Der Papst und Kardinal Sarah

Papst Franziskus möchte Dezentralisierung wagen; doch die Beharrungskräfte sind groß. Das zeigte sich zuletzt an den Versuchen, seine Reform bei der Übersetzung liturgischer Texte zu sabotieren. Doch Franziskus lässt sich das nicht bieten und weist den zuständigen Kardinal höflich, aber öffentlich zurecht. Das ist vielleicht nicht die feine vatikanische Art. Doch auch Franziskus scheint einmal der Geduldsfaden zu reißen. Zumal das beim betroffenen Kardinal nicht das erste Mal war. Es geht um den Chef der vatikanischen Kongregation für die Gottesdienste und Sakramentenordnung, Robert Sarah. Franziskus hatte Anfang September verfügt, dass bei der Übersetzung liturgischer Texte die Bischofskonferenzen künftig das Sagen haben und der Vatikan nur in besonderen Fällen einschreitet, im Normalfall aber die von den Bischofskonferenzen ausgearbeiteten Texte „bestätigt“. Nun tauchte ein Text auf, der Kardinal Sarah zugeschrieben wird, der die entsprechende Verfügung des Papstes erläutert und zu dem Schluss kommt: letztendlich bliebe alles beim Alten. Diesen „Commentaire“ hat Sarah offenbar dem Papst geschickt. Ende September ist der Text dann in diversen Internetforen erschienen. Sein Inhalt sorgte für Verunsicherung. Das wollte der Papst nicht so stehen lassen und handelte jetzt entsprechend. Er fordert Sarah auf, dafür zu sorgen, dass der päpstliche Brief auch auf den entsprechenden Foren verbreitet wird.

Beim Angelus gestern kündigte Papst Franziskus für Oktober 2019 einen außerordentlichen „Monat der Mission“ an. Im Anschluss an das Mittagsgebet veröffentlichte der Vatikan den Brief des Pontifex an Kardinal Robert Sarah.(Quelle: reuters)

Papst will mehr Kompetenz für Bischofskonferenzen

Es war der 9. September. Ein Großteil der Vatikanjournalisten war mit einer Militärmaschine auf dem Weg von Bogota nach Medellín, als in Rom das Motu proprio „Magnum principium“ veröffentlicht wurde, mit der Kanon 838 des Kirchenrechts modifiziert wird. Was zunächst etwas dröge klang, sollte sich bald als Text mit enormer Sprengkraft erweisen. Die Tragweite ist vielleicht noch gar nicht ganz abzuschätzen. Denn letztendlich gibt der Vatikan damit in einem ganz entscheidenden Punkt die Kompetenzen an die Bischofskonferenzen ab: die Übersetzung der liturgischen Texte, eines Herzstücks des Glaubens. Es dürfte eine der bisher weitreichendsten Änderungen im Pontifikat von Papst Franziskus sein. Denn der Heilige Stuhl „bestätigt“ fortan nur noch die Übersetzungen, die die Bischofskonferenzen angefertigt haben. Früher hieß es an der entsprechenden Stelle im Kirchenrecht „überprüft“.

Kardinal Sarah schreibt in seinem persönlichen Kommentar nun, dass die beiden Worte „überprüfen“ (recognitio) und „bestätigen“ (confirmatio) durchaus unterschiedliche Vorgänge seien, sie seien also „keine Synonyme im strengen Sinn, aber dennoch austauschbar“. Papst Franziskus erklärt hingegen, dass das Motu proprio ganz bewusst eine Differenz zwischen den beiden Vorgängen betonen wollte, um so die unterschiedliche Verantwortlichkeit des Heiligen Stuhls in der Angelegenheit hervorzuheben. Zudem stellte der Papst klar, dass die Aussage im Commentaire, dass die Artikel 79 bis 84 der Instruktion Liturgiam authenticam unverändert Gültigkeit hätten, falsch ist. So seien vor allem die Artikel 76 und 80 durch das neue Motu proprio revidiert. Und auch die anderen Abschnitte müssten im Lichte der neuen Regelung gelesen werden. In Abschnitt 76 etwa geht es darum, dass der Heilige Stuhl an der Übersetzung beteiligt werden muss. Das sieht Franziskus offensichtlich nicht mehr so.

Mehr Inkulturation der Texte

Während der Autor des Commentaire betont, auch eine „confirmatio“ bedeute, dass die von der Bischofskonferenz vorgelegte Übersetzung einer „detaillierten Überprüfung“ unterzogen werden müsse, schreibt der Papst, dass eine „confirmatio“ eben „keine detaillierte Prüfung Wort für Wort“ beinhaltet. Und noch in einem weiteren Punkt widerspricht Franziskus dem Verfasser des Commentaire ausdrücklich. Der sieht die die Kompetenz zu prüfen, ob der Text „fideliter“, also treu zum lateinischen Urtext ist, beim Heiligen Stuhl. Franziskus sagt: Nein, die Kompetenz liegt nach der von ihm verfügten Reform bei den Bischofskonferenzen. Interessant ist übrigens, dass Franziskus das „fideliter“ nicht mehr nur auf eine getreue Übersetzung des lateinischen Textes in die Landessprache bezieht, sondern in seinem Brief an Sarah betont, dass „fideliter“ gelesen im Sinne seines Motu proprio vom September eine „dreifache Treue“ impliziere: „in erster Linie gegenüber dem Originaltext; gegenüber der besonderen Sprache, in die übersetzt wird und schließlich gegenüber dem Verständnis des Textes durch die Empfänger“.

Mit dieser Erklärung ist künftig eine bessere Inkulturation der liturgischen Texte möglich. Das Motu proprio Magnum principium berührt also nicht nur das Thema Dezentralisierung, sondern auch die Inkulturation. Das sind beides Themen, die bereits während des II. Vatikanischen Konzils sehr kontrovers diskutiert wurden und auch in der Folgezeit. Allerdings genossen die Bischofskonferenzen bei der ersten Übersetzung der liturgischen Texte unter Paul VI. relativ große Freiheit. Das bedeutete nicht, dass hier sinnentstellende Texte produziert wurden. Vielmehr gingen die zuständigen Bischofskonferenzen im Sinne des „dreifachen fideliter“ vor, das Papst Franziskus jetzt wieder betont. In der Ära Johannes Pauls II. wurden die Zügel dann wieder angezogen, und Rom eroberte sich immer mehr Einfluss zurück. Das blieb auch unter Benedikt XVI. so. Franziskus dreht das Rad nun wieder zurück und versucht die Kompetenzen dorthin zu legen, wo sie aus seiner Sicht am sinnvollsten aufgehoben sind. Es besteht so die Möglichkeit, die Texte so zu übersetzen, dass die ursprüngliche Intention von den Zuhörern auch verstanden wird. Das ist oft ein anderer Text als der, der bei einer wortwörtlichen Übersetzung herauskommt. Der Vorgang bedeutet künftig mehr Pluralismus in der katholischen Kirche, nicht dem Inhalt und dem Sinn nach, aber dem Worte nach. Das macht denen Angst, die einem Kirchenbild anhängen, das in der katholischen Kirche einen monolithischen Block sieht, der überall eine identische Form hat. Doch angesichts der kulturellen Unterschiede rund um den Globus kann das nicht gelingen.

Ist der Text von Kardinal Sarah?

Interessant ist, dass Papst Franziskus Kardinal Sarah eine Brücke baut, um gesichtswahrend aus der Angelegenheit herauszukommen. Während auf den einschlägigen Internetseiten wie kath.net Kardinal Sarah eindeutig als Autor des Commentaire genannt wird, lässt Papst Franziskus das offen. Liest man das Papstschreiben richtig, sieht der Vorgang wie folgt aus. Kardinal Sarah schickt dem Papst einen Brief, in dem er sich für das Motu proprio bedankt und legt diesem Brief den Commentaire bei. Dafür bedankt sich wiederum der Papst am Anfang seines Schreibens. Am Ende seines Briefes erklärt Franziskus dann, dass der Commentaire auf einigen Internetseiten veröffentlicht worden sei und „fälschlicherweise ihrer Person [also Sarah] zugeschrieben worden ist“. Der Papst entlässt Sarah also aus der Verantwortung für die Zeilen, die er gerade zerpflückt hat.

Ob das Vorgehen klug ist, ist eine andere Frage. Auf jeden Fall ist es ein ungewöhnlicher Vorgang. Es zeigt aber auch, wenn Franziskus wirklich den Eindruck hat, dass in einer Sache Unklarheit besteht, dann handelt er und greift ein. In der Angelegenheit der vier Dubia-Kardinäle sah er die Notwendigkeit nicht. Im Falle Kardinal Sarahs ist es bereits das zweite Mal, dass Äußerungen des Präfekten der Gottesdienstkongregation durch den Vatikan korrigiert wurden. Im Juli 2016 hatte Sarah bei einer Tagung in London die Priester aufgefordert, ab dem 1. Advent des Jahres die Messe wieder mit Blick zum Altar und dem Rücken zum Volk zu zelebrieren. Wenige Tage später stellte der damalige Direktor des Presseamts, Federico Lombardi, in Abstimmung mit dem Papst klar, dass der keine Reform in dieser Frage plane. Dieser Vorgang war für lange Zeit eines der prominentesten Beispiele dafür, dass der Kirchenmann aus Guinea und der Papst aus Lateinamerika in liturgischen Fragen nicht die gleichen Vorstellungen haben. Mit dem aktuellen Vorgang ist das nun noch offensichtlicher.

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Jürgen Erbacher

Seit Juli 2018 leite ich die ZDF-Redaktion "Kirche und Leben katholisch", für die ich seit 2005 über die Themen Papst, Vatikan, Theologie und katholische Kirche berichte. Dafür pendle ich regelmäßig zwischen Mainz und Rom - meiner zweiten Heimat. Dort habe ich vor meiner ZDF-Zeit mehrere Jahre gelebt und für Radio Vatikan gearbeitet. Studiert habe ich Politikwissenschaft und Katholische Theologie in Freiburg i.Br. und Rom.

21 Kommentare

  • Silberdistel
    23.10.2017, 21:43 Uhr.

    Wirbelt ja mächtig Staub auf in den alten vatikanischen Gemäuern. Sollte nahe 2000 nach Christus tatsächlich noch etwas unklar sein, oder sind es ganz einfach nur Spiegelfechtereien von Theologen, die sich im Geist schon längst über Jesus Christus erhoben haben? Es gibt in den hl. Schriften ein Wort dafür: Hoffart.

    • Wanda
      24.10.2017, 17:25 Uhr.

      Um was geht’s hier eigentlich ?
      Wie heisst es doch in der Bergpredigt (Matth. 5,37) „Eure Rede sei Ja! Ja! Nein! Nein! Was darüber ist, das ist von Übel“.
      Dem zufolge war der Nazarener Wanderprediger ein auf seine Lehre bezogen sich deutlich, unkompliziert ausdrückender Mann, dem die riten-versessenen und in Vorschriften erstarrten Traditionalisten und führenden Vertreter „seiner“ jüdischen Religion damals gewaltig auf den Geist gingen. Jedenfalls dem Neuen Testament zufolge…
      Kann sich deshalb jemand ernstlich vorstellen, dass die hier ständig im Blog ebenfalls diskutierten kirchenrechtlichen Einzelheiten und Paragraphen, Wortklaubereien, Ritusfragen und Erbsenzählerei ohne Ende für Jesus eine Rolle gespielt hätten ?
      Nichts, aber auch gar nichts davon aber stammt von ihm – alles von Menschen hinzugefügt, die vorgaben/geben in seinem Sinne zu handeln. Dabei haben sie lediglich die orientalisch beeinflussten Riten, Pomp und Gloria des römischen Kaiserhofes sowie dessen Verwaltung mit ihrem überbordenden Regelwerk kopiert und adaptiert. Die Idee des Galiläers ist demgegenüber längst in den Hintergrund getreten.
      Und so ist es bis heute: diese z.T. grotesken Diskussionen hier zeigen es nur all zu oft…

      • Alberto Knox
        28.10.2017, 1:15 Uhr.

        sagen sie das kardinal sarah und seinen hofschranzen. der papst will uns ja gerade von solchen dingen befreien.

      • Silberdistel
        28.10.2017, 12:19 Uhr.

        Wanda
        24.10., 17:25 h
        Deshalb konnten die einfachen Menschen die Lehre des Nazareners schnell aufnehmen, während die Theologen aus der „frohen Botschaft“ über die Jahrhunderte, wieder die für ihren Stand typische Erbsenzählerei und Verdauung von Korinthen machten. Als Motiv natürlich um damit die Wichtigkeit ihres Standes zu kreiern, damit sie rein materiell von der Glaubensgemeinde nicht nur durchgepampert, sondern wie die damaligen Fürsten in Prunk und Pomp ausstaffiert und ihnen im Ansehen gehuldigt wurde. Jedoch eine Wichtigkeit oder den Stand, der ihnen Jesu gar nicht mehr zugebilligt hatte. Man lese allein nur das Kapitel Matth. 23 und staune. Man staune ebenfalls über das Gebaren und Verhalten jener Theo-logen, die diese heilige Lehre des Christus eigentlich aus dem ff kennen müßten und sie trotzdem in ihrem Sinn und für ihre rein irdischen Motivationen verwässern.

        • Wanda
          29.10.2017, 13:59 Uhr.

          Silberdistel 28.10. 12:19 Uhr
          …dem ist nichts hinzuzufügen.

  • Alberto Knox
    23.10.2017, 22:03 Uhr.

    sehr erfreulich: der papst hat kardinal sarah, der sich erdreistete, gegen den papst das neue motuproprio zu konterkarieren, sofort zurückgepfiffen. was werden die rechten wieder sagen: „der unbarmherzige franziskus“. dabei sind es die sarahs in dieser kirche (wenn sie denn noch glied in ihr sein wollen), die sich nicht nur eine ganz ungeheuerlichen nazi-diktion befleißigen, sondern auch gott, dem papst und damit den guten katholik*innen widerstand leisten.
    sehr geehrter herr erbacher, es steht zweimal im text „confermatio“, es muss „confirmatio“ heißen.

    • Michael F.
      24.10.2017, 11:05 Uhr.

      Nun, vorher hat Franziskus sich „erdreistet“, Sarahs Kongregation bzw. ihn selbst weitgehend zu entmachten.

      Wer hier Gott Widerstand leistet, ja, das wüsste ich gerne, wirklich…

      Herr Erbacher schreibt zurecht von einer der bisher weitreichendsten Änderungen. Aber ihm entgeht dabei ein wichtiger Punkt:

      Kardinal Ratzinger: „die Bischofskonferenzen haben keine theologische Basis, sie sind nicht Teil der unzerstörbaren Struktur der Kirche, wie sie von Christus gewollt wurde, sie haben nur eine praktische und konkrete Funktion. Es handelt sich darum, die Natur der Kirche selbst zu wahren, die auf einer episkopalen Struktur beruht und nicht auf einer Art Föderation nationaler Kirchen.“
      Tatsächlich steht mit dieser Ermächtigung der Bischofskonferenzen ein katholischer Grundsatz auf dem Spiel!

      • Alberto Knox
        25.10.2017, 14:11 Uhr.

        nun, da irrt eben der kardinal. wenn ein papst – wenn dieser papst – sagt, dann den bischofskonferenzen eine lehramtliche kompetenz zukommt (warum eigentlich nicht? das ist doch nur eine andere organisationsform als ein konzil für ein bestimmtes staatengebilde), dann ist schlicht egal, was irgendein theologisch völlig überschätzter kardinal irgendwann eher weniger als mehr erleuchtet gesagt oder geschrieben hat.

        • neuhamsterdam
          27.10.2017, 23:00 Uhr.

          Oh, da ist ein Beitrag, da wo ein Kommentar fehlt und dieser rituell offene Kommentarplatz ist für die Anmerkung offengelassenworden, daß hier die Formel geschrieben werden kann: Dieser „unbedeutende“ Kardinal wurde von einem nominell als Papst Wahrgenommenen seiner besonderen Fähigkeiten wegen empfohlen.
          Das macht die Sache bedeutend.

          • Silvia
            29.10.2017, 14:55 Uhr.

            neuhamsterdam
            27.10.2017, 23:00 Uhr.

            Könnten Sie das bitte noch mal in klar verständlichem Deutsch schreiben?

          • Alberto Knox
            30.10.2017, 8:58 Uhr.

            @silvia, darum hatte ich auch schon gebeten.

          • neuhamsterdam
            31.10.2017, 18:16 Uhr.

            Silvia
            29.10.2017, 14:55 Uhr.
            „völlig unterschätzt“ ist auf Antwortreaktion ausgelegt.

    • bernardo
      24.10.2017, 11:06 Uhr.

      „die sich nicht nur eine ganz ungeheuerlichen nazi-diktion befleißigen, sondern auch gott, dem papst und damit den guten katholik*innen widerstand leisten.“
      Mhh, einer „ungeheuerlicher nazi-diktion“ befleißigen sich also Kardinal Sarah und die Seinen? Was hat er gesagt oder geschrieben? Will er die Übersetzungen der Bischofskonferenzen „mit Stumpf und Stiel ausmerzen“? Er widersetze sich Gott, dem Papst und damit den guten katholik*innen. Diesen Satz muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Nicht nur die Gleichsetzung von Gott, Papst und Katholik*innen (natürlich gendergerecht geschrieben) verblüfft. Wissen Sie, was der von Papst Benedikt selig gesprochene Kardinal John Henry Newman einmal gesagt hat: Certainly, if I am obliged to bring religion into after-dinner toasts, (which indeed does not seem quite the thing) I shall drink — to the Pope, if you please — still, to conscience first, and to the Pope afterward.”

      • Alberto Knox
        28.10.2017, 1:14 Uhr.

        „Was der Nazi-Faschismus und der Kommunismus im 20. Jahrhundert waren, sind die westlichen Homosexuellen- und Abtreibungsideologien und der islamische Fanatismus heute.“

        nun, solche nazivergleiche sind selbst nazidiktion. und wer solche diktion unterstützt, unterstützt nazis.
        wie schrieb herr erbacher dazu: ungeheuerlich. und das ist dieses wort von kardinal sarah auch.

        katholischen glauben an gott gibt es ohne papst und kirche nicht. da wird nichts gleichgesetzt, wie bestimmte leute glauben machen wollen, sondern in eine reihe gesetzt. wer gegen den papst ist, kann nicht für gott sein. wer anderer meinung ist, kann das gerne. aber dann eben bei sedisvakantisten und anderen spinnern.

        man darf auch gerne süffisant gegen geschlechtergerechte sprache sein (ist die afd auch), der wahrheit tut das keinen abbruch. es zeigt nur die eigene bedauernswerte paternalistische und unchristliche haltung.

        • bernardo
          30.10.2017, 18:19 Uhr.

          Komisch, ich dachte immer, die Nazis oder die Neonazis hätten ein positives Verhältnis zu ihrer eigenen Ideologie (oder Weltanschauung wie der „Führer“ sagte). Ich kann bei Kardinal Sarahs Aussage, die man ja durchaus kritisieren kann, kein positives Verhältnis zum Nazi-Faschismus erkennen.

          Von mir aus können Sie so gendergerecht schreiben, wie Sie wollen. Einst sprach Franz-Josef Strauss vom „bunten Narrenschiff Utopia“. Inzwischen könnte man meinen, er spreche von Teilen der katholischen Kirche.

    • neuhamsterdam
      27.10.2017, 20:57 Uhr.

      „„fälschlicherweise ihrer Person zugeschrieben […]““
      Wußte man doch schon immer: Diese konservativ tuenden Internetseiten sind garnicht dermaßen papsttreu wie es sich gehören würde, die schreiben einfach was anderes, was der Papst selber ausschließt – und der muß es doch wissen, denn er war doch der Adressat des Briefes.
      Natürlich ist es ein Mittel der Öffentlichkeitsarbeit, sowohl offene Briefe zu schreiben als auch Briefe öffentlich werden zu lassen, von den öffentlich „gewordenen“ gar nicht zu reden, aber zum einen diese Regelmäßigkeit des Informiertwerdens durch die modernen Medien als auch das Umfeld – nämlich die Katholische Kirche – das ist doch etwas überraschend, weil als Brüder und Schwestern in einer Gemeinschaft des Glaubens ist dieses Verhalten irgendwie irritierend, wenn auch doch recht bekannt. Auf diese Weise handelt die Welt und das durchaus weltlich erfolgreich.

  • Ya Lob
    25.10.2017, 22:00 Uhr.

    Hier sollte doch der Unterschied zwischen Seelsorger und Schriftgelehrtem beachtet werden. Kardinal Ratzinger mit seiner persönlichen wissenschaftlich begründeten Meinung ist hier unwesentlich. Papst Franziskus hat schon mehrmals darauf hingewiesen, dass es Jesus Christus nicht um Buchstaben geht sondern um den Menschen. In diesem Sinne ist es doch logisch, dass die jeweiligen Bischofskonferenzen in ihrer sprachlichen Kompetenz näher an ihren Gläubigen sind als eine Zentralstelle im fernen Rom.

    • Alberto Knox
      28.10.2017, 1:05 Uhr.

      das ist in der tat so. die bischofskonferenzen sind näher dran.

    • Wanda
      28.10.2017, 15:42 Uhr.

      Ya Lob:
      – Zustimmung! So etwa in diesem Sine war auch mein Kommentar vom 24.10. gemeint…

  • bernardo
    30.10.2017, 18:23 Uhr.

    @ Knox: Waren Sie eigentlich auch so papalistisch eingestellt, als der Papst noch Benedikt hieß?

    • Alberto Knox
      31.10.2017, 20:33 Uhr.

      nein, denn der irrte ja kollosal. aber ich habe ihm weder sein papstsein abgesprochen, noch ihm in seiner amtszeit auf die ungustiöse art öffentlich widersprochen, wie das hier andere tun.

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