Papst eröffnet Heiliges Jahr der Barmherzigkeit

Barmherzigkeit geht vor Gericht! Das ist die Botschaft, die Papst Franziskus seiner Kirche und der Welt mit dem Außerordentlichen Heiligen Jahr der Barmherzigkeit vermitteln möchte. Das erklärte er heute Morgen beim Gottesdienst zum Auftakt. Der Pontifex machte deutlich, das II. Vatikanische Konzil habe vor einem halben Jahrhundert versucht, eine Brücke zu schlagen zwischen Kirche und Welt. „Das Jubiläum fordert uns zu dieser Öffnung heraus und verpflichtet uns – entsprechend der Mahnung des seligen Paul VI. beim Konzilsabschluss –, die aus dem II. Vaticanum hervorgegangene Mentalität des barmherzigen Samariters nicht zu vernachlässigen.“ Seit gut zwei Jahren predigt Franziskus Barmherzigkeit. Er will der katholischen Kirche eine neue Haltung verordnen. Sie soll von der Kontrollinstanz zur Wegbegleiterin werden. „Wir müssen die Barmherzigkeit dem Gericht voranstellen“, so Franziskus in seiner Predigt. Diese Kurskorrektur ist nicht einfach und ruft Widerstand hervor.

Franziskus möchte eine "barmherzige Kirche". das zu erreichen ist wahrlich ein Kraftakt. (Quelle: reuters)

Franziskus möchte eine „barmherzige Kirche“. Das zu erreichen, ist wahrlich ein Kraftakt. (Quelle: reuters)

Papst will Konzil umsetzen

Franziskus hat bewusst das heutige Datum als Start des Außerordentlichen Heiligen Jahres der Barmherzigkeit gewählt. Heute vor 50 Jahren wurde das II. Vatikanische Konzil feierlich beendet, jenes Reformkonzil, mit dem die Kirche sich ganz neu den Menschen der Moderne zuwenden wollte. Der neue Grundansatz wurde in der Pastoralkonstitution Gaudium et spes formuliert: „Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute, besonders der Armen und Bedrängten aller Art, sind auch Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Jünger Christi.“ Franziskus formulierte das heute Morgen in seiner Predigt so: „Es war ein neuer Aufbruch, um auf jeden Menschen dort zuzugehen, wo er lebt: in seiner Stadt, in seinem Haus, am Arbeitsplatz… wo auch immer er sich befindet, da muss die Kirche ihn erreichen, um ihm die Freude des Evangeliums zu bringen. Ein missionarischer Impuls, also, den wir nach diesen Jahrzehnten mit derselben Kraft und derselben Begeisterung wieder aufnehmen.“

Während einige schon ein Drittes Vatikanisches Konzil fordern, ist Franzikus überzeugt, dass das II. Vatikanum noch längst nicht umgesetzt ist. Historiker weisen immer wieder darauf hin, dass ein Konzil meist 50, manchmal auch 100 Jahre braucht, um seine volle Wirkung zu entfalten. Mit Papst Franziskus scheint nun eine Ära angebrochen, in der sich die Öffnung der Kirche für die „Freude und Angst der Menschen von heute“ zu realisieren scheint. Mit dem ersten Papst der Südhalbkugel tritt der Westkirche eine neue Konzilsinterpretation entgegen – und zwar ganz konkret auf zwei Beinen. Er rüttelt an Selbstverständlichkeiten und reisst den Vatikan sowie die Kirche in Europa aus einer Art selbstgefälligem und selbstsicheren Dornröschenschlaf. Das ist unbequem, und daher ruft Franziskus auch viele Kritiker auf den Plan. Selbst diejenigen, die die Öffnung der Kirche für die „Freude und Angst der Menschen von heute“ in den letzten Jahrzehnten gegen eine starre römische am Dogma klebende Kirchenregierung versucht haben umzusetzen, trauen dem Braten nicht so recht, denn Franziskus geht unkonventionelle Wege.

Mehr Erfolg als „Jahr des Glaubens“?

Benedikt XVI. hatte zum 50-Jahr-Jubiläum der Eröffnung des II. Vatikanischen Konzils am 11. Oktober 2012 ein Jahr des Glaubens ausgerufen. Auch er wollte damit erreichen, das Erbe des II. Vatikanischen Konzils neu zu beleben sowie der Kirche einen neuen missionarischen Impuls zu geben. Doch das Jahr des Glaubens ist weitestgehend folgenlos verpufft. Franziskus gibt seiner Initiative mit dem Heiligen Jahr nun einen größeren Rahmen. Er will während des Jubiläumsjahres immer wieder konkrete Akzente der Barmherzigkeit setzen, um so immer wieder anzustacheln. Den Auftakt macht Franziskus mit dem Besuch eines Caritasheim für Notleidende am 18. Dezember. Mit Spannung wird allerdings auch ein inhaltlicher Akzent erwartet: das Nachsynodale Schreiben zur Familiensynode. Hier wird sich dann zeigen, welche Auswirkungen die Haltung der Barmherzigkeit auf die Lehre haben wird.

Nach Franziskus durchschritt Benedikt XVI. die Heilige Pforte im Petersdom. (Quelle: dpa)

Nach Franziskus durchschritt Benedikt XVI. die Heilige Pforte im Petersdom. (Quelle: dpa)

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Jürgen Erbacher

Seit 2005 berichte ich für die ZDF-Redaktion „Kirche und Leben katholisch“ über die Themen Papst, Vatikan, Theologie und katholische Kirche. Dafür pendle ich regelmäßig zwischen Mainz und Rom - meiner zweiten Heimat. Dort habe ich vor meiner ZDF-Zeit mehrere Jahre gelebt und für Radio Vatikan gearbeitet. Studiert habe ich Politikwissenschaft und Katholische Theologie in Freiburg i.Br. und Rom.

39 Kommentare

  • silberdistel
    08.12.2015, 22:46 Uhr.

    Beim Durchschreiten einer solchen Pforte der Barmherzigkeit wird Ablass gewährt! Also all jene, die für das Purgatorium noch genügend Brennstoff intus haben, sollten sich immediately auf den Weg machen 🙂

    • Wrightflyer
      11.12.2015, 0:04 Uhr.

      Na, bevor Sie jetzt die Heizwerttabelle rausholen und Energieausbeute dieser und jener Seele berechnen:
      Am meisten Brennstoff haben am Ende wahrscheinlich meistens die gesammelt die am genussvollsten mit dem Finger auf andere zeigen.

      • silberdistel
        11.12.2015, 10:30 Uhr.

        Wrightflyer, 0:04 Uhr
        Na, ob sie meinen Beitrag richtig verstanden haben?
        Die rk-Kirche ist mW die letzte der christl. Kirchen, die am ´Fegefeuer´ – sowie an derart gewährtem Ablass – bis heute festhält. Während sich im Sprachgebrauch, wie im Volksglauben, das Vorhandensein der Hölle noch ebenso erbittert hält.

  • Silvia
    08.12.2015, 23:18 Uhr.

    „Selbst diejenigen, die die Öffnung der Kirche für die „Freude und Angst der Menschen von heute“ in den letzten Jahrzehnten gegen eine starre römische am Dogma klebende Kirchenregierung versucht haben umzusetzen, trauen dem Braten nicht so recht, denn Franziskus geht unkonventionelle Wege.“

    Könnte daran liegen, dass uns Mitteleuropäern das lateinamerikanische Denken von Franziskus nicht so besonders vertraut ist.

    „Hier wird sich dann zeigen, welche Auswirkungen die Haltung der Barmherzigkeit auf die Lehre haben wird.“

    Darauf bin ich auch sehr gespannt. Ich hoffe, dass dieses Dokument bald kommen wird, denn schon jetzt spricht kein Mensch mehr über die Familiensynode. Was vielleicht auch daran liegt, dass die Menschheit gerade weitaus größere Probleme hat als sie Gegenstand der Synode waren. Geht mir jedenfalls so.

    • Wrightflyer
      10.12.2015, 23:50 Uhr.

      Tja, würden unsere westlichen Werte die wir so mühsam und blutig aufgebaut haben, nicht jedesmal in Netzstrümpfen, Mini und Federboa an der Laterne stehen wenn billiges Öl winkt, und würden unsere christlichen Werte tatsächlich eine Rolle spielen statt unter einem Haufen selbstgerechtem Gejammer und einem Berg an Scheinheiligkeit, Feigheit und Bequemlichkeit begraben worden zu sein, würden die Probleme auf die Sie vermutlich anspielen, wie ich Sie mittlerweile kenne, garnicht existieren.

      Die Menschheit hat nicht GERADE größere Probleme. Sie hat es schon verdammt lange. Derzeitige Ungemütlichkeiten in Europa sind nur das Symptom dafür daß die Dinge schon lange katastrophal laufen. Und daß gerade die mächtigsten Länder einiges damit zu tun haben.

      • Silvia
        11.12.2015, 1:39 Uhr.

        Franziskus will den Dialog mit den Juden vertiefen. Darum ging es übrigens auch primär bei „nostra aetate“:

        http://www.domradio.de/themen/interreligi%C3%B6ser-dialog/2015-12-10/vatikan-will-dialog-und-zusammenarbeit-mit-juden-verstaerken

        Gehört zwar jetzt nicht hierher, aber da @Wrightflyer gerade wieder eine Wertedebatte eröffnet hat, ist es auch nicht ganz out off topic.

        • Wrightflyer
          15.12.2015, 23:32 Uhr.

          Ich weiß was Sie mir wieder unterstellen wollen, aber ich muss Sie enttäuschen!
          Ich habe absolut GARNICHTS gegen interreligiösen Dialog und halte ihn sogar für sehr wichtig! Sowohl mit dem Judentum wie mit dem Islam oder dem Buddhismus! Vorausgesetzt die Dialogpartner sind auch auf einen ehrlichen Dialog aus!

          Ich weigere mich nur, es für richtig zu halten daß manche (wie gesagt MANCHE, nicht alle!) das Judentum als Rechtfertigung für eine menschenverachtende Besatzung nehmen und so seine eigenen Werte korrumpieren.

      • Wanda
        11.12.2015, 16:46 Uhr.

        Wrightflyer 23:50
        – was soll dieses ständige Selbstanklagen ? Die Mentalität des Menschen (der vorgeblichen Krone göttlicher Schöpfung) ist überall gleich. Er selbst befindet sich allenfalls in verschiedenen Jahrhunderten: die islam-geprägte Welt z.B. ist Jahrhunderte zurück, sowohl in technisch-ökonomischer Hinsicht als auch in ihrem beschränkten Weltbild und natürlich in ihrer religiösen Standortbestimmung, die kaum Platz lässt für Toleranz und Humanität…
        – Ihr nur auf den Westen konzentriertes Lamentieren ist deswegen nicht so recht ernst zu nehmen…

      • Silvia
        15.12.2015, 1:15 Uhr.

        Wrightflyer

        „Tja, würden unsere westlichen Werte die wir so mühsam und blutig aufgebaut haben, nicht jedesmal in Netzstrümpfen, Mini und Federboa an der Laterne stehen wenn billiges Öl winkt, und würden unsere christlichen Werte tatsächlich eine Rolle spielen“

        Wollen Sie mit SOLCHEN Vergleichen witklich ernst genommen werden oder einfach nur Ihrem nationalen Selbsthass in jeder denkbaren Form Ausdruck verleihen?

        Auf so einen kruden Vergleich muss man erst mal kommen.

        • Wrightflyer
          15.12.2015, 23:13 Uhr.

          Nationaler Selbsthass?
          Würde ich mein Vaterland hassen, würde ich wollen daß es genauso weitermacht wie jetzt! Wie diese Antideutschen die während des letzten großen Hochwassers Deiche beschädigt haben!
          Der Unterschied zwischen uns ist: Ich will ein ANSTÄNDIGES Vaterland, keines dessen ich mich wegen seiner Heuchelei und Doppelmoral schämen muss wenn ich ins ausland gehe!

          Übrigens: ich halte verdammt viel von Freiheit und Demokratie!
          Es geht nichts über gültige Menschenrechte und die Demojkratie ist immernoch die beste Staatsform der Welt! Die einzige gute, wenn wir ehrlich sind! Deswegen will ich, daß diese Dinge auch tatsächlich GELTEN und nicht daß wir nur von ihnen dahersabbeln während in wirklichkeit ganz andere Dinge ablaufen!

          Ich will starke und verbindliche westliche Werte und nicht solche wischiwaschiwerte die bei jeder Gelegenheit für Diktatoren und Kapitalisten die Beine breit machen!

          UND ich will mal wieder einen echten deutschen Winter erleben, mit Schnee und zugefrorenen Seen, auch wenn ich dann wahrscheinlich schon im Altersheim bin, deswegen bin ich für Klimaschutz und gegen Gejammer von wegen „wäwä deutscher Schuldkomplex!“

  • Alberto Knox
    09.12.2015, 0:17 Uhr.

    ein sprechendes bild. ein kraftvoller papst, der die türen aufstößt – und nun endlich das ii. vatikanum umsetzt, statt es zu sabottieren wie sein vorgänger. und dieser gestützt auf einen in spitze gekleideten gänswein (wenn man dessen chorrock schwarz einfärbt, hat man ein hübsches negligée), stützt sich also auf das veraltete, abgetane, äußerliche.

    • Loriot
      10.12.2015, 19:40 Uhr.

      Mich interessieren im Grunde die Meinungen anderer nicht sehr, aber bei Ihrer hassererfüllten Rhetorik muss die Frage gestattet sein, ob Sie überhaupt Christ sind. Wie Sie über den vorherigen Papst, dessen Freund ich nicht bin, schreiben, ist gelinde gesagt, eine Unverschämtheit! Und Ihre „tuntige“ Bemerkung über seinen Sekretär setzt dem ganzen die Krone auf. Sie sollten sich was schämen! Ich bin seinerzeit wegen Leuten im Stil von Kardinal Burke aus der Kirche ausgetreten, denn diese Art Lehrmeisterung von Menschen ist ganz gegen die Lehre Jesu. Und wenn ich den Hass spühre, den Leute wie Sie verbreiten, bin ich wieder darin bestärkt, niemals wieder mit dieser Kirche etwas zu tun haben zu wollen.
      Denken Sie mal darüber nach, wie Sie über andere herziehen, und dann denken Sie an das alte Sprichwort, was du nicht willst was man dir antut, das füge auch keinem anderen zu!

      • Alberto Knox
        12.12.2015, 23:24 Uhr.

        sehr geehrter loriot,

        warum diese erregung. ich habe hier gar nicht von „schwul“ oder „tuntig“ gesprochen. und von „hasserfüllt“ kann man doch recht besehen auch nicht sprechen. sie wissen doch gar nichts über meine inneren zustände! „zu sagen, was ist, ist die eigentlich revolutionäre tat“, zitierte rosa luxemburg lasalle. recht hat sie. papst benedikt war und ist ein reaktionär und das muss man so sagen. und wie jede reaktion hat auch die von benedikt keinen erfolg. gottseidank. „hasserfüllt“ kann man eher die schwer homophoben, aber keine sachkenntnis verratenden reden von benedikt bezeichnen.
        und wenn sich römischen prälaten peinlich anziehen, dann darf milder spott sein. dass sie das als tuntig deuten, ist, mit verlaub, die von ihnen geleistete interpretation.

    • bernardo
      11.12.2015, 10:03 Uhr.

      Ich weiß ja nicht, wie Ihre Vorstellungen von einem Negligée aussehen, meine sind anders. Davon abgesehen, ein alter, gebrechlicher (dabei aber, wenn man seine Ausführungen zur Kirchenmusik liest, geistig völlig luzider) Mann wird beim Gehen gestützt. Ein Bild, das man in vielen Altenheimen sieht und das Ausdruck von Nächstenliebe, caritas, und nicht Ausdruck einer gestrigen Kirche ist. btw, kennen Sie den Philanthropen in „The mystery of Edwin Drood“ von Charles Dickens: „The philanthropist deranged the symmetry of the table, sat himself in the way of the waiting, blocked up the thoroughfare, and drove Mr. Tope (who assisted the parlour-maid) to the verge of distraction by passing plates and dishes on, over his own head. Nobody could talk to anybody, because he held forth to everybody at once, as if the company had no individual existence, but were a Meeting. He impounded the Reverend Mr. Septimus, as an official personage to be addressed, or kind of human peg to hang his oratorical hat on, and fell into the exasperating habit, common among such orators, of impersonating him as a wicked and weak opponent. Thus, he would ask: ‚And will you, sir, now stultify yourself by telling me‘ — and so forth, when the innocent man had not opened his lips, nor meant to open them. Or he would say: ‚Now see, sir, to what a position you are reduced. I will leave you no escape. After exhausting all the resources of fraud and falsehood, during years upon years; after exhibiting a combination of dastardly meanness with ensanguined daring, such as the world has not often witnessed; you have now the hypocrisy to bend the knee before the most degraded of mankind, and to sue and whine and howl for mercy!‘ Whereat the unfortunate Minor Canon would look, in part indignant and in part perplexed; while his worthy mother sat bridling, with tears in her eyes, and the remainder of the party lapsed into a sort of gelatinous state, in which there was no flavour or solidity, and very little resistance.“

  • JasJu
    09.12.2015, 12:16 Uhr.

    Es ist positiv, wenn der Papst dem satten deutschsprachigen Gremien-Katholizismus auf die Finger klopft, wie im Ad-Limita-Besuch geschehen (was hierzulande totgeschwiegen wird). Negativ ist, altehrwürdige Lehren und Traditionen respektlos zu ignorieren oder zu torpedieren, um dem Zeitgeist hinterherzuhinken. Natürlich, die Kirche nervt, wenn sie den Menschen ihre Sünden vorhält. Eine Kirche, die für alles „barmherzig“ Verständnis hat, was die Sünder so treiben, ist wirklich viel bequemer. Und absolut überflüssig.

    • Wrightflyer
      10.12.2015, 23:36 Uhr.

      Einem Zeitgeist vergangener Jahrhunderte, der sich erwiesenermaßen geirrt hat, hinterherzurennen und das für „Tradition“ zu halten, ist einfach nur traurig. Weil im Prinzip leer und tot ist.

      Wo hat „die Kirche“, d.h. in dem Zusammenhang das römisch-katholische Lehramt, bislang den Menschen Hauptsächlich ihre vermeintlichen Sünden vorgehalten? In allem was mit Sexualität zu tun hat, d.h. in dem Bereich den Gott mit Sicherheit nicht so ernst sieht, wenn es sich nicht gerade um Ehebruch oder Verführung zu solchem oder um Verbrechen handelt.
      Die Dinge die vor Gott mit Sicherheit die wirklich entscheidenden sind, da war das rk-Lehramt und auch die EKD bislang viel zu leise und hat kaum das Maul aufbekommen. Deswegen haben wir kein klares christliches Profil mehr, Hauptsache alles dreht sich um Sexualität, bzw. um das Verbot derselben. Deswegen darf man sich heutzutage Christ schimpfen und gleichzeitig Waffen verkaufen, Arbeiter ausbeuten, die Schöpfung vergiften, Diktaturen mit Waffen beliefern ect. Und man darf sich auch noch Bischof schimpfen obwohl man in einem Palast wohnt… dabei war Christus ein obdachloser Bauhandwerker und als Kind zeitweise Flüchtling.

      • JasJu
        11.12.2015, 9:51 Uhr.

        Eine germanozentrische Sicht der Dinge, typisch für Deutschkatholiken. Die Sexualfixierung kommt aus dem linkskatholischen „Reform“-Millieu, nicht von der Kirche und ihrer ewig gültigen Lehre, die sich durch die Jahrhunderte als großer Segen und heilsbringend erwiesen hat. Die Schwierigkeit, das einzusehen, haben viele Menschen erst seit der Aufklärung mit ihrem Irrglauben, der Mensch etwickele sich weiter und sei seinen Vorfahren moralisch und auch sonst überlegen.

        • Wanda
          13.12.2015, 21:04 Uhr.

          JasJu 9:51
          …“die ewig gültige Lehre, die sich über die Jahrhunderte als grosser Segen und heilsbringend erwiesen hat“…
          Habe ich was verpasst ? Kann beim besten Willen nicht feststellen, dass sich aufgrund dieser Lehre die Welt und ihre Situation, unser Planet und die (wechselnden) Mächte zum Besseren gewandelt haben…
          Ihre (unsere) persönlichen Umstände mögen erträglich sein, aber wenn man über den Tellerrand hinausschaut ?
          Dem Fortschritt in Wissenschaft und Technik hinkt die Moral weit hinterher…

        • Wrightflyer
          15.12.2015, 22:59 Uhr.

          Hier muss ich Wanda zustimmen.
          Weder hat diese Sexualmoral, die übrifgens in ihrem Kern garnicht aus einer positiven Bewertung der Sexualität kommt sondern aus einer extrem negativen Bewertung alles körperlichen, stichwort Augustinus und Erbsündelehre, der rk-Kirche gutgetan, noch hat sie wirklich zu Moral und Wertschätzung geführt.

          • Wanda
            17.12.2015, 16:36 Uhr.

            Wrightflyer 22:59
            – kaum zu glauben, wir sind tatsächlich einer Meinung…

  • Wrightflyer
    09.12.2015, 23:12 Uhr.

    „Franziskus möchte eine „barmherzige Kirche“. Das zu erreichen, ist wahrlich ein Kraftakt.“
    Allerdings…
    Das Problem sind allerdings, wie mir in den letzten 2 Jahren klar geworden ist, nicht allein die üblichen Verdächtigen, also Vatikan und konservative Bischöfe.
    So manche Doppelmoral, Heuchelei und Scheinheiligkeit hat sich auf ALLEN Etagen in der rk-Kirche breitgemacht, auch bei reformorientierten Kreisen. Sicher, der hohe rk-Klerus IST in keinem glänzenden Zustand, er IST massiv reformbedürftig, und zwar dringend. Andererseits machen es sich manche doch damit ZU bequem, auch wenn sie vordergründig behaupten, Reformen in der rk-Kirche zu wünschen. WENN die Bischöfe sich tatsächlich vom Reformeifer anstecken lassen und das eine oder andere an ihrer Haltung korregieren, eigentlich das beste was passieren kann, werden sie von manchen direkt mal als „Wendehälse“ beschimpft. Also richtig können sie eigentlich nichts machen, sie können sich nurnoch den Strick nehmen. Klar, wenn man keinen verrotteten hohen rk-Klerus mehr hat, hat man auch niemanden mehr dem man die Verantwortung an allem übel in die Schuhe schieben kann.

    Franziskus hat mit einem vollkommen recht: Es braucht ganz dringend einen neuen missionarischen Aufbruch… quer durch alle Konfessionen!
    Schließlich steht nichts geringeres als die Menschheit auf dem Spiel. Und der Planet Erde. Denn das Ausmaß mit dem unsere agnostische/atheistische Gesellschaft die Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Arbeitnehmerrechte usw. abschafft und alles der maßlosen Gier einiger weniger unterwirft, zeigt, daß es so ganz ohne Gott doch nicht geht.

    Dazu braucht es aber auch dringend eine starke christliche Moral, eindeutige christliche Prinzipien. Und das geht nicht wischiwaschi doppelmoralistisch. Wenn z.B. sich jemand einerseits gegen Sakramente für WvG stemmt, also den Leib Christi nicht mit Leuten teilen will, deren Lebenslauf nicht „makellos“ genug ist, auf der anderen Seite aber behauptet daß es „zuviel Moral“ wäre, wenn Soldaten einer kriegsgeschundenen und diktaturgeschundenen Zivilbevölkerung helfen wollen, also allen Ernstes fordert daß Soldaten kein Mitgefühl für eine fremde Bevölkerung empfinden dürfen, dann habe ich keine Worte für das was ich empfinde. Angewidert trifft es vielleicht am besten.

    JA, Herr Erbacher, ich teile in letzter Zeit ziemlich aus. Aber ich bin auch massiv angefressen.

    • Wrightflyer
      09.12.2015, 23:37 Uhr.

      Wenn wir schon bei Fakten sind, die es uns mit den gewohnten Schemata nicht ganz so einfach machen:
      Und noch eine Bemerkung zu Benedikt.
      Also, er sieht bemerkenswert erholt aus, wenn man das mit dem Zustand vergleicht in dem er zurückgetreten ist…

      @Herr Knox:
      Ich weiß, Sie hassen Benedikt. Sie hassen ihn wirklich.
      Ich persönlich bin auch, vorsichtig ausgedrückt kein Fan von ihm. (Und wenn Sie recht haben was die Umstände seiner Wahl angeht, ist da ein riesengroßes Fragezeichen auf der Gültigkeit, egal wie pikiert bernardo ist) Aber das da passt einfach nicht in ein ausschließlich negatives Bild von ihm. Wäre er NUR der ultrakonservative Reaktionär, müsste er nach über 2 Jahren Franziskus noch schlimmer aussehen oder nicht mehr am Leben sein. Aber das Gegenteil ist der Fall: Davon abgesehen daß er am Stock geht und der Gänswein ihn stützt, nicht ungewöhnlich für einen bald 90jährigen, sieht er eindeutig erholt aus! Das ist, würde ich sagen, eine Beobachtung die das bisherige Bild über den Haufen schmeißt, und man kann sie nicht auf einen Messfehler schieben.

      Wenn der Beitrag jetzt freigeschaltet wird und der amndere nicht: Ja, ich habe auch vorher schon etwas geschrieben, etwas allgemeinesres, und das wurde (noch) nicht freigeschaltet.

  • Silvia
    10.12.2015, 17:22 Uhr.

    @Wrightflyer,

    „behauptet daß es „zuviel Moral“ wäre, wenn Soldaten einer kriegsgeschundenen und diktaturgeschundenen Zivilbevölkerung helfen wollen, also allen Ernstes fordert daß Soldaten kein Mitgefühl für eine fremde Bevölkerung empfinden dürfen, dann habe ich keine Worte für das was ich empfinde. Angewidert trifft es vielleicht am besten.“

    Wer soll das denn behauptet haben? Ich kann mich an keinen solchen Beitrag hier im Blog erinnern.

    Und was den Syrieneinsatz angeht, Europa bekämpft den IS, nicht die Zivilbevölkerung. Dass in einem Krieg, vor allem in einem Bombenkrieg, immer auch die Zivilbevälkerung leidet, ist eine traurige Tatsache.

    Was also würden SIE vorschlagen?

    • bernardo
      11.12.2015, 9:27 Uhr.

      Liebe Silvia,

      Wrightflyer meint mich, nicht Sie. Ich hatte erklärt, die Aufgabe deutscher Soldaten sei es nicht, afghanische Frauenrechte herzustellen, sondern deutsche Grenzen zu schützen. Allerdings habe ich nirgendwo geschrieben, man müsse einen „makellosen“ Lebenslauf haben, um die Kommunion zu empfangen.

      Was Wrightflyer über den alten Zeitgeist schreibt, ist ebenso merkwürdig. Damit wäre die gesamte Kirchentradition Ausdruck von Zeitgeistigkeit und damit obsolet. Dass sie ein großes Fragezeichen hinter die Wahl Benedikts stellt, wen kümmert es? Manche stellen ein großes Fragezeichen hinter die Wahl von Franziskus, andere wiederum ein großes Fragezeichen hinter die Wahl aller Päpste seit Johannes XXIII., weil sie glauben, dass nach dem Tod von Pius XII. der Stuhl Petri vakant sei. Die Hunde bellen, und die Karawane zieht weiter.

      • Silvia
        13.12.2015, 15:04 Uhr.

        Lieber bernardo, es war mir schon klar, dass diesmal nicht ich von @Wrightflyer gemeint war, aber ich habe das, was Sie kürzlich über die Aufgaben der Bundeswehr gesagt haben, wirklich nicht in Wrightflyers Polemik wiederfinden können.

      • Wrightflyer
        15.12.2015, 22:49 Uhr.

        Bei jedem Versuch einer Kirchenreform etwas vom ach so bösen Zeitgeist zu jammern und gleichzeitig einen früheren Zeitgeist zu vergöttern, ist nicht Tradition sondern Doppelmoral!

        Diejenigen die den Reformkräften so gern vorwerfen, daß sie den heutigen Zeitgeist vergöttern würden, sind meistens selbst die allergrößten Götzenanbeter was das angeht!

    • Wrightflyer
      11.12.2015, 23:28 Uhr.

      „Ich kann mich an keinen solchen Beitrag hier im Blog erinnern.“
      ICH SCHON!!!
      Ich habe geschrieben daß zumindest einzelne Bundeswehrsoldaten der afghanischen Bevölkerung helfen wollten, aber es der Regierung nur um die transatlantische Bündnispolitik ging, da kam die Antwort: „Muss man jeden Militäreinsatz mit Moral überfrachten? Die Bundeswehr soll Deutschland schützen und basta!“
      Diese Haltung ist für jemanden der sich Christ nennt eine Schande!!

      „Was also würden SIE vorschlagen?“
      Wir müssen die Politik umkrempeln, und zwar komplett. Und zwar nicht allein die unserer Bundesregierung. Es geht so einfach nicht weiter.

      Nehmen Sie nur mal als Beispiel das Regime al-Saud. Eine der schlimmsten Diktaturen weltweit, aber aus Deutschland bekommen die Waffen ohne Ende.
      Es sollte eigentlich selbstverständlich sein daß wir umgehend aufhören sollten, mit diesem Regime ins Bett zu gehen. Zum einen exportieren die seit vielen Jahren den Salafismus und züchten radikales islamistisches Gedankengut, sind also zu einem erheblichen Teil Mitschuld an Terroristen. Aber das ist nicht der wichtigste Punkt.
      Das wesentliche ist, daß diese Doppelmoral einfach unerträglich ist. Wir salbadern über Werte, aber wer uns billiges Öl liefert, darf sein eigenes Volk quälen. Die Bevölkerung von Saudi-Arabien hat einen sehr niedrigen Altersdurchschnitt. Meinen Sie ernsthaft, daß diese ganzen Jungen Leute gern im Königreich der Langeweile leben wollen würden, wenn sie eine Wahl hätten? Warum sollen diese jungen Leute für unser billiges Öl leben müssen wie Greise? Welches Recht haben wir dazu?

      Das Muster lief im Kalten Krieg andauernd ab: Irgendwelche eigentlich blockfreien Staaten bekamen ein Regime das der einen oder anderen Seite hörig war und mit Waffen und Geld aufgerüstet wurde, aber was mit der Bevölkerung des Landes geschah, war scheißegal. Auch Saddam Hussein stand mal auf der Lohnliste der USA. Und die Operation Ajax mit der im Iran Mossadeq abgesetzt wurde und Schah Reza Pahlevi als Alleinherrscher eingesetzt wurde, ist vorletztes Jahr hochoffiziell aufgeflogen.
      Diese Geisteshaltung, daß man mit fremden Ländern einfach machen darf was man will wenn man genug Waffen und Macht hat, hat schon während des Kaltes Krieges nichts gutes gebracht und sie tut es auch heute nicht.

      Und was den IS angeht:
      Sicher, durch die Luftschläge gegen den IS kann man einen kurzfristigen Sieg gegen den IS erringen, mehr aber auch nicht. Der IS ist nicht die Wehrmacht und nicht die Waffen-SS, es wird keinen Admiral Dönitz geben der kapituliert.
      Und überhaupt: Wenn „wir“ als der Westen viele unschuldige töten um dabei auch einige schuldige zu erwischen, wird uns niemand vor Dankbarkeit die Füße küssen. Je rücksichtsloser wir zivile Opfer in Kauf nehmen, desto mehr Terroristen wird es geben. Darauf weisen in diesen Tagen viele kluge Menschen hin, z.B. der bekannte Gelehrte Noam Chomsky. Als ich jung war habe ich Leute wie ihn für dumm und naiv gehalten. Heute wo ich klüger und desillusionierter bin, habe ich erkennen müssen, daß ICH damals dumm und naiv war.
      Ich kann Ihnen nur raten: Informieren Sie sich über den Vietnamkrieg, und zwar OHNE rosa Brille! Und sehen Sie sich „Apokalypse Now“ an: Als der Film gedreht wurde, war dieser Krieg noch frisch und viele Szenen wie mit Spielkarten dekorierte Vietnamesenleichen sind ziemlich authentisch.

      Für uns ist es leicht, zivile Opfer mit einem „naja, passiert halt!“ abzuhaken. Wir sehen sie nicht, wir kennen nicht ihre Namen. Diejenigen die um einen Angehörigen oder Freund trauern, haben eine andere Perspektive.

      Wie gesagt: Das vereinigte westliche Militär kann über den IS einen kurzfristigen Sieg erringen. Und weiter? Gelöst hat man damit nichts, denn die Probleme aus denen der Terrorismus ensteht, die sind weiterhin da.

      Manche schlagen sogar die Idiotie vor, sich jetzt mit Assad verbünden zu wollen. Der hat den syrischen Bürgerkrieg angefangen und bislang die weitaus meisten Toten auf dem Gewissen. Weil er nämlich ganze Stadtviertel bombardieren lässt. Wenn wir uns jetzt mit Assad verbünden, wie sieht das dann für arabische Augen aus? Wir bombardieren den IS, weil der Europäer getötet hat, aber Araber abschlachten ist schon okay??

      Wir brauchen also nicht einfach nur einen militärischen Sieg, wir brauchen einen grundlegenden Wandel.

    • Wrightflyer
      12.12.2015, 10:55 Uhr.

      Ein Nachtrag zum Regime al-Saud:
      Würden die tatsächlich an ihren Wahabismus glauben, könnte man ja hoffen, durch vorsichtige und schrittweise Überzeugung einen Wandel herbeizuführen. Aber so wie die leben, nämlich in einem unglaublichen Luxus, ist der Wahabismus nur dazu da daß das Volk keine Ahnung hat daß es auch ein freieres Leben (und einen freieren Islam) gibt und gefälligst die Fresse hält. Und daß die massenhaft billige Arbeitskräfte importieren obwohl ein Drittel der eigenen Bevölkerung arbeitslos ist, spricht auch nicht gerade dafür daß denen das eigene Volk am Herzen liegt.

      Und solche Leute bekommen von uns Schiffsladungen voller Waffen…
      Das lief so seit Beginn des Kalten Krieges: Irgendein Regime das der einen oder anderen Seite loyal war wurde mit Geld, Waffen und geheimdienstlicher Unterstützung an der Macht gehalten, egal wie es der Bevölkerung geht.

      Saddam Hussein stand auf der Lohnliste der USA als er seinen irak-iranischen Krieg mit um die 800.000 Toten durchzog (was der Irak aller erlitten hat, raubt einem wirklich die Worte), der alte Hafiz al-Assad war ein Lieblingskind der Sowjets, Pinochet, Videla und die anderen lateinamerikanischen Militärdiktatoren wurden von den USA unterstützt, zumindest teilweise auch inthronisiert, Fidel Castro war logischerweise ein Verbündeter der Sowjets, die Sowjets marschierten in Afghanistan ein um ihren Angestellten in Kabul zu unterstützen, Jean-Claude Duvalier („Baby Doc“) wurde zwar nicht hochoffiziell, aber immerhin im Stillen von den USA geduldet und unterstützt… usw. usf.
      Und genau das muss aufhören, und zwar sofort.

      Nachtrag zu IS:
      Ich entdecke immer mehr daß die derzeit klügsten Köpfe bei den Linken sitzen, die ich anfangs scharf abgelehnt habe weil ich den Verdacht hatte, daß die die DDR wiederaufbauen wollen. Zitat von Sarah Wagenknecht: „Wenn Bundesregierung & EU ein wirkliches Interesse an einer Bekämpfung des IS hätten, müssten sie sämtliche Bankgeschäfte von der EU aus mit der ‚Capital Bank of Jordan‘ sofort verbieten. Auch Anteilseigner, wie die US-Bank of New York, dürften dann nicht mehr ihre Transaktionen über die EU abwickeln. Das wären – anders als Tornados & Bomben – echte Schritte im Kampf gegen den Terror. Terrorfinanzierung stoppen!“

      • Silvia
        13.12.2015, 15:00 Uhr.

        Wrightflyer,

        „Warum sollen diese jungen Leute für unser billiges Öl leben müssen wie Greise? Welches Recht haben wir dazu?“

        Glauben Sie im Ernst, wenn wir kein Öl von den Saudis kaufen würden, würde sich an deren Religion und Diktatur auch nur im Geringsten etwas ändern?

        Sie haben den typisch deutschen Schuldkomplex, dass „wir“ an Allem ganz alleine schuld sind und deshalb nur „wir“ die Welt retten können.

        • Wrightflyer
          15.12.2015, 22:38 Uhr.

          „Glauben Sie im Ernst, wenn wir kein Öl von den Saudis kaufen würden, würde sich an deren Religion und Diktatur auch nur im Geringsten etwas ändern?“
          JA!
          Wenn sie mal recherchieren dann gibt es genug seriöse Quellen die davon sprechen daß die Menschen in Saudi-Arabien längst nicht mehr alles glückliche und zufriedene Untertanen sind. Gerade die jungen Leute nicht mehr.

          „Sie haben den typisch deutschen Schuldkomplex, dass „wir“ an Allem ganz alleine schuld sind und deshalb nur „wir“ die Welt retten können.“
          Nein, ich wurde einfach nur gut erzogen. Mir wurde zum Beispiel beigebracht, daß man das was man predigt auch selber halten muss, sonst ist man ein Heuchler und falscher Fuffziger.
          Demokratie predigen aber Diktatoren finanzieren geht GARNICHT!!

  • bernardo
    14.12.2015, 13:12 Uhr.

    Zitat: „Meinen Sie ernsthaft, daß diese ganzen Jungen Leute gern im Königreich der Langeweile leben wollen würden, wenn sie eine Wahl hätten? Warum sollen diese jungen Leute für unser billiges Öl leben müssen wie Greise? Welches Recht haben wir dazu?“

    […]*

    Die jungen Leute – Ausnahmen wie Badawi bestätigen die Regel – sind ebenso „gestrickt“ wie die älteren. Sollte das Haus Al-Saud stürzen, was ich mittelfristig (aber nicht kurzfristig) für wahrscheinlich halte, wird ein anderes, ebenso fanatisches und obskurantistisches Regime kommen, das ebenso wie die Al-Sauds den „wahren Islam“ vertreten wird.

    Und nein, die Aufgabe der Bundeswehr besteht nicht darin, Demokratie oder Frauenrechte zu schützen, sondern die deutschen Grenzen. Aber hey, da wir keine Grenzen wollen, brauchen wir auch niemanden, der diese Grenzen schützt.

    *Der Beitrag wurde wegen des Verstoßes gegen die Netiquette editiert.

    • Wrightflyer
      15.12.2015, 22:17 Uhr.

      Es gibt genug Quellen die besagen, daß die Jugend in Saudi-Arabien zunehmend die schanuze voll hat von ihrer ewiggleichen bleiernen Langeweile! Davon sprechen durchaus konservative Zeitungen, Sie können ruhig recherchieren!
      Sogar das Netzwerk zur Christenverfolgung Opendoors deutet eine zunehmende Unzufriedenheit mit den herrschenden Verhältnissen an.
      Vergessen Sie zwei dinge nicht: Es gibt immer mal wieder Priotestaktionen bei denen Frauen auto fahren, womit sie sogar Haftstrafen riskieren. Das ginge nicht ohne Komplizenschaft von Männern, denn irgendjemand muss den Frauen das Fahren ja beigebracht haben, außerdem: Wieviele Autios werden dort auf Frauen zugelassen? Das zum einen. Zum zweiten: Die saudi-arabische Jugend verbringt eine Menge Zeit im Netz, z.B. auf Youtube. Im gegensatz zu Syrien unter Hafiz al-Assad ist das Netz nämlich nicht komplett verboten, nur stark zensiert.m

      Zu glauben, daß junge Araber schon mit der Mentalität von Greisen geboren werden und sich langweilen WOLLEN, wenn es auch Alternativen gibt, ist wirklich reichlich naiv. Entweder das oder hemmungslos rassistisch.

      • Wrightflyer
        15.12.2015, 22:53 Uhr.

        Und das mit der Bundeswehr besprechen Sie am besten mal mit älteren Hamburgern die sich noch an die große Sturmflut erinnern können…

        • bernardo
          16.12.2015, 19:46 Uhr.

          Das war eine Notsituation in Hamburg. Überhaupt nicht gleichzusetzen mit einem auswärtigen Krieg, der nicht gewonnen werden konnte.

          Was die saudische Bevölkerung angeht, so sind die Ergebnisse von Studien erschreckend.
          […]*
          (Herr Erbacher, ich hoffe, Sie veröffentlichen meine Stellungnahme samt Link, da ich mich ungern dem Vorwurf der Naivität oder des Rassismus ausgesetzt sehe.)

          * Tut mir leid, aber fremdsprachige Links editieren wir ebenfalls. Freundliche Grüße Michaela Pilters

  • Wanda
    14.12.2015, 15:39 Uhr.

    – Schon erstaunlich, Herr Erbacher: da werden in diesem Blog ewiglange Monologe abgespult, die sich z.T. dreimal hintereinander selbst antworten und andere werden erst gar nicht freigeschaltet, obwohl diese keineswegs gegen die Netiquette verstossen sondern allenfalls eine andere Meinung mit belegbarem Hintergrund wiedergeben. Wie kommt’s ?
    Scheint nicht nur mir, sondern auch Silvia so zu gehen…

    • Jürgen Erbacher
      Jürgen Erbacher
      14.12.2015, 19:33 Uhr.

      Ich habe das in den letzten Wochen oft hier geschrieben, dass es nicht einfach ist mit der Bewertung der Kommentare. Daher dauert die Freischaltung bisweilen sehr lange. Es trifft aber nicht nur Sie oder Silvia.

      • Silvia
        15.12.2015, 1:20 Uhr.

        Herr Erbacher ich bin der Meinung, wenn die Netiquette nicht verletzt wird sondern man lediglich eine andere Meinung vertritt als manche anderen User, sollte das Freischalten nicht so lange dauern, denn sonst ist keine echte Diskussion möglich.

        Vor allem dann nicht, wenn eben andere User dafür ellenlange Momologe halten, die sofort freigeschaltet werden.

        • Jürgen Erbacher
          Jürgen Erbacher
          15.12.2015, 17:00 Uhr.

          Wenn Kommentare länger brauchen für die Freischaltung, liegt es, wie mehrfach geschrieben, an den Inhalten. Während andere Blogs und Foren seit einigen Monaten meist die Kommentarfunktionen abschalten, wenn es um die Diskussion kontroverser Themen wie Migration oder Islam geht, versuchen wir hier das Blog auch bei schwierigen und kontroversen Themen offen zu halten. Das geht manchmal auf Kosten der Schnelligkeit.

        • Wrightflyer
          15.12.2015, 21:54 Uhr.

          Silvia, SIE haben sich damals für den gegenwärtigen Modus stark gemacht! SIE wollten es so haben! Ich war dagegen!
          Sie haben bekommen was Sie wollten, jetzt sollten Sie deswegen auch nicht jammern!

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