Papstbotschaft gegen die Gleichgültigkeit

„Die Gleichgültigkeit stellt eine Bedrohung für die Menschheit dar“, ist Papst Franziskus überzeugt. Das schreibt er in seiner Botschaft zum katholischen Weltfriedenstag 2016, die heute im Vatikan vorgestellt wurde. Das Kirchenoberhaupt fordert darin eine bessere Integration von Flüchtlingen, die Abschaffung der Todesstrafe sowie einen Schuldenerlass für die ärmsten Länder. Denen nicht zu helfen, die ihn Not sind, das können Arme, Migranten, Kranke oder Arbeitslose sein, kommt „unterlassener Hilfeleistung“ gleich. So könnte man die Botschaft zusammenfassen. „Die Barmherzigkeit ist das ‚Herz‘ Gottes. Darum muss sie auch das Herz all derer sein, die sich als Glieder der einen großen Familie seiner Kinder erkennen; ein Herz, das überall dort heftig schlägt, wo die Menschenwürde – ein Widerschein von Gottes Angesicht in seinen Geschöpfen – auf dem Spiel steht“, schreibt Franziskus. Auffallend oft zitiert der amtierende Papst seinen Vorgänger Benedikt XVI. Und auch bei der Vorstellung im Vatikan wurde eigens die Kontinuität mit den Vorgängern unterstrichen. Soll hier Kritikern der Wind aus den Segeln genommen werden, die Franziskus zunehmend auf einem eigenen Weg sehen?

Am 18. Dezember wird Papst Franziskus die "Heilige Pforte der Liebe" in einem Obdachlosenheim in Rom öffnen. (Quelle. dpa)

Am 18. Dezember wird Papst Franziskus die „Heilige Pforte der Liebe“ in einem Obdachlosenheim in Rom öffnen. (Quelle. dpa)

Gleichgültigkeit, Brüderlichkeit, Sklaverei – Themen des Papstes

Seit dem 1. Januar 1968 startet die katholische Kirche mit dem Weltfriedenstag ins neue Jahr. Dazu verfassen die Päpste jeweils eigene kurze Botschaften, in denen sie unter einem bestimmten Blickwinkel friedensbedrohende Elemente analysieren und Lösungswege vorschlagen. Denn, so sind die Päpste überzeugt, der Frieden ist „Gabe Gottes und Werk des Menschen“, wie Franziskus in seiner Botschaft schreibt. Immer wieder betonte er, wie zuletzt beim Treffen mit Jugendlichen in der Hauptstadt der Zentralafrikanischen Republik Bangui Ende November: „Der Friede ist eine ‚handwerkliche‘ Arbeit, die man selbst macht, mit den eigenen Händen, mit dem eigenen Leben.“ In den vergangenen beiden Jahren hatte Franziskus die Themen „Brüderlichkeit“ (2014) und „Sklaverei“ (2015) in den Mittelpunkt seiner Friedensbotschaften gestellt. Dieses Jahr ist es die „Gleichgültigkeit“.

Sie gehört wie die beiden anderen Themen zu den Lieblingsmotiven des Kirchenoberhaupts. Bei der ersten Reise in seinem Pontifikat Anfang Juli 2013 auf die Flüchtlingsinsel Lampedusa kritisiert er zum ersten Mal scharf das Verhalten gegenüber dem Schicksal derer, die am Rande der Gesellschaft stehen: „Wir sehen den halbtoten Bruder am Straßenrand, vielleicht denken wir „Der Arme“ und gehen auf unserem Weg weiter; es ist nicht unsere Aufgabe; und damit beruhigen wir uns selbst und fühlen uns in Ordnung. Die Wohlstandskultur, die uns dazu bringt, an uns selbst zu denken, macht uns unempfindlich gegen die Schreie der anderen; sie lässt uns in Seifenblasen leben, die schön, aber nichts sind, die eine Illusion des Nichtigen, des Flüchtigen sind, die zur Gleichgültigkeit gegenüber den anderen führen, ja zur Globalisierung der Gleichgültigkeit.“ In Evangelii gaudium taucht die Kritik genauso wieder auf (vgl. EG 54, 61, 203, 208, 276) wie in der Enzyklika Laudato si (vgl. LS 14, 25, 52, 91f, 232, 246).

Franziskus lobt und sieht Zeichen der Hoffnung

Auffallend ist, dass Franziskus in seiner Botschaft trotz einer düsteren Analyse der aktuellen Situation, da die Teilnahmslosigkeit gegenüber dem Leid anderer im privaten, gesellschaftlichen und staatlichen Bereich besorgniserregend zunehme, eine ganze Reihe von „Gründen zur Hoffnung“ anführt. Dazu zählt er das am Klimaabkommen von Paris, die NGOs und caritativen Gruppen „in und außerhalb der Kirche“, die bereits jetzt in Notsituationen helfen, sowie Familien, die sich bemühten, „inmitten zahlreicher sozialer und arbeitsbezogener Schwierigkeiten konkret und um den Preis vieler Opfer, ihre Kinder ‚gegen den Strom‘ zu den Werten der Solidarität, des Mitgefühls und der Geschwisterlichkeit zu erziehen“.

Abschließend mahnt Franziskus zu einer besseren Integration von Flüchtlingen. Entsprechend müssten die Gesetzgebungen überprüft werden, ob sie „in der Achtung der wechselseitigen Pflichten und Verantwortungen  von Aufnahmebereitschaft geprägt sind und die Integration der Migranten vereinfachen können“. Dabei müsse den Aufenthaltsbedingungen eine besondere Aufmerksamkeit gelten, „wenn man bedenkt, dass das Leben im Untergrund die Gefahr birgt, sie in die Kriminalität zu ziehen“.

Papst will Kirche auf „barmherzig“ trimmen

Es sind also viele bekannte Positionen, die Franziskus in diese Botschaft packt. Etwa auch die Forderung nach „Arbeit, Land und Wohnung“ für alle. Er kritisiert die Diskriminierung von Frauen in der Arbeitswelt und ungerechte Löhne. Er macht das nicht aus einer rein politischen Motivation heraus; sondern für ihn ist das die Konsequenz aus der Botschaft des Jesus von Nazareth. Und entsprechend will er seine Kirche auf „barmherzig“ trimmen. In seinen Worten klingt das dann so: „Darum ist es ‚entscheidend für die Kirche und für die Glaubwürdigkeit ihrer Verkündigung, dass sie in erster Person die Barmherzigkeit lebt und bezeugt! Ihre Sprache und ihre Gesten müssen die Barmherzigkeit vermitteln und so in die Herzen der Menschen eindringen und sie herausfordern, den Weg zurück zum Vater einzuschlagen. Die erste Wahrheit der Kirche ist die Liebe Christi. Die Kirche macht sich zur Dienerin und Mittlerin dieser Liebe, die bis zur Vergebung und zur Selbsthingabe führt. Wo also die Kirche gegenwärtig ist, dort muss auch die Barmherzigkeit des Vaters sichtbar werden. In unseren Pfarreien, Gemeinschaften, Vereinigungen und Bewegungen, d.h. überall wo Christen sind, muss ein jeder Oasen der Barmherzigkeit vorfinden können.‘“*

P.S. Einen kleinen Seitenhieb gegenüber den Medien kann sich das Papier in Zeiten von Vatilekas2 nicht verkneifen. Einerseits wird die positive Rolle der „sozialen Kommunikationsmittel“, wie das im vatikanischen Jargon so schön heißt, unterstrichen, wenn sie die Öffentlichkeit über „schwierige Situationen informieren, die an die gewissen appellieren“. Andererseits werden die Medien ermahnt, „sich in den Dienst der Wahrheit und nicht der Partikularinteressen zu stellen“. Und dann schreibt Franziskus: „Die Kulturanbieter und die Betreiber der Medien müssten auch darüber wachen, dass die Weise, wie die Informationen erhalten und verbreitet werden, immer rechtlich und moralisch zulässig ist.“

P.P.S. Der Moneyval-Ausschuss des Europarats hat den Vatikan zu konkreten Schritten gegen Geldwäsche aufgefordert. Zwar bescheinigt Moneyval dem Vatikan große Fortschritte bei der Schaffung der rechtlichen und institutionellen Voraussetzungen im Kampf gegen Geldwäsche und illegale Finanzgeschäfte. Zugleich gebe es aber noch große Defizite bei der praktischen Umsetzung. „Alles in allem müssen die eingeführten juristischen Strukturen, die Geldwäsche verhindern und verfolgen sollen, jetzt auch tatsächliche Resultate liefern“, heißt es im zweiten Fortschrittsbericht des Europaratsausschusses, in dem die vom Vatikan in den letzten Jahren ergriffenen Maßnahmen evaluiert wurden. So ist dem Bericht zufolge von den insgesamt 29 im Vatikan eröffneten Verfahren wegen Geldwäsche keins zur Anklage oder zum Prozess gebracht worden. Der Europaratsausschuss Moneyval ist für die Kontrolle von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung zuständig.

* Franziskus zitiert hier die Verkündigungsbulle des Außerordentlichen Jubiläums der Barmherzigkeit Misericordiae vultus.

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Jürgen Erbacher

Seit Juli 2018 leite ich die ZDF-Redaktion "Kirche und Leben katholisch", für die ich seit 2005 über die Themen Papst, Vatikan, Theologie und katholische Kirche berichte. Dafür pendle ich regelmäßig zwischen Mainz und Rom - meiner zweiten Heimat. Dort habe ich vor meiner ZDF-Zeit mehrere Jahre gelebt und für Radio Vatikan gearbeitet. Studiert habe ich Politikwissenschaft und Katholische Theologie in Freiburg i.Br. und Rom.

38 Kommentare

  • Wanda
    15.12.2015, 18:29 Uhr.

    – „unterlassene Hilfeleistung“, gilt die nur für den ziemlich unvollkommenen Menschen ?
    Wie schaut´s denn da mit dem liebenden und barmherzigen Allmächtigen aus ?
    Der müsste bei seiner Allmächtigkeit doch einschreiten, wenn beispielsweise ein hilfloses Kind in Not ist oder Opfer eines Verbrechens wird…
    – Was wir in „zivilisierten“ Ländern dem volljährigen Bürger abverlangen, nämlich dass er nach seinen Möglichkeiten gesetzlich zur Hilfe verpflichtet ist und er widrigenfalls wegen unterlassener Hilfeleistung angeklagt wird bzw. eine Strafe riskiert, dürfte man doch auch erst recht von diesem Gott verlangen, oder ?
    Kann es sein, dass hier zweierlei Mass angelegt wird oder hat sich der Mensch in ethischer Hinsicht etwa weiter eintwickelt als der die Nothilfe verweigernde Gott ?

    • JasJu
      16.12.2015, 13:32 Uhr.

      Zugegeben, auch intelligentere Menschen stellen sich diese Frage, erinnert sei an Dostojewskis Großinquisitor. Dennoch: Hinter dieser Form der Theodizee steckt ein seltsames Gottesbild. Das unschuldig leidende Kind ist in diesem Zustand, weil vom Menschen in seiner Freiheit geschaffene Umstände es dorthin brachten. Gottes Eingreifen würde die Freiheit des Menschen, gut oder böse zu handeln, aufheben. Mal abgesehen davon greift Gott ständig ein, nur wenige haben Ohren, es zu hören und Augen, es zu sehen.

      • silberdistel
        17.12.2015, 10:59 Uhr.

        JasJu, 13:32
        Über die Intelligenz anderer läßt sich vor Allem Eines: Kräftig munkeln.

      • Wanda
        17.12.2015, 16:02 Uhr.

        JasJu 13:32
        – Nun, eine […]* Ausrede für das Nichteinschreiten eines hartherzigen Gottes, denn der unvollkommene Mensch ist trotz dieser Umstände verflichtet dem unschuldig leidenden Kind zu helfen.
        Mit anderen Worten: der Mensch hat (gesetzlich geregelt) zumindest in dieser Hinsicht ethische Fortschritte gemacht, während der Allmächtige sich als alttestamentarischer, strafender und unbarmherzigen Gott nicht weiterentwickelt hat…
        Wie verträgt sich das übrigens mit der Wertung des barmherzigen Samariters durch Jesus ?

        *Der Beitrag wurde wegen des Verstoßes gegen die Netiquette editiert.

    • silberdistel
      16.12.2015, 18:39 Uhr.

      Wanda, 18:29 Uhr
      Eine andere (ebenso unbeantwortbare) Frage ist, warum aus dem Nichts etwas entsteht und sich zu derart unglaublich komplexen Strukturen entwickelt, wie wir das beispielhaft am Leben nur eines Insektes auf diesem Planeten bewußt reflektieren können.
      „Göttliche Erscheinungen“ in dieser Komplexität des sich entwickelnden Lebens treten oft im Zusammenhang mit Lichterscheinungen auf. Einige sind vom Katholizismus anerkannt wie etwa die Sonnenwunder von Fatima oder Heroldsbach. Man kennt diese Lichterscheinungen auch von sehr vielen mittlerweile dokumentierten Nahtoderlebnissen her oder beispielsweise der Himmelfahrt von JC, Engelserscheinungen etc. – Kurzum deutet sehr vieles auf das Vorhandensein anderer Dimensionen hin, was die Wissenschaft heute durchaus bejaht. Diese von ihr „Dunkle Materie“ oder „Dunkle Energie“ (so genannt einfach weil man nicht weiß was es ist) soll sogar den Großteil, bis zu 80 %, des bekannten Universums ausmachen.
      Will sagen, das noch nicht alles erforscht und bekannt ist. Und vielleicht ist es ja sogar so, das niemals etwas verloren gehen kann in einem Gesamtsystem Universum, das von seiner Energie her immer gleich bleiben wird, da prinzipiell ein geschlossenes System. Sondern sich nur das Niveau des Zustandes ändert. Und nur wir, aus der Perspektive begrenzter Dimensionen heraus, glauben Verlust an uns selbst und unser Bewußtsein erleiden zu müssen.
      Ein ´Gott´ der STÄNDIG (und das müßte ´Er´ definitiv bei den potentiell sinnflutartig vorgetragenen Vorwürfen der „unterlassenen Hilfeleistung“ an denselben) in den Ablauf der Dinge eingreifen würde, was würden wir solch einem Gott in dem Fall dann nicht noch alles vorhalten?? Bin mir sicher auch das wir nicht jeden Samstag im Lotto gewinnen oder sehr viel hübscher aussehen.
      So wie es ist macht es also durchaus Sinn. Und letztlich ist uns selbst ja gegeben zu verändern in dem Sinn wie wir das anstreben.

      • Wanda
        17.12.2015, 16:29 Uhr.

        Silberdistel 18:29
        – hier geht es um schlichtweg ethisches und „humanes“ Handeln, welches uns als Unvollkommene moralisch abverlangt- und ggf. sogar gesetzlich recht hart geahndet werden kann. Humanes = menschliches Handeln steht einem Gott also nicht gut zu Gesichte, versteh ich das richtig ?
        Ob man im Lotto mit der Hilfe Gottes gewinnen- oder besser aussehen möchte, da fehlt dann doch wohl die Bedrohungslage für Leib und Leben, oder ?
        – Und was Ihre Erklärungen und Deutungsversuche „göttlicher“ Erscheinungen angeht, kann ich nur wiederholen: bis zum Beweis des Gegenteils gehe ich davon aus, dass es im Universum eher mit rechten Dingen zugeht – also weder Götter noch Teufel, weder Dämonen noch Hexen in die Zeitläufe und Naturgesetze eingreifen…

        • Wrightflyer
          20.12.2015, 23:48 Uhr.

          Vorsicht, es haben sich früher die Theologen ihr Bild von Gott eher nach menschlichen Herrschern modelliert. Raus kam ein Gott der nichts verzeiht und einen für jede (vor allem sexuelle) Kleinigkeit in die ewige Verdammnis schickt.

          Wie gesagt: Die Frage warum das Leid sein muss, ist auch für Christen nicht leicht zu beantworten.
          Nur so viel: Wir wären keine Menschen wenn wir schon als Engel im Paradies erschaffen worden wären. Wir hätten kein Leid um es zu überwinden, wir hätten nichts um moralisch zu wachsen, wir könnten keine Welt aufbauen und keine Schöpfung beschützen (bei letzterem versagen wir seit der industriellen Revolution kläglich. Auch wenn ich die industrielle Revolution gerade als Verfahrensingenieur insgesamt positiv sehe: Wir haben eine Menge Verbesserungspotential was den Umgang mit der Schöpfung angeht…).

          Und auch Sie können nicht nachweisen daß es keine Wunder gibt. Auch auch daß es keinen Gott geben würde, können Sie nicht beweisen.

          Ich habe selbst etwas erlebt daß ich mir mit meiner beträchtlichen naturwissenschaftlichen Bildung nicht erklären kann. Aber davon möchte ich hier nicht sprechen.

      • Wrightflyer
        17.12.2015, 23:46 Uhr.

        „Diese von ihr „Dunkle Materie“ oder „Dunkle Energie“ (so genannt einfach weil man nicht weiß was es ist) soll sogar den Großteil, bis zu 80 %, des bekannten Universums ausmachen.“
        Ich glaube nicht daß es sich um Materie handelt, denn so eine Menge und dichte an Materie die das Licht völlig ungehindert passieren lässt, fällt mir schwer zu glauben. Wir müssen also suchen, was außer Materie noch eine Gravitationswirkung entfalten kann. Und ob es sowas wie ungebundene Energie, also nicht an irgendeine Materie gebundene Energiemengen, geben kann.

        • silberdistel
          20.12.2015, 20:20 Uhr.

          Wanda, 16:29 h, Wrightflyer, 23:46 h

          In der Tat hatte versucht darzustellen das aus anderer Perspektive, der einer Mehrdimensionalen (früher sagte man gern „Ewigkeit“) heraus, keine tatsächliche und zur Handlung zwingende ´Hilfsbedürftigkeit´ gem. unserem § 323c StGB, vorliegt. -> Dies schützt ´Gott´ nicht nur vor irdisch-juristischer Anklage des Staatsanwaltes, sondern ebenso vor ethisch-humanistischen Vorhaltungen, weil die dazugehörige causa schlichtweg fehlt. – Gleichzeitig möchte als Advocatus Dei jedoch mein ganz persönliches, äußerstes Bedauern zum Ausdruck bringen, das demnach dieser Rechtsweg gegen ´Gott´ nicht nur nicht aussichtsreich, sondern tatsächlich ausgeschlossen ist.
          Uns als rein irdisch-/materielle Wesen widerfährt diese Entlastung jedoch keinesfalls, da uns die höhere Sicht der Dinge in der Regel verborgen bleibt und wir uns an das halten müssen, was wir (in unseren Dimensionen) vorfinden: Nämlich teils zum Himmel schreiende Hilfsbedürftigkeit und Ungerechtigkeiten.

          „Mit rechten Dingen“ geht es im Universum schon längst nicht mehr zu, seit man es und die Materie näher untersuchen kann.

    • Wrightflyer
      17.12.2015, 23:33 Uhr.

      Tja, warum Gott uns nicht hier schon auf Erden von jedem Leid erlöst, ist auch für uns Christen nicht unbedingt leicht zu beantworten.

      Ich habe dazu eine Gegenfrage: Würde Gott das tun, würde Gott ständig eingreifen und uns alles abnehmen und regeln: Wäre das hier dann noch unsere Welt? Und wären wir dann selbständige Wesen?

      Wohl kaum. Der Himmel wartet auf uns, aber es war nicht vorgesehen, daß wir schon im Himmel geboren werden. Diese Welt dagegen haben wir bekommen, und zwar ohne Kompromisse. Auch wenn Gott uns stützt und uns auf leise Art hier und da zu Hilfe kommt: Letzten Endes haben wir alle Freiheiten aber auch alle Verantwortung hier. Den Himmel macht Gott schön für uns, aber der ist auch seine Welt, nicht unsere.

      • Wanda
        22.12.2015, 15:49 Uhr.

        – wer spricht von ständigem Eingreifen Gottes in die Abläufe des Lebens ? Hier geht es nur um jene Notfälle von Wehrlosen, wo es dem vergleichsweise unvollkommenden und schwachen Menschen moralisch und gesetzlich abverlangt wird einzugreifen und zu helfen…
        Versteh ich also die Gläubigen diese Blogs richtig ? Wir dürfen demnach froh sein, im Falle ernster Gefahr für Leib und Leben von unseren Zeuge werdenden Mitmenschen die erforderliche Nothilfe (zumindest theoretisch) einfordern zu können und das nicht jener als liebender und allmächtiger beschriebene Gott zuständig ist ?
        – Dass sich diese menschliche Hilfe nicht immer realisiert, ist eine andere Sache und hängt von der humanen Schwäche und anderen Umständen ab…
        Interessant: diese darf dem, der die Macht dazu hätte und der angeblich die Schwachen besonders liebt, nicht zugemutet werden ?

        • Silberdistel
          23.12.2015, 13:11 Uhr.

          Wanda 15.49 h
          Zumuten ist mE nicht nur ausdrücklich erlaubt, sondern die völlig natürliche Verhaltensweise desjenigen, der an die Existenz höherer („himmlischer“) Kräfte, bzw. ‚Gottes‘, glaubt. Wer weiss, wie oft diese übernatürliche Hilfe auch schon stattgefunden hat, – freilich ohne das danach eine entsprechende Visitenkarte als Nachweis hinterlassen wurde?!
          Wrightflyer hat völlig recht: Gäbe es ein offenkundiges Eingreifen, einen letztlichen Beweis für das hilfreiche Eingreifen ‚Gottes‘, so wäre das nicht mehr unsere Welt und wir nicht die (freien!) Wesen die wir sind. Denen es in der Konsequenz dieser gewährten Freiheit dann eben auch erlaubt ist an der Existenz ‚Gottes‘ zu zweifeln – oder diese, trotz der zugegebenermaßen oft äusserst widrigen Umstände, dennoch zu erkennen.
          Sie dürfen jedoch getrost an die Existenz „himmlischer Mächte/eines ‚Gottes‘ “ glauben, sonst wäre das unwahrscheinlich hochkomplexe Leben (Stichwort mal nur: DNS/RNS), in diesem ansonsten durchweg lebensfeindlichen Universum gar nicht möglich.

    • wegener
      21.12.2015, 12:47 Uhr.

      zu weihnachten sollte die katholische kirche den segen urbis et orbi geben möge bethlehem die geburtsstadt jesu
      in vollem glanz erscheinen und juden und palästinenser
      sich erfreuen an einem frieden der ohne mauer für beide
      länger hält als der mit mauer
      schalom und salam

      • Wrightflyer
        22.12.2015, 23:27 Uhr.

        Dem Friedenswunsch schließe ich mich von Herzen gern an!!

  • Wrightflyer
    15.12.2015, 21:47 Uhr.

    „Das Kirchenoberhaupt fordert darin eine bessere Integration von Flüchtlingen, die Abschaffung der Todesstrafe sowie einen Schuldenerlass für die ärmsten Länder.“
    Flüchtlinge: Wobei sich allerdings die Flüchtlinge auch integrieren müssen, d.h. auch die sind in der Pflicht.
    Schuldenerlass: Dem schließe ich mich sehr gern und vollständig an! Wir brauchen ein Insolvenzrecht für staaten, es geht einfach nicht weiter daß ganze Länder hoffnungslos im Abgrund landen und nie wieder raus kommen. Besser noch wäre die Abschaffung unseres Wirtschaftssystems und Einführung eines gerechten Systems. Wir kennen das ja schon von Privatpersonen: Ab einem bestimmten Schuldenstand kommt man nie, nie wieder aus eigener Kraft aus den Schulden raus, sondern nurnoch durch Privatinsolvenz. Ganzen Staaten geht es ähnlich, sogar noch schlimmer: Die werden gezwungen, immer mehr Kredite aufzunehmen um vorherige Kredite zu bezahlen, müssen also immer mehr Schulden machen.

    „eine ganze Reihe von „Gründen zur Hoffnung“ anführt. Dazu zählt er das am Klimaabkommen von Paris“
    Die Verhandlungen hatte ich nicht weiter verfolgt, weil ich keine Hoffnung hatte. Ähnlich wie beim letzten Konklave. Aber jetzt bin ich sehr SEHR positiv überrascht. Nur das mit der Umsetzung wird vermutlich so eine sache.
    Gut, die Hoffnung jemals wieder einen echten deutschen Winter zu erleben, die habe ich aufgegeben. Ich werde es nicht mehr erleben daß sich die angelaufene erderwärmung in die Flasche zurückstopfen lässt. Aber es wäre schön, zu meinen Lebzeiten noch die Südsee besuchen zu können, diese wunderschöne Inselwelt.

    „Er kritisiert die Diskriminierung von Frauen in der Arbeitswelt und ungerechte Löhne.“
    Einen herzlichen Dank an Franziskus!!

    • Alberto Knox
      17.12.2015, 19:56 Uhr.

      liebe wrightflyer,

      das haben sie sehr gut gesagt und schließe mich ihnen gerne an!

      • Wrightflyer
        23.12.2015, 0:05 Uhr.

        A propos, irgendwie haben positive Überraschungen gerade Saison. Sepp Blatter und Michel Platini wurden gerade hochkant gefeuert. Da bin ich wirklich sprachlos vor Staunen.

  • Silvia
    16.12.2015, 10:26 Uhr.

    Was Barmherzigkeit und Hilfeleistung für die Flüchtlinge angeht, kann der Papst „den Deutschen“ gewiss keine Gleichgültigkeit vorwerfen.

    Ohne ganze Heerscharen von Ehrenamtlichen wäre das gar nicht zu bewältigen.

    Und dass die Behörden überfordert sind, z.B. was eine ZÜGIGE Registrierung der Flüchtlinge angeht, so ist das nicht deren Schuld.

    • Jürgen Erbacher
      Jürgen Erbacher
      17.12.2015, 7:26 Uhr.

      Deshalb hat Franziskus ja auch beim Ad-Limina-Besuch der deutschen Bischöfe vor wenigen Tagen das große Engagement von kirchlicher und nichtkirchlicher Seite gewürdigt. Franziskus und seine politischen Mitarbeiter im Vatikan wie Kardinalstaatssekretär Parolin nehmen sehr genau wahr, was da gerade in Deutschland passiert und geleistet wird. Das wurde bei den Gesprächen von Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier am 5. Dezember mit den beiden deutlich.

    • Wrightflyer
      17.12.2015, 23:17 Uhr.

      Da sind auch immer wieder Nazis die Flüchtlingsunterkünfte abfackeln. Jede Woche brennt es irgendwo. Wirklich beunruhigend ist, daß einmal sogar eine Gasleitung angesägt gewesen sein soll. Wer das tut, will ganz eindeutig töten.

      Es ist zum kotzen. Da reißt man sich den **** auf und dann kommen diese Idioten und fackeln die Bude ab.
      DIE sollten man fliehen müssen, ohja…

      „Besorgte Bürger“, das ich nicht lache… ICH bin besorgt!!

  • Wanda
    16.12.2015, 15:57 Uhr.

    – nanu, Flüchtlinge sind plötzlich auch in der Pflicht ? Da hat sich dann doch der Tenor überraschend ein wenig verändert. Mal grundätzlich: Integration ist eine Bringschuld. Nicht das aufnehmende Land muss sich dem Asylanten anpassen sondern dieser seinem Gastland und das akzeptieren was dieses leisten kann und will. Forderungen stellen geht gar nicht und sind als Unverschämtheit zurückzuweisen. Mit dem was ein Gastgeber anbietet, muss man zufrieden sein. Mehr zu verlangen oder gar zu fordern ist in gröbstem Masse ungezogen und geht gar nicht.
    Und gute Tradition ist: benimmt sich ein Gast nicht dementsprechend, wird er hinaus komplimentiert und nie wieder eingeladen. So jedenfalls hält es der private Gastgeber…
    – Das Klimabkommen hat bei näherer Betrachtung so seine Tücken und Lücken. Für Jubel ist es nicht nur zu früh sondern eigentlich überhaupt nicht geeignet…

    • Wrightflyer
      17.12.2015, 23:10 Uhr.

      […]*
      Stattdessen wurden wir (THW) bei unserem letzten Einsatz in der Flüchtlingsunterkunft von den Flüchtlingen äußerst höflich und liebenswürdig behandelt.

      Übermorgen sind wir wieder dort, allerdings erwarte ich da nicht mehr eine so gute Stimmung, denn jetzt leben die Menschen da schon wochenlang auf engstem Raum zusammen, hatten viel Langeweile und wenig konkrete Perspektiven und außerdem ist es zwar nicht wirklich Winter, aber die Tage sind dezembermäßig kurz. Wenn es schon Deutsche gibt denen das aufs Gemüt schlägt, gilt das mit sicherheit noch viel mehr für Menschen von viel weiter südlich.

      Vor allem kommen die Flüchtlinge nicht hierher wegen dem schönen Wetter hier. Sie kommen auch nicht um uns irgendwas wegzunehmen. Sie kommen hierher weil sie daheim keine chance mehr für sich sehen oder tatsächlich keine haben.
      Sie dagegen wurden NICHT aus Deutschland vertrieben, Sie haben FREIWILLIG eine neue Heimat gewählt. Und antideutsche Pogrome gibt es meines Wissens nach in Argentinien keine, man ist im Gegenteil bei den meisten Argentiniern herzlich willkommen. Das erste Vorbild an guten Manieren und Integration sollten daher SIE sein.
      * editiert wegen Verstoßes gegen die Netiquette

    • Heilbründl
      20.12.2015, 9:29 Uhr.

      Klar müssen sich Flüchtlinge unseren Gegebenheiten anpassen, aber das hindert uns doch nicht daran, auch diesen entgegenzukommen. Wenn zu mir ein Gast privat kommt, koche ich z. B. auch nichts, von dem ich weiß, das mag er gar nicht.
      Gegenseitiges Interesse fördert das Zusammenleben.
      Wenn ich dann bei uns in der Presse lese (pnp), dass Läden sich umstellen und hummus und falfala anbieten usw. und dann ein bitterböser Leserbrief kommt, Flüchtlinge müssten halt gleich Schweinebraten und Semmelknödel lecker finden, kann ich nur den Kopf schütteln.
      Mein Sohn kocht z. B. oft orientalisch und wir finden es lecker.

      • Wrightflyer
        20.12.2015, 23:30 Uhr.

        Meine Antwort an Wanda wurde nicht freigeschaltet, nur so viel:
        Angesichts seines Verhaltens, z.B. der Tatsache daß ich ihm ein Anliegen erfüllt habe und dafür nur ein „Na bitte, geht doch!“ bekommen habe, nach dem Motto: „Sklave! Ein Bier, aber zügig!“ akzeptiere ich von Wanda keine Vorträge, wie sich Flüchtlinge zu benehmen hätten.

        Vor allem müssen wir uns klar machen, daß es sich nicht um Austauschstudenten oder Touristen handelt, auch nicht um Gastarbeiter, sondern um Flüchtlinge. Die sind nicht wegen dem schönen Wetter hier, sondern weil in ihrer Heimat die Lage lebensgefährlich und unerträglich ist. Und vieles davon geht auf das Konto der Machtspiele während des Kalten Krieges. Sie sind auch nicht in der Absicht gekommen, uns Deutschen auf die Nerven zu gehen. Allerdings muss man auch sagen daß sie vor der Flucht andere Sorgen hatten als Reiseführer für Europa mit vielen Benimmtipps zu lesen. Das müssen sie hier nachholen.

        Das was wir uns fragen müssen ist: Wie würde ich mich in der gleichen Lage fühlen, kein Zuhause mehr und von dem Land wo ich bin verstehe ich die Sprache nicht, kenne die Umgangsformen nicht und weiß nicht was ich mit mir anfangen soll? Was würde ich vom Gastland erwarten? Ganz sicher nicht daß mich jemand dafür anklagt daß es mir gelungen ist, mein Handy mitzunehmen, weil ich hören will wo meine Verwandtschaft und meine Freunde gelandet sind!

        Die Situation ist für keine Seite leicht. Z.B. haben wir eigentlich auch Probleme mit unserer Regierung die gerade unsere staatliche Souveränität per TTIP an der Börse verscherbelt, und gerade jetzt ist die Flüchtlingskrise eine Sorge die wir überhaupt nicht brauchen können. Ohnehin ist es nie leicht, sich mit einem solchen Schwung von Leuten aus einem völlig anderen Kulturkreis anzufreunden. Zudem sind die freiwilligen Helfer mittlerweile so langsam am Ende mit ihren Kräften. Und die Flüchtlinge andererseits sind hier mit den psychischen Belastungen aus dem Krieg und keine richtige Perspektive vor sich, sitzen in Sammelunterkünften und müssen erstmal wieder Boden unter den Füßen bekommen. Mich wundert es z.B. nicht wenn man gelegentlich von Kloppereien zwischen Flüchtlingen hört, denn ich weiß was wir aufgebaut haben, ich war dabei. Wenn ich wochenlang keine Zimmertür hinter mir zumachen und mal ein paar Stunden meine Ruhe haben kann, bin ich irgendwann auch nicht mehr zurechnungsfähig, glauben Sie mir! Und zur mangelnden Privatsphäre kommt die endlose Langeweile den ganzen Tag. Mein Leben ist auch nicht immer leicht, aber würde ich mit denen tauschen wollen?? Keine Sekunde!!

        Zum Thema: „Das sind alles Männer, die sollen in den Krieg und kämpfen!“, was ich hier schon gelesen habe:
        Manche von den „Männern“ die uns vom THW gestern durch die Einsatzstelle gelaufen und geradelt sind, waren für den Kriegsdienst teilweise noch sehr jung. Nichtmal afrikanische Warlods hätten das als Kindersoldaten genommen.
        Und jetzt sollen mir die „Flüchtlingsexperten“ hier mal erklären: Wo kommen die Herden von Kiddies her, wenn doch alle Flüchtlinge angeblich kräftige kriegstüchtige Männer sind?

        Übrigens bin ich als begeisterte Hobbyköchin sehr für eine Wiederbelebung der guten deutschen Küche, z.B. mit Schweinebraten in Dunkelbiersoße, Wirsing und selbergemachten Klößen. Oder mit Roularden mit Rosenkohl. Oder Finkenwerder Scholle oder Leipziger Allerlei… Andererseits esse ich auch sehr gern orientalisch und jedesmal wenn ich junge Leute sehe die sich diesen McDonalds-Fraß reinziehen, bin ich dankbar daß wir Türken haben, denn so ein Döner ist auf jeden Fall gesünder!

        • Wrightflyer
          21.12.2015, 21:46 Uhr.

          Das da flog mir gerade per Facebook zu:
          http://weissenburg-aktuell.de/weissenburger-fluechtlinge-besuchen-andreaskirche-und-weihnachtsmarkt/

        • Wanda
          22.12.2015, 16:03 Uhr.

          Wrightflyer 23:30
          – was sind das für Menschen, die ihre minderjährigen Kinder allein auf den gefahrvollen Weg schicken, um das Nachzugsrecht zu erhalten ? Normale Eltern würden sich nie freiwillig von ihnen trennen, unter gar keinen Umständen…
          – Und die meisten der ankommenden jungen Männer (übrigens die grosse Mehrzahl der Flüchtlinge) sind sehr wohl wehrfähig, sie ziehen es lediglich vor, die Alten und Schwachen, Frauen und Kinder wehrlos zurückzulassen. Sollen doch in ihrer Heimat die jungen Männer anderer Nationen für sie den Kopf hinhalten und die erwünschte Freiheit erkämpfen…

    • Heilbründl
      20.12.2015, 9:31 Uhr.

      Darum bin ich auch für Geldleistungen. Jeder soll selbstverantwortlich das kaufen können, was im behagt.

  • Dökti
    17.12.2015, 21:30 Uhr.

    Wanda 18:29, JasJU 18:32 u. Silberdistel 18:39

    Zum Thema unterlassene Hilfeleistung und dem damit zusammenhängenden Gottesbild möchte ich Ihnen unbedingt das Buch „Der Traum des Königs Nebukadnezars – Ende einer mittelalterlichen Kirche“ von P. Roger Lenaers,SJ empfehlen. Es dürfte sich dann einiges klären

    • JasJu
      21.12.2015, 17:29 Uhr.

      Pater Lenaers ist ein Häretiker. Steckengeblieben in der wissenschaftsgläubigen Vulgäraufklärung der 60er-70er Jahre. Einfach nur traurig. Lesen Sie sowas mit Gewinn? Dann haben Sie mein Mitleid.

      • Suarez
        22.12.2015, 12:47 Uhr.

        Welches Amt haben Sie in der Kirche, dass Sie feststellen können, ob jemand Häretiker ist? Sind Sie Bischof oder Papst. Wenn nein: Dann schweigen Sie! Dann haben Sie – ebenso wie ein Nichtmediziner kein Recht hat, medizinische Diagnosen zu treffen – kein Recht, Häresien festzustellen.
        Ich habe Mitleid mitleid mit Ihnen und bete für Ihre Bekehrung. Vielleicht sollten Sie das auch. Der Rosenkranz ist schließlich ein wirksames Gebet.

  • Wanda
    19.12.2015, 15:38 Uhr.

    – empfehle den ARD-Bericht über Christen in Syrien: „besser in der Kirche sterben als zu Hause“…
    Demnach werden die Christen dort (und im Irak) nicht nur vom IS verfolgt…

    • Wrightflyer
      20.12.2015, 22:45 Uhr.

      Ist doch recht interessant, wann Sie Ihr Herz für Christen entdecken!
      Hätten sie sich auch für albanische Christen unter Enver Hoxha eingesetzt? Oder würden Sie sich für nordkoreanische Christen einsetzen?

      • bernardo
        21.12.2015, 13:23 Uhr.

        Warum sollte Wanda das nicht tun? Nur weil er selbst den christlichen Glauben nicht teilt und die Kirche – oft mit guten Gründen – angreift, bedeutet das nicht, dass er für die Christenverfolgung in Albanien oder Nordkorea ist. Wie wäre es, liebe Wrightflyer, Sie beherzigten die Mahnungen von Franziskus bzgl. des Redens über andere? Schon lustig, wie über die „moderate Opposition“ in Syrien, die von Mrs. Clinton hofiert wird (das ist die Politikerin, die für den Irak- und Libyenkrieg war und am liebsten gegen Assad „interveniert hätte und nun Donald Trump vorwirft, Chefrekrutierer der ISIS zu sein), gesprochen wird – das waren die Leute, die das Christendorf Maalula zerstört haben.

        • Wrightflyer
          22.12.2015, 23:21 Uhr.

          „Warum sollte Wanda das nicht tun? Nur weil er selbst den christlichen Glauben nicht teilt und die Kirche – oft mit guten Gründen – angreift, bedeutet das nicht, dass er für die Christenverfolgung in Albanien oder Nordkorea ist.“
          Die Worte [Wandas] les ich wohl, allein mir fehlt der Glaube!
          Angesichts dessen was Wanda normalerweise von Christen hält und angesichts dessen daß er mich damals heftig kritisiert hat, als ich noch einen Militärschlag gegen IS stark befürwortete (inzwischen bin ich vorsichtiger geworden), und mich in den Irak zum kämpfen schicken wollte, obwohl ich garkeine militärische Ausbildung habe, sticht es mir schon ins Auge, daß er sich gerade jetzt für Christen interessiert, wo er hier auf einer stark kriegsbefürwortenden Stimmung mitreiten kann.

          „Schon lustig, wie über die „moderate Opposition“ in Syrien, die von Mrs. Clinton hofiert wird (das ist die Politikerin, die für den Irak- und Libyenkrieg war und am liebsten gegen Assad „interveniert hätte und nun Donald Trump vorwirft, Chefrekrutierer der ISIS zu sein), gesprochen wird – das waren die Leute, die das Christendorf Maalula zerstört haben.“
          WELCHE Opposition??
          Es gibt den Syrischen Nationalrat, die Freie Syrische Armee, das Nationale Koordinationskomitee für Demokratischen Wandel, die islamistische Al-Nusra-Front, usw. usf. Mittlerweile gibt es auch eine Christenmiliz, habe neulich gelesen, daß die geräumte IS-Stellungen gefunden haben. Insgesamt reicht das Spektrum von radikal-islamistisch über säkular-nationalistisch bis zu marxistisch.
          Also WER wird von Hillary Clinton hofiert??
          http://www.bpb.de/apuz/155112/identitaeten-und-interessen-der-syrischen-oppositionellen?p=all

          Übrigens haben sich die wichtigsten Oppositionsgruppen, außer den radikalen Islamisten, in Riad getroffen und sich auf einen Achtpunkteplan geeinigt, an dem aus meiner Sicht nichts auszusetzen ist: Demokratie, Menschenrechte, Terrorbekämpfung, Pluralismus. Allerdings auch keine Anwesenheit ausländischer Kräfte im Land. Logisch, die haben den Irak vor der Haustür und außerdem selbst schlechte Erfahrungen mit mitmischenden fremden Machtinteressen.

      • Wanda
        22.12.2015, 16:17 Uhr.

        Wrightflyer 22:45
        – wenn Sie mich schon direkt fragen: ich setze mich für „Menschen“ (ohne religiöse Relevanz) ein, wo ich das leisten und verantworten kann und zudem die Ergebnisse auch handfest kontrollierbar sind. Das übrigens seit Jahren vor allem als Unterhalt und Unterricht unterpriviligierter Kinder. Oft durchaus frustrierend weil´s einfach nicht ausreicht und man kein Land sieht…
        Beantwortet das ihre Frage ?

  • ullrich hopfener
    21.12.2015, 10:04 Uhr.

    nur kurzer TEST ob SENDET
    Sorry später mehr..

  • bernardo
    21.12.2015, 13:33 Uhr.

    Zitat: „Gründen zur Hoffnung“ anführt. Dazu zählt er das am Klimaabkommen von Paris, die NGOs und caritativen Gruppen „in und außerhalb der Kirche“, die bereits jetzt in Notsituationen helfen, sowie Familien, die sich bemühten, „inmitten zahlreicher sozialer und arbeitsbezogener Schwierigkeiten konkret und um den Preis vieler Opfer, ihre Kinder ‚gegen den Strom‘ zu den Werten der Solidarität, des Mitgefühls und der Geschwisterlichkeit zu erziehen“.“

    „Spe salvi facti sumus“, so formulierte es Papst Benedikt. Ich dachte immer, diese Hoffnung wäre Jesus Christus. Jetzt erfahre ich, dass es das Klimaschutzabkommen und die NGO sind. Was sehne ich mich manchmal nach der geistigen Tiefe der Botschaften von Papst Benedikt… Auch was der Papst zu den Medien zu sagen hat, ist m. E. wenig ausgereift. Ein Journalist, der die (manchmal auch auf illegalem Weg zu ihm gelangten) Informationen, die er natürlich durch weitere Quellen auf ihre Glaubwürdigkeit prüfen muss, nicht veröffentlichen würde, hätte seinen Beruf verfehlt. So wie der Papst argumentieren autoritäre Regierungen.

    • Wrightflyer
      21.12.2015, 21:35 Uhr.

      […]*
      Den Menschen die heute bereits durch den Klimawandel die Lebensgrundlagen verlieren, und denjenigen die jetzt noch leben können aber in Zukunft keine Lebensgrundlagen mehr haben werden, helfen keine sprachlich schöngeschnitzten Theoriegebilde von wegen Netteschöpfungblabla. Denen helfen nur Taten.

      Soll Kirche nur für die bürgerliche Mitte der Industrieländer da sein, für die nunmal das Essen im Supermarkt wächst und irgendwie das ganze Jahr über da ist? Die kann sich natürlich an irgendeinem geschnitzten Wischiwaschiblabla von wegen tolle Schöpfung delektieren.

      Die praktischen Taten zu verachten und inhaltsleere Schönfärberei, und sei sie sprachlich noch so schöngeschnitzt, zu verehren, während unsere Ressourcen, Ackerböden, Trinkwasserreserven und Jagdgründe massiv schwinden, ist keine „geistige Tiefe“ sondern abgrundtief dumm.

      Übrigens gab es dieses Jahr in Brandenburg eine ausgeprägte Dürre. War nicht Thema in den Medien, denn ist ja egal, unser Essen wächst im Supermarkt!
      * editiert wegen Verstoßes gegen die Netiquette

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