Studienkommission zum Diakonat der Frau

Die Arbeit kann beginnen. Der Vatikan hat jetzt die Liste der Mitglieder der Studienkommission zum Diakonat der Frau bekannt gegeben. Im Mai hatte die Ankündigung, eine solche Kommission einsetzen zu wollen, die Hoffnung geweckt, dass Franziskus das Amt der Diakonin einführen könnte. Der Papst hatte sich später über die entsprechenden Medienberichte verärgert gezeigt. Denn sein Ansatz ist: Erst wird die Geschichte studiert. Welche Konsequenzen daraus gezogen werden, wird anschließend entschieden. Allerdings ist auch klar, dass die Studien nicht gemacht werden müssten, wenn sie am Ende keine Konsequenzen hätte. Doch Franziskus möchte einen Schritt nach dem anderen gehen. Das ist klug und ratsam, ist doch das Thema „Frauen und kirchliche Ämter“ ein sehr heikles, das Terrain vermint. Schnellschüsse würden nur neue große Unruhe in die katholische Kirche bringen, die sich gerade noch von den Diskussionen um die Themen Ehe und Familie „erholt“.

Bei der ersten Generalaudienz nach der Sommerpause waren heute auch junge Flüchtlinge mit dabei. (Quelle: reuters)

Bei der ersten Generalaudienz nach der Sommerpause waren heute auch junge Flüchtlinge mit dabei. (Quelle: reuters)

Geht es nur um die Geschichte?

Die Kommission besteht aus sechs Frauen und sechs Männern. Dazu kommt der Präsident der Kommission, Erzbischof Luis Ladaria Ferrer, Jesuit und zweiter Mann in der vatikanischen Glaubenskongregation hinter Kardinal Müller. Zwei Mitglieder sind aus dem deutschen Sprachraum: die in Wien lehrende Theologin und Expertin für Spiritualität, Marianne Schlosser, und der emeritierte Bonner Dogmatiker Karl-Heinz Menke. Beide sind Mitglied der Internationalen Theologenkommission. Das gilt auch für zwei weitere Mitglieder der Diakonats-Kommission, so dass es hier eine enge Verzahnung gibt.

Die Internationale Theologenkommission hatte sich seit den 1970er Jahren immer wieder mit dem Diakonen-Amt beschäftigt. Zuletzt legte sie 2002 ein Papier dazu vor. Darin bleibt sie beim Thema Diakonat der Frau wage. Dass es ein solches Amt in den ersten Jahrhunderten der Kirche gab, ist unbestritten. Die Frage ist, wie es konkret ausgestaltet war und wie es sich zum heutigen Amt des männlichen Diakons verhält. Der ist Teil des Klerus und hat damit Anteil am Weiheamt, das mit der Aufgabe der Lehre sowie der Sakramentenspendung verbunden ist. Neben historischen Fragen, gilt es also auch dogmatische und kirchenrechtliche Fragen zu beantworten.

Zwar betonte der Vatikan auch jetzt noch einmal bei der Bekanntgabe der Mitglieder der neuen Kommission, dass es „vor allem um die Frühe Kirche“ gehe. Doch zeigen die Berufungen mehrerer Dogmatiker wie Menke und Santiago Madrigal Terrazas aus Madrid oder der Fundamentaltheologin Michelina Tenace, dass der Blick nicht auf die Geschichte beschränkt sein soll. Über die Arbeitsweise und den Zeithorizont ist bisher nichts bekannt. Wenn man aber die Arbeit der Kommissionen sieht, die Franziskus bisher eingesetzt hat, dürfte das Ergebnis nicht lange auf sich warten lassen. Schließlich soll sich nicht bewahrheiten, was Franziskus im Scherz gegenüber einem argentinischen Politiker erklärte: „Wenn du willst, dass eine Sache ungelöst bleibt, setz eine Kommission ein.“

Mit Nähe gegen die Krise

Gestern hat der Vatikan das Transkript des Gesprächs von Papst Franziskus mit den Bischöfen Polens am vergangenen Mittwoch veröffentlicht – vier Fragen, vier Antworten. Interessant ist, wie Franziskus etwa auf die erste Frage antwortete, in der er nach einer Lösung gefragt wurde angesichts der zunehmenden Säkularisierung und einer immer mehr atheistisch-liberalen Kultur. Er klagte nicht über die „ach so schlechte Gegenwart“, sondern antwortete positiv: Die Lösung sei die Nähe zu den Menschen sowie mit Blick auf die Bischöfe die Nähe zu den Priestern. Die Seligpreisungen und die Gerichtsrede Jesu in Matthäus 25 (Stichwort: was ihr dem Geringsten getan habt, das habt ihr mir getan – und umgekehrt.) seien der Schlüssel für die Herausforderungen der Moderne. Bei der zweiten Frage nach dem „Objekt“ der Verkündigung der Barmherzigkeit antwortete er ähnlich: „Dem religiösen Analphabetismus müssen wir heute mit einer dreifachen Sprache entgegentreten: der Sprache des Geistes, der Sprache des Herzens und der Sprache der Hände.“ Also: Denken, Fühlen, Handeln lautet das Programm.

Neben einer Frage zur Bedeutung der Pfarrei für die Zukunft der Kirche ging es um das Thema Flüchtlinge. Bei Letzterem legte Franziskus in seiner Antwort mehr als sonst das Augenmerk auf die Fluchtursachen, allerdings einmal mehr ohne die Verantwortlichen in den Herkunftsländern zu benennen. Allerdings ist für ihn ganz klar: „Das Problem besteht dort, in ihren Ländern.“ Trotzdem müsse man die aufnehmen, die fliehen. So wie das Transkript den Verlauf des Treffens darstellt, steckte wenig Sprengstoff in der Begegnung. Vielleicht war es klug, die Begegnung in dieser Frage-Antwort Form abzuhalten. So konnten die polnischen Bischöfe die Inhalte etwas steuern. Hätte Franziskus eine vorbereitete Rede gehalten, hätte er selbst die Themen gesetzt und die ganze Veranstaltung wäre vielleicht kritischer ausgefallen, wie das etwa beim Treffen mit den Bischöfen Mexikos im Februar der Fall war oder bei der Begegnung mit den Bischöfen Lateinamerikas am rande des Weltjugendtags in Rio de Janeiro im Juli 2013.

Fundamentalisten in allen Religionen

Was die fliegende Pressekonferenz am Sonntagabend von Krakau nach Rom anbetrifft, sind einige kleine Dinge interessant. Angesprochen auf die Situation in der Türkei und sein bisheriges Schweigen dazu, sagte Franziskus, er studiere die Situation noch. Wenn er aber zu dem Ergebnis komme, etwas sagen zu müssen, werde er das tun. Ob das dann der Türkei gefalle oder nicht. Er verwies dabei indirekt auf seine Aussagen zum Völkermord an den Armeniern. Es sei richtig, dass man negative Auswirkungen für die Katholiken vermeiden müsse. „Aber nicht um den Preis der Wahrheit“, fügte Franziskus hinzu. Mit Blick auf die Anschuldigungen gegen Kardinal George Pell, er habe bei der Aufarbeitung von Missbrauchsfällen nicht richtig reagiert, betonte der Papst, man solle die Ergebnisse der Untersuchungen der Justiz abwarten und keine mediale Vorverurteilung betreiben. „Wenn einmal die Justiz gesprochen haben wird, werde ich reden.“

Mit Blick auf das Attentat in Rouen und die anderen Anschläge der jüngeren Vergangenheit verwahrte sich Franziskus davor, von islamischer Gewalt zu sprechen. „Wenn man von islamischer Gewalt sprechen würde, müsste man auch von katholischer Gewalt sprechen“, so Franziskus. Nicht alle Muslime seien gewalttätig und nicht alle Katholiken seien gewalttätig. „Ich glaube in allen Religionen gibt es immer eine kleine Gruppe von Fundamentalisten.“ Aber es sei nicht zu rechtfertigen, den Islam mit Gewalt zu identifizieren. „Das ist nicht gerecht. Das ist nicht wahr!“

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Jürgen Erbacher

Seit Juli 2018 leite ich die ZDF-Redaktion "Kirche und Leben katholisch", für die ich seit 2005 über die Themen Papst, Vatikan, Theologie und katholische Kirche berichte. Dafür pendle ich regelmäßig zwischen Mainz und Rom - meiner zweiten Heimat. Dort habe ich vor meiner ZDF-Zeit mehrere Jahre gelebt und für Radio Vatikan gearbeitet. Studiert habe ich Politikwissenschaft und Katholische Theologie in Freiburg i.Br. und Rom.

22 Kommentare

  • Alberto Knox
    03.08.2016, 14:44 Uhr.

    unser papst ist einfach gut. anders kann man es nicht sagen. marianne schlosser – immerhin die doktormutter der gloria.tv-redakteurin doppelbauer (gloria.tv ist annähernd so ekelhaft wie kreuz.net)als alibi-dame und schmerzpflaster für die reaktionären unterzubringen ist angesichts der restbesetzung der kommission schon genial.
    auch die rückflugpressekonferenz hat der papst sehr gut gemeistert. chapeau!

  • Silvia
    05.08.2016, 13:57 Uhr.

    Einen sehr aufschlussreichen Artikel zum Thema Diakonat der Frau findet sich auf katholisch.de, und zwar vom einzigen deutschen Theologen, der der vom Papst gegründeten Komission angehört.

    Ich schreibe jetzt bewusst nichts über den Inhalt dieses Artikels, wer sich dafür interessiert, wird ihn selbst finden und lesen.

  • Silberdistel
    06.08.2016, 21:30 Uhr.

    Jau, wenn man die Worte Jesu kennen, gar verstehen würde, so würde sich jedwedes hirnzermarterndes Studium der Monsignores und Eminenzen über die Andersartigkeit des anderen Geschlechts wahrscheinlich von selbst erledigen.
    Oder bedeutet die Lehre Christi und die des vorangegangenen Judentums tatsächlich, das man Frauen so wahrnimmt, als wären sie über und über mit Schwären und Furunkeln bedeckt oder gar der Deibel aus ihnen sprechen?

    Eine moderne, intensive Therapie von klerikalen Sexualneurosen würde in der Studienkommission sicher mehr helfen als jedwede Synapsenakrobatik.

    • Wanda
      08.08.2016, 14:43 Uhr.

      Bezüglich Ihres 2. Satzes muss man darauf hinweisen, dass einige der „grossen“ Kirchenväter tätsächlich so gedacht- und dies auch im Detail (pardon, total bescheuert) begründet haben.
      Da muss der Hl.Geist wirklich eine grosse Kurve an deren Hirn vorbei geflogen sein…
      Was will uns das sagen ? Die Frauen werden trotz dieser eingesetzten Kommission*) weiterhin allein um ihre Position in der Kirche kämpfen müssen.
      *) und wenn man nicht mehr weiter weiss, schafft man einen Arbeitskreis…

      • Silberdistel
        08.08.2016, 18:40 Uhr.

        Wanda
        08.08. 14:43 h
        Tja „Kirchenväter und kirchliche Würdenträger“.. Wohl hatten sich da wieder einige der in der Bibel beschriebenen hoffärtigen Egoisten in die vordersten Reihen gedrängt, um den göttlichen Willen durch die begrenzte Weisheit von […]* zu ersetzen…
        Als Frau in der Kirche würde mir verbitten mich in der Hierarchie in eine Position, die letztlich nur die Manifestation einer graduellen Unreinheit vor Gott signalisiert, derart verorten zu lassen. Halt nur weil man eben Frau ist. Was sagt darüber die Konvention der Menschenrechte? – Ziemlich eindeutig und vorwurfsvoll gegenüber dem Vatikan, der sich heraus nimmt als einer der wenigen Staaten sowas erst gar nicht ratifizieren zu müssen…

        Eins stimmt aber: Für die bereits diesseitigen gleichgeschwisterlichen Rechte vor Gott, müssen die Betroffenen schon selber eintreten und nicht auf die Gnade jener eigennützigen […]* warten. Sich nicht von oben her verängstigt und eingeschüchtert in die „Küche/Kinder/Kirche“-Ecke verdrängen lassen, die von vorn herein und Alters her mit dem Nimbus der gewissen geistigen und gesellschaftlichen Rückständigkeit der Frau, verbunden ist.

        *Der Beitrag wurde wegen des Verstoßes gegen die Netiquette editiert.

  • Silvia
    08.08.2016, 13:26 Uhr.

    Wenn ich den derzeitigen – wieder aufgeflammten – Streit um das Frauendiakonat richtig verstehe, geht es wohl um die Tradition der Kirche, über die man sich nicht hinwegsetzen will oder kann.

    Nach allem, was ich gelesen habe, gab es in der Antike wohl DIAKONISSEN, keine Diakoninnen, dh., eine Weihe gleich der der männlichen Diakone scheinen sie wohl – nach jetzigem Erkenntnisstand – nicht gehabt zu haben.

    Und an diesem Punkt scheint es zu klemmen.

    In dem Zusammenhang erscheint es mir interessant, darauf hinzuweisen, dass die Diakonissen in der evangelischen Kirche – zumindest mehrheitlich – Krankenschwestern sind (siehe Diakonissenkrankenhäuser), die in klösterlichen Gemeinschaften leben und eine Ordenstracht tragen.

    Diese evangelischen Diakonissen sind aber genauso überaltert und vom Aussterben bedroht wie die klassischen katholischen Orden.

    Darüber hinaus gibtt es in der evangelischen Kirche Diakone und DIAKONINNEN, die wohl primär soziale Aufgaben haben.

    • Silvia
      08.08.2016, 13:33 Uhr.

      P.S.: In der rk Kirche scheint man nun darüber nachzudenken, das Amt der frühkirchlichen Diakonissen wieder zu beleben und diesen als Aufgabe Taufen, Trauungen und Beerdigungen zuzuweisen.

      Dabei muss man wissen, dass Beerdigungen auch heute schon von Laien gehalten werden können, z.B. von Pastoralreferenten/innen aber auch von ehrenamtlichen Laien, die nach einem Kurs vom Bischof dazu beauftragt werden.

      Laut jetzigem Stand der Dinge könnte es dahin kommen, dass die rk Kirche für Frauen ein Diakonat 2. Klasse, eben Diakonissen, schaft, ohne Weihe und ohne dieselben Befugnisse wie die männlichen Diakone, die z.B. in der Messe predigen dürfen.

      Diese Diakonissen würden also nicht zum Klerus gehören.

      Meiner persönlichen Meinung nach ist ein Diakonat zweiter klasse für Frauen nicht erstrebenswert, ich würde es sogar als Diskriminierung empfinden.

  • neuhamsterdam
    08.08.2016, 20:54 Uhr.

    Wrightflyer: „Denn wenn die Notwendigkeit dazu nicht da wäre, hätte die Diskussion garnicht erst angefangen.“
    Mit einem derartigen Denkansatz läßt sich *jeder beliebige Wunsch* als eine notwendige Forderung darstellen und der „Krieg der Interessen“ (laut Papst) ist darauf aufgebaut, Forderungen als lebenswichtig erscheinen zu lassen. Irgendwie eine Transformation von Krieg. Die Mittel zur Durchsetzung sind nur andere, der Zweck ist der gleiche.

    • neuhamsterdam
      08.08.2016, 21:11 Uhr.

      Wobei die Kirche frei von weltlichen Notwendigkeiten sein und das Evangelium als Vorbild haben sollte und die Frau als klerikale Dienerin in kirchlichen Ämtern als Befreiung von angeblich 6000 Jahren sklavischer Unterdrückung dazustellen ist hat was von… Ineffizienz oder vielleicht auch Ironie oder… Humor. Man ist ratlos.

      • Wanda
        09.08.2016, 15:59 Uhr.

        – Bingo !

  • Alberto Knox
    09.08.2016, 0:24 Uhr.

    1) die lage in regensburg ist weit komplexer als @wanda es aus der ferne beurteilen kann. die lage eskalierte nicht wegen der roma, sondern wegen der persönlichen unfähigkeit von genervikar fuchs, der nicht einmal den mut hatte, mit den roma persönlich kontakt aufzunehmen. er hat – wie auch im missbrauchsskandal, als er missbrauchsopfer durch serienberiefe retraumatisierte – systematisch klischees bedient (hier lügner – da asylbetrüger [dumm nur, dass auch abgelehnte, verzweifelte asylbewerber nicht eo ipso betrüger sind], und schwierige menschen vor den kopf gestoßen. der deutschlandfunk hat darüber berichtet:
    „[Ein Anwohner] lobt die Gemeinde vor Ort, er lobt die Studierendengemeinde, die im Hof der Pfarrei einen Sandkasten für die Kinder anlegte. Doch er versteht nicht, warum sich der Bischof an der Spitze des Bistums nicht mehr für die Geflüchteten einsetzt. Der Anwohner sagt: ‚Ich hab auf jeden Fall verfolgt, was der Papst letzte Woche auf dem Weltjugendtag in Krakau gesagt hat. Und das was der Papst gesagt hat und, das was man hier sieht, das passt nicht ganz zusammen, um das mal höflich auszudrücken.'“
    und ehe man über die roma den stab bricht, sollte man die berichte von menschenrechtsorganisationen lesen, die die situation im balkan als verheerend kennzeichnen.

    2) frauendiakonat
    a) problematisch, dass sich k. menke zu wort meldet und meint seine persönliche ansicht zum frauendiakonat IN DIE ANTIKE sicht hineinlesen zu können.
    b) problematisch auch, dass ein kommissionsmitglied vorprescht. kein guter stil. aber es geht ihm offenkundig nicht um die sachfrage, sondern um kirchenpolitik.
    c) gruselig, dass frau schlosser die doktormutter von der gloria.tv-moderatorin doppelbauer ist. das ist übel rechtsaußen.
    d) die würzburger synode und damit ALLE bischöfe der brd waren nach drei sauberen theologischen gutachten der meinung, die weihe von diakoninnen von rom erbitten zu können und zu müssen.
    e) frauen wurden ausweislich des kanon 15 des vierten ökumenischen konzils (recht viel mehr an autorität hat in der kirche nur noch die heilige schrift) zu diakoninnen GEWEIHT. steht da zumindest. ist auch nachlesbar. wer gegenteiliges behauptet, muss das rechtfertigen, wenn er kann. menke drückt sich darum.

    • Wanda
      09.08.2016, 16:15 Uhr.

      – Zu Regensburg sollten Sie die Fakten zur Kenntnis nehmen und die Reaktionen der Menschen vor Ort: empfehle die Kommentare und Meinungen der Gemeindemitglieder im BR-Blog. Mit überwiegender Mehrheit wird das Verhalten der Roma verurteilt, welche ihre Kinder instrumentieren bis zur Drohung diese als Waisen(!) zurückzulassen. Dass natürlich und zu Recht auch der unfähige Generalvikar kritisiert wird, nur nebenbei…
      – Fazit: zwischen dem moralischen Anspruch und Forderungen der Kirche an Andere und der praktischen Umsetzung wenn man selbst betroffen ist (wie in diesem Fall) liegen Welten. Das trifft sowohl auf das Bistum Regensburg zu als auch für Franziskus.
      Salbadern vom hohen Thron herab, mehr nicht…

      • Wanda
        09.08.2016, 17:25 Uhr.

        Wie sich doch die kirchliche Auffassung ändern kann und in ein Lamento umschlägt, wenn man selbst betroffen ist:
        …“es darf nicht Schule machen, durch gewaltsames Eindringen in kirchliche Räume staatliche Regelungen umgehen zu wollen oder Kirchen als Protestbühne zu missbrauchen“… und weiter …“wer Änderungen im Asylrecht herbeiführen möchte, muss sich in einem demokratischen Staat in einem argumentativen Diskurs um Mehrheiten mühen. Eine gewaltsame Abkürzung darf es nicht geben“…
        Man beklagt des weiteren …diverse Schäden müssten (jetzt) behoben werden, Feldbetten seien zu Bruch gegangen, Müll läge in den Zimmern verteilt und der Fundus eines Laientheaters sei teilweise „ausgeräumt“ worden…
        Es stellte sich nun bei der polizeilichen Überprüfung heraus, dass bereits und längst Abschiebehaftbefehle existierten. Noch Fragen ?

        • Alberto Knox
          11.08.2016, 12:44 Uhr.

          man kann davon ausgehen, dass mir die örtliche lage sicher vertrauter ist als manch anderen und dass gerade der genannte br-blog von rechts übel überschwemmt worden ist. die süddeutsche hat ebenso eindeutig berichtet wie diverse menschenrechtsorganisationen. diesen gebührt mein vertrauen, nicht einer amtskirche, die persönlich nie vor ort war und sogar ausländerfeindliche züge hat (belegbar bei bischof voderholzer!). war denn @wanda vor ort?

  • Silvia
    09.08.2016, 13:27 Uhr.

    Ich fürchte, die Diakoninnenweihe in der Frühkirche war wahrscheinlich so etwas wie später die Äbtissinnenweihe (die es ja auch heute noch gibt) und die ebenfalls heute noch mögliche Jungfrauen – und Witwenweihe, nämlich keine sakramentale Weihe sondern Sakramentalien.

    Liturgische Dienste für nicht geweihte Laien und damit auch Frauen haben wir schon lange bei den Ehrenämtern:

    Lektorinnen, Kommunionhelferinnen, Frauen, die im Auftrag des Bischofs Wortgottesfeiern halten dürfen und Ministrantinnen.

    In der Praxis gibt es heute da schon viele legale Möglichkeiten, die auch in jeder Gemeinde schon seit Jahrzehnten genutzt werden, der Dreh – und Angelpunkt ist nur der Streit um eine sakramentale Weihe für Frauen, durch die sie in den Klerikerstand aufgenommen würden, also keine Laien mehr wären.

    Die leitenden Pfarrer großer Seelsorgeeinheiten können auch einer Pastoralreferentin die weitgehend selbständige Leitung einer der zur Seelsorgeeinheit gehörenden Pfarreien übertragen. Dort hat sie alle Funktionen wie ein Pfarrer, nur die an die Weihe gebundenen priesterlichen Funktionen darf sie nicht ausüben.

    • Silberdistel
      09.08.2016, 19:35 Uhr.

      Silvia
      09.08. 13:27 h
      Bei derart vielen Weihen, Ämtern, Ständen, Titeln, Sakramentalien, Klerus etc.pp., werden diese hoffentlich auch ausreichend in der Öffentlichkeit gewürdigt & insbesondere beachtet. Gibt es dazu denn aber auch einen Guide, der völlig Unbedarfte davor schützen würde in solch höchst erlesenen Kreisen nur so von Einem gleich ins Nächste Fettnäpfchen zu treten..? Denn zumindest in Anwesenheit so mancher ´geweihten Jungfrau´ könnte das Ausmaß der peinlichen Betroffenheit sonst für alle Beteiligten gar unermessliche Dimensionen erreichen! >Ironie off<.
      M.W. herrschte in den ersten Gemeinden n.Chr., die also wenigstens zeitlich noch "dran" waren, die Idee der Geschwisterlichkeit vor. Vielleicht sollte die heutige Kirche ja mal in dieser Epoche ansetzen um neue Inspirationen als Ausweg für die Jetztzeit zu suchen.

      • Silvia
        11.08.2016, 9:30 Uhr.

        Silberdistel
        09.08.2016, 19:35 Uhr.

        Die meisten Katholiken, auch eifrige (ältere) Kirchgänger, blicken eh nicht durch. Und genau aus diesem Grund schon sollte man Alles vermeiden, was zu weiterer Verwirrung Anlass gibt.

        Aus meiner Sicht wären das weitere Ämter mit hierarchischen Abstufungen usw.

        Frauendiakonat ja, aber dem der Männer in jeder Hinsicht völlig gleichgestellt.

      • Wanda
        11.08.2016, 19:15 Uhr.

        Geschwisterlichkeit auch mit den Weibsleut ? Ja damals vielleicht, aber davon hat sich die dominierende Altherrenriege der Amtskirche längst „emanzipiert“. Eigentlich schon seit Paulis Wirken, oder ?
        Man spricht ja nicht umsonst vom Herrn bzw. von den Herren im Haus (sprich Kirche)…

    • Alberto Knox
      11.08.2016, 12:51 Uhr.

      „Ich fürchte, die Diakoninnenweihe in der Frühkirche war wahrscheinlich so etwas wie später die Äbtissinnenweihe (die es ja auch heute noch gibt) und die ebenfalls heute noch mögliche Jungfrauen – und Witwenweihe, nämlich keine sakramentale Weihe sondern Sakramentalien.“

      canon 15 des konzils von chalkedon (nicht so ganz unwichtig) spricht von einer weihe.

      davon abgesehen entstammt unser sakramentenbegriff der reflexion des 12. und 13. jahrhunderts. man kann ihn der antiken amtsvorstellung ÜBERHAUPT NICHT überstülpen. daher ist ihre furcht unberechtigt.

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