Post aus Rom zum synodalen Weg

Noch einmal gibt es Post aus Rom zum Synodalen Weg der katholischen Kirche in Deutschland. Während die einen schon das Aus des Prozesses befürchten, dürfte der Brief doch eher ein weiterer Schritt auf dem Weg der Verfahrensklärung sein. Er zeigt einmal mehr, es geht um viel bei den anstehenden Beratungen. Das Ringen ist Teil des Transformationsprozesses, den die katholische Kirche aktuell durchlebt. Dabei geht es nicht nur um die Aufarbeitung, Folgen oder mitbegünstigenden Ursachen des Missbrauchsskandals. Es geht darum, die katholische Kirche fürs 21. Jahrhundert fit zu machen. Das funktioniert nicht ohne Debatten. Das Problem ist also weniger das Ringen, sondern eher die Art und Weise, wie einige Player agieren.

Wie geht Synodalität?

Die Deutsche Bischofskonferenz hat bereits erklärt, dass sich die Anmerkungen des vatikanischen Justizministeriums auf einen Entwurf der Statuten für den Synodalen Weg beziehen, der längst überarbeitet ist und dass bereits einige der kritisierten Punkte nicht mehr im neusten Statutenentwurf enthalten sind. Die Transparenz, die mit der Veröffentlichung des römischen Briefs eigens betont wird, geht nicht soweit, dass man den alten und aktuellen Entwurf der Satzung mit veröffentlicht. Doch wichtiger als die Details der Statuten sind einige grundsätzliche Punkte.

Der Brief des vatikanischen Justizministeriums nimmt wiederholt Bezug auf ein Papier der Internationalen Theologenkommission zur Synodalität, in dem sehr treffend die Idee des Papstes zum Thema dargestellt wird. Franziskus betont immer wieder, dass Synodalität und synodale Strukturen nicht mit einem Parlament oder demokratischen Strukturen verwechselt werden dürfen. Die katholische Kirche ist anders verfasst und so passen demokratische Elemente nur bis zu einem gewissen Punkt. Was das genau bedeutet, gilt es auf dem Weg hin zu einer synodaler verfassten Kirche auszuleuchten. Und das geschieht gerade mit lautem Getöse.

Keine natürliche Autorität mehr

„Die Erarbeitung ist eine synodale Aufgabe, die Entscheidung ist eine Verantwortung des Amtes“, heißt es in dem Brief aus Rom das Theologenkommissionspapier zitierend. Und damit trifft es genau die Art und Weise, wie Papst Franziskus aktuell die Kirche regiert. Ja, in der katholischen Kirche entscheidet das Amt. Doch dieses Amt hat diese Vollmacht in der Vergangenheit derart in Verruf gebracht, auf solch autoritäre und selbstherrliche Weise ausgeübt, dass jegliches Vertrauen in dieses Amt verspielt ist. Damit ist die katholische Kirche in ihren Grundfesten erschüttert. Denn das Amt genießt in weiten Teilen keine natürliche Autorität mehr. Es muss sich die Autorität mit Verweis auf Canones des Kirchenrechts zu sichern versuchen.

Papst Franziskus selbst hat wiederholt mit Verweis auf die Autorität Jesu erklärt, wer nicht aufgrund der Authentizität seiner Amtsführung Autorität besitzt, hat letztlich seine Macht verloren. Etwas zugespitzt könnte man sagen, der Vatikan und weite Teile des Episkopats stehen vor einem riesigen Scherbenhaufen. Das Volk vertraut nicht mehr darauf, dass das altkirchliche synodale Prinzip funktioniert: „Die Erarbeitung ist eine synodale Aufgabe, die Entscheidung eine Verantwortung des Amts“. Hier wird auch Beten allein nicht helfen. Hier braucht es vertrauensbildende Maßnahmen.

Integrieren, nicht ausschließen

An dieser Stelle kommt dann die Frage nach dem Umgang und dem Ton der aktuellen Debatte ins Spiel. Wenn einige Kirchenvertreter in den vergangenen Wochen, sei es in Deutschland oder in Rom, auf Biegen und Brechen eine Spaltung innerhalb der Kirche in Deutschland oder mit Rom herbeireden, hat das nichts mit einer integrierenden Haltung zu tun, die man eigentlich als Aufgabe von Hirten oder an der Hirtensorge beteiligten Personen erwarten müsste. Integrieren, nicht ausschließen ist ein zentrales Denkmodell im aktuellen Pontifikat.

Wer glaubt ernsthaft, dass ein Kardinal Marx, ein Bischof Bode oder ein Bischof Kohlgraf am Ende des Synodalen Weges im Alleingang das Frauenpriestertum einführen werden? Oder den Pflichtzölibat für Deutschland abschaffen? Es geht darum, Themen ohne Tabu und angstfrei zu diskutieren. Wer hat Angst vor dem Heiligen Geist, der vielleicht in einer verfahrenen Diskussion einen Ausweg zeigt? Will man den Geist hier von vornherein beschränken?

Beispiel Ökumene

Deutsche katholische und evangelische Theologen haben diese Woche ein Papier zum Gemeinsamen Abendmahl vorgestellt. Sie kommen zu dem Schluss, dass das schon sehr bald möglich wäre. Doch das heißt noch lange nicht, dass das jetzt auch so in einem deutschen Sonderweg kommt. Es ist ein Diskussionsbeitrag für die Weltkirche, wie er in der Vergangenheit gerade im Bereich der Ökumene schon mehrfach geleistet wurde. Auch für die Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre wurden entscheidende theologische Vorarbeiten in Deutschland geleistet. Warum nicht auch auf anderen Gebieten?

Dazu muss nun ein Format gefunden werden. Die Frage, wie das Kind heißt und wie die Verfahren genau sein werden, gilt es zu regeln. In diesem Prozess befinden wir uns aktuell. Dass dabei auch die Befürworter des Synodalen Prozesses nicht immer glücklich agieren, steht außer Frage. Rom muss in die Prozesse mit eingebunden sein. Das ist klar und wurde in der Vergangenheit nicht immer richtig berücksichtigt. Rom wiederum kann nicht den Prozess verschleppen, nur weil man andere Arbeitstempi gewohnt ist. Es wird sich nun zeigen, wie dialogbereit alle Seiten sind, um im guten Sinne einer Kultur des Dialogs einen Weg zu finden, die notwendigen Diskussionen anzugehen.

Nur der Synodale Weg selbst wird zeigen können, welche Themen auf nationaler Ebene umsetzbar sind und wo die Bischöfe und Laien mit Rom und der Weltkirche ins Gespräch kommen müssen. Vorneweg hier schon im Detail Dinge festlegen zu wollen, wird nicht gehen. Hier muss auch Rom auf die Kompetenz und das weltkirchliche Denken der deutschen Bischöfe vertrauen. Es braucht also in der aktuellen Situation vertrauensbildende Maßnahmen auf allen Seiten – und keine Scharfmacher.

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Jürgen Erbacher

Seit Juli 2018 leite ich die ZDF-Redaktion "Kirche und Leben katholisch", für die ich seit 2005 über die Themen Papst, Vatikan, Theologie und katholische Kirche berichte. Dafür pendle ich regelmäßig zwischen Mainz und Rom - meiner zweiten Heimat. Dort habe ich vor meiner ZDF-Zeit mehrere Jahre gelebt und für Radio Vatikan gearbeitet. Studiert habe ich Politikwissenschaft und Katholische Theologie in Freiburg i.Br. und Rom.

30 Kommentare

  • Silvia
    13.09.2019, 21:38 Uhr.

    Lieber Herr Erbacher,

    hier reden Sie sich einiges schön. Leider darf man hier keine Links setzen, aber wer interessiert ist, wird den Text der beiden Briefe aus Rom an Kardinal Marx zu finden wissen.

    Kurz gesagt geht es „Rom“ darum, einen deutsche Alleingang in Fragen, die die ganze Weltkirche betreffen, zu verhindern.

    Den Brief von Papst Franziskus an „das pilgernde Volk Gottes in Deutschland“ konnte man interpretieren, wie es einem beliebte.

    Die beiden jetzigen Schreiben aus Rom sind hingegen eindeutig.

    Kardinal Marx wird nächste Woche deshalb in dieser Angelegenheit nach Rom reisen, danach sieht man weiter.

    • Jürgen Erbacher
      Jürgen Erbacher
      14.09.2019, 9:51 Uhr.

      Wir bieten, wo immer es geht, auch einen Link zu den Originaldokumenten an – etwa bei den Papstreisen zu den Ansprachen des Papstes. Im konkreten Fall kommen Sie auf die Seite der Bischofskonferenz über den Link, der im ersten Satz bei den orangenen Worten hinterlegt ist. Auf der Seite der Bischofskonferenz zum Synodalen Weg finden Sie dann die Texte.

      • Silvia
        14.09.2019, 10:30 Uhr.

        Jürgen Erbacher
        14.09.2019, 9:51 Uhr.

        Da ist der Text noch nicht zu finden, aber seit gestern auf katholisch.de

        • Jürgen Erbacher
          Jürgen Erbacher
          14.09.2019, 16:48 Uhr.

          Wenn Sie auf der angegebenen Seite nach unten scrollen sind auf der Seite der Bischofskonferenz zum Synodalen Weg seit gestern Vormittag unter der Zwischenüberschrift „Erklärung zum Schreiben der Kongregation für die Bischöfe vom 4. September 2019“ der Originaltext auf Italienisch und die deutsche Arbeitsübersetzung zu finden.

  • Wanda
    13.09.2019, 23:16 Uhr.

    Interessant der heutige-ARD Beitrag, wonach der päpstliche Rat (wer ist das?) die Vorhaben in DEU mit den Worten kritisiert „schliesslich sei die Kirche nicht demokratisch strukturiert“…
    Genau: das hält sie und den Papst aber ganz und gar nicht davon ab, sich in die weltliche Politik einzumischen und genau dies, nämlich die Verwirklichung demokratischer Verhältnisse ständig und penetrant von Staaten und Bündnissen einzufordern, was sie ihren eigenen Gläubigen allerdings strikt verweigert. Sie selbst, die r.-k. Kirche, ist davon natürlich ausgenommen.
    – Dieser Glaubensapparat ist dermassen unglaubwürdig und heuchlerisch, auch unter dem ach so leutseligen Franziskus. Die Tendenz setzt sich fort: man schafft sich auf Dauer selbst ab, zumindest in den nördlichen Ländern und von dort kommt das Geld. Ohne Mammon keine Amtskirche – das dürfte zu erwarten sein…

    • Silberdistel
      14.09.2019, 23:13 Uhr.

      Wanda
      13.09., 23:16 h
      Ein Schmankerl dazu, das die rk-Kirche zwar den UN-Migrationspakt mehr als unterstützt, jedoch das eigene vatikanische Schiffsregister (Man höre und staune, als nicht-Küstenstaat hat eins!) nicht jene s.g. „Rettungsschiffe“, wie etwa die ´Lifeline´, aufnimmt; die in anderen Ländern als solche keinen Eintrag mehr findet.
      Ist einfach keine Haltung zunächst eine Haltung zu proklamieren, welche sich sodann, ganz konkret, als keine Haltung entpuppt (In punkto Selbstabschaffung allerdings ein zeitgenössisches Phänomen, wie etwa das der Haltung der SPD zur Arbeitnehmerschaft 😀 )

      • Wanda
        15.09.2019, 3:16 Uhr.

        Silberdistel 14.09. 23:13
        – wohl wahr, Gott sei’s getrommelt…

  • Novalis
    14.09.2019, 3:35 Uhr.

    Wir haben Meinungsfreiheit, auch in der Kirche, und auch minderbegabte Ratzingereleven haben das Recht ihrem großen Heros nachzueifern. Man darf Ouellet unerleuchteten – vermutlich durch die permanenten Querschüsse querulatorischer Bischofskleingeister wie Woelki und Voderholzer initiierten – Brief nicht allzu ernst nehmen. Es war nicht die progressive Minderheit, sondern die es waren die machtgeilen reaktionären Bischöfe, die die Kirche in die Situation absoluten Glaubwürdigkeitsverlusts gebracht haben. Ratzinger lügt öffentlich, Mixa prügelt, Tebartz prasst, Voderholzer sympathisiert mit der AfD – alles reaktionäre und erzkonservative Leute. Aber ich bin gewiss: Die Pforten der Unterwelt werden das, was Jesus gewollt hat, nicht überwältigen. Nicht einmal, wenn die Pforten der Unterwelt Bischofssoutanen tragen.

    • Wanda
      14.09.2019, 16:30 Uhr.

      Novalis 14.09. 03:35
      – Schreiben Sie doch nicht solchen Unsinn als Weichmacher: in der Kirche herrscht eben keine Meinungsfreiheit, auch nicht unter Franziskus. Bis heute werden Meinungsunterschiede von prominenten Klerikern und Theologen mit Lehrverbot, Bann und Ausschluss geahndet. Gäbe es noch die Möglichkeit, würde der Scheiterhaufen selbst heute noch rauchen, auch für den minderen Zweifler…

      • Novalis
        14.09.2019, 20:16 Uhr.

        Papst Franziskus hat alle Lehrbeanstandungsverfahren gestoppt. In Deutschland kann man Dekan einer theologischen Fakultät werden und öffentlich für die Ehe Homosexueller eintreten. Der Mangel an Information straft sich selbst Lügen.

    • bernardo
      15.09.2019, 11:04 Uhr.

      „Die Pforten der Hölle“ – das sind jetzt die Maßstäbe. Ein Meinungsklima, das auf Einschüchterung setzt; dann braucht man auch keine Inquisition, denn man selbst ist Richter und Vollstrecker in einem (und auch die lästige Untersuchung, die inquisitio, ist überflüssig).

      Der „synodale Weg“ ist ein Irrweg, er ist der Febronianismus 2.0. Gut, das Ouellet, der sicher einen guten Papst abgegeben hätte, auch die klaren Grenzen dieses Weges aufgezeigt hat. Marx ist selbstverständlich sofort zurückgerudert. Der Mann muss ein Rückgrat aus Weichgummi haben.

  • Silberdistel
    14.09.2019, 9:13 Uhr.

    Neu erfunden muß eine christliche Gemeinde ja nicht werden. Wer sich diesbezüglich neu orientieren will – oder muß – der könnte sein Augenmerk z.B. auf die ersten Gemeinden, also jene der Urchristen, wenden. Welche sich, noch ganz nah dran an dem gewaltigen geistigen Impact den die Lehren des Christus darstellten, in der Folge bildeten. In einer damaligen Weltordnung, die ganz und gar von Machtstrukturen durchzogen war. Selbst die jüdische Kultur in der der Christus aufwuchs, ´Gottes Volk´ also, war dementsprechend hierarchisch geprägt.
    Da kam die frohe, wie allerdings letztlich anarchistische Botschaft des Heilandes: „Ihr alle seid Brüder und Schwestern“ und „Aber ihr sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn einer ist euer Meister, Christus“ (Mt. 23,8), nicht so wirklich gut an. Speziell bei den Machthabern nicht. Allerdings beim Volk Gottes und darüber hinaus. Jedenfalls hat sich diese Botschaft von einem, der sich durch sonst nichts repräsentierte als durch Besitzlosigkeit und Lehren, in der damaligen Welt verbreitet wie ein Lauffeuer. Und ist schließlich im Abendland gar zur dann prägenden Staatsform ´Demokratie´ aufgelaufen (Vor dem Christus stellte diese Gesellschaftsform (annähernd) Gleicher unter Gleichen nur ein feuchter Traum einzelner Philosophen und Denker dar. N.Chr. in Form des Kommunismus, als dessen schlimme Antipode).

    Ist schon ein Novum, das sich aus der Botschaft des Christus heraus „Seine“ Kirche, die katholische, dann doch wiederum als Machtstruktur auskondensiert hat. Gar als Wahlmonarchie mit durchaus feudalistischer Prägung. Mit einer teils kruden Sintflut von bauchpinselnden Titeln, die die der weltlichen Feudalen noch in den Schatten stellt. Von wegen Gleiche unter Gleichen. Und interessant zu beobachten, wie die Kirche den Spagat zwischen der frohen Botschaft des Christus, der Geschwisterlichkeit /Demokratie, in Zukunft intern bewerkstelligen wird. Wenn heutzutage, fast 2000 Jahre nach Christus, jedermann*frau die Lehren des Christus selbst nachlesen, Vergleiche ziehen sowie zu „Seiner Kirche“ in Kontext stellen kann.

  • Silvia
    14.09.2019, 10:38 Uhr.

    Silberdistel
    14.09.2019, 9:13 Uhr.

    Ein Priester, den ich sehr gut kenne, erst vor fünf Jahren als Spätberufener geweiht, geht davon aus, dass wir in nicht allzu ferner Zukunft zu den urkirchlichen Formen zurückkehren müssen, weil die derzeitigen Strukturen nicht mehr haltbar sind.

    Aber die evangelische Kirche steht genauso schlecht dar. Ein mir bekannter, sehr gläubiger evangelischer Christ in meinem Alter, macht sich über den Fortbestand seiner Kirche genau dieselben Sorgen wie ich mir um die unsere. Wir unterhalten uns oft darüber, sind ach sehr verbunden im gemeinsamen christlichen Glauben.

    • Novalis
      14.09.2019, 20:18 Uhr.

      „zu den urkirchlichen Formen zurückkehren“ – […]* Die Urkirche kannte gar keine Ämter. Sie brauchte sie nicht, weil man mit der Wiederkunft Chisti in zeitlich größter Nähe rechnete.

      *Der Beitrag wurde wegen des Verstoßes gegen die Netiquette editiert.

      • Silvia
        15.09.2019, 14:48 Uhr.

        Novalis
        14.09.2019, 20:18 Uhr

        Der von mir erwähnte Priester könnte sich gut vorstellen, seinen Lebensunterhalt in einem Zivilberuf zu verdienen und nebenher sein Priesteramt ehrenamtlich auszuüben. Und was die urkirchlichen Formen angeht, meinte er Hauskreise. Das dürfte doch sehr nahe an der Urkirche dran sein, oder?

        Übrigens ist das kein „Progressiver“ aber jemand, der sich nach einem authentisch gelebten Christentum sehnt.

    • Novalis
      14.09.2019, 20:41 Uhr.

      „macht sich über den Fortbestand seiner Kirche genau dieselben Sorgen wie ich mir um die unsere“… Ihnen fehlt m.E. ganz offenkundig der Glaube. Wie steht so schön: „wenn dieses Vorhaben oder dieses Werk von Menschen stammt, wird es zerstört werden; stammt es aber von Gott, so könnt ihr sie nicht vernichten“. Wenn unsere Kirchen von Gott kommen, warum machen Sie sich dann Sorgen um Ihren Fortbestand?

      • Wanda
        15.09.2019, 0:26 Uhr.

        Novalis 14.09. 20:41
        – nun, das Werk (Amts-)Kirche stammt vom Menschen, mit dem Glauben ist das anders. Und sie wollen doch wohl Kirche und Glaube nicht gleichsetzen oder doch ?

    • Silberdistel
      14.09.2019, 22:27 Uhr.

      Silvia
      14.09., 10:38 h
      Wundern muß man sich schon, wie es nicht nur gelingt die jeweiligen konfessionellen Kirchen allein materiell mit ihren Immobilien zu erhalten. Die früher Massen fassten, aber man heutzutage von Glück reden kann wenn im Winter mal die Heizung angeworfen wird – und nicht nur an Weihnachten. Sondern auch für ein paar Seelen an normalen Tagen, die dann allerdings fast schon wie verirrt wirken.
      Ich würde es auch nicht begrüßen wenn die Kirchen verschiedener Konfessionen aufgrund zunehmender Austritte, bzw. aktiven Fernbleibens, geschlossen werden müßten. Gar planiert und renaturiert etwa der neuen ´Klimakirche´ anheim fielen, oder Minaretten. Dann doch lieber die Kirche im Dorf lassen! Obwohl Christus sich in der Natur, der größten Kirche Gottes, sicherlich auch gut ausmachen würde. Aber vielleicht kann man auch offiziell doch noch back to the roots, zurück zum Christus. Sicher in einem neuen/alten Personenkult um Ihn, wie in den Urgemeinden. Anders geht es eh nicht! Und vielleicht finden ja tatsächlich wieder alle als Christen zueinander, da sie eben par Definition primär Christen, benannt nach dem Christus, sind. Wie ihr persöngliches Beispiel zeigt, klappt das auf Basisebene ja eh schon lange. Anstatt das die jeweiligen Offiziellen auf kurzfristige politische Gagathemen als neue Publikumsmagneten setzen, wie etwa „gender-mainstreaming“, „Klimarettung“, oder einer angeblich in Bälde in Aussicht stehenden „one world“.

      • Silvia
        15.09.2019, 14:39 Uhr.

        Silberdistel
        14.09.2019, 22:27 Uhr.

        An der Basis läuft bei uns in puncto Ökumene sehr viel, offiziell oder eben auch privat.

        Z.B. kommt eine Frau, die einer evangelischen Freikirche angehört, ganz selbstverständlich zu den Angeboten der KEB (Katholische Erwachsenenbildung), dieselbe Frau ist ehrenamtlich für den Caritasverband als Behördenguide tätig, nachdem sie bei der Caritas einen entsprechenden Kurs besucht hat.

        Orthodoxe Christen aus Syrien und Eritrea gehören ganz selbstverständlich zur rk Gemeinde und gehen auch zur Kommunion. Das sind jetzt nur ein paar Beispiele von Menschen, die ich persönlich kenne.

        Dazu kommen dann gemeinsam gefeierte ökumnische Gottesdienste u.ä.

        Der sei kurzem pensionierte evangelische Pfarrer ist mit einer katholischen Religionslehrerin verheiratet. Der Pastoralreferent, der mich vor Jahren im Krankenhaus betreut hat und unsere frühere Pastoralreferentin haben beide evangelische Ehepartner.

        Man sieht also, was heute schon ganz selbstverständlich an der Kirchenbasis gelebt wird mit dem Einverständnis beiderseitiger Geistlicher.

        • Silberdistel
          15.09.2019, 18:06 Uhr.

          Silvia
          15.09., 14:39 h
          Dann sollten die Ahnungslosen hinter den vatikanischen Mauern mal wieder eine Fragebogenaktion starten. Um sodann allerdings festzustellen zu müssen, das sie nicht nur in punkto ´Synodalität´, sondern ebenso in gelebter Ökumene wie Christentum nicht nur überholt, sondern bereits Gefahr laufen umrundet zu werden.

  • Silvia
    14.09.2019, 15:11 Uhr.

    Ich sehe zur Zeit nur zwei Möglichkeiten: Entweder der Papst gibt den Ortskirchen offiziell eine weitgehende Autonomie oder er belässt es beim weltkirchlichen Prinzip und beruft ein 3. Vaticanum ein.

    Dritte Möglichkeit: Alles bleibt beim Alten.

    Ich persönlich wäre für ein 3. Vaticanum.

    • Silvia
      14.09.2019, 18:19 Uhr.

      Ich möchte noch ergänzen, dass uns die bisher vom Papst seit 2014 einberufenen Bischofssynoden nicht wirklich weiter gebracht, dafür aber viel Verwirrung und Zwietracht gesät haben.

      In dieser Zeit hätte man, zumal bei den heutigen technischen Möglichkeiten, längst ein 3. Vatikanisches Konzil vorbereiten und einberufen können.

      Johannes XXIII hat gleich Nägel mit Köpfen gemacht. Anders lässt sich eine Weltkirche nicht reformieren. Dies hatte ich mir anfangs auch von Franziskus erwartet.

      • Novalis
        15.09.2019, 1:32 Uhr.

        „Johannes XXIII hat gleich Nägel mit Köpfen gemacht.“

        Welche denn?

    • Novalis
      15.09.2019, 1:37 Uhr.

      Warum nicht ein 6. Laterankonzil? Ein 2. in Konstanz oder in Basel? Haben Sie mal O.H. Peschs Ausführungen zum 2. Vatikanum gelesen? Was das für eine „mörderische Arbeit“ war, die niemand, der dabei war, nochmal erleben wollte? Haben Sie eine Ahnung, wie Lehrentwicklung in der Kirche läuft? Warum solidarisieren Sie sich eigentlich immer mit jemandem, der keine Aufhebung des Zölibats will und keine Ämter für Frauen? Wissen Sie eigentlich, was Sie wollen?

  • Roland F.
    14.09.2019, 17:50 Uhr.

    Da sich das Schreiben mit Anhang aus Rom wesentlich auf die Statuten / die Geschäftsordnung des „synodalen Wegs“ bezieht, würde mich interessieren, wo diese zu finden sind. Intensive Recherchen in den Seiten von ZDK und DBK haben nichts erbracht.
    Zur Transparent gehört, nicht nur die Antwort der Kongregation, sondern auch die verschiedenen Entwurfsfassungen öffentlich zu machen. Schließlich steht dort, wie verbindlich beschlossen werden kann.

    • Jürgen Erbacher
      Jürgen Erbacher
      14.09.2019, 17:55 Uhr.

      Leider gibt es die Statuten bisher nicht frei zugänglich im Netz. Der Redaktion liegen die vom Vatikan kritisierten Statuten vor; aber nicht die durch die Bischofskonferenz bereits überarbeitete Version.

      • Roland F.
        14.09.2019, 19:55 Uhr.

        Könnten Sie die kritisierte ältere Fassung veröffentlichen; sonst ist ja das veröffentlichte Schreiben aus Rom nicht verständlich.

        • Jürgen Erbacher
          Jürgen Erbacher
          14.09.2019, 23:37 Uhr.

          Das ist aus technischen Gründen im Moment leider nicht möglich. Wir können hier aktuell keine Textdokumente veröffentlichen, nur verlinken.

  • Yalob
    14.09.2019, 21:52 Uhr.

    Bei Herrn Woelki wundert mich inzwischen gar nichts mehr. Er ist ein fanatischer
    Verfechter der sog. Lehre und meilenweit von seiner eigentlichen Hirten-Aufgabe, der Seelsorge entfernt. Er war sich doch sicher, dass er mit seinem Besuch in den USA und den dort besuchten Kollegen nur Meinungen hört, die seinem engen Blick (den man gern auch traditionell nennt!) entsprechen. Wenn ich mich nicht täusche waren (und sind ?) dort die vielen Mißbrauchsfälle schon sehr lange bekannt und „unter den Tisch“ – mit teilweise kruden Methoden – gekehrt worden. Auch dort ist keine Einigkeit vorhanden, wie die Entwicklung weitergehen soll. Reformiert i. S. des Papstes oder weiter so wie bisher.
    Ich muss hier eine persönliche Erfahrung bezüglich der Haltung von Herrn Woelki erwähnen. Er hat relativ kurz nach seinem Amtsantritt als Bischof in Berlin einer Schwester, die von Kardinal Sterzinsky das Gelübde abgenommen und erteilt bekam, widerrufen mit dem Hinweis, dass dies nicht formgerecht erfolgt sei. Daraufhin legte diese Schwester Ihr Habit zutiefst enttäuscht ab, macht aber ihre barmherzige Tätigkeit in der Unterstützung werdender Mütter in Not in Zivil weiter. Es bleibt nur zu hoffen, dass Menschen wie Herr Woelki sich nicht durchsetzen.

  • Silvia
    15.09.2019, 14:50 Uhr.

    Das Thema zieht Kreise, kam heute sogar an der S-Bahn am Stuttgarter HBF auf den dort angebrachten großen Bildschirmen.

    Man kann es also nicht herunterspielen.

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