Pastoraltheologe Kohlgraf wird Bischof in Mainz

Das ist eine Überraschung: Der Mainzer Pastoraltheologe Peter Kohlgraf wird neuer Bischof von Mainz und damit Nachfolger von Kardinal Karl Lehmann. Viele hatten mit dem Mainzer Weihbischof Udo Bentz gerechnet; den hätte sich auch Lehmann gut vorstellen können. Doch es kam anders. Kohlgraf ist bisher nur wenigen bekannt. Der 50-Jährige ist seit 2012 Professor für Pastoraltheologie an der Katholischen Hochschule in Mainz. Daneben arbeitete er als Seelsorger in einer Pfarrgruppe in der Nähe von Mainz – ein Professor, der den Kontakt zur Basis nicht verloren hat. Das zeigt sich auch immer wieder in seinem theologischen Wirken. 2015 etwa forderte er mit Blick auf Ehe und Familie: Die Kirche müsse darüber nachdenken, wie sie mit Menschen umgeht, die dem Ideal nicht mehr entsprechen, damit diesen „eine Versöhnung mit der Vergangenheit, mit Gott und der Kirche ermöglicht werden kann“. Er mahnt zur „Vorsicht bei Schwarz-Weiß-Kategorien mithilfe der Theologie“. Vielleicht, so Kohlgraf, „schärfe sich kirchliches Profil mehr in der Begegnung mit der Lebenswirklichkeit der Menschen als man ängstlich meinen könnte“.

Peter Kohlgraf am Ostermontag nach dem Gemeindegottesdienst. (Quelle: Erbacher)

Kirche muss Wirklichkeit ernst nehmen

Es ist interessant zu sehen, dass Theologen heute Bischof werden können, die etwa die Sakramentalität der Ehe in Frage stellen. Also um genau zu sein, stellte Kohlgraf 2015 die Frage: „Ist ein Sakrament, das nicht mehr als Zeichen erfahren wird, wirklich noch sakramental, und kann man die Sakramentalität allein am Rechtsakt der Eheschließung festmachen?“ Der Pastoraltheologe hatte in dem Text zuvor konkrete Situationen aus der Praxis geschildert, in denen Frauen die Ehe als Gefängnis erlebten. Kohlgraf ging sogar noch weiter: „Zu hohe emotionale und idealistische Erwartungen können erfahrungsgemäß eine Mitschuld am Scheitern mancher Beziehungen tragen.“ Was ihn zur Frage führte, ob „die Kirche mit ihrem Konzept von Ehe und Partnerschaft nicht ebenfalls eine Möglichkeit für das Hineintappen in eine ‚Perfektionismusfalle‘“ setze. Mit Blick auf die Diskussionen bei der Familiensynode kam der Pastoraltheologe zu dem Ergebnis: „Die Kirche hat nur selten einfach Altes wiederholt, und dies waren nicht unbedingt die fruchtbarsten Zeiten.“ Er schließt sich der Idee des Jesuiten Willi Lambert an: „Gelebte Wirklichkeit von Menschen kann für den Gläubigen und die Kirche normativ werden.“

Dazu bringt Kohlgraf aus seiner bisherigen Tätigkeit durchaus Erfahrung mit. Im Wintersemester 2015/2016 hat er zusammen mit seinen Studierenden an der Katholischen Hochschule in Mainz eine Umfrage unter Gemeinden seines neuen Bistums gemacht, in der es um die Einschätzung der Gläubigen zur Zukunft der Gemeinden ging. Die Ergebnisse kann er jetzt sicher gut gebrauchen. Denn dem Bistum Mainz stehen noch die großen Umstrukturierungsprozesse ins Haus, die in vielen anderen Diözesen seit Jahren im Gange sind. Die Umfrage hatte damals ergeben, dass für die Menschen vor allem das „Gemeinschafts- und Heimatgefühl“ ein entscheidender Faktor ist. Das wird sich mit immer größeren Seelsorgsbezirken nicht herstellen lassen. Zugleich brachte die Studie zutage, „die Beheimatung an einem hauptamtlichen vor Ort festzumachen, scheint nicht Thema der Befragten“. Sprich, wenn es keinen Pfarrer mehr gibt, nehmen die Laien das Schicksal selbst in die Hand. Das könnte in die Richtung deuten, die das Erzbistum München und Freising gerade testet: Gemeindeleitung durch ein Team von Haupt- und Ehrenamtlichen, um so in der Fläche präsent zu bleiben. Ob der neue Mainzer Bischof sich ein solches Modell vorstellen kann? Die Ergebnisse der von ihm betreuten (nicht repräsentativen) Studie gäben ihm durchaus die Legitimation dazu.

An Franziskus orientiert

Peter Kohlgraf stammt aus dem Erzbistum Köln. Dort wurde er 1993 zum Priester geweiht – zusammen mit dem heutigen Erzbischof von Hamburg Stefan Heße und dem Kölner Weihbischof Dominik Schwaderlapp. Kohlgraf bringt einen breiten Erfahrungsschatz mit. Von 1999 bis 2003 war er Schulseelsorger und Religionslehrer an einem Bonner Gymnasium. In dieser Zeit promovierte er in Alter Kirchengeschichte und Patrologie bei Ernst Dassmann. 2010 wurde er in Münster mit einer pastoraltheologischen Arbeit habilitiert. Seit Herbst 2012 lehrt er an der Katholischen Hochschule in Mainz. Derzeit ist er Dekan des Bereichs „Praktische Theologie“. Auffallend ist in seinen Texten, dass er eine positive Haltung gegenüber der Moderne hat. „Die Situation des Pluralismus kann kreative Entwicklungen auslösen“, ist er überzeugt und betont zugleich: „Nur wer einen eigenen Standpunkt hat, kann tolerant sein“. „Wer den Glauben ausschließlich mit richtigen Lehrsätzen gleichsetzt, ist von der Wahrheit des Evangeliums weit entfernt“, so Kohlgraf 2014 in einem Artikel über „Katholisch sein in der Welt von heute – im und um den Glauben ringen“. Für ihn scheint die Zeit der Orthopraxis gekommen, die er nicht gegen die Orthodoxie stellen möchte. Aber mit Verweis auf Papst Franziskus und dessen Lehrschreiben Evangelii gaudium kommt er zu dem Schluss, dass es notwendig sei, „sich der Wirklichkeit zu stellen, weil Gott sich in seinem Sohn der Wirklichkeit ausgesetzt hat“.

Was man bisher von dem neuen Bischof von Mainz lesen kann, klingt interessant und dürfte vielen Gläubigen Hoffnung machen. Der Dogmatiker Karl Lehmann übergibt den Leitungsstab für den Heiligen Stuhl zu Mainz an den Pastoraltheologen Peter Kohlgraf. Der Termin für die Bischofsweihe steht noch nicht fest; möglicherweise ist er sogar erst nach den Sommerferien. Mit seiner Wahl geht das Mainzer Domkapitel einen Mittelweg. Der Professor ist nicht eingebunden in die diözesanen Strukturen und damit frei von möglichen Seilschaften. Zugleich ist er aber kein Unbekannter, denn Kohlgraf war in den vergangenen Jahren immer wieder Gast bei diözesanen Veranstaltungen. Man glaubte daher wohl, abschätzen zu können, was auf das Bistum zukommt. Dem vernehmen nach fiel die Wahl im Domkapitel einstimmig auf Kohlgraf.

Selbstkritische Töne bei der Predigt am Ostermontag. Es ging um die Frage, ob das Herz für den Glauben brennt. Kohlgraf: „Auch ich frage mich, ob ich immer ausstrahle, dass ich für den Glauben brenne.“ (Quelle: Erbacher)

Autorenbild

Jürgen Erbacher

Seit 2005 berichte ich für die ZDF-Redaktion „Kirche und Leben katholisch“ über die Themen Papst, Vatikan, Theologie und katholische Kirche. Dafür pendle ich regelmäßig zwischen Mainz und Rom - meiner zweiten Heimat. Dort habe ich vor meiner ZDF-Zeit mehrere Jahre gelebt und für Radio Vatikan gearbeitet. Studiert habe ich Politikwissenschaft und Katholische Theologie in Freiburg i.Br. und Rom.

22 Kommentare

  • Silvia
    18.04.2017, 13:44 Uhr.

    Interessante Entscheidung des Papstes. Und dem Bistum Mainz ist ein Kardinal Gerhard Ludwig Müller als Bischof erspart geblieben.

    • Suarez
      18.04.2017, 14:25 Uhr.

      Naja, da kann man jetzt gespalten sein: GLM wäre ein überschaubares Drama gewesen. Aber Kohlgraf ist eine ganz hervorragende Wahl. Endlich wird dort weitergemacht, wo 1978 die Eiszeit begonnen hat!

    • Wrightflyer
      18.04.2017, 23:13 Uhr.

      Franziskus hält sich nunmal nicht an irgendwelche zusammengefaselten Latrinengerüchte von kath.net und katholisches.info.

      Wer meint daß er dazu neigen würde, ein Bistum als Schutthalde für unbeliebte Kurienmitarbeiter zu missbrauchen, der hat ihn auch nach 4 Jahren noch nicht wirklich verstanden.

  • Matthias Holländer
    18.04.2017, 19:26 Uhr.

    Eine kleine Korrektur: Peter Kohlgraf war nicht nur in Bonn als Religionslehrer tätig, sondern von 2009 – 2012 auch am Gymnasium und Berufskolleg Marienberg in Neuss. In dieser Zeit habe ich ihn kennengelernt – und kann alle Mainzer nur beglückwünschen.

  • Beate
    18.04.2017, 22:13 Uhr.

    Diese Entscheidung wird uns in den nächsten Jahren fruchtbareZusammenarbeit zwischen Bistumsleitung und der Basis in der Pfarrei ermöglichen. Gott gebe ihm Kraft und Stärke für sein Bischofsamt.

  • Ursula
    18.04.2017, 22:17 Uhr.

    Das klingt hoffnungsvoll und spannend

  • Wrightflyer
    18.04.2017, 23:03 Uhr.

    Das ist allerdings mal eine positive Überraschung! Klingt erstmal nach einem richtig guten Bischof den die Mainzer da bekommen haben! Herzlichen Glückwunsch nach Mainz! Oder herzlichen Glühstrumpf, falls noch jemand hier die 90er-Jahre-Nostalgie bekommen hat, zum Bleistift!
    Und herzlichen Glückwunsch an den neuen Bischof: Mainz ist eine tolle Stadt, kann ich bestätigen, sehr schön da! Ich habe dort auch ein Dreivierteljahr gearbeitet! Keine Sorge: Nichmal ansatzweise in der Nähe der Redaktion…

    „„Gelebte Wirklichkeit von Menschen kann für den Gläubigen und die Kirche normativ werden.““
    Wenn er sich jetzt noch das Theologendeutsch abgewöhnt, könnte er eine Idealbesetzung sein!

    Hoffentlich tröstet er in seiner Antrittspredigt dann auch ein bischen die Fans der 05er….
    ….die wie festgenagelt auf dem 15. Tabellenplatz stehen.

    Allerdings, muss man leider sagen:
    Mehr Leute zum Gottesdienstbesuch motivieren kann auch er nicht! Nicht mit diesem Desaster von „neuem“ rk-Gesangbuch das diese Wahnsinnspiloten, wer auch immer da zuständig war, ausgebrütet haben! Die haben doch den Schuss nicht gehört! Ich habe beim alten Artikel noch etwas dazu geschrieben, wurde leider nicht freigeschaltet.

    Ach, und noch etwas:
    Ich klaue mal das Kernthema der Palmsonntagspredigt unserer Pfarrerin, wo sie sich kritisch mit dem Schulz-Hype befasst hat und wandel es etwas um, Entschuldigung, falls sie das hier zufällig liest:
    Auch einen noch so guten Bischof sollte man nicht in unrelistische Erwartungen hochjubeln und ihn dann in Grund und Boden verdammen wenn er diese und jene Wünsche nicht erfüllen KANN!
    Diejenigen US-Amerikaner z.B. die damals den Obama so hochgejubelt haben und dann so bitter enttäuscht waren weil er wegen den Republikanern dieses und jenes nicht durchziehen konnte, die möchte ich mal fragen: Wolltet ihr einen Präsidenten oder einen Diktator? Nun, jetzt haben sie einen Diktator…
    Und was mich in den 4 Jahren die ich in diesem Blog mitschreibe seit ich an diesem Gründonnerstag ein Fan von Franziskus wurde stets geärgert hat, nämlich wenn man Franziskus erst rosarot anhimmelt und ihn dann verdammt und verflucht und ihm das Messer in den Rücken stößt weil er diese und jene Reformen nicht auf die Ultrabrachiale durchgezogen hat und noch nicht genug Köpfe hat rollen lassen: Ich möchte da mal fragen ob man wirklich eine synodale Kirche, in der jeder etwas mitzureden hat, haben WILL oder ob man verlangt daß Franziskus den Erdogan spielen soll.
    Manchmal, habe ich das Gefühl, haben auch wir hier im Westen das mit der Demokratie noch nicht ganz verstanden.

    Fazit jedenfalls: Wenn man erwachsen ist, sollte man auch mit einem noch so guten Bischof auch erwachsen umgehen und nur das von ihm verlangen was er KANN.

    • Silvia
      19.04.2017, 8:41 Uhr.

      Also ich verlange z.B. vom neuen Mainzer Bischof rein gar nichts und zwar aus folgenden Gründen:

      1) Ich lebe nicht im Bistum Mainz
      2) Ich habe den Namen Peter Kohlgraf gestern zum ersten Mal gehört, kann also nichts von jemandem verlangen oder erwarten, der mir gänzlich unbekannt ist.

      3) Kardinal Lehmann galt auch mir als guter Mann, aber was hat er für die Kirche in Deutschland wirklich erreicht bzw. erreichen können? Er war sehr beliebt in seinem Bistum und darüber hinaus, aber was bringt das wirklich?

      Und noch was: Menschen, die nur wegen der Musik in die Kirche gehen oder auch nicht, sind ohnehin in einem Konzert ihrer Wahl besser aufgehoben als in einer EUCHARISTIEFEIER, in Letzterer geht es nämlich um den Glauben.

      • Silvia
        19.04.2017, 9:31 Uhr.

        Noch zur Ergänzung:
        Meine Erwartung an deutschsprachige Bischöfe tendiert derzeitsowieso gegen Null.

        Dass jeder Papst diejeigen Theologen zu Bischöfen ernennt, die am ehesten der Richtung seines Pontifikats entsprechen, ist logisch und wird im weltlichen Bereich genauso gemacht, dass der Chef diejenigen zu seinen engsten Mitarbeitern macht, mit denen er voraussichtlich am besten wird arbeiten können.

        Insofern sind Bischofsernennungen interessant, weil sie ein Indikator für die Richtung, die die Kirche zur jeweiligen Zeit einschlagen soll /wird, sind.

        Noch eine Frage: Wie steht es denn um die Kirchenmusik und das geistliche Liedgut in der ak Kirche?

        Wir haben z.B. Jugendgottesdienste und darüber hinaus eine eigene Jugendkirche, wo der derzeitige Geschmack der Jugendlichen, der ja einem schnellen Wandel unterworfen ist, sich voll ausleben kann.

        Bei mir in der Stadt sind die kirchlichen Angebote so vielseitig wie die Menschen und deren Bedürfnisse, dh., jeder kann was finden.

        Für die Eucharistiefeier selbst gibt es aber klare, rechtsverbindliche Vorgaben, an die die Priester sich zu halten haben.

      • Wrightflyer
        19.04.2017, 21:32 Uhr.

        „Also ich verlange z.B. vom neuen Mainzer Bischof rein gar nichts und zwar aus folgenden Gründen:

        1) Ich lebe nicht im Bistum Mainz“

        Nun, ICH schreibe HIER mit, obwohl ich weder dem Bistum Mainz noch irgendeinem anderen römisch-katholischen Bistum angehöre und zwar aus folgendem Grund:
        Weil mir an einer römisch-katholischen Kirche in der sich möglichst alle wohlfühlen können und VOR ALLEM an einem überkonfessionellen Neuaufbruch des Christentums immernoch verdammt viel liegt!!
        Und in dem Sinne:
        JA, ich wünsche dem rk-Bistum Mainz von Herzen einen guten Bischof!! Und JA, ich freue mich wirklich für die rk-Christen des Bistums Mainz wenn sie einen solchen bekommen!!

        „Und noch was: Menschen, die nur wegen der Musik in die Kirche gehen oder auch nicht, sind ohnehin in einem Konzert ihrer Wahl besser aufgehoben als in einer EUCHARISTIEFEIER, in Letzterer geht es nämlich um den Glauben.“
        Ob es einem nun passt oder nicht: Heutzutage geht man nicht in die Kirche weil „es sich so gehört“, es ist schon lange kein gesellschaftlicher Zwang mehr und Höllendrohungen glaubt heutzutage (gottseidank) eh niemand mehr! Und deswegen müssen sich die Kirchen, ob es einem nun passt oder nicht, etwas einfallen lassen, wie sie die Leute zur Eucharistiefeier EINLADEN! Sie müssen die Leute ÜBERZEUGEN, daß der Glaube mit ihrem Leben zu tun hat, etwas schönes ist und ihnen im Alltag viel geben kann!
        An einem Musikempfinden zu kleben das für die meisten jüngeren Leute heutzutage eher quälend ist, ist da ziemlich kontraproduktiv. Musik hat nunmal mit den tiefsten menschlichen Empfindungen zu tun. Wo eine Musik gespielt wird die einen gegen den Strich bürstet, da geht man nicht hin.

        Kennen Sie Surströmming? Das ist so schwedischer vergammelter Fisch. Die Schweden essen ihn gern, aber der Gestank ist unbeschreiblich. Der Geruch kann einem Nichtschweden den Magen herumdrehen. Bei der nichtvorhandenen Sensibilität für das heutige veränderte Musikempfinden kann man auch gleich ein Faß Surströmming in der Kirche aufmachen, die Wirkung ist die selbe!

        „Noch eine Frage: Wie steht es denn um die Kirchenmusik und das geistliche Liedgut in der ak Kirche?“
        Wir haben ein Gesangbuch mit dem ich durchaus wesentlich zufriedener bin. Da sind auch z.B. Lieder aus Brasilien oder so drin.
        Da die Jugendarbeit in der ak-Kirche leider schwer vernachlässigt wurde, ist der Mangel an kirchlichen Musikgruppen leider erheblich. Allerdings sind die ak-Gemeinden sowieso oft ziemlich klein. Da hat z.B. nicht jede Gemeinde einen eigenen Organisten.
        Die Gemeinde zu der ich gehöre ist schon sehr verwöhnt. Sie hat einen Organisten der z.B. letztens etwas aus der West Side Story gespielt hat, das wo Tony Maria verspricht sie an einen besseren Ort zu bringen und das er dann nochmal singt als er stirbt. Sie hat auch einen eigenen Gospelchor, und der kann richtig was!! Die sind wirklich sehr gut!
        Allerdings liegt diese Gemeinde eh in einer Stadt die UNESCO City of Music ist, und zwar mit Recht, und taugt daher vielleicht nicht unbedingt als Maßstab. In einer hochmusikalischen Stadt gelegen hat sie eh einen Vorteil.
        Insgesamt muss ich schon gestehen: Wenn die ak-Kirche eine Peinlichkeit hat, dann die kaum vorhandene Jugendarbeit.

        • Silvia
          20.04.2017, 9:00 Uhr.

          Wrightflyer
          19.04.2017, 21:32 Uhr.

          Wie gesagt, in meiner Stadt ist die rk Kirche gut aufgestellt, sowohl was die Jugendarbeit als auch die gerationenübergreifenden Angebote angeht. Vielfältiger geht schon nicht mehr.

          Außerdem haben wir einen Kinder – und Teeniechor mit SEHR vielen Mitgliedern.

          Das neue Gotteslob enthält ja nicht nur Lieder, da ist viel mehr drin. Die Lieder entsprechen dem durchschnittlichen Gottesdienstbesucher, Ergänzungen durch anderes Liedgut – je nach Anlass – gibt es selbstverständlich auch.

          Wir haben eine sehr gute junge Organistin und unsere Gemeinde wird – was den priesterlichen Dienst angeht – von einem jungen Vikar (Kaplan) geleitet, der statt der üblichen zwei sogar drei Jahre bei uns bleiben wird, und der früher selbst in der Jugendband seiner Heimatgemeinde mitgespielt hat.

          Es ist nicht einfach, in einem Gemeindegottesdienst ALLE Musikgeschmäcker zu bedienen, da MUSS man Kompromisse eingehen, und ein Festgottesdienst an Ostersonntag wird – um nur ein Beispiel zu nennen – musikalisch anders sein müssen als eine normale Sonntagsmesse.

          Wir haben eine hauptamtliche, junge Organistin, die sehr gut ankommt.

          • Wrightflyer
            22.04.2017, 12:14 Uhr.

            Sich ab und zu mit einem Jugendgottesdienst dafür zu entschuldigen daß man ansonsten meistens von den Gottesdienstbesuchern verlangt, das eigene Musikempfinden zu vergewaltigen und so zu tun als käme man direkt aus dem 19. Jahrhundert, ist auch nicht der Weisheit letzter Schluss. Das heutige Musikempfinden in eine Nischenecke verdrängen zu wollen, geht langfristig schief.

            NATÜRLICH ist es nicht einfach, einen Komrpomiss aus diversen Geschmäckern zu finden. Musik ist, ähnlich wie Sex oder Essensvorlieben, serh individuell. Jemanden über 60 bringt man ganz sicher nicht freiwillig in ein Rammstein-Konzert rein, umgekehrt ergreife ich die Flucht bei Helene Fischer oder Andrea Berg und erkundige mich schonmal wo man Asylanträge in Argentinien stellen kann.
            Aber bei diesem „neuen“ Gesangbuch wurde überproportional Rücksicht genommen auf diejenigen die sich im 19. Jahrhundert daheim fühlen.

            Wenn schon Asbach, soll man lieber die Gregorianik ausbuddeln, die ist heutzutage nämlich wieder angesagt!

        • Wanda
          21.04.2017, 17:04 Uhr.

          Wrightflyer 21:32
          – kaum vorhandene Jugendarbeit ? Bedenklich, demnach kaum Zukunft…

          • Wrightflyer
            22.04.2017, 12:05 Uhr.

            Jetzt raten Sie mal was ich als Themenvorschlag für die nächste Synode einreichen werde!!

            Man hat sich eben bischen zu sehr auf rk-Konvertiten ab 30 aufwärts, also so meine Sorte, verlassen.

    • Wanda
      19.04.2017, 17:18 Uhr.

      Wrightflyer 23:03
      – Demokratie ? Ziemlich gewagt, das Wort Demokratie und Kirche im gleichen Atemzug zu nennen. Geht (bisher) nicht recht zusammen, auch wenn die Kirchenoberen diese Werte von der schnöden Welt da draussen einfordern, sich selbst jedoch unter billigen Vorwänden ausnehmen…

      • Wrightflyer
        22.04.2017, 11:58 Uhr.

        „– Demokratie ? Ziemlich gewagt, das Wort Demokratie und Kirche im gleichen Atemzug zu nennen.“
        Ich darf das, ich bin altkatholisch!
        Ich darf in meiner Gemeinde die Synodalen für die nächste Synode mitwählen, ich darf Themenvorschläge einreichen (siehe oben). Der Bischof wird auf der Synode gewählt (bitte erstmal keinen! Der jetzige möge bitte noch lang bleiben!) und ohne Zustimmung der Gemeinde kommt kein Pfarrer, also kein Pfarrer wird einer Gemeinde ohne deren Willen aufgezwungen.
        Der Pfarrer macht die Gemeindeleitung auch nicht allein, es gibt den Kirchenvorstand in den ich z.B. mich rein theoretisch auch wählen lassen dürfte.

  • Alberto Knox
    19.04.2017, 11:12 Uhr.

    man kann mainz und den neuen bischof wirklich nur beglückwünschen: ein gegenseitiges ad multos annos!

  • sieglinde lackner
    19.04.2017, 18:09 Uhr.

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    das ist logisch! Ein Bischof wird nur ernannt, der dem jeweils herrschenden Pontifex am ehesten entspricht! Hier zeigt sich die totale Verweltlichung! Ich bin weiß Gott nicht von gestern! Aber der Glaube sollte über die Welt hinaus erhalten bleiben, so wie er ursprünglich einmal war! Denn er kommt von Gott/dem Heiligen Geist! Jetzige Kirche kann sich aber nicht genug der Welt anpassen! Hastet ihr hinter her! Ich bin durchaus für die moderne Welt; alles andere als ewig „gestrig“! Kann mich für Forschung und Wissenschaft begeistern! Der Glaube aber kommt von Gott und kann nicht durch menschliche Beliebigkeit geändert werden, wie es gerade so gefällt! Wo bleibt die unverfälschte Glaubensverkündigung?! Alle Schriften von Aposteln/Propheten sind erhalten, die den ewigen Glauben verkünden! Ich dachte immer: Kirche lebt aus der Schrift/Tradition/Offenbarung!? Wie mir jedoch scheint, sind alle Dogmen nicht mehr zeitgemäß bzw. ungültig, weil sie nicht mehr verstanden werden wollen! Der neue Bischof von Mainz – schauen wir einmal, was die Zukunft bringt!
    19.4.2017

    • Silvia
      20.04.2017, 8:49 Uhr.

      sieglinde lackner
      19.04.2017, 18:09 Uhr.

      Da stimme ich Ihnen zu, deshlb schrieb ich ja „interessante Entscheidung“. Da ich von dem zukünftigen Mainzer Bischof noch nie etwas gehört habe, bin ich ihm gegenüber neutral eingestellt, habe also keine Erwartungen sondern ich denke, man sollte ihm unvoreingenommen begegnen und schauen, wie er „sich macht“.

    • Wanda
      20.04.2017, 16:24 Uhr.

      – Meinen Sie nicht, dass Glaube sehr unterschiedlich weil eine urpersönliche Angelegenheit ist ?
      Bin zwar zum Atheisten geworden, wurde aber mit meinen 4 Geschwistern in einer durch und durch katholischen Familie (übrigens liebevoll) erzogen.
      Sogar als Kind ist mir damals aufgefallen, dass jeder seine ganz persönliche Einstellung im Umgang mit seinem Gott hatte. Angefangen von unserem lebenslustigen Gemeindepfarrer Heinrich Thoneick (ein Genussmensch), über die uns suspekten sogenannte Betschwestern, die bei ihm einen schweren Stand hatten, bis zu meiner tiefgläubigen aber äusserst amtskirchenkritischen Mutter, welche grundsätzlich nicht zur Beichte ging. Ihr Begründung, die mir oft wie ein Drohung vorkam: wenn ich mit meinem Herrgott etwas zu regeln habe, dann mache ich das persönlich mit ihm aus und nicht über einen Vermittler…

    • Wrightflyer
      22.04.2017, 11:43 Uhr.

      @Frau Lackner,

      die meisten die stets „böser Zeitgeist, böser Zeitgeist!“ rufen, wenn man in der Kirche, in Lehre und/oder praktischer Durchführung, Fehler erkannt hat und diese korregieren will, fallen selbst auf einen Zeitgeist herein, nämlich auf den des 17., 18., 19. Jahrhunderts!

      Zeitgeist ist ja nicht etwas das plötzlich mit dem 2. Vatikanum entstanden ist, es gab stets die verschiedenen Zeitgeister. Insbesondere gab es die Zeitgeister die entgegen Jesus‘ praktischem Beispiel und entgegen der Realität in den ersten christlichen Gemeinden die Frauen degradiert und abgewertet haben.

      Insbesondere beim Thema Ehe merkt man heute, daß man mit den Zeitgeistern früherer Jahrhunderte auf die Schnauze fliegt.
      In früheren Zeiten war die Ehe eine Versorgungsinstitution, Liebe spielte eigentlich keine große Rolle. Der ganze Hausstand, einschließlich Ehefrau und Kinder, war mehr oder weniger Besitz des Mannes. Der Mann hatte die Verpflichtung, Geld ranzuschaffen, die Frau hatte unterwürfig zu gehorchen.
      Jedoch erzählen schon die Grimmschen Märchen, wo immer wieder von wahrer Liebe die Rede ist, daß sich die Menschen eigentlich nach anderem gesehnt haben.
      Man hat es als Fehler erkannt, den Zettel vom Amt, also den Trauschein, schon als die ganze Ehe zu betrachten, d.h. man stellt sich heute die Frage was Gott mit der Ehe eigentlich wollte. Ganz sicher keinen bloßen juristischen Status der der Frau zwar einen gewissen Anspruch auf Versorgung sichert, wo der Mann aber seine Frau nicht wirklich kennt weil er sich nicht für sie interessiert!

      Wenn es die Kirchen versäumt haben, sich mit den realen Sorgen und Nöten der Menschen zur jeweils aktuellen Zeit zu beschäftigen, ist nie Gutes dabei entstanden.
      Im 19. Jahrhundert haben die Kirchen die Hilfeschreie der Arbeiter nicht gehört, bis auf wenige Ausnahmen wie z.B. Adolf Kolping. Und was kam dabei raus? Kommunismus und, noch weit schlimmer, Faschismus!

  • Ya Lob
    20.04.2017, 18:35 Uhr.

    Bin sehr erstaunt und glücklich, daß das Umfeld von Kardinal Meißner einen Kandidaten für die Mainzer Bischof Nachfolge mit dieser vielversprechenden Vita hervorgebracht hat. Viel Erfolg.

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