es erntereif ist. Wenn aber die Vögel schneller sind und das Saatgut futtern bevor es keimt, sind die Bauern in einer peinlichen Lage, dann haben sie nichts mehr zu ernten!
            Da wir bei erstaunlich riesigen Feldern heutzutage, bei regelrechten Agrarwüsten, da es keine Feldränder und so mehr gibt (ich beobachte die Situation, da ich jetzt in einem Ingenieurbüro im bereits ländlichen Teil der Region hier arbeite und in der Mittagspause Spaziergänge mache), nur noch recht wenige Landwirte haben, verstehen wohl die wenigsten heutzutage den Zusammenhang. Gerade ansonsten sehr gebildete und belesene Leute verstehen das nicht. Also solche die groß mit Goethe, Rilke, Schiller, Heine usw. angeben können.
            Heute gibt es aber viele Vegetarier und Veganer. Ein Tier töten um es zu essen ist unheimlich geworden. Daß Mike Hanlon in der Neuverfilmung Angst vor dem Schlachthof hat, wird heutzutage verstanden. Das mit dem Vogel nicht mehr.
            (Nicht falsch verstehen: Ich habe nichts gegen Vögel, im Gegenteil, ich mag Vögel sehr gern! Weswegen ich mittlerweile auch eine echte Katzenfeindin bin)

            Es gibt Stellen in der Bibel die einem heute noch sofort kla werden, aber dafür viele andere wo wir heutzutage eine Übersetzungshilfe brauchen. Denn die alten Israeliten und die ersten Christen lebten wirklich in einer völlig anderen Welt.

            Aber leider gibt es Exemplare wo man selbst als fachfremde Person sofort erkennt daß die nicht viel in ihrem Beruf taugen, denn sie können das was in der Bibel steht, das was direkt von Jesus kommt oder wenigstens aus seinem näheren Umfeld, nicht von späteren historischen Entwicklungen wie dem päpstelichen Machtanspruch oder dem ganzen ausgeuferten Sexualkrampf trennen.
            Daß es einen sogenannten Zeitgeist nicht erst seit dem 2. Vatikanum gibt sondern auch in früheren Jahrhunderten gab, haben einige Exemplare noch immer nicht verstanden.
            Und als fachfremde Person steht man verwundert davor und fragt sich, wie man nur so dumm sein kann.

    • Wanda
      14.09.2019, 17:15 Uhr.

      Silberdistel 10.09. 23:23
      – voll zutreffend. Genau das ist passiert und geschieht immer noch: das Verwässern der einfachen, nur deshalb (zumindest einst) so erfolgreichen Lehre des Nazareners, diese widerlichen Zutaten wie die Schaffung von Pfründen, Titeln und Brimborium nach Vorbild der Hofhaltung römischer Kaiser, diese Haarspaltereien, Schaffung von unanfechtbarem Regelwerk und schlimmsten weltlichen Machtinstrumenten, sowie das Auslegungsmonopol selbsternannter Erleuchteter.
      – Will die Kirche überleben, muss sie zurück zu den Wurzeln. Das Problem: versuchen Sie mal eine Reichen zu überzeugen sich von seine Privilegien und Pfründen zu trennen.
      P.S. kann mir nicht helfen, wenn ich diese seltsam gewandeten (meist Alt-)Herren bei ihren Prozessionen sehe, kommen mir immer ägyptische Mumien in den Sinn. Die ändert man auch nicht mehr…

    • Carla Maltese
      15.09.2019, 20:18 Uhr.

      Nurnoch eine Einheitskonfession, ist das nicht viel mehr Zwang?

      Keine verschiedenen Wege zu Gott zulassen, keine unterschiedlichen Glaubenswege und liturgischen Traditionen mehr, nurnoch von oben verordnete Einheit? Das soll kein Zwang sein?

      Ich halte mehr von Franziskus‘ Plan von der versöhnten Verschiedenheit.

      • Novalis
        16.09.2019, 2:07 Uhr.

        Die EINE Christenheit hat es NIE gegeben. Dann muss man sie auch nicht künstlich herstellen. Man könnte jetzt schon die Interkommunion mit den Altkatholiken und Lutherischen zulassen. Hinsichtlich der Realpräsenz Christi unter den eucharistischen Gestalten gibt es keine kirchentrennenden Unterschiede. Und man könnte sich auch fragen, ob es überhaupt ein Bewusstsein für die Realpräsenz Christi braucht, um zur Kommunion zu gehen. Wenn es das nämlich wirklich bräuchte, wären im Mittelalter mehr als 90% der Menschen zu Unrecht zu ihrer Osterkommunion gegangen.

      • Silberdistel
        17.09.2019, 12:06 Uhr.

        Carla Maltese
        15.09., 20:18 h
        Im Gegensatz zum Koran und der Scharia läßt das Christentum aufgrund der zugrundeliegenden Schriften und gerade der Lehre des Christus, eine derart große Bandbreite an Varietäten gelebten Glaubens sowie Lebens (etwa wie die Vielfalt in der Schöpfung) zu, die man ausdrücklich als „phantasievoll“ beschreiben muß (Meiner Ansicht nach liegt dahinter sogar ein richtig gescheiter Plan, nämlich quirlenden Lebens!). Doch das 1. Gebot, unter dem auch der Christus mit ´Gott´ zusammen anzusehen ist, beschreibt nunmal den definitiven „Personenkult“, besser vielleicht „Wesenheitenkult“. Meinetwegen nennen sie diesen „Kult“ dann Totalitarismus. Dementsprechend ist der Gottesdienst zu sehen: Hier sind Gleiche unter Gleichen, die diesen Dienst und Andacht, Preis und Ehre an das Höchste verrichten wollen.
        Wenn ´Christen´ verschiedener Konfessionen allerdings untereinander noch nicht einmal das gemeinsame Gedenken an den Christus, also das hl. Abendmal / Eucharistie, hinbekommen; dann ist wenigstens mir persönlich völlig klar, das man den Christus mit seiner (eigentlich sehr einfachen, aber doch hoch komplexen) Lehre und Botschaft vom Neuen Menschen, gar nicht verstanden hat. Oder nicht willens oder fähig ist, dies in seiner Konsequenz zu leben und gehe lieber andere Wege. Denn wer noch nicht mal bereit, willens oder fähig ist gemeinsam unter Namensgleichen (Christen) und unter dem gemeinsamen ´Alleinen Gott´ sich zu versammeln – und zwar in dem Frieden in dem der Christus gekommen ist – der hegt andere Interessen oder ist ganz einfach nur zu fade!

        • Carla Maltese
          18.09.2019, 22:35 Uhr.

          Für mich persönlich gibt es allerdings moralische Grenzen mit wem ich mich zur Eucharistie aufstellen möchte.
          Z.B. nicht mit den Piussen oder denen vom Opus Dei, weil ich für die ein minderes Wesen bin, nicht den selben Wert habe wie ein Mann.
          Nicht mit Waffenhändlern, nicht mit der Führungsebene von z.B. Monsanto (ich weiß selbst daß Industrieunternehmen gezwungen sind, Gewinn zu machen, es ist nicht alles nur die Gier der Aktionäre auch wenn ich die verurteile, aber manche „Läden“ sind wirklich maßlos dreckig), nicht mit den Koch-Brüdern, überhaupt mit niemandem der politische oder finanzielle Macht ausnutzt um sich nur noch mehr die Taschen vollzuschaufeln und dabei im Prinzip gewissenlos (und straffrei) mordet.
          Nicht mit den Anhängern des „Wohlstandsevangeliums“, also denen die glauben daß der Reichtum weniger „gottgegeben“ sei und die daher das Recht hätten, andere auszubeuten.

          Unsere Pfarrerin betont bei jedem einzelnen Gottesdienst daß alle Getauften zur Eucharistie eingeladen sind, aber für mich persönlich gibt es da die genannten Grenzen.

          • Silberdistel
            19.09.2019, 10:23 Uhr.

            Carla Maltese
            18.09., 22:35 h
            Das mit beeindruckenste am Christus war und ist für mich, das Er zu den damaligen Parias der jüdischen Gesellschaft ging: Dem Zöllner, der Prostituierten, den Nicht-Juden. Mal ehrlich, das würde kein normaler Mensch tun! (Schon gar nicht wenn man „König der Juden“ werden wollte). Denn jeder braucht seine Parias, wie sie die ihrigen genannten brauchen. Hoffentlich nicht für sein eigenes Ego?
            Jedenfalls erschließen sich neue Horizonte, gerade über den Christus, wenn man den eigenen Schatten überspringt und sich mit dem vermeintlich bösen Menschen oder dem vermeintlich Bösen schlechthin, konfrontiert. Nicht selten stößt man sodann auf Unwissenheit, Unfähigkeit, Unwissen, Unleben, auf alles negativ Mögliche, nur nicht im Kern auf einen Un-Menschen. Und wie sollen jene aus ihrer Blase finden wenn sie nicht wenigstens ab und zu mal mit einer anderen Welt konfrontiert würden (Ich meine das war auch ein Anliegen des Christus, nicht zur Heilung allein der Juden, sondern der ganzen Welt).
            Sie scheinen eine gute Pfarrerin zu haben.

  • Novalis
    11.09.2019, 1:16 Uhr.

    So cool wie unser Franziskus ist noch kein Papst auf Kritiker zugegangen. Johannes Paul und vor allem Ratzinger haben Vernichtungsfeldzüge geführt, letzterer auf schäbigste und niederträchtigste Art und Weise noch nach Jahrzehnten gegen Peter Hünermann und sogar über den Tod hinaus gegen Franz Böckle.

  • Carla Maltese
    15.09.2019, 21:12 Uhr.

    Wenn wir ehrlich sind, sind die meisten Schismen in Rom selbst entsatdnden.
    D.h. immer da wo die jeweilgen Päpste und ihre vatikanischen Zuarbeiter und Mitarbeiter, also der höchste römisch-katholische Klerus reformunfähig und -unwillig waren, an ihrem Machtgehabe klebten und an Formen die zur jeweiligen Zeit schon antiquiert waren. Oder, wie 1871, sogar zu Erpressung griffen um sich ein „Dogma“ nach eigenem Geschmack absegnen zu lassen.

    Schon zu Luthers Zeiten hätte sich der Papst einfach nur mal ehrlich den Zustand seiner Kirche ansehen und daraus Konsequenzen ziehen müssen. Dann hätte es kein Schisma gebraucht.

    Kurz: Die meisten Schismen entstanden dann wenn sich der Papst von seiner Kirche entfernt hat.

    SELBSTVERSTÄNDLICH ist es immer erlaubt, einen Papst zu kritisieren.
    Ich wüsste nicht daß es der (römisch-katholischen) Kirche jemals gutgetan hätte, wenn der Papst vergöttlich, bzw. vergötzt wurde und alle berechtigte Kritik versucht wurde zu unterdrücken.

    Aber bei Franziskus ist manches unfair und versetzt mich Altkatholikin in die für mich durchaus unschöne Situation, ausgerechnet einen Papst hier des öfteren zu verteidigen. Was mir ehrlich gesagt nicht wirklich gefällt.

    Zum einen dann wenn man ihn überfordert indem man das Papstamt eben doch vergötzt und meint daß Franziskus mit göttlicher Gewalt gleich alle Wünsche erfüllen muss.
    Er kann es nicht. Er ist nunmal nicht Gott.
    Und bevor man mit Behautungen um sich schmeißt von wegen er hätte „nichts getan“ sollte man sich fragen, was man sich von den Zeichen der Veränderung die aktuell gerade am Laufen sind, siehe synodaler Weg, schon 2012 hätte vorstellen können.

    Zum anderen wenn man den Reformkurs generell abwürgen will und dabei erkennen lässt daß man selbst mit der breiten Mehrheit der römisch-katholischen Kirche nicht mehr viel zu tun hat, also wenn man sich nicht nur gegen den Papst wendet sondern vor allem auch gegen die Mehrheit der einfachen Gläubigen die sich dringende Reformen wünschen.
    Wenn man ihn also als „Häretiker“ beschimpft weil er zB wiederverheirateten Geschiedenen gegenüber nicht gnadenlos ist , dann trifft man nicht einfach nur den Papst. Man trifft eben auch diese Mitchristen.

    Immerhin gefällt mir sehr, daß Franziskus als Nichteuropäer auch die altkatholische Kirche kennt. Von einem Argentinier würde ich das eigentlich nicht erwarten.

    • Novalis
      16.09.2019, 1:51 Uhr.

      „Oder, wie 1871, sogar zu Erpressung griffen um sich ein „Dogma“ nach eigenem Geschmack absegnen zu lassen.“

      Mit einem Augenzwinkern eine kleine Verbesserung – 1870. Die Altkatholiken sollten das doch genauso wie die Römer wissen 😉

      „SELBSTVERSTÄNDLICH ist es immer erlaubt, einen Papst zu kritisieren.
      Ich wüsste nicht daß es der (römisch-katholischen) Kirche jemals gutgetan hätte, wenn der Papst vergöttlich, bzw. vergötzt wurde und alle berechtigte Kritik versucht wurde zu unterdrücken.“

      Man braucht nur einmal den Stil von Benedikt XVI. anschauen und merkt, wie sehr er von seinen Eleven vergötzt wurde und auch selber diese Vergötzung genossen hat. Dieser Karneval ist gottlob vorbei. Unter Benedikt war Kritik an ihm ja auch ein Tabu. Nicht einmal hinter vorgehaltener Hand durfte man den Kopf schütteln, dass er die Exkommunikation von Antisemiten aufhob.

      „Aber bei Franziskus ist manches unfair und versetzt mich Altkatholikin in die für mich durchaus unschöne Situation, ausgerechnet einen Papst hier des öfteren zu verteidigen. Was mir ehrlich gesagt nicht wirklich gefällt.“

      Ich finde Ihr Plädyoer für die WAHRHEIT daher umso beeindruckender. Es hat ja auch schon Forumsteilnehmer gegeben, die auf lügnerische Art und Weise z.B. Kardinal Kasper Rassismus andichten wollten. Gottlob hat hier Herr Erbacher sofort entschieden und mit vollem Recht reagiert.

      „Immerhin gefällt mir sehr, daß Franziskus als Nichteuropäer auch die altkatholische Kirche kennt. Von einem Argentinier würde ich das eigentlich nicht erwarten.“
      Das ist ein Vorurteil. Ich bin sogar sehr froh, dass unser Franz (von dem ja auch die Altkatholik*innen nicht abstreiten, dass er einen Ehrenvorsitz in der Weltkirche hat) die Auseinandersetzungen zwischen der altkatholischen Kirche und den katholischen Kirchen für INNERkatholisch hält. Es geht also nicht um Ökumene. Und die entsprechenden Lehrdokumente sagen auch ausdrücklich, dass die Lehrunterschiede keine Häresien darstellen (interessant, was das an Selbstrelativierung der unpräzise so genannten Unfehlbarkeit des Papstes mit sich bringt).
      Ich denke, wir wissen beide: Das rechte Drohen mit Schisma ist ein verzweifelter Versuch, der kurzfristige Erfölgchen zeitigen kann – aber keinen Erfolg haben wird. Ouellet, Woelki, Voderholzer kämpfen gegen Gott. Gegen ihn kann man nicht gewinnen.

      • Carla Maltese
        18.09.2019, 22:17 Uhr.

        Es heißt ja immer wieder daß Franziskus und Benedikt sich super verstehen würden. Haben diverse Leute geschrieben.
        Ehrlich gesagt kann ich das beim besten Willen nicht glauben. Ein Herz und eine Seele sind die nicht. Zu groß sind die Unterschiede im Kirchenbild zwischen dem sich abschottenden von Benedikt mit seiner „Entweltlichung“ die er vielleicht mal genauer erklären sollte was er damit gemeint hat und seiner „Diktatur des Relativismus“ und dem von Franziskus, das wir ja jetzt auch seit Jahren mitbekommen.
        Neeee, es passt einfach nicht zusammen, die beiden…

        Aber gut, die Legende des friedlichen Miteinanders mag bestehen bleiben, Franziskus hat es nicht nötig und kann es sich nicht leisten, sich in Rache und Feindschaft mit seinem Vorgänger zu verstricken. Kostet zuviel Zeit und Energie.

  • Wanda
    15.09.2019, 23:34 Uhr.

    Carla Maltese 15. 98 21:12
    – Sie sollten als Altkatholikin vielleicht mal seine Äusserung etwas genauer unter die Lupe nehmen. Damit sagt er nämlich ganz deutlich und unmissverständlich, was er wirklich von jenen Konfessionen hält, durch die „eine Ideologie in die Lehre eingedrungen sei“…
    …“der Weg des Schismas ist nicht christlich und immer (als Ideologie) ein elitäres Abspalten von der Lehre“…
    Nun, damit besteht er wie seine Vorgänger Ratzinger und Wojtyla auf den Anspruch, einzig die röm.-kath. Kirche sei Vertreterin der wahren Lehre.
    Kann Ihnen doch nicht entgangen sein ?

    • Carla Maltese
      18.09.2019, 21:59 Uhr.

      Ich wüsste nicht, daß er jemals Vertreter einer anderen Konfession als „Abtrünnige“ behandelt hätte. Die Umarmung der evangelischen Bischöfin von Lund z.B. hätte nicht herzlicher sein können.

      Gut, in Sachen gemeinsames Abendmahl z.B. hätte es größere Fortschritte geben können. Die konfessionsverschiedenen Ehepaare warten schon sehr ungeduldig. Aber wenn man überlegt was er alles soll kann man froh sein, daß ein komplett überlasteter 82jähriger überhaupt noch Dinge auf die Reihe kriegt.
      Und hier sind wir wieder bei meiner Warnung davor, das Papstamt zu vegötzen und von Franziskus gottartige Fähigkeiten zu verlangen. Am Ende kann man nur enttäuscht sein…

      • Silberdistel
        19.09.2019, 21:55 Uhr.

        Carla Maltese
        18.09., 21:59 h
        Es ist bezeichnend, das Papst Franziskus keinesfalls mehr den Zenit derjenigen historischen Entwicklung der rk-Kirche darstellt, die in früheren Zeiten „andersgläubige“ Christen noch auf´s Schafott führen konnte, im worst case. Sondern man sich heutzutage im Vatikan einer gemeinsamen Ursprungsquelle erinnert, in einer Diaspora allgemeiner spiritueller Orientierungslosigkeit. Das Kommen des Christus ist eben stärkerer Tobak, als regionalpolitische Einschränkung, sogar von Päpsten.

Kommentare geschlossen

Dieser Beitrag kann nicht länger kommentiert werden.