Papst verschärft Kampf gegen Missbrauch

In der katholischen Kirche gibt es künftig eine Anzeigepflicht im Falle von Missbrauch oder dem Verdacht von Missbrauch, Vertuschung oder Verschleppung von Verfahren. Das geht aus einem Dekret hervor, dass der Vatikan heute veröffentlicht hat. Es regelt auch das Vorgehen gegen Kirchenhierarchen, wenn diese Fälle nicht konsequent aufgearbeitet und verfolgt haben. Mit dem Papier setzt Franziskus erstmals weltweite Standards im Umgang mit Missbrauchsfällen. Dabei greift er Ergebnisse des Missbrauchsgipfels Ende Februar im Vatikan auf; aber auch Vorschläge aus den Ortskirchen. Denn der Umgang mit den Hierarchen erinnert sehr an ein Modell, dass die US-Bischöfe im vergangenen Jahr entwickelt hatten, bei der Umsetzung dann aber vom Vatikan gebremst worden waren.

Am Morgen traf sich Papst Franziskus im Vatikan mit rund 500 Sinti und Roma. Dabei verurteilte er Übergriffe und Hetzen gegen Angehörige dieser Volksgruppen scharf. (Quelle: VaticanMedia/reuters)

Dem Dekret müssen Taten folgen

Die Regelungen, die der Vatikan nun veröffentlicht hat, sind längst überfällig. Besser wäre es gewesen, sie am Ende des Missbrauchsgipfels Ende Februar vorzulegen. Damit hätte man verhindern können, dass in der Öffentlichkeit das historische Treffen der Vorsitzenden der Bischofskonferenzen aus der ganzen Welt als Flop wahrgenommen wird. Doch die vatikanischen Mühlen haben wieder einmal zu langsam gemahlen. Jetzt liegt das Papier vor und wird vom vatikanischen Chefermittler und maltesischen Erzbischof Charles Scicluna als „epochal“ bezeichnet.

Ob es wirklich historisch wird, muss aber erst die Zukunft zeigen. Denn Papier ist geduldig, die Betroffenen und die Öffentlichkeit aber nicht. Schon einmal wurde ein päpstliches Dekret im Kampf gegen Missbrauch als großer Durchbruch gefeiert und blieb dann weitestgehend folgenlos. Das Motu proprio „Come una madre amorevole“ vom Juni 2016 sollte die Absetzung von Hierarchen im Falle von Vertuschung, Verschleppung oder einer nicht angemessenen Bearbeitung von Missbrauchsfällen regeln. Doch ob es wirklich angewendet wurde, ist nicht bekannt. Transparente Verfahren gibt es bisher nicht.

Künftig innerkirchliche Anzeigepflicht

In einem gewissen Sinn wirkt das neue Dekret wie die längst überfälligen Verfahrensregeln zu dem Papier von 2016. Doch es ist mehr. Oder besser: Es kann mehr werden, wenn es in der Praxis angewendet wird. Neu ist auf jeden Fall die innerkirchliche Anzeigepflicht. Ausdrücklich wird erwähnt, dass niemand einen Nachteil für eine Anzeige erfahren darf und dass er nicht zum Schweigen verpflichtet werden darf. In einem gewissen Sinn wird damit auch das Päpstliche Geheimnis außer Kraft gesetzt, dass bisher bei den Verfahren gegriffen hat. Unangetastet bleibt das Beichtgeheimnis; es gilt weiter die Unschuldsvermutung bis zum Erweis der Tat und der Schutz der Privatsphäre sowie die Vertraulichkeit der persönlichen Daten.

Was die Zusammenarbeit mit den staatlichen Behörden anbetrifft, fordert der Vatikan nicht weltweit eine Anzeigepflicht, sondern die Einhaltung der jeweils nationalen zivilrechtlichen Regelungen. Das ist klug, denn nicht überall gibt es rechtsstaatliche Standards. In Deutschland gibt es im zivilen Recht keine Anzeigepflicht. Die Leitlinien der Deutschen Bischofskonferenz sehen diese aber trotzdem vor. Eine Pflicht gibt es künftig innerkirchlich zur Anhörung von Betroffenen sowie deren Begleitung – spirituell, medizinisch, therapeutisch oder psychologisch.

Anlaufstellen in allen Ländern

Bei Hierarchen kommt künftig dem zuständigen Metropoliten eine besondere Verantwortung zu. Er muss den Vatikan informieren und leitet die Untersuchungen. Innerhalb von 30 Tagen nach Erhalt der Erstmeldung muss die zuständige vatikanische Behörde entscheiden, wie in dem Fall verfahren wird. Innerhalb von 90 Tagen müssen die Untersuchungen dann abgeschlossen sein. Auch wird festgelegt, dass das Opfer unmittelbar über den Ausgang der Untersuchung zu unterrichten ist. Das bedeutet, dass das Opfer künftig wesentlich schneller eine Rückmeldung bekommt als bisher. Zwar ist dann noch nicht das Urteil durch das zuständige vatikanische Dikasterium gesprochen, aber der Betroffene kennt zumindest den Ausgang der Untersuchungen.

Das Papier fordert die Einrichtung einer Anlaufstelle für Betroffene. Hier wird nicht eigens gesagt, dass es sich dabei um unabhängige Anlaufstellen handeln muss. Das dürfte bei Betroffenen auf Kritik stoßen, dass diese Unabhängigkeit nicht extra gefordert wird. Bis Sommer 2020 muss es in allen Ländern solche Anlaufstellen geben.

Umfassender Blick auf Missbrauch

Damit keine Missverständnisse aufkommen: die Zusammenarbeit mit den staatlichen Stellen in Missbrauchsfällen läuft nach den jeweiligen nationalen Regelungen. Es geht bei dem neuen Dekret nicht darum, Beschuldigte einer staatlichen Justiz zu entziehen. Sondern es geht um die internen kirchlichen Rechtsverfahren. Die kann es übrigens auch dann noch geben, wenn staatliche Behörden aufgrund von Verjährung ihre Ermittlungen einstellen. Die Verjährungsfrist innerkirchlich wurde vor einigen Jahren im Zuge der Aufarbeitung des Missbrauchsskandals auf 20 Jahre erhöht. Diese Grenze kann von der Glaubenskongregation aufgehoben werden. Dem Vernehmen wird von dieser „Dispensmöglichkeit“ reger Gebrauch gemacht.

Das neue Dekret beschränkt sich nicht auf den Missbrauch von Minderjährigen, sondern hat jede Form sexuellen Missbrauchs im Blick. Dazu gehört dann auch der Missbrauch von Ordensfrauen oder Seminaristen sowie jeglicher Kontakt, Herstellung oder Verbreitung von kinderpornografischem Material. Das Papier hat damit einen weiten Fokus. Zusammen mit der Anzeigepflicht werden daher in den nächsten Jahren noch eine Vielzahl von Fällen ans Tageslicht kommen. Doch der Papst weiß, nur dieser Weg ist der einzig richtige.

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Jürgen Erbacher

Seit Juli 2018 leite ich die ZDF-Redaktion "Kirche und Leben katholisch", für die ich seit 2005 über die Themen Papst, Vatikan, Theologie und katholische Kirche berichte. Dafür pendle ich regelmäßig zwischen Mainz und Rom - meiner zweiten Heimat. Dort habe ich vor meiner ZDF-Zeit mehrere Jahre gelebt und für Radio Vatikan gearbeitet. Studiert habe ich Politikwissenschaft und Katholische Theologie in Freiburg i.Br. und Rom.

50 Kommentare

  • Martin Zürich
    09.05.2019, 17:31 Uhr.

    „Es regelt auch das Vorgehen gegen Kirchenhierarchen, wenn diese Fälle nicht konsequent aufgearbeitet und verfolgt haben.“ Wo steht es im Dokument? Habe es nirgends gefunden.

    • Jürgen Erbacher
      Jürgen Erbacher
      10.05.2019, 12:13 Uhr.

      In Art. 6 steht ausdrücklich, dass diese Verfahrensfragen für Kardinäle, Patriarchen, Bischöfe etc. gelten. In Art. 1 steht, dass es auch um Verschleppen und Vertuschen von Missbrauch geht.

      • Martin Zürich
        10.05.2019, 21:52 Uhr.

        Im Artikel 6 sind nur die Subjekte genannt, bei denen es Anwendung findet. Es wird dennoch nicht die Fälle und das Vorgehen, wenn diese sich nicht dran halten. Das ist ein schwerwiegender Fehler. Wenn diese Personen nicht handeln, sind keine Strafen gegen sie vorgesehen…

  • Novalis
    09.05.2019, 18:02 Uhr.

    „Was die Zusammenarbeit mit den staatlichen Behörden anbetrifft, fordert der Vatikan nicht weltweit eine Anzeigepflicht, sondern die Einhaltung der jeweils nationalen zivilrechtlichen Regelungen.“
    Das ist auch deswegen klug, weil es nicht weltweit eine Rechtstaatlichkeit wie bei uns in der Bundesrepublik gibt.

    „Sondern es geht um die internen kirchlichen Rechtsverfahren. Die kann es übrigens auch dann noch geben, wenn staatliche Behörden aufgrund von Verjährung ihre Ermittlungen einstellen. Die Verjährungsfrist innerkirchlich wurde vor einigen Jahren im Zuge der Aufarbeitung des Missbrauchsskandals auf 20 Jahre erhöht. Diese Grenze kann von der Glaubenskongregation aufgehoben werden. Dem Vernehmen wird von dieser „Dispensmöglichkeit“ reger Gebrauch gemacht.

    Das neue Dekret beschränkt sich nicht auf den Missbrauch von Minderjährigen, sondern hat jede Form sexuellen Missbrauchs im Blick. Dazu gehört dann auch der Missbrauch von Ordensfrauen oder Seminaristen sowie jeglicher Kontakt, Herstellung oder Verbreitung von kinderpornografischem Material. Das Papier hat damit einen weiten Fokus. Zusammen mit der Anzeigepflicht werden daher in den nächsten Jahren noch eine Vielzahl von Fällen ans Tageslicht kommen. Doch der Papst weiß, nur dieser Weg ist der einzig richtige.“

    Ob die Neuregelung ein Rohrkrepierer wird oder nicht, wird sich auch daran bemessen, wie der Papst mit den Vertuschungsaktionen von Kardinal Ratzinger und dem tätschelnden Kardinal Müller umgeht.

  • Carla Maltese
    10.05.2019, 6:23 Uhr.

    Ja, das hört sich schon mal gut an!

    Es hängt natürlich jetzt davon ab, wie konsequent das umgesetzt wird.

    Als kleinen Hinweis zur Ursachenforschung, warum in der römisch-katholischen Kirche überdurchschnittlich viel Missbrauch geschehen ist (wobei ich nach wie vor der Meinung bin, dass man den Missbrauch dort auch keinesfalls als Ausrede verwenden darf, andere Bereiche sexuellen Missbrauches wie z. B. Sextourismus zu verharmlosen), möchte ich sagen dass die Abschaffung des Zölibats gleich eine der ersten Maßnahmen war, die mit Gründung der altkatholischen Kirche durchgesetzt wurden. Den Leuten hätte es technisch gesehen ja egal sein können, schließlich betraf es sie nicht selber, aber anscheinend hatten sie schon damals das Empfinden, dass mit diesem Priesterstand etwas nicht stimmt.

    SEHR gefallen tut mir übrigens, dass sich das Dekret auf alle Arten von sexuellem Missbrauch bezieht. D. H. Franziskus ist sich auch der Würde einer ERWACHSENEN FRAU bewusst. Sind wir ehrlich: Ich kann hier jemanden nennen der sich davon eine große Scheibe abschneiden kann, nach dem was ich hier zuletzt erlebt habe als ich in die Pause ging.

    Und zwar gerade derjenige der mich als Verharmloserin und Relativiererin dargestellt hat, als ich darauf hingewiesen hatte, dass es das Problem gibt, dass es nicht überall auf der Welt eine derart effiziente und zuverlässige staatliche Justiz gibt.
    Wenn ein Land schon durch Kinderprostitution bekannt ist, und die gibt es leider, habe ich auch nicht viel Vertrauen in die staatliche Justiz.

    Sexueller Missbrauch ist IMMER ein schlimmes Verbrechen. Egal ob der Täter Priester ist oder nicht, und egal ob das Opfer ein kleiner Junge ist oder eine junge erwachsene Frau.

    In letzter Zeit ist allerdings zu lesen, dass es leider auch in der evangelischen Kirche vertuschte Missbrauchsfaelle geben soll und auch da noch ein großer Aufklärungsbedarf ist.

    • Novalis
      11.05.2019, 2:13 Uhr.

      „In letzter Zeit ist allerdings zu lesen, dass es leider auch in der evangelischen Kirche vertuschte Missbrauchsfaelle geben soll und auch da noch ein großer Aufklärungsbedarf ist.“
      Ja, natürlich gibt es dort Missbrauch. Den wird es auch bei den Altkatholiken geben, obwohl bei beiden zumindest das geladene Gewehr des Zölibats nicht frei in den Händen von fahrlässig hantierenden Ehelosen ist. Denn auch bei den Protestanten und bei den Altkatholiken gibt es Machtungleichgewichte. Es wird auch weiterhin Missbrauch geben – das ist ja der Selbstbetrug von den bayerischen Bischöfen Voderholzer und Co., dass ein stramm reaktionärer Kurs in Moral und ein paar Präventionsmaßnahmen alles wieder in Ordnung bringen würden. Man kann das Ausmaß eindämmen, indem man endlich ungeeignete (weil in ihrer sexuell-geistigen Entwicklung in der Pubertät stehen gebliebene) Priesterkandidaten nicht weiht (gerade Eichstätt unter Mixa und Regensburg unter Müller haben ja alles geweiht, was nicht bei drei auf den Bäumen war), hetero- und homosexuelle Priester heiraten lässt (manche Sorgen sind bei gutem Sex mit dem Partner/der Partnerin wie hinweggeblasen), die unbiblische Ungleichbehandlung von Männern und Frauen aufgibt und schlicht das Amt des Priesters entzaubert. Eine Weihe ist kein magischer Akt, aufgrund dessen ein Priester den lieben Heiland in die Hostie zaubert (so formuliert das B16 im Anschluss an den Pfarrer von Ars), sondern eine Indienstnahme eines Menschen für den Dienst am Volk Gottes.

      • Carla Maltese
        12.05.2019, 21:13 Uhr.

        Ich schwöre Ihnen Eide, daß ich noch nie, auch nicht gerüchteweise, von irgendeinem Vorfall in der altkatholischen Kirche gehört habe.
        Auf einen unserer Priester bin ich gerade aus einem anderen Grund sauer, aber irgendwas sexuelles hat der nicht verbrochen.

        • Novalis
          14.05.2019, 10:37 Uhr.

          Das glaube ich Ihnen und dennoch wird es ihn geben. Das ist unvermeidlich, weil es auch in der altkatholischen Kirche Machtungleichgewichte gibt (wenn auch nicht so große wie bei den Römern).

      • bernardo
        15.05.2019, 13:39 Uhr.

        „Eine Weihe ist kein magischer Akt, aufgrund dessen ein Priester den lieben Heiland in die Hostie zaubert (so formuliert das B16 im Anschluss an den Pfarrer von Ars),…“

        Aha, jetzt weiß ich endlich, dass alles nur Trug und Lug ist, dass die Oblate einfach eine Oblate bleibt und nicht zum Leib Christi wird. Erzählen Sie mir bitte mehr von ihren „katholischen“ Vorstellungen.

        • Alberto Knox
          17.05.2019, 14:30 Uhr.

          ah, bernardo glaubt also, dass das aussprechen der wandlungsworte ein magischer akt ist. interessant. bestimmt nicht katholisch.

        • Novalis
          17.05.2019, 16:20 Uhr.

          Selbstverständlich bleiben in der Eucharistie die Akzidentien von Brot und Wein erhalten. Man sollte nicht so willkürlich und absichtlich missverstehen WOLLEN, wo man gar nicht missverstehen kann. Und natürlich ist die potestas circa corpus Christi verum keine Magie.

        • Carla Maltese
          17.05.2019, 20:36 Uhr.

          Ich denke nicht dass Novalis leugnen will dass Jesus real in der Eucharistie anwesend ist.
          Es geht wohl nur um die etwas voodoohafte Vorstellung dass der Priester ihn hineinzaubert.

          Die altkatholische Kirche lehnt ja auch die Transsubstantationslehre ab, aber behauptet auch nicht, dass das nur irgendeine Oblaten wäre. Also Jesus ist wirklich da! Nur ist das ein Geheimnis das wir Menschen nicht festnageln können.

          @Novalis:
          Welcher Pfarrer von Ars??

  • Carla Maltese
    10.05.2019, 6:40 Uhr.

    Schön ist übrigens auch das Bild da, also dass Franziskus sich mit einer großen Delegation von Sinti und Roma getroffen hat.
    Ich wünsche diesem so sehr ausgegrenzten Volk dass jede in Europa vorkommende Art von Verachtung und Verfolgung durchgemacht hat und noch immer durchmacht, Frieden, Würde und Selbstachtung.
    Dass sie nirgendwo mehr ihre Identität verschleiern müssen um Arbeit und Wohnung zu bekommen und ihnen auch sonst keine Rechte mehr grundlos verweigert werden.
    Dass sie nicht mehr auf die Bettlerschiene gezwungen werden, also dass auch junge Roma in Osteuropa alles werden können was ein sonstiger EU-Buerger werden kann.

    • Novalis
      10.05.2019, 17:37 Uhr.

      Schön ist nicht nur das Bild, sondern die Tatsache. Es wird gern vergessen, wie diskriminiert Roma und Sinti heute noch sind.

    • Wanda
      10.05.2019, 19:01 Uhr.

      Carla Maltese 10.05. 06:40
      – Zu den Sinti und Roma gibt es einen interessanten BBC-Bericht, über eine Gruppe agressiv bettelnder Frauen, die sich in London beim „Schichtwechsel“ die gleichen mitleid-fördernden Kleinkinder übergaben. Die weitere Recherche führte dann zu einem Clan nach Rumänien, mit seinen Villen, Luxusautos etc. Das BBC-Team wurde bei den Aufnahmen natürlich heftig attackiert, als es die selben Frauen dort modern gekleidet vorfand und identifizierte. Die waren halt nur auf Urlaub.
      – Meine eigene Erfahrung in Bayern auf dem Dorf: grundsätzlich gingen die durchreisenden Teppichhändler nicht tagsüber sondern nur morgens, wenn die Bauern bei der Feldarbeit waren, direkt zur Hoftür (nicht etwa an die Haustür) und versuchten den überraschten Frauen agressiv ihre minderwertige Ware anzudrehen, bis dann schliesslich irgendein Kind die Bauern vom Feld holte, um die Herrschaften loszuwerden. Trotz offizieller Beschwerden „unbefugtes Eindringen“ hielt sich die Polizei zurück. Verständlich: ein heisses Eisen…
      – Möchte wetten, Sie haben angenehmere Erfahrungen gemacht, oder ? Ansonsten empfehle ich Ihnen mit offenen Augen durch unsere Innenstädte zu gehen. Dort treffen Sie sicherlich einige „Ausnahmen“. . .

      • Novalis
        11.05.2019, 12:44 Uhr.

        „über eine Gruppe“ – „meine Erfahrung“. So und nicht anders sammeln sich viele braune Tropfen, die schon einmal zur schmutzigen Flut angewachsen sechs Millionen Juden, eine Million Polen, 600000 Serben, Roma und Sinti, Kommunisten, Sozialdemokraten, Homosexuelle und viele andere mehr in den Tod gespült haben. Schade, das Kardinal Marx NICHT gesagt, dass AfD-Wähler in der Hölle landen. Und ich bedauere, dass es keine ewige Hölle gibt; denn da, […]*

        *Der Beitrag wurde wegen des Verstoßes gegen die Netiquette editiert.

        • Wanda
          17.05.2019, 16:20 Uhr.

          Erstaunlich, Herr Erbacher, dass meine Antworten bzw. Reaktionen zum wiederholten Male zensiert bzw. ignoriert werden, obwohl sie die Netiquette beachten, während einigen Selbstdarstellern ohne weiteres unflätige Wortwahl und mehr erlaubt wird.
          Das ist der Redaktion natürlich freigestellt. Nur ist für mich damit die Grundlage zu einer Diskussion, die durchaus kontrovers geführt werden kann, nicht mehr gegeben.
          Habe hier von einigen Teilnehmern trotz gegenteiliger Ansichten manches gelernt und profitiert. Dafür bedanke ich mich. . .

          • Jürgen Erbacher
            Jürgen Erbacher
            20.05.2019, 9:45 Uhr.

            Die Kommentare werden dann nicht freigeschaltet, wenn sie gegen die Netiquette verstoßen. Das ist bei vielen Schreibern leider immer wieder der Fall. Wenn die Kommentare nur aus einem Satz bestehen, wird dann der gesamte Post nicht freigeschaltet.

      • Carla Maltese
        12.05.2019, 19:08 Uhr.

        Mir fällt da ein ausgezeichnetes Mittel ein um gewisse nervende und auch schlechte Verhaltensweisen abzustellen:
        Man gebe den Leuten anständige Arbeit, genau wie anderen EU-Bürgern! Und Selbstachtung!

        Jeder Mensch hat lieber selbst verdientes Geld statt betteln zu gehen. Okay, die meisten Menschen. Aber Roma und Sinti müssen dafür entweder ihre Identität verleugnen oder sie kriegen gleich schon als Kinder von der Gesellschaft eingetrichtert: Du bist nix, du taugst nix, du kannst nix. Manche Länder verweigern denen sogar alle Papiere, die sie als deren Staatsbürger ausweisen. Also Geburtsurkunde und Ausweis.
        Und wenn man dann nichts mehr hat, keine Chancen, keine Selbstachtung, dann bleibt nurnoch sowas.

        • Alberto Knox
          17.05.2019, 14:34 Uhr.

          exakt so isses!

  • Wanda
    10.05.2019, 18:28 Uhr.

    Diesbezügliche Nachricht zum Thema heute vom ZK der deutschen Katholiken „Stimmung der Gläubigen auf dem Tiefpunkt“. Die einzelnen Punkte, angeführten Gründe (ua. der Missbrauch) und Ideen dazu mag jeder selbst recherchieren.
    Die Studie einige Tage zuvor, dass sich die Zahl der Kirchenmitglieder beider Konfessionen in DEU bis 2060 wahrscheinlich halbieren wird, passt dazu wie die Faust auf’s Auge.
    Die bemerkenswerte Reaktion des Vatikan: eine Anzeigepflicht, die anscheinend genauso schwammig formuliert ist wie die bisher geworfenen Nebelkerzen, dafür aber schon mal kirchenintern als epochal gefeiert wird (es lobt uns ja sonst niemand).
    Ob es wirklich neutrale bzw. unabhängige Anlaufstellen geben wird, ist überhaupt nicht klar und zweifelhaft. Man bleibt wohl wie bisher (siehe Prof. Pfeiffer) lieber unter sich. Nach den bisher einschlägig miesen Erfahrungen der Opfer dürfte fraglich bleiben, dass Letztere diese geplanten Stellen akzeptieren. Illusorisch: es wurde zuviel Vertrauen schon im Ansatz zerstört und die letzten Päpste haben da aktiv mitgewirkt. Diese Herrschaften gehören mit auf die Anklagebank und nicht heilig gesprochen. . .

    • Carla Maltese
      10.05.2019, 22:55 Uhr.

      Siehe oben.

      Und im übrigen meine ich, dass die Frage ob die Anzeigepflicht „schwammig“ formuliert ist, diejenigen beantworten sollen die den Text ganz gelesen haben.

      • Novalis
        11.05.2019, 12:45 Uhr.

        Ein geglücktes Leseverständnis, liebe CM, ist halt nicht jedem gegeben, v.a. dann nicht, wenn man durch das Gelesene die eigenen Vorurteile gar nicht in Frage stellen lassen will.

  • Silberdistel
    10.05.2019, 19:22 Uhr.

    19.04.2019. „Der hannoversche Kriminologe Prof. Christian Pfeiffer erhebt in der „Zeit“ schwere Vorwürfe gegen den Präsidenten der Bischofskonferenz, Kardinal Marx und dessen Missbrauchsbeauftragten, den Trierer Bischof Stephan Ackermann.
    Ackermann habe mit einem Schweigegeld von 120.000 Euro und persönlichen Drohungen: „…dann sei ich (Pfeiffer) ein Feind der katholischen Kirche – und das wünsche er niemandem“ Zitatende, gegen Pfeiffer und dessen Kriminologisches Institut (KFN) verhindern wollen, dass Hintergründe einer Studie über sexuellen Missbrauch in der Katholischen Kirche öffentlich werden.

    Aha, dann sollte das dekret für diesen Vorgang aktiver versuchter Vertuschung, etwa zu spät gekommen sein?

    • Novalis
      11.05.2019, 12:47 Uhr.

      Wenn die Darstellung von Professor Pfeiffer zutrifft, dann ist das nicht nur Vertuschung, sondern Nötigung und Bischof Ackermann müsste zurücktreten.

    • Wanda
      12.05.2019, 17:35 Uhr.

      Die weibliche Redaktion des Vatikan Frauenmagazins „Donne chiesa mondo“ ist geschlossen zurückgetreten, weil sie sich unter direkter Kontrolle von Männern sieht. Bleibt die Frage: trotz oder wegen Franziskus ?
      Das Magazin hatte zuvor über den Missbrauch von Nonnen berichtet. . .
      P.S. habe ich das in diesem Blog übersehen oder langte das nicht zum Thema ?

      • Silvia
        14.05.2019, 10:42 Uhr.

        Wanda
        12.05.2019, 17:35 Uhr.

        das musste später korrigiert werden, es war offensichtlich eine Falschmeldung der leitenden Redakteurin.

        Diese ist zurückgetreten und mit ihr, so weit ich das mitgekriegt habe, ein Teil ihrer Mitarbeiterinnen, ein anderer Teil ist geblieben.

  • Wanda
    12.05.2019, 18:30 Uhr.

    Offenbar keine Franziskus-Fans: Maria 2.0 – kath. Frauen im Kirchenstreik…
    Passt !

  • Wanda
    13.05.2019, 18:02 Uhr.

    Alan Posener von der WELT berichtet über einen Film von Christoph Röhl zur Missbrauchsproblematik der röm.-kath. Kirche unter dem Titel Titel „Verteidiger des Glaubens“. Im Zentrum stehen die Personen Ratzinger (quasi ein Dokumentation) und Marcial Maciel, Letzterer als Vertrauter „mehrerer“ Päpste. Hochinteressant. . .

    • Novalis
      17.05.2019, 16:27 Uhr.

      Alan Posener ist zwar ein großer Polemiker vor dem Herrn, aber seine Analyse des Pontifikats von B16 ist erstaunlich gut recherchiert. Ratzinger ist und war ein Relativierer, der sich im Prinzip selbst dementiert – und gottlob gescheitert ist!
      Poseners Ausführungen werden deswegen von Reaktionären besonders gern angegiftet, weil diese wissen, dass jene so schmerzhaft zutreffen. Ratzinger ist ein Mensch, der zu Kleingeistigkeit, Nachtragendheit und Niedertracht neigt. Seine ungeheuerliche Missbrauchsverharmlosung hat das nochmals schonungslos offengelegt. Im Grunde hätte da m.E. nur eine grundlegende Therapie der geistigen Schäden, die seine tabuisierte und unterdrückte Homosexualität ausgelöst hat geholfen. Das zeigt einmal mehr, dass manche Sorgen wie hinweggeblasen sind, wenn man Priestern nur legitimerweise Sex zugestehen würde und dessen Auslebung nicht unterdrückte.

    • Carla Maltese
      18.05.2019, 8:33 Uhr.

      Ich habe über den Film woanderst gelesen.
      Und einen Satz nehme ich dem Röhl definitiv ÜBEL!!!

      „Ich habe schnell gemerkt, dass man anhand seiner Person, seiner Ansichten, seiner Gesten zeigen kann, wie diese Kirche denkt“,“
      Ohja. Genau das was ich „mag“. Klerikalistische Atheisten.

      „Die Kirche“ denkt so. Aha.

      Das ist genau das wo ich kotzen könnte.
      „Die Kirche“.

      Lassen wir mal beiseite daß ich inzwischen glücklich altkatholisch bin, in war über 30 Jahre römisch-katholisch:
      Wir sind also alle total gehirngewaschene Papstzombies. Ahja. Wir denken alle genauso wie der Papst. Wir sind alle Klone vom Papst. Soso.
      „Die Kirche“ besteht nur aus dem Papst und ein paar braven Handlan gern und ein bischen zahlendem Publikum, hat also etwa so viele Mitglieder wie ein Karnickelzüchterverein.

      Leute die keine Ahnung von garnix haben aber einem die Welt erklären wollen…

      Mal ehrlich: An vielen Orten streiken gerade Frauen die sich in der Kirche engagieren. Und diese Frauen sind genauso die Kirche wie der Papst! Sie sind nicht weniger Kirche als der Papst und sie haben alle ihren eigenen Lebenslauf, ihre eigenen Meinungen, ihren eigenen Glauben!
      Meine alte Relilehrerin an die ich in letzter Zeit viel denken muss war für mich eh immer realer als der komische Papst da in Rom! Der hat mir mit seinem seltsamen Gehabe nie etwas gesagt, und es ging bei weitem nicht nur mir so!
      Unsere Firmkatechetinnen waren ganz sicher keine Papstzombies, aber verdammt glaubensstarke Frauen!!
      Und morgen finde ich die Kirche, allerdings eine andere Franktion, nicht mehr römisch-katholisch, in der ***kirche in **** Innenstadt! Gottesdienst und Kirchencafe!

      „Die Kirche denkt/die Kirche sagt“: Das ist genau das wo ich ausrasten möchte, ehrlich!
      NEIN, auch die römisch-katholische Kirche ist NICHT nur der Papst, verdammt!!

  • Carla Maltese
    13.05.2019, 19:41 Uhr.

    Zum Thema zurück:

    Ideal wären natürlich vatikanunabhängige Kirchengerichte die möglichst nicht nur aus Klerikern bestehen, sondern mehr aus gelernten Juristen und Kripobeamten. Also komplett unabhängig sind und niemandem hörig, nur Gott und ihrem Gewissen. Und die sich auch in den jeweiligen Ländern auskennen, also ob man mit der staatlichen Justiz zusammenarbeiten kann oder es lieber bleiben lässt, weil korrupt oder einem Diktator untertan.

    Aber bis das aufgebaut ist, kann es dauern, daher muss Franziskus jetzt von Rom aus tätig werden.

    • Wanda
      15.05.2019, 20:52 Uhr.

      Wie bitte ? Der Missbrauch gehört ganz und gar nicht vor „Kirchengerichte“ sondern grundsätzlich vor die „normalen“ Ermittlungsbehörden und Justiz. Damit wäre endlich jeder Verdacht der (aus bitterer Erfahrung) internen Schonung oder gar gänzlicher Vertuschung einigermassen ausgeräumt. Nur eine schonungslose Offenlegung kann verlorenen Vertrauenskredit wiederbringen. Alles Andere wäre erneut kochen im eigenen Saft.
      Wenn die Kirche dann noch intern gegen ihre meist geistlichen Täter symbolisch vorgehen will, mag sie das tun. Es wird kaum noch jemanden interessieren.

      • Alberto Knox
        17.05.2019, 14:33 Uhr.

        natürlich braucht es auch kirchengerichte. überdrehen sie mal bitte nicht.

      • Carla Maltese
        17.05.2019, 17:56 Uhr.

        Wir haben in West- und Mitteleuropa das Privileg einer größtenteils ordentlich arbeitenden Justiz. In Kanada auch. Auch in Australien dürften die Behörden ordentlich gearbeitet haben als sie den Pell angeklagt haben.
        Das ist nicht überall selbstverständlich.

        Was bekannte Sextourismus-Hotspots angeht, möchte ich Sie mal fragen wie Sie sich da die Ermittlungen vorstellen.

        Und wenn man mal einige Jahrzehnte zurückgeht, nach Spanien:
        Der höhere spanische Klerus war eine entscheidende Stütze für Franco. Ich glaube nicht dass die sehr fleißig darin gewesen wären, gegen Priester und Bischöfe zu ermitteln.
        Gleiches gilt für Vietnam, wo eine buddhistische Mehrheit von einem römisch-katholische Diktator regiert wurde.

        Und auch wenn sich der Alevit Bashar al-Assad als „Beschützer“ für religiöse Minderheiten aufspielt:
        Seine Fassbomben zeigen dass ihm Kinderschutz eher kein Anliegen ist.

        Überhaupt, Länder in denen die Justiz foltert: Dass Folter ermittlungstaktischer Müll ist, wusste schon Friedrich Spee.
        Am Ende hat man jedes Geständnis das man haben will, nur nicht die Wahrheit.

        Das Privileg, auf die nächste Polizeiwache gehen zu können und fast ganz sicher sein zu können dass ein ordentliches Ermittlungsverfahren losgetreten wird, gibt es nicht überall.
        Selbst bei uns gibt es aufgrund von Überlastung manchmal seltsame Dinge, aber wir sind vergleichsweise privilegiert. Auch weil mittlerweile alles nicht einvernehmliche tatsächlich als Straftat definiert ist. Vor einigen Jahren musste eine vergewaltigte Frau noch nachweisen dass sie sich gewehrt hat.
        Hier ist es leicht zu sagen und auch vernünftig, dass Sexualstraftaeter vor ein staatliches Gericht gestellt werden sollen.

        Fälle in denen sich UN-Blauhelme an Frauen vergangen haben und dann die Frauen keine Hilfe und erst recht keine Gerechtigkeit bekommen haben sondern im Gegenteil auch noch ausgestoßen wurden, zeigen, dass nicht nur die römisch-katholische Kirchenhierarchie enormen Lernbedarf hat was die Würde von Frauen und Mädchen angeht.

      • Carla Maltese
        17.05.2019, 20:25 Uhr.

        Bzw:
        O-Ton einer Russin auf die Frage nach dem dortigen Justizsystem: „In Russland gibt man das Geld….“

        Und das ist nicht das einzige Land in dem es genau so läuft.

      • Carla Maltese
        17.05.2019, 20:44 Uhr.

        PS:
        Ich mache beruflich selbst gerade fiese Erfahrungen in internationaler Zusammenarbeit. Wenn auch in einem ganz anderen Bereich als Missbrauch, in einem weit entfernten Fachgebiet.

        Was man in einem Land zur Verfügung hat ist nicht immer das was man braucht um das zu erreichen was man sich vorstellt.

      • Carla Maltese
        18.05.2019, 6:14 Uhr.

        Jo, und nächste Woche bekommen wir Besuch aus einem unsrer „Zentren für kreatives Schlampen.“
        Da werden stur unsere Anmerkungen abgehakt aber nicht mitgemacht.

  • Carla Maltese
    14.05.2019, 16:57 Uhr.

    Ich habe heute wenig Zeit, Herr Erbacher, nur schnell:

    a) Wäre es möglich, Ueber Maria 2.0 zu berichten? Oder über andere ähnlich coole Aktionen?

    b) Bzw ab und zu Ueber kirchliches Leben das nicht unmittelbar mit Franziskus zu tun hat?

    Nichts gegen Franziskus, wegen dem haben Sie mich am Hals. Aber es wäre wichtig, deutlich zu sagen dass Kirche nicht nur im Vatikan stattfindet.

    Auch wenn ich zu den Altkatholiken gewechselt bin: Ich finde es echt scheiße, dass es immer noch eine allgemeine Wahrnehmung gibt nach dem Motto: Kirche=papst. Bzw Kirche findet auf dem Petersplatz statt und sonst nix.

    Es ist schon so, dass diejenigen die sich noch immer bemühen, Kirche am Leben zu halten und nicht dauernd nur warten was Franziskus ihnen befiehlt dringend mehr Beachtung brauchen. Und mehr Respekt.

    Ich melde mich z. B. 1-2 Mal im Jahr bei meiner alten romkritischen Relilehrerinn die weiß jetzt auch dass ich altkatholisch bin, einfach weil ich dankbar bin und weiß was ich ihr zu verdanken habe. Und ja, die freut sich!

    Ich wäre auch schon lange irgendwas anderes, würde wahrscheinlich an Odin und Thor und Freia und Balder glauben wenn Kirche für mich immer nur Papst gewesen wäre.

    Ohne Ihnen zu nahe treten zu wollen: Eine Erweiterung der Themen Palette wäre hilfreich. Sie würden damit wesentlich mehr für Ihre Kirche tun als mit immer nur Papst.

    Die Leute die viel in der Kirche machen und sich Mühe geben den Laden am Leben zu halten haben echt mehr Respekt verdient.

    Ich bitte Sie darum nicht für meinen speziellen Geschmack, was mir gefällt, sondern weil ich ehrlich der Meinung bin dass diese Leute Ihre Unterstützung brauchen.

    c) Großveranstaltung Meile der Religionen im September in Mannheim.

    d) Da wurde der geplante evangelische Kirchentag 2024 übrigens abgesa, weil Brueckenneubau zwischen MA und LU sein muss und niemand weiß wie man den drohenden Verkehrskollaps in den Griff bekommt.

    […]*

    *Der Beitrag wurde editiert, weil es sich um persönliche Fragen an die Redaktion handelte.

    • Jürgen Erbacher
      Jürgen Erbacher
      17.05.2019, 12:33 Uhr.

      Das Blog hier ist klar thematiasch fokussiert. Daher stehen der Papst und der Vatikan im Zentrum der Texte.

      • Carla Maltese
        17.05.2019, 16:35 Uhr.

        Wäre ein zweiter Blog vorstellbar? „Kirchliches Leben heute“?
        „Es ist noch Leben in der Kirche“?
        „Kirche lebt noch“?
        „Nein, Kirche ist nicht nur Hochzeit und Beerdigung!“?
        „Christen im 21.“ Jahrhundert?

        Bitte nicht „Christen heute“, denn so heißt die altkatholische Monatszeitung!

        • Jürgen Erbacher
          Jürgen Erbacher
          20.05.2019, 9:40 Uhr.

          Nein, ein weiteres Blog ist nicht möglich. Allerdings gibt es ja auch sehr viele Blogs, die sich mit kirchlichen Themen beschäftigen.

  • bernardo
    14.05.2019, 20:00 Uhr.

    @ Novalis: „Ob die Neuregelung ein Rohrkrepierer wird oder nicht, wird sich auch daran bemessen, wie der Papst mit (…) dem tätschelnden Kardinal Müller umgeht.“

    Ich vermute mal, Sie haben Beweise für eine solche Aussage, denn als Theologe kennen Sie sicher das achte Gebot…

    „Schade, das Kardinal Marx NICHT gesagt, dass AfD-Wähler in der Hölle landen. Und ich bedauere, dass es keine ewige Hölle gibt; denn da, […]*“

    Woher Sie wissen, dass es keine ewige Hölle gibt, ist Ihre Sache. Ich vermute mal, es handelt sich um den Glauben als Wissen ohne Beweis… Aber ich bin immer wieder auf’s Neue überrascht von der überbordenden Barmherzigkeit – und selbstverständlich der Toleranz gegenüber anderen Meinungen. Schade, dass Kardinal Marx nicht häufiger die Weisheit beherzigt, dass der Mensch zwei Ohren, aber nur einen Mund hat. Er verpasst viele Gelegenheiten, seinen Mund zu halten. Man sehnt sich ja fast nach einem Mann wie Karl Lehmann zurück…

    Was gefordert ist in der Missbrauchsfrage ist zero tolerance. Dass heißt, Verdachtsfälle müssen innerkirchlich verfolgt und außerkirchlich an die zuständigen Ermittlungsbehörden weitergegeben werden. Es muss auch sichergestellt sein, dass das Beichtgeheimnis nicht als Instrument für Vertuschungen missbraucht wird.

    • Wanda
      17.05.2019, 23:37 Uhr.

      Bernardo 14.05.2019 20:00 Uhr
      – Mit Ihrem letzten Absatz haben Sie alles gesagt. Mehr geht nicht. . .

  • Silberdistel
    14.05.2019, 23:07 Uhr.

    Novalis
    11.05., 12:47 h
    Nach der besagten Meldung der „Zeit“ hört man nach diesem Paukenschlag zwar bis dato keinen, wenigstens öffentlichen, Nachklang. Und natürlich sollte man immer den Abschluß von Untersuchungen abwarten, um sich ein endgültiges Urteil zu bilden.
    Doch bei dem unzweifelhaften Renommee des Kriminalogen und ehem. Justizministers Christian Pfeiffer, sowie chronischer bekannter Verfahrungsweise der rk-Kirche in Sachen Missbrauch, bzw. dessen Vertuschung. Jedoch insbesondere vor dem Hintergrund neuem päpstlich verschärften, wohl „brutalst möglichen“ Kampf gegen Missbrauch; sollte der Missbrauchsbeauftragte und Würdenträger Bischof Stephan Ackermann noch soviel Würde in sich verspüren um zu erkennen, das er als Missbrauchsbeauftragter endgültig untragbar geworden ist und sich schleunigst vom Acker machen.
    Ich frage mich nur, wie sich die Opfer angesichts der Anschuldigungen um „Ihren“ Missbrauchsbeauftragen fühlen müssen? Vielleicht nochmals missbraucht??

    • Alberto Knox
      17.05.2019, 14:31 Uhr.

      auch ich bin überrascht, dass die medien das nicht aufgegriffen haben. etwa weil keiner bischof ackermann schaden wollte?

    • Novalis
      17.05.2019, 16:22 Uhr.

      „Ich frage mich nur, wie sich die Opfer angesichts der Anschuldigungen um „Ihren“ Missbrauchsbeauftragen fühlen müssen?“

      Das frage ich mich auch. Und natürlich auch, warum kein Journalist bei Ackermann investigativ wird. Immerhin wird Professor Pfeiffer ihm Nötigung vor.

  • Silberdistel
    18.05.2019, 10:18 Uhr.

    Novalis
    11.05., 12:44 h
    „So und nicht anders sammeln sich viele braune Tropfen, die schon einmal zur schmutzigen Flut angewachsen…“; „Schade, das Kardinal Marx NICHT gesagt, dass AfD-Wähler in der Hölle landen. Und ich bedauere, dass es keine ewige Hölle gibt; denn da, […]*“ Zitatenende.

    Das schnelle Schwingen der ´Nazikeule´ und Feststellung der Schuld, nicht von Individuen sondern gleich eines ganzen Kollektivs, die die Einreise sogar ins Purgatorium rechtfertigen würde; deutet allein auf eigene vorhandene Defizite hin, als auf Feststellung der konkreten Schuld, die die Einreise ins Purgatorium rechtfertigen würde. Nämlich nicht mit Empathie die Befindlichkeit des Nächsten sehen zu können, bzw. zu wollen. Es sich stattdessen schlichtweg bequem zu machen und stattdessen auszugrenzen.
    MM nach wird es interessanter und nicht selten insbesondere soziologisch außerordentlich erkenntnisreich, wenn man Jesus Ratschlag: „Richtet nicht auf das ihr nicht gerichtet werdet“ (Matth. 7.1-5) befolgt und das Richten allein Gott zuschiebt. Das ist das eigentlich sehr bequeme Ding!
    Zudem man aus dieser weitestgehend freien Position heraus eher in Erfahrung bringen kann, was die wirklichen Hinter- und Beweggründe des Nächsten sind. Und man sodann überrascht sein kann, das diese nicht selten mehr von Sorgen und Ängsten beeinflusst werden, als von demonischen Umtrieben, die die Aushändigung der Gruppeneintrittskarte ins Purgatorium rechtfertigen könnten. Schönen Tag.

  • bernardo
    18.05.2019, 12:41 Uhr.

    @ Novalis Zitat: „Völlig richtig. Und davon abgesehen: Wir brauchen nicht nur Frauen, Männer (und natürlich auch die, die sich keinem der Geschlechter zuordnen können) im Amt des Priesters, sondern auch im Amt des Bischofs.

    In 200 Jahren wird in den kirchengeschichtlichen Lehrbüchern stehen:
    „Besonders irritierend am langen Doppelpontifikat von JP2 und B16 war, dass die unterschiedlichen theologischen Schulen eine Fülle von Lösungsvorschlägen der zeitgenössischen Probleme der Kirche lieferten und mediokre Bischöfe sowie beide Päpste nicht bereit waren auch nur ein wenig Gehör zu schenken. Wir heute sehen eine bedenkliche Mischung aus Sexismus, Rassismus und Homophobie walten, der von einem entmündigten Kirchenvolk durch Austritt oder Resignation beantwortet wurde. Besonders unrühmlich taten sich bayerische Bistumsleiter hervor: 30 Jahre wurden sie von Vertuschern und Leugnisten geleitet. Selten waren schlechte Bischofsernennungen wie die in Passau, Regensburg, Eichstätt und Augsburg verheerender in der Geschichte der Kirche als am Beginn des 21. Jhdt.“

    Wissen Sie, was Tschou en Lai antwortete, als man ihn fragte, was er von der Französischen Revolution hielte? „C’est un peu moins tôt pour le dire“, es wäre, „ein bisschen zu früh, um das zu sagen.“ Sie aber wollen wissen, was in 200 Jahren über JPII. und Benedikt in den Geschichtsbüchern stehen wird? (Hmm, vielleicht haben Sie ja Glück und Sie leben so lange, um die Bücher dann zu schreiben…)

    Naja, die chinesische Weisheit ist nicht jedem gegeben. Auf Ihre Einlassungen zu den Männern und Frauen und „Diversen“, die dann Diakone, Priester und Bischöfe werden können: Ich denke, der Dienst ist eine heroische Sache, keine Sache für Menschen mit einer ungeklärten Identität, deren Denken – ich will das nicht kritisieren – aus verständlichen Gründen erst einmal um die eigene Person kreist, sondern die so gefestigt sind, dass sie sich um andere Menschen kümmern können.

    Und nein. Niemand löst seine eigenen sexuellen Probleme, indem er Priester wird – er trägt seine Probleme nur in die Kirche hinein und macht sie zu einem kirchlichen Problem. Deswegen sollte auch jeder Mann reiflich überlegen, ob er wirklich zum Priester taugt. (Vom Bischof will ich schweigen, da die Voraussetzungen hier noch höher sind und auch eine „intelligenza spiccata“ erfordern, die ich bei vielen deutschen Bischöfen vermisse.)

  • Novalis
    18.05.2019, 15:56 Uhr.

    Es wäre auch mal spannend zu sehen, wie oft Missbrauch von Kindern und Frauen bei den Piusbrüdern vorkommen. Ich gehe ja davon aus, dass klerikaler Narzissmus dort noch viel weiter verbreitet ist als in der katholischen Kirche. Jedenfalls wissen diese Brüder sehr genau, wie man Steuertricks anwendet. Und man nutzt dazu gleich auch noch Leute von AfD. Warum freilich die Tagespost solchen Leuten noch Interviewöffentlichkeit gibt, ist ein Geheimnis… Nein, eher ein Rätsel.

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