Papst: Die Erde schreit auf!

Zum weltweiten Tag der Schöpfung christlicher Kirchen hat Papst Franziskus heute erneut an alle Menschen einen eindringlichen Appell für einen radikalen Lebenswandel und die Bewahrung der Schöpfung gerichtet. Unter dem Motto „Erweisen wir unserem gemeinsamen Haus Barmherzigkeit“ veröffentlichte der Vatikan eine mehrseitige Botschaft des Kirchenoberhaupts. Darin fordert er, Umweltsünden anzuerkennen, zu beichten und „konkrete Schritte auf dem Weg der ökologischen Umkehr zu vollziehen“. In groben Zügen fasst Franziskus in der Botschaft Kernaussagen seiner Enzyklika „Laudato si“ zusammen. Am Nachmittag feierte er im Petersdom einen Gottesdienst zum Thema.

Deutliche Worte des Papstes

Die Worte sind einmal mehr drastisch gewählt. Franziskus kritisiert Lebensstile, „die auf einer falsch verstandenen Wohlstandskultur beruhen oder auf dem ‚ungezügelten Wunsch, mehr zu konsumieren als man tatsächlich braucht“. Er spricht von der „ökologischen Schuld“ zwischen Norden und Süden und macht konkrete Vorschläge, was zum Umweltschutz zu tun sei – von der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel über die Mülltrennung bis zur Mahnung, die Verschwendung von Wasser, Lebensmittel und Elektrizität zu vermeiden.

Franziskus selbst ist bekannt dafür, gelegentlich durch vatikanische Häuser zu gehen und das Licht in Zimmern auszuschalten, die gerade nicht genutzt werden. Seine Mahnung, „Plastik und Papier bedachtsamer zu verwenden“ ist sicher gut. Besser wäre es, wenn sein eigener Staat mit gutem Beispiel vorangehen würde. In vielen Büros etwa gibt es Automaten mit Plastikbechern für Kaffee und Plastikflaschen für kühle Getränke. Immerhin wurde die vatikanische Fahrzeugflotte unter Franziskus etwas abgerüstet. Schwere Limousinen sind seltener geworden. Schon unter Benedikt XVI. wurde das Dach der Audienzhalle mit Solarzellen bestückt und vereinzelt gibt es Elektrofahrzeuge. Aber es ist noch Luft nach oben.

Christen und andere Religionen für den Umweltschutz

Seit vergangenem Jahr beteiligt sich die katholische Kirche offiziell weltweit am Tag der Schöpfung.den vor allem die orthodoxen Kirchen seit 1989 begehen. Papst Franziskus hatte das im Rahmen der Veröffentlichung seiner Umwelt-Enzyklika im Sommer 2015 verfügt. Am 1. September beginnt das liturgische Kirchenjahr in der Orthodoxie. In den Gottesdiensten stehen die Schöpfungsberichte aus dem Buch Genesis im Mittelpunkt. Daher schlug der damalige Ökumenische Patriarch Dimitrios vor, den Tag im besonderen Gedenken für die Schöpfung zu begehen. Einzelne Bischofskonferenzen haben sich schon vor längerer Zeit der Aktion angeschlossen. In Italien etwa wird der Schöpfungstag schon seit über zehn Jahren begangen. Gesamtkirchlich ist er seit 2015 „Pflicht“. Franziskus hebt in seiner Botschaft zum heutigen Tag gerade auch die ökumenische und interreligiöse Dimension der Bewahrung der Schöpfung hervor. Auch hier ist sicherlich noch viel Luft nach oben, denn den Gebeten und Worten des heutigen Tages müssen auch konkrete Taten folgen.

Es gab schon einmal eine Zeit, in der im Rahmen des Konziliaren Prozesses für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung die christlichen Kirchen seit den 1990er Jahren bis etwa 2007 sehr intensiv gemeinsam an diesen Themen gearbeitet haben. Danach schienen diese etwas in Vergessenheit geraten zu sein. Mit Papst Franziskus gibt es jetzt einen neuen Anlauf von katholischer Seite, diese Themen, auch in ihrer gegenseitigen Verwiesenheit, neu zu diskutieren und konkrete Konsequenzen für den Alltag zu ziehen.

Autorenbild

Jürgen Erbacher

Seit 2005 berichte ich für die ZDF-Redaktion „Kirche und Leben katholisch“ über die Themen Papst, Vatikan, Theologie und katholische Kirche. Dafür pendle ich regelmäßig zwischen Mainz und Rom - meiner zweiten Heimat. Dort habe ich vor meiner ZDF-Zeit mehrere Jahre gelebt und für Radio Vatikan gearbeitet. Studiert habe ich Politikwissenschaft und Katholische Theologie in Freiburg i.Br. und Rom.

27 Kommentare

  • Silberdistel
    02.09.2016, 7:52 Uhr.

    Mit Verlaub, Papst Franziskus, die Erde schreit nicht auf. Es schreit schon längst das Kollektiv alles Lebendigen auf diesem Planeten auf, für das die auf mittlerweile 7,43 Mrd. Individuen angewachsene Menschheit eine Belastung höchsten Ausmaßes ist. So gehen nicht nur jedes Jahr 11.000 bis 58.000 Arten aus dem Genpool des Planeten verloren, sondern durch die vom Menschen eingetragenen umweltwirksamen Stoffe in dessen im Vergleich hauchfeine Biosphäre, gräbt sie sich ala long selbst die eigene Lebensgrundlage ab.
    Und nein, CO² als Ursache des angeblich anthropogenen Klimawandels, gehört nicht dazu! Die ist reine Augenwischerei und Geschäftemacherei die verhindert, das man sich auf die primäre Problematik der vom Menschen in die Biosphäre eingetragenen Giftstoffe richtet. Wer weiß denn auch schon das die gern als gesunde Alternative genutzten Süßstoffe in der Umwelt wie Pestizide wirken? Das die Rückstände der Pille, sowie Medikamentenrückstände bis hin zu microfeinem Plastikmüll, selbstverständlich eine Umweltbelastung größten Ausmaßes darstellen, weil die in Kläranlagen nicht heraus gefiltert werden können? Das sich all die anderen von ihm produzierten Gifte dauerhaft in der, auch seiner, Nahrungskette einlagern, wie z.B. das depleted uranium, das er neuerdings so gern mit seinen Waffen verschießt?
    Wenn die vermeintliche „Krone der Schöpfung“ weiter auf dem Planeten existieren möchte, dann wird sie sich als solche erweisen müssen. Und nicht als Primaten, die den eigenen Ast absägen auf dem sie sitzen.

    Das ein Papst jedoch überhaupt auf die in der Überschrift genannte Erkenntnis kommt, liegt daran das Er einen Überblick hat über tausende Jahre, nicht menschliche „Intelligenz“, sondern göttliche Weisheit.

    • Wanda
      04.09.2016, 0:54 Uhr.

      Deprimierend..

    • Wrightflyer
      04.09.2016, 22:44 Uhr.

      „Und nein, CO² als Ursache des angeblich anthropogenen Klimawandels, gehört nicht dazu! Die ist reine Augenwischerei und Geschäftemacherei“
      Ist sie nicht, der Einfluss der CO2 ist sehr gut wissenschaftlich belegt!
      Viel besser als so manche medizinische Erkenntnisse die auf die Menschheit losgelassen werden!

      • Silberdistel
        05.09.2016, 13:03 Uhr.

        Wrightflyer
        04.09. 22:44 h
        Tja wenn Sie denn Computermodelle für „Wissenschaftliche Modelle“ halten…??
        Der neueste Hype ist, das sich die Erde seit 3 Jahren im „Weltklima“ (Wer weiß was das ist, dann Hand hoch!) nicht derart erwärmt wie das in jenen pc-Modellen prognostiziert wurde. Also wollen jene „Wissenschaftler“, allen voran der deutsche Klimapapst Schellnhuber*, jetzt heraus gefunden haben das dem Klimawandel – der nach der Logik selbstverständlich anthropogen sein muss – nun eine kleine Eiszeit entgegen wirkt. Es kann halt nicht sein was nicht sein darf!!
        – Und im Mittelalter wurde auf Greenland (Grönland) Weizen angebaut, weil die Leute damals schon so viel Auto gefahren sind….
        – Und auf unseren Nachbarplaneten und Monden werden zur Zeit ähnliche Temperaturerhöhungen gemessen wie auf der Erde…..
        Wenn man als Wissenschaftler arbeitet, dann sollte man sich eingestehen können, das eine Arbeitshypothese auch falsch sein kann und nicht weiter damit reiten, nur weil die Beifall findet und lukrativ bezahlt wird.

        Wenn man es schaffen würde den 0,04 prozentigen Anteil von CO² in der Luft als Umweltbelastung und Klimakiller hinzustellen, das ebenfalls wie Wasser aufbereitet, gereinigt usw. werden muss, dann würde damit halt ein riesiger zusätzlicher Markt entstehen – der von den kleinen Leuten finanziert werden muß.

        *) „Klimapapst“ Schellnhuber, der prognostizierte das der Himalaya in 30-40 Jahren aufgrund des (anthropogenen selbstverständlich!) Klimawandels abgeschmolzen sein werde – Gletscher über 5000 Höhenmeter schmelzen jedoch aufgrund der Nähe zum Weltraum nicht! Der mit seinem Potsdam-Institut aus politischen Gründen kräftig subventioniert wird und dem im letzten Jahr, unter kräftigem protegieren der Bundesregierung vertreten durch Frau Schavan, im Vatikan eine breite Schleimspur hinterlassen durfte.

        • Wrightflyer
          06.09.2016, 9:47 Uhr.

          „Tja wenn Sie denn Computermodelle für „Wissenschaftliche Modelle“ halten…??“
          Mein Berufsstand hätte ein Problem wenn Computermodelle nicht aussagekräftig wären.
          Flugzeugflügel wie der des A380 werden heutzutage mit Computern berechnet! Motoren werden optimiert! Komplizierte mechanische Bauteile berechnet, Stichwort Finite Elemente!
          Ja, auch Klimamodelle werden mit Computer berechnet. Die ersten Warnungen vor dem Klimawandel kamen aber schon bevor es Computermodelle gab.

          „Der neueste Hype ist, das sich die Erde seit 3 Jahren im „Weltklima“ (Wer weiß was das ist, dann Hand hoch!) nicht derart erwärmt wie das in jenen pc-Modellen prognostiziert wurde.“
          *räsuper* Ich weiß nicht wo sie das her haben, aber tatsächlich waren 2014 und 2015 weltweit die bislang wärmsten Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Und 2016 ist mit dem bislang wärmsten Juli weltweit (trotz Südwinter) auf bestem Weg dorthin. Also das Gegenteil von dem was Sie behaupten ist der Fall!

          Und was 0,04% Anteil angeht: Das reicht schon um einen Stoff nennenswert zu färben und damit seine spektroskopischen Eigenschaften (und um nichts anderes geht es) zu verändern!

          • Silberdistel
            07.09.2016, 13:06 Uhr.

            Wrightflyer
            06.09. 9:47 h
            – Mit Pc´s kann man relativ simple Strukturen berechnen, mit Werten die man kennt. Jedoch keine derart komplexen und vor allem CHAOTISCHEN Systeme, wie das Weltklima! Sind in den Pc-Modellen etwa die Heizleistung der Sonne in der Zukunft berücksichtigt (sie schwankt!), die variable Umlaufbahn der Erde um die Sonne im Kontext zur Heizleistung? Oder das Medium, durch das das gesamte Sonnensystem mit der Galaxie durchfliegt? Die Einstrahlungen aus dem Universum? Wie werden Vulkanausbrüche mit dem Auswurf von immensen Staubpartikeln in die Atmosphäre berechnet, wie berechnet man lokal auftretende Wolkenbildung und das alles in die Zukunft? – Werden nicht berechnet, weil man´s schlichtweg nicht kann.
            – Sie wissen aber auch schon, das die immerhin satten 0,04 Prozent Spurengaskonzentration von CO² sich in der Unterschicht der Atmosphäre abspielt, die Atmosphäre also keinesfalls homogen ist. Das „Einfärbungs-Bespiel“ taugt deshalb nicht, da nur unterschiedliche Schichten zu sehen wären, deren marginale Effekte auf die Absorption zudem untereinander wechselwirken.
            – „Erderwärmung macht Pause“ geben Sie doch mal diesen Suchbegriff ein.
            – Unser Stoffwechselpendant, die Pflanzenwelt, CO² so nötig zum atmen hat, wie wir und die Tierwelt den Sauerstoff. In Treibhäusern werden Pflanzen damit sogar gedüngt!
            – Letztlich hat die CO²-Konzentration auf der Erde schon das 20-fache betragen, ohne das es Leben oder das Klima je wirklich gestört hätte. Die gegenwärtige Epoche erdgeschichtlich sogar einen CO²-Mangel aufweist. Dieser Leben tragende Planet ist eben keiner mit Konstanten, wie das Ingenieure sonst vielleicht gewohnt sind!

  • Wrightflyer
    02.09.2016, 12:14 Uhr.

    Könnten wir Menschen Infrarot sehen, so wie die Schlangen, würde niemand mehr am menschengemachten Klimawandel zweifeln. Wir könnten direkt sehen daß sich die Athmosphäre merkbar färbt.
    Und darum geht es: Um die Wärmestrahlung die eine merkbar gefärbte Athmosphäre absorbiert.
    Das ist das bemerkenswerte: Schon Svante Arrhenius hat vor dem Klimawandel gewarnt.

    Ich habe mich mit Färberei beschäftigt… durch puren Zufall habe ich meine Diplomarbeit zum Thema organische Farbstoffe geschrieben. Ich war derart besessen von dem Thema, da ich damit auch die Schönheit der Farben erst so richtig entdeckt hatte, daß ich meine ganze WG damit genervt habe und meine Mutter mir schließlich einen Ausflug nach Weimar zur Goethe-Ausstellung mit besonderem Fokus auf seiner Farbenlehre spendiert hat.
    Um etwas merkbar zu färben und damit einen entscheidenden Einfluss auf die Absorption von Licht auszulösen, reichen tatsächlich schon winzige Spuren Farbstoff.

    Über Atmosphärenphysik und Spektroskopie kann sich auch jeder schlau machen, das ist kein Staatsgeheimnis.

    Hinzu kommen neben dem Klimawandel andere erschreckende menschliche Einflüsse auf die Umwelt:
    -Müllteppiche im Meer
    -70% der Flüsse in China sind ökologisch tot, außerdem müssen dort in manchen Regionen Obstbäume von Hand bestäubt werden weil es keine Bienen mehr gibt
    -Weltweites Bienen- und Insektensterben, ausgelöst durch Pestizide
    -Zerstörung der Regenwälder (gerade von der neuen brasilianischen Regierung ist da nichts Gutes zu erwarten)
    -Überfischung
    – ect. ect.

    Wir verhätscheln und verwöhnen unsere Hauskatzen und töten gedankenlos weit wertvollere Tiere, wie z.B. Insekten.
    Auch Veganer sind nicht immer besser, wenn sie Jäger die Rehe abschießen als „Mörder“ bezeichnen, aber selbst nichts vom Wald verstehen.

    Was soll ich sagen?
    Rein theoretisch könnte mein Berufsstand einen sauberen und ökologisch verträglichen Wohlstand für alle schaffen. Keinen Riesenluxus, d.h. die derzeitige Ressourcenverschwendung geht einfach nicht, aber gerade so daß es 7 Milliarden Menschen an nichts fehlt.
    Aber machen tun wir das wofür die Kapitalisten Geld geben, und die geben für das Geld wovon sie sich noch mehr Profit versprechen.
    Ich bin momentan schon ziemlich ernüchtert vom Gang der Dinge und würde am liebsten umgehend in die Entwicklungshilfe wechseln wenn die da Ingenieure suchen würden.

    Obwohl: Wenn ich mir überlege, daß ich noch vor wenigen Jahren unbedingt ein Projekt in den Emiraten wollte, mit den schlimmsten Energieverschwendern ein konventionelles Kraftwerk hinstellen, dann sage ich heute selbstkritisch daß ich nicht ein bischen egoistisch sondern SEHR egoistisch war und es kein Wunder ist daß Gott meine Gebete um einen Traumjob nicht erhört hat.

    LEIDER hat das Christentum der Schöpfung viel zu lange keine Beachtung geschenkt.
    Das kommt wohl noch aus dieser griechischen Irrlehre, die alles Körperliche, die ganze Natur verachtet hat.
    Die Dinge müssen sich ändern. Und zwar gewaltig.
    Wem der Schutz der Schöpfung egal ist, der beleidigt Gott und tötet Menschen!

    • Wanda
      04.09.2016, 1:17 Uhr.

      […]* Bin ich im falschen Film ? Die berühmte Körperfeindlichkeit trat erst mit dem Christentum auf. Die Griechen haben ganz im Gegensatz dazu das „Körperliche“ eben nicht verachtet. Man denke nur an die Verherrlich und Idealisierung der menschlichen wie auch bestiarischen Schönheit durch die hellenischen Bildhauer, die (trotz Michelangelo, Donatello oder Ghiberti) bis heute nicht erreicht wurde*)…
      – Nicht wenige Renaissance-Päpste kauften deshalb über ihre Mittelsmänner das, was sich noch in Griechenland an antiken Skulpturen oder im privaten Rom an Kopien davon finden liess…

      *Der Beitrag wurde wegen des Verstoßes gegen die Netiquette editiert.

      • Wrightflyer
        04.09.2016, 22:40 Uhr.

        Ja, Sie SIND im falschen Film!
        Statuen mit hübschen Jungs (mit erstaunlich kleiner Ausstattung) waren nicht das ganze antike Griechenland!
        Bevor die antiken Griechen Christen wurden, hingen sie oft einer der anderen damals gängigen Philosophien an.
        Z.B.:
        -Die Epikureer waren wohl die totalen Egoisten, d.h. lebten nur für ihr Vergnügen. Sie kannten durchaus Mäßigung, d.h. man sollte nichts übertreiben. Nach einem Saufgelage kann man bekanntlich den folgenden Tag ins Klo kippen, also ließ man so etwas bleiben. Mit Politik und sonstiger schwerer Kost belastete man sich möglichst auch nicht. Das sollten gefälligst die Doofen machen.
        -die Stoiker predigten Selbstgenügsamkeit, Leidenschaftslosigkeit, Pflichtbewusstsein, Tugendhaftigkeit und politisches Engagement. Man sollte nicht für sich allein leben und seine Triebe beherrschen.
        -Dann war die Gnosis. Und die Gnostiker stellten sich alles Materielle als verdorben und vom Bösen beseelt vor. Zwar gab es laut Gnostikern einen göttlichen Funken im Menschen, schön und gut, aber der ganze Körper war ja materiell und daher igitt! Diese Richtung habe ich gemeint.

        • Wanda
          05.09.2016, 18:38 Uhr.

          So ein Schmarrn: schaun Sie sich die Skulpturen an: die weit überwiegende Mehrzahl gibt erwachsene Männer, Frauen, Athleten, sogar Alte und Tiere wieder. Neben der idealisierten Darstellung wurden unzählige, durchaus lebensechte und individuelle Widergaben von Berühmtheiten, Politikern, Feldherrn, Künstlern und Philosophen aus dem Stein geschlagen oder modelliert.
          Sie sollten vielleicht einen Kurs buchen (Volkshochschule genügt) oder z.B. die Glyptothek in München besuchen…

          • Wrightflyer
            06.09.2016, 9:38 Uhr.

            Wanda, bitte….
            Das ist jetzt aber SEHR naiv. Diese Statuen sollen das ganze antike Griechenland sein?? Dann sind wohl auch die Märchen aus 1001 Nacht das ganze Arabien!

            Die Gnosis wie auch die anderen griechischen Philosophien WAREN Tatsache.
            Die merkwürdige Haltung in Sachen Sexualität (Männer haben mit Jungs herumgevögelt aber die Ehefrau war eine im Haus versteckte Peinlichkeit die gefälligst Söhne zu gebären hatte, fertig!) war auch Tatsache!

            Künstlerisch darstellen kann man alles.
            In Indien ist das berühmte Kamasutra entstanden, aber die indische Realität spricht eine ganz andere Sprache.

      • Alberto Knox
        05.09.2016, 12:43 Uhr.

        körperfeindlichkeit kannten auch die alten griechen schon. vielleicht sollte man sich mal mit den originalquellen beschäftigen.

        • Wanda
          09.09.2016, 2:27 Uhr.

          Wrightflyer 09:38
          – davon ist doch gar nicht die Rede. Wir diskutierten über die blödsinnige Bahuptung, dass die Griechen seien körperfeindlich gewesen. Was deren Sexualvorlieben und -praktiken angeht, die standen überhaupt nicht zur Debatte. Vermutlich hat es deren „Knabenliebe“ nur dehalb zu solchem Aufsehen in der Nachwelt gebracht, weil sie damals straflos blieb und erlaubt war (der Wunschtraum unserer heutigen heimlichen Päderasten).
          Und was die erhebliche Anzahl der verschiedenen Philosophie-Schule angeht, da brauchen Sie mir keinen Nachhilfeunterricht geben…

          • Alberto Knox
            09.09.2016, 20:04 Uhr.

            „Wir diskutierten über die blödsinnige Bahuptung, dass die Griechen seien körperfeindlich gewesen.“

            die behauptung ist keineswegs blödsinnig (@herr erbacher: ich bin für solche aussagen – ex post betrachtet – zurecht zensiert worden, sollte hier nicht mehr gleichheit herrschen?), sondern zutreffend. es gibt eine ausgeprägte körperfeindlichkeit der griechen, die sich z.b. darin zeigt, dass viele griechische weltanschauungen unbedingt den körper loswerden wollten, wenn sie nach dem tode weiterleben wollten. man merkt, hier liegt kein quellenstudium vor (sonst müsste einem sema/soma etwas sagen), sondern unüberlegtes nachplappern.

          • Wrightflyer
            10.09.2016, 11:48 Uhr.

            Entschuldigung, das hatte ich gestern übersehen:
            Die Philosophie namens Gnosis GAB es.
            Die behauptete, daß alles körperliche schlecht und verdorben wäre.
            Natürlich waren nicht alle antiken Griechen Gnostiker, aber die Gnosis war eine stark vertretene Philosophie.

  • Wanda
    03.09.2016, 1:50 Uhr.

    …und Gotte segnete sie sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und „machet sie euch untertan und herrschet über“ die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über alles Getier, das auf Erden kriecht…
    P.S. von irgendeiner Bremse oder einem Verhütungsmittel ist nicht die Rede…

    • Silberdistel
      03.09.2016, 10:08 Uhr.

      Wanda
      03.09. 1:50 h
      „P.S. von irgendeiner Bremse oder einem Verhütungsmittel ist nicht die Rede…“ Zitatende.
      Warum sollte auch. Nur ein Narr würde seine eigene Existenzgrundlage zerstören. Und ja, um der Nachfrage vorweg zu kommen, der Mensch ist ein solcher welcher. Kann man aber auch schon zur genüge in der Bibel nachlesen.

      • Wanda
        04.09.2016, 0:51 Uhr.

        – Was den Menschen als Narren angeht, Zitat – …und Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde…
        Erfordert keinen weiteren Kommentar, oder ?

        • Silberdistel
          05.09.2016, 13:13 Uhr.

          Wanda
          04.09. 0:51 h
          Das sagen die hl. Schriften nicht aus, das das was wir ´Gott´ nennen, sich in uns, sozusagen alles dessen Klone, vervielfältigt hätte. – Würde auch eh niemals nicht einer glauben, oder? 😉

          • Wanda
            05.09.2016, 18:25 Uhr.

            – Nee, nicht unbedingt…

    • Wrightflyer
      04.09.2016, 22:10 Uhr.

      Kein Problem damit, man muss nämlich nur kapieren was ein Herrscher nach Gottes Willen soll!
      Nämlich dienen!
      Ein Herrscher soll Diener sein!
      Als Herrscher über die Schöpfung sollen wir sie nicht ausbeuten und vernichten, sondern bewahren und schützen! Das ist der (schmerzhafte) Lernprozess den wir heute durchmachen!

  • Wanda
    05.09.2016, 18:29 Uhr.

    – nun, „machet sie (die Erde) euch untertan“ kann mal ja wohl explizit nicht in „und dienet ihr (der Erde)“ uminterpretieren, oder ?

    • Wrightflyer
      06.09.2016, 9:39 Uhr.

      Jesus hat gezeigt daß ein Herrscher vor allem Diener zu sein hat!
      Man hat Autorität um zu dienen! Zu nichts anderem!

    • Alberto Knox
      06.09.2016, 17:08 Uhr.

      das muss man gar nicht interpretieren, denn im hebräischen kontext ist genau damit gemeint, dass man der erde dienen soll.

      • Wanda
        07.09.2016, 22:52 Uhr.

        – wer darf denn gegen den wörtlichen Text festlegen was gemeint ist ?
        Die Kommunisten nannten das übrigens (geschönt) Dialektik in dem sie alles in ihrem Sinne uminterpretierten …

        • Alberto Knox
          08.09.2016, 12:03 Uhr.

          das ist nicht gegen den wörtlichen text, sondern das ist der wörtliche text. schauen sie sich das dt. herrschen und das lat. regere an. „herr“ steckt nicht im lateinischen und „recht“ nicht im deutschen. es gibt kaum eins-zu-eins-übersetzungen zwischen zwei sprachen. aber das ist eigentlich eine simple einsicht.

  • Wrightflyer
    08.09.2016, 19:10 Uhr.

    Eeeeeeh, Silberdistel….
    „Mit Pc´s kann man relativ simple Strukturen berechnen, mit Werten die man kennt.“
    Dann hätten wir ein ziemliches Problem.
    Wenn Sie ein modernes Verkehrsflugzeug nehmen, wie z.B. den A380 oder den Dreamliner: Um alle auftretenden Normal- und Schubspannungen zu erfassen hat man am Ende eine Matrix mit um die 100 Variablen und braucht Rechenzeit am Großrechner.
    Oder nehmen Sie einen Pleuel im Motor: Je nach Kolbenstellung ist der auch schon einer kombinierten Druck- und Biegebelastung ausgesetzt, und da man ihn so leicht wie möglich, gleichzeitig aber auch jeder Belastung gewachsen auslegen möchte, greift man zu Computersimulationen.
    Diese wurden nämlich entwickelt, da Computer bei weitem besser und schneller rechnen können als ein durchschnittlicher Mensch.
    Heutzutage werden auch chemische Reaktionen im Industriemaßstab erstmal ausgiebig am Computer simuliert bevor irgendjemand zum Telefon greift und ein neue Chemieanlage bestellt.

    Erfahrene Baustatiker rechnen noch viel von Hand. Das liegt aber daran daß sie einfach die größten auftretenden Lasten nehmen und viel Kleinkram dabei vernachlässigen.

    „Jedoch keine derart komplexen und vor allem CHAOTISCHEN Systeme, wie das Weltklima!“
    Was ist ein chaotisches System?
    Ein chaotisches System ist ein System in dem kleine Ursachen schon dramatische Auswirkungen haben. Auch so etwas wie die Änderung der spektroskopischen Eigenschaften von Gasen im Bereich von Infrarotstrahlung.
    Es ist jedoch keineswegs ein System in dem keine bekannten physikalischen Gesetze mehr herrschen würden! Ein solches System wäre ein Schwarzes Loch!

    „Sind in den Pc-Modellen etwa die Heizleistung der Sonne in der Zukunft berücksichtigt (sie schwankt!), die variable Umlaufbahn der Erde um die Sonne im Kontext zur Heizleistung?“
    Ja, all das ist nämlich bekannt und berechenbar.
    Man kennt den Fleckenzyklus der Sonne, man kennt die Verschiebung des sonnennächsten Punktes der Erdumlaufbahn und ihre Wellenbewegung, man kennt sogar den Lebenszyklus eines Sternes wie der Sonne recht genau.

    „Oder das Medium, durch das das gesamte Sonnensystem mit der Galaxie durchfliegt?“
    Die Galaxie ist vor allem eines: RIESIG.
    Bei dem Einfluß den die Wanderung des Sonnensystems aus dem Orionarm hinaus auf das Klima hat, sind wir schon wieder bei natürlichen langfristigen Klimaschwankungen, nicht bei den sehr schnell verlaufenden menschengemachten.
    Gleiches gilt übrigens für erhebliche Strahlungsschwankungen der Sonne.

    […]*

    „Sie wissen aber auch schon, das die immerhin satten 0,04 Prozent Spurengaskonzentration von CO² sich in der Unterschicht der Atmosphäre abspielt, die Atmosphäre also keinesfalls homogen ist.“
    Genau diese Unterschicht der Athmosphäre, die sogenannte Troposphäre, ist das wovon wir leben! Dort spielen sich Wetter und Klima hauptsächlich ab.
    Und ja, das Einfärbungsbeispiel (es ist im übrigen kein „Beispiel“ sondern genau das was geschieht) taugt doch, weil sich nämlich in der Troposphäre 90% der gesamten Luft versammelt. Die anderen wesentlich stabileren Schichten müssen sich 10% teilen.

    Übrigens sind 0,04% von 5,15*10^18 kg immernoch 2,06*10^17 kg. CO2 hat bei 0°C eine Wärmekapazität von 0,815 kJ/kgK, den Rest können Sie selbst ausrechnen.

    „– „Erderwärmung macht Pause“ geben Sie doch mal diesen Suchbegriff ein.“
    Ist eindeutig widerlegt. Googeln Sie mal unter „Klimafakten“!

    „– Unser Stoffwechselpendant, die Pflanzenwelt, CO² so nötig zum atmen hat, wie wir und die Tierwelt den Sauerstoff. In Treibhäusern werden Pflanzen damit sogar gedüngt!“
    Wir haben auch Chrom, Molybdän und Zink zum Leben nötig. Manche Tiere sogar Arsen. trotzdem würde ich das Zeug nicht tonnenweise in Gewässer kippen!
    Ob etwas hilft oder giftig ist, hängt von der Dosis ab, wusste schon Paracelsus ganz ohne Computersimulation!
    Und daß den Pflanzen 2,06*10^17 kg CO2 ausgehen könnte, wenn gleichzeitig die gesamte Fauna ständig welches produziert, darum würde ich mir so schnell keine Sorgen machen, nachdem der Kreislauf über viele Jahrtausende ganz ohne menschliche Einflüsse ausgezeichnet funktioniert hat.
    Außerdem sprechen wir hier nicht vom Einfluss von CO2 auf das Pflanzenwachtum sondern von seinem Einfluss auf die spektroskopischen Eigenschaften der Athmosphäre! Bitte nicht irgendwelche Begriffe konfus und zusammenhanglos durcheinanderrühren!

    „– Letztlich hat die CO²-Konzentration auf der Erde schon das 20-fache betragen, ohne das es Leben oder das Klima je wirklich gestört hätte.“
    Ich denke schon daß sich das gegenwärtige Leben auf der Erde daran stört wenn innerhalb von einem Zeitraum der für die makroskopische Evolution zu kurz ist, plötzlich subtropische Temperaturen bis zum Nordpol, so wie in einem bestimmten mittleren Erdalter herrschen. Es GAB in der Erdgeschichte schon dramatische Massenaussterben.

    *Der Beitrag wurde wegen des Verstoßes gegen die Netiquette editiert.

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