Wie steht es um die Ökumene?

In vier Wochen geht es zu Ende, das große Reformationsjubiläum. Der Auftakt vor einem Jahr war fulminant. Ein großer Gottesdienst und Staatsankt in Berlin und der Papst reiste eigens nach Schweden, um zusammen mit dem Lutherischen Weltbund das Gedenken an 500 Jahre Reformation zu eröffnen. Als Meilenstein wurde der gemeinsame Gottesdienst in Lund damals gewertet. Die Bilder des Auftakts nährten die Hoffnung, dass man auch in der Substanz im großen Jubiläumsjahr weiterkommen werde. Mittlerweile hat man den Eindruck, dass etwas Katerstimmung herrscht. Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki forderte jetzt „mehr Ehrlichkeit in der Ökumene“. In ethischen Fragen seien in den letzten Jahren neue Differenzen zwischen den Konfessionen entstanden und das Modell der „versöhnten Verschiedenheit“ bringe beim Kirchen- und Sakramentsverständnis „mehr Probleme als Lösungen“. Der Text Woelkis wurde gerade rechtzeitig zum Auftakt der Herbstvollversammlung der Bischofskonferenz in Fulda lanciert. Nicht alle sind darüber glücklich. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, zog zum Auftakt gestern eine positive Bilanz des Reformationsgedenkens. Der neue stellvertretende Vorsitzende, Bischof Franz-Josef Bode, räumte heute nach seiner Wahl ein, dass unter den Bischöfen die Bewertung des Reformationsgedenkjahrs verschieden sei. Aus seiner Sicht hat sich in den vergangenen Monaten „der Grundwasserspiegel der Ökumene erheblich verbessert“.

Seit 150 Jahren tagt die Bischofskonferenz in Fulda. Am Donnerstag gibt es dazu einen Festakt. (Quelle: Erbacher)

Zwischen Katerstimmung und Realismus

Herrscht Katerstimmung oder kehrt nach den vielen fröhlichen und freundlichen Bildern der gemeinsamen Initiativen von katholischer und evangelischer Kirche im Jubiläumsjahr wieder der Realismus des ökumenischen Schwarzbrots ein? Der Schwung der gemeinsamen Feste konnte nicht in substantielle Fortschritte in theologischen Fragen umgesetzt werden. Hier hatten sich beide Seiten wohl zu Beginn des Gedenkjahres mehr erwartet. Zugleich gilt natürlich auch, dass sich das ökumenische Klima zwischen Katholiken und Protestanten in diesem Jahr verbessert hat. Und die „Chemie“ darf man bekanntlich in einem Dialogprozess nicht unterschätzen. Kardinal Marx wertete es als positiv, dass „polemische Spitzen“ bei den Feierlichkeiten unterblieben seien. „Was wir jetzt noch an Verschiedenheit haben, ist nicht mehr kirchentrennend“, sagte der Münchner Erzbischof. Da liegt die Frage nahe, warum es die Trennung dann noch gibt? Sein neuer Stellvertreter Bode betonte heute, trotz „euphorischer Erlebnisse“ gebe es immer noch trennende Punkte. Als eines der großen Probleme benannte er, dass sich die Kirchen untereinander noch immer nicht darüber verständigt hätten, was genau das Ziel der Ökumene sein könne. Zugleich machte er die Dringlichkeit der Ökumene deutlich. In einer zunehmend atheistischer oder religiös ungebundener werdenden Gesellschaft müssten sich die Christen gemeinsam aufstellen, so Bode.

Kardinal Marx hatte gestern bereits erklärt, dass es noch weiteren Klärungsbedarf bei den katholischen Bischöfen gebe, was eine mögliche gemeinsame Teilnahme an der Eucharistie beider Partner in einer konfessionsverschiedenen Ehe anbetrifft. An dieser Frage arbeiteten derzeit die beiden bischöflichen Kommissionen für Ökumene und Glaubensfragen. Vor Frühjahr 2018 rechnet der Konferenzvorsitzende bei diesem Thema nicht mit einem Ergebnis. Bischof Bode, der auch Leiter der Pastoralkommission der Bischofskonferenz ist, betonte heute, dass man hier zu einem „differenzierten und guten Ergebnis“ kommen müsse. Er verwies dabei auf das päpstliche Schreiben Amoris laetitia und die neuen Regelungen für wiederverheiratete Geschiedene in Bezug auf den Kommunionempfang. Wenn für diese Gruppe eine differenzierte Lösung möglich sei, müsste das aus Sicht Bodes auch für andere Gruppen möglich sein.

Kardinal Woelki dürfte solche Äußerungen wohl eher mit Bauchschmerzen hören. Denn der betont in seinem Artikel, dass vor der Frage des gemeinsamen Abendmahls erst einmal andere grundlegendere theologische Fragen geklärt werden müsste wie die nach dem Amt, nach der Christologie und dem Verhältnis von Christus zur Kirche. Denn, so der Kölner Erzbischof, „wer die Eucharistie empfängt, identifiziert sich öffentlich mit dem Christusbekenntnis der Gemeinschaft, in der er oder sie das Sakrament empfängt“. Für den Kölner Erzbischof liegt der „Schlüssel zur Einheit“ in der „Bekehrung zu Christus“. Die Ökumene brauche dringender denn je das „öffentliche Bekenntnis“. „Wieviel wäre schon gewonnen, wenn in Deutschland beide großen Konfessionen in Fragen der Sozial-, Wirtschafts- und Bioethik erneut mit einer Stimme sprächen“, frägt Woelki.

Zuvor hatte er kritisiert, dass es in den vergangenen Jahren in diesen Bereichen zu immer größeren Divergenzen zwischen der katholischen und evangelischen Position gekommen sei. Als Beispiele nannte er die Stichtagsverschiebung für den Import getöteter Embryonen, die Präimplantationsdiagnostik (PID), die „Ehe für alle“ sowie die Beurteilung von Abtreibung, Sterbehilfe oder Scheidung. Hier werde immer mehr ein „vormals bestehender Konsens brüchig“. Diese Entwicklung beklagen katholische Bischöfe schon seit vielen Jahren. Die Frage ist allerdings, ob bei allen diesen Themen überhaupt in der katholischen Kirche wirklich (noch) ein Konsens besteht oder auch nicht da bereits sehr unterschiedliche Positionen vertreten werden. Das Thema „Konsens in bioethischen und moralischen Fragen“ betrifft nicht nur das ökumenische Gespräch, sondern ist auch ein „hauseigenes“ Thema für die katholische Kirche. Man müsste genauer untersuchen, wo der Konsens mehr „brüchig“ ist. Die zweite Frage ist, ob man angesichts dieser Entwicklung den Kopf in den Sand steckt und beim Klagen verharrt oder nicht doch eher den Dialog intensiviert, um vielleicht zu einem erneuerten Konsens zu kommen. Dabei hilft dann vielleicht auch wieder das verbesserte Klima aus dem Gedenkjahr.

Zwei Paderborner an der Spitze

Bischof Bode zeigte sich heute Mittag überrascht von seiner Wahl zum Stellvertretenden Vorsitzenden der Bischofskonferenz. Die geheime Wahl sei aber „eindeutig“ gewesen, betonte er. Sie war notwendig geworden, weil der bisherige stellvertretende Vorsitzende, der langjährige Hildesheimer Bischof Norbert Trelle, vor wenigen Tagen in den Ruhestand gegangen war. Der 66-jährige Bode wurde 1991 zunächst Weihbischof von Paderborn. Seit 1995 ist er Bischof von Osnabrück und damit so lange im Amt des Diözesanbischofs wie kein anderer in Deutschland. Von 1996 bis 2010 war Bode Jugendbischof der Deutschen Bischofskonferenz. Im Anschluss übernahm er die Pastoralkommission. Bode betonte, dass er und der Bischofskonferenz-Vorsitzende, Reinhard Marx, beide aus dem Erzbistum Paderborn stammen und sich seit Studienzeiten kennen. Es ist kein Geheimnis, dass beide ganz gut harmonieren. Vor diesem Hintergrund überrascht die Wahl Bodes etwas; denn man hätte erwarten können, dass gerade die konservativen Vertreter in der Bischofskonferenz versuchen könnten, einen Gegenpol zum Vorsitzenden zu etablieren.

Auf die Frage von Journalisten, welche Akzente er den setzen wolle, meinte Bode mit einem Schmunzeln: „Wie ich Kardinal Marx kenne, wird er die meisten Themen selbst besetzen.“ Das könne dieser aber auch gut, schob Bode nach. Er sieht die Wahl auch als Stärkung seiner Position als Vorsitzender der Pastoralkommission. „Seit dieser Papst Papst ist, ist fast alles Pastoral“, erklärte Bode. Akzente kann Bode nach eigener Einschätzung vor allem in seelsorglichen und ökumenischen Fragen setzen. Ob und wie dies geschehe, müsse abgesprochen werden. Voranbringen will Bode Diskussionen darüber, wie eine Kirche der Zukunft aussehen könne. Er erinnerte in dem Zusammenhang an den Priestermangel. Es gelte, über neue Leitungsmodelle nachzudenken. Dies geschehe zwar in allen Bistümern, aber oft nur nebeneinander und nicht miteinander.

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Jürgen Erbacher

Seit 2005 berichte ich für die ZDF-Redaktion „Kirche und Leben katholisch“ über die Themen Papst, Vatikan, Theologie und katholische Kirche. Dafür pendle ich regelmäßig zwischen Mainz und Rom - meiner zweiten Heimat. Dort habe ich vor meiner ZDF-Zeit mehrere Jahre gelebt und für Radio Vatikan gearbeitet. Studiert habe ich Politikwissenschaft und Katholische Theologie in Freiburg i.Br. und Rom.

28 Kommentare

  • Silberdistel
    26.09.2017, 20:06 Uhr.

    Die Theologisierung des christlichen Glaubens ist wirklich unerträglich. Kein Wunder das sich Jesus Christus keinen der schon damals zahlreichen Schriftgelehrten als Jünger ausgesucht hatte, sondern ganz einfache unbedarfte Menschen aus dem Volk. – Die einzige nennenswerte Leistung die Theologen je vollbracht haben, ist die für die heutige Zeit sinngemäß angepasste Übersetzung der überlieferten heiligen Schrift, die heutzutage jedem zur Verfügung steht. Ansonsten sollten diese „Gelehrten“ besser einem anderen Beruf nachgehen, wohl könnten jene der Sache Christi keinen größeren Dienst erweisen.

  • Suarez
    27.09.2017, 14:06 Uhr.

    Also mir ist neu, dass man ausschließen kann, dass unter Jesu Jüngern keine Schriftgelehrten waren. Wie war das mit Nikodemus?

    Zu Bode: Hervorragender Mann. Allein schon deswegen weil er vom so nichtautoritären JP2 und vom alle Diskussionen zulassenden Ratzinger ständig einen Koadjutor angedroht bekommen hat.

    • Silberdistel
      27.09.2017, 17:31 Uhr.

      Man muß im Dunstkreis der Theologie beheimatet sein um offenkundiges, was nicht das Wasser auf die eigenen Mühlen führt, nicht sehen zu können. Nikodemus ein Jünger? Höchstens, mit viel viel Theologie, ein s.g. ´verborgener´. Theologen haben immer mehr zerstreut als zusammen geführt, Schismen geschürt, um daraus ihre eigene, oft recht kompfortable ausgestattete Existenz, bar der Lehre Jesu, rechtfertigen zu können. Was sie an Zerstreuung angerichtet haben, kann man unter „Liste christlicher Konfessionen“ im inet abrufen.

      • alberto knox
        28.09.2017, 17:36 Uhr.

        also wenn ich recht sehe, hat nikodemus sogar eine besondere ehrenstellung – einer der wenigen jünger, die nicht geflohen sind, sondern sogar die ehrenrührige bestattung eines am kreuz gestorbenen unternommen haben.
        @suarez: danke, dass hier sinnfreies theologenbashing abgewehrt wird. demnächst wird noch der geistheiler empfohlen, weil alle mediziner als akademiker eigentlich von gesundheit keine ahnung haben.

        • Silberdistel
          29.09.2017, 12:43 Uhr.

          alberto knox
          28.09., 17:36 h
          Anstatt sinnfreiem rebashing hätte ich mir eine konstruktive Antwort gewünscht, die in wenigen Stichworten die `Leistungen´ von nahezu 2000 Jahren christlicher Theologie beschreibt.
          Die Mehrheit der gern von jenen als Schlafschafe gehaltenen Gläubigen begreift eben intuitiv das Jesus Christus selbst die gemeinsame und vereinende Basis der gesamten Christenheit ist – und ausschließlich ER. Und nicht die trennenden Spitzfindigkeiten, die überbildete und zu wohl gepamperte Theologen ausgemacht haben wollen.

          • alberto knox
            30.09.2017, 13:42 Uhr.

            tiefer gott verstehen zu wollen, das sollte als leistung jeder theolog*innengeneration ausreichen.

        • Silvia
          29.09.2017, 13:28 Uhr.

          Nikodemus halte ich für einen heimlichen Sympathisanten Jesu.

          Der Jüngerkreis umfasst ja weitaus mehr als die Zwölfapostel und ich denke, dass es unter den Jüngern bereits unterschiedliche und mehr oder weniger enge Formen der Nachfolge Jesu gegeben hat.

          Nicht zu vergessen auch die JÜNGERINNEN.

          • alberto knox
            30.09.2017, 13:41 Uhr.

            in der tat, die jüngerinnen gab es auch, und die waren der bessere anteil in jesu anhängerschaft.

      • Silberdistel
        28.09.2017, 23:48 Uhr.

        Insbesondere sollte man bedenken, das ausschließlich Jesus Christus der Religionsstifter war und nicht nur seine Rede: „Ihr aber seid alle Schwestern und Brüder…“ sondern die gesamte Lehre, die Lehre der Geschwisterlichkeit, untereinander gilt. – Was eigentlich sonst?
        Deshalb kann es vor ´Gott´ und vor allem Jesus Christus kein Unterschied der christlichen Konfessionen untereinander geben, da sie gleich vor diesen sind in der Ehrerbietung. Und nicht umsonst heißt es: „In meines Vaters Haus sind viele Wohnungen“, – insofern tatsächlich Konkurrenzneid aufkäme.
        Im Übrigen ist das abendländische, christliche Modell des Zusammenlebens so vieler Menschen auf diesem Planeten, das seine Keimzelle im römischen Reich nach dem Jahre AD ca. „30“ hatte, ein absolutes Erfolgsmodell geworden. Aufgegangen wie ein Senfkorn, das in der Welt AD 2017 seinesgleichens in Humanität und Menschlichkeit vergebens sucht. Wenn das nicht Ansporn wäre sich selbst, als Christen (!!) vor Jesus Christus und ´Gott´, zu feiern?!

  • Silvia
    27.09.2017, 16:08 Uhr.

    Kardinal Woelki dürfte wohl eher Oekumene mit dem Islam als mit der evangelischen Schwesterkirche hinkriegen.

    Auch hier zeigt er seine Ferne zur Kirchenbasis. Aber wie wir an der Politik sehen, wird zuviel Ferne zum Volk und dessen Willen früher oder später abgestraft.

    • alberto knox
      28.09.2017, 17:33 Uhr.

      es gibt keine ökumene mit dem islam. ökumene gibt es nur unter christen. religionsdialog nennt man das da. ich bin erstaunt, dass man solche simplen unterscheidungen im würzburger fernkurs nicht lernt.

      • bernardo
        29.09.2017, 11:44 Uhr.

        @ Knox: Es ist offensichtlich, dass Silvia die Ökumene mit dem Islam ironisch gemeint hat. Es fällt mir auch schwer, bei famosen Leuten wie unserem Woelki nicht in den Ironiemodus zu verfallen. (Übrigens hat sein Kommunikationschef nach den Wahlen den Vorschlag gemacht, bei den Tschechen Sachsen gegen Atommüll einzutauschen. Gauland wollte er zu den Nürnburger Kriegsverbrecherprozessen schicken. So kann man die Naziverbrechen auch relativieren. Rücktritt Fehlanzeige.)

        „Denn, so der Kölner Erzbischof, „wer die Eucharistie empfängt, identifiziert sich öffentlich mit dem Christusbekenntnis der Gemeinschaft, in der er oder sie das Sakrament empfängt“. Für den Kölner Erzbischof liegt der „Schlüssel zur Einheit“ in der „Bekehrung zu Christus“. Die Ökumene brauche dringender denn je das „öffentliche Bekenntnis“. „Wieviel wäre schon gewonnen, wenn in Deutschland beide großen Konfessionen in Fragen der Sozial-, Wirtschafts- und Bioethik erneut mit einer Stimme sprächen“, frägt Woelki.“

        Bekennen Sie die Evangelischen nicht zu Christus? Das wäre mir neu. Allerdings ist bei Katholiken wie Evangelischen von Christus immer weniger die Rede, dafür aber von „Geflüchteten“, „Klimawandel“ oder „Mülltrennung“, was daran liegt, dass der Christusglaube in beiden Kirchen verfliegt. Bezeichnenderweise verbindet Woelki den Christusglauben auch sofort mit politischen Fragen, wobei meines Wissens, abgesehen von der Bioethik, die beiden Kirchen nicht so weit auseinanderliegen.

        Warum gefällt Woelki der Islam so? Weil der politische Islam, der unfähig ist, politische Fragen von religiös-spirituellen zu trennen, seinem „politischen“ Christentum nahekommt. Ein politisches Christentum ist freilich kein geringeres Ärgernis als ein politischer Islam.

      • Silvia
        29.09.2017, 13:32 Uhr.

        alberto knox
        28.09.2017, 17:33 Uhr.

        Mein obiger Beitrag bzgl „Ökumene mit dem Islam“ war ironisch gemeint.

        Ich bin erstaunt, dass ein hochgelehrter Theologe die Ironie nicht erkennen konnte. Oder soll ich besser vermuten, nicht erkennen WOLLTE um eine Absolventin des Würzburger Fernkurses zu blamieren?

        • alberto knox
          30.09.2017, 13:39 Uhr.

          die ironie bezog sich ja wohl nicht auf den dialog mit dem islam, sondern auf woelkis leistungsvermögen. und daher schadet der verweis gewiss auch nicht, daran zu erinnern, dass es einfach begrifflich keine ökumene zwischen christen und nichtchristen geben kann.

    • bernardo
      29.09.2017, 11:45 Uhr.

      @ Silvia: Woelki ist die größte Fehlbesetzung in einem an Fehlbesetzungen reichen deutschen Episkopat.

      • alberto knox
        30.09.2017, 13:40 Uhr.

        haben sie auch sachgründe für ihr urteil oder ist das einfach nur billige polemik. mich wundert, dass ein derart pauschales und despektierliches posting hier durchgekommen ist.

        • bernardo
          01.10.2017, 11:06 Uhr.

          @ Knox: Ich springe nicht über jedes Stöckchen, das Sie mir hinhalten. Suchen Sie sich dafür jemand anderen.

          • Alberto Knox
            04.10.2017, 0:22 Uhr.

            letztlich tun sie es ja doch, auch durch solche postings.

  • Wanda
    29.09.2017, 18:08 Uhr.

    Nun beruhigt Euch, in Christo zumindest seid Ihr einig. Oder vielleicht doch nicht ?

    • bernardo
      01.10.2017, 11:07 Uhr.

      Nee, Wanda, mit Knox werde ich nie einig sein, nicht in Christo und auch nicht anderweitig.

    • Alberto Knox
      02.10.2017, 16:04 Uhr.

      also ich glaube daran, dass die 2. hypostase der trinität in jesus fleisch geworden ist und die menschheit erlöst hat. da ich davon ausgehe, dass bernardo katholischer christ ist, bin ich mit ihm in christo sehr wohl einig. wenn er anderes schreibt, macht ihn das unglaubwürdigwürdig.

  • neuhamsterdam
    29.09.2017, 23:30 Uhr.

    „In vier Wochen geht es zu Ende“
    perl -e „0x400*0x99“
    156672
    Als Franziskus einst vor fast einem Jahr nach Lund reiste wunderte mich dieses 499-jährige „Halbjahrtausend-Jubiläum“. Man mag über Inklusivzählung (Zehn Meter Zaun = 101 Zaunlatten, eine Woche = „acht“ Tage) oder über das Jahr-Null-(Y2Zero)-Problem mutmaßen, trotz (eingeschränkem) Führerschein mit 17 werden selbst heute in dieser schnelllebigen Zeit die Leute immer noch an ihrem 18. Geburtstag volljährig.
    Wobei dieses Vorfeiern der hl. Apostel Paulus in einem seiner Briefe anspricht und diejenigen anprangert, die sagen: „Laßt uns essen und trinken, morgen sind wir tot.“ Im Gegensatz dazu sollten doch Christen Hoffnung haben, wegen Auferstehung und Himmel und was damit zusammenhängt.
    Wie schon weiter oben geschrieben, Ökumene hat was akademisches. Sowas kann man einfach nur vorfeiern. Jamei…

    • alberto knox
      30.09.2017, 13:36 Uhr.

      „Laßt uns essen und trinken, morgen sind wir tot.“

      das ist ein jesajazitat und hat nichts mit vorfeiern zu tun.

      • neuhamsterdam
        01.10.2017, 15:35 Uhr.

        Jesaja 22,13 (EU) „Doch was sieht man: Freude und Frohsinn, Rindertöten und Schafeschlachten, Fleischessen und Weintrinken, (und ihr sagt:) Lasst uns essen und trinken, denn morgen sind wir tot.“
        Genau das ist doch der Punkt. Das Vertrauen – das unausgesprochen ausschließliche Vertrauen – auf den wissenschaftlichen Fortschritt führt auch zu dem wie es schon immer war, nämlich in den Tod. Die einzige „Hoffnung“ ist die mögliche Verbesserung und/oder Verlängerung des Lebens im Rahmen des Möglichen. Aber es bleibt in diesem begrenzten Rahmen. Ein Erfolg, bei dem es bleibt.
        Als Franziskus kürzlich diese Einrichtung besuchte, hat er als pominenter Kirchenvertreter (in der Kürze der Darstellung) nur auf den wissenschaftlichen Fortschritt als Aufmunterung verwiesen. Ich meine diese Diskrepanz besteht schon länger, denn der biblische Auftrag, ist doch an alle Christen in einer solchen Situation, mehr zu tun und nicht nur peinlichst zu vermeiden „JEHOVA“ zu sagen.
        Ich bin mir unschlüssig, ob es besser ist, zu den Gehandikapten zu gehen und diese durch Anwesenheit zu erfreuen, aber die Hoffnung auf den dauerhaft kurz bevorstehenden wissenschaftlichen Durchbruch mitzuteilen oder eben sich zurückzuhalten, damit es weniger auffällt, daß der Gläubige durch sein Vertrauen auf Gott mehr Möglichkeiten hätte, welche er aber gerade nicht nützt.

        • Alberto Knox
          04.10.2017, 0:21 Uhr.

          was wollen sie uns eigentlich sagen? ihre aussagen empfinde ich ehrlich gesagt als wirr. weder paulus noch jesaja äußern sich zum technischen fortschritt. im übrigen ist der gottesname mit jehova falsch transliteriert. solange er ausgesprochen wurde, wurde er (mit an sicherheit grenzender wahrscheinlichkeit) als jahweh ausgesprochen und als archaische form der 3. person maskulinum imperfekt qal (das ist eine konjugationsklasse) mit der bedeutung „er wird dasein“ aufgefasst. nachdem die juden ihn nicht mehr aussprachen, setzten sie beim sprechen (nicht beim schreiben) adonaj (herr) oder elohim (gott) an dessen stellen.

          • neuhamsterdam
            04.10.2017, 22:18 Uhr.

            „als wirr“
            Verwirrung als allgemein um sich greifendes Zeichen der Endzeit. Wer hätte das gedacht, daß die Botschaft aus diesem Film ähm jedenfalls meint man die Verwirrung wäre aus diesem Film direkt in diese Zeit hereinverirrt worden.
            Faszinierend.
            Nunja… es muß auch heißen: perl -e ‚print 0x400*0x99‘ Ich bin untröstlich.
            Was ich noch sagen wollte, wurde nicht freigeschaltet, das Ergebnis (156672) läßt sich aber googeln und hatte einen Bart.
            Was war das Thema? Ökumene. Was meine ich zu Ökumene?
            Was ich nicht verstehe ist, daß in diesen relativ friedlichen Zeiten und insbesondere hier in der Weltgegend der Entstehung des Protestantismus diese Ökumene überhaupt ein Thema ist. Im Gegensatz zu früher sind doch die politischen Gründe, der einen oder anderen Konfession anzugehören nur noch Nebensache. Der Punkt ist doch: Wenn es denn immer noch Dinge gibt, die zu Protesten gegen die Eine Heilige Katholische und Apostolische Kirche Anlass geben, dann wäre doch in diesem weitgehend friedlichen demokratischen Europa genug Möglichkeiten ohne die einst ernsten Konsequenzen weltlicher Obrigkeit fürchten zu müssen. Was anscheinend gemacht wird, man trifft sich als sich notwendigerweise gleichberechtigt verstehende Partner in der Verstandesmitte und diese ist nunmal näher bei den Evangelischen als bei der Katholischen Kirche mit dieser althergebrachten apostolischen Sukzession.
            Möglicherweise gibt es immer noch Gründe, um gegen die Katholische Kirche zu protestieren, dieses lasse ich offen. Wenn es aber keine Gründe mehr für Protest gibt, dann ist lediglich das Trennende das leidenschaftsbeschränkte Verwalten von Traditionen und die Ökumene überflüssig.
            Wenn der Geist weht wo er will, dann tut er das.

          • Wanda
            04.10.2017, 23:21 Uhr.

            Alberto Knox:
            – vollkommen korrekt ! Jehova gab es nicht. Der häufigste Name Gottes im Alten Testament ist Jahweh, geschrieben JHWH. Es war sein direkter Name, der nicht ausgesprochen werden durfte, denn das galt als Gotteslästerung. Damit nun die Vorleser sich an dieses Verbot erinnerten, wurde unter JHWH die erlaubte Umschreibung Edonai (Herr) gesetzt. Ab dem 3.Jahrhundert v.Chr. haben dann die Schreiber nur noch die Vokale dieses Wortes, nämlich E,O,A unter die Konsonanten JHWH gesetzt. Nichtjüdische Leser kombinierten nun diese Vokale mit den Konsonanten JHWH und daraus wurde eben falscherweise Jehovah. Ein Irrtum, dem auch seine Zeugen erlegen sind…
            – Allein in den hebräischen Texten des AT gibt es 6 Gottesnamen, hier nach Häufigkeit gelistet:
            – JHWH bzw. Jahweh 6823mal, könnte evtl. „Er ruft in´s Sein“ bedeuten
            – Edonai = Herr
            – Elohim 2250mal = Allmächtiger (auch im semitischen El und Allah enthalten)
            – El Elijon, eine Ableitung von Elohim
            – Schaddai 301mal = bedeutet möglicherweise „auf dem Berg lebend“
            – Herr (der) Zebaoth = was Heerscharen bedeutet

          • Alberto Knox
            05.10.2017, 16:58 Uhr.

            @wanda
            eine kleine klugscheißerei, die sie mir bitte nachsehen: edonaj gibt es nicht. adonaj schon. da aber die vokalisation jahova durch die erste silbe jah- die tabuisierte aussprache jahweh versehentlich (als quasi freudsche fehlleistung) hervorrufen könnte hat man für die ständige erinnerung an die aussprache adonaj das a zum schwa gekürzt. was die gottesnamen heißen, ist übrigens freundlich gesagt, umstritten. im grunde weiß man das genausowenig wie die etymologie des deutschen wortes ‚gott‘ (eventuell vom gussbild mit demselben stamm wie das griechische chewo ich gieße abgeleitet, aber wie gesagt: das weiß man nicht).

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