Papst und Großscheich werben für Toleranz

Papst Franziskus hat beim ersten Besuch eines Papstes auf der arabischen Halbinsel zum Einsatz der Religionen für den Frieden, für Toleranz und die Einhaltung der Religionsfreiheit aufgerufen. „Alle haben die gleiche Würde“, betonte Franziskus vor rund 700 Vertretern unterschiedlicher Religionen. Er warb für religiöse Pluralität und mahnte: „Man kann nicht Brüderlichkeit verkünden und dann entgegengesetzt handeln.“ Gemeinsam mit dem Großscheich der Al-Azhar-Universität, Ahmed al-Tayyeb, von Kairo unterzeichnete der Papst eine Erklärung, in der jeglicher Gewalt im Namen von Religion eine Absage erteilt wird: „Entschieden erklären wir, dass Religionen niemals Krieg, Hass, Feindseligkeit und Extremismus anregen dürfen. Sie dürfen auch nicht zu Gewalt oder Blutvergießen anstacheln.“ Franziskus forderte ein Ende der Kriege im Jemen, Syrien und anderen Ländern der Region. Er kritisierte die „Logik bewaffneter Macht“. Franziskus wörtlich: „Das Wettrüsten, die Ausweitung der eigenen Einflussbereiche und eine aggressive Politik zum Nachteil anderer werden nie Stabilität bringen. Krieg schafft nichts als Elend, Waffen nichts als Tod!“

 

Papst und Großscheich unterschreiben eine gemeinsame Erklärung zum Dialog. (Quelle: dpa)

Papst fordert gleiche Rechte für alle

Franziskus wirbt für Dialog und Toleranz. Dabei lässt seine Rede bei der interreligiösen Friedenskonferenz keine Klarheit vermissen. Wer sich auf Gott beruft, kann andere nicht ausgrenzen, als unterlegen ansehen oder gar Gewalt ausüben. Denn, so Franziskus, „die Anerkennung der gleichen Rechte für alle Menschen [bedeutet], den Namen Gottes auf Erden zu verherrlichen“. Jedes Glaubensbekenntnis sei daher aufgerufen, „die Kluft zwischen Freund und Feind zu überwinden“. Für Franziskus bedeutet das nicht, die eigene Identität zu verleugnen. Sondern diese Haltung erfordere „den Mut zur Andersheit, was die volle Anerkennung des anderen und seiner Freiheit miteinschließt, und das daraus folgende Bemühen, mich so einzusetzen, dass seine Grundrechte immer und überall und von allen anerkannt werden“.

Franziskus zeigte sich überzeugt, dass die Religionen sich aktiver für Frieden einsetzen müssen. „Entweder wir bauen die Zukunft gemeinsam, oder es gibt keine Zukunft“, ist das Oberhaupt von weltweit mehr als 1,2 Milliarden Katholiken überzeugt. Um Frieden ermöglichen zu können, brauche es zudem Bildung und Gerechtigkeit. Und auch in diesem Kontext mahnende Worte: „Eine Gerechtigkeit, die nur für Familienmitglieder, Landsleute und Gläubige desselben Glaubens gilt, ist eine hinkende Gerechtigkeit, sie ist verschleierte Ungerechtigkeit!“ Deshalb brauche es auch eine „ganzheitliche und kohärente Entwicklung“, so der Papst, denn eine „rein utilitaristische Entwicklung“ bringe keinen echten und dauerhaften Fortschritt.

Religionen können Frieden schaffen

Franziskus hatte eine klare Botschaft an die Vertreter des Islam, aber auch die politisch Verantwortlichen in Abu Dhabi. Die versuchen die Gelegenheit des Papstbesuchs zu nutzen, um die Vereinigten Arabischen Emirate als ein Land der Toleranz und Vielfalt darzustellen. Der Papst hatte zwar wiederholt lobende Worte für die Machthaber in Abu Dhabi; doch machte er zugleich mit seinen klaren Worten deutlich, dass er auch manches kritisch sieht. Dabei hat Franziskus heute für seine Verhältnisse nichts Neues in Bezug auf den interreligiösen Dialog gesagt. Doch dass er seine Worte dieses Mal auf der arabischen Halbinsel erklingen, die als die Wiege des Islam gilt, gibt ihnen dann doch noch einmal eine besondere Bedeutung. Zumal es gerade den moderaten Kräfte in der arabischen Welt, zu denen aktuell auch Großscheich Ahmad Mohammad Al-Tayyeb gehört, wichtig war, dass sie den Papst als Verbündeten gewinnen, wohlwissend dass er keine leichte Botschaft hat.

Seine Botschaft dürfte allerdings auch in den eigenen Reihen auf Kritik stoßen. Die Umarmung mit dem Großscheich der Al-Azhar ist konservativen Kreisen ein Dorn im Auge. Auch die starke Betonung des Selbstverständlichen, dass alle Menschen aus Sicht des christlichen Glaubens, Geschöpfe Gottes sind und daher Respekt und gleiche Rechte verdienen, wird bei so manchem Verteidiger des christlichen Abendlandes auf wenig Gegenliebe stoßen. Das beirrt Franziskus nicht. Er ist überzeugt, dass die Religionen ein entscheidender Schlüssel für eine friedliche Zukunft sind. Deshalb sucht er den Schulterschluss mit denen, die bereit sind, für ein friedliches Miteinander einzustehen.

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Jürgen Erbacher

Seit Juli 2018 leite ich die ZDF-Redaktion "Kirche und Leben katholisch", für die ich seit 2005 über die Themen Papst, Vatikan, Theologie und katholische Kirche berichte. Dafür pendle ich regelmäßig zwischen Mainz und Rom - meiner zweiten Heimat. Dort habe ich vor meiner ZDF-Zeit mehrere Jahre gelebt und für Radio Vatikan gearbeitet. Studiert habe ich Politikwissenschaft und Katholische Theologie in Freiburg i.Br. und Rom.

48 Kommentare

  • Silvia
    05.02.2019, 0:29 Uhr.

    Gerade die so genannten Verteidiger des christlichen Abendlandes, zu denen ich mich auch zähle, wissen sehr wohl, dass ALLE Menschen Gottes geliebte Kinder sind und ALLE dieselben Rechte haben, denn dieses Wissen gehört zu den unveräußerlichen christlichen Grundwerten, ohne die es kein christliches Abendland gibt.

    Die Religionsfreiheit, die alle Menschen in diesem christlichen Abendland genießen, bedeutet aber nicht, dass man unter Berufung auf die Religionsfreiheit europäische Gesetze aushebeln kann, siehe Polygamie, Kinderehe, Genitalverstümmelung von Mädchen und Frauen, Ablehnung der Gleichberechtigung von Frauen, Zwangsverheiratung, Ehrenmorde, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Hier gilt es westliche Werte zu verteidigen im Interesse der Freiheit aller hier Lebenden.

    • bernardo
      05.02.2019, 12:22 Uhr.

      Das sehe ich im Wesentlichen auch so, Silvia. Die Religionsfreiheit hat wie jede andere Freiheit (Versammlungs-, Meinungs-, Pressefreiheit) auch ihre Grenzen.

      Was die Rechte angeht, d’accord, wenn es um das Recht auf Leben, körperliche Unversehrtheit etc. geht. Allerdings besteht im Westen eine unheilvolle Tendenz, Bürgerrechte (Aufenthaltsrecht, Wahlrecht, Recht auf bestimmte soziale Leistungen) zugunsten von Menschenrechten zu kippen. Vergleichen Sie mal, wie oft früher von den „Bürgern und Bürgerinnen“ die Politikerrede war und wie oft heute von den „Menschen in Deutschland“ die Rede ist. Leider leistet die Kirche mit ihren Positionen dem oft Vorschub.

      Was die Umarmung angeht, hat der Papst das Recht, jeden zu umarmen, den er umarmen will. Okay, ich hätte es an seiner Stelle nicht getan.

      • Novalis
        06.02.2019, 8:51 Uhr.

        „Leider leistet die Kirche mit ihren Positionen dem oft Vorschub.“

        Es sind halt die Positionen, die christlich sind. Und Menschenrechte stehen selbstverständlich über Bürgerrechten. In der FPÖ und anderen rechtsreaktionären Kreisen bestreitet man das neuerdings freilich. Wie schon einmal vor 80 Jahren.

        • Alberto Knox
          08.02.2019, 16:11 Uhr.

          „Bürgerrechte (Aufenthaltsrecht, Wahlrecht, Recht auf bestimmte soziale Leistungen) zugunsten von Menschenrechten zu kippen“.

          haben sie die diabolische verquickung von halb und unwahrheiten gemerkt? wer räumt denn flüchtlingen das wahlrecht ein? das haben ja nicht einmal dauerhaft hier niedergelassene eu-bürger in allen belangen.
          wie kann man denn menschenrechte nicht über bürgerrechte stellen? letztere sind ja nur konkretisierungen der ersteren.

          • bernardo
            10.02.2019, 11:27 Uhr.

            Ja, die diabolische Verquickung. Unterhalb des Teufels geht es wohl nicht. Wie Tusk, der sich fragt, wo in der Hölle der Ort für die Brexiteers ist. Oder Verhofstadt, der meint, Luzifer würde die Brexiteers nicht willkommen heißen, da diese die Hölle spalteten. Tief in der progressiven Psyche muss der Wunsch verortet sein, die Andersdenkenden in die Hölle zu verfrachten. Anathema sit…

            Bürgerrechte sind keine Konkretisierungen der Menschenrechte, da eben nicht jeder Mensch Bürger eines jeden Landes ist. Das wäre nur in einem Weltstaat so. Bürgerrechte beziehen sich, wie der Name sagt, auf die Bürger eines Landes. btw, das Versammlungsrecht im GG ist übrigens kein Menschen-, sondern ein Bürgerrecht.

          • Novalis
            10.02.2019, 12:14 Uhr.

            „haben sie die diabolische verquickung von halb und unwahrheiten gemerkt? wer räumt denn flüchtlingen das wahlrecht ein? das haben ja nicht einmal dauerhaft hier niedergelassene eu-bürger in allen belangen“.

            Nein, das hatte ich glatt überlesen. Aber danke für den Hinweis!

          • Novalis
            11.02.2019, 8:30 Uhr.

            Einmal davon abgesehen, dass Bürgerrecht sehr wohl von Menschenrechten abgeleitet sind (allein schon historisch, aber selbstredend auch rechtsphilosophisch, es sei denn man beruft sich auf den ungeheuerlichen Carl Schmitt, der sich nie wirklich von den Nazis und deren Antisemitismus distanziert hat), hat zwar niemand vom Versammlungsrecht geschrieben, sondern vom Wahlrecht, aber gut… „btw, das Versammlungsrecht im GG ist übrigens kein Menschen-, sondern ein Bürgerrecht.“

            Hier kann man schön sehen: @bernardo nimmt seine Argumente von Beatrix von Storch. Und wenn er sagen sollte, sie habe ja recht – das ist die ganz typische Redeweise (von Argumentationsstruktur kann man ja nicht sprechen) von Rechten und Reaktionären. Gottseidank leben wir in einem freien Land mit freien Medien, in denen man solchen Dingen auch widersprechen kann.

          • bernardo
            12.02.2019, 10:29 Uhr.

            @ Novalis: Hier kann man die progressive „Argumentationsweise“ sozusagen in Reinform erkennen: A stellt eine Behauptung auf. B verbindet diese Behauptung mit einer ähnlichen Behauptung, die C, ein „problematischer“ Denker, aufgestellt hat (auch wenn sich A gar nicht auf C bezieht) und betont dabei, dass dieser sich weder von dem Antisemitismus noch von den Nazis je distanziert hätte. Somit bleiben Antisemitismus und Nazis an A haften.

            Wenn Carl Schmitt, übrigens ein Intellektueller, der in Italien vor allem von Linken rezipiert worden ist, gesagt hätte: „Schwarz ist schwarz und weiß ist weiß“, wäre es richtig, auch wenn es Carl Schmitt gesagt hätte-

      • Wanda
        06.02.2019, 11:10 Uhr.

        Bernardo 05.02. 12:22
        – mir wird immer mulmig, wenn der Vatikan/Papst das Thema Menschen-/Bürgerechte zum Thema macht: es ist absolut unglaubwürdig wenn Franziskus diese vor Europarat und dem EU-Parlament anmahnt, gleichzeitig aber die fundamentalsten für seine Kirche ablehnt, die da sind: freies und geheimes Wahlrecht für das gläubige Fussvolk bei der Bestimmung nicht nur ihres obersten Vertreters und der Hierarchie-Ebenen sondern auch ein Mitbestimmungs- und Mitwirkungsrecht auf den verschiedenen undurchsichtigen Geschäftsbereichen der Amtskirche, die beträchtliche Irritationen auslösen. Unabdingbar die Gleichberechtigung der Frauen und eine verpflichtende Informations- und Ahndungspolitik bzgl. des Dauerbrenners „Missbrauch“, der mal wieder aktuell hochkocht.
        Solange sich hier nichts ändert, muss der Vorwurf von Scheinheiligkeit ertragen werden…

        • Novalis
          07.02.2019, 14:25 Uhr.

          Soweit ich weiß, wählen die Bürger*innen der BRD weder den Präsidenten (das macht die Bundesversammlung) noch die Kanzlerin (das macht der Bundestag) noch die Ministerpräsidenten (das machen die Landtage). Da fängt der Vergleich schon an problematisch zu werden.
          Also besser: Eine angemessene Beteiligung an – möglichen! – Wahlen und verantwortlicher Beteiligung von Lai*innen ist in der Kirche höchst lokal (z.B. in der Schweiz bis auf Diözesanebene) und nur auf den unteren Ebenen (ein Pfarrer darf in Deutschland nur über Ausgaben von 5000 € allein entscheiden, sonst braucht der die Erlaubnis der Kirchenverwaltung – lauter Nichtkleriker) ausgebildet. Und da geht entschieden mehr. In Deutschland wie in der Weltkirche. Also die Vergleiche einfach ein bisschen besser wählen, dann stimmt die Kritik.

          • bernardo
            08.02.2019, 11:58 Uhr.

            @ Novalis: Wo genau schreibt Wanda, die Bürger der „BRD“ (mein Prof. strich die Abkürzung aus den Seminararbeiten) wählten den Präsidenten oder Kanzler?
            (Von dem lächerlichen Sternchen mal ganz abgesehen.) Es ist aber bemerkenswert, wenn die Kirche die Demokratie hochhält, aber innerhalb ihrer Reihen wenig Demokratie zulässt, wenn sie die Subsidiarität hochhält, aber sehr zentralistisch verfährt.)

            Nun zu den „christlichen Positionen“: Ich kenne zwar die Bibel nicht so gut wie Sie, aber soweit ich weiß, hat sich Jesus Christ nicht mit dem ius sanguinis, dem ius soli oder dem Staatsbürgerschaftsrecht beschäftigt. Und das Gebot der Nächsten (nicht Fernsten)liebe bedeutet auch nicht, dass jeder Mensch das Recht hat, an jedem beliebigen Platz auf der Welt zu leben. Mit FPÖ hat das nichts zu tun.

            Soweit ich weiß, wählen die Bürger*innen der BRD weder den Präsidenten (das macht die Bundesversammlung) noch die Kanzlerin (das macht der Bundestag) noch die Ministerpräsidenten (das machen die Landtage). Da fängt der Vergleich schon an problematisch zu werden.
            Also besser: Eine angemessene Beteiligung an – möglichen! – Wahlen und verantwortlicher Beteiligung von Lai*innen ist in der Kirche höchst lokal (z.B. in der Schweiz bis auf Diözesanebene) und nur auf den unteren Ebenen (ein Pfarrer darf in Deutschland nur über Ausgaben von 5000 € allein entscheiden, sonst braucht der die Erlaubnis der Kirchenverwaltung – lauter Nichtkleriker) ausgebildet. Und da geht entschieden mehr. In Deutschland wie in der Weltkirche. Also die Vergleiche einfach ein bisschen besser wählen, dann stimmt die Kritik.

          • Wanda
            08.02.2019, 12:35 Uhr.

            Novalis 07.02. 14:25 und 14:32
            – Was sollen diese krampfhaften Vergleiche und absurden Rechtfertigungsversuche zu den Wahlmöglichkeiten in der Amtskirche ? Sie machen sich lächerlich.
            – Und lesen Sie vielleicht doch noch einmal nach:
            Papst Gregor VII. sah die türkischen Triumphe als göttliche Bestrafung der Byzantiner für das 1054 erfolgte Schisma und beklagte scheinheilig: „Grosser Kummer und umfassende Sorge bedrücken uns. Die Kirche des Ostens entfernt sich weiter vom katholischen Glauben und der Teufel, der sie bereits im Geiste getötet hat, veranlasst, dass ihre Glieder durch das Schwert seines Henkers (d.h. Türken) auch im Fleische sterben, wenn nicht die göttliche Gnade sie erleuchtet.“
            Klar ausgedrückt: kein christlicher Beistand Roms gegen die muslimischen Türken, sollten die Ostchristen nicht wieder katholisch werden…
            Jetzt verstanden ?

          • Novalis
            10.02.2019, 12:22 Uhr.

            Der Vergleich – in der Kirche gibt es keine direkte Wahl des Oberhauptes wie bei Demokratien üblich – stammt von Ihnen. Sie schrieben davon. Ich kann auch nichts dafür, wenn das in der Verfassung der BRD nicht vorgesehen ist.
            Da wird aber wieder viel verwechselt. Es ging bei dem Brief von Gregor VII. ja nicht um die Türken, sondern die Seldschuken. Außerdem waren die Bewohner Kleinasiens nur an der Westküste, die bis um 1300 byzantinisch blieb, Griechen. Sie können also kaum davon sprechen, dass um 1070 der Westen den Osten gegen die Türken im Stich gelassen hat. Im Gegenteil – Papst Urban rief ja zu den verwerflichen Kreuzzügen auf, de Byzanz ja sogar nochmals eine Atempause gewährten (vergleichen Sie nur mal das Gebiet des byzantinischen Reiches um 1080 und um 1180, dann fällt Ihnen sicher was auf). Ich halte es da mit Bruno Kreisky: Lernen Sie Geschichte.

          • bernardo
            12.02.2019, 10:02 Uhr.

            @ Novalis: Lesen Sie zur Menschenrechtskonvention der EU (leider kann ich nicht verlinken):
            „In Deutschland genießt die Versammlungsfreiheit den Grundrechtsschutz des Artikel 8 GG. In der Europäischen Union gewährleistet Artikel 12 der Grundrechtecharta der Europäischen Union die Versammlungsfreiheit. Das deutsche Grundrecht bleibt insoweit hinter Artikel 11 EMRK zurück, als dass dort die Versammlungsfreiheit nur als Deutschenrecht (!!!!) gewährleistet wird. Diese Einschränkung findet allerdings seine konventionsrechtliche Rechtfertigung in Artikel 16 EMRK, wonach die politische Tätigkeit von Ausländern Beschränkungen unterworfen werden kann.“

            Und informieren Sie sich vorher. Hmm, wollten Sie nicht zu politischen und ökonomischen Fragen schweigen?

      • Silvia
        08.02.2019, 13:30 Uhr.

        bernardo
        05.02.2019, 12:22 Uhr.

        Ich muss gestehen, dass mir die Veränderung im Politikersprech zwischen „Bürgerinnen und Bürgern“ und „Menschen in Deutschland“ bisher nicht aufgefallen ist. Allerdings meine ich mich zu erinnern dass unsere Kanzlerin vor einiger Zeit hat verlauten lassen, dass alle Menschen, die sich z.Zt. auf unserem Staatsgebiet dauerhaft aufhalten, Bürger unseres Landes seien, was natürlich Unsinn ist.

        Der Unterschied zwischen Menschenrechten und Bürgerrechten leuchtet mir ein.

        Ich denke, den Menschenrechten wäre Genüge getan, wenn man den Migranten bis auf Weiteres eine Grundversorgung in Form von Sachleistungen zukommen ließe und die Gesundheitsversorgung auf das absolut Notwendigste beschränken würde, so wie es ja bei uns Einheimischen auch oft gemacht wird. Wir müssen viele medizinische Leistungen trotz Krankenversicherung selbst bezahlen und wer das nicht kann, hat Pech gehabt.

        Ein Tag stationär im Krankenhaus kostet 10 Euro, trotz Krankenversicherung. Wobei so gezählt wird, dass, wenn ich heute stationär im Laufe des Tages aufgenommen werde und morgen gleich nach dem Frühstück entlassen werde, zwei Tage, also 20 Euro, zu bezahlen sind.

        Weiß ich aus eigener aktueller Erfahrung.

    • Maria Hammel
      06.02.2019, 9:30 Uhr.

      Silvia
      Die Grausamkeiten (Genitalverstümmelung u.a.), die Sie hier aufzählen, gibt es leider, aber ich denke, es ist nicht unbedingt die Norm im Islam, die bei uns eingeführt werden soll.
      Aber zur Religionsfreiheit im „christlichen Abendland“ kommt mir ein Gedanke:
      ich möchte mir die Stimmen in der Presse und in den sozialen Netzwerken nicht ausmalen, wenn in Deutschland eine religiöse – nicht politische – Veranstaltung geplant wäre, zu der 150.000 muslimische Gläubige erwartet werden.

      • Silvia
        06.02.2019, 19:12 Uhr.

        Maria Hammel
        06.02.2019, 9:30 Uhr.

        Die von mir aufgezählten Grausamkeiten müssen gar nicht offiziell bei uns eingeführt werden, es genügt, wenn sie geduldet werden, was bereits jetzt der Fall ist, sei es die Anerkennung von im Heimatland geschlossener Kinderehen, Mehrfachehen oder das stillschweigende Wegschauen, wenn Mädchen im Heimaturlaub der Genitalverstümmelung unterzogen werden.

        Dies sind nur ein paar Beispiele.

        • Novalis
          07.02.2019, 14:27 Uhr.

          Nur mal am Rand: Es wird keineswegs bei der Genitalverstümmelung und bei der Kinderehe weggeschaut. Da ermitteln unsere (!) Staatsanwälte. Und: Genitalverstümmelungen sind durch entsprechende Fatwas verboten. Sie sind also schlicht nicht von islamischen Vorstellungen gedeckt.

          • Wanda
            08.02.2019, 16:29 Uhr.

            Novalis 07.02. 14:27
            …nicht von islamischen Vorstellungen gedeckt ? Totaler Schmarrn:
            In 3 Hadithen sagt der Prophet Mohammed ua. „die weibliche Beschneidung lasse das Gesicht der Frau erstrahlen und sei gut für den Mann“…
            Damit Sie wissen, welche Bedeutung die Hadithen für den Islam haben:
            – unabhängig von seiner Konfession anerkennt jeder Moslem die zusätzlich zum Koran in den Hadithen niedergelegten, vom Propheten Mohammed empfangenen ungeschriebenen Offenbarungen (Wahy ghair Matlu), wodurch dieser in die Lage versetzt wurde, mit göttlicher Autorität versehene religiöse Entscheidungen zu treffen. So macht z.B. das wohl wichtigste Zitat deutlich, welch enormen Stellenwert diesen mündlichen Gesetze zukommt „Wenn der Prophet Gottes etwas für ungesetzlich erklärt, dann ist das so, als ob Gott selbst es für ungesetzlich erklärt hätte“…

          • Novalis
            10.02.2019, 12:23 Uhr.

            „unabhängig von seiner Konfession anerkennt jeder Moslem die zusätzlich zum Koran in den Hadithen niedergelegten, vom Propheten Mohammed empfangenen ungeschriebenen Offenbarungen“

            Das ist schlicht sachlich falsch.

          • Alberto Knox
            12.02.2019, 8:35 Uhr.

            @novalis: das geht differenzierter. aber wahr ist: die große masse der islamischen theologen und muslime lehnt die genitalverstümmelung von frauen selbstredend ab.

      • Silberdistel
        07.02.2019, 9:55 Uhr.

        @Maria Hammel @Silvia
        Soweit mir bekannt gibt der Koran oder die Scharia keine Empfehlung zu Genitialverstümmelung oder Kinderehen, sondern diese sind Teil einer aufgrund Testosteron völlig übersteuerten, archaisch-patriarchischen Kultur. Genitialverstümmelung war bis vor noch nicht allzu langer Zeit übrigens auch Teil christlicher Praxis in manchen Gegenden der Welt und der Vatikan erlaubt auch heute noch Sex mit Kindern ab 12 Jahren, völlig unverständlicherweise. Andere pervertierte Vorstellungen des Christentums haben sich allerdings in die Neuzeit hinein heilen können.
        Insofern bleibt die Hoffnung, das positive Signale wie das im Beitrag von Herrn Erbacher geschilderte, die also nicht auf einen „clash of cultures“ schließen lassen, sich zunehmend durchsetzen werden. Wobei besonders das Christentum ganz sicher in der Lage ist ein Vorbild im Guten wie im Schlechten zu geben. Aber auch Hingabe lernen kann im Hinblick auf die Ernsthaftigkeit von Religiösität.

        • Jürgen Erbacher
          Jürgen Erbacher
          08.02.2019, 8:58 Uhr.

          Sexuelle Beziehungen zu Minderjährigen sind nach Kirchenrecht nicht erlaubt. Das Strafgesetz des Vatikanstaats ahndet Missbrauch an Minderjährigen mit einer Freiheitsstrafe zwischen sechs und zwölf Jahren. Wenn das Opfer jünger als 14 Jahren ist, werden die Strafen noch erhöht. Sexuelle Beziehungen mit Minderjährigen stehen ebenfalls unter Strafe.

          • Silberdistel
            08.02.2019, 9:38 Uhr.

            @Sehr geehrter Herr Erbacher, die Quellen für das Mindestschutzalter von nur 12 Jahren im Vatikan waren Artikel von ´Die Welt´ 24.04.2010: „Vatikan: Sex mit Kindern ab 12 Jahren legal“ sowie der ´focus´ 26.09.2014: „Im Vatikan ist Sex mit 12-Jährigen erlaubt“. Ist ihnen denn bekannt, das es seitdem eine Reform des diesbezüglichen Kirchenrechts gab, oder ob es sich einfach nur um „fake-news“ handelt?
            Desweiteren möchte ich ein Artikel von ´katholisch .de´ vom 01.10.2016 zitieren: „..dass das katholische Kirchenrecht als Mindestalter für eine kirchliche Eheschließung nur 14 Jahre für Mädchen und 16 Jahre für Jungen vorsieht“. Könnten sie dazu bitte auch Stellung nehmen? Danke.

          • Jürgen Erbacher
            Jürgen Erbacher
            10.02.2019, 11:11 Uhr.

            Das Vatikanstrafrecht wurde 2013 verändert – auch vor dem Hintergrund der besseren Verfolgbarkeit bei sexuellem Missbrauch. Was das Midnestalter für Eheschließungen anbetrifft, sieht das Kirchenrecht in der Tat nach c. 1083 § 1 bei männlichen Personen das vollendet 16. Lebensjahr und bei weiblichen das vollendet 14. Lebensjahr vor. Abgesehen davon gelten die üblichen Bestimmungen für eine gültige Eheschließung nach katholischem Kirchenrecht.

          • Novalis
            10.02.2019, 12:27 Uhr.

            Mit Verlaub, Herr Erbacher, man muss hier deutlicher werden. Das kirchliche Eherecht folgt dem Staatsrecht. Es gibt in Deutschland keine kirchliche Eheschließung ohne vorherige standesamtliche. Als man das vor einem Jahrzehnt vereinfachen wollte, haben sich gerade die beiden Kirchen wegen der bewährten Praxis dagegen verwehrt. Es gibt also keine kirchlich erlaubten Eheschlüsse mit Minderjährigen – und dort wo nur das Kirchenrecht gilt, also im Vatikan, ist die Anzahl der heiratswilligen Minderjährigen höchst überschaubar. Wer sich also über derartige Kanones aufregt, betreibt schlicht Whatsabboutism. Schließlich stand ja auch noch bis vor nicht allzu langer Zeit in diversen Landesverfassungen die Todesstrafe, ohne dass das ein Problem war.

        • Novalis
          08.02.2019, 12:11 Uhr.

          „christlicher Praxis in manchen Gegenden der Welt und der Vatikan erlaubt auch heute noch Sex mit Kindern ab 12 Jahren, völlig unverständlicherweise.“

          Das ist demagogische Sprachpraxis. Genitalverstümmelung war und ist NIE eine christliche Praxis, sondern war – wie z.B. im Fall der Kastraten in der capella sixtina – eine von Christen gepflegte, nicht im Einklang mit der Lehre von der Unversehrtheit des menschlichen Körpers stehende Praxis.
          Das einzig Positive an der jetzigen Aufklärung: Es zeigt sich, dass die Kirche und Lehre reformbedürftig sind. Zuerst ging es jahrzehntelang um das Verbotensein von Kondomen, dann erlaubt B16 ausgerechnet MÄNNLICHEN Prostituierten Kondome und jetzt nur Missbrauch. Das Thema wird erst dann zur Ruhe kommen, nicht etwa, wenn man neue strenge Reglements aufstellt und so die alte sexualpathologische Herrschaft über die Seelen zurückgewinnt (so stellt sich das der Regensburger Bischof Voderholzer vor und auch andere im identitären Eck, zu dem er sich allein schon dadurch bekennt, dass er „Böhmen“ statt Tschechien sagt), sondern wenn man eingesteht: Sex ist eine ungeheure, vitale Kraft im Leben. Man darf sie genießen und auskosten und soll das auch. Aber bitte einvernehmlich, wenn zu zweit. Und bitte auch nach Möglichkeit in einer monogamen, treuen Beziehung. Denn dort hat sie ihren schönsten (aber nicht ihren einzigen) Platz.

          • Silberdistel
            10.02.2019, 11:55 Uhr.

            Novalis
            08.02., 12:11 h
            _“demagogische Sprachpraxis“_
            Nur ein Schelm wer denkt, das sich die Kirche bislang durch Pseudoumsetzung der Frohen Botschaft Christi selbst laufend demagogisiert. Noch nicht einmal ihrer eigenen postulierten Moralvorstellungen hält sie stand. Handfeste Homo-, Drogen-, Sexskandale, Korruption und Missbrauch in eigenen Reihen der „kirchlichen Würdenträger“ und diese in Endlosschleife, brauchen keine _“demagogische Sprachpraxis“_ mehr. Die sorgen schon von ganz allein dafür, das sich die Menschen zumindest in aufgeklärten Industrienationen in Legionen von der Kirche abwenden und nur noch ein Rest anscheinend völlig Schmerzfreier verbleibt. Leider setzen sich die meisten nicht nur von der Kirche, sondern enttäuscht auch gleich noch von der Sache Christi, ab. Bedauernswerterweise. Dabei fußt das ganze „Abendland“ mit seinen Demokratien bis heute hauptsächlich auf den Werten der Lehre Christi. Doch nicht wegen, sondern trotz der Kirche.

  • Silberdistel
    05.02.2019, 8:41 Uhr.

    Chapeau! Grossartig, visionär und eine wahre Friedensmission das Bestreben von Franziskus seit Beginn seines Pontifikats, im interreligiösen Dialog die großen Weltreligionen einander näher zu bringen.
    Zu den (Friedens-)religionen gibt es für die Menschen nunmal keine Alternative mehr, da alle vom Menschen ausgedachen verschiedenen -logien ihr Fiasko erlebt und ihre Untauglichkeit eindrucksvoll unter Beweis gestellt hatten.
    Papst Franziskus hat sogar beim Betreten der Moschee sein Kreuz nicht abgelegt, wie das noch Bedford-Strohm und Kardinal Marx in Jerusalem getan hatten 🙂

  • Novalis
    05.02.2019, 9:08 Uhr.

    „Franziskus zeigte sich überzeugt, dass die Religionen sich aktiver für Frieden einsetzen müssen. „Entweder wir bauen die Zukunft gemeinsam, oder es gibt keine Zukunft“.“
    Schlimm genug, dass wir in Zeiten sind, in denen so Selbstverständliches wieder gesagt und durch das Sagen verteidigt werden muss.

    @Silvia: Hätten Sie die Güte, den Begriff „christliches Abendland“ zu definieren? Welche zeitliche und örtliche Ausdehnung hat das „christliche Abendland? Gibt es auch ein „nichtchristliches“ Abendland?
    Ich möchte Sie nicht missverstehen.

    • Wanda
      06.02.2019, 2:35 Uhr.

      @Silberdistel und Novalis:
      Mit Verlaub, das ist Traumtänzerei und ich als Atheist darf diesen Vorwurf erheben…
      – Es gab übrigens durchaus ein nichtchristliches Abendland und zwar als dessen Teile vor allem in Ost-Europa* (Balkan, Griechenland, Ungarn, und Teile des späteren Kakaniens etc.) jahrhundertelang unter osmanischer Knechtschaft standen und litten und zwar durch Schuld der röm.-kath. Kirche, welcher ihre östlichen Glaubensbrüder kalt berechnend dem Islam auslieferten, was historisch als quasi Dammbruch zu bezeichnen ist (s. auch spätere Vorstösse der Türken).
      Abgesehen davon: wie würden Sie Ostrom mit Konstantinopel nennen, welche das weströmische Reich 1000 Jahre überdauerte ? Als unchristliches Abendland, das nur aus Habgier und Neid der Päpste sowie der Republik Venedig den Kreuzfahrerhorden zur Plünderung überlassen wurde, welches entscheidend geschwächt dann kaum noch Widerstand leisten konnte als die Türken ihr Zentrum auf europäisch-griechisch-christlichem Boden = Abendland errichteten ?
      *) Spanien mit seinen mittelalterlichen islam-berberischen Fürstentümern nicht zu vergessen: gehörte beträchtliche Zeit auch zum „nichtchristlichen“ Abendland.

      • Novalis
        07.02.2019, 14:32 Uhr.

        Nur am Rand: Das Abendland hatte auch eine jüdische Minderheit, die durchaus nennenswert war – und es eine nichtchristliche Geschichte (auch als Begriff) vor Christi Geburt. Das zeigt deutlich, dass es sich um einen Kampfbegriff handelt, der schlicht gegen Christen eingesetzt werden soll.
        @Wanda: Die Geschichtsdeutung bezüglich der Ostchristen, die von den Osmanen überrannt wurden, stimmt schon deswegen nicht, weil sich die unterschiedliche Identität, zu der Ansatzpunkte seit ca. 600 nach Chr. vorhanden waren, erst nach der letzten gescheiterten Einigung 1439 ausbildete. So haben z.B. die Franziskaner des Hl. Landes noch im 18. Jahrhundert ihre Kleriker von orthodoxen Bischöfen weihen lassen. Hätte man damals schon das konfessionelle Selbstverständnis von HEUTE gehabt, wäre das kaum möglich gewesen. Also bitte nicht nur keine falschen Tatsachen, sondern auch keine falschen Deutungen verbreiten.

  • Wanda
    06.02.2019, 0:39 Uhr.

    Muss @Silvia 05.02. 00:29 recht geben: Es gibt einen fundamentalen Unterschied zum Islam und der ist nicht unüberwindlich:
    – Jesus hatte deutlich gelehrt (wenn denn die Worte so gefallen sind) „Mein Reich ist nicht von dieser Welt bzw. gebt dem Kaiser was des Kaisers ist und Gott, was Gottes ist“, d.h. eine vom Staat getrennte Kirche. Dass deren Hierarchie dem klaren Auftrag jahrhundertelang zuwider handelte und die unselige Verkettung von Kirche und Staat einging, ist eine andere Sache, ändert aber nichts am vorgebenen göttlichen Auftrag bzw. „Programm“ ihres Gründers aus Nazareth…
    – Ganz anders die Auffassung des Islam: durch die Aktivitäten seines prophetischen Begründers war der Islam gleich von Beginn an mit politischer Macht verknüpft und nach muslimischer Ansicht war/ist die höchste Staatsgewalt bei Gott hinterlegt: von ihm erhielt Mohammed Autorität und Gesetz, die es galt als göttliches Recht durchzusetzen. Diese religiöse Aufgabe liess sich nur unter Anwendung politischer und militärischer Macht mit unumschränkter Staatsgewalt in einem Staatswesen erfolgreich durchsetzen (siehe die berittenen Moslem-Armeen).
    Das kommt auch heute noch im Wunsch vieler Moslems zum Ausdruck, ihr staatliches Leben und die Belange des modernen Staates sowie ihre persönlichen Lebensumstände total dem göttlichen Recht unterzuordnen…
    – Hinweis: was den Gross_Sheikh al-Tayyeb angeht, sei nur auf dessen recht harsche Zurechtweisung Volker Kauders verwiesen „gehen Sie mir mit der Aufklärung, bei uns muss die Religion immer über der Politik stehen“…
    Und dass dessen nachgeordnete Professoren weiterhin religiöse Gutachten zu Todesfatwas gegen Abtrünnige erstellen, geht mit der devoten Anbiederungspolitik des Papstes absolut nicht zusammen sondern sollte angesprochen werden…

  • Wanda
    07.02.2019, 11:14 Uhr.

    Silvia und Bernardo 05.02. 00:29 und 12:22, 06.02 19:12
    – bin zu 100% bei Ihnen. Wir haben unser im wesentlichen (ob religiös oder nicht) christlich geprägtes Erbe, dessen Werte und Ethik gleichzeitig mit den Errungenschaften aus der Aufklärung zu verteidigen. Diese sind über Jahrhunderte gewachsen, haben auch Opfer und Kampf gefordert und wir Europäer mussten dafür einen hohen Blutzoll entrichten. All das aus Harmoniesucht mit dem Islam herabzustufen und preiszugeben ist inakzeptabel. Es darf es kein Verschweigen total gegensätzlicher Positionen geben. Diese sind nicht verhandelbar!
    Und es ist fatal, dass Politik*, Medien und Kirche (nur weil man im Glashaus sitzt) die für uns in höchstem Masse kriminellen Tatbestände und Gewaltverbrechen als Brauchtum und Sitte oder kulturelle Prägung mit „religiöser“ Rechtfertigung zu bagatellisieren versuchen. Wenn Franziskus dabei verharmlosend vom „Mut zum Andersein“ redet, ist das ein kaum zu übertreffender Skandal, der vor höchsten Vertretern des Islam unsere Wertepositionen ad absurdum führt.
    Nennen wir doch die Dinge klar und schonungslos beim Namen:
    – die Kinderehe ist nichts anderes als brutalste Pädophilie,
    – Genitalverstümmelung schlimmste Körperverletzung,
    – Ehrenmorde nichts anderes als Tötung aus niedrigsten Beweggründen,
    – Zwangsehen/Polygamie gegen die Selbstbestimmung/Freiheit der Frauen, etc…
    *) Wenn es heute auch zu skandalös milden Gerichtsurteilen kommt und die Medien dazu aus falsch verstandener political correctness weitestgehend schweigen, bleibt doch der Tatbestand höchst krimineller Vergehen.
    Zur Erinnerung: Unter dem Deckmantel der Liberalität hatten die Grünen Programme beschlossen (später zurückgenommen), welche sexuelle Beziehungen zu Minderjährigen straffrei stellen sollten. Hervorgetan hatten sich dabei besonders Volker Beck als bekennender Homosexueller und Daniel Cohn-Bendit, die beide heute davon nichts mehr wissen wollen.
    Es ist höchste Zeit gegenzusteuern !

    • Novalis
      08.02.2019, 12:17 Uhr.

      Sie reden da immer a) vom Islam. Als ob es den gäbe. Es gibt ihn sowenig wie „das Christentum“. Und b) die weit überwiegende Anzahl und die einflussreichsten Theologen und Kleriker (wenn man sie denn so bezeichnen will) der unterschiedlichen islamischen Richtungen wenden sich klar und deutlich genau gegen die von Ihnen inkriminierten Praktiken. Also betreiben Sie hier bitte kein Islambashing ohne Sachkenntnis.

      • bernardo
        10.02.2019, 11:22 Uhr.

        Hmm, verstehe, es gibt weder einen Islam noch ein Christentum, aber „der Islam gehört zu Deutschland“.
        Gibt es eigentlich Deutschland?

        • Novalis
          11.02.2019, 8:17 Uhr.

          Warum kümmert das einen Italiener überhaupt?
          Welches übrigens? Das von AfD-Phantasten ist sicher ein anderes als das von aufrechten Christ- oder Sozialdemokraten. Erstaunlich, wie wenig Differenzierung GEWOLLt ist.

          • bernardo
            12.02.2019, 10:04 Uhr.

            Ich habe auch die deutsche Staatsbürgerschaft. Aber ist es nicht bemerkenswert, wie die Super-Europäer, die bei jeder Gelegenheit die EU und ihre Institutionen loben, Angehörige anderer Staaten zum Schweigen bringen wollen, wenn ihnen das Gesagte nicht passt.

            Chapeau!

        • Silvia
          11.02.2019, 10:31 Uhr.

          bernardo
          10.02.2019, 11:22 Uhr.

          Deutschland gibt es nur dann noch, wenn es gerade mal ins politische Konzept passt.

          Laut der früheren Staatsministerin für Integration hat Deutschland keine Kultur sondern nur eine Sprache.

          Die Beleidigung derjenigen „schon länger hier Lebenden“, die man früher mal die Deutschen nannte, ist auch nicht strafbar.

          Dies nur als ein paar Beispiele.

          • Alberto Knox
            12.02.2019, 8:33 Uhr.

            was macht denn deutschland aus? was ist deutsche kultur?

          • bernardo
            12.02.2019, 10:31 Uhr.

            @ Silvia: Ich vermute mal, die Islamverbände sind schon weiter und denken nicht, dass der Islam zu Deutschland, sondern dass Deutschland zum Islam (Dār al-Islām) gehört.

          • Silvia
            12.02.2019, 18:56 Uhr.

            bernardo
            12.02.2019, 10:31 Uhr.

            Da könnten Sie recht haben, leider.

      • Wanda
        10.02.2019, 18:39 Uhr.

        Novalis 08.02. 12:17
        – zweifellos eine Premiere in diesem Blog: erstmals wird behauptet, es gäbe weder das Christentum noch den Islam. Nun ja…
        Zur Information: Mohammed Iqbal, Präs. der Muslim League und OIC (Org. für Islamische Kooperation) „einschränkend“ zu den UN-Menschenrechten „Die Kairoer Erklärung der Menschenrechte von 1990 gilt für 57 islamische Staaten NUR unter dem Vorbehalt der Scharia“. Präzise ausgedrückt: für diee islamischen Mitgliedsstaaten der UNO gelten die als fundamental deklarierten Menschenrechte nicht. Vollkommen absurd !
        Eigentlich ist hier nicht der Platz, aber Sie lassen mir keine andere Wahl.
        Deshalb ein Auszug der zu verhängenden Strafen, wie sie im Koran und den Hadithen festgelegt sind:
        1. Ehebruch durch die Frau: Steinigung
        2. für Unzucht: 100 Peitschenhiebe
        3. falsche Beschuldigung des Ehebruchs: 80 Peitschenhiebe
        4. für Apostasie = Abtrünnigkeit vom Islam: der Tod
        5. Diebstahl: Abschneiden der rechten Hand
        7. einfacher Strassenraub: Verlust der Hände und Füsse
        – in Verbindung mit Mord: Tod durch Schwert oder Kreuzigung
        Und zur Stellung der Frau, welche wie kaum ein anderes Thema die Geisteshaltung des Islam deutlich macht:
        – die Stellung der Frau im Islam ist gottgewollt und unveränderlich
        – die Überlegenheit des Mannes ist dabei festgeschrieben
        – der Muslim kann mit 4 Frauen gleichzeitig verheiratet sein
        – die Muslima darf nur mit einem Mann verheiratet sein
        – der Muslim darf auch eine Nicht-Muslima heiraten,
        die Muslima nicht
        – begeht die Muslima Ehebruch, unterliegt sie schwersten Strafen
        – der Mann kann einseitig die Scheidung fordern
        – die Frau nur vor Gericht und unter Schwierigkeiten
        – Kinder bleiben auf jeden Fall beim Vater
        Das beendet für mich unsere Diskussion zum Islam…

        • Jürgen Erbacher
          Jürgen Erbacher
          12.02.2019, 17:21 Uhr.

          Unabhängig von möglichen Aussagen im Koran und den Hadithen spielen Aussagen, wie sie hier genannt werden, nur für eine kleine Minderheit von Muslimen heute eine Rolle. Daher kann von dem Existenz dieser Stellen in den Schriften nicht auf eine Haltung „der“ Muslime geschlossen werden. Zumal es auch im Islam Ansätze einer historisch-kritischen Auslegung der Texte gibt, die an Bedeutung gewinnt.

          • Wanda
            12.02.2019, 19:14 Uhr.

            Herr Erbacher:
            – Darum geht es nicht. Sie könnten dann auch und zu Recht behaupten, die 10 Gebote spielen nur noch für eine kleine Minderheit der Christen eine absolute Rolle…
            Der jeweilige für unser Verständnis kriminelle muslimische Täter kann sich auf die Mohammed direkt in die Feder diktierten religiös begründeten Inhalte des Koran berufen und das ist das Fatale. Und wir erleben dies derzeit am laufenden Band in DEU: unsere Justiz geht in ihren Urteilen strafmildernd darauf ein.
            – Dazu noch einmal der Präs. der Org. für Islam. Kooperation (OIC), Mohammed Iqbal, welche 57 islamische Staaten vertritt: „Das religiöse Ideal des Islam …… ist mit der sozialen Ordnung, die dieser geschaffen hat, organisch verwachsen. Die Ablehnung des einen führt unvermeidlich zur Ablehnung des anderen“…
            – Und der Friedenpreisträger Navid Khermani stellte klar „Ich widerspreche jedem Menschen, dem angesichts des IS-Terrors nur die Floskel einfällt, dass die Gewalt nichts mit dem Islam zu tun hat. Wer ist nun im Recht ? Gott oder jene Exegeten, welche solchen auch im Koran zu findenden Passgen eine theologischen Gehalt geben?“

        • Silvia
          12.02.2019, 18:53 Uhr.

          Alberto Knox
          12.02.2019, 8:33 Uhr.

          Deutschland nannte man früher mal „das Land der Dichter und Denker“, so viel zur deutschen Kultur.

          Ferner haben wir ein fest umrissenes Staatsgebiet, auch wenn dessen Grenzen z.Zt. sperrangelweit offen stehen.

  • bernardo
    08.02.2019, 12:09 Uhr.

    @ Wanda: Zustimmung zu allem, auch zu den letzten Punkten. Wir haben es mit einer wirklichen Feigheit seitens der politischen Linken – von ehrenwerten Ausnahmen abgesehen – und der Kirchen – ebenfalls von ehrenwerten Ausnahmen abgesehen – zu tun. Der Islam ist vieles gleichzeitig, Religion, Spiritualität (zumindest in Teilen), Ideologie, Gesellschaftsordnung. Das macht seine Bewertung so schwierig. Unstrittig aber ist, dass er die Religion im weitesten Sinne ist, die weltweit die größten Probleme verursacht, die den schlimmsten Extremismus hervorbringt, die sich am schwersten mit individueller Freiheit und mit der Rechtsgleichheit tut. Das muss man sagen dürfen. Aber wer das sagt, wird sofort der Islamophobie bezichtigt.

    Nun ein Wort zum Abendland: Das Abendland existiert nicht mehr. Eigentlich existiert es seit der Aufklärung nicht mehr. In seiner geographischen Ausdehnung war es auch denkbar klein, im wesentlichen die Gebiete des ehemaligen Frankenreichs (inkl. Italien), Teilen Spaniens und England. Skandinavien und die Gebiete der Ostkirche würde ich schon nicht mehr dazuzählen. Insofern ist der Begriff nicht „ausgrenzend“, wie Marx meint (erinnert mich an den alten Witz „wer für alles offen ist, ist irgendwo nicht ganz dicht“), sondern überholt.

  • Wanda
    12.02.2019, 14:34 Uhr.

    Novalis 10.02. 12:22
    – ach ja, Seldschuken = türkischer Stammesverband, der die türkische Landnahme einleitete. Sie haben Recht: Lernen Sie Geschichte oder aber tauschen Sie Ihre Geschichtsbücher um ! Und damit soll es gut sein.

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