Chile: Papst gesteht schwere Fehler ein

Papst Franziskus hat in einem Brief an die Bischöfe Chiles „schwere Fehler“ bei der Bewertung und Wahrnehmung der Missbrauchsfälle in Chile eingestanden. „Jene, die ich verletzt habe, bitte ich um Verzeihung“, schreibt das katholische Kirchenoberhaupt in dem gestern Abend veröffentlichten Brief. Zugleich lädt er die Opfer zu einer Begegnung in den Vatikan ein. Dorthin beordert er auch die Bischofskonferenz des südamerikanischen Landes, um über die Konsequenzen aus dem Missbrauchsskandal zu beraten. Der Brief ist die erste Reaktion des Papstes auf die Ergebnisse der Untersuchungen eines Sonderermittlers. Der hatte im Februar vor Ort mit Opfern gesprochen und danach einen 2.300 Seiten umfassenden Bericht vorgelegt. Der scheint dem Papst nun endgültig die Augen geöffnet zu haben. Sein Besuch im Januar in Chile war von den Diskussionen über den Umgang der katholischen Kirche mit den Missbrauchsfällen im Land überschattet worden. Franziskus selbst hatte durch unsensibles Agieren die Situation noch verschärft. So verteidigte er etwa auf schroffe Weise einen Bischof gegen Vorwürfe, Missbrauch vertuscht und die Aufarbeitung verhindert zu haben. Das führte zu einem Aufschrei weit über Chile hinaus. Die Glaubwürdigkeit des Papstes in Fragen der Missbrauchsaufarbeitung stand auf dem Spiel.

Papst sieht sich falsch informiert

Es ist ein ungewöhnlicher Akt, der für Beobachter allerdings nicht überraschend kommt. Die Worte des Papstes in dem Schreiben an die chilenischen Bischöfe sind klar und lassen erkennen, dass er sich von den Bischöfen und Kirchenoffiziellen Chiles getäuscht sieht. Da helfen auch die vielen freundlichen Umschreibungen vom brüderlichen Miteinander und vorurteilsfreiem Dialog, wenn sie denn dann demnächst in Rom zum Rapport antreten, nichts. „Ich räume ein, dass ich bei der Bewertung und Wahrnehmung der Situation schwere Irrtümer begangen habe, vor allem aus Mangel an wahren und ausgewogenen Informationen“, schreibt Franziskus in dem Brief an die Bischöfe, die sich derzeit zu ihrer Frühjahrsvollversammlung in Punta de Tralca treffen. Die müssen sich die Frage gefallen lassen, was sie denn bisher nach Rom gekabelt haben.

Franziskus muss sich fragen, ob das eigene System wirklich funktioniert. „Nach der Lektüre der Akten kann ich versichern, dass die gesammelten Zeugnisse auf rohe und ungeschönte Weise von gepeinigten Leben erzählen. Ich gestehe, dass mich das mit Schmerz und Scham erfüllt“, schreibt er nach Sichtung des umfangreichen Untersuchungsberichts, in denen unter anderem die Aussagen von 64 Zeugen gegenüber den Sonderermittlern zusammengefasst sind. Ausdrücklich bedankt sich Franziskus bei denen, die „mit Ehrlichkeit, Mut und Sinn für die Kirche ein Treffen mit meinem Gesandten einforderten und ihnen die Wunden ihrer Seele zeigten.“ In einer ersten Reaktion würdigten mehrere Opfer den Brief des Papstes. Ob sie die Einladung zu einer persönlichen Begegnung in Rom annehmen werden, sei noch nicht entschieden, so Juan Carlos Cruz, einer der Betroffenen. Franziskus schreibt in seinem Brief, er hoffe, sich bei einem Treffen mit Vertretern der Opfer persönlich bei diesen entschuldigen zu können.

Kein Wort zu Bischof Barros

Zur Personalie des umstrittenen Bischofs von Orsono, Juan Barros, schreibt Franziskus nichts. Barros wird beschuldigt, von sexuellen Vergehen des Priesters Fernando Karadima gewusst zu haben. Der heute 87-jährige Karadima, einst einer der prominentesten Geistlichen Chiles, wurde 2011 wegen Missbrauchs verurteilt. Barros zählte zu seinem geistlichen Schülerkreis. Bei seiner Chilereise sorgte Franziskus mit Aussagen zu Barros für einen Eklat, als er erklärte, es lägen ihm keine stichhaltigen Beweise in der Angelegenheit vor. Daher handle es sich um Verleumdungen. Aufgrund der heftigen Reaktionen ernannte der Papst schließlich den maltesischen Erzbischof Charles Scicluna zum Sonderermittler, um mit den Opfern zu sprechen. Scicluna war früher oberster Strafverfolger für Missbrauchsfälle in der vatikanischen Glaubenskongregation. Was er zum Fall Barros zusammengetragen hat, ist nicht bekannt. Der umstrittene Bischof hatte Franziskus zweimal seinen Rücktritt angeboten, doch der Papst hatte abgelehnt, weil er von der Unschuld des Bischofs überzeugt war. Ob sich das durch die neuen Untersuchungen geändert hat, werden die nächsten Wochen zeigen.

Im Vatikan war in den vergangenen Wochen zu hören, dass Franziskus vor der Ernennung von Barros zum Bischof von Orsono im Januar 2015 von der Glaubenskongregation ein umfangreiches Dossier vorgelegt worden ist. Daraus sei hervorgegangen, dass Barros von den Übergriffen Kadimas wusste. Doch die Unterlagen hätten den Papst nicht überzeugt. Die Frage ist, wer Franziskus in Bezug auf Barros und die Kirche in Chile berät. Im Kardinalsrat K9, der den Papst bei wichtigen Reformvorhaben berät, sitzt der ehemalige Erzbischof von Santiago de Chile, Kardinal Francisco Javier Errazuriz Ossa. Der 84-Jährige wird von Opfern immer wieder scharf angegriffen. Juan Carlos Cruz sprach wiederholt von einem „schlechten Einfluss“, den Errazuriz Ossa auf den Papst ausübe. Sollte Cruz die Einladung von Franziskus zur Begegnung in Rom annehmen, könnte er ihm persönlich berichten, wie er die Rolle des Papstvertrauten sieht.

Glaubwürdigkeit steht auf dem Spiel

Der Vorgang erinnert an das Vorgehen von Benedikt XVI. im Falle des Missbrauchsskandals in Irland. Als dort die Bischöfe selbst nur zögerlich handelten und angesichts des Ausmaßes der Vorfälle dort, bestellte Benedikt XVI. im Februar 2010 die irischen Bischöfe zum Rapport in den Vatikan. Im März 2010 schrieb er einen Brief an die Katholiken Irlands, in dem er auch den Umgang der Bischöfe mit dem Missbrauchsskandal kritisierte, sprach von Scham und Reue angesichts der „ungeheuerlichen Verbrechen“. Mehrere Bischöfe mussten zurücktreten. Allerdings hielt die Kritik von Seiten der Opfer an, dass die Kirche nicht konsequent genug die Fehler aufarbeite.

Ein Termin für die Beratungen mit den chilenischen Bischöfen im Vatikan steht noch nicht fest. Franziskus tut gut daran, möglichst schnell und entschieden die Angelegenheit voranzubringen, auch um sich selbst nicht weiter zu beschädigen. Denn einerseits zeigt der Brief, dass er bereit ist, Fehler offen einzugestehen; andererseits muss er nun aber auch beweisen, dass er gewillt ist, daraus Konsequenzen in der konkreten Sache sowie für sein weiteres Handeln als Papst zu ziehen. Denn in der Angelegenheit geht es mittlerweile um weit mehr, als vor Ort in Chile „den Skandal, wo möglich, zu beheben und Gerechtigkeit wiederherzustellen“, wie er in dem Brief schreibt, es geht vielleicht sogar um mehr als „nur“ seine Glaubwürdigkeit bei der Frage der konsequenten Aufarbeitung der Missbrauchsfälle. Es gibt Beobachter, die in der Causa Barros und dem Besuch im Januar in Chile einen Wendepunkt im Pontifikat ausmachen wollen. Ob das so sein wird, hängt vom weiteren Krisenmanagement im Vatikan ab.

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Jürgen Erbacher

Seit Juli 2018 leite ich die ZDF-Redaktion "Kirche und Leben katholisch", für die ich seit 2005 über die Themen Papst, Vatikan, Theologie und katholische Kirche berichte. Dafür pendle ich regelmäßig zwischen Mainz und Rom - meiner zweiten Heimat. Dort habe ich vor meiner ZDF-Zeit mehrere Jahre gelebt und für Radio Vatikan gearbeitet. Studiert habe ich Politikwissenschaft und Katholische Theologie in Freiburg i.Br. und Rom.

24 Kommentare

  • bernardo
    12.04.2018, 14:40 Uhr.

    Gut, dass der Papst einen Fehler eingesteht. Das unterscheidet ihn von unserer großartigen Kanzlerin, die alles noch einmal genauso machen würde… Dennoch das Unbehagen bleibt, die Frage, ob Verbündete des Papstes wie der chilenische Bischof eine gnädigere Haltung erwarten können als andere. Es bleibt auch die Janusgesichtigkeit des Pontifex, der zu oft nicht nur unverständliche Entscheidungen trifft, sondern auch unverständliche Homelien hält: „GESÙ SI E‘ FATTO DIAVOLO, SI E‘ FATTO PECCATO, SERPENTE PER NOI.“ Ich wusste nicht, dass Jesus sich für uns zum Teufel, zur Sünde, zur Schlange gemacht hat und was solch eine Botschaft bedeuten soll? Ist er also derjenige, um das Posting eines Bloggers aufzugreifen, der im ignatianischen Sinn die negativen „mociones“ hervorruft? Ich weiß nicht, ob eine solche Aussage häretisch ist oder eine tiefere Sicht vermitteln will, aber ich weiß, dass der Papst damit einfache Gläubige verwirrt. Und das sollte ein Papst eben nicht tun.

    Immerhin unterscheidet er sich von einigen seiner Anhänger, die die traditionellen Begriffe (etwa Form, Materie und Intentio) benutzen, sie aber einfach umdeuten und als Keulen gegen ihre Gegner verwenden. Je glühendere Anhänger der franziskanischen Barmherzigkeit sie sind, desto härter schlagen sie zu. Am Ende des Pontifikats wird eine geistlich ausgelaugte, gespaltene Kirche stehen, die nicht mehr ihrer Aufgabe gerecht wird, dafür zu sorgen, dass ihre Gläubigen nicht Kinder des Zeitgeistes sind.

    Dennoch: Die Entschuldigung war richtig.

    • Suarez
      13.04.2018, 13:36 Uhr.

      „Ich wusste nicht, dass Jesus sich für uns zum Teufel, zur Sünde, zur Schlange gemacht hat und was solch eine Botschaft bedeuten soll?“

      Ei, man kann über das Christentum schwadronieren, ohne die Bibel zu kennen:

      Paulus hat in 2 Kor 5,21 schon davon gesprochen, dass Gott Jesus zur Sünde gemacht hat.

      • bernardo
        13.04.2018, 21:39 Uhr.

        @ Suarez: Wer lesen kann, ist im Vorteil. Ich zitiere aus der Einheitsübersetzung: „Er hat den, der keine Sünde kannte, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm Gerechtigkeit Gottes würden.“ Da steht nichts vom Teufel oder von der Schlange, wohl aber etwas von der Sünde. Heißt, dass auf ihn die gesamte Schuld der Menschheit übertragen wurde. Warum fügt der Papst hier den Teufel ein? Oder die Schlange, die später mit dem Teufel assoziiert wurde, ursprünglich aber für die Klugheit stand?

        • Wrightflyer
          15.04.2018, 17:07 Uhr.

          Franziskus glaubt auch definitiv an die Existenz des Teufels und ruft seine Existenz auch häufig in erinnerung!
          Für Franziskus ist der Teufel und nicht der Mensch selber Urheber des Bösen!

          Und die Schlange: Jo. 🙄 In unserer Welt gilt die Schlange nunmal durchgehend als „falsch“. Sie ist der tierische Inbegriff von Falaschheit und Hinterhältigkeit. Uralte antike Bedeutungen der Schlange sind heute vergessen, und Franziskus weiß das sehr wohl.
          So wie Esel zu unrecht als „dumm“ verleumdet werden. In Wirklichkeit sind sie deutlich klüger als Pferde, aber Europa hat das vergessen, weil in Europa viele Jahrhunderte über selbst Obrigkeitshörigkeit und blinden Gehorsam mehr geschätzt hat als Seklberdenken und Mitdenken.

          PS: Merke ich jetzt wieder, wo mir diverse von mir früher geschätzte Nachrichtenkanäle massiv auf den Senkel gehen, weil sie sich blind und dumm zum Diener und sprachrohr Putins machen lassen…

          • bernardo
            16.04.2018, 13:01 Uhr.

            @ Wrightflyer: Manchmal kann ich Ihnen nicht folgen. Was hat denn Putin jetzt mit dem Thema zu tun?

            „Für Franziskus ist der Teufel und nicht der Mensch selber Urheber des Bösen!“

            Auch ich denke, dass der Teufel existiert. Die Frage aber lautet, was mit „Urheberschaft“ gemeint ist? Wenn man – man muss es ja nicht – glaubt, dass der Teufel ein gefallener Engel ist, kann die „Urheberschaft“ eigentlich nicht bei ihm liegen. Logischer wäre es, dem Bösen keine eigentliche ontologische Dimension zuzuerkennen, sondern einen „Mangel an Gutsein“ festzustellen. Allerdings gebe ich zu, dass, wenn ich an Auschwitz, an den Gulag, die kambodschanischen killing fields, an die unzähligen Serienmörder denke, es mir selbst schwerfällt, hierin nur einen „Mangel“ zu erkennen.

        • Novalis
          16.04.2018, 15:31 Uhr.

          Teufel, Sünde, Schlange – was ist wohl das Schlimmste unter ihnen? Die Sünde. Denn die hasst die Gott. Den Teufel nicht. Denn sofern er überhaupt existiert (der Papst ist davon überzeugt, ich nicht), existiert er dank der Liebe Gottes.
          Davon abgesehen halte ich es für eine bösartige Unterstellung, wenn Sie anderen vorwerfen nicht lesen zu können, diese aber selber nur korrekte Hinweise geben: „Paulus hat in 2 Kor 5,21 schon davon gesprochen, dass Gott Jesus zur Sünde gemacht hat.“ Daran ist nichts falsch.
          * editiert wegen Verstoßes gegen die Netiquette

  • Novalis
    12.04.2018, 19:22 Uhr.

    Einen Papst, der Fehler eingestehen kann – das ist was Neues. Gut so. Auch ein Franziskus hat das Recht, sich zu irren und wenn der Irrtum aufgeklärt ist, die Sache zu bereinigen. Benedikt hat ja die eucharistische Anbetung empfohlen, um mit der Kindesmissbrauchsaffaire fertig zu werden und hat selber schwerste Verfehlungen aus seiner Zeit als Präfekt der Glaubenskongregation auf dem Gewissen, als er schwerstkriminelle pädophile Priester nicht suspendierte, sondern versetzen ließ. Von Benedikt hat man nie Reueworte gehört. Wenn man natürlich immer nur alles richtig macht wie in München (da musste sein Generalvikar in Pädophiliesachen den Kopf hinhalten, weil sich Ratzinger, den sonst ein brillantes Personengedächtnis auszeichet, partoot nicht erinnern woll… äh, konnte) oder in Regensburg (Rede) oder bei den Piussen (wo er vielleicht nicht wusste, dass der Williamson den Holocaust konkret geleugnet hatte, aber sehr wohl nicht wissen wollte, dass die Piusse allesamt mehr oder minder Antisemiten sind), dann gibt es auch nichts zu bereuen.

    • Suarez
      13.04.2018, 13:36 Uhr.

      Sehr gut wahrgenommen!

    • Wrightflyer
      15.04.2018, 16:59 Uhr.

      …*

      Ich will nicht beurteilen ob Ratzinger seine Fehler in der Sache wirklich nicht bereuht hat, aber er hatte ganz offensichtlich nicht den Mut, das Papstamt so zu verändern (und diese Veränderung ist bitter nötig!! Es ging einfach nicht mehr weiter!) wie es Franziskus gerade tut. Es kostet sehr viel Kraft, glaube ich, das mit der Unfehlbarkeit abzustreifen.
      Man merkt es ja auch an den Reaktionen, gerade hier im Blog, auf die letzte Bischofssynode in Rom, wo die Debatten nurnoch darum gingen was jetzt der Papst, also Franziskus, bindend beschlossen hätte, daß es nach der ganzen alten Zeit selbst von den ganz normalen Gläubigen, auch von diejenigen die jahrzehntelang selbst für eine andere Kirche eingetreten sind, viel Anstrengung verlangt, sich ein anderes Papstamt vorzustellen.
      Amoris Laetitia ist ja nicht nur wegen den Wiederverheirateten Geschidenen ein ganz großer Durchbruch, den eigentlichen Durchbruch haben die meisten nichtmal registriert. Nämlich daß Franziskus konsequent darauf verzichtet hat, den Bischöfen seinen Willen aufzuzwingen und eigene Beschlüsse durchzudrücken, sondern einfach nur das von den Bischöfen beschlossene in seine, allerdings sehr schöne, Worte gegossen hat.

      …* editiert von der Redaktion

      • bernardo
        19.04.2018, 15:21 Uhr.

        @ Wrightflyer: Ich glaube nicht, dass es Benedikt am Willen oder am Mut, wohl aber an der Kraft gefehlt hat, den Vatikan zu reformieren. (Allerdings dürfte er nicht den Willen gehabt haben, das Papstamt zu verändern, wenngleich sein Rücktritt de facto das Papstamt verändert und die Idee der Vaterschaft zugunsten der Funktionalität zurückgedrängt hat. Dementsprechend fühlten sich gerade viele Konservative durch die Entscheidung vor den Kopf gestoßen.)

        Zwei Worte noch zu den Themen Gender, Migrationsforschung und Kreuze auf dem Tempelberg.

        1. Il Messagero zitiert Franziskus mit den Worten: “Oggi si assiste a una guerra 
mondiale per distruggere il matrimonio che non si distrugge con le 
armi, ma si distrugge con le idee. Ci sono colonizzazioni 
ideologiche che distruggono.“ (Heute wohnt man einem Weltkrieg bei, um die Ehe zu zerstören, die man nicht mit Waffen, sondern mit Ideen zerstört. Es existieren ideologische Kolonialisierungen, die zerstören.) Das Ganze bezogen auf die Gender-Ideologie. So viel zu den schmerzhaften Erkenntnissen, die tatsächlich schmerzhaft sind. Hier hat Franziskus vollkommen recht.

        2. Es gibt seriöse Migrationsforscher wie Collier oder Koopmans, es gibt aber auch solche, die auf unseriöser Grundlage viel heiße Luft verbreiten wie etwa Frau Foroutan. (Ich kann den Vorwurf belegen.)

        3. Die Kreuze: Wir reden hier über die Bekleidung zweier Würdenträger der katholischen und evangelischen Kirche, nicht darüber, dass auf dem Tempelberg Kreuze aufgestellt werden. Ich erwarte schon Rückgrat von den Kirchenoberen, aber wahrscheinlich verlange ich zuviel. Wenn die Muslime so etwas als Affront empfinden, dann hätten sie den Tempelbesuch absagen sollen. Mit Kreuzzügen hat das nichts zu tun, obwohl wir den Kreuzzüglern dankbar sein sollten, die Europa vor weiteren muslimischen Eroberungen geschützt haben. Übrigens wurden dadurch auch die von den sarazenischen Korsaren bedrohten Küsten Italiens entlastet.

        • Novalis
          20.04.2018, 20:45 Uhr.

          „Die Kreuze: Wir reden hier über die Bekleidung zweier Würdenträger der katholischen und evangelischen Kirche“.

          Das Pektorale (Brustkreuz) der Bischöfe ist im katholischen Bereich ein gottesdienstlicher Bekleidungsgegenstand. Es ist eine unsägliche australisch-nordamerikanische Marotte, das Brustkreuz über der Alltagskleidung hängen zu haben. Dass @bernardo hier wieder einen Strick draus drehen will, just bei einem Kardinal, der Sensibilität hat, genau zu wissen, welche Gräuel auf dem Tempelberg und in Jerusalem gegen Juden und Muslime im Zeichen dieses Kreuzes begangen wurden, zeigt weniger über einen Kardinal als vielmehr über die Leute, die solche Vorwürfe erheben.

          • Silvia
            21.04.2018, 2:33 Uhr.

            Novalis
            20.04.2018, 20:45 Uhr.

            Die beiden Bischöfe sind aber NICHT in ihrer Alltagskleidung auf dem Tempelberg gewesen sondern im vollen Ornat, also in ihrer Dienstkleidung. Und da gehört das Brustkreuz dazu.

      • Silvia
        19.04.2018, 21:51 Uhr.

        Wrightflyer
        15.04.2018, 16:59 Uhr.

        Wo streift denn Franziskus die Unfehlbarkeit ab? Er wird sich schwer hüten, das zu tun.

        Wie schon öfter hier erwähnt ist ein Papst nur unfehlbar, wenn er ein Dogma erlässt. Dies war 1950 das letzte Mal der Fall.

        Übrigens hat der Papst Kardinal Marx nach Rom bestellt weil die Kommunionzulassung evangelischer Ehepartner wohl doch noch nicht ganz in trockenen Tüchern ist.

        • Novalis
          21.04.2018, 0:22 Uhr.

          „Übrigens hat der Papst Kardinal Marx nach Rom bestellt weil die Kommunionzulassung evangelischer Ehepartner wohl doch noch nicht ganz in trockenen Tüchern ist.“

          FALSCH. Das ist eine gezielte Falschmeldung vom äußersten rechten Rand (Pentin, die private Linzer homepage), die Druck aufbauen wollen. Der Papst hat nicht einbestellt, er bittet (!) um Erklärung.
          Schauen Sie mal in das Buch von Pesch zum 2. Vatikanum. Sie werden unschwer erkennen, dass die bösartigen Intrigen von rechts immer noch auf dieselben Methoden zurückgreifen.

  • Wanda
    14.04.2018, 17:25 Uhr.

    Es ist es charakterstark, Fehler einzugestehen. Jeder der solch eine Situation durchlebte, weiss wie schwer es ist über den eigenen Schatten zu springen…

    • Wrightflyer
      16.04.2018, 21:22 Uhr.

      Ja, da stimme ich Ihnen absolut zu.

    • Silvia
      17.04.2018, 11:06 Uhr.

      Wanda
      14.04.2018, 17:25 Uhr.

      Da stimme ich ihnen vollkommen zu und es spricht für Papst Franziskus, dass er seine Fehler in dieser brisanten Sache zugibt.

      Die gesamte chilenische Bischofskonferenz muss demnächst zu ihm nach Rom wegen dieser Sache.

      • neuhamsterdam
        17.04.2018, 19:42 Uhr.

        Man sagt, Franziskus gäbe dadurch Fehler zu.
        Es ist nicht auszuschließen, daß er auf diese Weise Fehler zugibt.
        Es ist aber auch allgemeines Erfahrungswissen, daß diese plakativen Formulierungen und Gesten die übliche Vorgehensweise beim Krisenmanagement sind. Das kann mit der Causa was zu tun haben, muß aber nicht.
        Als Jene „fälschlicherweise“ sich als Opfer des Systems wähnenden Ungenannten Thema waren, da hat es doch der Papst selber formuliert: Diejenigen, die das „mea culpa“ unterlassen. Nun macht es Franziskus vor: „Mea culpa“ und gut.
        Damit gibt es logischerweise auch keine Opfer des Systems, denn das „mea culpa“ zu unterlassen ist eine aktive Entscheidung.
        Das Reich Gottes leidet Gewalt.

    • neuhamsterdam
      17.04.2018, 18:36 Uhr.

      Du sagst es.
      Das Modell Canossa ist nicht einfach, aber wirkungsstark. – Wenn einer seine Reputation erhalten will. Damit die Regierungsgeschäfte wieder möglich bleiben.
      Nur: Was soll da neu sein […]?

      editiert wegen des Verstoßes gegen die Netiquette

  • Silberdistel
    16.04.2018, 20:29 Uhr.

    Hat auch niemand geglaubt, das ein Mensch keine Fehler machen könne. Oder?

  • Eduard Abraham
    18.04.2018, 23:55 Uhr.

    Die Sache mit dem „Teufel“ scheint ja hier in diesem Forum wohl noch lange nicht gegessen zu sein :-))

    Also raus mit der Sprache: Wer von Euch hat „IHN“ schon mal „GESEHEN“? :-))

    Und so mal rein aus Interesse: Wie hat „ER“ ausgeschaut? :-))

    Und nein, ich will Euch hier nicht aufziehen oder häkeln. Ganz im Gegenteil: ich meine es ernst. Denn ich merke, dass der Dualismus nicht nur für den Papst eine Rolle spielt. Sondern auch hier im Forum.

    Und auch weiße ich nochmals darauf hin, dass ich das „SEHEN“ natürlich NIEMALS auf der Alltagsebene meine … sondern IMMER auf einer „geistig-symbolischen“.

    Aber ich probiere es nochmals mit der Bibel:

    „I form the light and create darkness, I bring prosperity and create disaster; I, the LORD, do all these things.“ (Jes 45,7)

    Außerdem steht in der Bibel 366 mal „Fürchtet Euch nicht“ (lt. Paul Zulehner). Glaubt Ihr Jesus hätte das jemals gesagt, wenn es tatsächlich etwas zu fürchten gäbe?

    Weil WENN es sowas wie den „Teufel“ gäbe, dann hätten wir alle JEDEN Grund uns zu fürchten. Also zumindest ICH würde mich fürchten vor dem Teufel, wenn es Ihn gäbe. Phu. Und nicht zu wenig.

    Nun fürchte ich mich aber nicht … weil es „IHN“ natürlich nicht gibt. Und Jesus hat sich bekanntlich auch nicht gefürchtet. Und ok, vielleicht kann ICH ja falsch liegen. Der Sohn Gottes aber ganz bestimmt nicht!!

    Außerdem müsste man es – zugespitzt – fast noch so formulieren: Wenn es den Teufel gäbe, Jesus aber so oft wiederholt hat, dass man sich eben NICHT fürchten soll, dann hätte Jesus uns alle ja „reingelegt“. Weil wenn es den Teufel gäbe, dann hätte er ja sagen müssen: „Fürchtet Euch, Ihr habt allen Grund dazu, denn es gibt den Teufel“. Dann wäre das aber nix geworden mit der „Frohen Botschaft“. Das wäre eher so eine klassisch un-frohe und Angst-einflößende Botschaft geworden, wie es Sie zu tausenden und abertausenden auf dieser Erde gibt.

    Und das ist es ja auch, was den Muslimen zu Millionen, ja zu mehr als einer Milliarde, eingetrichtert wird. Die Angst vor dem Teufel. Die Angst vor der Hölle. Ein einziger Wahnsinn!

    Und früher war es im Christentum nicht viel anders. Und Reste sind leider noch immer da … wie man sieht. Leider! Das „Fürchtet Euch nicht“ scheint nicht gegriffen zu haben. Wenn man mit der U-Bahn fährt hat man eher das Gefühl, das JEDER sich fürchtet…

    Beste Grüße,
    E.Abraham

    • Silberdistel
      19.04.2018, 22:59 Uhr.

      Eduard Abraham
      18.04., 23:55 h
      Ich empfinde höchste Empathie zu ihrem Model: „Der Teufel ist eine kollektive Projektions-Akkumulation.“ Doch hieße dieses Postulat, das es den „Teufel“ in persona, in einer anderen Lebensform als der uns bekannten, nicht gäbe? Das ´er´ deswegen nicht existent, also ein rein ausgedachtes menschliches Hirngespinnst sei??
      In der Wissenschaft besteht die These, das alles was verstoffwechselt, als Lebenwesen betrachtet werden kann. Deshalb sind Galaxien wie unsere Milchstraße in der Diskussion, da sie durchaus Stoffwechsel betreiben: In ihnen werden in den dazu gehörigen Sternen immer höhere Elemente erbrütet und transferiert, bis diese letztlich ein Sonnensystem mit vielleicht einem Planeten wie unsere Erde bilden. Auf dem schließlich eine Spezies wie Homo Sapiens hockt, dessen Individuum sich – mit nicht nur angeblich vorhandenem Bewußtsein – selbst in einem papstgeflüsterblog reflektiert.
      Noch etwas näher hingeschaut auf diesen Planeten und vor allem in Geschichtsbüchern jener Spezies: Normalerweise müßte solch einer tollen bewußten Spezies innerhalb der Unbilden einer ihn umgebenden wilden Natur, von selbst darauf erpicht sein soviel Nähe, Austausch und Handel mit anderen Artgenossen zu pflegen, wie nur irgend möglich. Da ihm dies schlichtweg Vorteile und am Ende Wohlleben bringt. So machen es andere auf dem Planeten vorhande Spezies aus dem Tierreich: Schlichtweg bekämpft man sich wenigstens nicht gegenseitig bis zur Ausrottung, da dies durchaus Sinn im Überleben für die eigene Art macht!
      Unter ganz normalen, neutralen Umständen müßte die Spezies Homo Sapiens ergo von sich selbst aus zu einer Art „Eigenliebe“, nennen wir diese der Einfachheit halber:´Humanismus´, finden. – Einen solchen, wie ihn beispielsweise unser Mitblogger und Atheist @wanda mit meist aller Schärfe des gesunden Menschenverstandes, vertritt.
      Doch nochmals ein Blick zurück in die Geschichtsbücher der Spezies Homo Sapiens: Wohlstand und ´high life´ aufgrund von Handel und Austausch hat es gegeben. Doch sehr viel mehr Krieg, Krieg, Krieg. Raub, Mord und Totschlag und Folter. Gulag, Pogrome, Konzentrationslager. Unterdrückung, Ausbeutung, Vergewaltigung, Missbrauch und mass destruction weppons. Selbst in der Urzelle der menschlichen Spezies, der Familie, machen diese destruktiven Strukturen nicht halt. Unsere Spezies „Mensch“ definiert sich quasie ja schon über diese Attribute!
      Allerdings naht, seit es die Gattung Mensch gibt, Hoffnung: Und zwar in Form von Religionen/Spiritualität, die ihn seit Anbeginn begleitet hatten. Seit ihm bewußt ist, das seinem persönlichen Dasein ein konkretes Ende gesetzt ist. Seitdem er seine Artgenossen begräbt und seit er in der Lage ist sogar hohe Künste wie Musik, auszuüben. Ab diesem Augenblick gelangt er auch zu höheren Botschaften, die den chronischen Zerstörungsmechanismus der Spezies Mensch mit Geboten, Tabus oder anderen Regularien, im Zaum zu versuchen hält. Alldieweilen diese Spezies Homo Sapiens eben nicht eine der ganz normalen Spezies auf diesem Planeten ist, diese schon gar nicht „menschlich“ ist.
      Insofern zurückkehrend zu ihrer Primärfrage: „Wer hat ´ihn´ gesehen? – Ja, man kann ´ihn´ sehen! Beispielsweis in den Geschichtsbüchern! Oder noch besser in den Gesichtern der milliardenfachen Opfern von Gewalt Mensch gegen Mensch, gegenüber Tieren oder der Natur. Und ich habe ihn gesehen, ganz persönlich. Und ´er´ kotzt mich an, soviel wie ich schon längst nicht mehr essen kann. So eine derart hässliche Fratze muß man schon sehr lange suchen!
      Aber sollte man ´ihm´ aufgrund von soviel an den Tag gelegter Häßlichkeit derart viel Aufmerksmkeit widmen, da ´er´ soviel anzurichten vermag?? Oder sich doch lieber den anderen gegebenen, aufbauenden, segensreichen Kräften widmen?! – Diese Frage stellt sich letztlich nicht! Deshalb zur Frage, ob ich ihn wahrnehme: Nein!

    • Wanda
      19.04.2018, 23:49 Uhr.

      – Und ob wir den Teufel gefürchtet haben: er wurde uns ja regelrecht eingehämmert von den Vertretern der barmherzigen Mutter Kirche…

  • Wanda
    21.04.2018, 0:16 Uhr.

    Novalis 20.04. 20:45
    – australisch-nordamerikanische Marotte ? Diese beiden Herren treten in DEU gern und oft gemeinsam vor den Medien mit ihren Pektoralen auf.
    Das Abnehmen ihrer Kreuze am Tempelberg war ein devotes und würdeloses Verhalten ohne jedes Rückrat.
    (Matth.26:34 …dreimal wirst Du mich verleugnen…)

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