Papstschreiben zur Familie am 8. April

„Amoris laetitia – über die Liebe in der Familie“ lautet der Titel des lang erwarteten Papstschreibens zu Ehe und Familie. Es wird am 8. April offiziell im Vatikan vorgestellt. Neben Synodensekretär Kardinal Lorenzo Baldisseri wird der Wiener Erzbischof, Kardinal Christoph Schönborn, das Papier vorstellen. Das lässt aufhorchen, hatte sich Schönborn doch wiederholt für Veränderungen der kirchlichen Haltung etwa bei wiederverheirateten Geschiedenen ausgesprochen. Im deutschsprachigen Arbeitskreis hatte er während der Synode im Oktober 2015 als geschickter Moderator und Vermittler zwischen den gegensätzlichen Positionen gewirkt, so dass am Ende alle Voten von allen Teilnehmern, darunter die deutschen Kardinäle Müller und Kasper, einstimmig verabschiedet wurden. Papst Franziskus hatte Kardinal Schönborn bereits damit betraut, bei der 50-Jahr-Feier der Bischofssynode im Oktober 2015 den Festvortrag zu halten.

Papst Franziskus gestern im Gespräch mit Bischöfen am Rande der Generalaudienz im Vatikan. „Amoris laetitia“ („Freude der Liebe“) fasst den Beratungsprozess zu Ehe und Familie zusammen. (Quelle: dpa)

Über den Inhalt des Dokuments ist bisher wenig bekannt. Franziskus selbst hatte gegenüber Journalisten verraten, dass es ein eigenes Kapitel über Ehevorbereitung sowie über das Thema „Kinder und Familie“ geben soll. Aus dem Vatikan ist zu hören, dass die Glaubenskongregation eine ganze Reihe von Anmerkungen am Urtext hatte. Irrlehren gebe es keine in dem Papier, heißt es mit etwas Schmunzeln aus der Kurie. An mancher heiklen Stelle bleibe das Dokument dialektisch. Das dürfte auch für die kontrovers diskutierte Frage des Umgangs mit den wiederverheirateten Geschiedenen zutreffen. Hier wird es künftig noch stärker auf die konkrete Einzelsituation ankommen. Die einen werden darin einen Fortschritt sehen, andere einen Ausgangspunkt für Differenzen, Diskussionen und Spaltungen.

Eine gute Woche muss die Welt nun also noch warten. Dann wird man sehen können, welche Schlüsse Papst Franziskus aus dem mehr als zwei Jahre dauernden synodalen Prozess gezogen hat. Auf rund 200 Seiten soll er seine Gedanken dargelegt haben. Die Sprache entsprechend seinem Grundanliegen: nicht ausgrenzend sondern integrierend. Nicht abrücken wird er vom Ideal der Unauflöslichkeit der Ehe, die für ihn nur zwischen Mann und Frau möglich ist. Doch wenn eines deutlich wurde in den drei Jahren des Pontifikats, dann das: Einfaches Schwarz-Weiß-Denken ist nicht die Herangehensweise von Papst Franziskus. Es gibt nur ganz wenige Bereiche, in denen er keine Kompromisse zulässt – etwa bei der Frage nach Leben und Tod. Was aber das Leben anbetrifft, weiß er, dass es viele Grautöne bereithält. Das hat er in seinen zahlreichen Ansprachen zum Thema gezeigt.

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Jürgen Erbacher

Seit 2005 berichte ich für die ZDF-Redaktion „Kirche und Leben katholisch“ über die Themen Papst, Vatikan, Theologie und katholische Kirche. Dafür pendle ich regelmäßig zwischen Mainz und Rom - meiner zweiten Heimat. Dort habe ich vor meiner ZDF-Zeit mehrere Jahre gelebt und für Radio Vatikan gearbeitet. Studiert habe ich Politikwissenschaft und Katholische Theologie in Freiburg i.Br. und Rom.

31 Kommentare

  • Silvia
    31.03.2016, 18:22 Uhr.

    Jetzt müssen wir halt noch acht Tage abwarten.

    Ich hoffe nur, dass dieses nachsynodale Schreiben in den strittigen Punkten so formuliert ist, dass es nicht (wieder) einen so breiten Interpretationsspielraum zulässt, dass wieder endlos über die richtige Auslegung gestritten wird und niemand wirklich Bescheid weiß.

    Interessant ist auch, dass Kardinal Müller dieser Tage ein Buch veröffentlicht hat, in dem er seinen Standpunkt darlegt.

    Ich bin wirklich keine Freundin von Müller, aber immerhin weiß man bei ihm, wofür er steht, und das schätze ich grundsätzlich an jedem Menschen.

    • Silberdistel
      01.04.2016, 10:04 Uhr.

      Silvia
      31.03, 18:22 h
      In der Tat weiß man bei Müller für was er steht: Seinen eigenen Kirchentag zu boykottieren; Ein „Aufklärer“, der in seiner Zeit als Regensburger Bischof einen Priester, der bereits Kinder sexuell missbraucht hatte, wieder eingesetzt hatte; Der in den TvE- und „Domspatzen“-Skandalen nur ´Progromstimmung´ gegen den Katholizismus erkennen kann; Der in 100 Jahren noch keine Frauen als Priesterinnen sieht; Der in Rom eine 300 Quadratmeter große Wohnung in bester Lage bewohnt; In dessen Büros man bei einer Razzia 20.000 € in einer Würstchendose findet.
      Ein demokratisch gewählter Politiker in einem vergleichbar hohen Amt der derart kontinuierlich negativ transpiriert, wäre wohl schon längst gegangen worden.

      • Silvia
        05.04.2016, 12:15 Uhr.

        Silberdistel
        01.04.2016, 10:04 Uhr.

        Ich bezog mich ausschließlich auf Aussagen und Handlungen Müllers in seiner Eigenschaft als Glaubenspräfekt.

    • Ullrich Hopfener
      01.04.2016, 12:17 Uhr.

      ich wünsche mir „interpretationsspielraum“ wir Deutsche müssen es scheinbar immer juristisch ausformuliert haben..

      gutes Beispiel einer Antwort war der Umgang mit jener
      Frau bei den deutschen Lutheranern in Rom!

      ich kann doch meinen eigenen Weg IN der Kirche finden, dazu muss ich doch nicht in einen Kampf Modus gehen!!

      • Silvia
        05.04.2016, 12:20 Uhr.

        Ullrich Hopfener
        01.04.2016, 12:17 Uhr.

        Ein päpstliches Lehrschreiben MUSS eindeutig formuliert sein und auch dem Kirchenrecht standhalten.

        Theologisch muss es sowieso stimmig sein und anwendbar auf die gesamte Weltkirche.

        Ein päpstliches Lehrschreiben ist eben nicht die Privatmeinung des Papstes sondern hat lehramtliche Verbindlichkeit für die gesamte Weltkirche.

        Ich möchte mich hier auch nicht an Spekulationen beteiligen sondern erstmal abwarten, bis ich das Dokument in gedruckter Form in Händen halte, vorher kann ich mir keine Meinung bilden.

      • Wanda
        05.04.2016, 17:23 Uhr.

        Ulrich Hopfener 12.17
        – guter Gedanke… Nur, genau das ist die Schwierigkeit und das Problem der r.-k. Amtskirche. Sie hat sich immer mit selbstständig denkenden Gläubigen, die ihren eigenen Weg durchaus innerhalb der Kirche (nicht Amtskirche) gehen wollten, äusserst schwer getan.
        Dazu muss man nicht einmal die Historie bemühen. Ein Blick in die Neuzeit (Küng, Drewermann etc.) genügt…

  • Wrightflyer
    01.04.2016, 0:51 Uhr.

    „Auf rund 200 Seiten soll er seine Gedanken dargelegt haben.“
    Er hat in 5 Monaten 200 Seiten geschrieben.
    Wäre eine Kleinigkeit für einen Schriftsteller der nichts anderes tut als schreiben. Aber für jemanden der vollzeit arbeitet, ständig Termine hat und deutlich mehr Predigten und Ansprachen als sein Vorgänger hält: RESPEKT!!
    Er scheint keine Hobbies zu haben…

    Es wird sicher ein sehr schönes Schreiben, sehr „franziskanisch“.
    Allerdings wie meistens auch eine herbe Enttäuschung für all diejenigen die erwarten daß er „Konterrevolutionäre an die Wand stellt“ und jedem bis ins Kleinste vorschreibt was er zu tun und zu lassen hat.

    „Aus dem Vatikan ist zu hören, dass die Glaubenskongregation eine ganze Reihe von Anmerkungen am Urtext hatte.“
    Natürlich hat jeder das Recht, sich kritisch zu einer päpstlichen Verlautbarung zu äußern. Das schließt auch die Glaubenskongregation ein. Wenn bei deren Anmerkungen etwas gescheites dabei ist, ist es gut, wenn nicht, ist es halt so. Das Recht den Papst zu kritisieren haben die, wie jeder andere Mensch auch. Es hat aber auch jeder das Recht, der Glaubenskongregation zu widersprechen. Niemand muss deren Äußerungen über sein eigenes Gewissen stellen.
    Insgesamt sollte kritisch geprüft werden, ob diese Behörde, immerhin Nachfolgerin der Inquisition, heute noch sinn macht.

    • Wanda
      01.04.2016, 19:03 Uhr.

      – man könnte es auch „vorauseilende, totale Übereinstimmung mit einem bislang völlig unbekannten 200-Seiten-Text“ nennen, oder auch „hundertprozentige Blanko-Zustimmung“
      Na, wenn das keine Fan-Gemeinde ist…

      • Silvia
        05.04.2016, 9:57 Uhr.

        Wanda
        01.04.2016, 19:03 Uhr.

        Man könnte es auch Obrigkeitshörigkeit nennen. Irgendwie typisch deutsch.

  • chrisma
    01.04.2016, 6:44 Uhr.

    Genau, lieber Herr Erbacher: schwarz-weiß denken ist nicht die Herangehesweise dieses Pontifikats.Das trifft es auf den Punkt. Papst Franziskus bleibt auch auf dem Stuhl Petri „Seelsorger“ und dazu noch einer der im Moloch Buenos Aires dienst für die Menschen getan hat. Einer Stadt die alle Widersprüche dieser Welt sichtbar werden lässt. Ich freu mich auf die 200 Seiten und auf Kardinal Schönborn, der ja schon während der Synode eine gute Moderation „hingelegt“ hat. Eines ist klar: Franziskus wird nicht die Spaltung der Kirche herbeiführen, er wird nicht genau das Sagen was Einzelne von ihm verlangen, die drohen “ wenn der nicht das und dies sagt, dann bin ich…..(weg, fertig mit dem Papst was auch immer). Es wird weiter „work in progress“ bleiben und das ist gut so.

    • bernardo
      01.04.2016, 9:27 Uhr.

      Zitat: „Genau, lieber Herr Erbacher: schwarz-weiß denken ist nicht die Herangehesweise dieses Pontifikats.“

      Wenn das so ist, liebe chrisma, warum zitiert der Papst dann so oft Leon Bloy? Es tut mir leid, aber eine kohärente Linie kann ich nicht entdecken. An Papst Johannes Paul II. konnte man sich reiben – und ich habe es auch manchmal getan -, aber, um Silvia zu zitieren, man wusste immer, wo er stand. Bei Franziskus weiß ich es nicht.

    • Wrightflyer
      01.04.2016, 15:35 Uhr.

      Ja, der Titel des Papstes ist ja auch Pontifex=Brückenbauer!
      Das ist der urpsrüngliche Sinn und Zweck der Sonderstellung des Bischofs von Rom! Brückenbauer, nicht Cäsar!

      Wojtywa hatte sich ja auch reichlich mit Pontifex anreden lassen, aber unter ihm war das nur ein hohles Wort das jeden Sinn verloren hatte. GERADE die sehr autoritär um nicht zu sagen diktatorisch agierenden Päpste haben ja ihre Kirche gespalten.

      Die altkatholische Kirche lehnt übrigens nicht das Papstamt generell ab, nur seine heutige Form.

      In den letzten Jahren habe ich aber die Beobachtung gemacht, daß manche Leute unter Christentum doch etwas verstehen, naja, wie das Römische Reich, nicht wie das Reich Gottes.
      Zum einen bedeutet das: Wir sind hier Europäer, wir sind wichtig der Rest sind kleine Krümel die die Fresse halten sollen mit ihren Anliegen. Bürgerkrieg in der Zentralafrikanischen Republik, viele Menschen werden getötet, beide Seiten greifen beim geringsten Anlass zu Gewehren und Macheten? Egal, Franziskus soll sich gefälligst um deutsche Pfarreistrukturen kümmern! Die Südpazifikinsulaner verlieren durch den Klimawandel ihre schöne Heimat und damit auch ihre Identität und müssen sich etwas neues suchen, was in der Region mit z.B. einem extrem kaltherzigen Australien nicht gerade einfach ist? Franziskus soll uns mit Klimaschutzmahnungen in Ruhe lassen und für gemütliche Stimmung in deutschen Kirchencafes sorgen!
      Zum anderen: Wenn man sich mal für das Wohlergehen von Menschen interessiert die nicht Europäer oder angelsächsische Nachkommen von Europäern sind, dann nur für Christen. Deswegen betrachtet man auch vom syrischen Bürgerkrieg, einem der schlimmsten Bürgerkriege seit 1945, nur einen Ausschnitt, nämlich Christen gegen IS. Nach dem Motto: Der Rest kann ruhig verrecken, und wenns in Assads Folterkellern ist, scheißegal!
      Natürlich ist die Christenverfolgung schlimm und Christen in den betreffenden Ländern brauchen Solidarität und Unterstützung. Aber nicht zu dem Preis daß wir hier den Glauben verraten und gegenüber Muslimen gnadenlos und menschenverachtend sind. Wäre das im Sinn der verfolgten Christen, wären sie keine Christen.
      Und last but not least ist da eine Anhänglichkeit an die „starken Männer“, sei es Putin, sei es das US-Militär, sei es Assad. Mit der Haltung hat man sich von Franziskus auch Dinge versprochen die er nicht erfüllen will. Er will nicht der „starke Mann“ sein der „die Konterrevolutionäre an die Wand stellt“. Schließlich war das auch Jesus nicht.

      • bernardo
        05.04.2016, 18:33 Uhr.

        Ach, du meine Güte: Wer hier will denn, dass Franziskus „die Konterrevolutionäre an die Wand stellt“? Eine klare Linie haben, ist doch etwas anderes als ein Diktator zu sein.

  • Silvia
    01.04.2016, 12:26 Uhr.

    Wrightflyer
    01.04.2016, 0:51 Uhr.

    Es ist wohl kaum anzunehmen, dass der Papst diese 200 Seiten ganz allein im stillen Kämmerlein geschrieben hat.

    Was die Glaubenskongregation angeht, deren Aufgabe ist es u.a., päpstliche Lehrschreiben, und um ein solches handelt es sich, gegen zu lesen und dann eben auch mit Anmerkungen zu versehen. Das schließt päpstliche Alleingänge aus.

    Bei einem theologisch wenig interessierten Papsr ist es sogar notwendig.

    Ich habe die Glaubenskongregation immer kritisch gesehen aber inzwischen halte ich sie sogar für sinnvoll.

    • Wrightflyer
      05.04.2016, 23:45 Uhr.

      Und welche Abweichler soll die Glaubenskongregation diesmal mundtot machen?
      Welche heimlichen oder offenen Schismen soll der nächste diktatorisch agierende Papst verursachen?

      Ich halte es für wesentlich sinnvoller, wenn das Papstamt auf seinen eigentlichen Sinn und Zweck zurückkommt.
      Es gibt da einen Titel, der lautet Pontifex. Das bedeutet „Brückenbauer“. Jemand der zwischen verschiedenen Lagern, Positionen und Traditionen vermitteln kann.
      Dieser Titel wurde offiziell in den letzten Jahrzehnten ausgesprochen. Wojtywa wurde dauernd Pontifex genannt! Aber eigentlich war dieser Titel vergessen, er war nurnoch ein leeres Wort ohne Inhalt.

  • Wrightflyer
    01.04.2016, 15:05 Uhr.

    Ich finde es schon sehr ärgerlich wenn ein renommiertes Portal wie katholisch.de ausgerechnet diesem komischen Sandro Magister eine Bühne bietet.
    Natürlich hat jeder das Recht, Anmerkungen und Kritik zu Franziskus‘ Schreiben zu äußern.
    Aber NIEMAND hat ein Recht, Franziskus zu verdrehen und zurechtzubiegen um ihn bestimmte Zwecke erfüllen zu lassen.
    kath.net, katholisches.info und dieser Sandro Magister sind jedoch genau dadurch schon aufgefallen.
    Das zum einen.

    Außerdem:
    Klar, das Thema WvG ist sehr wichtig.
    Aber noch wichtiger finde ich ehrlich gesagt das Thema Verhütung.
    Werden römisch-katholische Missionare und Entwicklungsdienste die Möglichkeit bekommen, über Empfängnisverhütung aufzuklären? Wird dieses Tabu endlich gebrochen?
    Zum einen wissen wir alle, daß das Verhütungsverbot in Humanae Vitae so viel Schaden angerichtet hat wie kaum etwas anderes in der jüngeren Kirchengeschichte. Es hat die ganze Debatte über Sexualität fanatisiert.
    Es geht auch nicht mehr, daß sich die ganze Moral der rk-Kirche um irgendwelche Sexualpraktiken dreht und bei den Sünden im großen Maßstab, wie Waffenhandel, Steuerhinterziehung (Diebstahl an der Allgemeinheit) oder unnötige Umweltferkeleien (wie der Müllskandal in Italien) so betont leise ist.
    Außerdem: Als die Menschheit noch gegen eine enorme Sterblichkeit anzüchten musste, machte es Sinn, möglichst viele Kinder zu bekommen. Die Dinge sind heute anderst. Auch die Entwicklungsländer können sich ein exponentielles Wachstum nicht mehr leisten. Ackerfläche und Wasser sind nicht unbegrenzt da. Und wenn ein labiler Arbeitsmarkt alle 10 Jahre auf eine doppelt so große jüngere Generation aufgeteilt werden muss, kommt auch irgendwann eine Grenze.

  • Ludwig Bergmann
    04.04.2016, 19:33 Uhr.

    im Text der Familiensynode an den Papst heißt es:
    („Soziale Konflikte und Spannungen 9.“) „Das Gewicht unbedachter wirtschafts- und sozialpolitischer Entscheidungen hat auch in der Wohlfahrtsgesellschaft schwerwiegende Auswirkungen auf den Unterhalt von Kindern ….“.
    Professor Wilfrid Schreiber, „Vater der dynamischen Rente“, Vorsitzender des BKU, plante für die Rentenreform 1957 in Deutschland, die Rentenversicherungsbeiträge für die Familien zu verwenden, denn ohne Kinder gibt es ja später keine Rente.
    Durch politischen Kompromiss wurden diese aber zur Finanzierung der gleichzeitigen Renten verwendet.
    Geplant waren für 2015 hundert Milliarden Euro an Rentenversicherungsbeiträgen.
    Das Bundesverfassungsgericht verurteilte unsere Rentenversicherung am 7.7.1992 wegen Benachteiligung der Erziehungsarbeit, also wegen Betruges besonders an den Müttern.
    Als Ergebnis haben sich die Geburtenzahlen in Deutschland praktisch halbiert, wir sind zu einem sterbenden Volk geworden und zum Schlusslicht in der Welt.
    Diese „Ausbeutung von Familien“ (Professor Hermann von Laer, Vechta) hat aber nicht nur Familien geschädigt, sondern uns alle.
    Das „Wirtschaftswunder“ hat uns von 1951 bis 1960 ein Wirtschaftswachstum von insgesamt über 100% beschert und einen unerwartet schnellen „Wiederaufbau“. Jetzt sind wir mit diesem Wachstum trotz riesiger Staatsverschuldung und Zinsabbau fast am Nullpunkt gelandet – wenn wir seit 1970 nur ein Wirtschaftswachstum von jährlich 4% gehabt hätten, wäre unsere Wirtschaft heute mehr als doppelt so hoch.

    Ludwig Bergmann

    • Silberdistel
      05.04.2016, 16:47 Uhr.

      Ludwig Bergmann
      04.04. 19:33 h
      Angeblich zu geringes Wirtschaftswachstum ist hier nicht das primäre Problem, Geld ist so häufig anzutreffen wie Straßenkehricht. Um es zu finden, muß man nur an den richtigen Orte suchen: Der Zinseszinseffekt sorgte und sorgt dafür, das der Deibel immer auf den größten Haufen noch einen draufsetzen kann und zwar umgeschichtet von „unten“ nach „oben“. So verfügt das oberste eine Prozent der Weltbevölkerung bereits über mehr Vermögen als der Rest. Oder anders herum besitzen 89 Reiche mehr als die Hälfte der Bevölkerung auf diesem Planeten. Proportional bildet sich das Verhältnis national in Deu natürlich ähnlich ab. Zudem sind bereits mehr als zehnmal soviel an Spekulationssummen in Optionen, Derivaten usw. unterwegs, als die herkömmliche wirtschaftliche Leistung der Welt in BIP gemessen. Übrigens zahlen die großen DAX-Unternehmen kaum Steuern, so wie sich wirklich Reiche durch Steuervermeidungskonzepte besonders auch in unserem Land arm rechnen dürfen. Und zwar ohne dafür in Panama oder anderswo eine Scheinfirma gründen zu müssen. Kirchenkonzerne nutzen die ja auch gerne.
      Das Geld für Familien, Kinder, Rentner und die vor allem wirklich Fleißigen ist also längst da, nur woanders.
      Christi teils eindringliche Worte an die Begüterten dieser Welt haben also nie an Brisanz verloren. – Achja, und war da nicht doch noch das biblische Zinsverbot… ?!!

      • Wrightflyer
        05.04.2016, 23:37 Uhr.

        Wieviele Arbeiter und Angestellte hat Siemens in den letzten Jahren entlassen? SEHR viele!
        Aber dafür, daß die Vorstände ein Millionenvermögen in Panama deponieren, war die wirtschaftliche Lage doch noch gut genug!!

        Zum Verzweifeln ist, wie leicht sich die Leute gegen Arme und noch ärmere aufhetzen lassen statt kritisch nachzuhaken, was im System los ist und wohin das Geld das Generationen von Arbeitnehmern erwitschaften, bleibt.
        Arbeitslose sind „Sozialschmarotzer“, Griechen sind alles „heimlich reiche Frührentner“, und Flüchtlinge sind… na, Sie wissen schon.

    • Wrightflyer
      05.04.2016, 23:27 Uhr.

      Blinder Wachstumsfetischismus ist auf einem endlichen Planeten weder angemessen noch klug.

      Tatsächlich geht das so gepriesene „Wirtschaftswachstum“ zunehmend an den unteren und mittleren Einkommensschichten vorbei und wandert hauptsächlich in die Taschen bereits gut betuchter Aktionäre.
      Siemens hat in den letzten Jahren einige tausend Stellen gestrichen, trotzdem reichte es für manche Vorstände noch für ein in Panama geparktes Millionenvermögen.

      Auf die „Krümel vom Tisch der Reichen“, wie es die neoliberale Doktrin predigt, warten die unteren und mittleren Einkommensschichten seit Jahrzehnten vergeblich. Tatsächlich geht die Schere immer weiter auf, es gehen immer mehr Leute Flaschen aus dem Müll sammeln.

      Hinzu kommt, daß unser „Wirtschaftswachstum“ durch Ausbeutung der Dritten Welt erkauft wird. Land und Rohstoffe werden geraubt, umgekehrt wird der Markt per Freihandelsabkommen von europäischen Billigwaren wie Hühnerfleisch und Kartoffeln überschwemmt.
      Das Resultat sitzt in Booten auf dem Mittelmeer.

  • Silvia
    05.04.2016, 12:22 Uhr.

    Ludwig Bergmann
    04.04.2016, 19:33 Uhr.

    Soll der Papst mit seinem Lehrschreiben jetzt auch noch das deutsche Rentenrecht reformieren?

  • Wrightflyer
    06.04.2016, 0:16 Uhr.

    @Silvia:
    Katechismen wo punktgenau gesagt wurde was die Gläubigen zu tun und zu lassen haben, gab es schon VIELE. Auch penibel ausgearbeitete päpstliche Lehrschreiben wo punktgenau drinsteht was die Gläubigen zu tun und zu lassen haben, gab es schon VIELE. Nichts davon hat der rk-Kirche viel gebracht.
    Selbst wenn in der päpstlichen Lehrschreiben etwas drinstand was gut und richtig war, wurde es nicht beachtet, denn entweder lehnten die Leute alles was aus Rom kam instinktiv ab oder sie waren desinteressiert.

    Wenn Franziskus‘ Schreiben es dagegen schafft, die Leute zu beschäftigen, die Leute über den Sinn und Zweck von Familie nachdenken zu lassen, wenn Franziskus die Leute innerlich bewegt statt sie einfach nur durch eine etwas aktuellere Vorschriftensammlung anzuöden, dann hat er seinen Job gut gemacht!

  • chrisma
    06.04.2016, 19:48 Uhr.

    Einige Ausführungen zu „theologisch nicht interessierter Papst…“ Der Papst ist Jesuit, als solcher ist er fundiert theologisch ausgebildet. Seine theologischen Wurzel sind Ignatius von Loyola und Michel Fouvre. In neuerer Zeit sind Henry de Lubac, (einem der Begründer der Nouvelle Theologie aus deren Denken u.a. Kardinal Kaspers schöpft) dazu von ihm selbst benannt Michel de Certeau und nicht zuletzt der deutschen Ausnahmetheologie R. Guardini zu nennen. Alles in allem katholische Theologie vom Feinsten. Leider hat sich hier in einigen Post’s doch eine vereinfachte Küchentheologie bei der nur zwei links zwei rechts gestrickt werden, breit gemacht. Katholische Theologie umfasst, wie kann es bei der europäischen Geschichte anders sein, eine sehr große Bandbreite. Die große Fähigkeit des Franziskus ist es aus dieser Theologie ein an der Praxis orientiertes Pastoral zu entwickeln und allgemein verständlich zu vertreten Dies wird besonders in dem hierzulande kaum bekannten Aparecida 2007 deutlich, an dem er federführend mitgewirkt hat. Es ist ein Ausblick auf das Pastoral des 21. Jahrhunderts. Dazu kommen natürlich das sehr eindeutige EG und Laudatio Si, seine erste Enzyklika. Mehr muss in drei Jahren nicht sein….. @Bernado ich setzte voraus das Sie den Begriff koharänte Linie aus der Psychologie entnehmen. Wenn Sie sich mit den oben genannten auseinandersetzten finden Sie die Grundlage für diese Linie. Hinweise auf Leon Bloy waren kleine Schmakerl am Rande.

    PS Es ist nicht die Aufgabe der Kongregation für den Glauben, den Papst, egal welchen, zu überwachen. Auch wenn Kollege Müller davon träumt…….

    • Silvia
      08.04.2016, 14:42 Uhr.

      chrisma
      06.04.2016, 19:48 Uhr.

      Ich habe NICHT gesagt, dass der Papst theologisch nicht gebildet ist, sondern NUR, dass er sich wenig für Theologie/theologische Fragen interessiert. Das ist ein Unterschied!

      man könnte es natürlich auch positiv formulieren und sagen, sein Schwerpunkt liegt auf der Pastoral, nicht auf der Theologie.

  • chrisma
    06.04.2016, 22:15 Uhr.

    @Wrightflyer,@Papessa @Silberdiestel, @Bernado (wichtig wg. koharänt!)@Alberto Knox es gibt eine sehr umfassende Zusammenfassung der klaren und sehr deutlichen Haltung des Papstes in 36 Katechesen die er 2015 auf dem Petersplatz zum Thema Familie gehalten hat. Eine Zusammenfassung dieser Katechesen finden Sie im Blog von Radio Vatikan.
    Sehr geehrter Herr Erbacher, Pater Hagenkord SJ hat den Blog „Papstgeflüster“ einmal als Ergänzung zu seinem Blog bei Radio Vatikan genannt, deshalb erlaube ich mir diesen Hinweis, nicht zuletzt unter dem Eindruck einiger Post’s, die ich, wäre ich Moderator dieses Blog’s, sicher auch veröffentlich hätte.
    Ich bedanke mich

  • Wrightflyer
    07.04.2016, 0:38 Uhr.

    Ich soll also „obrigkeitshörig“ sein, weil ich Respekt äußere, daß jemand der mit 78 Jahren Vollzeit (und vermutlich mehr als 40 Wochenstunden) arbeitet noch Kraft findet, nebenbei ein Buch zu schreiben. Eine anstrengende Reise und die Weihnachtszeit inklusive. Wo ich selbst mit Mitte 30 gerade am sortieren bin was ich neben dem Job noch packe.

    Nur mal so zur Info an die Allgemeinheit die hier nicht so regelmäßig mitliest:
    ICH bin diejenige die SEIT 2013 hier für einen Abbau des Obrigkeitsgehabes in der rk-Kirche und den Aufbau echter Synodalität plädiert.
    Allerdings bin ich sehr weltoffen erzogen worden und WEIß daher was es bedeutet daß die rk-Kirche aus weltweit einer Milliarde Mitglieder in mehr als 100 teilweise sehr unterschiedlichen Ländern besteht. Zu glauben daß Franziskus‘ Kurs der innerkirchlichen Versöhnung (und der Versöhnung mit anderen Kirchen) so ausgehen kann daß sich am Ende alle mehr als 1 Milliarde römische Katholiken exakt einem standartisierten Schema anpassen, ist kindlich-naiv um nicht zu sagen kindisch.

    Ich werde hier seit geraumer Zeit untergürtellinig angegiftet und beleidigt, weil ich Franziskus‘ Kurs noch immer unterstütze.
    Warum auch nicht? Was ich von ihm erwartet habe, hat er bislang bei weitem erfüllt. Wo er meiner Ansicht nach Fehler gemacht hat, habe ich ihn schon kritisiert.

    Im Prinzip macht er ja nicht viel anderes als Johannes der XXIII.
    Der hat einfach nur das Konzil eröffnet und davor durch seine warmherzige Art Hoffnung auf Veränderung gemacht. Die seine Kirche zur damaligen Zeit auch genutzt hat.
    Hat der gute Roncalli einen Katechismus geschrieben? Nein! Hatte er auch nur ein einziges Konzilsdokument fertig ausgearbeitet in der Schublade? Nein! Schließlich war das ein echtes Konzil, keine Pseudoveranstaltung wie bei Mastai und seinem Pastor Aeternus! Hat er jemals unbequeme Gegner mundtot gemacht? Nein!
    Kurz: Man könnte auch Johannes dem XXIII unterstellen daß er keinen klaren Kurs gehabt hätte und man nicht wissen konnte wofür er steht!

    • Wrightflyer
      07.04.2016, 0:58 Uhr.

      Wofür Franziskus steht, welche Linie er verfolgt kann man im übrigen in -zig Ansprachen und Predigten lesen.
      Gerechte Verteilung der Güter der Welt, Arbeit für alle, Fürsorge für die Schöpfung statt deren Ausbeutung, Fieden, ein Ende von Sklaverei, Waffenhandel und Korruption, idealerweise Familie mit Kindern.
      Er ist in diesen Dingen sehr eindeutig und nicht im geringsten missverständlich. Zu behaupten daß er keine Linie hätte, ist also lächerlich.

      Innerkirchlich versucht er die sehr unterschiedlichen Lager und Traditionen zu versöhnen. Dazu gehört, daß er einen gewissen Freiraum für eigene Glaubenswege lässt. Was soll daran schlecht sein? auch die rk-Kirche besteht nicht nur aus Kleinkindern sondern auch aus glaubensmündigen Personen die zuu einer eigenen Gottesbeziehung fähig sind, ohne ständig im Katechismus und in päpstlichen Lehrschreiben nachschlagen zu müssen was sie zu glauben haben!

  • Wrightflyer
    07.04.2016, 1:08 Uhr.

    Und zum Thema „typisch deutsch“, ein kleiner Tipp:
    Wir Deutsche gelten im Ausland oft als ungehobelt. In den meisten Kulturkreisen ist es nicht üblich, daß man bei der ersten Begegnung direkt sagt was man verlangt. Geschäftsleute haben immer wieder damit zu tun, daß ausländische Geschäftspartner erstmal Wert auf Smalltalk und angenehme Athmosphäre legen, bevor man mit geschäftlichem loslegt. In den meisten Kulturkreisen ist der persönliche Eindruck, das menschliche, die „Chemie“ für größere Geschäfte unverzichtbar.

    Die deutsche Ortskirche kann nicht verlangen, für immer „Papst zu sein“. Auch andere Länder verlangen die Einhaltung ihrer Spielregeln.

  • Wrightflyer
    07.04.2016, 19:07 Uhr.

    Also, warten wir mal, was Franziskus schönes geschrieben hat!

    Ehrlich gesagt hoffe ich, daß er im großen und ganzen der Linie der Synode folgt.
    Zum einen war diese schon ein Testlauf, ob sowas wie Synodalität in der rk-Kirche überhaupt möglich ist. Natürlich wäre das eine oder andere noch verbesserungswürdig gewesen. Aber zu glauben daß nach so vielen Jahren römischem Autoritarismus eine perfekte synodale Kirchenverfassung vom Himmel geschwebt kommt, ist kindisch.
    Zum anderen haben sehr viele Menschen sehr viel Arbeit, Mühe und Hoffnung in diese Synode gesteckt. Da gehört natürlich der große Mut und Kampfgeist von Walter Kasper lobend erwähnt, der Fleiß der Fragebogenauswerter, aber auch diejenigen deren Positionen man nicht unbedingt teilt, wie z.B. Müller, haben an dieser Synode mitgearbeitet und ihren Beitrag geleistet. Auch wenn der Beitrag von Robert Sarah eher seltsam und unsachlich ausfiel. Auch die Journalisten haben durch ihre Berichterstattung die Synode lebendig gehalten.
    Kurz: Es wäre unschön und gemein, wenn Franziskus diese Synode in die eine oder andere Richtung zur Farce machen würde. Aber das traue ich ihm auch nicht zu.

    Außerdem hoffe ich, daß sich die Diskussion nicht NUR auf das Thema WvG verengt.
    Natürlich ist das Thema sehr wichtig und ich hoffe auch daß es in dem Punkt zu einer Änderung kommt, zwar keine komplette Zulassung, das wäre nicht im Sinn des Ergebnisses der Synode, sondern das was Walter Kasper vorgeschlagen hat.
    Aber es gab auch andere Themen auf der Synode und ich hoffe daß sie in der Diskussion gewürdigt werden.

    • Wanda
      08.04.2016, 13:19 Uhr.

      – Erstaunlich, gleich 3 Beiträgen hintereinander vom gleichen Verfasser, die aber nicht unbedingt beim vorgegebenen Thema bleiben sondern eher einer Art Selbstdarstellung ähneln…
      Andere Teilnehmer wurden diesbzüglich schon öfter ermahnt…

      • Wrightflyer
        08.04.2016, 22:22 Uhr.

        […]*

        Welche Selbstdarstellung??
        Ich schreibe hier SEHR WOHL über das Thema, nämlich über Franziskus‘ zu erwartendes Schreiben und stelle es in den Kontext aus dem es kommt: Die Familiensynode 2014/15!!

        Weiter oben nehme ich tatsächlich aus meiner Sicht Stellung, und zwar zu einer schweren Beleidigung gegen mich, UND DAS IST MEIN GUTES RECHT!!
        Ich brauche es mir hier nicht unwidersprochen gefallen zu lassen wie hier mit mir umgegangen wird!!

        *Der Beitrag wurde wegen des Verstoßes gegen die Netiquette editiert.

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