Der Papst, die Psychoanalytikerin und der gerechte Krieg

Es ist ein Mammutwerk, das morgen in die französischen Buchläden kommt. 420 Seiten umfasst das neue Interviewbuch von Papst Franziskus. Zwölf Mal traf er sich zwischen Februar 2016 und Februar 2017 mit dem französischen Soziologen Dominique Wolton. Am Wochenende wurden die ersten Auszüge im „Figaro Magazin“ veröffentlicht. Diese zeigen, dass in dem Buch zwar keine ganz großen Sensationen stecken; dass sich die Lektüre aber durchaus lohnen dürfte, wenn man Papst Franziskus richtig verstehen will. Immerhin geht er in dem Buch auch auf den leidigen Streit um Amoris laetitia ein und vollzieht eine kleine Wende in der Haltung der Kirche zum „gerechten Krieg“; den gibt es aus seiner Sicht nämlich nicht. Gerecht könne nur der Frieden sein, so Papst Franziskus. Der Zeitpunkt der Publikation ist äußerst ungünstig gewählt. Er fällt zusammen mit dem Auftakt der Reise von Papst Franziskus nach Kolumbien. Daher an dieser Stelle nur einige kurze Anmerkungen zu den ersten Auszügen vom Wochenende, bei denen vor allem das Geständnis des Papstes für Aufsehen gesorgt hatte, dass er im Alter von 42 Jahren den Rat einer Psychoanalytikern gesucht hatte.

Während in Kolumbien die letzten Vorbereitungen für den Papstbesuch laufen, werden in Frankreich morgen alle im neuen Interviewbuch von Franziskus schmökern. (Quelle: reuters)

Psychoanalytikerin hat sehr geholfen

Warum Franziskus 1978 über sechs Monate hinweg wöchentlich zur Psychoanalytikerin gegangen ist, verrät er in dem Interview nicht. Es habe sich um einen Moment in seinem Leben gehandelt, in dem er diese Hilfe benötigt habe, so der Papst. Es fällt in die Endphase seiner Zeit als Provinzial der Jesuiten in Argentinien. Das Amt hatte er von 1973 bis 1979 inne. Die Psychoanalytikerin habe ihm in dieser Zeit sehr geholfen. Sie sei sehr professionell gewesen als Ärztin und als Psychoanalytikern. Kurz vor ihrem Tod habe sie ihn noch einmal kontaktiert, nicht wegen des Sterbesakraments, denn sie sei Jüdin gewesen, sondern wegen eines „spirituellen Dialogs“. Konservative Kreise sehen in dem „Geständnis“ des Papstes bereits ein weiteres Indiz dafür, dass Franziskus das Papstamt beschädigt.

Gerechter Friede

Interessant sind die kurzen Äußerungen von Papst Franziskus zum Thema Krieg. Das Konzept des „gerechten Kriegs“, das in der katholischen Kirche eine lange Tradition hat, müsse überdacht werden, so Franziskus. Er stellt die Frage, ob man einen Krieg „gerecht“ nennen könne. „Kein Krieg ist gerecht. Die einzig gerechte Sache ist der Frieden.“ Dieses Thema beschäftigt den Papst immer wieder. Die Botschaft zum katholischen Weltfriedenstag am 1. Januar 2017 beschäftigte sich mit dem Thema „Gewaltfreiheit als Stil einer Politik für den Frieden“. Im April 2016 war der Vatikan zusammen mit Pax Christi International Veranstalter einer Tagung in Rom, die sich mit dem Thema „Gewaltfreiheit und Gerechter Friede“ beschäftigte. Die Deutsche Bischofskonferenz hat bereits im Jahr 2000 ein bischöfliches Wort unter dem Titel „Gerechter Friede“ veröffentlicht.

2016 riefen die Teilnehmer Papst Franziskus auf, er solle sich in einer eigenen Friedensenzyklika mit dem Thema beschäftigen. Kardinal Peter Turkson, der die Tagung mit organisiert hatte, schloss damals ein solches Lehrschreiben nicht aus. Allerdings ist es seitdem still geworden um dieses Thema. Zwar zeigt Franziskus ein großes Engagement, wenn es um die Lösung von Konflikten geht, um Frieden und Versöhnung; doch gibt es keine Anzeichen, dass er sich in absehbarer Zeit auf lehramtlicher Ebene zu dem Thema äußern wird. Überraschungen sind natürlich nicht ausgeschlossen. Zu seinem ganz praktischen Engagement für Frieden und Versöhnung zählen etwa die Kolumbienreise, die morgen startet, oder die Audienz für Religionsvertreter aus Südkorea am vergangenen Samstag. Vor einigen Tagen hatte Franziskus bereits mit Vertretern des Weltkirchenrats über die angespannte Situation auf der koreanischen Halbinsel beraten.

Ehe und Amoris laetitia

Klar spricht sich Franziskus in dem Interviewbuch gegen die Homo-Ehe aus. Die Ehe sei eine Verbindung zwischen Mann und Frau. „Wir können das nicht ändern. Das ist die Natur der Dinge.“ Nennen wir sie „eingetragene Lebenspartnerschaften“, so Franziskus mit Blick auf gleichgeschlechtliche Paare. In der Antwort zur Ehe wird einmal deutlich, dass für den Papst das Thema eng mit der Gender-Debatte verbunden ist und dass Franziskus hier einen sehr speziellen Genderbegriff vor Augen hat. Die Kinder würden lernen, dass man das eigene Geschlecht auswählen könne, beklagt er. Das ist aus Sicht des Papstes ein Irrtum. Zum Thema Kommunion und wiederverheiratete Geschiedene verweist er auf die vier Punkte, die er in Amoris laetitia bereits benannt hat: annehmen, begleiten, unterscheiden, integrieren.

Auch nach der Lektüre dieses Buches werden sicher nicht alle Fragen geklärt sein, die sich in Bezug auf diesen Papst stellen. Es dürfte aber einmal mehr deutlich werden, dass es Franziskus vor der Reform von Strukturen und Theologie um eine Haltungsänderung jedes einzelnen Katholiken geht, vom „einfachen“ Gläubigen bis hin zum Kardinal und Papst. Er betont übrigens, dass die Kirche nicht die Bischöfe, die Priester und die Päpste seien, sondern das Volk. Vielleicht wird das Volk in diesem Pontifikat lernen, dass es sein Schicksal selbst in die Hand nehmen muss und die notwendigen Veränderungen von unten nach oben sich vollziehen müssen anstatt, vielleicht vergeblich, zu warten, bis sie von oben nach unten verordnet werden.

Autorenbild

Jürgen Erbacher

Seit 2005 berichte ich für die ZDF-Redaktion „Kirche und Leben katholisch“ über die Themen Papst, Vatikan, Theologie und katholische Kirche. Dafür pendle ich regelmäßig zwischen Mainz und Rom - meiner zweiten Heimat. Dort habe ich vor meiner ZDF-Zeit mehrere Jahre gelebt und für Radio Vatikan gearbeitet. Studiert habe ich Politikwissenschaft und Katholische Theologie in Freiburg i.Br. und Rom.

42 Kommentare

  • Wanda
    05.09.2017, 17:41 Uhr.

    Eine nur „kleine“ Wende in der Haltung zum gerechten Krieg ?
    Ich brauche mir nur die Fotos aus dem 2. Weltkrieg anschauen, wo in Frankreich und Deutschland schwarz gewandete Priester die Waffen der Kombattanten mit Weihwasser besprengen und segnen. Wurde übrigens auch von protestantischen Geistlichen so gehandhabt.
    Insofern traut sich Franziskus ein ganze Menge und er wird wie üblich Gegenwind bekommen…

    • alberto knox
      05.09.2017, 22:53 Uhr.

      sehe ich auch so.

    • neuhamsterdam
      05.09.2017, 23:53 Uhr.

      Heilgs Kirchenbankblechle. Das bekommt auch einiges ab vom Weihwasser und ist auch schon sicher beweisbar abgefilmt worden als es gesegnet wurde. Nur kann da schlecht der Vorwurf daraus abgeleitet werden, dass bei diesen Segnungen das von den Gläubigen benutzte Gestühl und eben nur dieses gemeint ist.
      Fotos sind immer eine Frage der Interpretation. Was interessant wäre, was denn diese damaligen Geistlichen für offizielle Texte benutzt haben. Denn eine selber komponierte Segnung ist zwar auch eine, aber eben keine offizielle.
      Aber genau das ist der Punkt. Diese Waffensegentexte gibt es nicht. Es gibt nur diese Bilder und das heilige Kirchenbankblechle.

      • Wanda
        07.09.2017, 16:11 Uhr.

        – bekannterweise sagen Bilder mehr als tausend Worte…

      • alberto knox
        07.09.2017, 22:30 Uhr.

        sachlich leider TOTAL falsch. das alte pontificale romanum (bis 1969 gültig) kannte sehr wohl eine benedictio armorum, nach der widerlicher weise im ersten und zweiten weltkrieg waffen gesegnet wurden.

        hier der text (wie alles vor dem konzil leider nur lateinisch):

        Pontifex benedicturus arma, quae aliquis ministrorum coram eo tenet, aut supra altare vel aliquam mensam ponuntur, stans sine mitra, dicit:

        V. Adjutorium nostrum in nomine Domini.
        R. Qui fecit coelum et terram.
        V. Dominus vobiscum.
        R. Et cum spiritu tuo.

        Oremus.
        Benedictio Dei omnipotentis Pa + tris, et Fi + lii, et Spiritus + Sancti, descendat super haec arma, et super induentem ea, quibus ad tuendam justitiam induatur. Rogamus te, Domine Deus, ut illum protegas, et defendas, qui vivis et regnas Deus, per omnia saecula saeculorum. R. Amen.

        Alia Oratio.

        Oremus.
        Deus omnipotens, in cujus manu victoria plena constitit, quique etiam David ad expugnandum rebellem Goliam vires mirabiles tribuisti, clementiam tuam humili prece

        deposcimus, ut haec arma almifica pietate bene + dicere digneris (wir bitten, dass du diese waffen mit segensspendender erbarmung dich zu segnen herablässt auch eine zweite übersetzung ist möglich: wir bitten, dass du diese SEGENSSPENDENDEN waffen in deiner erbarmung dich zu segnen herablässt);

        et concede famulo tuo N. eadem gestare cupienti, ut ad munimen, ac defensionem sanctae matris Ecclesiae, pupillorum, et viduarum, contra visibilium et invisibilium hostium impugnationem, ipsis libere et victoriose utatur. Per Christum Dominum nostrum. R. Amen.

        Deinde aspergit ea aqua benedicta (hierauf besprengt er diese [die waffen] mit weihwasser.

  • Silberdistel
    05.09.2017, 19:55 Uhr.

    „Konservative Kreise sehen in dem „Geständnis“ des Papstes bereits ein weiteres Indiz dafür, dass Franziskus das Papstamt beschädigt“ Zitatende.
    Papst Franziskus zeichnet sich insbesondere durch seine Menschlichkeit aus, – was Ihn daher selbst ganz besonders menschlich macht. Somit ist Er für mich wie Jesus Christus, der Mensch gewordene. Und der Mensch ist nunmal voller Höhen und auch Tiefen, – was ich mir bei Christus jedoch nicht anmaßen würde zu behaupten. Aber finde es ganz klasse, das Er als Leader in Seiner Position als Nachfolger Christi ganz öffentlich zu seinen Tiefen und eventuell auch gewesenen Nöten steht. Und es scheint, das Er von der Herzensbildung her daraus gelernt hat, bzw. zumindest keinen Schaden genommen hat.

    • Wanda
      06.09.2017, 14:35 Uhr.

      Das ist halt das Problem mit den Dogmen bzw. dogmenähnlichen Attributen. Sie werden zu Rohrkrepierern. Irgendwann rächt es sich, wenn man so etwas wie die „Unfehlbarkeit“ einem Menschen zuschreibt, der sich menschlich verhält und handelt, wie Franziskus.
      Das wird ganz sicher von seinen Gegnern gegen ihn verwendet und Kathnet wird nicht lange aufsich warten lassen…

  • alberto knox
    05.09.2017, 22:55 Uhr.

    der papst erkennt also faktisch eingetragene lebenspartnerschaften an. es geschehen noch zeichen und wunder. naja, irgendwann muss rom eben auf die tatsache reagieren, dass kein tiberwasser es hinwegspülen kann, dass es eben frauen gibt, die frauen lieben und männer, die männer und dass das ganz normal und selbstverständlich und eo ipso gottgewollt ist.
    ob unser franz mit der haltungsänderung bei kathnet-christen ankommt? kaum. aber was soll’s – recht hat er.

    • bernardo
      06.09.2017, 15:42 Uhr.

      Sie haben mal wieder Ihre ganz eigene „Exegese“. „Klar spricht sich Franziskus in dem Interviewbuch gegen die Homo-Ehe aus. Die Ehe sei eine Verbindung zwischen Mann und Frau. „Wir können das nicht ändern. Das ist die Natur der Dinge.“

      Zum „gerechten Krieg“: Vielleicht sollte man berücksichtigen, dass die auf vorchristliche Autoren (z. B. Cicero) verweisende Lehre des „bellum iustum“ dazu diente, den Krieg einzuhegen, nicht ihn grundsätzlich zu legitimieren. Vielleicht sollte man nicht vom „gerechten“, sondern vom „gerechtfertigten“ Krieg sprechen – und wie anders als gerechtfertigt könnte man den Krieg gegen Nazideutschland ansehen?

      • alberto knox
        07.09.2017, 4:41 Uhr.

        erstaunlich, dass sie den bis dato geltenden unterschied zwischen ehe und eingetragener lebenspartnerschaft nicht kennen. oder vielleicht will man ihn gar nicht kennen. das könnte ja den anlass sinnfreier polemik rauben.
        war cicero nicht der, der wochenlang vor rom ausharrte, weil er auf einen triumphzug wartete? voraussetzung dafür war die niedermetzelung von ein paar 1000 (vermeintlichen) feinden in seiner statthalterzeit. und ja, das sollte man auch noch erwähnen: als der – legale! – widerstand gegen caesar in europa zusammenbrach, lief cicero als einer der ersten über. und provozierte nach caesars tod wieder gewalt. hübsch so jemanden just zum patron der einhegung von gewalt zu wählen. passt so gut wie der bock als gärtner.

        • bernardo
          07.09.2017, 20:57 Uhr.

          Hach, der „legale“ Widerstand gegen Caesar. Führen Sie die Debatten der Vergangenheit? Caesar verkörperte das höhere Prinzip und er verdiente den Sieg über seine Feinde. Nicht sein Ehrgeiz wurde ihm zum Verhängnis, sondern seine „clementia“, seine Milde, denn unter seinen Mördern waren viele, die er begnadigt und danach gefördert hatte. Was Cicero angeht, warum machen Sie sein Handeln zur Grundlage der Beurteilung seiner Schriften? Wenn es danach ginge, müsste man die Schriften vieler Päpste verdammen, weil sie selber sich nicht danach richteten.

          Die Diskussionen um die „Ehe für alle“ oder die „eingetragene Lebenspartnerschaft“ öden mich einfach an.

          • alberto knox
            07.09.2017, 22:19 Uhr.

            „Caesar verkörperte das höhere Prinzip und er verdiente den Sieg über seine Feinde.“

            so kann man millionenfachen völkermord auch rechtfertigen.

            „Die Diskussionen um die „Ehe für alle“ oder die „eingetragene Lebenspartnerschaft“ öden mich einfach an.“

            es zwingt sie niemand, sich beteiligen – es gibt auch rechtsradikale hasshomepages, auf denen man sich austoben kann. ich halte mich da fern. ich mag es lieber seriös.

    • Silvia
      06.09.2017, 17:50 Uhr.

      Die eingetragenen Lebenspartnerschaften erkennen wir doch inzwischen alle an. Die sind auch vernünftig, z.B., wenn einer von beiden Partnern ins Krankenhaus muss, bekommt der andere dann Auskunft, was vorher nicht der Fall war.

      Was Papst Franziskus aber ausdrücklich ablehnt, das ist die volle Gleichstellung mit der Ehe, die seiner (und meiner) Meinung nach nur zwischen einem Mann und einer Frau geschlossen werden kann.

      So steht es im obigen Artikel und so sollte man es auch wiedergeben, wenn man auf diesen Artikel Bezug nimmt, denn sonst vermittelt man ein falsches Bild.

      • alberto knox
        07.09.2017, 4:22 Uhr.

        die katholische kirche hat eingetragene lebenspartnerschaften bis dato strikt abgelehnt.

        • Silvia
          07.09.2017, 15:02 Uhr.

          Eine eingetragene Lebenspartnerschaft ist NICHT dasselbe wie die so genannte Homo – Ehe.

          Die Homo – EHE, auch Ehe für Alle genannt, lehnt der Papst weiterhin strikt ab.

          Wobei der Begriff „Ehe für Alle“ mehr enthält als nur die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare, denn „Alle“ sind nun mal Alle, was diesen Begriff auch besonders problematisch macht. Aber wahrscheinlich ist es gewollt, dass der Ehebegriff in alle Richtungen erweiterbar sein soll.

          • alberto knox
            07.09.2017, 22:14 Uhr.

            es geht doch gar nicht darum, ob ehe und eingetragene partnerschaft dasselbe ist (und ich kenne bis heute keinen überzeugenden grund, warum lesben und schwule nicht heiraten sollten). sondern es geht darum, dass die kirche eingetragene partnerschaften ablehnt. sie sind sogar ein kündigungsgrund. also bitte erstmal lesen, bevor man sich dreikäsehoch über andere mokiert.

          • Jürgen Erbacher
            Jürgen Erbacher
            08.09.2017, 1:57 Uhr.

            Eingetragene Lebenspartnerschaften sind in der katholischen Kirche in Deutschland nicht mehr in jedem Fall ein Kündigungsgrund.

          • alberto knox
            08.09.2017, 3:35 Uhr.

            sehr geehrter herr erbacher,

            das stimmt nicht. es wird nach wie vor präsumiert, dass lesben und schwule in einer eingetragenen partnerschaft sex haben und der gilt als schwerer verstoß gegen die loyalitätspflicht.

          • Jürgen Erbacher
            Jürgen Erbacher
            11.09.2017, 22:08 Uhr.

            Es gibt eine ganze Reihe von Beispielen, die zeigen, dass auch anders verfahren wird in der Praxis. Das hängt sehr stark davon ab, an welcher Stelle die jeweilige Person arbeitet. Daneben gibt es auch Unterschiede von Bistum zu Bistum.

          • alberto knox
            08.09.2017, 11:27 Uhr.

            „das Eingehen von Lebenspartnerschaften sind mit der katholischen Sittenlehre nicht vereinbar.“

            so heißt es bei der dbk selber. die neuen regeln zu den „rechten“ kirchlicher arbeitnehmer sind so weichsweich gehalten, dass mehr als ein namhafter kirchenrechtler von etikettenschwindel sprach. es hat sich nichts geändert.

            wenn – nach jahrzehntelanger verteufelung – der papst eingetragene lebenspartnerschaften akzeptiert, ist das eine wende.

        • Jürgen Erbacher
          Jürgen Erbacher
          07.09.2017, 19:36 Uhr.

          Naja, die Deutsche Bischofskonferenz hat seit langer Zeit mehrheitlich die Position vertreten, die der Papst jetzt hier andeutet. Das gilt auch für andere Bischofskonferenzen. Ich würde sogar sagen, dass Franziskus diese Position schon als Erzbischof in Buenos Aires vertreten hat. Er hat als Vorsitzender der Bischofskonferenz scharf gegen die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare gewettert. Aber zivile Regelungen waren für ihn damals schon eine Möglichkeit.

          • Silvia
            07.09.2017, 20:17 Uhr.

            Herr Erbacher, verstehe ich das richtig, dass der Papst nur eine kirchliche Trauung für gleichgeschlechtliche Paare ablehnt?

          • Jürgen Erbacher
            Jürgen Erbacher
            07.09.2017, 22:13 Uhr.

            Es geht ihm nicht nur um die Ablehnung der Trauung. Es geht auch um die Bezeichnung und völlige inhaltliche Gleichsetzung. Das ist schon mehr als nur die Liturgie und das Sakrament.

          • alberto knox
            07.09.2017, 22:16 Uhr.

            es besteht jedenfalls kein sachlich zwingender grund, lesben und schwulen die sakramentale gnade zu verweigern, die ihnen hilft, den gemeinsamen lebensweg mit gott zu gehen.

  • alberto knox
    06.09.2017, 16:41 Uhr.

    der nächste dubia-kardinal ist tot. langsam sterben die gegner von papst franziskus aus.

    • Silvia
      07.09.2017, 13:27 Uhr.

      Vielleicht sollte der Papst grundsätzlich mehr vor seinen „Freunden“ als vor seinen „Feinden“ geschützt werden.

      Die selbsternannten Papstinterpreten aus dem Lager der angeblichen Franziskusfreunde schaden mit ihren Interpretationen dem Papst als Mensch und Amtsinhaber bedeutend mehr, als es seine „Gegner“ bisher vermocht haben.

      Mit anderen Worten: Franziskus hat die falschen Freunde!

      • Novalis
        07.09.2017, 17:50 Uhr.

        Und Sie, Silvia, kennen die Feinde, die Freunde und Papst Franziskus so gut, dass Sie darüber urteilen können, wer was ist. Wow, da bin ich platt

        • Silvia
          07.09.2017, 20:19 Uhr.

          Na ja, wenn ich hier und anderswo im Internet lese, wer alles dem Papst zujubelt, sich also zu seinen „Freunden“ zählt, kann ich mir schon ein Bild machen.

          Ein Papst, der solche „Freunde“ hat, braucht wirklich keine Feinde mehr, um ihm zu schaden.

          • Wanda
            08.09.2017, 0:40 Uhr.

            Da ist was dran…

          • alberto knox
            08.09.2017, 3:36 Uhr.

            bei allem respekt vor dem papstgeflüster, aber das internet ist sicher nicht repräsentativ genug, damit man sich eine fundierte meinung zu so einer frage bilden kann.

        • alberto knox
          07.09.2017, 22:11 Uhr.

          ins schwarze getroffen

      • bernardo
        08.09.2017, 14:29 Uhr.

        @ Silvia: Sehe ich genauso wie Sie, ohne dass ich mich als Freund von Franziskus bezeichnen würde. Die unverhohlene Freude erst über den Tod Meisners, jetzt über den Tod Caffarras spricht für sich – und gegen die betreffenden Blogger.

        • Silvia
          08.09.2017, 20:24 Uhr.

          bernardo
          08.09.2017, 14:29 Uhr.

          Das u.a. habe ich gemeint und die höchst eigenwilligen Auslegungen päpstlicher Äußerungen bis hin zu Verdrehungen ins Gegenteil selbst dann, wenn der Papst sich mal klar ausdrückt.

          Das schadet dem Papst und der Kirche.

        • alberto knox
          08.09.2017, 20:42 Uhr.

          ich sehe hier niemanden, der sich freut über den tod von meisner oder caffara. das hätten bestimmte leute gerne so, damit ihre schwarz-weiße weltsicht passt.

          • bernardo
            10.09.2017, 11:33 Uhr.

            Ich kann mich erinnern an einen Beitrag, ob von Suarez oder von Novalis weiß ich nicht mehr, in dem darüber sinniert wurde, ob der Tod Meisners die Strafe Gottes für seine „dubia“ waren. Was für ein Gottesbild!

            Dass ich das für Quatsch, und zwar für bösartigen Quatsch halte, brauche ich nicht zu schreiben. Es gibt aber – und das ist medizinisch erwiesen – Menschen, die im wörtlichen Sinne an gebrochenem Herzen sterben.

          • Silvia
            11.09.2017, 13:58 Uhr.

            bernardo
            10.09.2017, 11:33 Uhr.

            Das Gottesbild mancher Ultraprogressiven ähnelt auf erschreckende Weise dem der Piusbruderschaft, wodurch man sieht, dass sich Extremisten auf beiden Seiten doch sehr ähnlich „ticken“.

            Dass Menschen auch tatsächlich an gebrochenem Herzen sterben können, ist wirklich medizinisch erwiesen und darauf tippe ich bei Kardinal Meisner.

            Möge er in Frieden ruhen!

    • neuhamsterdam
      08.09.2017, 22:15 Uhr.

      and turning out the light, hab darüber heute wieder nachgedacht
      Das Lied habe ich vor vielen Jahren mal oft angehört, um eine dichte Klangwand zu haben, um irgendwelche tagesaktuellen Nachrichten und daraus ableitbaren Gedankenverbindungen zu entkommen. Erfolg ist was anderes.
      Wie passend dazu, ich habe keine Ahnung, wer von den noch verbliebenen Dubia-Kardinälen nicht mehr in dieser Welt weilt.
      Auf der Suche nach dem Zeitpunkt, wann dieser Song von ABBA auf dem CD-Laufwerk in Wiederholung gelaufen ist, habe ich die Einstellungsdatei gefunden mit einem Datum von – Anfang Juli. Anfang Juli… da war doch was.
      heaps of paper to be signed, wie passend zu Benedikts Schreibtisch und der danach folgenden Wichtigkeit dessen für seinen weiteren Weg mit der Kirche. Seufz. Zufall ist auch nur eine Theorie.

      • neuhamsterdam
        10.09.2017, 0:20 Uhr.

        Wie im Netz zu lesen ist, rief Kardinal Müller den Kardinal Meisner am Abend des 4. Juli an Meisners Urlaubsort an, um mit ihm über die Umstände seiner Entlassung zu reden. Was viele (hoffentlich) nicht wissen, diese Datei mit den CD-Player-Einstellungen stammt vom 4. Juli 2012 18:43. I heard the sound of rain…

  • Silvia
    08.09.2017, 12:34 Uhr.

    alberto knox
    08.09.2017, 3:36 Uhr.

    Verstehe ich Sie richtig, dass dann auch der Blog von P. Hagenkord – Radio Vatikan – nicht repräsentativ ist für die engagiertesten Anhänger von Papst Franziskus?

    Ich frage mich inzwischen, ob ich ihm nicht manchmal Unrecht tue, weil ich alle seine – lehramtlichen und nicht lehramtlichen – Äußerungen fast ausschließlich durch die Filter seiner Freunde (und Feinde) vermittelt bekomme, sodass der Orignalton Franziskus von ALLEN Seiten so schrill übertönt wird wie noch bei keinem Papst vor ihm.

    Vielleicht sollte ich einfach mal wieder für ihn beten….

    • alberto knox
      08.09.2017, 20:41 Uhr.

      nein, natürlich nicht. dass ist eine internetblase. lesen sie ihn selber, ohne vorurteile. damit tun sie ihm und seinem lehramt den größten gefallen.

    • Wanda
      08.09.2017, 22:42 Uhr.

      Silvia:
      – mit dem Filter könnten Sie Recht haben…
      Wie verschiedene Philosophen*) und auch Wissenschaftler sagen: wir sehen die Welt und unsere Umgebung nur durch die Filter bzw. Möglichkeiten unserer begrenzten Sinne und Wahrnehmungen.
      Lebewesen, die mit mehr oder schärferen Sinnen ausgestattet sind oder z.B. eine viel grössere akustische bzw. optische Bandbreite haben, sehen anders oder nehmen Dinge wahr, die uns nicht zugänglich sind. Das gilt auch für die uns nicht sichtbaren aber doch inzwischen nachgewiesenen mehr als drei Dimensionen.
      *) siehe Platon, der seinen Lehrer Sokrates das berühmte (Höhlen-)Gleichnis erzählen lässt, mit dem dieser seine Erkenntnistheorie erklärt…

  • bernardo
    10.09.2017, 18:04 Uhr.

    Zitat: „so kann man millionenfachen völkermord auch rechtfertigen.“

    Richtig, und Karl der Große war kein Demokrat. Was sollen solche ex-post-Betrachtungen? Bieten sie einen historischen Erkenntnisgewinn?

    „es zwingt sie niemand, sich beteiligen – es gibt auch rechtsradikale hasshomepages, auf denen man sich austoben kann. ich halte mich da fern. ich mag es lieber seriös.“

    1. Besuche ich keine rechtsradikalen Homepages. 2. Wenn das Thema mich nicht interessiert – von mir aus kann jeder nach seiner façon „selig“ werden -, warum sollte ich es dann überhaupt diskutieren? Ein Recht auf bestimmte Sakramente besteht meines Erachtens dennoch nicht.

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