Kommt der Papst nach Rio?

242 Tage sind es noch bis zum nächsten Weltjugendtag. Der findet vom 23. bis 28. Juli 2013 in Rio de Janeiro in Brasilien statt. Heute wurde im Vatikan die Papstbotschaft für das Jugendtreffen am Zuckerhut veröffentlicht. Darin lädt Benedikt XVI. die Jugendlichen ein, nach Rio zu kommen. Ob er selbst allerdings kommen wird, sagt er nicht. Bisher hat der Vatikan noch keine offiziellen Reisepläne für das nächste Jahr veröffentlicht. Das ist ungewöhnlich. In den vergangenen Jahren gab es bis Mitte November meistens schon einige Ideen für mögliche künftige Reiseziele. Aber eines scheint klar, der Weltjugendtag ist ein Pflichttermin für den Papst. Ein WJT ohne Papst ist kaum vorstellbar. Benedikt XVI. ist dann 86 Jahre alt; die Reise wird sicher nicht einfach werden. Allerdings hat sich in der Vergangenheit immer wieder gezeigt, dass die Begegnung mit Jugendlichen den Pontifex aufbaut.

In seiner Botschaft ermutigt Benedikt XVI. die Jugendlichen, ihren Glauben selbstbewusst zu leben. Er fordert sie auf, vor allem in zwei Bereichen als Missionare tätig zu sein: im „digitalen Kontinent“, dem Internet, und im Bereich der „Mobilität“. Junge Menschen reisten heute viel – aus beruflichen Gründen, zu Studienzwecken oder zur Unterhaltung. Hier böten sich viele Gelegenheiten für die Verbreitung des Evangeliums. Zum Thema Internet schreibt der Papst in Anlehnung an seine Botschaft zum Welttag der sozialen Kommunikationsmittel 2009: „Liebe junge Menschen, fühlt euch verantwortlich, in die Kultur dieser neuen kommunikativen und informativen Umwelt die Werte einzubringen, auf denen euer Leben ruht! Euch jungen Menschen, die ihr euch fast spontan im Einklang mit diesen neuen Mitteln der Kommunikation befindet, kommt in besonderer Weise die Aufgabe der Evangelisierung dieses ‚digitalen Kontinents’ zu.“

In Deutschland werben die Bistümer in diesen Monaten intensiv für die Teilnahme am WJT in Rio. Neben den Kosten lässt vor allem die Frage nach der Sicherheit viele Jugendliche zögern. Beim letzten Weltjugendtag in Madrid waren über 16.000 Deutsche dabei. In Rio wird sich die Zahl wohl eher im Bereich des WJT in Sydney 2008 bewegen. Damals waren 6.000 Deutsche angereist. Insgesamt rechnen die Organisatoren mit bis zu zwei Millionen Teilnehmern. Einer von ihnen soll der Papst sein. Darauf hoffen alle.

Autor: Jürgen Erbacher

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Seit 2005 berichte ich für die ZDF-Redaktion „Kirche und Leben katholisch“ über die Themen Papst, Vatikan, Theologie und katholische Kirche. Dafür pendle ich regelmäßig zwischen Mainz und Rom - meiner zweiten Heimat. Dort habe ich vor meiner ZDF-Zeit mehrere Jahre gelebt und für Radio Vatikan gearbeitet. Studiert habe ich Politikwissenschaft und Katholische Theologie in Freiburg i.Br. und Rom.
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