Bischöfe stehen zum synodalen Weg

Einstimmig haben sich die deutschen katholischen Bischöfe für den Synodalen Weg ausgesprochen. Bei der Frage der Statuten und Themen gab es dann keine Einstimmigkeit mehr. Rund ein Dutzend der 69 Bischöfe sollen gegen die nun vorgelegten Statuten gestimmt haben. In diesen werden nach wie vor die vier Themen genannt, die die Mehrheit der Bischöfe seit Monaten als die zentralen Themen des Synodalen Wegs sehen: Macht und Machtverteilung, Sexualmoral, priesterliche Lebensform und die Rolle der Frau in der Kirche. Kardinal Marx betonte, was nie zur Debatte stand: weltkirchliche Fragen wie etwa zum Zölibat oder Frauenpriestertum werden nicht im nationalen Alleingang entschieden sondern gegebenenfalls als Votum in Rom vorgetragen.

Die Debatten waren kontrovers. Am Ende haben alle zugesagt, dass sie sich am Synodalen Weg beteiligen wollen. (Quelle: dpa)

Keine Tabuthemen

Die Diskussionen waren intensiv und anstrengend. Gegner und Befürworter des Synodalen Wegs bewegten sich am Ende ein wenig aufeinander zu. Doch zur Einstimmigkeit bei den Themen und den Verfahrensfragen hat es am Ende nicht gereicht. Klar ist: alle Themen stehen unter der zentralen Frage, wie die Verkündigung des Glaubens besser gelingen kann. Zudem wird es ein intensives geistliches Begleitprogramm für den Synodalen Weg geben. Dass das noch einmal so stark betont wird, ist ein Entgegenkommen der Mehrheit gegenüber den Kritikern des Reformprojekts.

Was schon längst klar war, wurde auch noch einmal unterstrichen: Beschlüsse des Synodalen Wegs treten in den einzelnen Bistümern erst in Kraft, wenn die jeweiligen Diözesanbischöfe diese auch für ihr Bistum übernehmen. In dieser Entscheidung sind sie frei. Weltkirchliche Themen werden auch nur auf weltkirchlicher Ebene entschieden. Allerdings steht es den Synodalen offen, ein entsprechendes Votum an den Papst zu richten. Dann liegt der Ball in Rom. Tabus gibt es bei den Beratungen nicht. Dabei ist es geblieben.

Was passiert zeitgleich in Rom?

Macht ein Weg unter diesen Bedingungen überhaupt Sinn? Dialog macht immer Sinn. Unterhalb der weltkirchlich zu entscheidenden Themen gibt es viel Spielraum für Entscheidungen und Reformen. Deshalb muss die Chance genutzt werden, den Weg zu gehen. Zudem ist noch nicht abzusehen, was auf weltkirchlicher Ebene im Verlauf der zwei Jahre, die der Prozess dauern soll, passieren wird. Schon in 10 Tagen beginnt in Rom die Amazonassynode. Hier wird auch über Lockerungen beim Pflichtzölibat gesprochen und neue Ämter für Frauen. Im Verlauf des deutschen Prozesses könnte n sich also auch die Rahmenbedingungen bei bestimmten Themen entscheidend verändern.

Dazu kommt, dass gegenüber dem letzten Dialogprozess, der von 2011 bis 2015 unter dem Titel „Im Heute glauben“ stattfand, eine Reihe neuer Bischöfe ins Amt kamen. Wilmer, Kohlgraf, Heße, Neymeyr, Bätzing, Dieser – hier sind entschlossene Oberhirten, die verstanden haben, dass sich etwas verändern muss. Dazu gesellen sich Marx, Overbeck und Bode, aber auch Bischöfe wie Burger, Wiesemann und Ackermann, so dass eine kritische Masse erreicht ist, die etwas bewegen wollen. Daher lohnt es sich auf jeden Fall, den Synodalen Weg zu gehen, auch wenn er nicht einfach werden wird.

P.S. Infos zur Herbstvollversammlung gibt es auch bei der heute.de.

Autorenbild

Jürgen Erbacher

Seit Juli 2018 leite ich die ZDF-Redaktion "Kirche und Leben katholisch", für die ich seit 2005 über die Themen Papst, Vatikan, Theologie und katholische Kirche berichte. Dafür pendle ich regelmäßig zwischen Mainz und Rom - meiner zweiten Heimat. Dort habe ich vor meiner ZDF-Zeit mehrere Jahre gelebt und für Radio Vatikan gearbeitet. Studiert habe ich Politikwissenschaft und Katholische Theologie in Freiburg i.Br. und Rom.

41 Kommentare

  • Novalis
    26.09.2019, 21:45 Uhr.

    Man muss sich vor Augen halten, dass auch der Freiburger Erzbischof, der persönlich für sich dem unreformierten Messritus von Pius V. pflegt und ein ausgewiesener Kirchenrechtsexperte, den synodalen Weg mitträgt. Die Verweigerungshaltung von Woelki und Voderholzer ist kindisch. Die WOLLEN gar keinen Dialog, weil sie sich dann nicht der Erkenntnis verweigern könnten, dass sich die Welt doch auch seit 500 Jahren weitergedreht hat.

  • Erasmus
    27.09.2019, 9:56 Uhr.

    „Zur Einstimmigkeit bei den Themen und den Verfahrensfragen hat es am Ende nicht gereicht.“

    Warum eigentlich nicht? Die klare Minderheit der traditionsorientierten Bischöfe könnte sich eigentlich zurücklehnen und den Sturm im Wasserglas abwarten. Am Ende des Prozesses ist jeder Bischof Herr in der eigenen Diözese, und bei den Themen Frauen-Ordinierung und Zölibat können sie sich auf Rom verlassen.

    Mir fallen folgende Gründe für die Verweigerungshaltung ein
    – Wer der Meinung ist, dass bestimmte Traditionsbestände in der Katholischen Kirche für immer und ewig gelten, für den gibt es nichts zu diskutieren
    – Vielleicht empfindet es der eine oder andere Bischof als Zumutung mit Laien auf Augenhöhe zu diskutieren, weil dadurch die „heilige Hierarchie“ der Kirche angetastet ist
    – Wehre den Anfängen. Lieber die Kirche schrumpfen lassen und dann als Oberhirte einer kleinen treuergebenen Herde Gläubiger in altbewährter Weise vorstehen

    • Novalis
      30.09.2019, 11:08 Uhr.

      Lieber Erasmus,

      diese drei Gründe treffen wohl zu, aber ich meine, es steckt noch etwas Anderes dahinter. Ich weiß, dass es Frauen als Bischöfinnen geben wird, weil das dem Willen Gottes wie er in Gal 3 zum Ausdruck kommt, entspricht. Ich kämpfe dafür, aber nicht verbissen, sondern gelassen. Denn es wird kommen. Ich MUSS nicht für Gott kämpfen, denn er ist allmächtig. Und genau das ist umgekehrt betrachtet der beunruhigendste Grund, warum die Woelkis, Voderholzers etc. so paranoid reagieren: Sie ahnen tief, dass ihre unmenschliche und unchristliche Position verliert, verkaufen sie aber als ultrachristlich. Sie haben sich einen Götzen geschaffen, über den sie verfügen. Und für diesen Götzen müssen sie so verbissen kämpfen. Der Götze kann es ja gar nicht. Ich habe noch keinen Konservativen oder gar Reaktionären mit der Gelassenheit erlebt, dass Gott der Sache der Konservativen/Reaktionären hilft. Diese Leute meinen Gott nachhelfen zu müssen. Und das zeigt: Sie stehen nicht auf der Seite Gottes.
      Wie zitiert Frédéric Martel so schön Kardinal Kasper zur Synode: „Wir gewinnen sowieso“. Das ist die richtige Gelassenheit eines Mannes, der weiß, dass er die Argumente auf seiner Seite hat – und die Barmherzigkeit Gottes.

      • Erasmus
        01.10.2019, 1:32 Uhr.

        „Sie ahnen tief, dass ihre unmenschliche und unchristliche Position verliert, verkaufen sie aber als ultrachristlich.“

        Wenn es denn diese untergründige Ahnung gibt, ist sie so bewusstseinsfern, dass sie keine Rolle spielt. Nein, Woelki, Voderholzer und Kombattanten verstehen sich als Speerspitze Roms in Deutschland. Sie nehmen die schwere Bürde auf sich, den wahren katholischen Glauben gegen eine erdrückende Mehrheit im renitenten deutschen Bischofskollegium zu verteidigen und können sich sicher sein, die Mehrheit des höheren Klerus der Weltkirche hinter sich zu haben. Außer „Viel Feind, viel Ehr“ steigen nebenbei die Karrierechancen.

        • Novalis
          01.10.2019, 21:07 Uhr.

          Da überschätzen Sie Voderholzer. Der gilt mittlerweile auch in Rom als kaum zurechnungsfähig.
          Ihre Einschätzung bezüglich des Klerus mag stimmen; die überwältigende Mehrheit der Christ*innen ist nicht so. Und die wird sich durchsetzen.

        • Silberdistel
          01.10.2019, 21:54 Uhr.

          Erasmus
          01.10., 1:32 h
          Die „Speerspitze Rom´s“ klingt wie die Betonfraktion des Sowjetimperiums in ihrem Endstadion. Gibt es denn seit Franziskus und Maria 2.0 eigentlich noch ein ´traditionelles Rom´, oder möbelt er dieses nicht längst auf, wie einst Gorbatschow jenes Sowjetimperium?!

          • Carla Maltese
            03.10.2019, 13:26 Uhr.

            Es hat sich leider noch nicht bis in diesen Blog rumgesprochen daß auch die römisch-katholische Kirche aus weit mehr besteht als nur aus wenigen konservativen Bischöfen.

          • Silberdistel
            04.10.2019, 0:50 Uhr.

            Carla Maltese
            03.10., 13:26 h
            Aha!? Die rk-Kirche stand pre Franziskus immer für Konservatismus, Traditionalismus. Zwar nicht in der Art wie die Piusse, aber immerhin. Jedoch auch dafür, das selbst in jüngerer Vergangenheit gutmeinende Kritiker bzw. „Reformer“ wie Küng oder Befreiungstheologen wie Boff/Romero, einfach kaltgestellt wurden. Diese speziell resistente kath. Haltung gegenüber Veränderungen, soll sich nun also völlig verflüchtigt und einer Progressivität und Dynamik des christlichen Glaubens Platz gemacht haben?
            Man wird sehen, was bei der Amazonassynode als neuen diesbezüglichen Lackmustest, heraus springt. Hoffentlich mehr beispielsweise für den „Synodalen Weg“, in den offensichtlich viele rk-Katholiken, nicht zuletzt hier im blog, wiedermal ihre Hoffnung setzen; als es bei „Amoris laetitia“ für WvG der Fall gewesen war.

          • Carla Maltese
            04.10.2019, 23:55 Uhr.

            Kurioserweise werde ich gerade jetzt wo ich seit Jahren altkatholisch bin immer allergischer dagegen, wenn man „die (römisch-katholische) Kirche“ sagt und dabei nur den Vatikan und die Päpste bis Wojtywa und irgendwelche stockkonservativen Kardinäle meint.

            Ich glaube daß wir das Unrecht das Küng, Boff, Romero usw. usf angetan wurde noch vertiefen, wenn wir so über die römisch-katholische Kirche sprechen als ob sie nie existiert hätten.
            Um diese Leute zu ehren oder auch die Mitarbeiter von Caritas und Bahnhofsmission oder die Aktiven von BDKJ oder ZdK oder alle die sich auf Gemeindeebene engagieren, im Kirchenvorstand ihrer Gemeinde oder auch nur so, sollten wir uns angewöhnen, von der römisch-katholischen Kirche nicht so… uniform zu sprechen als ob sie wirklich nur aus Vatikan und ein paar lernresistenten ultrakonservativen Kardinälen bestehen würde.

            Komisch nur daß ich selber das erst gelernt habe seit ich altkatholisch bin…

    • Carla Maltese
      30.09.2019, 22:28 Uhr.

      Das alles hat schon ZU viele Wellen geschlagen um ein „sturm im Wasserglas“ zu sein.

      Einzelne Bischöfe werden das was außerhalb ihres Bistums geschieht nicht verhindern können.
      Und sie werden nicht verhindern können, daß der ganze synodale Weg eine weltweite Signalwirkung haben könnte.

  • Carla Maltese
    28.09.2019, 17:01 Uhr.

    „Rund ein Dutzend der 69 Bischöfe sollen gegen die nun vorgelegten Statuten gestimmt haben. „
    Dann haben rund 83% dafür gestimmt.

    Macht und Machtverteilung:
    Zum einen sprechen praktische Gründe gegen das hierarchische Kirchenbild. Auch unter einem noch so tollen Reformpapst geht der Laden zu Bruch, wenn man jede Kleinigkeit von ihm allein erwartet.
    Zum anderen zeigen genug reale Beispiele daß auch die Kirchen nicht davor geschützt sind, daß absolutistische Macht zum Bösen genutzt wird. Oder zu etwas Bösem das der hohe Klerus in einem bestimmten Zeitgeist für gut hielt.
    Unter Wojtywa wurden bekanntlich haufenweise kritische Stimmen kaltgestellt, aber kein einziger Kleriker der tatsächlich Schaden angerichtet hat. Kein Kinderschänder, kein Komplize der lateinamerikanischen Militärdiktaturen. Auch der spanische Klerus wurde nicht gezwungen, die damals allerdings schon vergangene Franco-Diktatur aufzuarbeiten.
    Außerdem: Kirche soll Vorbild sein und nicht immer den aktuellen Entwicklungen hinterherdackeln wie die alt‘ Fastnacht. Noch immer ist die Welt krank durch einzelne Personen die schamlos Macht missbrauchen. Nicht nur politische und militärische, auch finanzielle. Niemandem nutzt heute noch eine Kirche die genau diese die Welt vergiftenden Strukturen vorlebt. Wie im alten Rom müssen die Kirchen heute etwas anderes zeigen. Einen anderen Gesellschaftsstil.

    Sexualmoral:
    Wozu soll das heute noch gut sein, biologische Irrtümer alter griechischer Philosophen die im Evangelium keine Begründung haben mitzuschleifen? Daß irgendeine „Tradition“ gewahrt wird? Nur weil etwas Tradition ist, ist es noch lange nicht gut. Sklaverei war mal Tradition. Das Verstümmeln kleiner Jungs für den päpstlichen Chor (mit hoher Todesrate) war mal Tradition.
    Hätte sich die Menschheit nie von Traditionen verabschiedet als sie merkte daß sie schlecht sind, wäre sie nie aus der Steinzeithöhle rausgekommen.
    Diese biologischen Irrtümer stammten aus einer Zeit in der wahre Erkenntnisse über die menschliche Sexualität unmöglich waren. Weil nämlich nur ein Bruchteil frei war, nur vermögende Männer, weil Frauen ohnehin alle Sklaven der Männer waren, vollkommen ausgeliefert und rechtlos, und weil Zwangsehen die Regel waren.
    Natürlich wollen die Leute auch nicht die wildeste Zügellosigkeit, den ganzen Tag Halligalli Drecksau, daß Sexualität ohne Verantwortungsbewusstsein und gesundes Empfinden für die Würde des Sexualpartners schlimm endet ist jedem klar der noch alle Latten am Zaun hat.
    Es geht um ein realistisches Bild von der menschlichen Sexualität.
    Und es geht um die Dinge die wirklich wichtig sind und vor lauter Krampf, vor lauter Verhütungsverbot und Jungfräulichkeitskult in der römisch-katholischen offiziellen Kirchenlehre vernachlässigt wurden: Verantwortungsbewusstsein, Liebe, die Würde des Partners und die eigene, Respekt, Achtung, das alles.

    priesterliche Lebensform:
    Hier ist natürlich gerade das Zölibat gemeint. Es sollte schon zu denken geben daß das gleich eines der ersten Dinge war die mit Gründung der altkatholischen Kirche abgeschafft wurden. Den Leuten hätte es egal sein können, schließlich ging es nicht um ihren eigenen Familienstand, und es sollte eh eine nicht mehr ganz so klerusfixierte Kirche sein. Aber offensichtlich hatten die Leute damals schon das Empfinden, daß mit diesem Priesterstand etwas nicht stimmt.
    Aber natürlich sind auch andere Themen wichtig. Was ein Priester heute sein soll, was man von Priestern erwartet und wie er leben soll. Als extremes Negativbeispiel posten auf Facebook gerade User Bilder von Kardinal Burke, diesem extremst konservativen [zensiert], z.B. wie er sich von einem Diener ankleiden lässt während zwei Männer in schwarzen Umhängen mit gefalteten Händen vor ihm knien. Sowas grusliges findet man heutzutage natürlich nurnoch in ganz extremen hinterletzten Ecken, es ist schon lange nicht mehr die Regel. Aber es sind noch manche Fragen offen, was heutzutage ein Priester sein soll. Gerade wenn man liest daß einige von ihnen in Afrika und Indien Ordensfrauen vergewaltigt haben.

    die Rolle der Frau in der Kirche:
    Wenn man sich überlegt daß Maria Magdalena zur reumütigen Prostituierten umgedichtet werden musste und die Apostelin Junia aus den Paulusbriefen in einen Junias verwandelt werden musste und Maria, die Mutter Jesu in eine ständig still vor sich hin leidende ewige Jungfrau (obwohl Geschwister von Jesus im Evangelium sogar erwähnt werden) verwandelt werden musste und anderes Gewürge mehr, dann wird einem klar daß es nicht die geringste biblische Begründung für den Ausschluss von Frauen aus den Weiheämtern gibt.
    Was ich persönlich akzeptiere ist, daß man nicht solche Zustände wie bei den Anglikanern haben will. Da gibt es Gemeinden, habe ich gehört, die den eigenen Bischof nicht mehr sehen wollen weil der eine Frau geweiht hat. Für Firmungen springen dann fliegende Bischöfe ein.
    Mal ehrlich: Weder die römisch-katholische Kirche noch die zivile Welt machen nach Jahrtausenden reiner Männerherrschaft einen sonderlich heilen und gesunden Eindruck. Letzten Endes ist auch die Kirchenkrise nichts neues: Vor dem Zweiten Vatikanum fiel den Klerikern der großen Kirchen wirklich nurnoch ein, die Leute mit Angst vor der Ewigen Verdammnis bei der Stange zu halten, die wirkliche Überzeugungskraft war schon lange kaum noch da.
    Und letzten Endes: Wie oben erwähnt brauchen wir Kirchen die Vorbild sind, nicht bei jedem Lernprozess der Menschheit hinterherdackeln wie die alt‘ Fastnacht. Und zwar auch was die Gleichrangigkeit der Frau angeht. Denn noch immer gibt es Unterdrückung von Frauen in der Welt, von ungleichen Berufschancen und ungleicher Bezahlung bei gleicher Arbeit über ungleiche Bildungschancen in Entwicklungsländern bis hin zu Sexsklaverei, also daß junge Frauen verschleppt werden und ihr Leben nurnoch daraus besteht, sich 10 Mal am Tag vergewaltigen zu lassen.
    (Ach, was schreibt katholisch.de denn da schönes? rk-Gemeinde Langeoog, das ist eine ostfriesische Insel, wird von einer Frau geleitet!)

    „Klar ist: alle Themen stehen unter der zentralen Frage, wie die Verkündigung des Glaubens besser gelingen kann.“
    Ja.
    Im alten Rom wurden die Leute nicht Christen weil ein toller neuer Gott im Angebot war. Der Markt war mit Göttern gesättigt. Dem Militärstaat Rom kam auch eher Mithras entgegen, während Jesus der sich kreuzigen ließ statt die Feinde mit Blitz und Donner zu zerschmettern, nun: Das älteste erhaltene Kreuzigungsbild ist ein Witzbild, wo Jesus mit Eselskopf dargestellt wird um ewinen Christen zu verspotten. Und auch später tat man sich mit dem Gott der sich kreuzigen ließ schwer, wenn man sich die Entwicklung des Gottesbildes im Christentum zu eher weltlichen Herrscherzügen so ansieht.
    Die Leute wurden Christen weil die Christen einen anderen Lebensstil vorlebten. Die Leute wurden Christen wegen den Christen.
    Damit aber die Christen wieder anziehend werden, brauchen sie eine Kirche in der sie leben können. Eine zu der sie stehen können, eine die ihnen nicht peinlich ist. Denn sonst können sie nur Verlogenheit verkünden.

    Ich wollte keine Verlogenheit verkünden, deswegen hatte auch ich eine Phase wo ich mit Kirche und Glauben nurnoch wenig am Hut hatte und lieber Star Trek verkündet habe.
    Dann wurde ich altkatholisch.

    „Macht ein Weg unter diesen Bedingungen überhaupt Sinn?“
    In dem Zusammenhang ist nicht zu unterschätzen was katholisch.de heute schreibt. Daß dieser extrem konservative Burke Angst bekommt und verlangt, den ganzen synodalen Weg mit allen Mitteln zu stoppen. Das ist doch ein gutes Zeichen, denn es zeigt daß die Sache nichts mehr zu tun hat mit den früheren sinnlosen „Gesprächsprozessen“ mit den römisch-katholischen Bischöfen. Es sind keine Sandkastenspiele mehr. Die Sache ist scharf.
    Im besten Fall hat es auch eine weltweite Signalfunktion. Daß Teile der römisch-katholischen Kirche die jetzt noch zu still sind und sich einschüchtern lassen (siehe das von mir mehrfach erwähnt internationale Jugendtreffen im Vatikan) den Mut entwickeln, ihre Meinung zu sagen.
    Ja, auf das was weltkirchlich entschieden werden muss, muss in Deutschland noch gewartet werden. Aber mit etwas mehr Mut und Courage und etwas besseren technischen Mitteln werden aus der Weltkirche noch manche Überraschungen kommen…

    „Daher lohnt es sich auf jeden Fall, den Synodalen Weg zu gehen, auch wenn er nicht einfach werden wird.“
    Und zu dem man hier hoffentlich weiterhin regelmäßig lesen und kommentieren kann.
    Vielleicht jedoch nicht ich, denn für mich ist in diesem Blog etwas zerbrochen, und die Dinge werden nie wieder wie sie mal waren, es wird nie wieder ganz. Wie lange ich es noch schaffe hier mitzuschreiben weiß ich nicht. Es ist etwas geschehen und ich kann es nicht vergessen.

    • bernardo
      02.10.2019, 10:37 Uhr.

      @ Carla Maltese: Sie tun sich keinen Gefallen damit, die anderen Blogger mit ihren persönlichen Befindlichkeiten zu behelligen. IMHO.

      Der synodale Weg wird auch kein Vorbild sein für die Ortskirchen anderer Länder. Bestenfalls für einige Ortskirchen im ebenfalls kirchensteuergesättigten Österreich. Letzten Endes ist er ein schismatischer Weg.

      Die Tradition ist auch nichts, was man einfach zeitgeistig über Bord werfen kann, sondern nach katholischem Verständnis göttliche Offenbarungsquelle. Das kann man glauben oder verneinen, aber in letzterem Fall stellt sich die Frage nach der Katholizität des Betreffenden. Sie kann vertieft werden, aber sie dreht keine Pirouetten.

      Noch ein Wort zu Johannes Paul II. (oder dem Großen, wie manche ihn nennen): Was Novalis Benedikt XVI. ist, scheint Ihnen der polnische Papst zu sein – ein Mann, der als Zwangsarbeiter tätig war und im Geheimen zum Priester geweiht wurde, weil die deutschen Nazi-Besatzer den polnischen Klerus letztlich ausrotten wollten. (Dabei waren übrigens viele Wotan- und Odin-Anhänger wie der Reichsführer SS…) Trotzdem war der spätere Erzbischof von Krakau Kardinal Wojtyla federführend an dem Brief an die deutschen Bischöfe von 1965beteiligt, in dem es heißt: „Wir vergeben und bitten um Vergebung.“ Sie können sich vorstellen, welche Freude dies beim kommunistischen Regime hervorrief, das nun die Möglichkeit sei, die katholische Kirche Polens als unpatriotisch zu brandmarken.

      Wenn Sie JPII. für nichts anderes schätzen, sollten Sie zumindest dies honorieren!

      • Carla Maltese
        03.10.2019, 12:13 Uhr.

        Jaja, die Propaganda daß die europäischen Teilkirchen nur deswegen Reformen wollen weil sie ja so satt wären wegen der Kirchensteuer hat man auch schon reichlich gelesen.
        Und ist im Prinzip eine wirklich unverschämte Beleidigung.

        Und zwar gerade denen gegenüber die sich noch kirchlich engagieren weil sie ihre Kirche wirklich lieben. AUCH in Verbänden wie DJK oder Maria 2.0.

        Auch z.B. die Mitarbeiter der Bahnhofsmission, der ersten ökumenischen Aktion die es jemals gab, zu einer Zeit als der Spitzenklerus die jeweils andere Seite noch in die Hölle gepredigt hat, haben es NICHT VERDIENT, als übersättigte dekadente hedonistische Bequemlichkeitstiere dargestellt zu werden.

        Anderen Ortskirchen hat man bislang einfach zu wenig zugehört. Stockkonservativen Bischöfen ja, aber nicht wirklich den gesamten Kirchen dort.
        WOLLEN z.B. von Priestern vergewaltigte Ordensfrauen weiter eine Kirche in der das Machtgefälle zwischen Priester und Kirchenvolk riesig ist und die Frau als niederrangiges Wesen betrachtet wird? Wohl eher nicht, würde ich sagen.

        Nur weil es anderen Ortskirchen noch an Strukturen und technischen Mitteln mangelt, heißt das nicht daß sie alle glühend Humanae Vitae mit Verhütungsverbot verehren, sich ewig um den immergleichen Sexualkrampf drehen wollen als ob ews keine anderen Probleme gäbe, ein gewaltiges Machtgefälle zwischen Klerus und Kirchenvolk wollen, ein Machtgefälle zwischen Mann und Frau sowieso, und gemäß europäischer Zeitgeister vergangener Jahrhunderte leben wollen.

        Die Tradition wurde jeweils in bestimmten Zeitgeistern geformt. Und eben aus diesen muss man sie kritisch hinterfragen. Sie ist keine „göttliche Ordnung“ die vom Himmel fiel. Bestimmte Dinge hat man in bestimmten Zeiten so gemacht weil man sie in bestimmten Zeitgeistern für richtig hielt. Aber weil man vergaß warum man was mal gemacht hat, wurde vieles schädlich.
        Und heute haben wir eine römisch-katholische Kirche die vielen so peinlich ist daß sie als mündige Erwachsene nicht mehr zu ihr stehen können.

        Und was Wojtywa angeht: Seine Theaterfreunde sollen ihm ja gesagt haben daß er auf keinen Fall Priester werden soll.
        Sie kannten ihn…

        • Novalis
          03.10.2019, 19:27 Uhr.

          „Und was Wojtywa angeht: Seine Theaterfreunde sollen ihm ja gesagt haben daß er auf keinen Fall Priester werden soll.“
          Der real existierende Sozialismus wäre auch ohne JP2 gefallen, er war innerlich marode. Viel schlimmer ist, dass JP2 meinte, die Sabotage des schon fallenden real existierenden Sozialismus mit den Millionen von Marcial Maciel finanzieren zu dürfen. Das Geld eines Raubtiers und Monstrums, für das man das Leid von hunderten von Kindern und Frauen wissentlich in Kauf nahm, wurde für eine sinnlose Aufgabe ausgegeben. Dass sich soviele Kleriker, u.a. Sodano und Dziwisz, in Rom und Südamerika faktisch haben korrumpieren lassen, gehört zum Abscheulichsten, was die römische Kirche je getan hat. Übrigens haben sich zwei Kardinäle NICHT kaufen lassen. Die hießen Ratzinger und Bergoglio. Ratzinger hätte als Präfekt sicher mehr tun können, aber er hat dann doch – zu langsam, zu milde – Marciel in die Wüste oder besser in die von einer Wüste umgebenen Oase geschickt. In Anbetracht der Art und Weise, wie er mit Drewermann oder Boff umgegangen ist, ist die Luxusaltersversorgung von Marciel natürlich grotesk. Aber immerhin konnte dieses Monster, das sich sogar an den eigenen Söhnen verging und dennoch von JP2 gedeckt wurde, dann nicht noch mehr Schaden anrichten.

          • Carla Maltese
            04.10.2019, 23:44 Uhr.

            Ich hoffe daß irgendwann mal in einer nüchternen sachlichen Athmosphäre (nicht in der Massenhysterie nach Wojtywas Tod, ich erinnere mich da wirklich äußerst ungern dran) kluge Historiker klären können, inwieweit Wojtywa tatsächlich einr Rolle beim Zusammenbruch des Ostblocks gespielt hat.

            Daß er allein den ganzen Ostblock niedergerissen hätte ist jedenfalls Blödsinn, da sind wir uns einig. Weder in der Sowjetunion noch in der DDR noch in Rumänien war der Papst sonderlich wichtig.
            Aber die Aktiven der Solidarnocs haben sich sehr von ihm ermutigt und gestärkt gefühlt. Auch wenn den Löwenanteil Wawesa gemacht hat. Und deren Erfolg hat wiederum andere ermutigt.

            Daß er zum Papst komplett charakterlich ungeeignet war, durch sein mangelndes Einfühlungsvermögen im Prinzip auch generell zum Priester, da sind wir uns auch einig.
            Ich glaube daß er das Kirchenvolk nur wie ein Theaterpublikum gesehen hat, nur als die Masse, nicht als einzelne Menschen. Wenn Franziskus spontan vom Papamobil steigt um sich jemandem speziell zuzuwenden, wenn er mit einzelnen Witze macht, oder jemanden umarmt, dann sieht man da schon daß er die Situation völlig anderst wahrnimmt.

            Und wir Frauen… Franziskus sollte sein Frauenbild vielleicht mal genauer erklären. Aber es istz eindeutig nicht so wie das von Wojtywa! Für den waren wir eigentlich, obwohl er eine (auch noch verheiratete!!) Freundin hatte, keine vollständigen Personen, nur nebulöse Prinzipien von Hingabe, Demut, Unterwürfigkeit, stiller Aufopferung, Gehorsam.

            Weder missbrauchte Kinder noch von rechten Todesschwadronen ermordete Lateinamerikaner oder Indios im guatemaltekischen Bürgerkrieg oder Frauen die nach mehreren Geburten eine weitere nicht mehr überleben könnten, solche Einzelschicksale haben ihn, glaube ich, nie interessiert. Die Kirche sollte gleichförmig sein, sich nicht um den einzelnen scheren, sie sollte ein stehendes Heer sein gegen Kommunismus, Geburtenkontrolle, Sex ohne Trauschein und vielfältige Familienformen usw.

            Es ehrt Ratziner, daß er wenigstens in einem Punkt ein bischen ausgebrochen ist. Bei Ratzinger glaube ich immernoch daß in ihm gutes steckt, auch wenn viel in seinem Leben falsch gelaufen ist.

        • bernardo
          04.10.2019, 9:42 Uhr.

          Zum synodalen Weg: Ja, ich bleibe dabei, dass er ein Irrweg ist, ein Weg in eine deutsche Nationalkirche. Ja, und viele deutsche Probleme sind Luxusprobleme, von dem gravierenden Problem des verschwindenden Gottes- und Christusglaubens einmal abgesehen. Glaubt denn wirklich jemand ernsthaft, wenn Priester heiraten dürften, wiederverheiratete Geschiedene die Kommunion empfangen und Frauen zum Diakonat zugelassen würden, würde die Kirche an Ausstrahlungskraft gewinnen. Wenn ja, weshalb ist es bei der evangelischen Kirche nicht so?

          Was die Tradition angeht: Natürlich kann man die Tradition als Ansammlung von kuriosen Zeitgeistigkeiten vergangener Jahrhunderte verstehen, als eine einzige Peinlichkeit – nur ist das eben nicht katholisch. Vielleicht altkatholisch, denn ich habe mich mit dieser Gemeinschaft nie befasst? Insofern mag Ihre Konversion konsequent gewesen sein, keine Ahnung.

          • Carla Maltese
            04.10.2019, 23:11 Uhr.

            Damit die römisch-katholische Kirche wieder Ausstrahlungskraft bekommt, und nichts wäre mir lieber, müssen sich die Gläubigen selbst in ihr wieder wohlfühlen! Damit sie zu ihr stehen können und sich nicht zu Doppelmoral und Verlogenheit gezwungen fühlen!
            Es geht nicht um „Luxusprobleme“, sondern um eine Kirche die die Leute verkünden können ohne ihr eigenes Gewissen zu vergewaltigen.

            Man geht heute nicht mehr in die Kirche weil auf dem Dorf sonst nix los ist. Oder aus purer Angst vor der Hölle. Entweder strahlen die Gläubigen selbst wieder den Glauben aus, als befreiend und schön, oder es hat alles keinen Sinn mehr.

            Und was die altkatholische Kirche angeht:
            Sie entstand wegen einem Traditionsbruch. Weil nämlich der damalige Papst meinte, ein ganzes Konzil erpressen zu müssen um sein Unfehlbarkeitsdogma durchwinken zu lassen.

            Wir sind jetzt auch nicht die totale anarchische Hippiekommune. Wir haben auch Regeln. UND wir haben unsere Tradition.
            Nur ist nicht alles automatisch gut, nur weil es „Tradition“ ist oder mal war, es muss alles hinterfragt werden ob es hilfreich ist um Halt und Orientierung zu geben oder ob es schädlich ist.

            Früher waren hier ja auch Zwangsehen Tradition. Was bedeutet daß die wenigsten Ehen unserer Vorfahren wirklich sakramental gültig waren, übrigens. In anderen Ländern sind Zwangsehen immernoch Tradition. Und, ist das richtig so, ist das gut? Soll sich eine 12jährige mit einem alten Opa verheiraten lassen, nur weil es da Tradition ist? Soll sich ein junges Mädchen die *** abschneiden lassen, nur weil diese Art Verstümmelung in manchen Ländern noch Tradition ist? Ist das gut so, daß junge Mädchen verstümmelt werden? Es ist in manchen Ländern noch Tradition.

      • Carla Maltese
        03.10.2019, 12:15 Uhr.

        Und im übrigen brauchen Sie sich nicht zu beschweren, da Sie von der Redaktion zusammen mit Silvia immer sehr geliebt wurden.

        Sie und Silvia haben immer alles bekommen, mir dagegen bleibt nur eine offene Wunde die nicht heilen will.

        • Jürgen Erbacher
          Jürgen Erbacher
          03.10.2019, 19:18 Uhr.

          Jede Seite hatte die Möglichkeit, zu diesem Thema etwas zu sagen. Weitere Kommentare werden nicht freigeschaltet. Wer nichts zum Inhalt des Textes schreibt, dessen Kommentar wird nicht freigeschaltet.

    • Novalis
      03.10.2019, 19:08 Uhr.

      Liebe Carla Maltese!
      Ich möchte mich einmal ausdrücklich für Ihre kluge, vernünftige und persönliche Stellungnahme und die viele Mühe, die Sie dafür aufwenden, bedanken. Es tut gut, so etwas zu lesen und im Sinne des Gemeinsamen von Altkatholik*innen und römischen Katholik*innen lesen sich Ihre Zeilen als echtes Glaubenszeugnis. Ich kann Ihnen weitestgehend zustimmen.

      • Carla Maltese
        04.10.2019, 22:39 Uhr.

        Vielen Dank daß Sie mich so aufbauen, das tut mir sehr gut, das hilft mir sehr!

        Logischerweise schreibe ich hier ja nicht mit weil mir Franziskus persönlich meine eigene Wunschkirche basteln soll. Ich habe eine in der ich mich wohlfühle.
        Bei mir läuft es beruflich auch gerade gut, ich bin fachlich gefordert und ausgelastet, sicher ist sogar irgendwann eine größere Projektleitung möglich, also ich hänge nicht mehr den ganzen Tag vor meinem eigenen Rechner und warte auf Antworten von Personalern, wie in der Zeit wo ich hier einstieg.
        Es ging mir hier immer um eine Kirche für die ganze Welt von heute. Die altkatholische Kirche ist super, aber zu klein um für die ganze Welt da zu sein. Also versuche ich hier zu tun was ich kann.

        […]*

        *Der Beitrag wurde wegen des Verstoßes gegen die Netiquette editiert.

  • Silberdistel
    29.09.2019, 1:48 Uhr.

    Nunja, Christentum muß ja nicht neu erfunden werden! Schlappe 2000 Jahre stehen immerhin vor der jetzt aufgetauchten Frage des „synodalen Weges“. Wenn nicht der Christus, beispielsweise in Matthäus 23, das Ergebnis einer solchen neuzeitlichen Diskussion, bereits komplett vorweg genommen hat.

    Möglicherweise reifte nach so einer langen Zeit ja nun die epochale Erkenntnis, das selbst s.g. ´Weiheämter´, bishin zum Papst, in der Verkündung nicht an das heranreichen können, was der Christus himself einst hinterlassen hat. Das man insbesondere angesichts der unzähligen Skandale, gerade in den höheren Hierarchien, nichts mehr der Frohen Botschaft des Christus hinzufügen konnte, schon gar nicht etwas Heiliges. Das es sich als Papst oder Kardinal, Bischof, als Gleicher unter Gleichen und ein Leib Christi, nur behaftet mit einer organischen Funktion, gar viel leichter und letztlich im christlichen Sinn wesentlich wahrhaftiger leben lässt.

    • Wanda
      30.09.2019, 16:20 Uhr.

      Silberdistel 29.09. 01:48
      – genau auf den Punkt gebracht: nicht mehr und nicht weniger als allenfalls der „primus inter pares“… Wie formulierte der Nazarener doch unmissverständlich seine Forderung „…niemand soll Euch Vater nennen, denn es gibt nur einen…“ etc., etc.
      Stattdessen hat man sich die Anrede „Heiliger Vater“ wohlgemerkt für einen Menschen der Amtskirche gesichert. Wenn es denn ein Sakrileg gibt, dann ist es dieses…
      Nun ja, da wurden/werden selbst die frommsten geistlichen Herren schwach: sie suchten/suchen sich nur das aus dem NT, was Ihnen gerade passt(e) und eine damals wie heute unangreifbare Position sichert(e). Der Schulterschluss mit den weltlichen Mächten gegen das einfache gläubige Volk war da nur allzu logisch…

      • Silberdistel
        30.09.2019, 19:12 Uhr.

        Wanda
        30.09., 16:20 h
        Der Dissens zwischen der gemeinen Basis von Menschen, die die Worte und Verheißung des Christus zumindest intuitiv vernommen haben (nachdem man dessen Umstände und Erscheinung selbst nachlesen kann!) sowie einer Kirche, welche in ihren Strukturen noch immer im feudalen Mittelalter bis Frühzeit steckt, ist ja offenkundig. Nicht erst seit Maria 2.0. Daran kann auch kein nun plötzlich entdeckter „Synodaler Weg“ etwas ändern. Der bereits von der Namensgebung her recht dahergestelzt wirkt und daher auch nur wieder eine weitere Drehung des Berges Kirche insinuiert, der im Bestfall gerade mal eine Maus gebären kann. Also viel Gerede um letztlich alles beim Alten zu belassen.
        Die Zeit in einer Welt die zunehmend mehr aus den Fugen gerät, ist eben reif dafür sich nach den verschiedensten gesellschaftlichen Experimenten mit bekanntem Ausgang, nun auf die Frohe Botschaft des Christus, tatsächlich einzulassen. Bzw. auf die anderen göttliche Kernweisheiten in anderen Kulturen. Nicht nur mutmaßlich ist ja selbst dem amtierenden Pontifex danach. Was nicht zuletzt gewinnbringend für die hießige Kirche und deren Klerus sein dürfte. Da wie als Fakt für die Nomenklatura des ehem. Ostblocks, nicht mehr aufrecht zu erhalten ist, was nicht mehr aufrecht erhalten kann.

    • Carla Maltese
      30.09.2019, 22:16 Uhr.

      Die altkatholische Kirche hat nicht so eine Heiligenverehrung wie die römisch-katholische. Das ist auch prinzipiell gut so, denn der Vatikan hat auch den Opus-Dei-Gründer und Wojtywa heiliggesprochen.
      Aber würde das zur Debatte stehen wäre ich dagegen, die Heiligen ganz zu streichen. Zum einen müsste man dann auch alle Propheten des AT streichen, zum anderen, noch wichtiger: Es gab in der Geschichte auch immer wieder Personen die sich in der Nachfolge Jesu wirklich hervorgetan haben und die wirklich als Vorbilder taugen, das was Jesus uns als Worte und Taten gegeben hat, besser zu verstehen. Und den Mut zu entwickeln, danach zu leben.
      Hildegard von Bingen z.B. Oder Òscar Romero. Bartolomé de las Casas muss man natürlich erwähnen.

      • Wanda
        01.10.2019, 23:34 Uhr.

        Carla Maltese 30. 09. 22:16
        – Aber selbstverständlich müsste man allen Menschen, die (meist fragwürdig) zu Heiligen gemacht wurden, ihre Heiligkeit aberkennen. Und den oft zur Gewalt aufrufenden Propheten des AT erst recht. Denn das Attribut „heilig“ kommt nach des Nazareners Worten wohl einzig und allein Gott zu. Das soll ja keineswegs eine lobenswerte und vorbildhaft christliche Lebensführung bestimmter Menschen schmälern.
        – Welch fragwürdige Weisheiten und geistige Ergüsse so manch „heiliger“ Kirchenvater wie Thomas von Aquin oder Augustinus etc. von sich gegeben haben, ist dann noch ein anderes Kapitel. Da darf schon als sicher gelten, dass der Hl. Geist oft anderweitig beschäftigt war…

        • Carla Maltese
          03.10.2019, 11:02 Uhr.

          Wenn eine Kirche allein das halbe AT streicht, wäre das Ergebnis, daß im Christentum plötzlich 2 verschiedene Bibeln existieren. Das halte ich nicht für gut, das würde nur weitere Spaltung fördern.

          Und ansonsten: Es gibt Heilige die der Vatikan fleißig übersehen hat, bei Òscar Romero hat er sich lange gesperrt, oder nehmen wir Friedrich Spee. Bei Hildergard von Bingen hat es auch ewig gedauert bis sie anerkannt wurde. Oder Bartolomé de las Casas. All die sind aber durchaus Vorbilder die nicht vergessen werden dürfen.
          Negativbeispiele wo der Vatikan mit Heiligsprechungen Politik in seinem eigenen Sinn gemacht hat, habe ich erwähnt und finde ich auch sehr schlimm. Die Heiligsprechung des Opus Dei-Gründers war einer der Gründe weswegen mir klar war daß ich zu dieser Kirche nicht mehr stehen kann. Irgendein Habsburger-Kaiser wurde, glaube ich, auch noch heiliggesprochen…

          • Wanda
            03.10.2019, 19:18 Uhr.

            Carla Maltese 03.10. 11:02
            – Vorbilder im christlichen Sinne mag sein, aber keineswegs heilig…

          • Wanda
            03.10.2019, 20:02 Uhr.

            Es gibt von Franz Schubert, Text Johann Philipp Neumann, ein Lied für eine Messe, dessen 2 Strophen sich deutlich und überzeugend zur den Begriffen der „einzig“ ihm zukommenden Heiligkeit, Macht und Liebe Gottes äussern. Hoffe, die Blog-Leitung erlaubt zu zitieren:
            – 1. Strophe
            Heilig, heilig, heilig,
            heilig ist der Herr!
            Heilig, heilig, heilig,
            heilig ist „nur“ Er!
            Er, der nie begonnen,
            Er, der immer war,
            ewig ist und waltet,
            sein wird immerdar.
            – 2. Strophe wiederholt die Heilig-Reime und setzt dann fort:
            Allmacht, Wunder, Liebe,
            alles rings umher!
            Heilig, heilig, heilig,
            heilig ist der Herr!
            – Also, wenn ich noch gläubig wäre, hier ist alles unmissverständlich auf den Punkt gebracht: die Heiligkeit und Macht liegt allein bei IHM (und nicht bei irgendeiner Amtskirche) und in der Liebe mögen sich die Gläubigen an Gottes Sohn ein Beispiel nehmen, wie es dieser laut NT seinen Jüngern ja auch aufgetragen hat…
            P.S. „denn (allein) DEIN ist die Macht“ stammt wohl von König David aus dem AT und liegt demnach auf gleicher Linie. Woher also die rk. Kirche ihren Machtanspruch ableitet, ist mir jedenfalls ein Rätsel.

        • Novalis
          03.10.2019, 19:30 Uhr.

          „Aber selbstverständlich müsste man allen Menschen, die (meist fragwürdig) zu Heiligen gemacht wurden, ihre Heiligkeit aberkennen. Und den oft zur Gewalt aufrufenden Propheten des AT erst recht.“

          Als ob Jesus nicht auch zu Gewalt aufruft und Gewalt sogar ausübt… Soviel Desinformation. Und soviel Ahnungslosigkeit, was die Aussagen des Alten Testaments bedeuten.

          • Wanda
            04.10.2019, 18:31 Uhr.

            Novalis 03.10. 19:30
            – Lasse mich ja gern belehren. Meine Frage also: bin ich bei der folgenden Aussage des AT auch der Ahnungslosigkeit verfallen ?
            Zitat Genesis 1,27 …“Und Gott schuf den Menschen als ein Ebenbild (oder Abbild), als Mann und Frau schuf er sie“…
            Merken Sie was ? So wie es da steht, keine Zwischenstufen, kein Varianten…
            Wohlgemerkt, ich zitiere nur: Auslegungen, Interpretationen, Abschwächungen oder gar Verdrehungen überlasse ich jenen, die glauben das Deutungsmonopol zu haben.
            – Meine Auffassung dazu ist zwar eine andere, aber ich beziehe mich ja auch nicht ständig auf das was da geschrieben steht und picke mir nach Gusto nur das heraus, was gerade in mein Weltbild und meine persönlichen Befindlichkeiten passt.

          • Carla Maltese
            04.10.2019, 22:11 Uhr.

            Bitte Novalis, nicht dieser Ton!!
            Hier sollte jeder zugelassen sein, unabhängig von der Ausbildung!

            Ich bin auch alles andere als eine gelernte Theologin, neulich habe ich die Evangelisten Markus und Lukas verwec hselt, trotzdem bin ich der Meinung daß ich hier etwas beitragen kann (auch wenn es die Redaktion nicht ist, d.h. auch wenn es die Redaktion nie war) und der Respekt steht auch anderen zu! Selbst Leuten die sich hier schon absolut widerlich verhalten haben!

            Und im übrigen ist die Botschaft Jesu trotz einiger harter Stellen insgesamt eine des Friedens und der Gewaltlosigkeit.

          • Wanda
            04.10.2019, 23:14 Uhr.

            Novalis 03.10. 09:30
            – interessante Sichtweise eines angeblich bibelfesten Christen…
            Nun, die Essenz seiner Lehre findet man in den ihm zugeschriebenen Worten „Liebet Eure Feinde…“ Dürften Sie doch wohl kennen, denn die besagen nichts anderes als Gewaltverzicht, oder ?
            Untermauert er übrigens mehrfach in der Bergpredigt:
            – Selig sind die keine Gewalt anwenden; denn sie werden das Land erben
            – Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden Kinder Gottes heissen
            Und bei seiner Festnahme gebietet er Petrus, das Schwert wegzustecken; untersagt diesem also Gegengewalt, als dieser ihn verteidigt und dabei den Knecht Malchus verletzt.
            Das jedoch wohl wichtigste Gegenargument: als in Personalunion allmächtiger Gott hat Jesus bei seiner Kreuzigung nicht auf Gewalt verzichtet ?
            Und selbstverständlich geht die Kirche von einem Endkampf zwischen Christus und dem Antichrist aus. Nur darf dieser nicht mit einer von Gott ausgehenden Gewalt verwechselt werden (hat man mir seinerzeit jedenfalls beigebracht).
            – Fall Sie allerdings die Tempelaustreibung durch den Nazarener als Beweis für dessen Hang zur Gewalt bemühen: es handelt sich wohl allenfalls um den berechtigten Ausbruch göttlichen Zornes, wie man sich ihn (zugegeben) zuweilen für die Eskapaden und Fehlentwicklung der Amtskirche herbeiwünscht…

  • Wanda
    03.10.2019, 2:25 Uhr.

    Bitte die Diskussionsleitung um Nachsicht
    Novalis 01.10. 21:05
    – Tolle Antwort, kann ich aber so nicht stehen lassen und darf Sie fragen: Wer ist denn bezüglich der Macht in Ihrem Zitat „… denn DEIN (nicht euer) ist die Macht und die Herrlichkeit, etc.“… gemeint ?
    Bezieht sich doch wohl einzig auf Gott selbst aber ganz sicher nicht auf die Nachfolger Christi, d.h. auf die hierarchisch organisierte rk. Kirche mit ihren Amtsvorstehern und erst recht nicht auf den „normalen“ Gläubigen.
    Und jetzt kommen Sie bitte nicht wieder mit irgendwelchen fehlerhaften oder missverständlichen Übersetzungen aus dem Hebräischen oder dem Koine-Griechisch…

    • Carla Maltese
      03.10.2019, 10:21 Uhr.

      Es stimmt, daß sich das Christentum schon nach wenigen Jahrhunderten hin zu weltlichen Machtstrukturen verändert hat. Es gab Fürstbischöfe, der Papst wurde so mächtig daß er Kaiser ernennen konnte…

      Heute sehen wir natürlich das schlechte das daraus entstanden ist. Die vielen Grausamkeiten, die Verbrechen, die Unterdrückung und seelische Verstümmelung die ganzen Generationen angetan wurde, weil ihnen nur ein grausamer strafender Gott der gerade bei kleinen Leuten alle kleinen Sünden registriert gepredigt wurde.
      Und die Komplizenschaft bei der Ausrottung der Indianer.

      Das Problem ist, glaube ich, wenn man vergisst warum man etwas wie gemacht hat. Also aus welchem Zeitgeist raus. Dann besteht die Gefahr daß es sich verselbständigt bis hin dazu daß es plötzlich „göttliche Ordnung ist“. Und sogar etwas ursprünglich Gutes kann dann sehr schlimm werden.

      Nehmen wir mal die Tatsache daß schon die frühen Christen sexuelle Enthaltsamkeit gepredigt haben. Im alten Rom war das sogar sinnvoll, denn der Hausherr durfte einfach über alles herfallen was in seinem Haushalt war. Über sexuellen Missbrauch hat keiner geredet, weil er ganz normal war. Und wenn ein Kind kam das der Hausherr nicht durchfüttern wollte, kam es weg.
      Bekanntermaßen ist das im Christentum dann eskaliert, zu so einem Jungfräulichkeitskult mit dem man vielen Generationen sehr sehr wehgetan hat. Unter Wojtywa schienen Teile der römisch-katholischen Kirche derart besessen von diesem einen Thema zu sein daß es oberflächlich betrachtet kaum noch um etwas anderes ging.

      Daß sich die Kirche als weltliche Ordnungsmacht aufgespielt hat, war im frühen Mittelalter sogar sinnvoll. Hier in Europa gab es nichts mehr! Nach dem Zusammenbruch des Römischen Reichs gab es keine staatlichen Strukturen mehr, keine Verlässlichkeit. Und nichts und niemand schützte die Bauern davor, daß ihnen die ganze Ernte abgenommen wurde.
      Was das war, können wir uns heute nicht mehr vorstellen. Hier sind die Supermärkte 6 Tage die Woche offen, wir bekommen alles aus aller Welt. Und auch Sie leben nicht in einem so armen Land daß Sie befürchten müssten daß Sie einen Winter lang hungern und ihre Kinder sterben sehen, wenn die Ernte weg ist. Irgendeinen offenen Almacén finden Sie immer.
      Man kann sich vorstellen daß die Leute damals nach Schutz geruifen haben. Daß das das allerwichtigste war und weit vor Spiritualität rangierte kann man sich vorstellen. Zumal auch noch fremde Reiterhorden Europa überfielen. Aus dem fränischen Panzerreiter der die abwehren sollte wurden dann ja die Ritter und immer mehr Bauern verpfändeten gleich ihr ganzes Leben an die Ritter, damit der sie beschützt, so entstand das Feudalwesen.

      Wenn mir der Geldbeutel gestohlen wird, klar, bin ich sauer. Ich brauche alles mögliche neu, muss dahin und dahin… *das Kotzen krieg*. Aber das ist ein Fliegenschiss dagegen, wenn damals einer Bauernfamilie das Getreide für den Winter und das Saatgut gestohlen wurde. Ich kam noch irgendwie zurück als ich einmal mit exakt 0 Euro in Berlin strandete.

      Machtgehabe der Kirche um überhaupt wieder eine Ordnung und ein Recht durchzusetzen hat den Menschen also tatsächlich mal geholfen. Aber weil man vergessen hat warum und aus welchem Zeitgeist raus das kam, hat es sich schlimm verselbständigt und wurde zu einer „göttlichen Ordnung“ die mit dem Evangelium nichts mehr zu tun hat. Papst Borgia und so. Mit Negativbeispielen können wir alle ein DIN A0-Plakat in Schriftgröße 10 füllen.

      Heute ist das Papsttum in seiner gegenwärtigen Form ein großes Problem. Selbst mit einem Reformpapst wie Franziskus.
      Staatliche Ordnung müssen die Kirchen heute nicht mehr durchsetzen, die gibt es genug. Es sehnen sich heute eher die meisten Menschen nach Demokratie. Warum wohl will die Partei in China einen rigorosen Überwachungsstaat durchsetzen? Weil auch dort immer mehr Bürger die Diktatur nicht mehr wollen.
      Es ist also wirklich an der Zeit, eher zurück zu den Wurzeln zu gehen und sich auf das Evangelium zu besinnen. Auf das was Jesus zu Macht und Autorität sagte.

      Das heißt nicht daß die Kirchen jetzt ihren ganzen Besitz aufgeben sollen und leben sollen wie buddhistische Bettelmönche. Wenn Caritas und Diakonie zusammenbrechen hilft man auch keinem. Die meisten Tage fahre ich mit dem ÖPNV zur Arbeit, wenn ich nicht wegen abendlicher Verpflichtungen das Auto brauche, und am Hbf sehe ich immer mehr Obdachlose. Der Staat schafft es nicht, allen ein würdiges Leben zu ermöglichen und die Situation wird zunehmend schlimmer.

      Aber es ist wichtig daß sich die Kirchen daran orientieren was Jesus zu Autorität gesagt hat: Man hat das nicht um sich selbst die Taschen zu füpllen, um sich selbst ein lockeres leichteres Leben auf Kosten anderer zu verschaffen, sondern man hat das im Gegenteil um anderen zu dienen.

      Und vor allem ist es wichtig, daß sich auch die römisch-katholische Kirche hinentwickelt zu einer Kirche die von allen getragen wird.
      Strukturen wird sie immer noch haben müssen, denn irgendeine Art der Organisation muss es geben wenn sehr viele Menschen gut miteinander auskommen wollen.
      Aber die gegenwärtige Form taugt zu nichts mehr. Es muss sich sehr sehr viel ändern.

    • Silberdistel
      03.10.2019, 14:49 Uhr.

      Die rk-Kirche hat sich ja spätestens seit dem ersten Konzil von Nicäa über lange Strecken als mächtige Kirche produziert, da sie – angeblich – ganz genau wußte, was der richtige christliche Glauben ist. In Konsequenz davon gar als Inquisition oder Militärmacht.
      Kaum denkbar, das in der heutigen Zeit eine solche „mächtige Kirche“, deren Macht sogar bis unter die Unterwäsche reichte sowie nach all den heute bekannten Geschehnissen, Fehltritten und daraus gewonnenen Lehren, noch als eine solche gewünscht würde. Inklusive eines Papstes, der die Macht hätte wie ehemals unfehlbar zu sein. Wäre das im christlichen Sinn nicht auch eher eine schwache Kirche?!
      Gerade der ´synodale Weg´ weist doch genau in die andere Richtung. In jene, back to the roots, die der Christus verheißen hat, mit dem apostrophierten ´Neuen Menschen´. Der eben keine Macht mehr hat. Sondern allenfalls engagiert macht, das er sich um Liebe und höherem Verständnis bemüht. Und daher wesentlich erfolgreicher ist, als es die ´Alten Menschen´ je gewesen waren.

  • Silvia
    03.10.2019, 10:14 Uhr.

    Mich interessiert inzwischen der „synodale Weg“ in Deutschland nicht mehr besonders, erstens habe ich keine eindeutige Meinung dazu, zweitens wird sich ohnehin nur aufgrund dieses Prozesses sowieso nichts ändern.

    Ich stehe diesem „synodalen Weg“ neutral gegenüber, erwarte mir davon nichts und deswegen hält sich mein Interesse daran in engen Grenzen.

    Die Diskussionen hier im Blog bringen mir auch nicht viel, die sehr unterschiedlichen Meinungen der Stammblogger kenne ich seit Jahren, die sind genauso unbeweglich wie man es unserer Kirche immer nachsagt.

    Im Übrigen liebe ich meine römisch – katholische Kirche auch wenn nicht alles Gold ist, was glänzt, fühle mich in dieser Kirche wohl, stehe zu ihrer Lehre und zum Papsttum, nehme meinen Glauben ernst, dh., ich bin eine relativ zufriedene Katholikin.

    Aus diesem Grund möchte ich mich nun endgültig nach gut sechs Jahren aus diesem Blog verabschieden.

    • Novalis
      03.10.2019, 19:31 Uhr.

      Leben Sie wohl!

    • Wanda
      03.10.2019, 20:17 Uhr.

      Silvia 03.10. 10:14
      – Sehe ich als Verlust, zumal Sie bei aller Kritik an Ihrer Kirche zu ihr stehen. Es heisst wohl nicht ganz zu Unrecht, man könne wirkungsvoll nur von innen heraus Änderungen bewirken.
      Trotz z.T. erheblich unterschiedlicher Positionen habe ich profitiert. Schade, dass unser Austausch damit endet…

    • Silberdistel
      04.10.2019, 9:21 Uhr.

      Silvia
      03.10., 10:14 h
      Eine Diskussion besteht nunmal aus mehreren Meinungen und ich finde es auch überaus schade, das wir hier nur wenige der Protagonisten sind, die versuchen mit ihren jeweiligen Ansichten und Argumenten, die verschiedensten Aspekte zum vorgegebenen blogthema heraus zu massieren. Wenn sie uns denn tatsächlich verlassen wollten (hoffentlich nicht aus Leidensdruck), dann mögen möglicherweise neue mit reinspringen?

      • Wanda
        04.10.2019, 18:47 Uhr.

        Silberdistel 04.10.09:21
        – Sehen wir es realistisch: die Teilnehmerzahl an diesem Blog zeigt drastisch, wie gering das Interesse am Zustand und der Entwicklung der christlichen Kirchen wirklich ist, verglichen mit der oft nicht zu bewältigenden Anzahl von Zuschriften und Kommentaristen allein in den gängigen Druckmedien (ZEIT, WELT, FAZ, SZ, Spiegel etc.) und die Kurve zeigt weiterhin nach unten. Mittlerweile symptomatisch…

Kommentare geschlossen

Dieser Beitrag kann nicht länger kommentiert werden.