Kirchenvertreter würdigen Helmut Kohl

Papst Franziskus hat den am Freitag verstorbenen langjährigen Bundeskanzler Helmut Kohl als „großen Staatsmann und überzeugten Europäer gewürdigt“. Er habe „mit Weitblick und Hingabe für das Wohl der Menschen in Deutschland und der europäischen Nachbarn gearbeitet“. Mit dem Tod Helmut Kohls gehe eine Ära zu Ende, so der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx. „Die Kirche in Deutschland ist dankbar für das christliche Zeugnis von Helmut Kohl. Wo die Werte einer freiheitlichen Gesellschaft mit den Füßen getreten wurden – wo auch immer auf der Welt -, da setzte er sich für die Beachtung dieser Werte ein“, unterstrich Marx. Der Katholik Helmut Kohl war ein Mann der Ökumene. Seine erste Ehefrau, Hannelore, war evangelisch. Daher war es ihm zeitlebens ein Anliegen, das Miteinander der christlichen Kirchen zu fördern. Kohl baute auf eine aktive Mitgestaltung der Kirchen in der Gesellschaft. Umgekehrt fanden Kirchenvertreter bei dem Politiker ein offenes Ohr für ihre Anliegen. Stark persönlich war sein Engagement für den Speyrer Dom begründet. Bis zu seinem Tod war er der Chef der „Europäischen Stiftung Kaiserdom zu Speyer“, die er selbst gründete. In den Kriegsjahren fand Helmut Kohl in dem romanischen Gotteshaus Schutz vor Fliegerangriffen. Später, als Kanzler, führte der Pfälzer viele Staatsgäste durch die Kirche. Das Gotteshaus war für ihn Symbol der Einheit Europas.

Papst Johannes Paul II. empfängt im Oktober 1998 den scheidenden Bundeskanzler Helmut Kohl. (Quelle: dpa)

Überzeugter Katholik und Europäer

Es war für beide wohl ein bewegender Moment: Gemeinsam gehen Helmut Kohl und Johannes Paul II. durch das Brandenburger Tor beim Besuch des Papstes 1996 in Berlin. Kardinal Marx sprach heute mit Blick auf das Ereignis von „einer historischen Stunde“. Kohl wusste, was die Deutschen dem Papst aus Polen zu verdanken hatten. Dessen Kampf – offen und verdeckt – gegen die kommunistischen Regime in Osteuropa, allem voran seinem Heimatland, hatte den eisernen Vorhang mit zum Einsturz gebracht. Der Papst würdigte Kohl damals: „Sie sind der Baumeister der neugewonnenen Einheit Ihres Volkes. Sie haben die weltgeschichtliche Chance genutzt, siebzehn Millionen Landsleuten die Freiheit zu erringen und die Einheit des deutschen Volkes zu vollenden.“ Kohl wiederum bekannte sich damals zu einer aktiven Rolle der Kirchen in der Gesellschaft: „Freiheit bedeutet immer auch Verantwortung, sonst schlägt sie in neue Formen der Abhängigkeit um. Gelebte Verantwortung braucht die Besinnung auf das eigene Gewissen, auf den Mitmenschen und vor allem auf Gott. Gerade in diesem Sinne ist die Stimme der christlichen Kirchen auch in einer zunehmend säkularisierten Gesellschaft unverzichtbar.“ Auch wenn sich Johannes Paul II. und Helmut Kohl nicht so oft trafen, wie der aktuelle Papst die aktuelle Kanzlerin, im Bemühen um die europäische Einigung sah Johannes Paul II. Helmut Kohl als Verbündeten. Benedikt XVI. würdigte bei seinem letzten Deutschlandbesuch im September 2011 Kohl als Kanzler der Einheit. Der Papst hatte sich die Begegnung bei seinem Besuch in Freiburg eigens gewünscht.

Helmut Kohl, ein überzeugter Katholik, hielt immer einen engen Kontakt zu seiner Kirche. Daran erinnerte der Präsident des Zentralkomitees des deutschen Katholiken, Thomas Sternberg: „Wir sind dankbar für viele Begegnungen und Gespräche, die uns mit ihm als Parteivorsitzenden und Bundeskanzler zusammengeführt haben, nicht zuletzt bei zahlreichen Katholikentagen.“ Regelmäßig suchte Kohl das Gespräch zu Kirchenvertretern wie dem Mainzer Kardinal Karl Lehmann, der zu den theologischen Beratern des langjährigen Kanzlers gehörte. Ob es wirklich Kohl war, der Anfang 2001 persönlich im Vatikan intervenierte, als Johannes Paul II. den Mainzer Bischof zunächst nicht auf der Liste der neuen Kardinäle hatte, ihn dann aber „nachnominierte“, ist nicht bestätigt. Doch das Gerücht hält sich hartnäckig.

Kohl setzte sich, öffentlich fast unbeachtet, für die Berliner Guardini-Professur für Religionsphilosophie und Katholische Weltanschauung ein, trug mit seinen Empfängen im Kanzleramt dazu bei, dass die Sternsingeraktion ein großes Hilfswerk wurde, und engagierte sich stark für den Neubau der Hochschule für Jüdische Studien in Heidelberg. Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, würdigte Helmut Kohl heute als einen eng mit der jüdischen Gemeinschaft verbundenen Staatsmann. Der heute gestorbene Altkanzler habe den Weg für die Einwanderung von Juden in die Bundesrepublik frei gemacht und somit wesentlich zu einer neuen Blüte der jüdischen Gemeinschaft beigetragen, heißt es in einer Erklärung.

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Jürgen Erbacher

Seit 2005 berichte ich für die ZDF-Redaktion „Kirche und Leben katholisch“ über die Themen Papst, Vatikan, Theologie und katholische Kirche. Dafür pendle ich regelmäßig zwischen Mainz und Rom - meiner zweiten Heimat. Dort habe ich vor meiner ZDF-Zeit mehrere Jahre gelebt und für Radio Vatikan gearbeitet. Studiert habe ich Politikwissenschaft und Katholische Theologie in Freiburg i.Br. und Rom.

42 Kommentare

  • Heilbründl
    17.06.2017, 2:10 Uhr.

    Ich denke, er war am Ende seines Lebens doch ziemlich einsam!

  • Silberdistel
    17.06.2017, 11:35 Uhr.

    Helmut Kohl´s eigene Familiensituation sowie Verhältnis zu alten Freunden, muss nicht so ganz widerspruchsfrei gewesen sein, auf das sein ältester Sohn in einem aktuellen Interview nochmals zu Sprache kam. Der, wie ein grösserer Teil der Familie, vom Tod des Vaters auch nur aus dem Radio erfahren habe. Und gleichzeitig bedauerte, das so manches vor dem Tod des Vaters nicht hätte bereinigt werden konnte.
    Insofern zeigt das die lebensrealistische Äquivalenz solcher ´Lichtgestalten´, die in den Nachrufen so sympatisch gerne vernachlässigt werden.

    Übrigens hält sich das hartnäckige Munkeln, Helmut Kohl habe zu seiner politisch aktiven Zeit, wie zuvor sein Ziehvater Adenauer und andere damalige einflussreiche Politiker wie Genscher; regelmässig die im Rheinland zu jener Zeit sehr bekannte „Seherin von Bonn“ aufgesucht. In dem Fall wären die „göttlichen Ratschläge“ ja tatsächlich mal angekommen, anders als wie es beim „Ein Münchner im Himmel“ der Fall gewesen war.

  • Martin Paul
    17.06.2017, 12:05 Uhr.

    Es ist sehr bedauerlich, dass Helmut Kohls mutiger Einsatz und dem herausragendem Engagement für Juden keinen Platz im Fernsehprogramm des ZDF findet!

  • Wrightflyer
    18.06.2017, 22:30 Uhr.

    Aua, das ist aber eine arge Lobhudelei!!

    Die gab es ja gestern auf allen Kanälen. Ehrlich gesagt hätte ich es besser gefunden, @sehr geehrte Redaktion, wenn Sie eher mal auf die Schattenseiten von Kohl eingegangen wären, die es durchaus gab. Dann hätten Sie sich von dem ewiggleichen Geseier wohltuend abgehoben.

    Wie er seine Hannelore behandelt hat, das kann man nur als unter aller Sau bezeichnen. Schon das Andenken an diese arme Frau macht es mir unmöglich, mich den Lobeshymnen auf Kohl so ganz unkritisch anzuschließen.
    Da habe ich vor Gerhard Schröder wesentlich mehr Respekt. Der hat neulich immerhin zugegeben daß er an seinen mittlerweile 4 Scheidungen die Hauptschuld trägt. Er muss in seinen Ehen VIELE Fehler gemacht haben. Aber er hätte es sich nie erlaubt, seine Frauen z.B. mit so einem Schmierentheater am Wolfgangsee zu quälen.

    Auch finde ich es ziemlich daneben, daß er in seinen Memoiren das Verdienst um die Einheit ganz allein sich selbst zugeschrieben hat und andere, die ebenfalls daran beteiligt waren, teilweise sogar mehr als Kohl, schlechtgeredet hat.
    Die DDR-Bürgerrechtsbewegung zu leugnen, diejenigen die auf die Straße gegangen sind, KURZ NACH TIANANMEN!!!!, das geht wirklich GARNICHT!!!!

    Es gab nicht nur einen Kohl, es gab auch einen Genscher, einen Mayer-Landrut und einen etwas distanzierten Adligen und gelernten Juristen der die rettende Idee mit dem Beitrittsparagraphen hatte, da Thatcher und Mitterand nicht mitmachen wollten.

    Kohls großes Talent war, daß er fähige Leute entdecken und fördern konnte. Er soll viele in die Politik geholt haben, z.B. obengenannten Adligen der dann der beste Bundespräsident wurde, den diese Republik je hatte.
    Der war aber auch ein Gentleman. So ganz ohne Grund hätte er nie öffentlich durchblicken lassen daß sein Verhältnis zu seinem einstigen Förderer vorsichtig ausgedrückt… belastet war.

    Kohl war ein Machtmensch, das muss man ehrlich sagen.
    Und seine Ära war bald nach der Einheit geprägt durch bleiernen Stillstand.

    „Dessen Kampf – offen und verdeckt – gegen die kommunistischen Regime in Osteuropa, allem voran seinem Heimatland, hatte den eisernen Vorhang mit zum Einsturz gebracht.“
    Autsch…..
    Das stimmt auf jeden Fall für Polen, da gebe ich Ihnen Recht.
    Aber haben Sie da nicht vergessen daß Ostdeutschland zutiefst atheistisch ist???? Zumindest ist Ostdeutschland vom Eichsfeld abgesehen nicht katholisch.
    Es war schon die Kirche die entscheidend zum Einsturz des Systems beigetragen hatte. Ja. Die EVANGELISCHE Kirche.
    Haben Sie nicht auch vergessen daß es auch in Rumänien und der Tschechoslowakei andere Themen gab als den Papst???
    Haben Sie einen Vaclav Havel vergessen???

    Und was ist mit einem Michail Gorbatschow und einem Eduard Schewardnadse die ihre Mühe hatten, die ewiggestrigen Kampfdackel im Kreml an die Leine zu nehmen???

    Tut mir leid, diesen Artikel kann ich einfach nicht bis zum Ende lesen.
    Sie schreiben für uns hier sehr viele sehr gute und sehr aufschlussreiche Artikel. Der hier ist keiner davon.
    Bislang, @sehr geehrte Redaktion, hatte ich vor Ihnen immer sehr großen Respekt. Auch wenn ich mich von Ihnen nicht immer fair behandelt gefühlt habe. Aber momentan scheint mir, daß so manche Leute gerade akut urlaubsreif sind.
    Sie zum Beispiel.
    Ocder Franziskus, Siehe letzter Artikel.

    • Wrightflyer
      20.06.2017, 21:59 Uhr.

      Herr Erbacher, ganz ehrlich?

      Bislang hatte ich vor Ihnen beiden, @sehr geehrte Redaktion, einen wirklich großen Respekt, auch wenn das nicht auf Gegenseitigkeit beruht hat, also auch wenn Sie mich hier als überflüssig betrachten, aber mit dem Artikel hier haben sie das ein bischen zerstört.

      Natürlich ist man immer auch mal verschiedener Meinung, aber das da ist ein bischen zu sehr… Anhimmelei eines, muss man ganz ehrlich sagen, durchaus auch groben Machtmenschen.

      Und daß Wojtywa allein den ganzen Ostblock zu Fall gebracht hätte, das ist doch ein sehr undifferenziertes Geschichtsbild das auch sehr viele mutige Kämpfer wie einen Vaclav Havel beleidigt.
      Auch hier leisten Sie sich aus meiner Sicht Anhimmelei eines Machtmenschen.

      Der Ostblock war 1989 schlicht fällig. Und er bestand nicht nur aus Polen, er bestand auch aus der DDR in der, wenn überhaupt, eher die EVANGELISCHE Kirche eine wesentliche Rolle gespielt hat. Er bestand auch aus Rumänien und das ist, wenn damals überhaupt Religion ausgeübt werden konnte, orthodox.
      Es war auch nicht der Kommunismus allein der den Leuten gestunken hat, es war auch die Russifizierung von der sich z.B. Polen und das Baltikum bedrängt gefühlt haben.

      Ich bitte Sie, @sehr geehrte Redaktion, um ein wenig mehr Respekt.
      Nämlich vor z.B. den vielen Menschen die damals ein enormes Risiko eingegangen sind um den Ostblock zu Fall zu bringen, nachdem Tiananmen erst wenige Monate her war.

  • Wrightflyer
    18.06.2017, 22:32 Uhr.

    Was ist eigentlich mit Wanda??
    Ich wundere mich gerade daß der nicht mehr schreibt…
    Hoffentlich nichts ernstes….

  • Ya Lob
    18.06.2017, 22:34 Uhr.

    Bei all den herausragenden politischen Leistungen von Helmut Kohl sollte auch seine Haltung in der Familie berücksichtigt werden. Da sieht es dann doch etwas bescheidener aus, was hier geleistet wurde um nicht zu sagen, was Herr Kohl sich hier geleistet hat.

  • Silberdistel
    19.06.2017, 12:18 Uhr.

    Bezüglich des erwähnten aktuellen Besuchs der Neubundeskanzlerin Merkel, nach schon mehrmaligen zuvor beim jetzigen Papst, frage ich mich in welcher außenpolitischen Notlage man sich derzeit im Vatikan befindet, mit der eigenen Netiquette zu brechen und einen Politiker/in im Wahlkampf zu empfangen??
    Als Bürger dieses Landes bin ich sehr darüber besorgt, wie dieses Land über zwei Jahrzehnte „alternativloser“ Regide unter der Neukanzlerin, mehr und mehr in Abhängigkeiten geführt wird. Und zwar in der Art, als ob es überhaupt kein nationales, sondern nur noch internationales Interesse gäbe. So, als wolle Deutschland mal wieder die ganze Welt retten. Sich in Verträgen zu binden, die Deu nicht nur europäisch zu erheblichen finanziellen Umverteilungen verpflichten werden, bzw. bereits wird, sondern auch die Bürger Afrika´s aus der Not helfen soll. Über das Pariser Klimaabkommen beispielsweise China in die Lage versetzen soll, deren Umwelt besser zu schützen. Dabei ist China mittlerweile der größte Gläubiger auf diesem Planeten und könnte das mit Leichtigkeit eigenfinanzieren. Gleichzeitig im eigenen Lande eine Energiepolitik zu betreiben, die Energie zum noch kostbareren Gut machen wird und somit einem Großangriff auf die Leistungsfähigkeit der heimischen Wirtschaft gleicht. Während parallel dazu immer weitere Kreise der eigenen Bürger verarmen und sich einem hemmungslosen Ämterbürokratismus gegenüber sehen.
    Man sollte nicht meinen das Politk keine Konsequenzen hätte und sich nicht wundern, wenn Deutschland nach einer recht klugen und vor allem pragmatischen und nicht illusionären Politik unter dem Altkanzler Kohl, eines nicht so fernen Tages auf dem Niveau einer Bananenrepublik wieder findet.

    • Silvia
      19.06.2017, 14:04 Uhr.

      Silberdistel
      19.06.2017, 12:18 Uhr.

      Hier stimme ich Ihnen voll und ganz zu. Nur verstehe ich nicht, wieso Sie Frau Merkel als „Neubundeskanzlerin“ bezeichnen, neu im Amt ist sie doch wahrhaftig nicht.

      Meine persönliche Meinung ist, dass sie Kohls Lebenswerk zerstört hat, schon alleine durch den Umbau der ehemals christlich – bürgerlich – konservativen CDU in eine rot – grüne Einheitspartei, zu der es derzeit im Parlament keine echte Oposition mehr gibt.

      Der größte Fehler, den Helmuth Kohl gemacht hat, war, diese Frau so zu fördern, dass sie heute Bundeskanzlerin ist.

      Sie hat nicht nur die CDU entkernt sondern ganz Deutschland zum Nachteil verändert und ist nun dabei, dasselbe mit Europa zu machen.

      • Silberdistel
        19.06.2017, 14:36 Uhr.

        Silvia
        19.06., 14:04 h
        Weil es in diesem thread um den Altbundeskanzler geht, war „Neu“-bundeskanzlerin nur ein Wortspiel dazu.
        Umgekehrt stimme ich ihrer Aussage vorbehaltlos zu. Allerdings hat Kohl auch mal über Merkel in seiner ganz eigenen Art gelästert, das sie nicht mit Messer und Gabel essen könne.

      • Suarez
        19.06.2017, 14:36 Uhr.

        Was ist denn das Lebenswerk von Helmut Kohl? Und was zerstört Angela Merkel (deren Ablösung durch den Katholiken Martin Schulz ich sehnlichst erhoffe) genau?

        • Wolfgang Petrus
          20.06.2017, 20:27 Uhr.

          Ist ein Politiker, der weder an Gott glaubt noch an ein Leben nach dem Tod (siehe das Interview in Chrismon 2013) noch als „Katholik“ zu bezeichnen, Suarez?

          • Suarez
            21.06.2017, 14:25 Uhr.

            Einmal getauft, immer getauft. Selbstverständlich ist Martin Schulz Katholik.

          • Wrightflyer
            21.06.2017, 23:01 Uhr.

            Die Taufe ist noch lange keine Garantie dafür, den Glauben nicht zu verlieren. Wenn er nicht an Gott glaubt dann glaubt er nicht an Gott, so isses halt!

            Aber man kann auch (wieder) zum Glauben kommen, die Hoffnung habe ich bei Martin Schulz!

      • Wrightflyer
        21.06.2017, 6:20 Uhr.

        Ach, eine NS noch, @silberdistel, bzw. Zwei noch:

        Bislang floss kein Cent deutsches Steuergeldern nach Griechenland. Es gab lediglich BÜRGSCHAFTEN, damit Griechenland Geld bei anderen Kredithaien leihen kann.
        Auch ist die wirtschaftliche Erholung Portugals ein Verdienst der neuen linken Regierung, die dem Schäuble den Stinkefinger gezeigt und sich von der Austeritaetspolitik verabschiedet hat, stattdessen Geld in die Hand genommen hat um die Wirtschaft anzukurbeln.
        Wir sind, andrst als in der konservativen Propaganda dargestellt, keineswegs der „Zahlmeister Europas“.

        Auch merkt bekommt keiner von uns das bischen Entwicklungshilfe für die Entwicklungsländer real in seinem Geldbeutel.

        Die Sache ist die:
        Wir HABEN genug Volksvermoegen, so dass eigentlich hier niemand hungern müsste und Altersarmut kein Thema sein sollte.
        Nur: Wir sind längst keine soziale Marktwirtschaft mehr!
        Dieses System, solange es noch bestand, war eines der besten der Welt. Es war eine Art dritter Weg zwischen Kapitalismus und Sozialismus.
        Direkt nach der Wende jedoch, und auch deswegen sollte man sich keine allzu unkritische Anhimmelei von Helmut Kohl leisten, begann im Siegesrausch der Abbau der sozialen Anteile des Systems. Man sah das an der sehr brutalen Art wie die DDR-Betriebe abgewickelt wurden. Mit denen konnte es so nicht mehr weitergehen, stimmt schon. Sie waren Hoffnungslos veraltet. Aber die Art und Weise wie Ostdeutschland damals enteignet wurde, tat dem Prozess der deutschen Einheit alles andere als gut.

        Verschärft hat den antisozialen Kurs zugegebenermaßen Schröder mit seiner Agenda 2010, der Totengräber der Sozialdemokratie.
        Andererseits hat sich Schröder enorme Verdienste um Deutschlands Souveränität erworben, weil er uns aus dem Irakkrieg rausgehalten hat.

        Ein sehr kluger Mann namens Noam Chomsky bezeichnete vor einiger Zeit uebrigend die alte BRD als sozialistischer als die DDR.

        Und nun noch was:
        Was den blutigen Zerfall Jugoslawien angeht: Als Sechzehntelslowenin bin ich ein bischen in Versuchung, die Kriegsschuld allein den Serben an zulasten. Mittlerweile habe ich mich jedoch mit der Geschichte ein wenig befasst und muss sagen, dass es im Vorfeld auch die Schuld der Kroaten und Slowenen gab.
        Es gab damals in Jugoslawien nämlich so einen Länderfinanzausgleich, Ähnlichkeit wie bei uns. Und die reicheren Länder, Kroatien und Slowenien, wollten in der schweren Wirtschaftskrise von Solidarität nichts mehr wissen und das ganze Geld für sich behalten.
        Es ging also Anfangs durchaus um Geiz!

        Geiz, Silberdistel, hat die Welt noch nie besser gemacht!
        Die Armen verachten, sei es die im Inland oder seien es aermere Laender , hat in der Welt noch nie Gutes bewirkt oder irgendeinen Menschen innerlich schöner gemacht!

        Wenn Europa heute eines gut täte, dann wäre das reale Solidarität mit seinen ehemaligen Kolonialreiche, denen es so viel zu verdanken hat!

        • Wrightflyer
          21.06.2017, 6:21 Uhr.

          UPS, was hat mein Handy da gemacht?
          Sollte heißen: EINES noch!

          • Silberdistel
            21.06.2017, 18:05 Uhr.

            Wrightflyer
            21.06., 6:20 h
            Die Bedeutung der Target2-Salden kennen sie nicht. Um in das Thema einzusteigen, empfehle ich ihnen den focus-Artikel vom Feb. diesen Jahres mit der headline: „800 Milliarden blanko! Deutschlands teurer Freundschaftsdienst an Europa“
            Anscheinend wissen sie nicht, welche Tragweite Bürgschaften haben können…
            Griechenland habe ich nicht direkt angesprochen, fällt aber sicher mit unter das Thema.
            Sie sollten ihren Beitrag dem Bund der deutschen Steuerzahler schicken, damit die sich dort endlich auch mal beruhigen! Allerdings kann ich mir vorstellen mit welchem Vermerk er von dort wieder zurück kommt (Vorsicht: Ironie!)
            Ich rede keineswegs dem Geiz das Wort und pflege keine Verachtung von Armen, das sei ihnen an dieser Stelle noch mit gegeben.

          • Wrightflyer
            21.06.2017, 22:59 Uhr.

            Was der Focus schreibt ist mir gleichgültig, ich halte vom Focus nämlich nichts!

            Und im übrigen erinnere ich mich noch ziemlich gut an die Hetzkampagne vor ein paar Jahren. Da ging es nicht um Bürgschaften und wie sie genau funktionieren. Da ging es darum daß wir angeblich den „Pleite-Griechen“ die „Luxusrenten“ bezahlen würden. Es WURDE behauptet daß unser Geld direkt nach Griechenland fließen würde.

          • Silberdistel
            23.06.2017, 11:59 Uhr.

            Wrightflyer
            21.06., 22:59 h
            Mit „target2-Salden“ kann man googeln und so genügend andere Quellen finden. Voraussetzung dafür ist natürlich, das man anderen Argumenten und Info´s überhaupt aufgeschlossen ist […]*

            *Der Beitrag wurde wegen des Verstoßes gegen die Netiquette editiert.

    • Wrightflyer
      19.06.2017, 23:57 Uhr.

      silberdistekl, ich muss Ihnen scharf widersprechen!!
      Sie tapezieren hier ein Weltbild des nationalen Egoismusses, und damit bin ich in keinster Weise einverstanden!

      Nationaler Egoismus ist von vorgestern!
      Erstens hat er uns in drei Weltkriege mit Millionen Toten geführt (d.h. auch in den Kalten Krieg mit seinen Opfern in Vietnam, Angola, Lateinamerika usw.).
      Zweitens hat er nur funktioniert solange es noch im Übermaß Länder zu erobern, Völker zu unterdrücken, Ressourcen auszubeuten und Arbeiterklassen zu schinden gab. Heutzutage werden aber Land und Ressourcen knapp. Wir sind 7 Milliarden Menschen und ALLEN gleichermaßen stehen die Ressourcen dieser Erde zu!

      Daß es auch bei uns immer mehr Armut gibt, weiß ich selbst. Ich war auch selbst schon arbeitslos, ich weiß daß das Leben mit Hartz IV ein sehr hartes ist.
      Nur: Immerhin habe ich damals mein Hartz IV bekommen! Andere haben nichts!
      Wir müssen unendlich dankbar sein, daß wir hier im industrialisierten Europa zur Welt gekommen sind. Diese Industrialisierung verschafft uns die Freiheit, die Sicherheit, den weiten Denkhorizont. Davor war die Bevölkerung europas wenige Herren und sehr viele Knechte.
      Aufgebaut wurde die Industrialisierung aber auch mit den Ressourcen der Kolonialreiche. Mit ihrem Kautschuk, ihrem Salpeter usw.

      Niemand von uns hat es verdient, hier zur Welt zu kommen, wo die Supermärkte voll sind und man selbst dramatische ernteausfälle wegen Dürre in Brandenburg praktisch nicht mitbekommt. Wo es fast keine Stromausfälle gibt (wann habe ich den letzten nennenswerten erlebt? Auch schon 3 Jahre her). Niemand hat etwas dafür getan, hier geboren zu werden, irgendwas dafür geleistet.

      Wenn ich 3 wochen Campingtour mache, jetzt wo ich endlich wieder Urlaubsgeld habe, ist das eine Sache. Ich komme zurück, daheim wartet mein Bett, etwas essbares, eine Dusche, eine Waschmaschine. Und sollte ich unterwegs in Schwierigkeiten stecken: Ich bin Inhaberin eines der mächtigsten Reisepässe der Welt, nämlich von einem weinroten mit Archäopteryx dem Flugsaurier drauf. Die Diplomaten meines Landes werden sich auf jeden Fall bemühen, mich rauszupauken.
      Andere haben kein Land mehr das sich für sie einsetzt.
      Andere sind nicht auf Campingtour sondern auf der Flucht. Auf sie wartet nichts mehr. Sie suchen unter unglaublichen Schindereien, in überbelegten Booten übers Mittelmeer, zu Fuß durch die Wüste und durch halb Europa, Hoffnung. Sie liefern sich Behörden aus deren Sprache sie nicht sprechen und deren Vorgehensweisen sie nicht kennen. Sie sind sogar noch dankbar für ein Bett in einem Lager: Mit mehreren Fremden in einem Raum, ohne Privatsphäre. Versorgt mit ungewohntem und manchmal nicht gut verträglichem Essen.
      Was muss ein Mensch durchgemacht haben um sich darauf einzulassen? Verdammt viel!
      Es sind heute so viele Menschen auf der Flucht wie seit 1945 nicht mehr. Ganze Karawanen der Verzweiflung.

      Doch, es ist mehr als angemessen, heute von Nationalen Egoismen und Ausbeutung ärmerer Länder umzuschwenken auf ernsthafte PARTNERSCHAFTEN mit unseren ehemaligen Kolonialreichen.

      Übrigens werden die Strompreise künstlich hochgehalten. RWE hat deswegen sogar schon Ärger mit dem Kartellamt bekommen. Mit der Förderung erneuerbarer Energien haben die Strompreise nichts zu tun.
      AKWs brauchen jährlich neue teure Brennstäbe und sind im Betrieb generell extrem teuer, fossile Kraftwerke brauchen permanent Kohle, Öl oder Gas. Ein Windrad braucht auch gelegentlich Wartung und ersatzteile, ist aber im Betrieb sehr günstig. Die noch laufenden AKWs verschlingen gigantische Summen an Subventionen, fossile Kraftwerke nicht minder.

      Die nächsten Tage, wenn ich Zeit habe, such ich die Summen der Subventionen für Kohlestrom, Atomstrom und erneuerbaren Strom mal raus.

      • Silberdistel
        21.06.2017, 18:47 Uhr.

        Wrightflyer
        19.06., 23:57 h
        Von Interessen eines Landes habe ich gesprochen, nicht von Egoismus. Wer glaubt ein Land, unser Land, dürfe kein nationales Interesse haben und danach handeln, der glaubt auch das Leben sei ein Ponyhof!!

        Übrigens an dieser Stelle einmal der Amtseid eines Bundeskanzlers: „Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe.“ – Die „Gottesformel“ ist übrigens keine Pflicht. Pflicht und bindend ist jedoch der Eid unserer Demokratie auf das deutsche Volk.

  • Krakebusch
    20.06.2017, 19:34 Uhr.

    „Wo die Werte einer freiheitlichen Gesellschaft mit den Füßen getreten wurden – wo auch immer auf der Welt -, da setzte er sich für die Beachtung dieser Werte ein.“

    Das kann der Herr Marx gerne einem der vielen Opfer des Schandparagraphen 175 ins Gesicht sagen. Ohne die Wiedervereinigung hätten sich die Damen und Herren Verantwortlichen nebst tollem „christlichen Zeugnis“ noch jahrelang an dieser Unmenschlichkeit mit Händen und Klauen festgeklammert.

    • Wrightflyer
      21.06.2017, 23:04 Uhr.

      Wirklich übel und sehr besorgniserregend ist die Homosexuellenverfolgung in Russland.
      Ist nunmal typisch für Diktaturen: einen Sündenbock suchen, eine Minderheit auf die alle draufhauen dürfen, damit die Leute nicht auf die Idee kommen, sich die Machenschaften der Machtelite näher anzusehen!

  • Silvia
    21.06.2017, 7:26 Uhr.

    Krakebusch
    20.06.2017, 19:34 Uhr.

    Den früheren Paragraph 175 lehne ich ohne Wenn und Aber ab. Aber den Homo – Hype, den wir seit Jahren haben, kann ich nicht zu den Werten unserer Gesellschaft zählen.

    Um eine Gesellschaft lebenswert und zukunftsfähig zu machen, braucht man andere Werte als das Eintreten für die Homoehe, Homoparaden u.ä.

    Die Zukunft einer Gesellschaft sind Familien, bestehend aus einem Mann und einer Frau und deren gemeinsamen Kindern. Damit das Gelingen kann, muss die Politik ein FAMILIENFREUNDLICHES Klima schaffen, nicht die gelebte Homosexualität zur Norm erklären.

    Ich beziehe mich übrigens ausschließlich auf den Politiker Helmuth Kohl, über den Privatmann, Ehemann und Vater Kohl maße ich mir kein Urteil an.

    • Suarez
      21.06.2017, 14:27 Uhr.

      Wie @Silvia auf das Thema Homosexualität kommt, ist wohl ihr Geheimnis. Es gibt keine Hype – sondern die gut 10% der Bevölkerung, die völlig normal sind und eben homosexuell empfinden, trauen sich endlich ans Tageslicht. Hier soll die Heterosexualität, die so gar nicht gibt, zu einer Norm erklärt werden, die schon mehrfach Pogrome etc. ausgelöst hat. Was @Silvia hier betreibt, ist homophobe Hetze, nur in schöne Worte gepackt. Pfui.

      • Silvia
        21.06.2017, 18:28 Uhr.

        Suarez
        21.06.2017, 14:27 Uhr.

        Ganz einfach; Der von Dr. Krakebusch erwähnte $ 175 Strafgesetzbuch hat die praktizierte Homosexualität unter Männern mit gefängnis bestraft.

        • Silvia
          21.06.2017, 18:30 Uhr.

          P.S. : Ich habe beim Schreiben das Wort „Paragraph“ mit dem entsprechenden Zeichen abkürzen wollen, aber das falsche erwischt.

          • Silvia
            21.06.2017, 18:36 Uhr.

            Suarez
            21.06.2017, 14:27 Uhr.

            Nachtrag: Heterosexualität gibt es also gar nicht? Interessant! Wie erklären Sie sich dann, dass die Menschheit bisher noch nicht ausgestorben ist?

            Wenn nur gut 10 Prozent der Bevölerung homosexuell sind, was sind dann die anderen rund 90 Prozent, die sich mehrheitlich fortpflanzen oder schlicht und einfach sich als Mann zu Frauen und als Frauen zu Männern sexuell hingezogen fühlen?

            Ich verbreite keine Hetze sondern Tatsachen.

      • Suarez
        22.06.2017, 9:03 Uhr.

        Richtig, Heterosexualität gibt es in der von Silvia beschriebenen Form gar nicht. Es gibt gesellschaftliche, biologische und eine Reihe von individuellen Faktoren, die ganz unterschiedlich ausgeprägt sind. Es gibt soviele Sexualitäten, wie es Menschen gibt. Wer das Gegenteil erzählt, betreibt das Geschäft von Hetzern.
        Ein Mattusek hatte wenigstens die Ehrlichkeit zu sagen, dass er dann eben homophob ist, wenn er bei seinen „Argumenten“ (ohne zutreffende und hinreichende Begründung, das ist ja das Problem) bleibt.

      • alberto knox
        23.06.2017, 10:18 Uhr.

        in der tat, sehr richtig bemerkt, es gibt heterosexualität gar nicht. ein bisschen schnodrig formuliert, aber sehr wahr. bemerkenswert, wie silvia heterosexualität auf das reinraus aus der weiblichen scheide reduziert, als ob männlich/weibliche paare nicht auch manuale, orale und anale sexuelle befriedigung kennten, die sie ja auch mit weiblich/weiblichen und männlich/männlichen paaren (um die häufigsten geschlechter zu nehmen, es gibt ja weit mehr als nur zwei biologische geschlechter, so sehr ignoraten das ausblenden wollen) teilen. und davon abgesehen wird es auch der homophoben fraktion nicht gelingen liebe zwischen menschen hinwegzupseudoargumentieren, nur weil sie nicht in deren enge weltsicht passt. es ist ein hartes verdickt, aber ja: die worte, die silvia wählt, sind verletzend homophob – und entsprechen damit nicht den weisungen des kkk.

        • Jürgen Erbacher
          Jürgen Erbacher
          23.06.2017, 14:19 Uhr.

          Wir werden zum Thema Homosexualität und Heterosexualität keine weiteren Kommentare mehr freischalten. Es scheint, wie immer bei diesem Thema in diesem Blog, keine sachliche Diskussion möglich zu sein. Gegenseitige Kategorisierungen, Angriffe und Urteile über die anderen Mitschreiber können eine Diskussion nicht voranbringen, sondern verursachen lediglich Verhärtungen und Verletzungen.

    • Wrightflyer
      21.06.2017, 22:50 Uhr.

      Okay, ich versuche nochmal, Ihnen zu entworten. […]*

      NIEMAND will hier „Homosexualität zur Norm erklären“.
      Es geht schlicht darum daß diejenigen die nunmal homosexuell sind nicht mehr angefeindet werden, nicht mehr gedemütigt werden, sich nicht mehr verstecken müssen, „schwule Sau!“ nicht mehr das schlimmstmögliche Schimpfwort auf dem Schulhof ist weil es nicht mehr als verwerflich gesehen wird, homosexuell geboren zu sein und sexuelle Liebe nicht mehr verbergen müssen.

      Homosexualität ist natürlich gefährlich….
      ….für die patriarchalische Gesellschaftsordnung. Also für die Vorstellung daß mit Sexualität, Familie usw. gemeint wäre, daß die Frau dem Manne Untertan ist. Homosexuelle führen live und in Farbe vor daß eine wahre Partnerschaft zwischen gleichberechtigten Menschen funktioniert und unendlich viel schöner ist.
      Sie bringen also die Sklaverei der Frau, wo immer sie noch besteht, auch in manchen Köpfen in Mitteleuropa, ins Wanken.

      „Die Zukunft einer Gesellschaft sind Familien, bestehend aus einem Mann und einer Frau und deren gemeinsamen Kindern.“
      Und Kinder dürfen nicht auch Großeltern haben? Keine Onkel, Tanten, Cousins, Cousinen?
      Ein arg beschränktes Familienbild! Familie ist doch noch so viel mehr!

      Und im übrigen:
      Daß eine solche Familie wie Sie sie skizzieren, die „klassische“ Kleinfamilie, funktionieren kann, müssen auch ein Mann und eine Frau in der Lage sein, ihre Elternrolle angemessen auszuüben! Wenn das nicht der Fall ist, wenn einer von beiden nicht zur Elternschaft fähig ist sondern nur dazu, Kinder biologisch zu erzeugen, müssen andere Varianten her! Das kann alleinerziehendes Elternteil mit Kind sein, das kann ein Stiefelternteil sein, es kann auch ein zumindest teilweise Aufwachsen bei anderen Verwandten sein!
      Keiner Kinderseele tut es gut wenn sie zwar „regelkonform“ bei rechtlich verheirateten Erzeugern lebt, aber vor lauter Kälte am Küchentisch erfriert!

      Kleine Kinder wollen nicht wissen ob ihre Familienverhältnisse irgendeiner abstrakten Norm entsprechen!
      Sie wollen wissen ob sie geliebt werden, ernstgenommen werden, einen sicheren Platz haben, ob die „Großen“ verlässlich sind und einen stabilen Rahmen bieten.
      Erst wenn Doppelmoralisten von außerhalb kommen und die Familienverhältnisse bekritteln weil sie nicht ganz der gesellschaftlichen Norm entsprechen, auf die Familie herabsehen und die Familie samt Kindern ausgrenzen und Verachtung spüren lassen, DANN werden Kinder verunsichert und ihre Seelen verletzt!

      Und im übrigen bin ich schon lange der Meinung daß wir neu herausfinden müssen: Was ist ein Mann, was ist eine Frau?
      Nicht nur bei mir selbst, auch bei den Patenkindern sehe ich daß nicht alle „klassischen“ Vorstellungen der Realität entsprechen.
      Gut, das eine ist noch nicht ganz mein Patenkind weil sich die Terminfindung für die Taufe verzögert (hoffentlich noch dieses Jahr, die Kleine ist schon 2!), aber ich bin schon definitiv eingeplant, also gehen wir mal von zwei Patenkindern aus.
      Beides Mädchen und total von Technik begeistert, kristallisiert sich schon jetzt im Kleinkindalter raus! Patenkind Nr. 2 liebt Flugzeuge sogar noch mehr als ich! Mit gerade mal zwei Jahren!

      *Der Beitrag wurde wegen des Verstoßes gegen die Netiquette editiert.

      • Silvia
        23.06.2017, 12:06 Uhr.

        Wrightflyer
        21.06.2017, 22:50 Uhr.

        okay, und ICH versuche NICHT, Ihnen zu antworten weil es sich im Laufe von vier Jahren, die wir Beide hier im Blog sind, für mich als unmöglich erwiesen hat.

    • Wrightflyer
      22.06.2017, 21:01 Uhr.

      Ach, eines noch:

      „Ich beziehe mich übrigens ausschließlich auf den Politiker Helmuth Kohl, über den Privatmann, Ehemann und Vater Kohl maße ich mir kein Urteil an.“
      Nachdem der ja jedes Jahr so ein öffentliches Schmierentheater am wolfgangsee aufgeführt hat und die arme Hannelore sehr darunter gelitten hat (wie auch unter der generellen Lieblosigkeit), maße ich mir als Bürgerin dieses Landes durchaus ein Urteil an – gerade als BürgerIN.

      Ich habe nämlich eine klare Vorstellung was eine anständige Familie ist. Und eine in der der Mann seine Ehefrau mit unglaublicher Respektlosigkeit behandelt ist KEINE.

      Es war natürlich auch Hannelores Fehler daß sie bis zur Selbstaufgabe an diesem Schema festgehalten hat. Nur war sie den Frauen der Bundesrepublik damit auch kein gutes Vorbild.
      Eine Raissa Maximowna Gorbatschowa hätte sich das nicht bieten lassen.

    • Brigitta
      23.06.2017, 18:05 Uhr.

      Leben und leben lassen – jeder so wie er will so lange nicht das Leben eines anderen dadurch gefährdet wird

  • Silberdistel
    22.06.2017, 20:18 Uhr.

    Ich möchte an dieser Stelle noch gerne etwas über die Staatsform der Demokratie ansich bemerken, die einen Kanzler wie Helmut Kohl erst hervor gebracht hat.
    Ich denke, die Demokratie hat sich unter dem direkten Einfluß dieses doch sehr phänomenalen ´uprades´ in die Schöpfung vor nahe 2000 Jahren durch Jesus Christus so erst entwickeln können, wie sie sich entwickelt hat. Gemäß Seinen, Jesu, Lehren. Und jawohl, trotz durchaus diesseitig machtbewusster Kirche und nicht immer wegen ihr. Historisch entwickelt analog dem testamentarischen Vermächtnis Jesu: „Ihr aber seid Brüder und Schwestern..“ (Sinngemäß Mt. 23), anscheinend ohnehin ein Heilsideal. Dieses Streben in einer Einheit der Vielfalt auf dem Fundament der Gleichberechtigung einer jeden Existenz auf Erden nicht nur vor ´Gott´ allein, sondern bereits im Diesseits.
    Ich denke das hat was! (positives). Zumal, wenn man diese Staatsform mit anderen zeitgenössischen oder historischen vor der Zeit Jesu vergleicht. Diese Staatsform der Demokratie ist die erfolgreichste und Wohlstand stiftenste aller Zeiten. Und sie gründet eben auf dem Willen Jesu – Obwohl.. die Stimme des Nächsten (-manchmal nur-!) fast kaum zum Auszuhalten ist.

    • alberto knox
      23.06.2017, 10:25 Uhr.

      ich sage es ungern: keine staatsform gründet auf dem willen jesu. staatsformen sind ihm schlicht wurscht gewesen, weil es ihm um den anbruch der königsherrschaft (!) gottes im menschen und die wiederherstellung von allem ging.
      dass man vor dem hintergrund von gal 4 (in christus gibt es nicht mehr juden noch griechen, sklaven noch freien, mann und frau [das sei den männerpriesterweihefetischisten gesagt]) eine affinität der christlichen gegenwart zu demokratischer partizipation in staat (die dort in einer die gewaltenteilung berücksichtigen republik ebenso verwirklicht werden kann wie in einer konstitutionellen monarchie) und auch kirche sieht (ich teile diese sicht), steht dem nicht entgegen und nimmt gleichzeitig auch den pöblern ihre pseudoargumente aus der hand, dass die kirche sich nicht in den staat einmischen soll. kirche ist kein frommer verein zur hebung der sittenmoral – sie ist stein des anstoßes, weil – vor allem – in ihr das reich gottes in der welt anbrechen soll.

    • Brigitta
      23.06.2017, 18:00 Uhr.

      Wenn wir alle Brüder und Schwestern sind, dann gilt das auch für die Flüchtlinge

  • Silvia
    23.06.2017, 12:12 Uhr.

    Silberdistel
    22.06.2017, 20:18 Uhr

    So ist es. ich sehe diese Form der Demokratie in Deutschland, die jedem Bürger dieses Landes ein Maximum an persönlicher Freiheit garantiert hat, z.Zt. unter Kanzlerin Merkel allerdings gefährdet.

    Was unser Land brauchen würde, wäre wieder ein Typ Bundeskanzler Kohl, der allen Bürgern ein Leben in Freiheit, Sicherheit und Wohlstand garantiert, und Bildung für alle Kinder, unabhängig vom Einkommen der Eltern, einen gut aufgestellten Sozialstaat und sichere Renten, von denen man auch leben kann.

    • Brigitta
      23.06.2017, 15:56 Uhr.

      Was hat Frau Merkel Ihnen und all den anderen getan, die gegen sie hetzen? Man kann sicher manches kritisch sehen, aber ihr Satz „wir schaffen das“ war wichtig und zukunftweisend. Leider wurde danach viel zu viel davon zurückgenommen. Wir haben eine riesengroße Verpflichtung Afrika und Asien gegenüber, die Schäden wieder gut zu machen, die wir angerichtet haben, und Spanien, Italien und Griechenland gegenüber, die wir mit den Flüchtlingen allein gelassen haben. In der Situation, in der sich viele Afrikaner befinden, würde ich übrigens auch fliehen.
      Außerdem erinnere ich daran, dass wir in einer Zeit direkt nach dem 2. Weltkrieg, als es Westdeutschland noch sehr schlecht ging, es uns gelungen ist Millionen von Flüchtlingen aufzunehmen. (Wir lebten damals auf 50 qm zunächst zu fünft und zu viert – am Anfang zwei später eine Person davon waren mit uns weder verwandt noch verschwägert, aber wir hatte alle ein Dach überm Kopf).
      Und noch eins: Laut einem Zeitungsbericht beträgt der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund hier in München um die 50 Prozent – dazu gehören aber alle: Südtiroler, Italiener, Österreicher und die übrigen Länder der EU, Türken, Afrikaner, Iraner usw. Ja, das Straßenbild hat sich in den letzten beiden Jahren verändert. Man sieht viel mehr Afrikaner als früher, aber ich bin von denen noch nie „dumm angemacht worden“. Eher umgekehrt: ich versuche so weit wie möglich mit denen in Kontakt zu kommen, geht meistens am besten durch ein Anlächeln. Außerdem werde ich in vielen Fällen besser behandelt als von Deutschen. Ich bin körperbehindert und deshalb Schwierigkeiten

      • Brigitta
        23.06.2017, 17:53 Uhr.

        Vor allem im ÖPNV
        Hätte da noch hingemusst

    • Brigitta
      23.06.2017, 17:55 Uhr.

      Wo ist diese Freiheit gefährdet

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