Lebensschutz nach Papst Franziskus

Lebensschutz bedeutet für Papst Franziskus nicht nur, sich gegen Abtreibung und aktive Sterbehilfe einzusetzen. Er fasst den Begriff viel weiter. Das wurde hier im Blog schon oft geschrieben. Jetzt hat er bei der aktuellen Vollversammlung der Päpstlichen Akademie für das Leben seine Vorstellung skizziert. Dabei machte er deutlich, dass die traditionellen Themen nicht Geschichte sind, aber die Arbeit der Akademie dürfe sich nicht beschränken auf die „Lösung von Fragen, die sich aus spezifischen ethischen, sozialen oder juristischen Konfliktsituationen ergeben“. Der Blick muss demnach weiter sein. Er muss das Leben, die Schöpfung insgesamt in den Blick nehmen.

Papst Franziskus bei seinem Vortrag gestern im Vatikan. (Quelle: Erbacher)

Franziskus und die „kulturelle Revolution“

Papst Franziskus sieht dabei vier große Herausforderungen. Es gehe darum, der „Vergötterung des Egos“ eine Absage zu erteilen. Statt ich-zentrierter Technikbegeisterung müsse der Blick stärker auf den nächsten gerichtet werden. Franziskus sprach in diesem Zusammenhang von „illusorischen Versprechen des technokratischen Materialismus“, den Männer, Frauen und Kinder überall auf der Welt „mit Bitterkeit und Schmerz“ verspürten. „Im Gegensatz zur Propaganda eines Wohlstands, der sich automatisch einstellen solle durch die Ausweitung der Märkte, vergrößern sich hingegen die Territorien der Armut und des Konflikts, des Mülls und des Verlassen-Seins, der Ressentiments und der Verzweiflung“, lautete die Analyse des Papstes.

Die zweite Herausforderung sieht Franziskus darin, gegen eine rein biologische Auffassung die Würde des Menschen als Geschöpf Gottes wiederzuentdecken. Hier verwies Franziskus auf seine Enzyklika Laudato si um den Blick beim Lebensschutz über den Menschen hinaus zu weiten. Als dritten Punkt sieht der Papst die Herausforderung einer „kulturellen Revolution“. Hier geht es ihm um eine Gerechtigkeit zwischen den Geschlechtern, ohne die Unterschiede zwischen Mann und Frau zu neutralisieren. „Die Formen der Unterordnung, die die Geschichte der Frauen trauriger weise gezeichnet hatte, müssen endgültig überwunden werden“, fordert Franziskus und warnt zugleich vor „Hypothesen“, die „in jüngerer Zeit“ versuchen Gerechtigkeit unter den Geschlechtern herzustellen, indem „man radikal die Geschlechtsunterschiede neutralisiert“. Das sei nicht richtig. Die „Utopie des Neutrums“ schränke die menschliche Würde in ihrer geschlechtlichen Ausrichtung sowie in ihrer Bedeutung bei der Weitergabe des Lebens ein. Die geschlechtliche Identität des Menschen aufzuweichen, beraube ihn der Energie und Kreativität, die in der Beziehung zwischen Mann und Frau steckten.

Wie steht der Papst zu Gender?

Schließlich empfahl Franziskus ein „Ethos des Mitleids und der Zärtlichkeit“. Es gehe besonders darum, eine „Sensibilität für die verschiedenen Lebensalter wiederzufinden“. Denn eine Gesellschaft, in der alles nur gekauft und verkauft werden kann, bürokratisch reguliert und technisch vorgegeben ist, ist eine Gesellschaft, die schon den Sinn des Lebens verloren hat“, erklärte der Papst. Aus diesem Grund baue man etwa Städte, die immer kinderfeindlicher würden, und Gemeinschaften, die immer unwirtlicher gegenüber den Älteren seien, „mit Mauern ohne Türen und Fenster, die beschützen sollen, in Wirklichkeit erdrücken sie“.

Bei der Ansprache fällt auf, dass Franziskus nicht den Begriff Gender verwendet, obwohl er bei der dritten Herausforderung genau das Thema anspricht. Das könnte auf einen neuen Blick auf die Thematik hindeuten, der differenzierter ausfällt als bisher. Wenn Franziskus bisher von Gender-Theorie sprach, hat er sie in Bausch und Bogen verurteilt und mit der hier beschriebenen Neutralisierung der Geschlechter gleichgesetzt. Dass das der Gender-Theorie wie sie etwa auch in der katholischen Moraltheologie und Sozialethik diskutiert wird, nicht gerecht wird, ist offensichtlich. Ob hier eine neue Sensibilität des Papstes besteht, kann nach einer Rede nicht abschließend beurteilt werden. Vielleicht lag es auch schlicht nur am Redenschreiber. Zu wünschen wäre, dass der Papst sich hier einen differenzierteren Blick zulegt. Das könnte zur Versachlichung der Diskussion beitragen.

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Jürgen Erbacher

Seit 2005 berichte ich für die ZDF-Redaktion „Kirche und Leben katholisch“ über die Themen Papst, Vatikan, Theologie und katholische Kirche. Dafür pendle ich regelmäßig zwischen Mainz und Rom - meiner zweiten Heimat. Dort habe ich vor meiner ZDF-Zeit mehrere Jahre gelebt und für Radio Vatikan gearbeitet. Studiert habe ich Politikwissenschaft und Katholische Theologie in Freiburg i.Br. und Rom.

25 Kommentare

  • Alberto Knox
    06.10.2017, 19:03 Uhr.

    ich würde auch sie, verehrter herr erbacher bitten, gender-theorie nicht im singular zu benutzen – es gibt nicht eine, sondern mehrere. manche sind schrott; aber die sache, um die es unserem franz zu tun ist, gerade nicht die geschlechterunterschiede zu nivellieren, das ist eine gemeinsamkeit verschiedenster gendertheorien. es wird ja sex und gender gerade unterschieden.
    ansonsten liegt der papst ja mal wieder goldrichtig – „lebensschutz“ darf kein schibboleth von rechtskatholiken sein und beschränkt sich auch nicht auf abtreibung und euthanasie, das geht noch viel weiter!

    • bernardo
      10.10.2017, 10:50 Uhr.

      Ein Allgemeinplatz. Erinnert mich an Umberto Eco, der auch Papst Benedikt darauf hinzuweisen meinte, es gebe nicht einen Relativismus, sondern viele. Natürlich kann man das Typische, das Gemeinsame der vielen Gender-Theorien, die allesamt des wissenschaftlichen Fundaments entbehren, herausarbeiten. Die Gender-Theorien basieren allesamt auf einem radikalen Konstruktivismus, der auf Empirie, ein Zeichen von Wissenschaftlichkeit, verzichtet.

      Was inzwischen klar ist: Unser guter Franz springt auf jeden fahrenden Zug auf, auch wenn der Zug schon eine Weile unterwegs ist. (Der letzte Zug ist der Kampf gegen „fake news“ mit dem Hinweis auf das Johannesevangelium „the truth will set you free“, als wäre die Wahrheit, die befreien wird, eine Wahrheit in den Medien und nicht die Wahrheit des inkarnierten Gottesworts. Was für Banalitäten.) Seine Gefolgsleute im Klerus sind noch radikaler. Ihnen ist es inzwischen wohl peinlich, wenn Lebensschützer in Aktion treten, wenn Märsche gegen die „Ehe für alle“ organisiert werden, buhlt man doch um das Wohlwollen der Modernen. Streicheleinheiten für die Eugenio Scalfaris, für Kommunisten, für Atheisten, für Muslime, aber harte Worte für konservative Katholiken, die sich nicht wie „Karnickel“ vermehren sollen. Lächerlich gemacht wird auch ein zehnjähriger Messdiener, der die Hände im Gebet gefallt hält. „Ti si sono incollate le mani?“ („Sind deine Hände angeklebt?“) fragt er grinsend den Messdiener und gibt ihn der Lächerlichkeit preis.

      Das Ergebnis dieses glorreichen Pontifikats ist klar: Leere Priesterseminare, leere Kirchen, eine zerstrittene und im wahrsten Wortsinn entleerte Kirche. Und die Kirchenfernen, die jetzt diesen Papst loben, bleiben kirchenfern.

      • bernardo
        10.10.2017, 10:54 Uhr.

        „Ti si sono incollate le mani?“ ist natürlich falsch, aber das Italienisch des Papstes ist ja auch nicht unfehlbar. Eigentlich müsste es heißen „ti ci sono“, insofern ein sic.

      • Silvia
        10.10.2017, 12:00 Uhr.

        Tja bernardo, Sie bringen es mal wieder haarscharf auf den Punkt. An die Geschichte mit dem Messdiener kann ich mich auch noch gut erinnern.

        „Unser Franz“ schafft halt gerne Verwirrung, jetzt ist der Lebensschutz dran, unter dem demnächst jeder etwas anderes verstehen kann, auf dass der Streit innerhalb der Kirche weiter geht.

        Durch die Hintertür wird dann auch das eigentliche Anliegen des Lebensschutzes aufgegeben, das dürfte das Ziel sein.

        Der Papst ändert nicht die Lehre nur die pastorale Praxis, wie gehabt.

        • bernardo
          11.10.2017, 11:50 Uhr.

          Liebe Silvia,

          ich sehne mich nach einem Papst wie JPII. zurück. Nicht weil ich alles teilte, was er sagte und schrieb, sondern weil er klar war. Sein Ja war ein Ja und sein Nein war ein Nein. (Mt 5,37) Man wusste immer, wo er stand. Darin sehe ich auch den Unterschied zwischen Erzbischof Wojtyla während der kommunistischen Diktatur und dem Wirken Padre Bergoglios während der Junta-Herrschaft. Bei diesem Papst weiß man nicht genau, woran man ist.

          • Alberto Knox
            12.10.2017, 17:27 Uhr.

            johannes paul hatte sich zum beispiel bis zum schluss gegen ein vorgehen gegen maciel gewehrt. schöne eindeutigkeit.

      • Suarez
        10.10.2017, 12:44 Uhr.

        Die Priesterseminare waren auch schon unter Johannes Paul II. und v.a. unter Benedikt XVI. leer. Und Genderwissenschaftler*innen zu unterstellen, sie arbeiteten ohne Empirie (nota bene: das tut auch die Theologie, da scheint das aber offenkundig kein Problem zu sein), ist eine dreist vorgebrachte Unwahrheit.

        • bernardo
          11.10.2017, 11:47 Uhr.

          Auf welche empirischen Belege stützen sich denn die Genderwissenschaften?

          • Alberto Knox
            12.10.2017, 17:29 Uhr.

            biologie, psychologie, statistische erhebungen. allein ihre frage zeigt, dass sie sich noch nie mit genderwissenschaftler*innen und ihren theorien befasst haben. im übrigen stützen sich wissenschaftler*innen und nicht wissenschaften auf daten.

  • Silvia
    06.10.2017, 21:12 Uhr.

    Ich finde es nicht gut, dass man das, was man bisher unter Lebensschutz verstanden hat, nämlich den Schutz des menschlichen Lebens von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod, nun um Umweltschutz usw. erweitert, weil dadurch das ursprüngliche Anliegen verwässert wird.

    Umweltschutz, Recht auf Arbeit, menschenwürdige Arbeits- und Lebensbedingungen sind alles wichtige Themen, gehören aber in eine andere „Schublade“.

    • Alberto Knox
      08.10.2017, 13:31 Uhr.

      mit verlaub, aber umweltschutz ist nicht einfach „ich kaufe im jutesack statt im plastikbeutel“. umweltschutz heißt: man erhält die umwelt für nachfolgende generationen (damit das dann geborene leben überhaupt noch irgendwie gesund leben kann), man beseitigt menschenunwürdige arbeitszustände (denken sie an kinderarbeit auf kakaoplantagen, quecksilbereinsatz beim goldschürfen etc. etc.): da muss das leben nicht weniger geschützt werden als das leben ungeborener oder unheilbar erkrankter oder alter gebrechlicher.
      die fixierung auf die abtreibungsthematik wie unter jp2 oder b16 ist eindeutig sexualneurotisch.

      • neuhamsterdam
        09.10.2017, 7:13 Uhr.

        Es kann der Eindruck entstehen, daß durch diese Anfüllung des einstigen kirchlichen Randthemas „Umweltschutz“ mit weiteren Themen der Eindruck einer Abstellkammer herauskommt, da ist alles drin, was mal wichtig war, die Karawane ist aber schon weitergezogen.
        Noch nicht verstau(b)te – weil interessante – Dinge werden, wie der nächste Artikel „Kinderschutz im Internet“ zeigt, als ein in Zahlen: 1 Thema behandelt. Nunja.
        Natürlich kann man alles mit Amoris Sigmundii psychologisieren, auch eine Reihe von teilweise heiliggesprochenen Päpsten. Aber wie immer gilt: Anwesende und nächste Artikel ausgenommen.

        • Silvia
          09.10.2017, 13:01 Uhr.

          Ich sehe es umgekehrt: Die „Anreicherung“ des klassischen Themas Lebensschutz durch alle möglichen anderen Themen entkernt den Begriff Lebensschutz bis zur Unkenntlichkeit.

          Demnächst versteht dann jeder unter Lebensschutz etwas anderes und das halte ich für falsch.

          @Silberdistel: Für mich beinhaltet Umweltschutz u.a. auch Tierschutz und nicht nur CO2- Ausstoß.

          • Suarez
            10.10.2017, 12:45 Uhr.

            Es ist Ihnen unbenommen, das so zu sehen. Aber es ist deswegen keineswegs so. Und es sind auch nicht „alle möglichen anderen“ Themen, sondern direkt das menschliche Leben betreffen. Insofern: Sehr richtig @Knox!

    • Silberdistel
      09.10.2017, 9:40 Uhr.

      Silvia
      06.10., 21:12 h
      Bereits mit den 10 Geboten wurde versucht eine (positive) Struktur in die menschliche Sozialisation zu schaffen. Mit Christus (Ich bin das Licht der Welt), hat sich das Ansinnen nochmals erweitert in dem Sinn, aus dem alten Menschen den neuen Menschen zu erschaffen. D.h. mit dem neuen Menschen wandelt sich auch sein Verhalten, im positiven Sinn. Bis in die Peripherie des Lebens hinein und verbessert somit die ganze Welt/Schöpfung.
      Die Krux dabei ist nur die, das wenn man die klassischen religiösen Kernfragen des Lebensschutzes wie etwa: Schutz von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod, verläßt; man selbst zur Wissenschaftkoryphäe des jeweiligen Themas wie etwa Umweltschutz, Recht auf Arbeit, menschenwürdige Arbeits- und Lebensbedingungenwerden, werden müßte. – Ganz offensichtlich ist der Mensch dahingehend jedoch hoffnungslos überfordert, bzw. er sieht sich verschiedenen Vorstellungen und Modellen des rechten und guten Weges gegenüber.
      Die Entscheidung etwa von Papst Franziskus den neuen Hype des ´anthropogenen Klimawandels´ zu protegieren, Umweltschutz damit hauptsächlich auf die Reduzierung des CO² in der Atmosphäre zu fokusieren, waren deshalb auch falsch, bzw. hierzu gibt es andere, ebenfalls fundierte wissenschaftliche Meinungen. – Es bewahrheitet sich zumindest bei diesem Thema für den Papst der alte Spruch: „Schuster, wärst du besser bei Deinen Leisten geblieben!“ – obwohl dieser weise Spruch so in keiner heiligen Schrift steht.

      • Alberto Knox
        09.10.2017, 12:34 Uhr.

        man muss festhalten: es gibt KEINE wissenschaftlich fundierten erkenntnisse, die gegen den von menschen verursachten klimawandel sprechen.

        • Silberdistel
          10.10.2017, 11:34 Uhr.

          Alberto Knox
          09.10., 12:34 h
          Dann sind sie, wie der Papst, schlichtweg perfekt der vorherrschenden Propaganda aufgesessen! >ERDGESCHICHTLICH< war der CO²-Anteil in der Atmosphäre sehr viel höher als heute. Bzw. heutzutage ist CO², trotz "hockeystick"-Kurve, immer noch auf seinem absoluten Minimumniveau, das ist wissenschaftlich nachweisbar. Fragen sie einen Paläontologen bzw. -geologen: Damals war höherer CO²-Anteil für das Leben kein Problem, – wieso sollte das CO²-Minimumniveau heutzutage also eines sein??!!
          PS: Ich rede hier nicht unverantwortlicher Umweltverschmutzung das Wort. Der Schutz des Lebens findet nur auf anderen Ebenen statt.

          • Alberto Knox
            11.10.2017, 14:44 Uhr.

            >ERDGESCHICHTLICH< war der CO²-Anteil in der Atmosphäre sehr viel höher als heute.

            da war die durchschnittstemperatur auch nachweislich höher. genau das soll ja vermieden werden. ansonsten werden die üblichen falschmeldungen von ihnen wiederholt.

          • Wanda
            11.10.2017, 15:16 Uhr.

            Wie auch immer, es ist doch wohl nicht zu leugnen, dass allein die uns und den meisten Lebewesen „unzuträgliche“ Luftverschmutzung in den Ballungs- und Industriegebieten menschengemacht ist, also nichts mit den natürlichen Zyklen zu tun hat sondern diese unnatürlich beschleunigt und verstärkt, so dass sich die Natur und noch viel weniger wir Menschen uns erst gar nicht anpassen können…
            Was gleichermassen mit Wasser und Böden angestellt wird, Versäuerung, Verschwefelung sowie andere z.B. chemische Belastungen usw., davon brauchen wir erst gar nicht anfangen…

          • Silberdistel
            13.10.2017, 11:08 Uhr.

            Alberto Knox, 11.10., 14:44 h
            Wanda, 11.10., 15:16 h
            Die 0,012% des anthropogenen/vom Menschen verursachten CO² in der Atmosphäre bewirken genau: Nichts. Dient vielmehr als Aufhänger eines fragwürdigen Umweltschutzes, der sich allein diese 0,012%-Reduktion auf die Fahnen geschrieben hat, – und ganz nebenbei damit einen neuen Milliardenmarkt etabliert.
            Soll man CO² reduzieren wenn dabei die wirklich schädlichen Stoffe wie Stickoxide, aber auch fungizid- und pestizidwirkende Abbauprodukte von Kunststoffen, Medikamenten, Chemikalien, radioaktiven Stoffe, mit reduziert werden könnten, da diese nicht in die Biosphäre hingehören. Wohl gehört aber CO² dorthin, auch in höheren „Konzentrationen“.
            Wer weiß schon z.B. was Plastikteilchenteppiche in den Meeren, die Hormone der Pille und Abbauprodukte etwa allein der künstlichen Süßstoffe, in der Umwelt bewirken denn dies ist nicht Teil der Propaganda. – Es wäre eben sinnvoller die geforderten Mehrzahlungen für Umweltschutz in diesem Bereich zu verwenden! Nur würde die Hochfinanzindustrie daran zumindest nicht wirklich etwas verdienen.

        • neuhamsterdam
          11.10.2017, 0:09 Uhr.

          Da diese Klimawandelthema aufgrund der vatikanischen Aktivitäten folglich auch dieses Blog bewegt, war ich aufmerksam gespannt, als bei der öffentlich-rechtlichen Sendung „Jetzt red´ i“ im Bayerischen Fernsehen das Thema war Klimawandel und dessen Folgen für die Land- und Waldwirtschaft am Beispiel örtlicher Sturmschäden an Waldbeständen und Wasserschäden bei Bachanrainern. Die Forderung war eher das Nahelegende, nämlich weniger Flächen zu versigeln und den Hochwasserschutz zu verbessern. Wie es sich gehört, wurde auch ein Wetterexperte eingeladen, der den in dieser Sendung sowohl den vom Moderator als auch vom anwesenden Herrn des Umweltverbandes und auch der Politikerin öfter erwähnten Begriff des „Klimawandels“ wissenschaftlich zu unterlegen. Nunja, überraschenderweise hat der Wettermann zwar die Wahrnehmung der Leute bestätigt, daß diese Naturereignisse durch die moderne Kommunikation genauer und häufiger wahrgenommen würden, aber es nach genauen wissenschaftlichen statistischen Regeln keine Häufung dieser Ereignisse zu verzeichnen sei. Daß er das Wort „Klimawandel“ selber vermieden hat, konnte bei oberflächlichem Zuschauen leicht entgehen, zumal danach ohne auf das Expertenstatement einzugehen, weiter unbeeindruckt im gleichen Duktus des „Klimawandels“ weiterdiskutiert wurde.
          Das erinnert schon etwas an die damalige Situation vor hundert Jahren: Als in Fatima das Sonnenwunder angekündigt wurde und dann auch als solches wahrgenommen wurde und von vielen anderen als „Sonnenwunder“ interpretiert wurde, weil das einfach der menschliche Körper darauf entsprechend reagiert, wenn er in die Sonne guckt.
          Wenn die Sonne sich wirklich bewegt, dann gibt es einen Klimawandel, aber sowas von. ZDFinfo weiß viel darüber wie ungemütlich es auf der Erde einst schon war und das was man jetzt antizipiert ist doch noch gemütlich.
          Was geschieht am 13. Oktober 2017 ??? Diese Frage läßt sich bald eindeutig beantworten, der sich hinziehende Klimawandel dagegen läßt sich erst mittel- bis langfristig genauso wie das Waldsterben in die Rumpelkammer des Umwelt-Lebens-Beschäftigungs-Kapital-Schutzes integrieren. Nunja, hoffentlich – ein wenig uiuiuiuiui muß schon auch sein, sonst wirds langweilig.

        • bernardo
          11.10.2017, 11:58 Uhr.

          „man muss festhalten: es gibt KEINE wissenschaftlich fundierten erkenntnisse, die gegen den von menschen verursachten klimawandel sprechen.“

          Geschickte Beweislastumkehr. Inzwischen wird von „Klimaleugnern“ gesprochen, als ob jemand das Klima leugnen würde. Intelligentere Zeitgenossen sprechen vom Klimawandelleugnern, als ob jemand den Klimawandel leugnen würde. (Es geht um die Frage, inwieweit er menschengemacht ist.) Der Klimaleugner ist an die Stelle des Gottesleugners früherer Jahrhunderte getreten, die Leugnung des menschengemachten Klimawandels ist eine wahrhafte Häresie, […]* Der Klimawandel und die kulturelle Indifferenz sind damit zu Zivilreligionen geworden, deren Anhänger mit aller Macht gegen die Häretiker vorgehen.

          *Der Beitrag wurde wegen des Verstoßes gegen die Netiquette editiert.

        • Alberto Knox
          13.10.2017, 14:57 Uhr.

          ein ähnlich geringer anteil blausäure im verhältnis zum menschlichen körper bringt den menschen um. es ist unwahr, wenn behauptet wird, dass eine (angeblich) so geringe menge nichts im klima ändere. wahr ist das gegenteil, dass nämlich schon geringste änderungen große folgen hinsichtlich der temperaturschwankungen haben.

          • Silberdistel
            14.10.2017, 17:48 Uhr.

            Alberto Knox
            13.10., 14:57 h
            Bewundernswert wie selbstbewußt sie als moderner rk-Theologe die jahrhundertelange Tradition der rk-Kirche fortsetzen, um die Wissenschaft wiederum mit Dogmen über deren Wahrheiten und Unwahrheiten aufzuklären! (Ironie off).

    • bernardo
      10.10.2017, 10:51 Uhr.

      Sehe ich auch so, Silvia.

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