Kirchenvertreter würdigen Helmut Kohl

Papst Franziskus hat den am Freitag verstorbenen langjährigen Bundeskanzler Helmut Kohl als „großen Staatsmann und überzeugten Europäer gewürdigt“. Er habe „mit Weitblick und Hingabe für das Wohl der Menschen in Deutschland und der europäischen Nachbarn gearbeitet“. Mit dem Tod Helmut Kohls gehe eine Ära zu Ende, so der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx. „Die Kirche in Deutschland ist dankbar für das christliche Zeugnis von Helmut Kohl. Wo die Werte einer freiheitlichen Gesellschaft mit den Füßen getreten wurden – wo auch immer auf der Welt -, da setzte er sich für die Beachtung dieser Werte ein“, unterstrich Marx. Der Katholik Helmut Kohl war ein Mann der Ökumene. Seine erste Ehefrau, Hannelore, war evangelisch. Daher war es ihm zeitlebens ein Anliegen, das Miteinander der christlichen Kirchen zu fördern. Kohl baute auf eine aktive Mitgestaltung der Kirchen in der Gesellschaft. Umgekehrt fanden Kirchenvertreter bei dem Politiker ein offenes Ohr für ihre Anliegen. Stark persönlich war sein Engagement für den Speyrer Dom begründet. Bis zu seinem Tod war er der Chef der „Europäischen Stiftung Kaiserdom zu Speyer“, die er selbst gründete. In den Kriegsjahren fand Helmut Kohl in dem romanischen Gotteshaus Schutz vor Fliegerangriffen. Später, als Kanzler, führte der Pfälzer viele Staatsgäste durch die Kirche. Das Gotteshaus war für ihn Symbol der Einheit Europas.

Papst Johannes Paul II. empfängt im Oktober 1998 den scheidenden Bundeskanzler Helmut Kohl. (Quelle: dpa)

Überzeugter Katholik und Europäer

Es war für beide wohl ein bewegender Moment: Gemeinsam gehen Helmut Kohl und Johannes Paul II. durch das Brandenburger Tor beim Besuch des Papstes 1996 in Berlin. Kardinal Marx sprach heute mit Blick auf das Ereignis von „einer historischen Stunde“. Kohl wusste, was die Deutschen dem Papst aus Polen zu verdanken hatten. Dessen Kampf – offen und verdeckt – gegen die kommunistischen Regime in Osteuropa, allem voran seinem Heimatland, hatte den eisernen Vorhang mit zum Einsturz gebracht. Der Papst würdigte Kohl damals: „Sie sind der Baumeister der neugewonnenen Einheit Ihres Volkes. Sie haben die weltgeschichtliche Chance genutzt, siebzehn Millionen Landsleuten die Freiheit zu erringen und die Einheit des deutschen Volkes zu vollenden.“ Kohl wiederum bekannte sich damals zu einer aktiven Rolle der Kirchen in der Gesellschaft: „Freiheit bedeutet immer auch Verantwortung, sonst schlägt sie in neue Formen der Abhängigkeit um. Gelebte Verantwortung braucht die Besinnung auf das eigene Gewissen, auf den Mitmenschen und vor allem auf Gott. Gerade in diesem Sinne ist die Stimme der christlichen Kirchen auch in einer zunehmend säkularisierten Gesellschaft unverzichtbar.“ Auch wenn sich Johannes Paul II. und Helmut Kohl nicht so oft trafen, wie der aktuelle Papst die aktuelle Kanzlerin, im Bemühen um die europäische Einigung sah Johannes Paul II. Helmut Kohl als Verbündeten. Benedikt XVI. würdigte bei seinem letzten Deutschlandbesuch im September 2011 Kohl als Kanzler der Einheit. Der Papst hatte sich die Begegnung bei seinem Besuch in Freiburg eigens gewünscht.

Helmut Kohl, ein überzeugter Katholik, hielt immer einen engen Kontakt zu seiner Kirche. Daran erinnerte der Präsident des Zentralkomitees des deutschen Katholiken, Thomas Sternberg: „Wir sind dankbar für viele Begegnungen und Gespräche, die uns mit ihm als Parteivorsitzenden und Bundeskanzler zusammengeführt haben, nicht zuletzt bei zahlreichen Katholikentagen.“ Regelmäßig suchte Kohl das Gespräch zu Kirchenvertretern wie dem Mainzer Kardinal Karl Lehmann, der zu den theologischen Beratern des langjährigen Kanzlers gehörte. Ob es wirklich Kohl war, der Anfang 2001 persönlich im Vatikan intervenierte, als Johannes Paul II. den Mainzer Bischof zunächst nicht auf der Liste der neuen Kardinäle hatte, ihn dann aber „nachnominierte“, ist nicht bestätigt. Doch das Gerücht hält sich hartnäckig.

Kohl setzte sich, öffentlich fast unbeachtet, für die Berliner Guardini-Professur für Religionsphilosophie und Katholische Weltanschauung ein, trug mit seinen Empfängen im Kanzleramt dazu bei, dass die Sternsingeraktion ein großes Hilfswerk wurde, und engagierte sich stark für den Neubau der Hochschule für Jüdische Studien in Heidelberg. Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, würdigte Helmut Kohl heute als einen eng mit der jüdischen Gemeinschaft verbundenen Staatsmann. Der heute gestorbene Altkanzler habe den Weg für die Einwanderung von Juden in die Bundesrepublik frei gemacht und somit wesentlich zu einer neuen Blüte der jüdischen Gemeinschaft beigetragen, heißt es in einer Erklärung.

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Jürgen Erbacher

Seit Juli 2018 leite ich die ZDF-Redaktion "Kirche und Leben katholisch", für die ich seit 2005 über die Themen Papst, Vatikan, Theologie und katholische Kirche berichte. Dafür pendle ich regelmäßig zwischen Mainz und Rom - meiner zweiten Heimat. Dort habe ich vor meiner ZDF-Zeit mehrere Jahre gelebt und für Radio Vatikan gearbeitet. Studiert habe ich Politikwissenschaft und Katholische Theologie in Freiburg i.Br. und Rom.

42 Kommentare

  • Heilbründl
    17.06.2017, 2:10 Uhr.

    Ich denke, er war am Ende seines Lebens doch ziemlich einsam!

  • Silberdistel
    17.06.2017, 11:35 Uhr.

    Helmut Kohl´s eigene Familiensituation sowie Verhältnis zu alten Freunden, muss nicht so ganz widerspruchsfrei gewesen sein, auf das sein ältester Sohn in einem aktuellen Interview nochmals zu Sprache kam. Der, wie ein grösserer Teil der Familie, vom Tod des Vaters auch nur aus dem Radio erfahren habe. Und gleichzeitig bedauerte, das so manches vor dem Tod des Vaters nicht hätte bereinigt werden konnte.
    Insofern zeigt das die lebensrealistische Äquivalenz solcher ´Lichtgestalten´, die in den Nachrufen so sympatisch gerne vernachlässigt werden.

    Übrigens hält sich das hartnäckige Munkeln, Helmut Kohl habe zu seiner politisch aktiven Zeit, wie zuvor sein Ziehvater Adenauer und andere damalige einflussreiche Politiker wie Genscher; regelmässig die im Rheinland zu jener Zeit sehr bekannte „Seherin von Bonn“ aufgesucht. In dem Fall wären die „göttlichen Ratschläge“ ja tatsächlich mal angekommen, anders als wie es beim „Ein Münchner im Himmel“ der Fall gewesen war.

  • Martin Paul
    17.06.2017, 12:05 Uhr.

    Es ist sehr bedauerlich, dass Helmut Kohls mutiger Einsatz und dem herausragendem Engagement für Juden keinen Platz im Fernsehprogramm des ZDF findet!

  • Ya Lob
    18.06.2017, 22:34 Uhr.

    Bei all den herausragenden politischen Leistungen von Helmut Kohl sollte auch seine Haltung in der Familie berücksichtigt werden. Da sieht es dann doch etwas bescheidener aus, was hier geleistet wurde um nicht zu sagen, was Herr Kohl sich hier geleistet hat.

  • Silberdistel
    19.06.2017, 12:18 Uhr.

    Bezüglich des erwähnten aktuellen Besuchs der Neubundeskanzlerin Merkel, nach schon mehrmaligen zuvor beim jetzigen Papst, frage ich mich in welcher außenpolitischen Notlage man sich derzeit im Vatikan befindet, mit der eigenen Netiquette zu brechen und einen Politiker/in im Wahlkampf zu empfangen??
    Als Bürger dieses Landes bin ich sehr darüber besorgt, wie dieses Land über zwei Jahrzehnte „alternativloser“ Regide unter der Neukanzlerin, mehr und mehr in Abhängigkeiten geführt wird. Und zwar in der Art, als ob es überhaupt kein nationales, sondern nur noch internationales Interesse gäbe. So, als wolle Deutschland mal wieder die ganze Welt retten. Sich in Verträgen zu binden, die Deu nicht nur europäisch zu erheblichen finanziellen Umverteilungen verpflichten werden, bzw. bereits wird, sondern auch die Bürger Afrika´s aus der Not helfen soll. Über das Pariser Klimaabkommen beispielsweise China in die Lage versetzen soll, deren Umwelt besser zu schützen. Dabei ist China mittlerweile der größte Gläubiger auf diesem Planeten und könnte das mit Leichtigkeit eigenfinanzieren. Gleichzeitig im eigenen Lande eine Energiepolitik zu betreiben, die Energie zum noch kostbareren Gut machen wird und somit einem Großangriff auf die Leistungsfähigkeit der heimischen Wirtschaft gleicht. Während parallel dazu immer weitere Kreise der eigenen Bürger verarmen und sich einem hemmungslosen Ämterbürokratismus gegenüber sehen.
    Man sollte nicht meinen das Politk keine Konsequenzen hätte und sich nicht wundern, wenn Deutschland nach einer recht klugen und vor allem pragmatischen und nicht illusionären Politik unter dem Altkanzler Kohl, eines nicht so fernen Tages auf dem Niveau einer Bananenrepublik wieder findet.

    • Silvia
      19.06.2017, 14:04 Uhr.

      Silberdistel
      19.06.2017, 12:18 Uhr.

      Hier stimme ich Ihnen voll und ganz zu. Nur verstehe ich nicht, wieso Sie Frau Merkel als „Neubundeskanzlerin“ bezeichnen, neu im Amt ist sie doch wahrhaftig nicht.

      Meine persönliche Meinung ist, dass sie Kohls Lebenswerk zerstört hat, schon alleine durch den Umbau der ehemals christlich – bürgerlich – konservativen CDU in eine rot – grüne Einheitspartei, zu der es derzeit im Parlament keine echte Oposition mehr gibt.

      Der größte Fehler, den Helmuth Kohl gemacht hat, war, diese Frau so zu fördern, dass sie heute Bundeskanzlerin ist.

      Sie hat nicht nur die CDU entkernt sondern ganz Deutschland zum Nachteil verändert und ist nun dabei, dasselbe mit Europa zu machen.

      • Silberdistel
        19.06.2017, 14:36 Uhr.

        Silvia
        19.06., 14:04 h
        Weil es in diesem thread um den Altbundeskanzler geht, war „Neu“-bundeskanzlerin nur ein Wortspiel dazu.
        Umgekehrt stimme ich ihrer Aussage vorbehaltlos zu. Allerdings hat Kohl auch mal über Merkel in seiner ganz eigenen Art gelästert, das sie nicht mit Messer und Gabel essen könne.

      • Suarez
        19.06.2017, 14:36 Uhr.

        Was ist denn das Lebenswerk von Helmut Kohl? Und was zerstört Angela Merkel (deren Ablösung durch den Katholiken Martin Schulz ich sehnlichst erhoffe) genau?

        • Wolfgang Petrus
          20.06.2017, 20:27 Uhr.

          Ist ein Politiker, der weder an Gott glaubt noch an ein Leben nach dem Tod (siehe das Interview in Chrismon 2013) noch als „Katholik“ zu bezeichnen, Suarez?

          • Suarez
            21.06.2017, 14:25 Uhr.

            Einmal getauft, immer getauft. Selbstverständlich ist Martin Schulz Katholik.

  • Krakebusch
    20.06.2017, 19:34 Uhr.

    „Wo die Werte einer freiheitlichen Gesellschaft mit den Füßen getreten wurden – wo auch immer auf der Welt -, da setzte er sich für die Beachtung dieser Werte ein.“

    Das kann der Herr Marx gerne einem der vielen Opfer des Schandparagraphen 175 ins Gesicht sagen. Ohne die Wiedervereinigung hätten sich die Damen und Herren Verantwortlichen nebst tollem „christlichen Zeugnis“ noch jahrelang an dieser Unmenschlichkeit mit Händen und Klauen festgeklammert.

  • Silvia
    21.06.2017, 7:26 Uhr.

    Krakebusch
    20.06.2017, 19:34 Uhr.

    Den früheren Paragraph 175 lehne ich ohne Wenn und Aber ab. Aber den Homo – Hype, den wir seit Jahren haben, kann ich nicht zu den Werten unserer Gesellschaft zählen.

    Um eine Gesellschaft lebenswert und zukunftsfähig zu machen, braucht man andere Werte als das Eintreten für die Homoehe, Homoparaden u.ä.

    Die Zukunft einer Gesellschaft sind Familien, bestehend aus einem Mann und einer Frau und deren gemeinsamen Kindern. Damit das Gelingen kann, muss die Politik ein FAMILIENFREUNDLICHES Klima schaffen, nicht die gelebte Homosexualität zur Norm erklären.

    Ich beziehe mich übrigens ausschließlich auf den Politiker Helmuth Kohl, über den Privatmann, Ehemann und Vater Kohl maße ich mir kein Urteil an.

    • Suarez
      21.06.2017, 14:27 Uhr.

      Wie @Silvia auf das Thema Homosexualität kommt, ist wohl ihr Geheimnis. Es gibt keine Hype – sondern die gut 10% der Bevölkerung, die völlig normal sind und eben homosexuell empfinden, trauen sich endlich ans Tageslicht. Hier soll die Heterosexualität, die so gar nicht gibt, zu einer Norm erklärt werden, die schon mehrfach Pogrome etc. ausgelöst hat. Was @Silvia hier betreibt, ist homophobe Hetze, nur in schöne Worte gepackt. Pfui.

      • Silvia
        21.06.2017, 18:28 Uhr.

        Suarez
        21.06.2017, 14:27 Uhr.

        Ganz einfach; Der von Dr. Krakebusch erwähnte $ 175 Strafgesetzbuch hat die praktizierte Homosexualität unter Männern mit gefängnis bestraft.

        • Silvia
          21.06.2017, 18:30 Uhr.

          P.S. : Ich habe beim Schreiben das Wort „Paragraph“ mit dem entsprechenden Zeichen abkürzen wollen, aber das falsche erwischt.

          • Silvia
            21.06.2017, 18:36 Uhr.

            Suarez
            21.06.2017, 14:27 Uhr.

            Nachtrag: Heterosexualität gibt es also gar nicht? Interessant! Wie erklären Sie sich dann, dass die Menschheit bisher noch nicht ausgestorben ist?

            Wenn nur gut 10 Prozent der Bevölerung homosexuell sind, was sind dann die anderen rund 90 Prozent, die sich mehrheitlich fortpflanzen oder schlicht und einfach sich als Mann zu Frauen und als Frauen zu Männern sexuell hingezogen fühlen?

            Ich verbreite keine Hetze sondern Tatsachen.

      • Suarez
        22.06.2017, 9:03 Uhr.

        Richtig, Heterosexualität gibt es in der von Silvia beschriebenen Form gar nicht. Es gibt gesellschaftliche, biologische und eine Reihe von individuellen Faktoren, die ganz unterschiedlich ausgeprägt sind. Es gibt soviele Sexualitäten, wie es Menschen gibt. Wer das Gegenteil erzählt, betreibt das Geschäft von Hetzern.
        Ein Mattusek hatte wenigstens die Ehrlichkeit zu sagen, dass er dann eben homophob ist, wenn er bei seinen „Argumenten“ (ohne zutreffende und hinreichende Begründung, das ist ja das Problem) bleibt.

      • alberto knox
        23.06.2017, 10:18 Uhr.

        in der tat, sehr richtig bemerkt, es gibt heterosexualität gar nicht. ein bisschen schnodrig formuliert, aber sehr wahr. bemerkenswert, wie silvia heterosexualität auf das reinraus aus der weiblichen scheide reduziert, als ob männlich/weibliche paare nicht auch manuale, orale und anale sexuelle befriedigung kennten, die sie ja auch mit weiblich/weiblichen und männlich/männlichen paaren (um die häufigsten geschlechter zu nehmen, es gibt ja weit mehr als nur zwei biologische geschlechter, so sehr ignoraten das ausblenden wollen) teilen. und davon abgesehen wird es auch der homophoben fraktion nicht gelingen liebe zwischen menschen hinwegzupseudoargumentieren, nur weil sie nicht in deren enge weltsicht passt. es ist ein hartes verdickt, aber ja: die worte, die silvia wählt, sind verletzend homophob – und entsprechen damit nicht den weisungen des kkk.

        • Jürgen Erbacher
          Jürgen Erbacher
          23.06.2017, 14:19 Uhr.

          Wir werden zum Thema Homosexualität und Heterosexualität keine weiteren Kommentare mehr freischalten. Es scheint, wie immer bei diesem Thema in diesem Blog, keine sachliche Diskussion möglich zu sein. Gegenseitige Kategorisierungen, Angriffe und Urteile über die anderen Mitschreiber können eine Diskussion nicht voranbringen, sondern verursachen lediglich Verhärtungen und Verletzungen.

    • Brigitta
      23.06.2017, 18:05 Uhr.

      Leben und leben lassen – jeder so wie er will so lange nicht das Leben eines anderen dadurch gefährdet wird

  • Silberdistel
    22.06.2017, 20:18 Uhr.

    Ich möchte an dieser Stelle noch gerne etwas über die Staatsform der Demokratie ansich bemerken, die einen Kanzler wie Helmut Kohl erst hervor gebracht hat.
    Ich denke, die Demokratie hat sich unter dem direkten Einfluß dieses doch sehr phänomenalen ´uprades´ in die Schöpfung vor nahe 2000 Jahren durch Jesus Christus so erst entwickeln können, wie sie sich entwickelt hat. Gemäß Seinen, Jesu, Lehren. Und jawohl, trotz durchaus diesseitig machtbewusster Kirche und nicht immer wegen ihr. Historisch entwickelt analog dem testamentarischen Vermächtnis Jesu: „Ihr aber seid Brüder und Schwestern..“ (Sinngemäß Mt. 23), anscheinend ohnehin ein Heilsideal. Dieses Streben in einer Einheit der Vielfalt auf dem Fundament der Gleichberechtigung einer jeden Existenz auf Erden nicht nur vor ´Gott´ allein, sondern bereits im Diesseits.
    Ich denke das hat was! (positives). Zumal, wenn man diese Staatsform mit anderen zeitgenössischen oder historischen vor der Zeit Jesu vergleicht. Diese Staatsform der Demokratie ist die erfolgreichste und Wohlstand stiftenste aller Zeiten. Und sie gründet eben auf dem Willen Jesu – Obwohl.. die Stimme des Nächsten (-manchmal nur-!) fast kaum zum Auszuhalten ist.

    • alberto knox
      23.06.2017, 10:25 Uhr.

      ich sage es ungern: keine staatsform gründet auf dem willen jesu. staatsformen sind ihm schlicht wurscht gewesen, weil es ihm um den anbruch der königsherrschaft (!) gottes im menschen und die wiederherstellung von allem ging.
      dass man vor dem hintergrund von gal 4 (in christus gibt es nicht mehr juden noch griechen, sklaven noch freien, mann und frau [das sei den männerpriesterweihefetischisten gesagt]) eine affinität der christlichen gegenwart zu demokratischer partizipation in staat (die dort in einer die gewaltenteilung berücksichtigen republik ebenso verwirklicht werden kann wie in einer konstitutionellen monarchie) und auch kirche sieht (ich teile diese sicht), steht dem nicht entgegen und nimmt gleichzeitig auch den pöblern ihre pseudoargumente aus der hand, dass die kirche sich nicht in den staat einmischen soll. kirche ist kein frommer verein zur hebung der sittenmoral – sie ist stein des anstoßes, weil – vor allem – in ihr das reich gottes in der welt anbrechen soll.

      • Silberdistel
        24.06.2017, 20:32 Uhr.

        alberto knox
        23.06., 10:25 h
        By the way: Was ich in meinem ersten Beitrag dieses threads über die prominenten Politiker der frühen BRD, einschließlich Helmut Kohl, schrieb; die zur „Seherin von Bonn“ damals regelrecht pilgerten, möchte ich noch bemerken das dies mitnichten eine Mär ist. Persönlich habe ich die phänomenalen Fähigkeiten des bereits im NT beschriebenen ´Wahrsagegeistes´, der über diese Dame, auch ´Buchela´genannt, wirkte; mehrmals erfahren dürfen. Die ´Buchela´, ist auch auf verschiedenen Fotos, z.B. offizieller Staatsempfang mit Edward Kennedy und Helmut Kohl sowie dem damaligen RLP-Ministerpräsidenten, zu sehen.
        Es ist zwar meine Interpretation, aber ich denke ´Gott´ hat hier nach den Verführungen des voran gegangenen unseligen „“1000jährigen Reiches““, einem Volk über deren neue Staatenlenker, hilfreich zur Seite gestanden. Hin zu einer annähernd gottgewollten Gesellschaftsordnung der Geschwister, der Demokratie.

    • Brigitta
      23.06.2017, 18:00 Uhr.

      Wenn wir alle Brüder und Schwestern sind, dann gilt das auch für die Flüchtlinge

      • alberto knox
        23.06.2017, 20:00 Uhr.

        ABSOLUT RICHTIG.

      • Silberdistel
        24.06.2017, 1:57 Uhr.

        Brigitta
        23.06., 18:00 h
        Diese, ihre Aussage, kann ich voll und ganz teilen. – Nur drängt sich mittlerweile der Eindruck auf, das man in diesem unseren Lande (schöne Kohl´sche Redewendung) NÄCHSTENLIEBE mit FERNSTENLIEBE verwechselt. – Welche Gebote Gottes sprächen denn dagegen, wenn wir uns zunächst einmal um unseren Nächsten Nachbarn kümmern und nicht um diejenigen, die in einer anderen Kultur auf einem anderen Kontinent leben? Das ist ganz simpler Pragmatismus! Während mir das Andere doch recht töricht erscheint, weil wir vom Fremden nicht das wissen, was uns von unserem Nachbar bekannt ist. Geht es ihren Nachbarn in ihrem Ort gut? Ich hege da meine Zweifel!!! Und wo setzen wir gerechte Grenzen, oder wollen wir gleich alle aus allen Herren Länder nehmen? Im Zweifelsfall lohnt ein kurzer Blick auf einen Globus um festzustellen, das man sich da in Deu mal wieder hoffnungslos überschätzt.

        • Brigitta
          25.06.2017, 16:20 Uhr.

          Ich gebe zu, ich weiß nicht, wie es meinem nächsten Nachbarn geht – das hat aber auch Gründe, die ich hier nicht nennen möchte.
          Aber als Steuerzahlerin tue ich schon mal sehr viel für meinen Nächsten hier und Spenderin, außerdem kaufe ich meine Kleidung ausschließlich in einem Secondmarkt ein, dessen Erlös in eine soziale Initiative des paritätischen Wohlfahrtverbandes geht.

  • Silvia
    23.06.2017, 12:12 Uhr.

    Silberdistel
    22.06.2017, 20:18 Uhr

    So ist es. ich sehe diese Form der Demokratie in Deutschland, die jedem Bürger dieses Landes ein Maximum an persönlicher Freiheit garantiert hat, z.Zt. unter Kanzlerin Merkel allerdings gefährdet.

    Was unser Land brauchen würde, wäre wieder ein Typ Bundeskanzler Kohl, der allen Bürgern ein Leben in Freiheit, Sicherheit und Wohlstand garantiert, und Bildung für alle Kinder, unabhängig vom Einkommen der Eltern, einen gut aufgestellten Sozialstaat und sichere Renten, von denen man auch leben kann.

    • Brigitta
      23.06.2017, 15:56 Uhr.

      Was hat Frau Merkel Ihnen und all den anderen getan, die gegen sie hetzen? Man kann sicher manches kritisch sehen, aber ihr Satz „wir schaffen das“ war wichtig und zukunftweisend. Leider wurde danach viel zu viel davon zurückgenommen. Wir haben eine riesengroße Verpflichtung Afrika und Asien gegenüber, die Schäden wieder gut zu machen, die wir angerichtet haben, und Spanien, Italien und Griechenland gegenüber, die wir mit den Flüchtlingen allein gelassen haben. In der Situation, in der sich viele Afrikaner befinden, würde ich übrigens auch fliehen.
      Außerdem erinnere ich daran, dass wir in einer Zeit direkt nach dem 2. Weltkrieg, als es Westdeutschland noch sehr schlecht ging, es uns gelungen ist Millionen von Flüchtlingen aufzunehmen. (Wir lebten damals auf 50 qm zunächst zu fünft und zu viert – am Anfang zwei später eine Person davon waren mit uns weder verwandt noch verschwägert, aber wir hatte alle ein Dach überm Kopf).
      Und noch eins: Laut einem Zeitungsbericht beträgt der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund hier in München um die 50 Prozent – dazu gehören aber alle: Südtiroler, Italiener, Österreicher und die übrigen Länder der EU, Türken, Afrikaner, Iraner usw. Ja, das Straßenbild hat sich in den letzten beiden Jahren verändert. Man sieht viel mehr Afrikaner als früher, aber ich bin von denen noch nie „dumm angemacht worden“. Eher umgekehrt: ich versuche so weit wie möglich mit denen in Kontakt zu kommen, geht meistens am besten durch ein Anlächeln. Außerdem werde ich in vielen Fällen besser behandelt als von Deutschen. Ich bin körperbehindert und deshalb Schwierigkeiten

      • Brigitta
        23.06.2017, 17:53 Uhr.

        Vor allem im ÖPNV
        Hätte da noch hingemusst

    • Brigitta
      23.06.2017, 17:55 Uhr.

      Wo ist diese Freiheit gefährdet

      • Silberdistel
        24.06.2017, 10:03 Uhr.

        Brigitta
        23.06., 17:55 h
        Dann werfen sie mal einen Blick auf jene ihrer Nachbarn, die meist unschuldig, in Arbeitslosigkeit gerutscht sind. Die aufgrund der „Hartz4“ Regelungen bereits nach 1 Jahr ihr Angespartes aufbrauchen müssen, bevor sie vom Staat unterstützt werden. JEDEN Job annehmen müssen und vom eigenen Staat mit Sanktionen ihrer Grundsicherungsleistung jederzeit von einem meist unausgebildeten Sachbearbeiter vom Amt, der dort Gott spielen darf, bedroht sind. Darunter sind nicht wenige Fälle von Bürgern, die in diesem unseren Lande bereits 40 Jahre gearbeitet und Steuern gezahlt hatten und sich nun im Prinzip in den Lebensumständen eines Knechtes oder Magd wieder finden.
        Ähnliches gilt für Kinder/Jugendliche in diesem sozialen Bereich, die in Armut aufwachsen müssen und denen so alle positiven Entwicklungsmöglich-keiten von vorn herein versagt bleiben.
        In unserer Stadt bekamen sie noch vor den Flüchtlingswellen keine Sozialwohnung mit einer Wartezeit unter einem Jahr. Wer von einem Schicksalsschalg betroffen ist, erntet auf solchen Ämtern Achselzucken.
        Es sind mittlerweile zu viele die es betrifft und das zieht immer weitere Kreise, gerade auch aus dem früheren mittelständischen Bereich, die von unserer Gesellschaft regelrecht „abgehängt“ wurden. – Fangen sie mal etwas ohne Geld in einer Gesellschaftsform an, in der der Mammon so wichtig ist wie das Blut im Körper zum Leben.

        • Brigitta
          25.06.2017, 16:52 Uhr.

          Sie haben ein Jahr Zeit sich zu kümmern….
          Ansonsten: ich überblicke eine relativ lange Zeit mit 69 Jahren mit vielen Höhen und Tiefen – nur ein Beispiel: meine Mutter hätte als Witwe uns 3 Geschwister nicht zum Abitur bringen können ohne die Hilfe der Großfamilie und diese selbstverständliche Hilfe untereinander fehlt heute total.

    • Brigitta
      25.06.2017, 16:26 Uhr.

      Mir schwillt der Kamm. So toll war Kohl nun auch wieder nicht. Nur ein Beispiel: Wer hat denn das Loch in die Rentenkasse gerissen um andere Löcher zu stopfen

  • alberto knox
    23.06.2017, 20:02 Uhr.

    @silvia,
    gerade unter kohl hat das verderbliche neoliberale paradigma angefangen. ihn für einen garanten der sozialen durchlässigkeit nach oben zu erklären ist geschichtsklitterung.
    ich frage mich nur: wo unter frau merkel ist die freiheit gefährdet? so reden nur afdler.

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