Und er bewegt sich doch

Der Kölner Klinikskandal erregt seit zwei Wochen die Gemüter von Katholiken und Nichtkatholiken. Einer Frau, Opfer einer Vergewaltigung, wurde in katholischen Krankenhäusern Hilfe verwehrt. Kurz nach Bekanntwerden des Falls hatte sich der Kölner Erzbischof, Kardinal Joachim Meisner, beschämt gezeigt über den Vorfall in seinem Bistum, zugleich aber die strikte Ablehnung der „Pille danach“ durch die Kirche bekräftigt. Gestern nun die halbe Kehrtwende. Meisner präzisiert: Die Einnahme eines Präparats, das nach einer Vergewaltigung die Befruchtung verhindert, sei vertretbar. Ein Präparat, das die Nidation einer befruchteten Eizelle hemmt bzw. verhindert, bleibt verboten.

 

Kardinal Meisner bewegt sich. (dpa)

Meisner kommt nach Beratungen mit Experten zu dieser neuen Bewertung der Situation. Das zeigt die Bereitschaft zu Lernen und sollte beispielhaft sein für andere Bereiche. Doch zugleich muss man festhalten, dass der Schaden für die Kirche und der damit verbundene erneute Vertrauensverlust bereits groß sind. Warum konnte diese Beratung nicht schon im vergangenen Jahr stattfinden. Da wurden im Erzbistum Köln nach Testversuchen katholischer Fundamentalisten, in kirchlichen Kliniken die Pille danach zu erhalten, auf Weisung der Kirchenoberen die entsprechenden Richtlinien in den Kliniken überarbeitet. Die Frage muss erlaubt sein, ob nicht gerade dieser Druck aus der rechten Ecke zur Verunsicherung der Mitarbeiter in den kirchlichen Kliniken beitrug, die schließlich zur Abweisung des Vergewaltigungsopfers führte. Dazu kommt, dass der Vatikan schon seit Jahren etwa im Fall von vergewaltigten Ordensfrauen Präparate duldet, die eine Befruchtung verhindern.

Kardinal Meisner erntet nun viel Lob für sein Verhalten. Die Diskussionen um die kirchliche Position dürften aber weitergehen. Zumal wenn Meisner in seiner Erklärung weiter schreibt, dass in der Notsituation vergewaltigter Frauen in kirchlichen Kliniken „auch über Methoden, die nach katholischer Auffassung nicht vertretbar sind, und über deren Zugänglichkeit“ aufgeklärt werden darf. Voraussetzung ist,„ohne irgendwelchen Druck auszuüben“ auch über die katholische Position zu informieren. D.h. konkret: Künftig dürfen in kirchlichen Kliniken die Angestellten auch über die aus kirchlicher Sicht verbotene Variante der „Pille danach“ zumindest informieren, auch wenn sie diese weiter nicht abgeben dürfen.

Die neuen Vorgaben gelten zunächst einmal nur im Erzbistum Köln. Denn jeder Bischof ist für die Kliniken in seinem Bistum zuständig. Die Bischofskonferenz betont, dass es sich um die Position des Erzbischofs von Köln handle. Was ist mit dem Rest der Bischöfe? In den letzten zwei Wochen hielten sie sich in der Angelegenheit bedeckt. Man darf gespannt sein, ob bei der Frühjahrsvollversammlung der Bischofskonferenz in Trier ab 18. Februar das Thema auf der Tagesordnung stehen wird und die Bischöfe zu einem einheitlichen Meinungsbild kommen werden.

Autor: Jürgen Erbacher

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Seit 2005 berichte ich für die ZDF-Redaktion „Kirche und Leben katholisch“ über die Themen Papst, Vatikan, Theologie und katholische Kirche. Dafür pendle ich regelmäßig zwischen Mainz und Rom - meiner zweiten Heimat. Dort habe ich vor meiner ZDF-Zeit mehrere Jahre gelebt und für Radio Vatikan gearbeitet. Studiert habe ich Politikwissenschaft und Katholische Theologie in Freiburg i.Br. und Rom.
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27 Kommentare

  • M.G.
    01.02.2013, 21:16 Uhr.

    Manchmal hilft das Herrantragen an die Öffentlichkeit von Fehlern in kath. Krankenhäusern doch und es wird mal darüber nachgedacht,denn Frauen sind schließlich keine Gebrauchsgegenstände für Männer und auch keine Gebärmaschienen um die sinkende Geburtenrate zu steigern.

  • Admiral
    01.02.2013, 22:18 Uhr.

    “Einer Frau, Opfer einer Vergewaltigung, wurde in katholischen Krankenhäusern Hilfe verwehrt.”

    So ganz stimmt das aber jetzt nicht, wenn ich die aktuellen Informationen in Betracht ziehe:

    1) Die Frau war schon in Notärztlicher Behandlung. Also ist ihr schon geholfen worden. Aus diesem Grund gab es für die Staatsanwaltschaft auch keinen Grund wegen unterlassener Hilfeleistung zu ermitteln.

    2) Die anonyme Spurensicherung konnte in den Krankenhäusern nicht durchgeführt werden, weil die Krankenhäuser bekannterweise (die Notärztin hätte das wissen müssen, es gibt entsprechende Informationsblätter) nicht im Netzwerk Spurensicherung sind. Übrigens ist das nichts ungewöhnliches, sind doch auch nicht kath. Krankenhäuser nicht im Netzwerk und führen dementsprechend auch keine Untersuchungen durch.

    Es ist erschreckend, daß die Medien trotz der Zeit, die inzwischen vergangen ist, immer noch nicht in der Lage sind die Sachlage trotz klarer Informationen korrekt zu benennen.

    Mein Mitgefühl gilt der Frau, deren Schicksal in den Medien nur am Rande erwähnt wird.

    • Ingeborg Mormann
      04.02.2013, 13:00 Uhr.

      @Admiral
      Stimme Dir zu.
      Schon traurig, wenn immer und immer wieder dieselben Falschmeldungen wiederholt werden. Man sollte doch davon ausgehen, dass Journalisten das Anliegen haben, aufzuklären und die Wahrheit ans Licht zu bringen.

      Was hier (und immer öfter) geschieht, unter dem Deckmantel der “Information” ist genau das Gegenteil von Aufklärung. Es werden Märchen und Halbwahrheiten immer wieder aufgetischt und weiterverbreitet: Desinformation gestreut.

      Zum Eigentlichen:
      Man kann eigentlich von Ärzten (und doch gerade von solchen an katholischen Krankenhäusern) erwarten, dass sie eine “Stellungnahme der Ethikkommission” auch lesen können. Diese Stellungnahme für den Fall der Behandlung einer möglicherweise vergewaltigten Frau ist klar und deutlich formuliert, sodass sogar Laien (wie ich einer bin) dieses Schriftstück verstehen können:

      Ethische Stellungnahme der Hospitalvereinigung St. Marien GmbH zur Notfallkontrazeption:
      http://www.cellitinnenhaeuser.de/fileadmin/user_upload/Stiftung/PDSs__Aktuelles/StellungnahmeNFK.pdf

      Kard. Meisner sagt ja nichts anderes, als in dieser Stellungnahme nicht schon gesagt ist: Eine “Pille danach”, die frühabtreibend wirkt, ist ethisch nicht vertretbar und kann von Ärzten kath. Kliniken nicht verschrieben werden. Mit diesem Schreiben wird auch nicht den Ärzten untersagt, über die “Pille danach” aufzuklären. Auch dieser Vorwurf an die kath. Häuser scheint mir grundlos.

      Es wäre für solche Notfälle zu wünschen, dass die Wissenschaftler nun bald eine nicht auch frühabtreibende “Pille danach” entwickeln würden. Bisher scheint es sie jedoch noch nicht zu geben… Jedenfalls denkt der Erzbischof zukunftsorientiert.

      • Jürgen Erbacher (ZDF) Jürgen Erbacher
        04.02.2013, 16:26 Uhr.

        @I.Mormann Aus der von Ihnen angeführte Stellungnahme des Klinischen Ethikkomitees vom November 2012 geht ja hervor, dass eine ASS hätte durchgeführt werden können. Wie das mit der Tatsache zusammenpasst, dass die Klinik seit September 2012 nicht mehr im entsprechenden Netzwerk für ASS eingeschrieben war, ist eine offene Frage. Trotz medizinischer Notfallversorgung war aber für die betroffene Frau eine Weiterbehandlung (inkl. ASS) in den kirchlichen Kliniken nicht möglich. @Admiral Also meine Formulierung ist hier m.E. nicht falsch. Ich hatte von “Hilfe verweigert” gesprochen. Dabei ging es im Konkreten nicht um die notfallmedizinische Erstversorgung.

        • Ingeborg Mormann
          05.02.2013, 13:26 Uhr.

          @J.Erbacher
          Nein, aus der Stellungnahme der Cellitinnen geht NICHT hervor, dass eine ASS hätte durchgeführt werden können. Darin steht, dass man mit “Staatsanwaltschaft, Polizei und ASS” zusammenarbeiten werde (im Rahmen der Zustimmung der Patientin).

          Wenn aber die Zusammenarbeit mit den kath. Häusern eingestellt wurde (weil keine “Pille danach” mit frühabtreibender Wirkung verschrieben wurde) und deshalb in den kath. Kliniken selbst keine ASS mehr durchgeführt werden konnte, so bleibt dennoch eine über das eigene Krankenhaus hinaus bestehende Verbindung (Zusammenarbeit) mit dem Netzwerk bestehen, indem die kath. Klinik nämlich an ein Haus, das dem Netzwerk ASS angeschlossen ist, verweist. Und genauso ist es ja geschehen.

          Nochmals:
          Eine ASS KONNTE bei der betroffenen und von der Notfallärztin bereits behandelten Frau nicht durchgeführt werden, weil dem Krankenhaus dazu die sonst vom Netzwerk zur Verfügung gestellten Materialien (ASS-Set) fehlten, da die ASS diese aufgrund des Ausstiegs der beiden kath. Kliniken bereits wieder abgeholt hatte.
          (Leider konnte die diensthabende Notfallklinikärztin Maiworm diese Zusammenhänge nicht nachvollziehen.)

          Übrigens sind (bisher) lediglich 5 Kölner Kliniken Teilnehmer am Netzwerk der ASS, die im Übrigen auch nicht notwendigerweise Teil einer Behandlung nach einer Vergewaltigung sein MUSS.

        • Admiral
          06.02.2013, 17:11 Uhr.

          @J.Erbacher: vielen Dank für Ihre Antwort.

          JE: “Ich hatte von “Hilfe verweigert” gesprochen. Dabei ging es im Konkreten nicht um die notfallmedizinische Erstversorgung.”

          Auch nach mehrmaligem Durchlesen macht der Beginn Ihres Textes mit der Passage

          JE: “Einer Frau, Opfer einer Vergewaltigung, wurde in katholischen Krankenhäusern Hilfe verwehrt.”

          immer noch den Anschein als wäre eine Frau vergewaltigt worden und vom Krankenhaus weggeschickt worden.

          Ich finde nirgends auch nur einen Hinweis darauf, daß hier nicht die Erstversorgung gemeint ist.

  • F. M.
    02.02.2013, 02:56 Uhr.

    Bewegt hat sich der Kardinal keinen Millimeter. Er ist immer noch richtig gut katholisch.
    Er hat nur dazugelernt. Er weiss jetzt, dass es Medikamente gibt, die nach einer Vergewaltigung NICHT die Einnistung einer befruchteten Eizelle behindern und das eine bereits bestehende Schwangerschaft von diesen Medikamenten NICHT beeinflusst oder gar beendet werden kann.
    Es ist gut, wenn ein Kirchenfürst, der über die Medikation in den ihm disziplinarisch unterstellten Krankenhäusern entscheidet, auch weiss, was die Medikamente, über deren Einsatz er entscheidet, bewirken.

    • M.G.
      02.02.2013, 13:44 Uhr.

      F. M. | 2. Februar 2013 | 02:56

      Dafür hängen sich die kath. Bischhöfe und Kardinäle an genug anderen menschenrechtsfeindlichen Dingen auf,so dass der Eintritt in die kath. Kirche für mich immer noch nicht lohnt.

      • F. M.
        02.02.2013, 18:58 Uhr.

        So was lohnt nie, weil es auf Erden einfach mit rechten Dingen zugeht. Keine Elfen, Gespenster, unsichtbare, rosafarbene Einhörner oder sonstiges dieser Art. Wobei ich mir beim FSM nicht ganz sicher …

        • M.G.
          02.02.2013, 21:04 Uhr.

          F. M. | 2. Februar 2013 | 18:58

          Leider ist auch nur Kardinal Meisner für “die Pille danach”.Der Rest der Kath. Kirche ist immer noch Vergewaltigungsopfer gegenüber ziemlich abweisend und lehnt “Die Pille danach” weiter ab.
          Das Sicherste sind eben die atheistischen,staatlichen Krankenhäuser im Vergwaltigungsfall,leider.Nichts mit Nächstenliebe in kath. Krankenhäuser gegenüber vergewaltigungsopfer.

    • Ingeborg Mormann
      04.02.2013, 13:10 Uhr.

      Leider scheint man sich in der Bewertung und Wirkweise der Medikamente unter Ärzten und Wissenschaftlern doch noch nicht so einig zu sein. Offiziell kann bei beiden auf dem markt befindlichen Präparaten, die als “Pille danach” bezeichnet werden, nicht ausschließen, dass sie auch eine frühabtreibende Wirkung haben. Dieses “Russische Roulette” kann aber die Kirche nichtverantworten, weshalb in katholischen Kliniken weiterhin keine “Pille danach” verschrieben werden darf. Kardinal Meisner hat dieses Prinzip in seiner Stellungnahme vom 31.01.2013 bestätigt.
      Die katholische Kirche steht FÜR das Leben – auch für das des in Gewalt gezeugten. Denn es gibt kein lebensunwertes Leben.

  • R
    03.02.2013, 02:06 Uhr.

    Meisner taktiert: Meisner – pro Empfängnisverhütung ? Der Vatikankritiker Hans Küng drückt es noch drastischer aus : “Es wäre erfreulich, wenn es sich bei Meisners Aussage um eine grundsätzliche Wende der katholischen Kirchenleitung bezüglich Empfängnisverhütung und Abtreibung handelte. Leider geht es vielmehr um eine taktische Anpassung der rigorosen Krichenlehre an die Realität – dei heftige Reaktion auf die skandalöse Abweisung einer vergewaltigten Frau.”

    @ Admiral: es ging defitinitv um eine gynäkologische Beweisicherung der Spuren.

    • Admiral
      03.02.2013, 16:46 Uhr.

      Richtig. Und diese Beweissicherung kann und darf nur in einem Krankenhaus geschehen, das Mitglied im Netzwerk ist und somit auch über die entsprechende Hardware verfügt.

      Nennt sich Qualitätssicherung in der Spurensicherung, damit die Spuren nicht kontaminiert werden.

      • M.G.
        03.02.2013, 17:00 Uhr.

        Admiral | 3. Februar 2013 | 16:46 |

        Es ist skandalös,dass die Kirche mit angeblicher Nächstenliebe den vergewaltigten Frauen gegenüber noch wie im Mittelalter verhält,statt ihnen angemessen zu helfen mit “Pille danach”.Das kann ja wohl nicht sein,dass die Opfer noch die Täterkinder austragen müssen,weil die Kirchen nur Nächstenliebe vorheucheln,aber in Wirklichkeit immer noch knall hart dogmatisch sind und die Opfer als Instrument ihrer Kirchenmacht benutzen,damit sind die Opfer gleich 2x missbraucht worden.

        • Admiral
          03.02.2013, 18:01 Uhr.

          Ah, jetzt werden wir unsachlich.

          • silberdistel
            03.02.2013, 20:20 Uhr.

            Skandalös die Entscheidungen von, schon in Ihrer Garderobe wie Popanze aufgeblasene Kircheneliten, das werdende Leben von Vergewaltungungsopfern hoch zu schätzen. Während man sich gleichzeitig um das Leben von Opfern sexuell pervertierter Priester oder um die Not von in Knechtschaft lebender Indios unter Ihren (meist katholischen) Patronen, einen feuchten Kehricht kümmert.

          • Ingeborg Mormann
            04.02.2013, 13:14 Uhr.

            Richtig, die Kirche schätzt auch das Kind eines Vergewaltigungsopfers hoch. Auch dieses Leben ist heilig. Lebensunwertes Leben gibt es nicht.

  • Dr. Johannes Hintzen
    03.02.2013, 20:43 Uhr.

    Der eigentliche Skandal liegt hinter dem Skandal: Wie kommt es, dass kirchliche Mitarbeiter so verunsichert, genauer gesagt: so verängstigt sind, dass sie es nicht schaffen, nach normalen menschlichen Maßstäben zu handeln und das zu tun, wozu jeder Christ beauftragt ist zu tun: zu helfen? In der Kirche wird anscheinend inzwischen eine solche Angstatmosphäre erzeugt, dass beim Personal einer katholischen Klinik, die eigentlich zum Helfen und Heilen beauftragt ist, das normale menschliche Mitgefühl aussetzt. Die Bischöfe als Arbeitgeber sollten sich einmal fragen, was sie durch ihre Art kirchliche Moral zu verbreiten, unter ihren eigenen Gläubigen anrichten! Wem soll man es da verdenken, dass er aus einem solchen unbarmherzigen “Verein” einfach nur ausscheiden will?

  • M.G.
    03.02.2013, 20:51 Uhr.

    silberdistel | 3. Februar 2013 | 20:20

    Ist kein Wunder, wenn man Platzangst in einem kath. Kirchengebäude bekommt,wenn ein Vergewaltigungsopfer nur als Objekt zum Austragen von Täter gesehen wird,das Opfer aber in seiner Not nicht verstanden wird,was zum Suizid führen kann,so dass man beim “Weißen Ring” besser aufgehoben ist.Mir wird schon ein kath. Kirchengebäude zu eng,so dass ich freiwillig leiber Atheistin bleibe und mich von der Religion fern halte.Ich kann nicht glauben,dass es einen Gott gibt,der Vergewaltigungsopfer zwingen will,Täterkinder auszutragen,denn so ein Gott ist grausam,wie die kath. Kirche selbst.

    • silberdistel
      04.02.2013, 00:22 Uhr.

      M.G.
      Persönlich glaube ich nicht, das das was wir in unserer christlichen Religion ´Gott´ nennen, verlangen würde, ein in einem Akt der Gewalt entstandenes Leben auszutragen und es über die Jahrzehnte wie ein eigenes Kind zu begleiten. – Vielmehr würde es für solch eine Lebensaufgabe ein fast unmenschlich großes Herz an Liebe und Empathie erfordern, – dem aber nicht jeder gewachsen ist.
      Lesen Sie insbesondere das NT. Aber auch schon in den 10 Geboten des Alten Testaments heißt es: “Du sollst..”. Also keine Rede von Dogmen.
      Dogmen stellen die (fehlerhaften) Mitmenschen auf, die selbst solche Aufgaben nicht ansatzweise lösen könnten. Die sich aber mit der Aufstellung solch fast unlösbarer Aufgaben, selbst gern über andere erheben möchten…

      • Toni
        04.02.2013, 02:26 Uhr.

        Auch jedes in Gewalt gezeugte Kind ist Ebenbild Gottes und von Gott geliebt.
        Was für eine Hartherzigkeit und Unmenschlichkeit, solche Kinder auszuschließen, ihnen das Lebensrecht abzusprchen.
        Ich bin froh, dass es die Kirche gibt, die JEDES Menschenleben schützt, die niemandem das Lebensrecht abspricht. In der Kirche ist jeder Mensch willkommen, selbst wenn er in Gewalt gezeugt wurde.

        • Regina Grotefend-Müller
          04.02.2013, 13:07 Uhr.

          Es gibt nicht das Recht auf Leben um jeden Preis ! Das gibt es auch nicht beim Kinderwunsch, bei der Zeugung in einer liebenden Partnerschaft, denn wieviele Paare bleiben ungewollt kinderlos.
          Es gibt aber sehr wohl eine Abwägung und es gibt sehr wohl Belastungsgrenzen. Aus den 10 Geboten des Alten Testamentes dermaßen einengende , unumstößliche Prinzipien ableiten zu wollen ( die auch noch als Naturrecht umzudeuten!) und daraus in Stein gemeißelte Gesetze OHNE die jeweilige Ermessung des Menschen und seine Verantwortung in FREIHEIT vor seinem persönlichen Gewissen zu beachten,ist diktatorisch, grausam und unmenschlich !

          • Ingeborg Mormann
            04.02.2013, 13:22 Uhr.

            Wenn ein Kind gezeugt wurde, dann hat dieses Kind eine unantastbare menschenwürde und ein Recht zu leben (s. GG). Niemand ist berechtigt, diesem Leben ein Ende zu setzen und ihm zu sagen: Du bist es nicht wert!

            Die Kirche verteidigt das Leben eines jeden Menschen.
            “Diktatorisch, grausam und unmenschlich” ist es, einem Kind zu sagen: “Ich will dich nicht und werde dich töten.”

          • silberdistel
            04.02.2013, 22:39 Uhr.

            @Ingeborg Mormann. Ohne wirkliche langfristige Hilfs- und Unterstützungsprojekte für in Vergewaltigungen erzeugte Kinder und deren Mütter/Familien seitens der Kirchen, klingt solch heheres Anspruchsdenken wie Hohn. Die Betroffenen müssen ein Leben lang mit der Situation zurecht kommen, man selbst ja nicht!

            Indes hält man es in der Kirche selbst etwas differenzierter mit dem Thema oder wie ist die Meldung von abtreibenden Nonnen zu interpretieren = http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/oesterreich/chronik/213461_Nonnen-vergewaltigt-und-zu-Abtreibungen-gezwungen.html

          • Regina Grotefend-Müller
            11.02.2013, 01:07 Uhr.

            @ Ingeborg Mormann:
            Es geht nicht um “Wert” des ungeborenen Lebens. Mit diesem “Totschlagargument” werden allerdings betroffene Frauen moralisch zu Verbrecherinnen und Mörderinnen degradiert. Was ist an einer solchen Haltung christlich ??? Wer gehört bestraft und zur Verantwortung gezogen: die Frau , die das Opfer oder der Mann , der Täter ist ???

            Unantastbare Menschenwürde und Recht auf Leben:

            zum Glück kennt das GG Ausnahmen, die mindestens im §218 festgelegt wurden.Es gibt auch das Recht der Frau auf ihr eigenes unversehrtes und schützenswertes Leben ! Frauen sind keine willfährigen Opfer und Gebärmaschinen, und schon gar nicht für kriminelle, triebgesteuerte Männer, die sich eine Frau mit Gewalt gefügig machen dürfen ! Das gleiche gilt für eine Vergwaltigung IN der EHE ! Niemand hat das Recht, einer FRau die Last einer gewaltsam aufgenötigten Schwangerschaft aufzubürden. Lebensschutz muss IMMER abwägen, erst dann ist es wirklich Schutz und entspricht der dahinterstehenden Lebenswirklichkeit der Betroffenen.

        • Dr. Johannes Hintzen
          04.02.2013, 23:11 Uhr.

          @toni kann froh sein, dass er nie in der situation dieser vergewaltigten frau war. theoretische moralbelehrung ist das letzte, was in dieser lage hilft. – im übrigen hat diese frau auch das recht, sich gegen den vergewaltiger und die vergewaltigung zu wehren. niemand hat das recht, einer frau gewaltsam eine schwangerschaft aufzuwingen.

      • M.G.
        04.02.2013, 15:51 Uhr.

        silberdistel | 4. Februar 2013 | 00:22

        Ich finde auch,es sollte jeder Frau überlassen sein,ob sie ein Täterkind austragen will.
        Die kath. Kirche scheint sich nicht ansatzweise in ein Vergewaltigungsopfer hinein versetzen zu können,sonst wüsste sie,dass die meisten Opfer lieber einen erfolgreichen Suizidverusch hinlegen würden,bevor sie ein Täterkind austragen.
        Ich finde den Staat mit dem”Weißen Ring” menschlicher und daher glaubwürdiger,als die Kirche.

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