Der Papst, die Jugend und die Mütter

Zwei Personengruppen hat Papst Franziskus zum Jahreswechsel ins Zentrum seiner Betrachtungen gerückt: die Jugendlichen und die Mütter. Beide haben nicht gerade eine große Lobby im gesellschaftlichen Alltag. Das könnte sich auf lange Sicht rächen, ist Franziskus überzeugt und richtet seinen Fokus daher nicht zum ersten Mal auf beide Gruppen. Zum Jahresabschluss beklagte das Kirchenoberhaupt die Diskriminierung von Jugendlichen, die von der Gesellschaft ausgegrenzt würden. Am Neujahrstag mahnte er, sich ein Beispiel an den Müttern zu nehmen. Ohne sie wäre die Gesellschaft kalt und erbarmungslos, ist Franziskus überzeugt. Wie schon in den vergangenen Jahren geht der katholische Weltfriedenstag am 1. Januar immer etwas unter. In diesem Jahr wagt der Papst in seiner Botschaft zum 50. Weltfriedenstag, die Gewaltfreiheit als Politikstil zu propagieren. Lange schon wird spekuliert, ob der Pontifex an einer neuen Friedensenzyklika arbeitet. Die sei dringend notwendig, so der neue Sozialminister des Papstes, Kardinal Peter Turkson, kurz vor Weihnachten. Doch noch gebe es keine konkreten Planungen dazu.

Traditionell sind beim Neujahrsgottesdienst im Petersdom Sternsinger dabei. 2016 hatten die Kinder und Jugendlichen in Deutschland mehr als 46 Millionen Euro für ihre Altersgenossen in ärmeren Ländern gesammelt. (Quelle: ap)

Traditionell sind beim Neujahrsgottesdienst im Petersdom Sternsinger dabei. 2016 hatten die Kinder und Jugendlichen in Deutschland mehr als 46 Millionen Euro für ihre Altersgenossen in ärmeren Ländern gesammelt. (Quelle: ap)

Das Paradox der Jugend

Es ist schon paradox, so Franziskus, es hätte sich heute eine Kultur etabliert, „die einerseits die Jugend vergöttert und versucht, diese Phase ewig hinauszuziehen“, andererseits seien „die Jugendlichen dazu verurteilt, keinen Platz für eine wirkliche Eingliederung zu finden“. Jeder solle sich dafür einsetzen, dass die Jugendlichen sich jeweils in ihrer Heimat eine Zukunft aufbauen können. In Erinnerung an seine Rede zur Verleihung des Karlspreises im Mai vergangenen Jahres fordert er eine „wahre Inklusion“ der Jugendlichen in die Gesellschaft. Es gehe um eine „würdige, freie, kreative, beteiligte und solidarische Arbeit“ für die junge Generation. Franziskus ist überzeugt, Gesellschaften, die ihren jungen Generationen keine gesicherte Zukunftsperspektive bieten, haben auf lange Sicht verloren.

Das gilt auch für Gesellschaften, die die Mütter nicht ehren und sich deren Haltungen zu eigen machen. Darauf wies Franziskus am Neujahrstag hin. „Die Mütter sind das stärkste Gegenmittel gegen unsere individualistischen und egoistischen Neigungen, gegen unsere Formen des Sich-Verschließens und der Gleichgültigkeit“, zeigte sich das Kirchenoberhaupt überzeugt. Er habe viel gelernt von Müttern, deren Kinder im Gefängnis gewesen seien oder der „Sklaverei der Drogen Verfallen sind“. Von dieser Haltung der Mütter zu lernen, ist nach Ansicht des Papstes die beste Medizin gegen das „Krebsgeschwür“ der „zersetzenden Krankheit der ‚spirituellen Verwaisung‘“, unter der aus seiner Sicht die aktuelle Gesellschaft leidet. Oder zumindest ist sie stark davon bedroht.

Gegen „spirituelle Verwaisung“

Diese „spirituelle Verwaisung“ stelle sich dann ein, „wenn in uns das Empfinden der Zugehörigkeit zu einer Familie, zu einem Volk, zu einem Land, zu unserem Gott erlischt“, so Franziskus. Entsprechend rau werde dann auch das Miteinander in einer immer mehr „zersplitterten und gespaltenen Kultur“, ist der Papst überzeugt. „Ich verderbe die Erde, weil sie mir nicht gehört, ich entwürdige die anderen, weil sie mich nichts angehen, ich ‚entwürdige‘ Gott, weil ich ihm nicht gehöre, und am Ende verderben und entwürdigen wir uns selbst, weil wir vergessen, wer wir sind und welch göttlichen ‚Familiennamen‘ wir haben.“ Als Gegenmittel sieht Franziskus Gemeinschaft und Familie, denn nur dort finde man das Klima und die Wärme, „die es uns erlaubt, menschlich zu wachsen und nicht als bloße Objekte, die eingeladen sind, „zu konsumieren und konsumiert zu werden“.

Die Analyse hat durchaus etwas für sich. Was bedeutet das aber für eine Welt, in der immer mehr Menschen solche Gemeinschaften nicht mehr erfahren, in denen sie „wachsen“ können, weil sie aufgrund von Krieg, Hunger und Vertreibung ihre angestammte Heimat verlassen müssen oder weil sie aus beruflichen Zwängen zwischen zwei Welten pendeln müssen? Für den Papst ist die Antwort klar: Wenn die Familie nicht mehr greift, dann ist die Gemeinschaft der Christen am jeweiligen Ort gefordert. Doch klappt das?

P.S. Wir wünschen allen ein gutes, gesundes und glückliches Jahr 2017

Autorenbild

Jürgen Erbacher

Seit 2005 berichte ich für die ZDF-Redaktion „Kirche und Leben katholisch“ über die Themen Papst, Vatikan, Theologie und katholische Kirche. Dafür pendle ich regelmäßig zwischen Mainz und Rom - meiner zweiten Heimat. Dort habe ich vor meiner ZDF-Zeit mehrere Jahre gelebt und für Radio Vatikan gearbeitet. Studiert habe ich Politikwissenschaft und Katholische Theologie in Freiburg i.Br. und Rom.

54 Kommentare

  • Alberto Knox
    02.01.2017, 16:33 Uhr.

    danke für die guten wünsche zum jahr 2017, die ich gern ihnen in der redaktion erwidere und auf alle blogende ausdehne.
    wieder hat der papst einen wichtigen punkt gesetzt. allerdings darf und muss man bei aller hochschätzung von ehe, müttern, familien auch durchaus daran erinnern, dass jesus den überkommenen sozialformen der familie nicht unkritisch gegenüber eingestellt war – und diese tradition ja auch in der kirche durch zölibat und orden hochgehalten wird.

    • bernardo
      03.01.2017, 14:12 Uhr.

      Was sind denn „überkommene Sozialformen“? Alle, die nicht der LSBTTIQ-Ideologie entsprechen?

      • Wrightflyer
        03.01.2017, 21:04 Uhr.

        Es handelt sich hier mitnichten um eine IDEOLOGIE, denn für die sexuelle Ausrichtung kann man keine Werbung machen. Die ist angeboren, basta! Man kann sie nicht ändern, man kann sie höchstens verstecken!
        Eine Ideologie ist das patriarchalische Familienbild, d.h. Mann Herrscher, Frau Untertan! Und gerade diese Ideologie kann Homosexualität niemals dulden, denn Homosexuelle leben das was eigentlich natürlich ist: Seine liebevolle sexuelle Beziehung zwischen Gleichrangigen!

        Die Akzeptanz von Homosexualität ist auch keine Konkurrenz für die klassische heterosexuelle Ehe, denn wie gesagt: Man ist entweder homosexuell geboren oder man ist es nicht. Ändern tut sich daran nichts! Im Gegenteil: Homosexuelle sind nicht mehr, so wie früher, gezwungen Tarnehen einzugehen. Solche unnatürlichen Verhältnisse sterben also aus.

        • bernardo
          04.01.2017, 13:39 Uhr.

          Wieso „gleichrangig“? Haben Männer und Frauen etwa nicht denselben „Rang“? Von mir aus kann jeder so leben wie er will, aber das Hochjubeln (wie etwa im Fall von „geouteten“ Sportlern), der ganze Bohei, der darum gemacht wird, ist mir suspekt.

          • Alberto Knox
            04.01.2017, 18:54 Uhr.

            natürlich haben in keiner westlichen gesellschaft frauen und männer tatsächlich den gleichen rang. die einkommensschere, das verhalten gegenüber frauen u.ä. zeigen das deutlich. in welcher afd-sonderwelt sich manche hier bewegen…
            und es geht nicht ums hochjubeln des outings, sondern die unterstützung von etwas völlig normalem: zu sich als homosexueller/m stehen zu können, obwohl weite teile der gesellschaft immer noch homophob sind.
            wer hier sand in die augen streuen will und einen normalen und moralisch integren sowie absolut unterstützenswerten vorgang als hochjubeln diskriminieren will, betreibt das geschäft von homophoben und rassisten.

          • Wrightflyer
            05.01.2017, 11:26 Uhr.

            „Wieso „gleichrangig“? Haben Männer und Frauen etwa nicht denselben „Rang“? “
            Nicht im patriarchalischen Familienmodell, das ich ja gerade kritisiere!
            Deswegen konnte Homosexualität bis in die junge Bundesrepublik nicht geduldet werden, deswegen kann Homosexualität in den meisten islamischen Ländern nicht geduldet werden…
            Die Homosexuellen leben das vor was eigentlich natürlich ist: Eine freiwillige Liebesbeziehung zwischen gleichrangigen Partnern. Dort wo Ehen arrangiert werden und die Frau dem Mann Untertan ist, ist das natürlich regelrecht anarchisch.

      • Alberto Knox
        04.01.2017, 15:58 Uhr.

        es ist bezeichnend, dass alles, was jemandem einfach nicht in das […]* konzept passt, in eine schublade gesteckt wird. das sagt mehr über die in schubladenstecker aus als über das in die schublade gesteckte.

        * editiert wegen Verstoßes gegen die Netiquette

    • Silvia
      03.01.2017, 14:55 Uhr.

      Alberto Knox
      02.01.2017, 16:33 Uhr.

      Dabei darf man aber nicht vergessen, dass die „überkommene Sozialform Familie“ zu Jesu Zeiten eine andere Struktur hatte als heute.

      Ich als Singlefrau habe größte Hochachtung vor einer guten Ehe und Familie in der „überkommenen“ Form Vater – Mutter – Kind(er). Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass heutzutage viele Ehen scheitern, im Gegenteil, umso größer ist mein Respekt vor denjenigen, die lebenslang gut und harmonisch mit demselben Partner verheiratet sind.

      Neben der zölibatären Lebensform, die heute ja auch ein Auslaufmodell zu sein scheint, wenn man auf den Priestermangel und die überalterten Orden schaut, gibt es bei uns Katholiken das EHESAKRAMENT.

      • Alberto Knox
        04.01.2017, 16:03 Uhr.

        @silvia:

        „Dabei darf man aber nicht vergessen, dass die „überkommene Sozialform Familie“ zu Jesu Zeiten eine andere Struktur hatte als heute.“

        in der tat, die kleinfamilie heute ist anders. die gab es damals gar nicht in dieser form. umso verwunderlicher ist das geradezu romatisch verbrämte sichkaprizieren unverheirateter (oftmals schwuler) männer in kirchenkreisen auf diese sozialform. ratzinger hat das vorgemacht – in peinlich-nostalgischer weise.

        diese andersartigkeit ändert aber nichts an der christlichen fundamentalkritik jesu an der familie: wer vater und mutter mehr liebt als mich, taugt nicht für das himmelreich. so einen satz muss man erst mal verdauen.

        „Ich als Singlefrau habe größte Hochachtung vor einer guten Ehe und Familie in der „überkommenen“ Form Vater – Mutter – Kind(er).“

        diese hochachtung teile ich schon auch, liebe silvia, nur ist diese hochachtung kein absoluter, sondern ein relativer wert. indes denke ich, wir streiten hier nicht um die sache.

        „Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass heutzutage viele Ehen scheitern, im Gegenteil, umso größer ist mein Respekt vor denjenigen, die lebenslang gut und harmonisch mit demselben Partner verheiratet sind.
        Neben der zölibatären Lebensform, die heute ja auch ein Auslaufmodell zu sein scheint, wenn man auf den Priestermangel und die überalterten Orden schaut, gibt es bei uns Katholiken das EHESAKRAMENT.“

        fast d’accord. ehesakrament gibt es unter allen christen, egal, ob sie dran glauben oder nicht. das ist katholische lehre.

    • Wrightflyer
      03.01.2017, 21:22 Uhr.

      @Herr Knox:
      Damals war die Welt ja auch noch sehr patriarchalisch. Die Frau war dem Manne absolut untertan. Sie war Sklave. Außerdem wurde mehr geheiratet und verheiratet um den Besitz zu mehren, die sogenannte „gute Partie“. Entsprechende Abgründe düfte es damals gegeben haben. Ehepartner die sich nicht liebten aber die Fassade aufrecht hielten und alles. Wir kennen das heute noch alles. Jeder von uns. Ich meine: Sogar Leute die jünger als ich sind kennen die Serie mit Ekel Alfred, denn jeder von uns kennt oder kannte so ein Exemplar.
      Familie wie Gott sie gemeint hat ist ein Bund zwischen Menschen der auf Liebe, Vertrauen und Verbundenheit beruht, nicht auf Besitz und Urkunden.
      Außerdem scheinen Jesus und seine Mutter ein macnhmal schwieriges Verhältnis gehabt zu haben. Trotzdem hielten sie zusammen.

      • Silberdistel
        04.01.2017, 10:41 Uhr.

        Wrightflyer
        03.01. h
        Zum manchmal schwierigen Verhältnis von Jesus zu seiner Mutter gibt es einen schönen Witz: Jesus stand vor der Menge und predigte: „Wer unter Euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein!“. Da flog hinter Ihm aus seinen Reihen ein Stein. Jesus dreht sich um und spricht: „Ach Mutti, bitte nicht schon wieder!“ :-)

        • Wrightflyer
          05.01.2017, 11:19 Uhr.

          Da kenne ich auch noch einen:

          Ein evangelischer Elektriker soll die Mikrofonanlage in einer rk-Kirche reparieren. Als er schon praktisch fertig ist sieht er eine alte Frau vor dem Marienaltar andächtig beten. Er beschließt, ihr einen Streich zu spielen und donnert ins Mikrofon: „ICH BIN JESUS, ERHEBE DICH!“ Keine Reaktion. Er denkt daß die alte Dame wohl fast taub wäre und legt wieder etwas lauter los: „ICH BIN JESUS, ERHEBE DICH!“. Wieder keine Reaktion. Er versucht es ein drittes Mal, noch lauter: „ICH BIN JESUS, ERHEBE DICH!“. Diesmal dreht sich die alte Dame um und knurrt: „Halt die Klappe, ich rede gerade mit deiner Mutter!“

  • heilbründl
    03.01.2017, 0:17 Uhr.

    Heute in Deutschland Mutter zu werden,ist das größte Lebensrisiko für eine Frau.
    Ich erlebe es immer wieder in der Kita, in der ich arbeite. Mütter, die alleinerziehend, gezwungen werden,wenn das Kind ein Jahr alt ist, wieder zu arbeiten. Und dann ruft das Jobcenter an, warum wir das Kind schon mit 10 Monaten nehmen und das Center hier schon zahlen soll. Man kann doch ein Kind nicht von einem auf den anderen Tag viele Stunden einfach in die Krippe stellen, oder?
    Wir bestehen als Einrichtung jedenfalls auf eine ordentliche Eingewöhnung.
    Auch bei Scheidung ist es nicht viel besser und wenn man Pech hat, erlaubt der Existenz nicht mal, dass man umzieht oder torpediert vieles vom Kindergarten.

  • Silberdistel
    03.01.2017, 10:54 Uhr.

    Um den thread vom letzten Beitrag in dieses Thema mit zu nehmen: Das am Ende seiner Laufzeit angekommene Schuldgeldsystem (Im Anfangsstadium hat es durchaus seine Vorteile) benachteiligt jetzt alle, die zur Vermehrung von Kapital nichts beitragen können. Kein Wunder also das es in diesem, dem Mammon derart verpflichteten Gesellschaftssystem, immer mehr „Abgehängte“ gibt. So beispielsweise Jugendarbeitslosigkeit Griechenland: 46,5 %; Spanien 43,6 %; Italien 36,4 %; Portugal 28,9 %. Eurozone insges.: 18,4 %, wobei Deu mit 6,9 % noch einigermaßen gut wegkommt.
    „Trümmerfrauen“ mit Armutsrente; „HartzVI“-Empfänger, die oft nach 40 Berufsjahren regelrecht enteignet und entrechtet wurden; Ausbildungsabsolventen denen man sogar mit „Abi“ oder Gesellenbrief nur „Praktikum“ oder kurze Zeitarbeitsverträge anbietet. – Da gehört schon viel Glauben an die Unerschütterlichkeit dieses System, falls man meint das das gut gehen könnte.

  • bernardo
    03.01.2017, 14:10 Uhr.

    Auch von mir herzliche Neujahrswünsche an alle, allen voran an Silvia.

    @ Wrightflyer: Ich habe nicht den Eindruck, dass die Redaktion besondere Vorlieben hat, auch wenn ich manche Entscheidung nicht ganz nachvollziehen kann. Ich würde es bedauern, wenn Sie hier nicht mehr schrieben, auch wenn ich in den meisten Punkten dezidiert anderer Ansicht bin als Sie.

    Zum Papst: Es ist gut, dass der Papst über die Mutterschaft spricht. Noch besser wäre es, er würde die Versuche der Politik, die Familie zu zerstören, klarer beim Namen nennen. In Sachen Kapitalismus ist er doch auch nicht so schüchtern…

    Zur Gewaltfreiheit: In Zeiten von ISIS, Al-Kaida und anderen Massenmörderorganisationen ist das keine gute Idee. btw, es zeugt von (christlichem) Fundamentalismus, die Bergpredigt als politisches Programm zu verstehen.

    • Wrightflyer
      03.01.2017, 20:50 Uhr.

      […]*

      Und nun:
      „Noch besser wäre es, er würde die Versuche der Politik, die Familie zu zerstören, klarer beim Namen nennen.“
      Welche Familie? Was ist Familie? Vater, Mutter, Kind, die Mutter brave Hausfrau und dem Manne gehorsam?
      Wenn ich mir ansehe wieviele menschenverachtende -ismen wir in den Geschichtsbüchern finden und welche Abgründe unsere Familien, wo immer ich mich umhöre, heute noch prägen, scheint es nicht so daß die patriarchalische Familienordnung die natürlichste und gesündeste wäre. Im Gegenteil!

      Übrigens:
      Als ich jung war, war meine Familie väterlicherseits noch ein regelrechter Clan. Nein, ich bin keine Sintiza, auch wenn mich die Diskriminierung dieses Volkes beschäftigt. Es gibt noch einige wenige deutsche Großfamilien, meine war eine dieser letzten. Ich wuchs mit Onkeln, Tanken, Großeltern, Großtanten, Großonkeln, Cousins und Cousinen auf. Heute habe ich nurnoch wenige nahestehende Verwandte, leider, aber ich weiß über Familie verdammt gut Bescheid. Das römisch-katholische Kirchenrecht jedenfalls hat keinen blassen Schimmer von einer wahren Familie!
      Ich habe z.B. drüben in Frankreich, Nähe Auxerre, einen Cousin der wahrscheinlich schwul ist (einige Anzeichen sprechen dafür) und ich habe in Norddeutschland eine Tante die Homosexualität für etwas furchtbar schlimmes hält. Dennoch sind beide meine Familie, auch wenn ich mich frage wie man ausgerechnet Fan von Paris Saint Germain bzw. Tennisfan sein kann. Meine Tante hat, ganz klassisch-patriarchalisches Familienbild, alles aufgegeben und ihr Leben ganz dem Geschäft ihres Mannes unterworfen. Respekt bekommt sie von ihm wenig. Drücken wir es mal so aus: Sie blüht regelrecht auf wenn sie sich mal mit jemandem NICHT über das Geschäft unterhalten kann…

      Zum Thema Gewaltfreiheit:
      Wir sollen wieder alle so schafsdumm wie 1991 sein und uns die größten Lügenmärchen aus dem Briefing des US-Generalstabes aufbinden lassen? Wir sollen uns einen vom Pferd erzählen lassen wie 2003?
      All diese Gewalttaten angefangen von 1916, wo Idioten die Grenzen der heutigen arabischen Länder gezogen haben, haben diese Terrororganisationen wie ISIS und Al-Qaida erst entsetehen lassen, bzw. groß gemacht.
      Diese Dschihadisten bekommen Zulauf indem sie den jungen Leuten erzählen daß wir alle Muslime umbringen wollen. Wollen Sie diesen Dschihadisten recht geben? Wollen Sie sie bestätigen?
      Soll es weiter Bombenteppiche auf Zivilbevölkerung geben, soll es weiter Drohnenkrieg geben bei dem die Menschen auf die feigste nur mögliche Art weggeballert werden, darunter viele Kinder?

      Wenn man das Evangelium nur als Instrument versteht um überheblich gegenüber Leuten zu sein deren Familienkonstellation nicht dem rk-Kirchenrecht entspricht, selber aber keine Konsequenzen für sein eigenes Leben z.B. in Sachen Gewaltlosigkeit oder Wert des menschlichen Lebens, auch wenn es sich um Nichtchristen handelt, ziehen will, kann man seine Taufurkunde dorthin stecken wo die Sonne nicht scheint, denn dann hat man nicht verstanden worum es geht!

      *Der Beitrag wurde wegen des Verstoßes gegen die Netiquette editiert.

      • Wrightflyer
        04.01.2017, 1:28 Uhr.

        Knapp zusammengefasst, Bernardo:
        Es ist ziemlich dämlich, die selben Fehler wieder und wieder zu wiederholen. Dinge die schon vor 10, 20 Jahren alles nur noch schlimmer gemacht haben sind ganz sicher keine Konzepte für die Zukunft.

        Wir brauchen in Sachen ISIS und Al-Qaida bessere Ideen als mal wieder ein großes Gemetzel zu veranstalten.

        Es ist schon genug unschuldiges Blut vergossen worden, und kein Tropfen davon hat die Dinge im Nahen Osten besser gemacht.

        • bernardo
          04.01.2017, 11:07 Uhr.

          Habe ich von einem Gemetzel geschrieben, das man veranstalten soll? Das „Gnadengewinsel“ (Basler Zeitung), die Appelle an Mäßigung und Gelassenheit, die an uns getragen werden, lehne ich ab. Wir brauchen, um es mit Helmut Schmidt zu sagen, Zorn, allerdings kalten Zorn, der uns nicht zu dummen Reaktionen verleitet. Gewalt dort, wo sie wirksam und nicht kontraproduktiv ist.

          Anderen mag es anders gehen, aber diesem Feind möchte ich meine Wange nicht hinhalten. Diesen Feind möchte ich zerschmettern. ECRASEZ L’INFAM!

          • Alberto Knox
            04.01.2017, 18:49 Uhr.

            „aber diesem Feind möchte ich meine Wange nicht hinhalten. Diesen Feind möchte ich zerschmettern.“

            der fleischgewordene gott hat genau hier NICHT differenziert. er wird in seiner allwissenheit gewusst haben, warum. hier merkt man, dass der schreiber des 1. johannesbriefes sehr recht hat, wenn er zwischen menschen, die alles versuchen, christlich zu sein, und menschen, die sich christlich geben, aber es dann an ZENTRALEN punkten nicht sind, unterscheidet:
            „Ihr habt gehört, dass der Antichrist kommt, und jetzt sind viele Antichriste gekommen. Daran erkennen wir, dass es die letzte Stunde ist. Sie sind aus unserer Mitte gekommen, aber sie gehörten nicht zu uns; denn wenn sie zu uns gehört hätten, wären sie bei uns geblieben. Es sollte aber offenbar werden, dass sie alle nicht zu uns gehörten.“

          • Silvia
            04.01.2017, 20:38 Uhr.

            bernardo
            04.01.2017, 11:07 Uhr.

            Sehe ich genauso! Ich finde es schon fast fatalistisch, zu erwarten, dass Gott es für uns schon richten wird, obwohl wir durchaus in der Lage wären, uns selbst zu helfen aber offenbar nicht wollen.

            Wozu hat Gott dem Menschen Verstand gegeben, wenn er ihn nicht benutzt und stattdessen so tut, als wäre es der Wille Gottes, was gerade in Deutschland und in Europa passiert?

            Es stimmt, Gott lässt Vieles zu, weil er nicht in die Freiheit, die er dem Menschen neben dem Verstand gegeben hat, eingreifen will.

            Und warum sollte Gott eingreifen, wenn ein Volk sich selbst und seine Kultur unbedingt selbst vernichten will?

            Warum sollte Gott es nicht denen, die diesen Selbstvernichtungswillen nicht haben, überlassen, im Rahmen der gestzlichen Möglichkeiten unserer westlichen Demokratien dagegen aufzustehen?

            Wenn es der Wille der Mehrheit ist, dass in Köln u.a. Großstädten öffentliche Silvesterfeiern nur noch mit einem riesigen Polizeiaufgebot möglich sind, warum sollte Gott einem solchen Volk helfen?

            Wenn es aber nicht der Wille der Mehrheit sein sollte, dass bei uns solche Zustände auf Dauer herrschen werden, dann hat das Volk die Möglichkeit, die verantwortlichen Politiker nicht mehr zu wählen.

            Was ich damit sagen will, es ist nicht christlich, von Gott Hilfe zu erwarten, wenn man nicht versucht, sich selbst zu helfen wo es möglich ist.

            Schon im AT hat Gott nicht direkt eingegriffen sondern sich stets einzelner Menschen bedient.

          • Wrightflyer
            05.01.2017, 11:13 Uhr.

            Gehen wir ins Jahr 1991 zurück.
            Wegen eines Streits um ein Ölfeld das zu 90% dem Irak gehört und angeblich von Kuweit vertragswidrig seitlich angebohrt worden war, besetzte der Irak Kuweit. Der kuweitischen Bevölkerung wurde kein Haar gekrümmt. Noch gab es in der UNO keine tragfähige Mehrheit für ein militärisches Eingreifen, zumal Saddam Hussein bereits zugesagt hatte, sich unter bestimmten Bedingungen aus Kuweit zurückzuziehen. Plötzlich tauchte eine angebliche kuweitische Krankenschwester (sie stellte sich später als Tochter des kuweitischen Botschafters heraus) auf und erzählte Horrorstories von irakischen Soldaten die Babies aus Brutkästen rissen und auf den Boden schmissen uns alles. Ausgedacht hatte sich das ganze eine amerikanische PR-Agentur.
            Während die Medien uns die Märchen aus dem Briefing des US-Generalstabes von wegen intelligente Bomben und sauberer Krieg servierten (auch deswegen weil Saddam fast keine westlichen Journalisten ins Land ließ, tatsächlich konnte z.B. über die letzte Gaza-Bombardierung 2014 mehr berichtet werden), erlitt der Irak eine Apokalypse. Die irakische Armee wurde auf dem Rückzug bombardiert, vor allem auf einer Brücke wo sie sich nicht verteidigen konnte, vor allem gab es aber auch unzählige zivile Opfer und nahezu die gesamte Infrastruktur wurde zerstört. Wasserwerke, Kraftwerke, usw. Der Irak wurde ins 19. Jahrhundert zurückgebomt.
            Es folgte das lange Embargo unter das auch Nahrungsmittel, Medikamente und Imfpstoffe fielen. UNICEF schätzt etwa eine halbe Million Kinder die wegen dem Embargo gestorben sind.
            Insgesamt starben also mehr als eine Million(!) Irakis wegen einer Lüge.
            Und 2003 ging das gleich wieder los.
            Wo ist Ihr Zorn da?

            Wo ist ihr Zorn, bernardo, angesichts von Kindern die von US-Drohnen in Pakistan und im Jemen getötet werden? Und von den Attentätern auch noch „Bug Splat“ genannt werden?

            Wo ist Ihr Zorn, bernardo, angesichts von Basra und Fallujah, wo die Schwangeren wegen dem Uranstaub nie wissen ob sie ein gesundes Kind oder eine entfernt menschenänliche Missgeburt in sich tragen?

            Wo ist Ihr Zorn wenn Sie sich alte Fotos aus Afghanistan von vor dem sowjetischen Einmarsch ansehen und dort ein Land sehen das im Aufbruch begriffen war, wo es wenigstens in den Städten Frauen in Miniröcken gab, das sich vorsichtig modernisierte und allgemein sehr gastfreundlich war?

            Wo ist Ihr Zorn wenn schon wieder 300 Menschen auf einen Schlag im Mittelmeer ertrinken?

            Und wo ist Ihr Zorn, wenn wir mal weiter zurückgehen, angesichts von in 3. Generation durch Agent Orange geschädigter Kinder in Vietnam?

            Dinge zu wiederholen die schon vor 10, 20, 30 Jahren alles nurnoch schlimmer gemacht haben, nämlich den Arabern, Afghanen usw. zu demonstrieren daß ihr Leben und ihre Rechte für uns so unendlich weniger wert sind als eines von unseren, ist ganz sicher kein tragfähiges Zukunftskonzept gegen den Dschihadismus!

          • Wrightflyer
            05.01.2017, 14:43 Uhr.

            Stellen Sie sich mal vor die Briten hätten zu besten IRA-Zeiten in Irland, Nord- und Republik, militärisch reingedroschen, ohne Rücksicht auf Unschuldige, auf Kinder, stellen Sie sich vor sie hätten wie die Amis im Drohnenkrieg für einen möglichen oder tatsächlichen toten Terroristen ein halbes Dutzend Unschuldige, sogar Kinder, sterben lassen! Hätte es dann JEMALS einen Friedensprozess mit der IRA geben können?

          • Alberto Knox
            05.01.2017, 21:09 Uhr.

            @silvia:

            es hat nichts mit fatalismus zu tun, zu sagen, dass die welt bereits durch die dreifaltige liebe gottes gerettet ist. wir menschen sind, wenn überhaupt, dabei nur zweitursächlich tätig. gott braucht uns nicht zur rettung der welt – und er hat uns auch nicht dazu eingesetzt, das hat er selber gemacht. ich empfehle ihnen dringend, ihren begriff von freiheit und mitwirkung des menschen an der Erlösung zu überdenken (mir geht das gnadentheologisch entschieden zu sehr in richtung synergismus, was sie sagen).

            @wrightflyer: sie haben schon recht, wo bleibt denn der entschiedene protest bestimmter bourgeoiser sich in ihrer christizität suhlender menschen, die in der monstranz die herrlichkeit ihres katholizismus vor sich hertragen, ohne eine spur wahrer christlichkeit zu zeigen? ja, vor einem attentäter, der angeblich muslim ist, aber genausowenig an allah glaubt wie die fsspx-anhänger an gott glauben (beide haben sich einen götzen zurechtgezimmert, der nichts mit dem gott abrahams, isaaks und jakobs zu tun hat), vor dem hat man angst, da ist man besorgt, derentwegen dürfen nicht so viele muslim ins land – dass aber weit über 90% aller opfer islamistischen terrors selber muslim sind, das hören diese falschen christen nicht gern.

        • Alberto Knox
          04.01.2017, 16:07 Uhr.

          „Es ist ziemlich dämlich, die selben Fehler wieder und wieder zu wiederholen.“

          sehe ich auch so. im übrigen schafft es die liebe tatsächlich sich ohne gewalt durchzusetzen. das glauben christen nämlich. und wer meint, gott nachhelfen zu müssen, spricht ein vernichtendes urteil über den eigenen glauben.

          • bernardo
            05.01.2017, 23:56 Uhr.

            @ Wrightflyer: Habe ich irgendetwas gerechtfertigt. Die Politik allen voran der USA, aber dann auch Großbritanniens und Frankreichs, im Nahen Osten war eine „march of folly“: Die Ergebnisse können wir besichtigen. Sie werden von mir kein Wort der Rechtfertigung dazu lesen. Das ändert allerdings nichts am Zorn und an der Entschlossenheit, Gewalt einzusetzen, um die Terroristen zu besiegen. Ein Kanzler mit Rückgrat sagte in den 1970er Jahren, man werde die Terroristen (deren Terror sehr viel gezielter war) besiegen; von dieser Kanzlerin hört man hingegen vor allem – pardon für die deutlichen Worte – Kirchentagsgewäsch von wegen Mitgefühl und Offenheit.

          • Silvia
            06.01.2017, 9:31 Uhr.

            Alberto Knox
            05.01.2017, 21:09 Uhr.

            Ich sage es mal ganz simpel: Mit Theologie kann man keine Politik machen, oder noch deutlicher: Schuster bleib bei deinem Leisten.

            Es kann ja sein, dass rein gnadentheologisch Ihnen persönlich meine Auffassung zu synergistisch ist, aber ich halte es nun mal mit Glaube UND Vernunft.

            Und deshalb bin ich der Meinung, dass Gott uns unseren Verstand gegeben hat, damit wir ihn benutzen.

            Und bei meiner Äußerung oben geht es um den Schutz des Staates und seiner Bürger, inzwischen sogar um ganz Europa, also um Politik mit gesundem Menschenverstand, nicht um Theologie.

            Es heißt „du sollst deinen Nächsten lieben WIE DICH SELBST“, nicht mehr als dich selbst. Dieses Gebot schließt auch den Willen zur Selbstvernichtung aus, und zwar sowohl bezogen auf den einzelnen Menschen als auch auf ganze Staaten.

            Liebe zu sich selbst im Sinne dieses Gebotes bedeutet auch, einen ganz natürlichen Selbsterhaltungstrieb zu besitzen, sich mit der eigenen Kultur, ihren Errungenschaften und schwer erkämpften Werten zu identifizieren.

          • Silvia
            06.01.2017, 9:51 Uhr.

            Silvia
            06.01.2017, 9:31 Uhr.

            P.S.: Noch zur Ergänzung an Herrn Knox:

            Meine Meinung hat schon alleine deswegen nichts mit Synergismus zu tun, weil ich nicht über die Gnade Gottes und deren Wirkung auf den Menschen und unser aller ewiges Heil gesprochen habe, sondern von staatsbürgerlichem, verantwortungsvollem Handeln, vom Recht der Bürger auf den Schutz von Leib und Leben durch den Staat, also nicht zuletzt auch von verantwortlichem bzw. verantwortungslosen Handeln von Politikern, also letztlich von ganz profanen, irdischen Belangen und Bedürfnissen ganz unabhängig von unserem ewigen Heil.

            Man sollte also nicht Äpfel mit Birnen vermischen.

            Hier auf Erden erwartet Gott, meiner Meinung nach, zu Recht von uns, dass wir uns zunächst im Rahmen unserer Möglichkeiten selbst um unsere dieseitigen Belange kümmern, bevor wir von ihm Hilfe erwarten können. Was nicht ausschließt, dass ich AUCH im Gebet Gott um Hilfe für diese irdischen Belange bitte, aber im Sinne einer UNTERSTÜTZUNG eigenverantwortlichen Handelns.

          • Wrightflyer
            08.01.2017, 14:01 Uhr.

            @Silvia, @bernardo

            Wir sind allerdings nicht die einzigen Bewohner dieses Planeten. Wir sind noch nicht einmal eine abgeschottete Welt. Wir sind von Rohstofflieferungen abhängig und verkaufen Maschinen in ferne Länder.
            Wir teilen uns einen Planeten! Ob es uns passt oder nicht! Wir teilen ihn auch mit Leuten die Allah anbeten statt Jesus und unsere Dreifaltigkeit für verkappten Polytheismus halten!

            Wir haben heute genug Probleme, Klimawandel, Verlust von Arbeitsplätzen und Privatsphäre, ect. und die meisten davon sind durch Einmauern nicht zu lösen.
            Wir bereiten auch Menschen auf anderen Kontinenten sowohl Gutes wie auch Probleme. Mal kann der technische Fortschritt den Leuten helfen, mal werden die Leute ausgebeutet und beraubt. Wie die afrikanischen Fischer die nichts mehr finden weil der ganze schöne Fisch in unseren Kühltruhen landet oder zu Fischmehl verabeitet wird.

            JA, Gott will daß wir uns weiterentwickeln. Aber die Betonung liegt auf WEITERENTWICKELN und nicht in primitiven Instinkten nach dem Motto: „Mich interessiert nur meine Bequemlichkeit, wer dafür verreckt ist mir egal!“ stehenbleiben!
            Gott will daß wir erwachsen und verantwortungsbewusst werden, nicht egoistisch und gierig wie die verzogenen Kinder!

          • Wrightflyer
            08.01.2017, 14:14 Uhr.

            @bernardo
            Hätte es auf allen Ebenen auch genügend Zorn und Entschlossenheit angesichts der von mir angesprochenen Ereignisse gegeben statt bestenfalls ein mildes Bedauern, hätten wir diese ganze Probleme mit dem Dschihadismus nicht.

            Und im übrigen stellt sich immernoch eine Frage:
            Okay, ISIS hat von den Amis zurückgelassene Waffen eingedsammelt. Nur geht jedem Gewehrt irgendwann die Munition aus und dann hat man nurnoch einen unhandlichen Knüppel. ISIS scheint die Munition aber nicht auszugehen. Warum nicht? Wo wird denn Munition überall hergestellt? Ich wage zu bezweifeln daß man mit einem modernen Sturmgewehr sehr viele selbst zusammengeschusterte Patronen verschießen könnte ohne daß es den Lauf verstopft und anschließend zerlegt.

            Wäre wirklich der internationale Wille da, die Munitions- und Treibstoffversorgung lahmzulegen, wäre ISIS bald Geschichte!

      • bernardo
        05.01.2017, 12:13 Uhr.

        @ Wrightflyer: „Wenn man das Evangelium nur als Instrument versteht um überheblich gegenüber Leuten zu sein deren Familienkonstellation nicht dem rk-Kirchenrecht entspricht“

        Da Sie offensichtlich mich meinen: Wo genau habe ich mich dahingehend geäußert? Ich habe bei „Amoris laetitia“ Zurückhaltung geübt, da ich nicht im Thema bin. Ich finde es nur problematisch, wenn Kardinäle, von denen ich glaube, dass sie aus Sorge um die Kirche handeln und die „dubia“ verfassen, geschmäht und beschimpft werden. Es ist wohl so, dass diejenigen, die besonders die Barmherzigkeit predigen, besonders herzlos im Umgang mit Andersdenkenden sind. Beispiele findet man auch hier im Strang… Bemerkenswert ist auch, wenn Blogger, die in fast jedem Posting ihren Hass auf Benedikt XVI. kundtun, über die Kraft der Liebe schreiben. Manches muss man wohl mit Amüsement zur Kenntnis nehmen.

        • Silvia
          05.01.2017, 19:34 Uhr.

          bernardo
          05.01.2017, 12:13 Uhr.

          „Manches muss man wohl mit Amüsement zur Kenntnis nehmen.“

          Manches kann man eben nur mit Humor ertragen und nicht nur den überbordenden Hass auf Benedikt, den ich auch nicht gerade geliebt habe aber dem ich doch die Menschenwürde nicht abspreche, sondern auch den Hass auf Andersdenkende von Leuten, die ständig von Liebe reden, die ihr Mitgefühl gerne über die ganze Welt ergießen, Hauptsache, die damit Bedachten sind möglichst weit weg.

          Bei Amoris Laetitia halte ich mich auch lieber zurück, weil ich zum Glück nicht davon betroffen bin und auch nie war, worauf ich immer sehr geachtet habe. Also nicht meine Baustelle.

          Aber ich denke, dass sich unabhängig von der Dubia vielleicht gerade die Betroffenen Klarheit wünschen.

          • Wrightflyer
            08.01.2017, 13:43 Uhr.

            „Manches kann man nur mit Humor ertragen…“
            Z.B. wenn jemand hier betont daß ALLE Menschenleben gleichermaßen wertvoll sind? Das kann man „nur mit Humor ertragen“? Z.B. Kenntnisse der neueren Geschichte, auch aus Sicht der außereuropäischen Länder, wie z.B. der arabischen „kann man nur mit Humor ertragen“? Z.B. die Einsicht daß die „harte Hand“ nie ein Erfolg war gegen den Dschihadismus, sondern im Gegenteil Streichholz und Benzinkanister? Z.B. die schlichte Einsicht daß wir begrenze Ressourcen haben und alle 7 Milliarden Menschen das EXAKT GLEICHE Recht auf selbige „kann man nur mit Humor ertragen“?

    • neuhamsterdam
      03.01.2017, 22:46 Uhr.

      Der Punkt ist: Das „Verstehen“ macht diese Meldungen und mittel- und längerfristigen aus der Logik der Entwicklungen hervorgehenden Situationsabläufe doch erst wirksam.

      Nach Erleben von geschichtlichen Wiederholungen (wenn auch in anderer Ausprägung und kleinerem Ausmaß) ist es absehbar daß jedem Aufreging ein Abflauen und oft genug ein Vergessen folgt. Und beim nächst anhebenden Aufreging fragt man sich irgendwann, wieder mal, weiß denn keiner, daß die Situation bald (fast; ganz gleich geht nicht) wieder ist, wie vorher. Man zähle nur ein paar Krisen auf und illustriere diese mit den jeweils chromatischen Majuskelüberschriften. Was ist davon übrig? Altpapier und gebundene Geschichtsbücher zum Hineinstellen in Bibliotheken. Was wird aus den aktuellen Themen? Man will es nicht wissen (wegen der vielen Angestrengtheiten, die die Leute deswegen machen).

      Darum ist der Satz der Bergpredigt – selig sind sie Armen im Geiste, denn ihrer ist das Himmelreich – sowohl politisch als auch unpolitisch zu verstehen.

      Weil die (…beabsichtigte) diesseitige Wirkung ausbleibt.

      • Wrightflyer
        04.01.2017, 11:37 Uhr.

        Auf Ihre Beiträge zu antworten ist schwierig, weil selten klar wird was Sie eigentlich meinen.

    • Alberto Knox
      04.01.2017, 16:06 Uhr.

      „Noch besser wäre es, er würde die Versuche der Politik, die Familie zu zerstören, klarer beim Namen nennen.“

      entschuldigung, aber wie muss man eigentlich die wirklichkeit verdrehen, dass man DAS tatsächlich glaubt? nicht dass es eine familienfreundliche politik gäbe – aber zerstören? da muss man schon eine menge gefährlicher sachen geraucht haben, um das zu glauben. das ist doch afd/kath.net/katholisches.info-gewäsch. lokution ohne proposition.

      • bernardo
        05.01.2017, 12:07 Uhr.

        Auch Ihnen ein frohes Neues Jahr.

      • bernardo
        05.01.2017, 14:21 Uhr.

        „Oggi c’è una guerra mondiale per distruggere il matrimonio. Ma non si distrugge con le armi, si distrugge con le idee. Ci sono colonizzazioni ideologiche che distruggono.“

        […]* hier meine Übersetzung: „Es gibt heute einen Weltkrieg, um die Ehe zu zerstören. Aber man zerstört sie nicht mit Waffen, sondern mit Ideen. Es existieren ideologische Kolonialisierungen, die zerstören.“

        Und nun die 1-Million-Euro-Frage: Von wem stammt das? A) Papst Johannes Paul II. B) Papst Benedikt XVI. C) Erzbischof Marcel Lefebvre D) Papst Franziskus

        Insofern muss ich fairerweise meinen Vorwurf gegen Franziskus zurücknehmen. Bemerkenswert, wie wenig die deutsche Presse (Ausnahmen bestätigen die Regel) darüber berichtet hat.

        *Der Beitrag wurde wegen des Verstoßes gegen die Netiquette editiert.

        • Alberto Knox
          05.01.2017, 20:57 Uhr.

          ehe (matrimonio) und familie (famiglia) ist nicht dasselbe. aber notfalls wird das halt in einen topf geworfen, hauptsache man kann undifferenziert feste drauf hauen. es wird schon den richtigen treffen. wer so handelt, tötet als erstes die wahrheit.

          und: sie predigen hier ja nicht, sondern stellen allen ernstes tatsachenbehauptungen auf. für die gattung pastoralen redens gelten – gottlob! – andere rhetorischen gesetzmäßigkeiten als für die gattung eines tatsachenberichtes.

          • bernardo
            06.01.2017, 12:04 Uhr.

            @ Knox: Ehe und Familie sind nicht dasselbe, aber wer die Ehe zerstört, zerstört automatisch die Familie.

        • Wanda
          05.01.2017, 21:58 Uhr.

          Bernardo 14:21
          – vielleicht, weil die Auffassung der Menschen zur Ehe sich von der diesbezüglichen offiziellen Auffassung der ledigen obersten Repräsentanten der katholischen Kirche unterscheidet und es im Alltag des verheirateten Durchschnittsbürgers (wieviele gehören noch zur r.-k. Konfession?) derzeit wichtigere Befindlichkeiten gibt ?

  • Silvia
    03.01.2017, 16:16 Uhr.

    bernardo
    03.01.2017, 14:10 Uhr.
    „Auch von mir herzliche Neujahrswünsche an alle, allen voran an Silvia.“

    Ich erwiedere gerne die Neujahrswünsche auf`s herzlichste und freue mich natürlich, besonders erwähnt worden zu sein.

    ALLEN ein gutes Neues Jahr, besonders bernardo aber auch allen Anderen.

    • bernardo
      04.01.2017, 11:03 Uhr.

      Danke, liebe Silvia.

  • Wrightflyer
    04.01.2017, 11:36 Uhr.

    „P.S. Wir wünschen allen ein gutes, gesundes und glückliches Jahr 2017“
    @Sehr geehrte Redaktion
    Sorry, aber wir sind nicht dumm. Wir können uns hier denken daß nicht alle gemeint sind, ich z.B. definitiv nicht.
    […]*

    *Der Beitrag wurde wegen des Verstoßes gegen die Netiquette editiert.

    • Jürgen Erbacher
      Jürgen Erbacher
      04.01.2017, 17:31 Uhr.

      Wenn wir „alle“ schreiben, dann meinen wir auch „alle“ ohne Unterschied. Bitte nehmen Sie das zur Kenntnis.

      • Wrightflyer
        05.01.2017, 10:47 Uhr.

        Mich meinen Sie nicht damit! Das weiß ich!

        • Jürgen Erbacher
          Jürgen Erbacher
          05.01.2017, 16:45 Uhr.

          Doch, auch Sie gehören zu „allen“!

  • Wrightflyer
    05.01.2017, 11:39 Uhr.

    Es gibt jetzt auch im Vatikan einen McDonalds?? Ernsthaft??

    Oh nein, bitte nicht…

    Man erkläre mir bitte mal folgendes:
    In der DDR stand trotz Mangelwirtschaft in nahezu jedem Haushalt täglich ein vernünftiges Essen auf dem Tisch. Im Kapitalismus fressen wir grässlichen Einheitsfraß zweifelhafter Zusammensetzung und lassen uns dafür auch noch durch Steuervermeidung bestehlen.

    • Jürgen Erbacher
      Jürgen Erbacher
      05.01.2017, 16:53 Uhr.

      Die Filiale der amerikanischen Fast-Food-Kette ist nicht im Vatikan. Sie befindet sich in einem Gebäude, das dem Vatikan gehört, aber außerhalb des Staats der Vatikanstadt liegt.

  • bernardo
    05.01.2017, 17:07 Uhr.

    @ Silvia: Sie haben völlig recht. Man kann es auf die einfache Formel bringen: Hilf dir selbst, so hilft dir Gott.

    […]*

    * editiert wegen Verstoßes gegen die Netiquette

  • Heilbründl
    05.01.2017, 18:24 Uhr.

    Liebe Wrightflyer, ich schätze Ihre Beiträge sehr,
    aber ehrlich gesagt, es nervt mich, wenn Sie sich immer so ausgegrenzt fühlen oder kokettieren Sie damit.
    Bitte lassen Sie das sein. Man kann sich auch selber ausschließen!
    Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes Neues Jahr!

    • Wrightflyer
      08.01.2017, 13:23 Uhr.

      Es ist doch so:
      Wenn eine bestimmte Person mal wieder schärfere Zensur hier fordert, wenn z.B. die Beiträge eine bestimmte Länge nicht überschreiten sollen, oder wenn sich beschwert wird daß wir hier nicht alle gelernte Theologen sind, dann wird darauf freundlich eingegangen. Wenn ich mal ein großes Anliegen habe, wenn mir mal etwas sehr wichtig ist, dann kommt von der Redaktion nur eisiges Schweigen.
      Ich hätte schon gern von der Redaktion mal ein ehrliches Statement, ob meine Mitwirkung hier im Blog tatsächlich erwünscht ist, im Sinn von ERWÜNSCHT und nicht nur gelduldet. Und speziell MEINE Mitwirkung, nicht nur so allgemein.

      • Jürgen Erbacher
        Jürgen Erbacher
        12.01.2017, 7:56 Uhr.

        Wir haben es bereits mehrfach betont: In diesem Blog ist jede und jeder willkommen. Einziges Kriterium ist die Einhaltung der Netiquette. Es werden keine Unterschiede gemacht.

  • bernardo
    06.01.2017, 16:20 Uhr.

    „ja, vor einem attentäter, der angeblich muslim ist, aber genausowenig an allah glaubt wie die fsspx-anhänger an gott glauben (beide haben sich einen götzen zurechtgezimmert, der nichts mit dem gott abrahams, isaaks und jakobs zu tun hat), vor dem hat man angst,“

    @Knox: Ich musste zwar erst googlen, was die „fsspx“-Anhänger sind, aber egal. Vielleicht liegt es daran, dass die Mitglieder der Piusbruderschaft, so fern sie mir in vielen Punkten auch sind, keine Bomben in Cafés, Discotheken und Bahnhöfen legen. Es ist mir auch unbekannt, dass Karikaturisten wegen obszöner Christus- oder Marienkarikaturen (die es zuhauf gibt) von Anhängern der Piusbruderschaft erschossen oder erstochen worden wären. Oder dass Piusbrüder einen 87-jährigen Imam beim Gebet in seiner Moschee geköpft hätten. Oder dass sie LKW-Fahrer erschießen und dann den LKW als Waffe gegen Marktbesucher benutzen. Meines Wissens prahlen sie auch nicht damit, über der Großen Moschee in Mekka das Kreuz zu errichten. Vielleicht hat die Angst der Menschen vor dem „angeblichen Muslim“ etwas damit zu tun und nicht mit der vermeintlichen Gottlosigkeit.

    „Es kann ja sein, dass rein gnadentheologisch Ihnen persönlich meine Auffassung zu synergistisch ist, aber ich halte es nun mal mit Glaube UND Vernunft. Und deshalb bin ich der Meinung, dass Gott uns unseren Verstand gegeben hat, damit wir ihn benutzen.“

    @ Silvia: Sehe ich genauso. Der Vorwurf des Synergismus soll nur dazu dienen, den Gebrauch der Vernunft zu delegitieren. Sehr durchschaubar diese Taktik.

  • Wrightflyer
    08.01.2017, 13:31 Uhr.

    @Silvia, @ bernardo:

    „@ Silvia: Sie haben völlig recht. Man kann es auf die einfache Formel bringen: Hilf dir selbst, so hilft dir Gott.“
    Als jemand der in der Grundschule mit ehrlichen und fairen Schulhofprügeleien (nicht nur die Jungs, teilweise auch wir Mädchen!) sogar mit älteren und stärkeren Schülern von der weiterführenden Schule im selben Haus aufgewachsen bin, und als jemand der im Hochschulsport Thai- und Kickboxen gemacht hat, sogar mit einem 2 Köpfe größeren sehr boxerfahrenen männlichen Sparringspartner, finde ich diesen Spruch im Zusammenhang mit Schutz bei der möglichst stärksten Militärmacht suchen und andere mit all den unfairen Mittel niederknüppeln lassen die die moderne Kriegsführung heute ermöglicht, ehrlich gesagt unfreiwillig komisch.

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