Papst bittet andere Kirchen um Vergebung

Gleich zwei ökumenische Akzente hat Papst Franziskus heute zum Abschluss der Gebetswoche für die Einheit der Christen gesetzt. Beim traditionellen ökumenischen Gottesdienst in der Basilika Sankt Paul vor den Mauern bat er „als Bischof von Rom und Hirte der katholischen Kirche um Barmherzigkeit und Vergebung für das nicht Evangeliums gemäße Verhalten von Katholiken gegenüber Christen anderer Kirchen“. Zugleich rief er die Katholiken dazu auf, „zu vergeben, wenn sie heute oder in der Vergangenheit Verletzungen durch andere Christen erfahren haben“. Man könne nicht auslöschen, was geschehen sei, so Franziskus, „aber wir wollen nicht zulassen, dass das Gewicht vergangener Schuld weiter unsere Beziehungen vergiftet“. Am Mittag hatte der Vatikan angekündigt, dass Franziskus am Reformationstag ins schwedische Lund fahren wird, um gemeinsam mit Vertretern des Lutherischen Weltbunds ein Reformationsgedenken zu feiern.

(Quelle: reuters)

Papst Franziskus und Metropolit Athenagoras beim Gottesdienst in Rom. (Quelle: reuters)

Papst setzt eigenen Akzent zum Reformationsgedenken

Der Besuch in Schweden zum 31. Oktober hatte sich schon lange angedeutet. Nun ist er auch offiziell bestätigt. Franziskus wird gemeinsam mit dem Lutherischen Weltbund (LWB) einen eigenen Akzent zum Auftakt des 500-Jahr-Gedenkens der Reformation setzen. Er kommt dazu nicht nach Deutschland. Mit der Ortswahl Lund machen Papst und LWB deutlich, dass es sich bei dem 500-Jahr-Gedenken um eine internationale Angelegenheit handelt. In Lund wurde am 1. Juli 1947 der LWB gegründet. Heute hat er seinen Sitz in Genf und ist ein Zusammenschluss von 145 Mitgliedskirchen in 98 Ländern, denen mehr als 72 Millionen Christen angehören.

Seit langer Zeit gibt es enge ökumenische Kontakte zwischen dem Heiligen Stuhl und dem LWB. Einer der wichtigsten Meilensteine auf dem gemeinsamen Weg war die „Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre“, die am 31. Oktober 1999 in Augsburg unterzeichnet wurde. 2013 haben der Päpstliche Ökumenerat und der LWB ein Papier vorgelegt, in dem erstmals eine gemeinsame historische Aufarbeitung der der Ereignisse vor 500 Jahre vorgelegt wurde. Der Titel: „Vom Konflikt zur Gemeinschaft. Gemeinsame Lutherisch-Katholisches Reformationsgedenken im Jahr 2017“. Wie der Gottesdienst am 31. Oktober genau ablaufen wird, ist noch nicht abschließend geklärt. Der Vatikan wies heute eigens darauf hin, dass es der erste ökumenische Gottesdienst sein werde, dem der Papst und lutherische Geistliche gemeinsam vorstehen werden. In Lund ist neben dem Gottesdienst auch ein theologisches Symposion geplant.

Orthodoxes Konzil soll stattfinden – aber auf Kreta

2016 könnte zum Jahr der Ökumene werden. Neben der Ökumenereise nach Lund wird seit langer Zeit über eine mögliche Papstreise nach Armenien oder nach Serbien spekuliert. Diese könnte Ende Mai stattfinden. Zudem ist vom Gipfeltreffen der Vorsteher der orthodoxen Kirchen zu hören, dass das für Juni geplante panorthodoxe Konzil nun doch stattfinden soll. Bei der aktuellen Vorbereitungstagung, die seit Donnerstag in Chambésy bei Genf stattfindet, sind die orthodoxen Kirchenoberen offenbar auf einem guten Weg, um die noch bestehenden theologischen Probleme zumindest soweit zu klären, dass das Konzil stattfinden kann. Allerdings soll der Ort des Konzils aufgrund der aktuellen politischen Lage von Istanbul nach Kreta verlegt werden. Nachdem politisch derzeit heftigste Spannungen zwischen Russland und der Türkei bestehen, sahen sich die Vertreter der Russisch-orthodoxen Kirche nicht in der Lage, zu einem Konzil nach Istanbul zu reisen. Aus diesem Grund sowie der aktuellen Sicherheitslage nach den jüngsten Attentaten in Istanbul, war bereits das Vorbereitungstreffen vom Bosporus in die Schweiz verlegt worden.

Die Synaxis (Versammlung der orthodoxen Vertreter) geht noch bis 28. Januar. Erst nach dem Abschluss des Treffens dürfte endgültig klar sein, ob das Konzil wirklich stattfinden wird. Angesichts der Differenzen wird nun der Vorschlag diskutiert, das Konzil in mehreren Sitzungsperioden abzuhalten. Damit müssen nicht alle theologischen Fragen vor dem Treffen Konzilsauftakt im Juni geklärt werden. Das verschafft Luft und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass das Konzil, wie geplant, zum orthodoxen Pfingstfest am 19. Juni beginnen kann. Die Aufteilung auf mehrere Sessionen lässt auch die Möglichkeit bestehen, dass die zweite Sitzungsperiode, wie ursprünglich geplant, in Istanbul stattfinden kann. Dort wollte man sich eigentlich in der Hagia Irene treffen, wo 381 die Zweite Allgemeine Kirchenversammlung stattgefunden hatte. Doch die Kirche ist heute im Besitz des türkischen Staates, und der hat bisher keine Genehmigung für die Nutzung des Gebäudes durch die orthodoxen Kirchen erteilt. Mit der „Zwischenlösung“ einer ersten Konzilssitzung im alten Marienkloster Gonia auf Kreta gewinnen die orthodoxen Kirchen also Zeit, um politische, theologische und strukturelle Fragen zu klären.

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Jürgen Erbacher

Seit 2005 berichte ich für die ZDF-Redaktion „Kirche und Leben katholisch“ über die Themen Papst, Vatikan, Theologie und katholische Kirche. Dafür pendle ich regelmäßig zwischen Mainz und Rom - meiner zweiten Heimat. Dort habe ich vor meiner ZDF-Zeit mehrere Jahre gelebt und für Radio Vatikan gearbeitet. Studiert habe ich Politikwissenschaft und Katholische Theologie in Freiburg i.Br. und Rom.

43 Kommentare

  • Alberto Knox
    25.01.2016, 21:42 Uhr.

    das sind doch sehr erfreuliche nachrichten. schon p. hagenkord von radio vatican hat ja frank und frei seine einschätzung revidiert, dass die ökumene zu den reformatorischen kirchen franziskus nicht so sehr am herzen liegen könnte. ein schönes zeichen, dass er nach lund fahren will.
    überhaupt sollte man die lutherischen viel mehr beachten. im gegensatz zu den, pardon, steinzeitbetonorthodoxen aus russland kann man mit den lutherischen auch sachlich diskutieren. und es verbindet uns auch viel mehr mit ihnen. letztlich war auch luther nur ein guter (wenn auch maßlos polemischer) katholik (unbeschadet seines verabscheuenswerten antisemitismus, aber wer bis 1945 nicht als christ antisemit? eine große anzahl war es nicht).
    kein schöner auftakt ist, dass das fünfte constantinopolitanum in kreta beginnen muss. aber immerhin, es findet statt. das ist sehr gut. unser veni creator spiritus sollte die synode begleiten. vielleicht kann sich ja der patriarch von istanbul zur interkommunion mit uns (wir haben sie indirekt schon) durchringen. dringender freilich wäre eine echte liturgiereform der orthodoxen, die aus einer klerikerliturgie wieder eine liturgie des ganzen volkes macht.
    lieber herr erbacher, laden die orthodoxen eigentlich beobachter anderer konfessionen zum konzil ein, so wie das bei uns auf dem 2. vaticanum war? und wenn ja, haben diese dann so freizügige rechte an teilnahme und auch mitdiskussion wie bei uns damals?

    • Wrightflyer
      29.01.2016, 1:38 Uhr.

      „dringender freilich wäre eine echte liturgiereform der orthodoxen, die aus einer klerikerliturgie wieder eine liturgie des ganzen volkes macht.“
      JA!!!!
      Eindeutig!! Da haben Sie voll und ganz recht!!!
      Das ist nicht zukunftsfähig, daß die Priester ständig hinter der Ikonostasis verschwinden und irgendwas vor sich hin nuscheln was das Volk kaum versteht.
      Wenn Sie sich mal ansehen, daß die ak-Kirche so ziemlich gleich nach ihrer Gründung mit der Messe in der Landessprache angefangen hat, können Sie nachvollziehen daß es schon weit vor dem 2. Vatikanum eine Sehnsucht nach Gebeten gab, die die Leute wirklich verstehen und mit dem Herzen mitsprechen können. Die Zuneigung einzelner sehr konservativer römischer Katholiken zur lateinischen Messe werte ich als den Wunsch nach einem elitären Exklusivclub für „bessere Kreise“, der Gott für wenige Gutsituierte beschlagnahmen will. Gott kann jede Sprache die je ein Mensch, ein Delfin oder ein Computer gesprochen hat, er spricht Quetchua genauso wie Suaheli oder Petuhtantendeutsch, und es ist im Prinzip eine Gotteslästerung, die Heiligkeit der Liturgie dadurch zu entwürdigen, daß man eine Sprache verwendet die die Seele der meisten Gläubigen nicht berühren kann, weil sie vollkommen fremd ist.

      Das mit der Kuschelei mit der weltlichen Macht und mit dem Nationalismus kann aber auch so nicht weitergehen. Es geht einfach nicht.
      Die armen Russen werden gerade von der nächsten Diktatur verarscht, und die Orthodoxie macht wie unter dem Zaren fröhlich dabei mit.

      Hat die russisch-orthodoxe Kirche bislang irgendetwas getan um den Krieg im Donbass zu entschärfen? Eher nicht. Hat die serbisch-orthodoxe irgendetwas getan, um auf dem Balkan Versöhnung zu schaffen? Eher Fehlanzeige. Stattdessen badet man lieber in Märtyrerblut aus vergangenen Jahrhunderten.

      Mit dieser russisch-orthodoxen Kirche, und die russisch-orthodoxe ist nunmal die bedeutendste orthodoxe, sehe ich schwarz für eine orthodoxe Kirchenreform.

      Übrigens, ich schreibe noch bis Sonntag hier mit und mache dann 1-2 Wochen Pause, evtl. auch 2-3. Bin gerade etwas krank und habe ab Montag auf der Arbeit einiges zu tun wozu ich körperlich eigentlich außerstande bin. Asthma+Bronchitis ist schon ne lustige Kombination, aber ich muss auch noch in die alten und staubigen Anlagenteile um für neue Maschinen den Platz auszumessen und mitzuentscheiden wo was hin soll. Werde dann abends wohl aus dem letzten Loch pfeifen, und das wortwörtlich, deswegen ist hier dann mal Pause für mich.

      • SuNuraxi
        29.01.2016, 21:26 Uhr.

        Wrightflyer, 29.01.2016, 1:38
        (gilt teilweise auch für Knox, 25.01.2016, 21:42)

        Ich gehe wohl recht in der Annahme, dass Sie noch nie eine ordentliche byzantinische Liturgie erlebt haben. Wie sonst kämen Sie wohl auf die Idee, dass die Priester „irgendwas vor sich hin nuscheln“? Die byzantinische Liturgie wird durchgehend GESUNGEN! Es ist auch nicht so, dass das Volk kaum etwas versteht, denn bei den Byzantinern ist es Tradition, wenigstens einigermaßen die Volkssprache zu verwenden. Die Slawen verwenden kirchenslawisch. Wenn man eine slawische Sprache gut kann, versteht man zwar nicht jedes einzelne Wort, aber doch sehr viel. Die Griechen verwenden griechisch (eine ältere Form zwar, aber so ganz unverständlich ist es für die Griechen nicht), die Rumänen, ja was? – raten Sie mal – ja! Rumänisch, sogar heutiges Rumänisch, die Georgier verwenden(wird Sie vielleicht wundern) georgisch usw. Also nix, aber auch gar nix mit „Gotteslästerung, die Heiligkeit der Liturgie dadurch zu entwürdigen, daß man eine Sprache verwendet die die Seele der meisten Gläubigen nicht berühren kann, weil sie vollkommen fremd ist“
        Die byzantinische Liturgie können Sie als so etwas wie ein Gesamtkunstwerk betrachten, in dem Sprache, Musik und „Choreographie“ ein einheitliches Ganzes ergeben. Da kann man eintauchen, kann sich fallen lassen. Aber vielleicht haben Sie ja für solche Dinge nicht wirklich ein Gespür. Die römische Liturgie, so wie wir sie heute haben, ist meistens schlicht und einfach fad. Ich jedenfalls fühle mich in einer byzantinischen Liturgie Gott viel näher als in einer römischen.

        • Alberto Knox
          31.01.2016, 15:30 Uhr.

          naja, sie können mir schon glauben, dass ich genügend orthodoxes anschauungsmaterial hatte. und leise wird da genug gebetet, es wird keineswegs durchgesungen. die orthodoxe liturgie ist eine klerikerliturgie – sie wird von klerikern getragen – eine echte participatio des volkes gibt es nicht. von einem gesamtkunstwerk kann man wirklich nicht sprechen – ich mag ja durchaus ordentlich lange gottesdienste, aber „auf orthodox“ ist das reiner selbstzweck geworden. von einer choreographie kann man auch nicht sprechen, weil sich da soviele schichten übereinanderentwickelt haben, dass der rote faden einfach nicht mehr sichtbar wird.
          ja, wenn sie sich im katholizismus so unbeheimatet fühlen, warum konvertieren sie nicht? ich meine das ganz nüchtern.

          • SuNuraxi
            01.02.2016, 14:25 Uhr.

            Alberto Knox, 31.01.2016, 15:30

            Wie schön, dass Sie genügend „Anschauungsmaterial“ haben. Und Sie meinen, das reicht, um einen echten Eindruck davon zu bekommen?

          • Alberto Knox
            01.02.2016, 15:52 Uhr.

            @ SuNuraxi: Ja.

        • bernardo
          31.01.2016, 17:58 Uhr.

          @ SuNuraxi: Mir geht es beim byzantinischen Ritus wie Ihnen. Aber was erwarten Sie hier im Blog? Verständnis für Traditionen? Für die Schönheit der Liturgie? Statt dessen können Sie sich mit „Argumenten“ herumschlagen, dass Gott auch KiSuahili und Quetchua versteht?

          Es ist immer schön, zu sehen, dass manche Katholiken ganz genau wissen, was andere Kirchen benötigen. Klar, wir haben so volle Kirchen, dass wir gut beraten sind, auch anderen (ungebetene) Ratschläge – die Betonung liegt auf Schlägen – zu erteilen. Und wenn sie nicht hören, dann sind sie eben „Steinzeit“christen.

        • Wrightflyer
          31.01.2016, 20:50 Uhr.

          „Die Slawen verwenden kirchenslawisch. Wenn man eine slawische Sprache gut kann, versteht man zwar nicht jedes einzelne Wort, aber doch sehr viel.“
          *räusper* Altkirchenslawisch ist immernoch keine aktuell gesprochene Sprache. Es ist schon durchaus eine vom Volk abgehobene Sprache, auch wenn Slawen das besser verstehen als wir Latein.

          • SuNuraxi
            01.02.2016, 18:56 Uhr.

            Wrightflyer 31.01.2016, 20:50 Uhr

            Kirchenslawisch ist zwar eine Kunstsprache, wird aber relativ gut verstanden, von den Südslawen sogar noch besser als von Ostslawen. Sogar ich verstehe es gut, um wie viel besser dann wohl Russen, Bulgaren, Serben etc. Der Vergleich mit Latein und „uns“ hinkt. Richtiger wäre: Die Slawen verstehen Kirchenslawisch besser als z.B. die Italiener Latein.
            *räusper* In der byzanzinischen Liturgie der Slawen wird nicht Altkirchenslawisch verwendet, sondern Kirchenslawisch. Es hat hier nämlich im Lauf der Jahrhunderte Sprachveränderungen parallel zu den Veränderungen in den Volkssprachen gegeben. ALTKirchenslawisch würden die meisten tatsächlich nicht mehr verstehen.

      • Alberto Knox
        31.01.2016, 15:31 Uhr.

        liebe wrightflyer, ich wünsche ihnen gute besserung! bis bald!

    • bernardo
      31.01.2016, 18:15 Uhr.

      Zitat: „dringender freilich wäre eine echte liturgiereform der orthodoxen, die aus einer klerikerliturgie wieder eine liturgie des ganzen volkes macht.“

      Ihnen würde ich gerne das ans Herz legen, was Julia Klöckner manchen in der CDU ans Herz gelegt hat.

  • Silberdistel
    25.01.2016, 21:59 Uhr.

    Oha, dieses Thema lässt mich etwas ausholen, alldieweilen ich noch viel herumkomme und viele an Fahrzeugen angebrachten „Ichthyis“, dem symbolisierten Fisch als Zeichen des Christentums, meist vor mir am Heck des Fahrzeugs angebracht, begegne. Dieses uralte Symbol ist tatsächlich en masse unterwegs und oft veranlasst es mich auf langer Autobahnstrecke nachzudenken über dieses Christentum. Das auch mein Christentum ist und das vor annähernd schon 2 Jahrtausenden begann und noch immer seine Spuren, zumindest deutlich sichtbar auf deutschen Autobahnen, hinterlässt.
    Es lässt mich aber auch nachdenken über die Insassen solcher Fahrzeuge, welcher Gattung des „Ichthyis“ sie wohl angehören. Wikipedia beispielsweise listet die Menge an unterschiedlichen christlichen Glaubensrichtungen auf, den s.g. Chismen, innerhalb der Christenheit. Selbst innerhalb einer christl. Konfession gibt es deutliche Abstufungen, wie rk in Bezug beispielsweise auf WvG wissen. Ist es also erlaubt auf dem nächsten Parkplatz den Insassen eines solch markierten Fahrzeugs zumindest ein freundliches Lächeln entgegen zu senden oder gar ein ebensolches Zunicken? – Klar ist es das! Die Christliche Botschaft ist ein Erfolgsmodell und Grundlage einer jeden vernünftigen wie humanen Gesellschaft, wie der unsrigen, des christlich geprägten Abendlandes.
    Wer also meint im Nächsten zuerst den Herätiker oder gar Sünder sehen zu müssen, der hat mM ohnehin die Worte Jesu nicht gelesen oder je verstanden. „PF“ hat sie wohl gelesen, verstanden – und lebt sie.

    • Silberdistel
      25.01.2016, 22:41 Uhr.

      PS: Manche der angeregten Diskussionen sowie Auslegungen um das wirklich wahre Christentum, erscheinen definitiv zu „überkopft“. Wie heisst es so schön: Ein voller Magen kann einen leeren Kopf zufrieden stellen, jedoch ein voller Kopf keinen leeren Magen.

    • Alberto Knox
      28.01.2016, 16:15 Uhr.

      es muss heißen: ichthys.

  • Wrightflyer
    25.01.2016, 23:30 Uhr.

    Das sind wirklich zwei sehr schöne Überraschungen!

    „Er kommt dazu nicht nach Deutschland.“
    Muss auch nicht sein. Wir müssen nicht überall die tollsten und wichtigsten sein. In anderen Ländern gibts auch Protestanten.

    „Bei der aktuellen Vorbereitungstagung, die seit Donnerstag in Chambésy bei Genf stattfindet, sind die orthodoxen Kirchenoberen offenbar auf einem guten Weg, um die noch bestehenden theologischen Probleme zumindest soweit zu klären, dass das Konzil stattfinden kann.“
    Eine sehr gute Sache daß das Konzil doch noch stattfindet, aber es ist auch eine Menge zu tun.
    Die Orthodoxie hat zwei Hauptprobleme: Das eine ist ihre Kuschelei mit der weltlichen Macht. Das andere ist dieser Nationalismus.
    Gerade die russisch-orthodoxe Kirche versteht sich heute wieder als staatstragend und ist eindeutig mitschuld an den aktuellen Zuständen in Russland. Und auch zur serbisch-orthodoxen Kirche gibt es durchaus etwas zu sagen: Wie soll nach einem Krieg wirklich Frieden entstehen, wenn von der kriegsanzettelnden Seite kein Schuldeingeständnis kommt? Die Sache ist nunmal die, daß es vor allem serbischer Nationalismus war, der die Jugoslawienkriege verursacht hat. Die serbisch-orthodoxe Kirche hat bislang nicht eine einzige Chance ergriffen, etwas zu Frieden und Versöhnung beizutragen.

    „Doch die Kirche ist heute im Besitz des türkischen Staates, und der hat bisher keine Genehmigung für die Nutzung des Gebäudes durch die orthodoxen Kirchen erteilt.“
    Ja, der aktuelle türkische Staat ist auch… ein Kapitel für sich. Ich sage es mal so: Mit Minderheitenrechten hat er es eher nicht.

    • Alberto Knox
      28.01.2016, 16:14 Uhr.

      ihren wertungen zur russisch-orthodoxen bzw. serbisch-orthodoxen kirche kann ich mich nur anschließen…

      • Wrightflyer
        30.01.2016, 22:54 Uhr.

        Dabei geht es auch anderst!
        Eines der größten Genies aller Zeiten, Nikola Tesla, war Serbe und Sohn eines serbisch-orthodoxen Priesters und es gibt keinen Hinweis darauf, daß er irgendwie nationalistisch erzogen worden wäre! Er hatte einige Macken, aber keine davon drehte sich um Nationalismus. Und niemals hat er etwas erfunden um „Rum und Ehre der serbischen Nation zu mehren“, sein großer Traum war stattdessen kostenlose Energie für die ganze Menschheit.

        Interessante Biographie übrigens, ich kann nur empfehlen, sich mal mit der zu befassen: Die technische Begabung hatte er von der Mutter, nicht vom Vater!

    • Silberdistel
      29.01.2016, 11:38 Uhr.

      Mit der Rechristianisierung des Ostens hat sich eine der Fatima-Prophezeihungen erfüllt, sowie eine des alten Nostradamus, soweit letzterer entschlüsselbar zu lesen ist: „Der Osten wird sich von Links nach Rechts wenden und die Priesterschaft wird wieder in ihre alten Rechte eingesetzt werden“.
      Diese Rechristianisierung nach einer Generation teils rigoroser kommunistisch-atheistischer Verfolgung, die schlichtweg ein Wunder wie eine Freude ist und mit genügend Anlass geboten hätte die Kulturen des Ostens und des Westens wieder zusammen finden zu lassen, hat man im Westen komplett ignoriert. Hauptsächlich vom gesamten (doch irgendwie gesteuerten?!) Medienapparat aus. Stattdessen übt man sich mit Blick nach Osten in typischer ‚Besserwessi‘-Kritik, wo man nur kann. Als ob bei uns hier alles im Reinen wäre, gerade was die Kirche in ihrem historischen Verhältnis zur weltlichen Macht anbelangt (Mal nur drei kurze Stichworte gegeben aus der jüngeren Geschichte: Lateranverträge, Konkordat, „Rattenlinie“).

      • Alberto Knox
        29.01.2016, 18:41 Uhr.

        rechristianisierung? in welcher welt leben sie?

      • Wrightflyer
        29.01.2016, 19:38 Uhr.

        silberdistel, ich bin hier im Blog nicht mehr so offen was meine persönlichen und familiären Umstände angeht wie früher, aber eines können Sie mir glauben: Ich weiß von Russland eine ganze Menge mehr als die meisten hier.
        Machen Sie mal die Aktion und versuchen Sie, Russen privat hierher einzuladen! Es ist ein monatelanger Papierkrieg wie zu Sowjetzeiten! Und dann sind die Leute erstaunt, daß man hier ohne privaten Gemüsegarten überleben kann und daß einfache Leute („Rabótniki=Arbeiter“) in die Wirtschaft gehen um eine Pizza zu essen!

        Ich bin durchaus eine scharfe Kritikerin, was westliche Machtpolitik angeht. Ich habe wiederholt und sehr scharf die Irakkriege kritisiert, die Rüstungsexporte, die gleichgültige Ausplünderung Afrikas usw.

        […]*

        Es gibt schon verdammt gute Gründe, warum der Kommunismus russischer Prägung betont atheistisch war. Der russische Klerus war noch NIE auf Seiten des einfachen Volkes. Der Grund dafür liegt in seiner alten Auffassung, daß geistliche und weltliche Macht eins sind.
        Forschen Sie mal selbst nach: Sie werden kein großes russisch-orthodoxes Hilfswerk finden, jedenfalls nicht so wie die Caritas oder die Diakonie hierzulande. Und eine „Rechristianisierung“ in Form von „wir folgen dem armen Wanderprediger nach“ gab es nie. Keiner von den Oligarchen gibt sein Vermögen her, damit junge Mütter ihre Kinder behalten können statt sie abzutreiben (Russland hat die vielleicht höchste Abtreibungsrate weltweit! Es werden mehr Kinder abgetrieben als geboren!) oder damit alte Frauen eine Rente bekommen von der sie leben können.

        Sexuelle Aufklärung ist verpönt, die Alkoholikerrate geht auf keine Kuhhaut mehr, Pressefreiheit existiert nicht mehr, Auslandsreisen sind schwierig, TBC breitet sich rasant aus, Korruption ist selbstverständlich und es gibt immer wieder tote Regierungskritiker. Hinzu kommen die Umweltverbrechen aus der Sowjetzeit: 15% des Landes sind ökologisches Katastrophengebiet.
        Russland ist in keinem guten Zustand. Und wer das schönfärbt weil die orthodoxe Liturgie ach so hübsch ist, der hat kein Mitgefühl mit dem russischen Volk.

        Hinzu kommt, daß ich mich an keinen einzigen Versuch seitens des orthodoxen Klerusses erinnern kann, weder des ukrainischen noch des russischen, den Krieg im Donbass zu entschärfen.

        *Der Beitrag wurde wegen des Verstoßes gegen die Netiquette editiert.

        • bernardo
          31.01.2016, 18:14 Uhr.

          Was wir über Russland wissen und was nicht, können Sie nicht wissen. Ich habe den Eindruck, um es vorsichtig zu formulieren, zumindest SuNuraxi weiß nicht weniger als Sie. Aber was ist das für eine Diskussion? Soll ich auf meine besonderen Kenntnisse Italiens, der USA und Englands verweisen, um andere Foristen ruhig zu halten, die sich diesbezüglich äußern? Übrigens: Man kann die russisch-orthodoxe Liturgie schätzen ohne die gemachten Fehler zu übersehen. Man kann darauf verzichten, anderen Konfessionen mit dem Zusatz „Steinzeit“… zu versehen ohne das Fehlverhalten gerade auch in der Sowjetzeit gutzuheißen.

          Was die Schuldbekenntnisse angeht: Ich glaube, es ist jetzt mal gut damit. Nachdem sich der Papst bei allen für alles entschuldigt hat, kann man vielleicht anfangen, in die Zukunft zu blicken. Aber wahrscheinlich sehen es die Anhänger der Papolatrie anders.

          • Alberto Knox
            02.02.2016, 16:39 Uhr.

            „Was die Schuldbekenntnisse angeht: Ich glaube, es ist jetzt mal gut damit. Nachdem sich der Papst bei allen für alles entschuldigt hat, kann man vielleicht anfangen, in die Zukunft zu blicken.“

            da frage ich mich doch glatt, warum am beginn jeder messe ein bußakt steht. der mensch ist letztlich immer sünder, die kirche auch immer sünderin. ich hoffe, dass das bewusstsein, nie genug tun zu können, der kirche und dem einzelmenschen erhalten bleibt. es ist die einzig legitime christliche haltung (was ich freilich nicht verwechselt haben will mit einer haltung, die nur noch das negative im menschen sieht), denn nur dann kann man sich frei von gott mit seiner gnade beschenken lassen.
            erstaunlich, bernardo, dass sie sich gegen diese urchristliche und urkatholische haltung verschließen. ich werde da auch für sie beten.

            „Aber wahrscheinlich sehen es die Anhänger der Papolatrie anders.“

            ich kenne keine papolatrie – ich kenne niemanden, der papst franziskus als gott verehrt. bauen sie sich da einen pappkameraden auf, um ihn besser abschießen zu können? lieben sie eigentlich papst franziskus in treuer anhänglichkeit, wie es sich für einen guten katholiken gehört?

        • Silberdistel
          31.01.2016, 19:09 Uhr.

          wrightflyer 19:38 h
          Wir erinnern uns noch an den „wind of change“ der den eisernen Vorhang weggeblasen hat, sowie an das Versprechen das sich die Nato nicht nach Osten hin ausdehnen wolle. An die Hoffnungen auf die Friedensdividende wenn sich die beiden grossen Machtblöcke nicht mehr bis an die Zähne bewaffnet im ‚kalten Krieg‘ gegenüberstehen müssen, sondern das eines der rohstoffreichsten Länder mit den Ländern des grössten know how, regen Handel treiben würde….
          Wir wissen wo wir heute stehen, bzw. wo Russland liegt: Welches nämlich die Frechheit besessen hatte sich direkt vor zahlreiche Nato-Stützpunkte zu schieben, einschliesslich vor den für das globale Gleichgewicht des Schreckens wichtigen Raketenabwehrschirm. Ein Land das 10 % von dem für Rüstung ausgibt, was Natostaaten ausgeben.
          Die Zustandsbeschreibung die sie für russische Gesellschaft geben, magin der Tendenz richtig sein. Ist aber zum guten Teil Erblast der kommunistischen Struktur. Sieht die westliche Welt aber gar so viel besser aus? SIcher, in Deu lebt’s sich insgesamt gesehen noch auf so etwas wie der Insel der Seligen. Doch schon etwas weiter draussen in Griechenland oder Portugal geht es anders zu, nämlich vielen an die Existenz, insbesondere was die Zukunftsperspektive der Jugend angeht. In den USA sind bereits ca. 47 Mio. Menschen auf food stamps, Lebensmittelmarken also, angewiesen und viele brauchen mehrere Jobs um über die runden zu kommen. Drogen für die Drögen gibt’s natürlich allemal und diese ganze grosse „Westparty“ ist finanziert mit der verbreitetsten Droge, den mittlerweile horrenden Schuldenblasen, von denen keine eine platzen darf. Doch einige wenige haben soviel Besitz wie die Hälfte der Menschheit – Soviel noch zu den westlichen Oligarchen.
          Nein Westeuropa, aber insbesondere Deu, hat die historische Chance verpasst, oder sollte die verpassen, dem nach dem Fall des eisernen Vorhanges nach neuer Orientierung suchenden Russland wieder den Platz in und an Europa zuzuweisen, den es vor den beiden WK’s inne hatte. Wenn Putin wie Medwedew, die im Amt aktiv die Rückbesinnung auf religiöse Werte förderten, sich sogar privat mit Familie in der (r-orthod.) Kirche filmen lassen, so war das nur ein Zaunpfahl von vielen mit dem damals gewunken wurde wohin diese Orientierung künftig auch gehen soll: Hin zu christlichen, traditionell abendländischen Werten.
          Wir im Westen, meist sehr ergriffen von unserer eigenen intellektuellen Bauchnabelschau, können uns anscheinend nicht vorstellen das andere Gesellschaften andere Entwicklungen wie Prägungen erfahren haben. Woanders fehlen eben ein Kolle, Beate Uhse, die Ostermärsche, Küng, Drewermann oder eine Uta Ranke-Heinemann. Man muss die Leute eben auch mal da abholen wo sie gerade sind. Mit der russischen Gesellschaft hätte oder wird es jedenfalls definitiv kein „clash of cultures“ gegeben, so wie wir das gerade aktuell mit Angehörigen von Ländern des arabischen Raumes erleben.
          Übrigens: Die r-orthodoxe Kirche finanziert sich nicht aus Kirchensteuern, steht noch am Anfang und kann schon aus dem Grund beschränkten Budgets keine solch umfangreichen sozialen Werke betreiben wie unsere Konzernkirchen (…die dafür zwar allgemeine Symphatiepunkte einheimsen, – sich beim Staat jedoch anschliessend für Kita’s, Kliniken, Reliunterricht, Militärseelsorge etc., hinten herum schadlos halten).
          @wanda, wenn Sie schon den grossen Goethe bemühen, dann darf ich mit dem ebenso grossen Shakespeare antworten: „Es gibt mehr Ding‘ im Himmel und auf Erden, als sich Eure Schulweisheit träumt“.

          • Wanda
            02.02.2016, 0:50 Uhr.

            – exakt, Schulweisheit…
            Und was haben wir in der Schule und im Religionsunterricht gelernt ? Richtig, dass es einen lieben Gott gibt…

        • Wanda
          01.02.2016, 19:10 Uhr.

          – für den Begriff einfache Leute verwenden die Russen ganz sicher nicht das Wort Arbeiter sondern eher „prostyye Grazhdane“ = etwa Normalbürger oder auch nur ganz allgemein „Grazhdanin“ (mask).
          Früher wurde das (wie viele andere Worte aus dem Deutschen) ganz simple Lehnwort „Burger“ (das „u“ jotiert ausgesprochen) verwendet. Letzteres nicht zu verwechseln mit dem in der kommunistischen Ära abwertenden „Burzhua“ = Bourgeois…
          Aber das ist Ihnen sicher nur entfallen, oder ?

      • Wanda
        29.01.2016, 23:48 Uhr.

        – ach ja, da ist er wieder der alte Michel de Notre Dame: er sagte zwar dem neuen König Karl IX. von Frankreich eine Lebensdauer von 90 Jahren voraus, auch wenn dieser tatsächlich nur 24 Jahre alt wurde. Nun, dumm gelaufen. Das aber beschädigte seine Glaubwürdigkeit überhaupt nicht, weil der gläubige Mensch eben nicht wissen, sondern glauben will…
        Und so war das 16. Jahrhundert leider nicht nur die Zeit des Kopernikus sondern auch die der Sterndeuter, Scharlatane, Astrologen und Magier: z.B. des Kölner Magiers Heinrich Cornelius Agrippa, letztlich Vorbild für den Faust (bei Goethe heisst er in der Tat „Heinerich mir graut vor Dir“).
        Mit der drohenden kosmischen Heimatlosigkeit durch Kopernikus stieg sogar und logischerweise der Aberglaube, denn die Kirche wehrte sich zäh gegen die kopernikanische Revolution weil diese ihre Glaubens-Architektur zum Einsturz brachte: im Obergeschoss der Himmel, im Erdgeschoss die Erde und im Keller die Hölle. Die Erde wanderte plötzlich mit anderen Planeten durch das Weltall. Das war eine zweite Vertreibung aus dem Paradies, denn man stand nicht mehr im Zentrum und war heimatlos und Gott, der über den Menschen im Obergeschoss gewohnt hatte, wo war der denn nun abgeblieben ?

        • Wrightflyer
          31.01.2016, 20:46 Uhr.

          Mein Lieblingsphysiker Galilei wollte ja auch durchaus dieses hierarchische Weltbild reformieren, also er wollte tatsächlich eine Reform des Christentums.
          Leider sind ihm ausgerechnet in seinem berühmtesten Werk Fehler unterlaufen. Also dem kopernikanischen Weltbild hat eher Kepler zum Durchbruch verholfen.
          Naja, dafür war Galilei in anderen Bereichen in Topform. Z.B. als er rein mathematisch nachgewiesen hat, daß im Vakuum alle Körper gleich schnell fallen.

  • JasJu
    26.01.2016, 11:28 Uhr.

    Es ist schade, daß man nun das in Selbstauflösung begriffene Häuflein der Lutheraner hofiert. Wann entschuldigt sich eigentlich diese kirchliche Gemeinschaft bei der Kirche für die ungeheuren Missetaten an Katholiken, angefangen mit dem Raub tausender Kirchgebäude und Latifundien, der Vertreibung der Ordensleute, der Auflassung hunderter Klöster…
    Hoffen wir, daß der Papst seinen Auftritt nutzt, um diese Protestanten auf ihren Irrtum hinzuweisen und ihnen, nach Beichte und Buße, die Rückkehr in die Kirche ans reuige Herz zu legen.

    • Alberto Knox
      29.01.2016, 12:10 Uhr.

      „und ihnen, nach Beichte und Buße, die Rückkehr in die Kirche ans reuige Herz zu legen.“

      das ist die vorstellung der so genannten rückkehrökumene. diese ist seit dem 2. vaticanum keine katholische position mehr. sofern sie sich zu katholischen positionen bekehren wollen, bete ich für sie.

      • bernardo
        31.01.2016, 18:05 Uhr.

        @ Knox: Hören Sie auf, andere Blogger zu verbessern und ungefragt für andere Blogger zu beten.

        • Alberto Knox
          01.02.2016, 15:56 Uhr.

          @ bernardo: ich werde selbstverständlich andere, die gern gute katholiken sein wollen, darauf hinweisen, wo sie sich gegen den integren katholischen glauben verfehlen. würde ich das nicht tun, würde ich mich versündigen. sie fordern mich also dazu auf zu sündigen. hm, schwierig würde ich sagen. ich werde auch selbstverständlich für sie beten, dass sie zur vollen einsicht kommen. papst fanziskus sagt schließlich auch, dass wir immer füreinander beten sollen. das schadet gewiss auch ihnen nicht.

          • Silberdistel
            02.02.2016, 9:55 Uhr.

            Alberto Knox 15.56
            Wenn alle Angehörigen aller christl. Konfessionen in ALLERERSTER LINIE nur mal GUTE CHRISTEN sein wollten………. 😩

          • Alberto Knox
            02.02.2016, 10:57 Uhr.

            liebe silberdistel,

            ich kann ihren einwand verstehen. doch sehe ich zuerst einmal das gute im menschen.

          • bernardo
            02.02.2016, 11:58 Uhr.

            @ Knox: Ach so. Wer das griechische Wort für Fisch nicht richtig schreibt, vergeht sich also gegen den „integren katholischen Glauben“. Wenn ich das, was Sie hier schreiben, mit dem Weltkatechismus vergleiche, stelle ich mir die Frage, ob sich Jasju oder silberdistel gegen den katholischen Glauben vergehen – oder Sie? Gut, ich bin nicht so „square minded“ wie die katholischen Reaktionäre und Progressisten – mit mir kann man über alles reden. Nur ein „herrschaftsfreier Diskurs“ sollte es schon sein: Man kann sachliche Fehler richtigstellen, allerdings ohne den Duktus der Überheblichkeit. Vor allem aber ohne zu glauben, dass man andere „zur Einsicht bringen“ müsste.

            Spießertum und geistige Enge – das kennzeichnet heute den deutschen Gremienkatholizismus. Und nicht nur den. Schade.

          • Alberto Knox
            02.02.2016, 22:15 Uhr.

            gremienkatholizismus scheint ihr besonderes hassobjekt zu sein. indes bin ich in keinem einzigen gremium und strebe auch nicht danach.

    • Wrightflyer
      29.01.2016, 14:37 Uhr.

      Die Verfolgung der Protestanten in den katholischen Ländern, gerade in Frankreich, die Spanische Inquisition und die Bartholomäusnacht haben Sie aber fleißig verdrängt!

      Tatsache ist, daß sich ab der Gegenreformation bis zum 2. Vatikanum beide Seiten nichts geschenkt haben. Und es gibt verdammt gute Gründe, warum kein anständiger Christ mehr in diese Zeiten zurück möchte.

      Die katholische Seite bestand nicht unbedingt aus Engeln. Es waren üble Schlächter darunter.
      Abgesehen davon war die Reformation für den katholischen Glauben ein heilsamer Schock, denn es GAB gottlose Misstände, auf die Luther reagiert hat. Ablasshandel, Ämterkauf…
      Immerhin hat man sich damals zum Konzil von Trient durchgerungen.

  • Wanda
    26.01.2016, 16:56 Uhr.

    Danke Herr Erbacher, dass sie meine Antwort an Chrisma vom 23.01.17:12, in der ich Fakten aus der WELT zitierte und gegenüberstellte, unterschlagen.
    Damit disqualifiziert sich dieser Blog. Neutral sieht anders aus…

    • Wrightflyer
      29.01.2016, 0:57 Uhr.

      Sie sind nicht der einzige, der sich schon über einen nicht freigeschalteten Beitrag geärgert hat!

    • Wrightflyer
      29.01.2016, 1:51 Uhr.

      Übrigens, *räusper* was N24 angeht, nun….
      Das ist der Sender, der abwechselnd Hochglanzwerbung für Rüstungsgüter und Weltuntergangsszenarien sendet. Also auf meiner Liste der seriösen Quellen steht der eher nicht. Die Welt gehört zur Springerpresse, und die FAZ hat sich in meinen Augen schon vor Jahren durch unterirdische Hetze gegen sozial schwächere und gegen normale Arbeitnehmer disqualifiziert.

      • Wanda
        30.01.2016, 16:43 Uhr.

        Wrightflyer 29.01.1:51
        – ach so ? Nun, dass war eine der wenigen Nachrichtenquellen, die sich nicht dem Schweigekartell der regierungskonformen Öffentlich-Rechtlichen angeschlossen hatte, wenn es sich um kriminelle Flüchtlinge und Schein-Asylanten handelte. Bestes Beispiel das ZDF mit verspäteten und zögerlichen Reports zu Köln, weil, wie ein Gutmensch-Politiker der SPD instinktlos rechtfertigte, jene Übergriffe wo Migranten in´s Spiel kommen, ein „Verhetzungspotential“ bestünde. Wie bitte ?
        Mit so einer dummen Begründung liefert man nur argumentative Steilvorlagen für die Vorwürfe Lügen- und Einheitsmedien. Ist doch nur logisch !
        Zur Ehre der Druckmedien sei jedoch erwähnt, dass diese sich nach kurzer anfänglicher Beteiligung an der Jubel-Euphorie einer kritischen Betrachtung der von Merkel ausgelösten Flüchtlingskrise befleissigen. FAZ, Süddeutsche, WELT, NZZ, ZEIT, FOCUS, n-tv usw. bringen all das, was unsere Öffentlich- Rechtlichen verschämt verschweigen oder nur als Randnotiz bringen.
        Jüngstes Beispiel der Frontex-Bericht, der in Brüssel für Aufregung sorgte, den man aber nicht mehr unter den Tisch kehren konnte und vom Vize der EU-Kommission Frans Timmermans vorgestellt wurde, wonach 60 Prozent der Einwanderer kein Asylrecht haben. Sind sie aber erst einmal in der EU, ist es fast unmöglich sie auszuweisen -Zitatende-
        Wenn man sich vergegenwärtigt, dass die wichtigen Posten der deutschen Öffentlich-Rechtlichen nach politischem Proporz besetzt werden, dann darf man deren Unabhängigkeit bezweifeln: es wird kaum jemand an dem Ast sägen auf dem er sitzt, oder ?
        Kein Grund also heuchlerisch mit dem Finger auf Polen, Ungarn, Russland, Tschechei Slowakei usw. zu zeigen.
        Erst einmal eine wirkliche Unabhängigkeit von ARD, ZDF herstellen, dann darf man sich über Andere aufregen, vorher nicht…

        • Wrightflyer
          31.01.2016, 20:41 Uhr.

          Hier gibt es Menschen, die Migranten töten wollen. Und zwar nicht einfach überführte Straftäter, sondern komplett alle Migranten. Letzten Herbst, das erschien nur knapp am Rande in den Nachrichten, war eine Gasleitung angesägt. Genau deswegen macht sich die SPD in Sachen „Verhetzungspotential“ Sorgen. Das zum einen.

          Außerdem:
          Wenn Sie damit einverstanden sind, daß Arbeitnehmer angespuckt werden wenn sie ihre demokratischen Streikrechte wahrnehmen, können Sie ruhig zur FAZ halten. Ich tu es nicht, denn ich halte nichts von Marktradikalismus.
          Ich erlaube mir auch, die Springerpresse mit Vorsicht anzufassen, immerhin ist mir die Hetze der BLÖD gegen Griechen (die durchaus auf Regierungslinie war) noch im Gedächtnis geblieben.
          Und warum ein Fernsehsender so ausgiebig Weltuntergangsphantasien und Militärpropaganda sendet, darf man doch wohl hinterfragen, oder?!

          Und im übrigen:
          Es gibt auch in Argentinien Presse und Fernsehen, soweit ich mich erinnere. Die La voz del interior („Stimme des Landesinneren“) lese ich heute noch ab und zu in der Onlineausgabe, zumindest wenn ich wissen will, wie Instituto gespielt hat.

          • Wanda
            01.02.2016, 18:49 Uhr.

            Sie sollten auf Argumente eingehen und nicht ablenken…

          • Wanda
            01.02.2016, 22:01 Uhr.

            Wrightflyer 20:41
            – haben Sie in Ihrer selektiven Sichtweise überhaupt mitbekommen, dass ich eine ganze Bandbreite von Medien/Presse angeführt habe, die sich richtungsmässig z.T. gewaltig unterscheiden ?
            Sollten Sie vielleicht auch tun: mehrfach querlesen, dann kommen Sie nämlich der Wahrheit zumindest etwas näher, als wenn Sie nur die Hexen dieses Phantasten Pratchet zur Argumentationshilfe heranziehen. Meinen Sie nicht ?

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