Programmhinweis: Katakombenpakt heute um 0.20 Uhr

Am 8. Dezember 1965 wurde das II. Vatikanische Konzil mit einem feierlichen Gottesdienst beendet. Zum 50. Jahrestag startet Papst Franziskus am Dienstag das Außerordentliche Heilige Jahr der Barmherzigkeit. Er möchte damit einige Grundideen der wohl wichtigsten Bischofsversammlung der Neuzeit in Erinnerung rufen. Ein Gedanke war damals die Idee einer „armen Kirche an der Seite der Armen“, die Papst Franziskus heute lebt. Diese „arme Kirche“ ist eine Kirche, die nicht herrscht, sondern dient, die nicht ausschließt, sondern integriert, die nicht verurteilt, sondern ermutigt. Diese Idee haben kurz vor Ende des Konzils 42 Bischöfe im sogenannten Katakombenpakt festgehalten. Was damals geschah und wie diese Idee heute, 50 Jahre nach der Unterzeichnung des Katakombenpakts, durch Papst Franziskus verwirklicht wird, darum geht es in unserer Dokumentation „Der Katakombenpakt – Papst Franziskus und die Kirche der Armen“, die in der Nacht von Sonntag auf Montag um 0.20 Uhr im ZDF zu sehen sein wird.

Eine arme Kirche an der Seite der Armen - Papst Franziskus bei seinem Besuch im Slum Kangemi in Nairobi vor wenigen Tagen. Ist der aktuelle Papst ein Katakombenpaktler?

Eine arme Kirche an der Seite der Armen – Papst Franziskus bei seinem Besuch im Slum Kangemi in Nairobi vor wenigen Tagen. Ist der aktuelle Papst ein Katakombenpaktler?

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Jürgen Erbacher

Seit 2005 berichte ich für die ZDF-Redaktion „Kirche und Leben katholisch“ über die Themen Papst, Vatikan, Theologie und katholische Kirche. Dafür pendle ich regelmäßig zwischen Mainz und Rom - meiner zweiten Heimat. Dort habe ich vor meiner ZDF-Zeit mehrere Jahre gelebt und für Radio Vatikan gearbeitet. Studiert habe ich Politikwissenschaft und Katholische Theologie in Freiburg i.Br. und Rom.

13 Kommentare

  • Wrightflyer
    06.12.2015, 16:14 Uhr.

    WAAAH!!
    Nichts für mich, die Uhrzeit, ich muss leider passen.
    Schade, der Katakombenpakt war ein Riesenschritt in die richtige Richtung… WÄRE GEWESEN, wenn er von einer Mehrheit real umgesetzt worden wäre.

  • Wrightflyer
    06.12.2015, 20:48 Uhr.

    Übrigens, ich weiß daß es nicht im Sinn der Redaktion ist, Diskussionen aus einem geschlossenen Beitrag wiederaufzuwärmen, aber ich sehe mich in der Pflicht, zu einem tagesaktuellen Thema ein bischen was naturwissenschaftliches zu erklären, das so nicht ganz verstanden wurde.

    Also, der Erklärbär zum Klimawandel spricht:

    CO2 ist inert, d.h. sehr reaktionsträge. Man bekommt es nur schwer dazu, mit irgendetwas chemisch zu reagieren. Stickstoff, der Hauptbestandteil der Athmosphäre, ist ebenfalls inert. Chemische Reaktionen wie in einem lebenden Organismus finden in der Athmosphäre also kaum statt, daher ist man mit diesem Vergleich ohnehin auf dem Holzweg.

    Die Eigenschaft um die es beim CO2 und noch viel schlimmer bei Methan geht ist das optische Absorptionsvermögen.

    Im Weltraum herrscht eine Temperatur von ca. -270°C. Frage: Warum sind nicht alle Planeten so kalt?
    Zum einen haben die einen oder anderen Planeten, wie unserer, heiße Kerne, außerdem gibt es radioaktive Zerfallsprozesse. Aber das alles ist bei weitem nicht die wichtigste Wärmequelle.
    Der Löwenanteil an Wärme kommt von unserer Sonne. Die schickt ein Spektrum an elektromagnetischer Strahlung zu uns, von dem wir Menschen einen Teil direkt sehen können, das sogenannte sichtbare Licht. Bzw. wir sehen das sichtbare Licht deswegen, weil wir uns auf einem Planeten entwickelt haben, dessen Athmosphäre für diesen Strahlungsbereich absolut durchlässig ist. Wasser ist schon weniger durchlässig für Licht, deswegen gibt es in der Tiefsee auch keinen Tag. Warum Tiefseefische Augen haben ist mir zugegebenermaßen ein Rätsel…
    Aber Materie, d.h. Festkörper, Flüssigkeiten und Gase, kann diese Strahlung absorbieren. Nicht alles, es sei denn man hat einen perfekten sogenannten „Schwarzkörper“, sondern meistens nur einen Teil und der Rest wird zurückgeworfen. Daraus bestehen übrigens Farben: Ein Körper absorbiert einen Teil des sichtbaren Lichtes und wirft den Rest zurück.

    Wenn Materie Licht absorbiert, verwandelt sie sie in Wärme. Das kann jeder im Sommer nachprüfen: Ein weißes T-Shirt (weiße Körper reflektieren das meiste Licht) und ein schwarzes T-Shirt (schwarze Körper absorbieren das meiste Licht) nebeneinander in die Sonne legen. Na, welches zieht man nach einer Stunde lieber an?

    Diese Wärme wird von der Erdoberfläche als Infrarotstrahlung teilweise ins All abgestrahlt. Aber nur teilweise, der Rest wird durch die Treibhausgase in der Athmosphäre absorbiert oder gestreut. D.h. die Erde wird nur einen Teil der erzeugten Wärme wieder los. Das ist prinzipiell gut für uns, denn sonst wäre es auf der Erde arschkalt. Wenn aber zu schnell zu viel Wärme absorbiert wird, haben wir ein Problem. Durch die Wärme die nicht mehr ins All abgestrahlt wird, erwämt sich logischerweise die Athmosphäre. Und weil Wärme sich ja überallhin ausbreiten will, erwärmt die Athmosphäre auch Land und Meere.
    Mehr Treibhausgase (neben CO2 gibt es noch weit stärkere, z.B. Distickstoffoxid oder Methan), auch wenn es im Verhätnis zur Gesamtmenge winzige Spuren sind, verändern das Absorptionsvermögen der Athmosphäre. Man kann sagen: Sie färben die Athmosphäre. Und wer sich schonmal mit Färberei beschäftigt hat, weiß, daß oft winzige Spuren Farbstoff reichen um ein Material ganz ausgezeichnet zu färben.

    Ja, es gab auch früher schon sehr drastische Klimaschwankungen.
    Das Problem ist aber im Moment, daß der Klimawandel sehr schnell verläuft, innerhalb von wenigen Jahrzehnten. Und die Mühlen der Evolution mahlen langsam, außer es handelt sich um Grippeviren. D.h. die Natur hat keine Chance, sich anzupassen.

    Es wurden bereits durch die Untersuchung von Bohrkernen frühere Klimaschwankungen mit dem Gehalt von CO2 in der Athmosphäre in verbindung gebracht.
    Außerdem hat weit weg von allen „German Angst“ und „Klimapapst“-Klischees bereits Svante Arrhenius, einer der Väter der modernen Chemie, den Effekt von CO2 auf das Weltklima berechnet.

    Hier eine Graphik:
    http://www.weltklimaschutz.org/wp-content/uploads/2007/10/744px-sun_climate_system_alternative_germansvg.png

  • Thorsten Rehberg
    07.12.2015, 1:09 Uhr.

    Sehr geehrte Damen und Herren

    Leider habe ich den Beitrag nur durch Zufall entdeckt und daher auch nur halb gesehen. Ich würde mich freuen, wenn Sie mir mitteilen können, ob der Beitrag noch einmal gesendet wird. Außerdem würde ich gerne mit Herrn
    Erbacher aus dem Produktionsteam Kontakt aufnehmen. Mein Hintergrund: Ich habe während meines Studiums die Biographie von Julius Angehauen verfasst, der als einziger deutscher Bischof Mitunterzeichner des Katakombenpaktes war.

    Mit freundlichen Grüße

    Thorsten Rehberg

  • Micaela Riepe
    07.12.2015, 14:17 Uhr.

    Sieben Tage lang ist dieser Film in der ZDF-Mediathek zu sehen:

    http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/live/1822440/ZDFneo-im-Livestream#/beitrag/video/2616972/Der-Katakombenpakt

    Danke für den Hinweis!

    • Wrightflyer
      09.12.2015, 23:51 Uhr.

      Vielen Dank!!
      Bei mir wird es wohl übermorgen abend bis ich das sehen kann, dann ist Freitag. Hoffentlich ist es dann noch da…

  • Alberto Knox
    07.12.2015, 21:24 Uhr.

    sehr geehrter herr erbacher,

    eine rückfrage an den vaticanista vor ort in rom. ich habe in erfahrung gebracht, dass der papst die rede vor den bischöfen zum ad-limina-besuch gar nicht gehalten, sondern weggelegt und die deutschen bischöfe ausdrücklich, geradezu überschwänglich gelobt habe. die publikation sei nicht im einverständnis mit dem papst geschehen.
    könnten sie mehr in erfahrung bringen?

    • Jürgen Erbacher
      Jürgen Erbacher
      07.12.2015, 21:32 Uhr.

      Es ist durchaus üblich, dass der Papst die vorbereiteten Ansprachen nur übergibt. denn sie sind in Landessprache verfasst und Franziskus spricht ja bekanntlich nur Spanisch und Italienisch wirklich gut. Dass er mit der Publikation der vorbereiteten Ansprache an die deutschen Bischöfe nicht einverstanden gewesen sei, habe ich bisher nicht gehört. Werde mich aber erkundigen.

    • Wrightflyer
      09.12.2015, 23:45 Uhr.

      Hm???
      Sollte DAS stimmen, wäre es allerdings sehr wichtig. Wäre tatsächlich schön wenn Herr Erbacher das bestätigen könnte.

      • Silvia
        11.12.2015, 19:36 Uhr.

        Im Internet habe ich gelesen, der Papst habe die Schweizer Bischöfe bei ihrem Ad limina Besuch sogar noch mehr zusammengestaucht als die Deutschen.

  • Wanda
    09.12.2015, 18:21 Uhr.

    – …“Papst Franziskus und die Kirche der Armen“ (ZDF-Dokumentation)…
    Wie passt das nun mit der Razzia und dem Geldfund bei Kardinal Müller zusammen ?
    – Und es geht munter weiter mit den Skandalen: der Vatikan schliesst das Brigittenkloster Altomünster nicht nur wegen des Nachwuchsmangels, sondern offenbar auch wegen dubioser Geschäftemacherei hinter den Klostermauern. Verwickelt ua. der 2010 wegen schwerer Prügelvorwürfe zurückgetretene Bischof Walter Mixa (siehe Bericht BR), der bereits früher einschlägig mit Veruntreuung und Devisenvergehen (400.000 DM, diplomatisch bereinigt!) belastet wurde. Das hinderte Benedikt XVI. aber keinesfalls, Mixa in den pästl. Rat für die Pastoral im Krankendienst zu berufen…
    – Armer Franziskus: mit dieser Amtskirche und seinem nicht selten unwürdigen hohen Klerus hast Du Dir eine Sisyphus-Aufgabe zugemutet.

    • Wrightflyer
      11.12.2015, 0:18 Uhr.

      Ja, offensichtlich gibt es auch in der Glaubenskongregation einen Saustall und es ist sehr schön zu wissen, daß auch die nicht mehr unantastbar ist und sich alles erlauben kann.
      Alles weitere, wer was veruntreut hat und was Müller direkt damit zu tun hat, soll uns die Justiz erzählen und nicht die BLÖD.

  • Silvia
    10.12.2015, 17:37 Uhr.

    Wanda,

    „Wie passt das nun mit der Razzia und dem Geldfund bei Kardinal Müller zusammen ?
    – Und es geht munter weiter mit den Skandalen:“

    Das passt überhaupt nicht zusammen! Sie sagen es ja selbst:

    „Armer Franziskus: mit dieser Amtskirche und seinem nicht selten unwürdigen hohen Klerus hast Du Dir eine Sisyphus-Aufgabe zugemutet.“

    Die Frage für mich ist, ob überhaupt irgendein Papst das in den Griff kriegen kann.

    Von dem Brigittenkloster habe ich noch gar nichts gehört.

    • Wanda
      11.12.2015, 17:13 Uhr.

      Silvia 17:37
      – der gleichnamige Ort befindet sich etwas nördlich München im Landkreis Dachau. Das Kloster benannte sich nach dem Hl. Alto (760), der dort als Eremit lebte. Anfangs Bendiktinerkloster, etablierte sich 1476 dort der Brigittenorden (Hl. Brigitta von Schweden).
      – Sehenswert vor allem die ursprünglich romanische, von J.M. Fischer und J.B. Straub barockisierte Klosterkirche.
      Empfehle Ihnen danach zur Erholung die beiden sehr typischen Gasthäuser des kleinen Ortes mit ihren Privatbrauereien…

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