Diskussionen zum Thema Homosexualität

Vor wenigen Tagen ein schwuler Lehrer an einem kirchlichen Gymnasium, jetzt die Aussagen eines Hochschulrektors über Bibelstellen zur Homosexualität, das Thema sorgt immer wieder für Diskussionen in der katholischen Kirche. Und das Verhalten der Oberen führt meist zu großen Irritationen bei vielen Gläubigen, ganz abzusehen von dem Schaden, der jedes Mal für die katholische Kirche entsteht. Es ist nicht eine Kirche, die integriert, sondern eine Kirche die ausgrenzt, die in diesen Tagen immer wieder erlebbar wird. Warum soll ein junger Lehrer für Mathematik und Biologie an einer Ordensschule nicht seinen Mann heiraten dürfen? Warum soll ein Theologe, der Experte für die Auslegung des Neuen Testaments ist, nicht fragen dürfen, ob Bibelstellen zur Homosexualität neu interpretiert werden müssen?

In der Synodenaula liegt das Evangeliar mit den Bibeltexten des Tages immer aus. Am Rande der Synode sind kritische Stimmen zum Vorgehen mancher kurialen Behörde zu hören. Während der Papst immer sage, es brauche einen offenen Diskurs, werde dieses Anliegen durch das Agieren so mancher vatikanischen Behörde konterkariert. Ob sich die betreffenden Synodenväter auf die aktuellen Diskussionen um den Rektor der deutschen jesuitenhochschule bezog, ist nicht überliefert. (Quelle: Erbacher)

Bibelstellen neu interpretieren?

Wie immer sind auch in den vorliegenden Situationen die Fälle komplex. Da gibt der Rektor der Jesuitenhochschule in Sankt Georgen Ansgar Wucherpfennig im Oktober 2016 ein Interview in einer lokalen Frankfurter Zeitung. Als der Fragende feststellt, der Jesuitenpater habe ja bereits mehrfach gleichgeschlechtliche Paare gesegnet, kommentiert Wucherpfennig diese Aussage nicht, sondern stellt fest, dass es aus seiner Sicht beim Thema Homosexualität „tiefsitzende, zum Teil missverständlich formulierte Stellen in der Bibel“ seien etwa bei Paulus im Römerbrief.

Paulus sei es damals nicht um die homosexuellen Beziehungen an sich gegangen, sondern er wollte die Form dieser Beziehungen in der Antike kritisieren, die, so Wucherpfennig, „starke Abhängigkeits- und Unterwürfigkeitsverhältnisse“ gewesen seien. „Liebe sollte eine egalitäre, freie Beziehung sein, keine mit Gefälle.“ Das habe Paulus eigentlich sagen wollen. Als das Interview seinerzeit veröffentlicht wurde, sah Rom nach bisherigen Informationen keinen Anlass einzugreifen. Nachdem Wucherpfennig nun im Februar dieses Jahres für eine dritte Amtsperiode als Rektor der Hochschule gewählt worden war, wurden die Aussagen des Jesuitenpaters nun offensichtlich plötzlich zum Problem.  Dass er im selben Interview die Frage stellt, ob es richtig ist, dass das Bußsakrament nur Männer spenden können und es „noch zu kurz gegriffen“ sei, wenn Papst Franziskus nun über den Diakonat der Frau nachdenke, scheint nach eineinhalb Jahren Stille dem Vatikan nun auch Probleme zu bereiten.

Wucherpfennig formuliert seine Positionen als Fragen, will zum Diskurs anregen. Doch der scheint aus römischer Sicht nicht erwünscht. Zwar heißt es aus dem Vatikan, das Verfahren sei noch nicht abgeschlossen; doch die Fronten scheinen verhärtet. Rom fordert eine öffentliche Klarstellung, die einen Widerruf der genannten Aussagen darstellen würde. Wucherpfennig ist dazu nicht bereit. Er erläuterte dem Vatikan Ende Juni seine Positionen schriftlich.

Ist offener Diskurs möglich oder nicht?

Papst Franziskus betont immer wieder, dass ihm der Diskurs und die Debatte wichtig sind. Das sieht man aktuell bei der im Vatikan stattfindenden Bischofssynode zum Thema Jugend. Nur im Diskurs ist Entwicklung möglich. An verschiedenen Stellen seines Pontifikats hat Franziskus deutlich gemacht, dass sich auch die kirchliche Lehre verändern und weiterentwickeln kann. Er nennt das ein tieferes Eindringen in die göttliche Wahrheit.

Bei aller neuen Offenheit im innerkirchlichen Diskurs, konnte man aber in den vergangenen Jahren feststellen, dass es zwei Themen gibt, die nach wie vor nur mit spitzen Fingern angefasst werden und bei denen der Vatikan äußerst dünnhäutig reagiert. Das ist in erster Linie die Priesterweihe für Frauen. Sie bleibt Tabu. Ob es daran liegt, dass Papst Franziskus wirklich daran glaubt, dass es nach den Festlegungen durch Johannes Paul II. keinen Spielraum mehr gibt, so die wiederholte offizielle Lesart, oder ob der amtierende Papst angesichts der Vielzahl an Problemen nicht noch eine weitere Flanke öffnen will, ist nicht ganz zu klären. Das Ergebnis ist das gleiche. Das Thema gehört zu den letzten Tabus. Obwohl man mittlerweile selbst in Rom hochrangige Kardinäle antreffen kann, die den Ausschluss von Frauen vom Priesteramt letztendlich nicht für redlich theologisch begründbar halten.

Schwieriges Thema auf weltkirchlicher Ebene

Das zweite verblieben schwierige Thema ist die Homosexualität. Schon der synodale Weg zu Ehe und Familie hat gezeigt, welche Sprengkraft das Thema besitzt. Während Bischöfe aus Westeuropa, Nord- und Südamerika sowie einzelnen asiatischen Ländern sich für ein Überdenken der traditionellen Position aussprachen, waren die Bischöfe aus Afrika und Osteuropa strikt dagegen. Bei der Synode 2014 drohte ein Eklat. Daraufhin nahm die Synodenregie das Thema geschickt von der Tagesordnung des weiteren Prozesses, um ein Scheitern des gesamten Unternehmens zu verhindern.

Die innerkatholischen Spannungen bei diesem Thema sind ein Grund, warum Rom hier so empfindlich ist. Der Blick auf andere christliche Kirchen, die sich mit der Homosexualität ebenfalls schwer tun, tut sein Übriges dazu. Die anglikanische Weltgemeinschaft ist an der Frage quasi zerbrochen, das Gespräch mit den Orthodoxen würde sicher schwieriger, wenn man von der traditionellen Position abrückt. Aber sind das ausreichende Gründe, um ein Überdenken der eigenen Position zu unterlassen?

Gerade hat die MHG-Studie der Deutschen Bischofskonferenz zu den systemischen Ursachen des Missbrauchs ergeben, dass die katholische Kirche ihre Haltung beim Thema Homosexualität dringend überdenken muss. Außerdem gibt es mittlerweile eine Vielzahl solider theologischer Arbeiten, die eine Weiterentwicklung als geboten und auch theologisch möglich erscheinen lassen, von den Erkenntnissen in den Humanwissenschaften zum Thema ganz abgesehen. Selbst Bischöfe haben sich in dieser Richtung bereits geäußert. Warum also Pater Wucherpfennig das Nihil obstat verweigern?

Geht es darum, ein Exempel zu statuieren? Der Limburger Bischof Georg Bätzing, und der deutsche Jesuitenprovinzial, Johannes Siebner, stehen hinter dem gewählten Rektor. Dass der Papst bisher involviert war, ist eher unwahrschweinlich. Durch die mediale Aufmerksamkeit könnte das aber nun durchaus der Fall sein. Wie in Rom zu hören ist, vertraut Franziskus in der vorliegenden Sache seinem Chef der Glaubenskongregation, Kardinal Luis Ladaria. Der scheint im vorliegenden Fall der Federführende zu sein, weniger die Bildungskongregation. Und was macht der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz Kardinal Reinhard Marx? Auch er hat einen direkten Draht zu Franziskus.

An einer weiteren Eskalation dürfte keiner der Seiten gelegen sein, denn der Schaden für die Kirche und den Papst würde nur noch größer. Angesichts der medialen Aufmerksamkeit wird es jetzt allerdings schwieriger, eine Lösung zu finden, bei der alle Seiten das Gesicht wahren können.

Papst provoziert beim Thema Abtreibung

Wären die Diskussionen um Pater Wucherpfennig nicht schon genug, sorgt Franziskus selbst für weiteres Kopfschütteln weltweit. Sein Vergleich von Abtreibungen mit Auftragsmorden löste heftige Reaktionen aus. Mag die katholische Kirche kategorisch gegen Abtreibung sein, so ist ein derartiger Vergleich dennoch inakzeptabel. Einmal mehr hat sich der Papst in der Wortwahl vergriffen. Zwar ist er für seine drastischen Formulierungen bekannt, doch darf er deshalb Grenzen überschreiten? Da hilft auch nicht der Hinweis, er komme aus einem anderen Kulturkreis, oder angesichts seiner starken Betonung der Barmherzigkeit, sei eine drastische Wortwahl in Ordnung. Es verwundert umso mehr, als dieser Papst in anderen Bereichen, wenn es um schwierige Gewissensentscheidung geht, eine große Sensibilität an den Tag legt. Aus seiner Zeit als Erzbischof von Buenos Aires wird berichtet, dass er Frauen nach einer Abtreibugn begleitet habe. Also weiß er um die Schwierigkeiten für die Betroffenen. Es überrascht daher umso mehr, dass er diese drastischen Worte wählte.

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Jürgen Erbacher

Seit Juli 2018 leite ich die ZDF-Redaktion "Kirche und Leben katholisch", für die ich seit 2005 über die Themen Papst, Vatikan, Theologie und katholische Kirche berichte. Dafür pendle ich regelmäßig zwischen Mainz und Rom - meiner zweiten Heimat. Dort habe ich vor meiner ZDF-Zeit mehrere Jahre gelebt und für Radio Vatikan gearbeitet. Studiert habe ich Politikwissenschaft und Katholische Theologie in Freiburg i.Br. und Rom.

51 Kommentare

  • Novalis
    11.10.2018, 15:30 Uhr.

    „Sein Vergleich von Abtreibungen mit Auftragsmorden löste heftige Reaktionen aus. Mag die katholische Kirche kategorisch gegen Abtreibung sein, so ist ein derartiger Vergleich dennoch inakzeptabel.“
    Warum eigentlich ist so ein Vergleich inakzeptabel? Hat jemand ein Kind mit Trisomie gefragt, ob es gern getötet wird? Ich verstehe Frauen in Notsituationen – aber es muss klar sein, dass aus katholischer Perspektive eine Abtreibung die Tötung eines unschuldigen Menschen ist – und jemand damit auch beauftragt wird.

    • Erasmus
      13.10.2018, 19:41 Uhr.

      „Es muss klar sein, dass aus katholischer Perspektive eine Abtreibung die Tötung eines unschuldigen Menschen ist …“

      Es sollte eigentlich klar sein, dass ein Auftragsmord aus niederen Beweggründen nicht mit einer Schwangeren vergleichbar ist, die sich in einem Dilemma befindet. Möglicherweise würde sie gerne ihr Kind austragen, muss aber bei ihrer Entscheidung die Konsequenzen miteinbeziehen, die sich aus ihrer Entscheidung ergeben würden. Beispielsweise haben sich nicht wenige Männer im Zusammenhang mit einem behinderten Kind von ihren Frauen getrennt.

      • Novalis
        13.10.2018, 23:46 Uhr.

        Es gibt in Deutschland die Möglichkeit, ein Kind zur Adoption freizugeben.

      • carn
        17.10.2018, 22:14 Uhr.

        Der Papst hat sich da in den Worten vergriffen.

        Denn nur ein Teil der Abtreibungen entspricht Auftragsmorden.

        Nämlich der Teil, bei dem die Schwangere eigentlich zum Ja zum Kind neigen würde, aber der Druck des Kindsvaters daraus doch ein Nein macht.

        Wenn ein solcher Kindsvater das ganze macht, weil ihm der Kindesunterhalt zu teuer wäre, dann hat er aus Habgier den Tod seines eigenen Kindes betrieben.

        Spätestens wenn er dann „großzügig“ die Abtreibung bezahlt, passt der Vergleich mit Auftragsmord größtenteils, da eben dann der Kindsvater aus Habgier den Abtreibungsarzt dafür bezahlt, sein ungeborenes Kind zu töten.

        Da aber nicht alle und vermutlich sogar nur eine Minderheit der Abtreibungen diesem Muster entspricht, war der pauschale Vergleich von allen Abtreibungen mit Auftragsmord unangemessen; denn Frauen selbst entscheiden sich meist nicht aus Habgier für eine Abtreibung.

    • Wanda
      14.10.2018, 18:57 Uhr.

      Novalis 11.10. 15:30
      – Erasmus hat völlig recht: die Wortwahl Franziskus‘ war absolut daneben und eine Beleidigung der alleingelassenen Frauen in ihrer Not…
      Leider typisch: von Amts wegen zölibatäre Herren wie Franziskus und Co. mischen sich oberlehrerhaft und moralisierend in ein Fachgebiet, von dem sie eigentlich keine Ahnung haben dürften (praktisch zumindest)…
      – Ketzerische Frage: geht man etwa zum Schuster wenn man Probleme mit dem Auto hat ?

      • Alberto Knox
        16.10.2018, 9:13 Uhr.

        geht man etwa zum Schuster wenn man Probleme mit dem Auto hat ?

        das schreibt, wer schon öfter gesagt hat, dass theologinnen und theologen keine größere kompetenz in sachfragen des glaubens haben als andere gläubige.

        • Wanda
          17.10.2018, 15:27 Uhr.

          Alberto Knox 16.10. 09:13
          – Mmuss Sie korrigieren: in Ehe-, Partner- und Familien-Angelgenheiten spreche ich (wohlgemerkt) nur den röm.-kath. Theologen jede Sach-/Fachkenntnis ab.
          Das Lächerlichste überhaupt war bei meiner damals noch kath. Schwester der Brautunterricht. Ich kam leider nicht mehr in den Genuss der Ansichten und Unterweisung des zölibatären Fachmannes, dem auf diesem Gebiet praktische Erfahrungen doch verwehrt sind…

  • Wanda
    11.10.2018, 15:51 Uhr.

    Zm Papst-Veto gegen den Jesuiten-Rektor Ansgar Wucherpfennig ist meinem Kommentar im Blog „Papst warnt vor moralistischen Positionen“ nur anzufügen:
    Franziskus‘ Worte entsprechen nicht seinen Handlungen (oder umgekehrt): er wird vor der ganzen Welt unglaubwürdig. Sehr bedenklich…

  • Johannes P.
    11.10.2018, 18:29 Uhr.

    Ich finde diese Wortwahl immer amüsant, die sich ja durch die ganze politisch-mediale Klasse zieht: „inakzeptabel“. So als habe jemand um Annahme gebeten, und diese müsse nun verhandelt werden.

    Ein Vergleich ist entweder zutreffend oder nicht. Wer ihn zurückweist, braucht Argumente, warum die Unähnlichkeiten der Vergleichgsgegenstände in diesem Fall ihre Ähnlichkeiten überwiegen. Alles andere ist Ablenkung.

  • Maria
    11.10.2018, 19:28 Uhr.

    Vielen Dank für diesen Kommentar, in dem Sie (wie immer) zum besseren Verständnis für so viele Sachverhalte beizutragen versuchen und mehrere Gesichtspunkte durchleuchten.
    Zum Thema Abtreibung noch eine kleine Anmerkung: Die Wortwahl war drastisch. Aber drastisch war auch, dass diese Bemerkung in den deutschen Medien mal wieder völlig aus dem Zusammenhang gerissen wurde. Denn im nächsten Satz zeigt P.F. Verständnis für Frauen, die durch eine Schwangerschaft vor große Probleme gestellt werden, und fordert Hilfe, Nähe und Solidarität für sie ein. Und diese Aufforderung – nicht die erste – an uns alle wurde (ganz gezielt) verschwiegen. Draufhauen ist einfach leichter und medial wirksamer.

    • Wanda
      13.10.2018, 17:21 Uhr.

      Jeder Mann (ich selbst bin trotz meines Blog-Namens auch einer) hat bei diesen so unendlich schwierigen und urpersönlichen Problemen der Frauen nichts, aber auch gar nichts mitzureden…
      Und dieser weltfremde, heuchelnde-Klerus in seinem Elfenbeinturm hat weder von der Sache an sich, noch vom seelischen Zustand und der belastenden Situation der betroffenen Frauen eine Ahnung. Er und seine Amtskirche haben sich sogar ganz bewusst und mit fadenscheinigen Gründen aus der Betreuung der ratsuchenden Frauen zurückgezogen (mein Respekt gilt der Initiative donum vitae).
      Diese geistlichen Herren, d.h. auch Franziskus, sollten sich daher mit ihren salbadernden Belehrungen raushalten und erst einmal den eigenen Augiasstall ausmisten. Da hat sich seit 2000 Jahren eine Menge angehäuft…

      • Maria
        14.10.2018, 11:43 Uhr.

        @ wanda
        Haben Sie den Artikel von Herrn Erbacher wirklich gelesen? Ich habe da so meine Zweifel. Und einen Widerspruch gegen die Behauptung, dass eine Schwangerschaft eine alleinige Sache der Frau ist. Ihre Entstehung ist es ja nicht.

        • Wanda
          14.10.2018, 18:31 Uhr.

          Maria 14.10. 11:43
          – Die, wenn es denn tatsächlich zum Problem wird, dieses „auszutragen“ und zu bewältigen hat, ist doch einzig die oft alleingelassene Frau, oder ?
          Und die Gründe, die sie abzuwägen hat, das Kind auszutragen oder nicht, sind vielfältig. Die Statistiken von „donum vitae“ sprechen da ein ganz deutliche Sprache: Schwangerschaft gegen ihren Willen (geschönt ausgedrückt), soziale Gründe, gesundheitliche Risiken usw…
          Keine Frau macht es sich leicht abzutreiben und die Zahl jener, die nach einer Schwangerschaftsberatung von diesem Entschluss zurücktraten, ist beeindruckend. Die Kirche hat da mit ihrem Rückzug aus der Beratung völlig versagt und deshalb geht eine Anzahl von Abtreibungen auf ihr Konto…
          P.S. das Scherflein, welches Männer dazu beitragen, dass es zur erwünschten oder unerwünschten Schwangerschaft kommt, ist zwar auch entscheidend, nichts desto weniger aber ohne direkte, d.h. unbequeme Folgen für sie selbst.

      • Manuela Ganzer
        14.10.2018, 13:11 Uhr.

        Wanda
        13.10.2018, 17:21 Uhr.

        Ihre ehrliche Zurückhaltung ist sehr lobenswert,aber leider nicht bei jedem edlen Herren zu finden.Dennoch stimme ich Ihrer Meinung zu.

    • Wanda
      14.10.2018, 16:01 Uhr.

      Maria 11.10.19:28
      – Franziskus fordert Hilfe für die betroffenen Frauen ?
      Heuchelei: erinnern Sie sich, dass Rom die deutschen Bischöfe gegen deren Bedenken (Kardinal Lehmann) zwang aus der Schwangerschaftsberatung auszusteigen ?
      Wenn der Papst es wirklich ernst meint, sollte er den „Befehl“ seiner unbarmherzigen, frauenfeindlichen Vorgänger rückgängig machen !

      • Novalis
        14.10.2018, 17:51 Uhr.

        Hat er ja faktisch, ohne großes Aufhebens zu machen. Bei Donum Vitae beteiligt zu sein, führt nicht mehr automatisch zu Kündigung etc. seitens der Kirche.

        • Wanda
          14.10.2018, 18:40 Uhr.

          Novalis 14.10. 17:51
          – Hat er ? Nicht dass ich wüsste…

          • Alberto Knox
            16.10.2018, 9:17 Uhr.

            hat er. einfach mal sich erkundigen. mir ist jedenfalls das, was @novalis schreibt, nicht neu.

  • Erasmus
    12.10.2018, 2:26 Uhr.

    KATHOLIZISMUS IN DER IDENTITÄTSKRISE

    Könnte es sein, dass die Katholische Kirche die Angst vor Identitätsverlust zu schaffen macht? Offensichtlich geht ein Alleinstellungsmerkmal nach dem anderen verloren.
    – Die letzte unfehlbare Ex-cathedra-Entscheidung eines Papstes liegt 68 Jahre zurück
    – Das Verbot von künstlicher Empfängnisverhütung (1968) ist mit Amoris laetitia obsolet. “… soll zur Anwendung der Methoden, die auf den natürlichen Zeiten der Fruchtbarkeit beruhen, ermutigt werden.“ (Nr. 222)
    – Das Leben in zweiter Ehe ist nicht mehr automatisch permanenter Ehebruch.
    – Erstmals findet sich in einem offiziellen Dokument (Arbeitspapier der Jugendsynode) das Akronym LBGT (Lesbian, Gay, Bisexual und Transgender). Die auf binärer Geschlechtlichkeit beruhende traditionelle katholische Morallehre ist damit fundamental in Frage gestellt.
    – Der mit Klerikalismus und Prachtentfaltung einhergehende römische Absolutismus wird durch Papst Franziskus konterkariert.
    – Den Versuch von Johannes-Paul II., Zölibat und männliches Weihepriestertum zu unantastbaren Prinzipien zu stilisieren, kann als gescheitert angesehen werden.

    Die Konturen zu anderen christlichen Konfessionen weichen auf, wodurch sich aus meiner Sicht ökumenische Chancen ergeben. Das ist allerdings das, was katholische Traditionalisten fürchten wie der Teufel das Weihwasser.

    Jürgen Erbacher liegt mit der von ihm diagnostizierten Dünnhäutigkeit des Vatikans sicher richtig. Der Vergleich von Abtreibung mit einem Auftragsmord durch Papst Franziskus könnte ein Symptom dafür sein. Wenn vor dem Hintergrund des Missbrauchsskandals durch die aktuelle Jugendsynode so viel in Frage gestellt ist, dann kann die Versuchung entstehen, sich an letzten Gewissheiten wie der schweren Sündhaftigkeit von Abtreibung festzuhalten. Ich vertraue darauf, dass Franziskus reflektiert genug ist, den entstandenen Widerspruch zu seiner auf Menschenfreundlichkeit beruhenden pastoralen Ausrichtung zu erkennen.

    • Ullrich Hopfener
      13.10.2018, 16:17 Uhr.

      @Erasmus vom 12.10. 2018 -02.26

      mit stimme dem nicht nur zu,

      bin auch froh, dass sich auch die Katholiken nicht mehr von Kirchenbehörden in ihr privatestes Glück – also die verantwortete selbst-bestimmte Sexualität- bevormunden lassen,
      zumal die älteren Herren der Kurie ja mit sooo einer großen „Lebenserfahrung“ aufwarten können..

      die sollen sich lieber um den Missbrauch ua… kümmern,

      und natürlich tun mir solche Menschen wie Pater Wucherpfenng leid,
      die immer noch Opfer einer eher „hintergründigen-

      „- das passendere bayrische hinterf…erspar ich dem Leser/Leserin…-

      einer immer noch existierenden Inquisition (GLAUBENS-BEHÖRDE..) werden!!

      aber ein dickes Lob, dass die Aufklärung und der säkulare RECHTSSTAAT mit der nüchternen Formulierung von der „positiven(!!!) Religionsfreiheit“
      auch in unsren Kreisen angekommen ist..

      • Manuela Ganzer
        14.10.2018, 13:15 Uhr.

        Ullrich Hopfener
        13.10.2018, 16:17 Uhr.

        Ich stimme Ihnen voll und ganz zu.Bei Facebook hätte ich „Gefällt mir“-Button geklickt,sofern ich nicht von Facebook für 30 Tage gesperrt worden bin,weil nicht jede ehrliche Meinung recht ist nach dem neuen Zensur- oder auch Netzdurchleitungsgesetz. 😉

    • Wanda
      14.10.2018, 21:22 Uhr.

      Erasmus 12.10. 2:26
      – Angesichts dieser Alleinstellungsmerkmale der röm.-kath. Kirche bzw. ihrem Anspruch alleinig die Wahrheit gepachtet zu haben, stellt sich dem Laien die Frage wie sie es mit Joh. 14.1-6 hält …“In meines Vaters Haus sind viele Wohnungen. Stünde es anders wäre ich ein Lügner“…
      Angeblich Worte ihres Gründers, für die sie sicherlich eine ihr passende Interpretation bereithält.

    • Novalis
      15.10.2018, 0:27 Uhr.

      Unter welchen Umständen ist die Tötung eines unschuldigen Menschen erlaubt, mithin keine schwere Sünde?

  • OFKB-Leser
    12.10.2018, 8:22 Uhr.

    Es ist sehr enttäuschend, dass der Papst sowas sagt, sehr sehr enttäuschend. Und treibt wieder ganz viele Weg vom Glauben. Eine grund-sinnlose Aussage. Auch diese ständige Sache mit dem Teufel. Das Wort „Teufel“ mag man theologisch vielfältigst diskutieren können. Und es mag sogar Sinn darin liegen es zu verwenden, unter Theologen. Aber die Verwendung das Wortes in der medialen Öffentlichkeit treibt im 21. Jahrhundert halt einfach die Leute von der Kirche weg. Warum also verwenden, wenn klar ist, dass es der Kirche schadet?

    Ich hatte zugegebener Maßen jahrelang eine rechte Freude mit dem neuen Papst. Jetzt stellt sich immer wieder doch eine recht herbe Ambivalenz ein.

  • Suarez
    12.10.2018, 12:40 Uhr.

    Sehr geehrter Herr Erbacher,

    haben Sie den Gesamtkontext der Passage zur Abtreibung? Ich finde nur: „Ich frage Euch: ist es gerecht, jemanden umzubringen, um ein Problem zu lösen? Das kann man nicht machen, es ist nicht gerecht, einen Menschen umzubringen, auch wenn er klein ist. Es ist, wie einen Auftragsmörder zu mieten, um ein Problem zu lösen.“
    Wenn ich diesen Text recht betrachte, ist das tertium comparationis das Mieten des Auftragsmörders und die Bezahlung dessen, der eine Abtreibung vornimmt sowie „Problemlösung“. Wenn dem so ist – warum dann der Aufschrei?

    • Wanda
      16.10.2018, 19:40 Uhr.

      Suarez 12.10 12:40
      – Gegenfrage: halten Sie für besser, dass eine zu Abtreibung entschlossene*) Frau, diese auf einer Toilette selbst vornimmt oder zu einem Quacksalber bzw. illegalen Engelmacherin geht ? Dann doch wohl besser ein Facharzt, dem die Papst-Wortwahl vom „Auftragsmörder“ sicherlich genau so abwegig ist wie die scheinheilige Definierung der Homosexualität als Krankeit: demnach wäre nämlich ein Grossteil des pädophilen Klerus schwer krank…
      *) bis dato konnte sie (falls die „donum-vitae-Beratung“ erfolglos blieb) sich dort auch zuverlässig seriöse Ärzte benennen lassen…
      – Mag mich wiederholen: niemand ausser der betroffenen Frau hat das Recht zu dieser für sie schwerwiegenden, urpersönlichen Entscheidung.

  • Wanda
    12.10.2018, 16:56 Uhr.

    Der Vergleich des Papstes zur Abtreibung ist eine nicht akzeptable, schwere Beleidigung der betroffenen Frauen.
    – Als unter JPII der Ausstieg aus den Stellen zur Schwangerschaftsberatung gegen den Willen der kirchlichen Mitarbeiter erfolgte, belegten diese mit eindrucksvollen Zahlen, wieviele Frauen von ihrer ursprünglichen Absicht abzutreiben, abgebracht werden konnten und dass alle in grossen Konflikten zur Beratung kamen um Hilfe zu suchen: nicht eine einzige machte es sich leicht und wollte grundsätzlich die Abtreibung. Das alles jedoch war vergeblich und nutzte nichts.
    Den Betonköpfen des Vatikan waren die geretteten (noch nicht)Geborenen völlig gleichgültig: es ging einzig und allein um das knochenharte Prinzip dieser klerikalen Altherrenriege. Laienorganisationen und das gläubige Fussvolk sind mehrheitich völlig anderer Meinung, nicht zu vergessen die Caritas und „donum vitae“ (zu 90% staatlich finanziert)…
    Fazit: ein weiterer Rückschritt, dazu mit einer skandalösen, beleidigenden Äusserung durch Franziskus.
    Dieser Art war er mir vor einiger Zeit noch unvorstellbar…

    • neuhamsterdam
      13.10.2018, 20:57 Uhr.

      „Dieser Art war er mir vor einiger Zeit noch unvorstellbar…“
      Endlich hat sich der Papst eindeutig zu dem Thema geäußert, das er doch mit dem „nicht dauernd darüber reden“ weggeschoben hat. Nun können endlich die Abtreibungsgegner den Papst zitieren und zwar in ihrem Sinne. Doch: Können sie ihn wirkich wörtlich zitieren? Die standfesten und jene, die sich dafür halten, können das. Die moderaten Abtreibungsgegner, das wird ein Großteil sein, die sich auf den Papst berufen, werden wohl in den Mainstream einstimmen und „inakzeptabler Vergleich“ mit einfügen müssen.
      Die Frage aller Fragen von PR-Abteilungen lautet doch permanent: Kann man die Wirkung ahnen? Dann ist doch das eingetreten, was man „ahnen“ konnte und zwar als Punktlandung.
      An dieser Stelle ist alles konsternierend. Ich kann keinen Umstand benennen, der an diesem Vergleich nicht konsternierend wäre.

    • Manuela Ganzer
      14.10.2018, 13:27 Uhr.

      Wanda
      12.10.2018, 16:56 Uhr.

      Ich stimme Ihnen zu und auf Facebook würde ich den „Gefällt mir“-Button klicken,wenn ich dort nicht für 30 Tage gesperrt bin nach dem neuen Zensur- oder auch Netzdurchleitungsgesetz,weil die ehrliche Meinung darlegte.Wer die Wahrheit sucht Gott,aber manchmal braucht jener,der die Wahrheit sagt, einen schnellen Ferrarie. 😀
      Die röm.-kath. Würdenträger waren nie Kindesväter,haben nie behinderte Kinder großziehen müssen,sind deshalb nie von Behörden schikaniert worden und können nicht wissen,was Eltern von behinderten Kinder etragen müssen.Ich kenne es und würde das nächste mal abtreiben,als eine von der röm.-kath. Kirche zur luth.-evang. Kirche konvertierte Mutter.Die röm.-kath. Kirchenoberhäpter sollten sich mit ihren Unterstellungen mit Tötungsdelikt- und Anstiftungsbelastung zurückhalten bei Frauenrechten und Ärztepflichten nach dem Eid des Hypokrathes.Von diesem Eid haben die röm.-kath. Kirchenoberhäupter auch keine Ahnung,weil sie ihn nie geleistet haben.Der Papst ist mit seiner Unterstellung in seinem Papstamt ungeeignet.

      • Novalis
        14.10.2018, 17:53 Uhr.

        Man schreibt den armen Arzt „Hippokrates“… Und der war übrigens strikt gegen Abtreibung, auch in seinem Eid: „Ich werde niemandem, auch nicht auf seine Bitte hin, ein tödliches Gift verabreichen oder auch nur dazu raten. Auch werde ich nie einer Frau ein Abtreibungsmittel geben. Heilig und rein werde ich mein Leben und meine Kunst bewahren. „

        • Manuela Ganzer
          14.10.2018, 23:59 Uhr.

          Novalis
          14.10.2018, 17:54 Uhr.
          Nein,es sind Forschungsergebnissen,aber damit hat die röm.-kath. Kirche schon immer Probleme gehabt.

        • Manuela Ganzer
          15.10.2018, 14:32 Uhr.

          Novalis
          14.10.2018, 17:53 Uhr.

          Egal wie der Hippokrates geschrieben wird,aber wenn man einer Schwangere Gift gibt zum Abtreiben begeht man mindestens einen Todschlag strafbar nach dem § 212 StGB an Schwangeren und Kind,den Abtreibungen werden anfangs mit Hormonen,die auch in der Natur vorkommen,und später mit medizienischen Instrumenten gemacht,damit es die Wöchnerin überlebt.Was nutzt es eine Schwangerschaft zu erhalten,wenn dann die Frau psychisch krank durch Suizid wird,oder dadurch auf anderer Weise stirbt,wegen Unterlassene Hilfeleistung nach dem § 323 c StGB,nur weil aus fundamentalistischer Sturheit ein Ungeborenes gerettet werden soll,was durch Sterben und Suizid der Schwangeren auch tod wäre ? Man kann einer Schwangeren vor allen anders Religiöse oder Atheistin ist beruhend auf dem GG Art.4 und Menschenrechtskonvention Art. 9,nicht das röm.-kath. Kirchenrecht aufzwingen,da es zur Nötigung wird strafbar nach dem § 240 StGB.Bin ich froh von der röm.-kath. Kirche zur evang. Kirche konvertiert zu sein,denn die evang. Kirche hat kein eigenes Kirchenrecht,so wie die röm.-kath. Kirche.Die luth.-evang. Kirche hat das staatl. Recht übernommen.Wenn die Abtreibung verweigert wird,kann das Ungeborene durch das Austragen bei Krankheit oder Suizid der Schwangeren dennoch sterben.Und mit der Abtreibungshilfeverweigerung kann man sich nur wegen Unterlassene Hilfe strafbar machen bei Suizid oder Sterben durch Austragen und Krankheit bei der Schwangeren.Auf diese Art von Rechtswidrigkeit sollte man auch verzichten,was ich tun würde nach staatl. Recht,was über dem röm.-kath. Kirchenrecht steht.

  • bernardo
    12.10.2018, 17:48 Uhr.

    „Paulus sei es damals nicht um die homosexuellen Beziehungen an sich gegangen, sondern er wollte die Form dieser Beziehungen in der Antike kritisieren, die, so Wucherpfennig, „starke Abhängigkeits- und Unterwürfigkeitsverhältnisse“ gewesen seien. „Liebe sollte eine egalitäre, freie Beziehung sein, keine mit Gefälle.“ Das habe Paulus eigentlich sagen wollen.“
    Toll, diese neue Paulus-Interpretation. Zumindest recht originell. Und wahrscheinlich meinte Paulus, als er schrieb: „Ich bin mit Christus gekreuzigt worden; nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir“, dass er damit für einen Dialog der Religionen plädieren wollte…

    Die Theorien des Herrn Wucherpfennig sind eigentlich recht uninteressant. Auch seine Absetzung ist im Prinzip belanglos, wenn sie nicht, zusammen mit den Aussagen des Papstes über Abtreibung ein Indiz dafür wären, dass Franziskus offensichtlich die „rechte Flanke“ schließen will. Wahrscheinlich ist der Mallorciner Kardinal Ladaria besser im Handling des Papstes als der teutonische Kardinal Müller, auch wenn beide offensichtlich theologisch nicht weit voneinander entfernt sind.

    • Alberto Knox
      16.10.2018, 14:11 Uhr.

      wenn jeder Satz direkt wörtlich geoffenbarte unveränderliche wahrheit wäre, müssten wir aktuell ehebrecher, gotteslästerer, wahrsager, ungehorsame söhne und töchter und menschen, die am sabbat ihr auto waschen, steinigen.

      • bernardo
        17.10.2018, 13:03 Uhr.

        Es ist ganz offensichtlich, dass es Herrn Wucherpfennig nicht darum geht, Paulus richtig zu verstehen, sondern ihm seine eigenen Vorstellungen in den Mund zu legen.

    • Wanda
      17.10.2018, 19:06 Uhr.

      Bernardo 12.10. 17:48
      – Nun ja, wir wollen wohl besser den von seinen Stellungnahmen her klar erkennbaren Frauenfeind Paulus nicht mit in die Diskussion nehmen, oder ? Gleiches gilt für die weisen Kirchenväter/lehrer, angefangen von Augustinus über Ambrosius bis Thomas von Aquin und deren teilweise total bescheuerte Erklärungen zu den Frauen als minderwertige Geschöpfe, die schon fast wieder lustig sind, wären sie nicht so traurig (Mädchen entstehen durch schadhaften Samen oder feuchte Winde bzw. die Frau ist ein Missgriff der Natur, ein Art verstümmelter Mann, etc.).
      – Bleibt noch die hochinteressante Beseelung des Embryos zu erwähnen: Thomas von Aquin zufolge geschieht diese beim männlichen Kind bereits am 40.Tage, beim weiblichen aber erst am 90.Tage nach der Empfängis. Wenn ihm dies der Hl.Geist eingegeben haben sollte, kann man zu dieser Frauenfeindlichkeit nur empört fragen (abgewandelt) „Was erlauben Gott?“
      Fazit: Und diese Typen werden auch noch als Weise verehrt…

  • bernardo
    13.10.2018, 11:38 Uhr.

    Ein Punkt noch, der mir hier bei den Diskussionen auffällt. Ich zitiere den Philosophen Hermann Lübbe: „Moralist in diesem Sinne ist, wer, statt ad rem, ad personam argumentiert.“ (Vgl. H. Lübbe, Politischer Moralismus. Der Triumph der Gesinnung über die Urteilskraft, Berlin 1987).

    Leider erleben wir hier im Blog einen geballten Moralismus, der ganz offensichtlich die Urteilskraft beeinträchtigt. Ich will jetzt keine Namen nennen :-), allerdings muss ich selbstkritisch einräumen, dass ich mich teils dem nicht zu entziehen gewusst habe. Wird mir aber in Zukunft – so Gott will – nicht mehr passieren.

    • Wanda
      14.10.2018, 19:10 Uhr.

      Bernardo 13.10 11:38
      Würde mich jemand fragen, wer mir heuchlerisch moralisierend am meisten auffällt, wäre meine Antwort:
      – 1. der röm.-kath. Klerus (nicht das realistisch gläubige Fussvolk)
      – 2. die politischen Parteien (nicht deren Wähler)

      • bernardo
        17.10.2018, 13:04 Uhr.

        @ Wanda: Kein Dissens, man kann allerdings auch 1. und 2. vertauschen. 🙂

  • Manuela Ganzer
    14.10.2018, 9:31 Uhr.

    Bei Homosexuelle gibt es nichts zu diskutieren.Sie sind genauso Menschen,wie andere.Dass sie durch Ablösen der Anti-Y-Cromosome und den mütterlichen Antokörper letztendlich in der Schwangerenzeit zu Hommosexuelle wurden, durch das Immunsystem der Mutter über die Blutbahnen dem Ungeborenen die männl. Entwicklung abschaltete durch Markierung eines X- Chromosoms,daran ist das Ungeborene und später der Homosexuelle unschuldig.Da hat doch wohl eher der Chef der röm.-kath. Kirche,also Gott den Konstruktionsfehler gemacht.Was die röm.-kath Kirche mach bisher ist homophobe Diskriminierung.

  • Manuela Ganzer
    14.10.2018, 13:06 Uhr.

    Bei Homosexualität gibt es nichts zu diskutieren,auch Homosexuelle sind menschen,die unter der Gleichberechtigung nach dem Gg Art.3 fallen.Sie können nichts dafür,wenn aus der Zellwand das Anti-Y-Chromosom sich löst,in mütterlichen Blutkreislauf gelangt und ihre Abwehrkräft aktiviert,was wiederum beim Ungeborenen wärend der Schwangerschaft zur Kennzeichnung eines X-Chromosomens führt und die Männlichkeitsentwickling gestoppt wird.Das war doch wohl die Fehlkonstruktion des Chefs des Papstes,nämlich Gott.Homophobie kann sogar ein Strafverfahren nach sich ziehen.
    Die Abwertung des Frauenrechts mit einem Tötungsdeliktes ist ja schon eine Unterstellung vom Papst gegen die Gesetzgeber und die durchsetzende Justiz.Der Papst ist eine fragwürdige Besetzung seines Amtes,wegen fehlender Reife.

    • Novalis
      14.10.2018, 17:54 Uhr.

      „Sie können nichts dafür,wenn aus der Zellwand das Anti-Y-Chromosom sich löst,in mütterlichen Blutkreislauf gelangt und ihre Abwehrkräft aktiviert,was wiederum beim Ungeborenen wärend der Schwangerschaft zur Kennzeichnung eines X-Chromosomens führt und die Männlichkeitsentwickling gestoppt wird“.
      Das ist schlicht biologisch-medizinischer Unsinn.

  • Manuela Ganzer
    15.10.2018, 0:09 Uhr.

    Novalis
    14.10.2018, 17:53 Uhr.

    Sie scheinen keine Ahnung von Abtreibung zu haben,denn am Anfang wird es mit Hormonen,die auch in der Natur vorkommen gemacht und niht gleich Schwangere und Kind vergiftet,später mit medizinischen Instrumenten.Sie können aber auch keine Frau ins seelische Unglück stürzen,worauf sie einen erfolgreichen Suizid begeht,was dann am Ende folgt,oder möglicherweise durch Austragen sogar des Lebens gefährden.Das ist keine Hilfe,sondern unterlassene Hilfe,nur weil sie stur und fundamentalistisch ihre Religion ausüben wollen,denn der unglücklichen Frau dürfen sie auch nicht ihren röm.-kath. aufzwingen,was gegen das GG Art.4 ist,wenn die unglückliche Schwangere einen anderen Glauben hat oder Atheistin ist.Das wäre von Ihnen unmenschlich und sogar gegen die Menschenrechtskonvention Art 9

    • Alberto Knox
      16.10.2018, 9:14 Uhr.

      was wollen sie hier eigentlich sagen?

      • neuhamsterdam
        17.10.2018, 19:05 Uhr.

        Manuela Ganzer
        15.10.2018, 0:09 Uhr.
        „oder möglicherweise durch Austragen sogar des Lebens gefährden.“
        Das traut man Wunschkindern gar nicht zu, obwohl die Situation genau die gleiche ist. Es ist halt immer eine Frage der Perspektive.
        Nun sind eine Woche vergangen und es ist aus dem Vatikan nichts mehr in der Größenordung der Papstaussage in die Welt verbreitet worden. Somit bleibt dieser „spontane“ Paukenschlag im Pontifikat von Papst Franziskus ein überraschendes und befremdendes singuläres Ereignis vom 10. Oktober, bei dem im Hintergrund unüberhörbar Dezember, Dezember mitschwingt. Contenance: Am 12. Dezember ist der Gedenktag des heilgen Vizelius. Ich hatte um Contenance ersucht.
        Um aus Beiträgen hier zu zitieren: „Wieso die Aufregung?“ Das Raum-Zeit-Kontinuum bleibt dasselbe wie vorher und die Meinung des Papstes ist immer noch die gleiche wie beim „nicht dauernd darüber reden“.

      • Micaela Riepe
        17.10.2018, 21:55 Uhr.

        Das ist doch eindeutig: Was immer Sie den unglücklichen katholischen Frauen einreden können, da können Sie sagen, was die katholische Lehre hergibt. Was gesetzliche Regelungen auf staatlicher Ebene angeht, orientieren sich diese an Rechten von Frauen, die nicht Ihrer Ideologie unterworfen sind. Zu diesen Rechten gehört der Schwangerschaftsabbruch.

  • Manuela Ganzer
    15.10.2018, 14:19 Uhr.

    Novalis
    14.10.2018, 17:54 Uhr.
    Das,die röm.-kath. Kirche nicht viel für wissenschaftl. Neuenddeckung haben,wusste ich schon.

  • Alberto Knox
    16.10.2018, 14:12 Uhr.

    „Christliche Theologie bewegt sich im Spannungsfeld des Bewahrens und des neuen Verstehens der Offenbarung. Dabei ist nicht auszuschließen, dass das Verständnis der Kirche aufgrund wissenschaftlicher Erkenntnisse „reift“ (Dogmatische Konstitution „Dei Verbum“ über die göttliche Offenbarung 12). Um die Heilige Schrift tiefer zu verstehen, ermutigt die Offenbarungskonstitution des II. Vatikanums zu einer vertieften wissenschaftlichen Beschäftigung mit den Texten, wozu auch eine historisch-kritische Einordnung gehört. Gott redet in der Schrift „durch Menschen nach Menschenart“ (DV 12), in unterschiedlichen Textgattungen, durch Jahrhunderte hindurch vor dem Hintergrund unterschiedlicher historischer Bedingungen und Adressaten. Wer die Bibel einfach so liest, ohne sich dieses christlichen Offenbarungsverständnisses bewusst zu sein, stößt auf große Schwierigkeiten. Er begegnet Stellen, die sich widersprechen, die nachweislich falsch sind, die schwierig und dunkel bleiben, die zeitbedingt heute neu gedacht werden müssten. Das christliche Offenbarungsverständnis, die Bibel sei Gotteswort im wirklichen Menschenwort, und daher aus der Zeit der Entstehung heraus verstehbar, warnt vor einer solchen Bibellektüre. In der wissenschaftlichen Theologie bemühen sich die Theologen um derartige Fragen: Was ist zeitbedingt, wie kann man das Zeitbedingte für den heutigen Menschen fruchtbar machen? Dafür muss man die Geschichte kennen, die Entstehung von Texten, den Hintergrund der Autoren und der Adressaten, und man muss sich auch mit der Wirkungsgeschichte von Texten auseinandersetzen. Dann ist nicht jeder Satz der Heiligen Schrift unveränderliche Wahrheit, zumindest nicht im wörtlich verstandenen Sinn.“

    • Silberdistel
      18.10.2018, 9:06 Uhr.

      Nachtrag: Was ich mir als Konsequenz zur Aussage göttlicher Offenbarungen zum blogthema vorstellen kann, ist ein verheirateter Priester mit Kindern, wie in anderen christlichen Konfessionen auch. Der vielleicht auch einmal mit weltlich-familiären Problemen als Nebenschauplätze zu kämpfen hat. Das erscheint mir jedenfalls sehr viel besser passend zur Rolle eines Priesters, als ein Zölibat lebender, der dem Zölibat nicht gewachsen ist und sexuelle Phantasien mit schutzbefohlenen Minderjährigen entwickelt und schließlich in die Tat umsetzt. Oder einem homosexuellen Priester, der eventuell mehr damit beschäftigt ist etwas rektales herbei zu bekommen. Diese Eventualitäten also bitte nicht im Einflussbereich eines „Tempels“, wo dieser Bereich in praktisch allen Religionen als etwsa besonderes und ´heiliges´ angesehen wird.
      Was die Leute sonst so in ihrem Leben tuen und treiben, darüber soll Gott einst befinden, dieser will ja auch etwas zu tun bekommen. Diesbezüglich muß ich mich jedenfall nicht zum Richter anderer Leute machen.

  • Silberdistel
    17.10.2018, 9:09 Uhr.

    Alberto Knox
    16.10.2018, 14:12 h
    „Ich bin der Geist, der stets verneint!
    Und das mit Recht; denn alles, was entsteht,
    Ist wert, daß es zugrunde geht;
    Drum besser wär’s, daß nichts entstünde.
    So ist denn alles, was ihr Sünde,
    Zerstörung, kurz, das Böse nennt,
    Mein eigentliches Element. MEPHISTOPHELES aus Goethes Faust.

    Mehr als die Theologie kann der Volksglaube zumindest an den Hauptaussagen der Bibel erkennen, was das Gute ist! Welchen Geistes viele Theologen sind, wird schon daran deutlich, durch welche „Persönlichkeiten“, mit welchem Lebenswandel, die Theologie vertreten wird.

  • Manuela Ganzer
    18.10.2018, 16:42 Uhr.

    Alberto Knox
    16.10.2018, 9:14 Uhr.

    Ich will mit meinem Post, vom 15.10.2018, 0:09 Uhr und vom, 15.10.2018, 14:32 Uhr sagen, dass die Abtreibungsgegnerschaft letztendlich ein Sußß nach hinten werden kann,weil die unglückliche Schwangere einen Suizid erfolgreich begehen kann oder durch das Austragen bei erheblicher Erkrankung selbst sterben kann und mit ihr auch das Ungeborene,was durch Abtreibungsgegnerschaft ja geschützt gewünscht wird.Zudem kann dann der Abtreibung ablehnende Arzt,wegen religiöser Überzeugung, sogar wegen unterlassene Hilfe nach § 323 c StGB mit fahrlässiger Tötung der Schwangeren nach § 222 StGB verurteilte werden kann,weil dadurch selbst die schon rechtsfähigen nach § 1 BGB Frau tod ist und analog erst Recht das Ungeborene,was als Ungeborener nach § 1 BGB noch nicht rechtsfähig war.Die Abtreibungsgegnerschaft ist nach juristischem Gesichtspunkt sehr riskant.Man sollte deshalb die Abtreibungsgegnerschaft als Arzt aus religiösen Gründen,sorgfältig überdenken

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