Papst benennt neue Kardinäle

Es kam etwas überraschend, die Benennung von 13 neuen Kardinälen und beinahe hätte ein defekter Aufzug die Ankündigung verhindert. Papst Franziskus steckte am Nachmittag für 25 Minuten im Aufzug fest. Die Menge auf dem Petersplatz wartete schon ungeduldig. Doch dann hatte das Kirchenoberhaupt neben der Betrachtung zum Sonntagsevangelium auch noch dreizehn Kandidaten zu verkünden, die er am 5. Oktober im Rahmen eines Konsistoriums ins Kardinalskollegium aufnehmen will. Drei von ihnen sind bereits über 80 Jahre, dürfen also bei einem Konklave nicht mitwählen. Unter den zehn Wählern sind Erzbischöfe von Jakarta über Kinshasa und Havanna bis Rabat, Bologna und Luxemburg. Interessant ist die Ernennung des Jesuiten Michael Czerny zum Kardinal. Er ist Abteilungsleiter für Migration im Dikasterium für ganzheitliche Entwicklung. Also ein Mann aus der zweiten Reihe – eine politische Entscheidung.

Da konnte Franziskus schon wieder lachen. Zuvor steckte er wegen eines Stromausfalls 25 Minuten im Fahrstuhl fest. (Quelle: dpa)

Mehr Weltkirche im Kardinalskollegium

Der Termin ist ungewöhnlich. Am Vorabend des Starts der Amazonassynode, die vom 6. bis 27. Oktober im Vatikan tagt, nimmt Franziskus 13 Kirchenmänner in den Senat der Kirche auf. Wie schon bei den früheren Kardinalserhebungen im Pontifikat von Franziskus ist die Zahl der Europäer überschaubar. Der Papst hat es sich seit Anbeginn seines Pontifikats zum Ziel gesetzt, die Internationalisierung des Kardinalskollegiums voranzutreiben. So sind unter den neuen Kardinälen Vertreter aus vier Kontinenten: der Erzbischof von Jakarta in Indonesien, Ignatius Suharyo Hardjoatmodjo, der Erzbischof von Havanna auf Kuba, Juan de la Caridad García Rodríguez, der Erzbischof von Kinshasa in der Demokratischen Republik Kongo, Fridolin Ambongo Besungu, der Erzbischof von Huehuetenamgo in Guatemala, Alvaro Ramazzini Imeri, sowie der Erzbischof von Rabat in Marokko, Cristóbal Lópet Romero.

In Europa können sich zwei Bistümer freuen. Erzbischof Matteo Zuppi aus Bologna in Italien wird Kardinal. Er steht der römischen Basisgemeinschaft Sant’Egidio nahe, die enge Beziehungen zum Papst pflegt. Außerdem wird der Erzbischof von Luxemburg, Jean-Claude Hollerich, Kardinal. Er ist zugleich Präsident der Konferenz der Bischofskonferenzen in der EU, kurz COMECE. In dieser Funktion war er 2018 dem Münchner Erzbischof Kardinal Reinhard Marx gefolgt. Ob er bei einer Neubesetzung des Kardinalsrats K9 auch dort Marx ablösen wird, muss sich zeigen.

Thema Migration für Papst wichtig

Ungewöhnlich ist die Ernennung des Jesuiten Czerny zum Kardinal. Doch Franziskus will damit unterstreichen, wie wichtig für ihn das Thema Migration ist. Angesichts der aktuellen Debatten in Europa setzt er damit ein deutliches Signal, dass er an dieser Stelle keine Abstriche machen und sich weiter einmischen wird. Die Stimme eines Fachreferenten für das Thema bekommt künftig noch mehr Gewicht. Czerny ist einer von drei Kurienvertretern, die künftig Purpur tragen. Auch der Präsident des Päpstlichen Rats für den interreligiösen Dialog, Erzbischof Miguel Angel Ayuso Guixot, und der Archivar und Bibliothekar der Heiligen Römischen Kirche, Erzbischof José Tolentino Medonca, werden ins Kardinalskollegium aufgenommen.

Der längjährige Vatikandiplomat Erzbischof Michael Louis Fitzgerald sowie die ehemaligen Erzbischöfe von Kaunas in Litauen, Sigitas Tamkevicius, und Benguela in Angola, Eugenio dal Corso, werden ebenfalls in den Senat der Kirche aufgenommen. Da sie bereits über 80 sind, gilt der Purpur als eine Art Auszeichnung für ihr Lebenswerk. Ab dem 5. Oktober zählt das Kardinalskollegium dann 228 Mitglieder. 128 von ihnen sind im Falle eines Konklaves wahlberechtigt. Allerdings feiern noch im Verlauf des Monats Oktober vier Kardinäle 80. Geburtstag, so dass die Zahl der möglichen Papstwähler nur knapp über dem Limit von 120 liegt, das Papst Paul VI. eingeführt hatte.

Papstbotschaft zum Schöpfungstag

Einmal mehr zeigt die Benennung der neuen Kardinäle eine ungeschickte Agendaplanung des Vatikans. Denn zeitgleich mit der Ankündigung des Konsistoriums wurde heute die Botschaft des Papstes zum katholischen Welttag der Schöpfung veröffentlicht. Da steckt viel drin. Doch die beiden Vorgänge drohen sich gegenseitig die Aufmerksamkeit zu entziehen. So etwas könnte man besser planen. Die Forderung des Papstes nach drastischeren Maßnahmen für den Klimaschutz und einer schneller Umsetzung des Pariser Klimaabkommens hätte man durchaus schon im Vorfeld des Schöpfungstages veröffentlichen können.

Franziskus spricht sich erneut mit Nachdruck für eine Veränderung der Lebensstile aus. „Wir sind zu viele, die sich als Herren der Schöpfung aufspielen“, ist er überzeugt und stellt fest, es sei „Zeit, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen aufzugeben und schnell und entschieden Übergänge zu Formen sauberer Energiegewinnung und nachhaltiger Kreislaufwirtschaft zu schaffen“. Franziskus zeigt Verständnis für die Proteste der jungen Menschen und spricht von „prophetischen Handlungen“. „Ihnen schulden wir echte Antworten, nicht leere Worte: Fakten und
keine Illusionen“, mahnt der Papst.

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Jürgen Erbacher

Seit Juli 2018 leite ich die ZDF-Redaktion "Kirche und Leben katholisch", für die ich seit 2005 über die Themen Papst, Vatikan, Theologie und katholische Kirche berichte. Dafür pendle ich regelmäßig zwischen Mainz und Rom - meiner zweiten Heimat. Dort habe ich vor meiner ZDF-Zeit mehrere Jahre gelebt und für Radio Vatikan gearbeitet. Studiert habe ich Politikwissenschaft und Katholische Theologie in Freiburg i.Br. und Rom.

84 Kommentare

  • Silvia
    01.09.2019, 15:46 Uhr.

    So wie ich das sehe, wird das Kardinalskollegium nicht internationaler sondern lateinamerikanischer.

    • Jürgen Erbacher
      Jürgen Erbacher
      02.09.2019, 19:53 Uhr.

      In Lateinamerika leben mehr als 40% der Katholiken. Aktuell kommen aber nur 18 der 118 wahlberechtigten Kardinäle aus Süd- oder Mittelamerika.

      • Silvia
        06.09.2019, 10:45 Uhr.

        Bezüglich der Kardinalsernennungen und dem wiederholten Übergehen wichtiger europäischer Bistümer, die bisher „immer“ von einem Kardinal geleitet wurden, findet sich heute ein interessanter kritischer Kommentar auf katholisch.de.

        Eine interessante Tatsache ist hier übrigens untergegangen: Einer der zukünftigen Kardinäle ist kein Bischof sondern „nur“ Priester.

        Theoretisch könnte der Papst auch Laien und – so viel ich weiß – sogar Frauen in den Kardinalsrang erheben. Unter diesem Gesichtspunkt finde ich die Abweichung von der Norm bei den diesjährigen Ernennungen bemerkenswert.

        Bahnen sich da vielleicht noch weitergehende Ausnahmen an für die Zukunft?

    • prospero
      02.09.2019, 20:25 Uhr.

      @Silvia
      Da ist man allerdings noch ein ziemliches Stück davon entfernt: Von den 228 Kardinälen sind 36 lateinamerikanischer Herkunft; davon könnten derzeit im Falle eines Konklaves bei der aktuellen Gesamtzahl von 128 Wahlberechtigten lediglich 20 von ihnen teilnehmen. Ich glaube nicht, dass man angesichts solcher Zahlen objektiv von einer überproportionalen Anwesenheit der Lateinanerikaner im Kollegium sprechen sollte…

    • Wanda
      03.09.2019, 1:02 Uhr.

      Tja, wie im richtigen Leben: immer weniger Indianer, dafür mehr Häuptlinge. Aber man gönnt sich ja sonst nichts…

  • Novalis
    01.09.2019, 18:26 Uhr.

    Sehr geehrter Herr Erbacher,

    schön dass Sie wieder da sind. Ich war schon in Sorge, weil Sie Ende Juli angekündigt hatten und nun ist Anfang September. Die ausgewählten Bischöfe, die mit der Kardinalswürde ausgezeichnet werden, scheinen sehr gut zu sein. Der Luxemburger Erzbischof wäre ein exzellenter Nachfolger von Erzbischof Marx.
    Und hinsichtlich der Umweltproblematik bleibt der Papst auf der Schiene, auch das ist gut. Ja, Pressearbeit, da dürfte der Vatikan noch lernen…

    • Carla Maltese
      02.09.2019, 22:52 Uhr.

      Herr Erbacher war noch nie wirklich gut darin, Versprechen zu halten.
      Da braucht man sich weiter keine Sorgen zu machen, es ist einfach Erbachersche Pünktlichkeit.

      • Suarez
        03.09.2019, 18:44 Uhr.

        Holla die Waldfee.

      • Wanda
        03.09.2019, 23:27 Uhr.

        Carla Maltese 02.09. 22:52
        – das war wohl völlig daneben…

        • Carla Maltese
          04.09.2019, 21:33 Uhr.

          Es ist schon so, daß es hier schon häufiger mal eine Ankündigung zu einem interessanten Thema gab: „Demnächst mehr dazu hier!“ und dann kam nix!

          Ich finde das schon irgendwie nervend, denn da will man wirklich was wissen und wartet endlose Ewigkeiten.

  • Carla Maltese
    01.09.2019, 18:29 Uhr.

    Da ich, glaube ich, die einzige Stammschreiberin bin die ein MINT-Fach studiert hat und in einem MINT-Fach arbeitet, inzwischen auch auf höherem fachlichem Niveau, halte ich meine Meinung gerade zum letzten Teil des Artikels schon für relevant.

    Aber mir wurde deutlich gemacht, daß ich hier im Blog immer nur als geduldetes Übel angesehen wurde, daß die Redaktion meine sämtlichen Beiträge als vollkommen wertlos betrachtet hat.

    WAS also kann und soll ich hier noch schreiben?

    • Jürgen Erbacher
      Jürgen Erbacher
      02.09.2019, 19:26 Uhr.

      Wie immer gilt, Ihre Kommentare sind wie die aller anderen Mitschreibenden jederzeit willkommen, wenn Sie sich an die Netiquette halten und zum Thema schreiben.

    • Novalis
      02.09.2019, 19:56 Uhr.

      Also ich würde Sie schmerzlichst vermissen.

      • Carla Maltese
        03.09.2019, 20:41 Uhr.

        Ich bin einfach irgendwie fertig, Novalis…

        Jemand bestimmtes hat in mir etwas zerbrochen und zwar sehr endgültig.

      • Carla Maltese
        03.09.2019, 22:08 Uhr.

        @Novalis:
        Eigentlich wollte ich das hier nicht schreiben da es Herrn Erbacher nichts angeht, vor allem aber bernardo und Silvia nichts, aber okay, Ihretwegen:
        Für mich läuft es beruflich gerade gut, Festanstellung in einem ordentlichen Ingenieurbüro, in einem Monat zwei Berechnungsprogramme bekommen die ich vorher noch nicht kannte und beherrsche sie schon fast komplett, ist nur derzeit noch etwas entspannter als mir lieb ist, ich hätte gern etwas mehr Streß und hoffe daß ich den noch bekommen werde, aber dafür habe ich einen sehr lieben Chef der mich fachlich für voll nimmt, und ansonsten kann ich eigentlich auch nicht klagen, also das Privatleben ist im großen und ganzen auch okay.

        Aber sobald ich hier etwas schreiben will oder nur daran denke, hier zu schreiben werde ich sehr traurig. Jedes Mal.
        Ich quäle mir jetzt meine Kommentare als Pflichtübung ab.

        Es ist nicht mehr wie früher für mich.
        Es ist für mich etwas zerbrochen und wird nie wieder heil.

        Der Tag ist ganz okay, aber dann denke ich dran daß ich eigentlich wie früher vielleicht hier etwas schreiben sollte und dann tut innerlich etwas weh. Und zwar sehr. Und das wirklich jedesmal.

  • prospero
    01.09.2019, 20:41 Uhr.

    Im Blick auf die von Franziskus jährlich erfolgten Kardinalsernennungen war auch für 2019 die Ankündigung eines Konsistoriums eigentlich zu erwarten; einzig den Termin mochte man nicht erwarten. Abgesehen von jenen Kandidaten, die als eindeutige Vertreter des „Bergoglio-Kurses“ gelten können,findet man (wie schon gehabt) auf der Liste die eine oder andere Überraschung: Ich denke, dass die Ernennung von Männern aus Luxemburg, Marokko oder Guatemala ja nicht unbedingt zu erahnen waren. Nach dem diesjährigen Konsistorium werden Kardinäle aus nunmehr 69 Ländern wahlberechtigt sein – ein weiter Schritt zu tatsächlicher Internationalisierung.

    • Novalis
      02.09.2019, 19:57 Uhr.

      Ich sehe es auch so. Das ist wirklich eine echte Internationalisierung.

  • prospero
    01.09.2019, 21:30 Uhr.

    Die Ernennung von Michael Louis Fitzgerald entbehrt nicht einer gewissen „Pikanterie“: Der Brite wurde 2002 zum Leiter des Rates für den Intereligiösen Dialog ernannt;als unter JP II 2003 und B XVI 2006 Kardinalsernennungen stattfanden, wurde er übergangen.Die heutige Ankündigung mag in erster Linie als Wiedergutmachung zu verstehen sein, die Franziskus aber auch dazu benützen könnte, an die Adresse seines Vorgängers einen sprichwörtlichen „Wink mit dem Zaunpfahl“ zu richten…

    • Novalis
      02.09.2019, 20:00 Uhr.

      Gut, dass es keine klassischen Sitze mehr gibt. Die Italiener*innen müssen sich daran gewöhnen, dass sie eben nicht annährend so viele Katholik*innen stellen wie die Latinos. Und ja, wie bei Karl-Josef Rauber, darf man die von Ihnen dargestellte Pikanterie als diplomatische Entschuldigung für die Entgleisungen von Ratzinger und Woityła auffassen.

  • bernardo
    02.09.2019, 16:04 Uhr.

    So, der Erzbischof von Turin und der Patriarch von Venedig, das allein drei Päpste im letzten Jahrhundert stellte, sind wieder nicht dabei. Dafür aber der Leiter des Migrationsamtes (sehr, sehr wichtig für die Kirche). Und zufälligerweise drei Jesuiten. Chapeau für die Machtpolitik, Papa Bergoglio.

    • prospero
      02.09.2019, 19:43 Uhr.

      Zu Ihrem bereits allseits bekannten Wehklagen fiele mir so manches ein – aber ich möchte es gerne vermeiden,dass ein solcher Beitrag der Zensur zum Opfer fällt. Darum soll gelten: „Reden ist Schweigen, Silber ist Gold“:)

    • prospero
      02.09.2019, 20:51 Uhr.

      @bernardo
      Eine Sache würde mich aber doch interessieren: Warum schieben Sie nur Franziskus den „Schwarzen Peter“ für die nicht erfolgten Ernennungen zu ? War es nicht auch B XVI, der Nosiglia (seit 2010 in Turin)und Moraglia (ab 2012 in Venedig)zumindest in zwei Konsistorien nicht auf der Liste hatte ?

      • bernardo
        03.09.2019, 19:28 Uhr.

        Hmm, kann es vielleicht damit zusammenhängen, dass Moraglia und Nosiglia aus der Schule des verhassten Kardinals Siri stammen? JPII. hatte die Größe, einen Mann wie Martini, der ihm religiös und politisch sicher nicht nahestand, zum Erzbischof der wichtigsten italienischen Diözese und zum Kardinal zu ernennen. Papa Bergoglio scheint sich lieber mit Claqueuren zu umgeben.

        • prospero
          04.09.2019, 10:25 Uhr.

          Hmm, kann es vielleicht damit zusammenhängen, dass Moraglia und Nosiglia aus der Schule des verhassten Kardinals Siri stammen?
          Dieses Argument müsste ich angesichts der Tatsache gelten lassen, da Sie Bergoglio ja offensichtlich eine jede „Schandtat“ zutrauen. Aber wie steht es mit Ratzinger, der sich im Laufe seiner akademischen Karriere und noch deutlicher seit seinem Aufstieg in der kirchlichen Hierarchie gewisse Positionen zu eigen machte,die gar nicht so weit von Siri entfernt waren. Da wäre es eigentlich nur konsequent gewesen, wenn er dessen Epigonen nach seinen ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten befördert hätte.

          • Carla Maltese
            04.09.2019, 21:27 Uhr.

            Die ewigen Klagen über den „grausemen Diktator“ Franziskus sind sogar unfreiwillig lustig, wenn man seine beiden Vorgänger und ihren Umgang mit Anderstdenkenden danebenstellt…

          • Novalis
            05.09.2019, 12:18 Uhr.

            Man muss auch aus historischer Gerechtigkeit sagen, wie gut belegt ist, dass Kardinal Siri in seinem maßlosen Kommunistenhass (wie wohltuend ist da die differenzierte Haltung unseres Papstes zum Kommunismus!) auch Nazis auf der Rattenlinie zur Flucht verholfen hat.
            Jeder Papst dürfte gut beraten sein, Leute aus dem Umfeld von Siri zu meiden. Geradezu pathologisch ist m.E. Siris Umgang mit Theologen der Nouvelle Theologie, die von Paul VI. rehabilitiert wurden.

          • bernardo
            05.09.2019, 15:07 Uhr.

            Eine klare Ablehnung des Kommunismus ist also „maßloser Kommunistenhass“. Und eine kritische Auseinandersetzung mit der nouvelle théologie eine Pathologie. Und selbstverständlich wird die Sippenhaft wieder eingeführt, wonach jeder, der mit Siri Kontakt hatte, von Ernennungen fernzuhalten ist.

            Schön, dass Sie Ihr autoritäres Kirchenverständnis hier offenbaren.

            btw, Siri hat als Erzbischof von Genua mit der kommunistischen Stadtregierung durchaus auch kooperiert, wenn es zum Nutzen der Stadt bzw. der Kirche war.

          • Novalis
            05.09.2019, 17:46 Uhr.

            @Carla Maltese:

            Ich bin wahrlich kein Freund der Befreiungstheologie. Das ist nicht das Meine und ich kann damit sowenig anfangen wie mit Hans Urs von Balthasar oder Bonaventura. Ich weiß aber wohl, was die Stärken der Befreiungstheolog*innen sind (und auch die von Balthasar oder Bonaventura kenne und schätze ich). Den Furor, den Ratzinger unter Johannes Paul II., gegen die Befreiungstheologie entfaltete, gehört zu den schlimmsten Verfolgungen Andersdenkender seit der Hexenjagd auf Herman Schell, der in den Tod gehetzt wurde von den Ultramontanen. Hätten Ratzinger und seine Spießgesellen gekonnt, hätten sie Scheiterhaufen errichtet. Der Gipfel des ganzen war die Verurteilung von Jon Sobrino, einem wahrhaft heiligmäßigen Mann – das ganze zu einem Zeitpunkt, als Ratzinger schon sehr genau im Bilde war, wie grundverdorben pädophil seine Kleriker waren. Aber mei, so ist das mit den Lebenslügen: Die 68er MÜSSEN es gewesen sein, auch wenn die große Masse des Kindesmissbrauchs vor 1968 war und der eigene Bruder geprügelt und bei der Vertuschung von Missbrauch mitgeholfen hat.

    • Carla Maltese
      02.09.2019, 22:41 Uhr.

      Venedig war in der Tat al Welthandelszentrum Nr. 1 und hatte damals natürlich so eine Bedeutung daß es logisch war, daß die Päpste von dort Kardinäle bezogen.

      Wohlgemerkt: WAR!
      Die heutige Bedeutung beschränkt sich aufs Touristische.

      Wenn es danach geht, dann stünde ein automatischer Kardinalstitel heutzutage Rotterdam zu.

      • bernardo
        03.09.2019, 18:04 Uhr.

        Verstehe. Luxemburg oder Ancona sind natürlich sehr bedeutende Städte in der Gegenwart.

        • prospero
          04.09.2019, 14:22 Uhr.

          Lassen wir einmal die von Ihnen immer wieder ins Treffen geführte heutige Bedeutung Venedigs beiseite – eigentlich war ich bisher immer der Meinung, dass gerade die kirchliche Tradition nicht nur auf kürzere Zeitspannen ausgelegt sein sollte. Im Blick auf die Geschichte – in diesem Fall des Kardinalsamtes – mag es daher durchaus nicht verkehrt sein, den Blick auf das Gesamtbild zu richten. Was nun die Anzahl der Kardinäle im Vergleich zwischen Ancona und Venedig anbelangt, so steht es 12:20, wobei die Lagunenstadt zwischen 1833 und 2003 insgesamt 12 Purpurträger erhielt, während sich Ancona im ähnlichen Zeitraum mit deren drei bescheiden durfte.

        • Carla Maltese
          04.09.2019, 21:16 Uhr.

          Venedig ist halt nicht mehr das Weltwirtschaftszentrum Nr. 1! Und das Logistikzentrum der Kreuzritter!
          Wenn irgendwann mal ein Kardinal aus Venedig kommt, weil er eine entsprechende Persönlichkeit ist: Herzlichen Glückwunsch!
          Aber dieses: Venedig muss uuuunbedingt einen Kardinal kriegen weil es schon früher Kardinäle hatte, mit so einem Denken verkommt die römisch-katholische Kirche endgültig zu einem Brauchtums- und Traditionspflegeverein.

        • Carla Maltese
          08.09.2019, 12:13 Uhr.

          Dieser Erzbischof von Luxemburg ist Präsident der Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft (ComECE).

      • Suarez
        03.09.2019, 18:46 Uhr.

        Ach mein Gott, solche „aba, aba, früher im 19. Jahrhundert war alles besser“-Larmoyanz aus rechtem Dunstkreis zeigt ja nur ahistorisches Denken. Dass der Kardinalat an bestimmte Bischofssitze gekoppelt war, das gibt es ja erst seit knapp 200 Jahren. Es ist heutzutage schlicht obsolet. Manche erträumen sich halt eine Vergangenheit, die es nie gegeben hat.

        • bernardo
          04.09.2019, 9:43 Uhr.

          Etwas widersprüchlich sind Ihre Aussagen schon: „Nie gegeben?“ Laut Ihrer eigenen Aussagen handelt es sich um eine ca. 200 Jahre alte Tradition.

          Ansonsten werde ich mich nicht vertreiben lassen, auch wenn manche mir empfehlen zu schweigen statt zu reden […]*

          *Der Beitrag wurde editiert, da wir wie angekündigt keine weiteren Kommentare zum Thema „wer darf hier mitschreiben und wer nicht“ veröffentlichen. ES dürfen alle mitschreiben, die sich an die Netiquette handeln. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

          • Wanda
            05.09.2019, 17:03 Uhr.

            Bernardo 04.09. 09:43
            – Bleiben Sie ! Habe oft andere Ansichten als Sie, nehme die Auseinandersetzung aber nicht persönlich und profitiere davon. Andere Sichtweisen kennenzulernen, ist immer ein Gewinn, auch wenn man sie sich nicht zu eigen macht.
            Was in diesem Blog wirklich nervt, sind egozentrische Ausflüge in die Schilderung persönlicher Befindlichkeiten.
            In diesem Punkt ist die Diskussionsleitung wirklich nicht zu beneiden…

  • Carla Maltese
    02.09.2019, 18:01 Uhr.

    Klar, ich verstehe schon: Sie beide hatten halt immer den Eindruck daß ich nicht hier rein passe, also daß ich nicht die richtige bin, hier Kommentare zu schreiben. Sie beide wollten andere Leute hier!
    Es ist Ihr Blog, es steht Ihnen zu zu entscheiden, wer hier schreiben darf und wer nicht.

    Aber es wäre anständig gewesen, mir das gleich 2013 mitzuteilen.
    Dann hätte ich nicht hier fast jede freie Minute verbracht, nur am Ende mitgeteilt zu bekommen daß alles wertlos war.

    • Jürgen Erbacher
      Jürgen Erbacher
      02.09.2019, 19:27 Uhr.

      Wer sich an die Netiquette hält und zum Thema schreibt, ist willkommen. Auch Sie.

      • Carla Maltese
        02.09.2019, 22:47 Uhr.

        Aber warum betonen Sie bei mir extra die Netiquette?
        Weil ich die Böse bin die sich nie dran gehalten hat, weil alles Vergehen immer nur ich begangen habe?

        • Jürgen Erbacher
          Jürgen Erbacher
          03.09.2019, 17:48 Uhr.

          Ich betone bei Ihnen die Netiquette, weil wir sie bei allen betonen.

          • Suarez
            03.09.2019, 18:47 Uhr.

            Dann müssten Sie sich aber auch bei den anderen dran halten, nicht nur bei @Carla Maltese.

          • Novalis
            05.09.2019, 12:27 Uhr.

            Mir ist diese Schlagseite auch schon aufgefallen. Äußerungen vom rechten Rand werden hier mit Großzügigkeit geduldet, Stimmen aus der Mitte der Kirche dagegen gemaßregelt.

          • Jürgen Erbacher
            Jürgen Erbacher
            05.09.2019, 13:49 Uhr.

            Hier werden Kommentare jeglicher Couleur freigeschaltet. Wenn allerdings ohne ersichtlichen Grund gleich ein Rassismus-Vorwurf angeführt wird o.ä., ist das nicht durch die Netiquette gedeckt. Es wäre gut, wenn mehr Zeit in inhaltliche Kommentare investiert würde als in gegenseitige Maßregelungen, Verurteilungen und Angriffe. Man kann vermeintlich falsche Positionen anderer auch kommentieren, ohne diese angreifen zu müssen. Es geht darum, mehr in der Ich-Perspektive zu formulieren als ständig zu sagen, wie andere wohl denken, fühlen, in welche Schubladen sie gehören usw.

          • Novalis
            05.09.2019, 17:55 Uhr.

            Nun, ich muss auch sagen dürfen, dass Hetze gegen ganze Menschengruppen in meinen Augen Rassismus ist. Ich bin jedenfalls schon darauf gespannt, was man demnächst anderen wieder durchgehen lassen wird.

      • Carla Maltese
        02.09.2019, 23:07 Uhr.

        Aus meiner Sicht haben andere auch viel falsch gemacht.
        Auch bernardo und Silvia, die Sie und Frau Pilters immer sehr geliebt haben.
        Aber nur bei mir hieß es daß ich keinerlei Anerkennung verdient habe sondern nur diejenigen die sich im Blog gut beteiligt haben.
        Nur ich habe immer alles falsch gemacht, nur ich war immer nur böse…

        • Jürgen Erbacher
          Jürgen Erbacher
          03.09.2019, 17:47 Uhr.

          Frau Pilters und ich haben stets betont, dass alle willkommen sind, die sich an die Netiquette halten.

          • prospero
            03.09.2019, 19:39 Uhr.

            @Carla Maltese
            Es sei mir erlaubt, einige Zeilen zu der von Ihnen in Gang gebrachten Auseinandersetzung, die sich (so weit ich erkennen kann)letztendlich auf den Nenner „Gehen oder Bleiben“ hinführen ließe, von mir zu geben. Ohne jetzt zynisch sein zu wollen, aber letzten Endes handelt es sich dabei angesichts der eigentlich laufenden Diskussion „Kardinalsernennung und Umweltschutz“ Ihrerseits um eine glatte Themaverfehlung. Meiner Ansicht nach sollte eine jegliche Art solcher Probleme, bei denen eine persönliche Note unvermeidlich werden muss, nicht unbedingt coram publico abgehandelt werden sollte. Sie ganz alleine wissen was zu tun ist; wenn Sie sich in der „Forumsgemeinde“ nicht mehr wohlfühlen, dann setzen sie sine ira et studio einen Schlusstrich, oder Sie lassen wie gehabt, alles beim Alten. Aber das hat uns Forumsteilnehmer keineswegs zu interessieren…

          • Carla Maltese
            03.09.2019, 20:43 Uhr.

            Es stimmt aber auch ganz eindeutig, daß es hier immer eine Skala gab, eine Rangordnung. Wen sie sehr mögen, vor allem bernardo und Silvia, und wer ihnen egal ist.

        • Wanda
          03.09.2019, 23:33 Uhr.

          Carla Maltese 02.09. 23:07
          – Was soll das ? Lobt Sie sonst niemand, werden Sie sich unter Wert behandelt oder wo sehen Sie ein Defizit ? Wird langsam grotesk…

          • Jürgen Erbacher
            Jürgen Erbacher
            04.09.2019, 5:27 Uhr.

            Wir werden keine weiteren Kommentare zu diesem Thema mehr freischalten.

  • Silberdistel
    02.09.2019, 19:08 Uhr.

    »Gott sah, dass es gut war« (Gen 1,25) Zitatende.
    Dann ist in der aktuellen Diskussion des mainstreams nur noch zu hinterfragen, ob der Mensch mit seinen ca. 0,012 Prozent anthropogenem CO2, Gottes Schöpfung tatsächlich ins Wanken geraten lassen könnte. Und ob es für menschliche Ideen der „CO2-Bepreisung“ oder „CO2-Zertifikate“ das geben könnte, das tatsächlich zur Bewahrung der Schöpfung Gottes notwendig wäre?! Oder, ob die ca. 0,012 Prozent mehr auf dem erdgeschichtlichen CO2-Minimumniveau beruhenden „anthropogene Klimawandel“, nur ein weiteres Blendwerk des ewigen Blenders ist?! Der damit mal wieder mehr Unheil, mehr Angst und mehr Verdruß, mehr Gottferne, erschaffen kann?!
    Oder, ob der aktuell gehypte mainstream der „one world“ ohne alle Grenzen, der (vermeintlichen) Gleichheit aller Gleichen unter Gleichen, tatsächlich den Willen der Schöpfung Gottes auf diesem Planeten repräsentiert?
    Oder sollte nicht eher jede*r auf seinem Platz auf der Erde Gottes Willen erfüllen?!
    Es scheint mir in diesen Angelegenheiten das der Papst, ganz modern und auf ganz irdischem, ganz und gar linkspolitischem, mainstream surft…

    • Novalis
      02.09.2019, 20:04 Uhr.

      Natürlich können auch minimale Änderungen des CO2-Gehalts Verschiebungen großer Tragweite auslösen. Wer das nicht kapiert, hängt schlicht einer Ideologie an. Mit Naturwissenschaft hat man bei der Bestreitung des menschengemachten Klimawandels nichts zu tun.
      Am bezeichnendsten ist ja, dass die Ölkonzerne noch weit vor vielen anderen von der realen Bedeutung der Verfeuerung fossiler Brennstoffe wussten. Bemerkeneswert, wie genau damals die beauftragten Naturwissenschaftler in Schwarze getroffen hatten. Weniger überraschend, dass die Ölindustrie das alles unter Verschluss hielt.

      • Silberdistel
        02.09.2019, 22:12 Uhr.

        Novalis
        02.09.2019, 20:04 h
        Das Stichwort „Ideologie“ scheint mir denn in der Klimadiskussion das passende keyword für jene absurde These zu sein, das „Ölkonzerne“ (Welches organisierte Konklomerat für diesen Industriezweig sollte denn für diese Aussage zuständig gewesen sein??) noch vor allen anderen verkündet hätte, das das Spurengas CO2 einen „anthropogenen Klimawandel“ herbeiführen würde. Schließlich befindet sich CO2 mit seinen aktuell gesamt ca. 0,04 Prozent in der Atmosphäre, damit immer noch auf dem erdgeschichtlichen Minimumniveau! Das primäre Argument, das diesen akokalyptischen CO2-Hype allerdings schnell ad absurdum führt.
        Viel Spaß denn auch noch mit dem Hype, das die + 0,8 Grad C° Temperaturanstieg seit den ersten erhobenen Klimadaten anno 1881, und damit seit Ende des letzten kalten natürlichen Klimazyklus, der s.g. „kleinen Eiszeit“, die allein in Computern projizierte CO2-Klimakatastrophe herbei führen sollen.
        Die von ihnen willig und gänzlich unreflektiert wiedergegebene CO2-Mär kursiert denn seit langem allein als alter feuchter Traum, ausschließlich in der politisch linken Szene. So passt denn dazu wie die Faust auf´s Auge, das diese politisch Linke Szene ebenso leidenschaftlich die „one world“ mit „no border“ favorisiert.

        • Carla Maltese
          02.09.2019, 22:33 Uhr.

          Stöchiometrische Rechnungen sind angebracht, wenn es um chemische Reaktionen geht.
          Beim Thema Klimawandel geht es aber nicht um chemische Reaktionen, sondern rein um das Vermögen bestimmter Moleküle, bestimmte Wellenlängen zu absorbieren.

          Molekül A reagiert mit Molekül B und bildet ein Molekül C oder Moleküle C und D: Das ist eine chemische Reaktion. Und das berechnet man mit Stöchiometrie.
          Die Absorption von Wärmestrahlung durch bestimmte Gasmoleküle dagegen ist keine chemische Reaktion. Sondern ein physikalischer Vorgang auf eben molekularer Ebene. Wen viele viele Tonnen Treibhausgase mehr in der Athmosphäre sind, dann wird auch viel viel mehr Wärmestrahlung absorbiert, da helfen die anderen Gase die noch in der Athmosphäre sind nichts, auch wenn sie die weit überwiegende Mehrheit sind!

          Überlegen Sie mal: Gegen das was wir Menschen seit Beginn der Industrialisierung an CO2 freigesetzt haben sind die gesamten Gase die der Vulkan Tambora im Jahre 1815 Anno Domini ausgespuckt hat ein Fliegenschiss, und doch hat das für eine weltweite Hungersnot gereicht.

          Und das was wir bis jetzt an Temperaturanstieg haben, merken wir darin daß die Meteorologen nurnoch melden können: „Der wärmste [beliebigen Monat einsetzen] seit Beginn der Wetteraufzeichnungen“.
          Wo haben Sie die letzten 5 Sommer verbracht?
          Ich weiß nicht ob die vertrockneten Bäume die ich im Wald sehe alle von der Dürre letztes Jahr stammen oder ob nicht neue dazugekommen sind…

          • Silberdistel
            03.09.2019, 20:04 Uhr.

            Carla Maltese
            02.09., 22:33 h
            Haben sie das mitbekommen, das der „Erfinder“ der s.g. ´hockeystickkurve´, die ja den s.g. „anthropogenen Klimawandel“ beweisen soll und den Klimaalarmisten bisher als primäres Argument diente, einen großen Prozess vor Gericht verlor? Da er als Wissenschaftler gegenüber seinen Kritikern nicht in der Lage war darzulegen, wie er denn anhand der Datenlage dazu gekommen war. Was man nun gerichtsfest behaupten kann ist, das diese hockestickkurve nichts als ein fake ist! Was die ganze Klimakatastrophenpanik, die derart exzessiv ohnehin nur in Deu existiert, allerdings ad absurdum führt.
            Dazu diese ganzen anderen gewesenen Skandale von Manipulationen, angefangen mit der „Cook-Studie“ (97% aller Wissenschaftler würden die These des ´anthropogenen Klimawandels´ befürworten), „climategate“, „NOAA-Datenfälschung“, „Himalaya-Gletscherschmelze-fake“. „Datenmanipulation bzw. manipulierte Auswahl der Messtationen“. Die IPCC ist eben eine Unterorganisation der politischen UN! Muss man wissen.

            Haben sie mitbekommen, das die NASA kürzlich vor einer Mini-Eiszeit ab 2030 warnte?
            Tja, die ca. 0,012 Prozent vom Menschen verursachten CO2 in der Atmosphäre und die + 0,8 Grad C° Temperaturanstieg seit Beginn der Messungen anno 1881, scheinen für das Klima doch gar nicht interessant zu sein, ohne diese ´hockeystickkurve´.
            Aber vielleicht ist man jetzt auch eher in der Lage auf die wirklichen Herausforderungen dieser Generation und der nächsten einzugehen, nämlich wesentlich verbesserten Umwelt-, Natur & Artenschutz. Die gibt es für „CO-Bepreisung“ und „-Zertifikate“ nämlich nicht. Papst Franziskus unterstützt dies ja genauso. Als irgendein gepushten Hype, der sich im Nachhinein als fake erwiesen hat.
            Und bitte schreiben sie Atmosphäre, aus dem altgriechischen ´Dunst´, dann endlich mal grammatikalisch korrekt. Es fällt mir sonst durchaus schwer von jemanden Belehrung anzunehmen wenn diese Person den thematischen Hauptbegriff, nicht einmal richtig schreiben kann. Obwohl das durchaus mit einem Amüsement verbunden ist.

          • Carla Maltese
            04.09.2019, 21:03 Uhr.

            Ich bin Ingenieur, keine Germanistin.

            Aber wenn Sie wollen: Meinetwegen Atmosphäre.
            Bestehend aus: Troposphäre bis 12 km Höhe, enthält 80% der Gesamtmasse, Stratosphäre bis 50 km Höhe, enthält die Ozonschicht, Mesosphäre bis 80 km Höhe, und Thermosphäre und Exosphäre die gemeinsam die Ionosphäre bilden.

            Wenn Sie von mir wegen einem falsch geschriebenen Wort keine Belehrungen annehmen wollen, dann erklären Sie doch mal folgende Begriffe aus der Thermodynamik:
            Carnot-Prozess,
            Isentrope,
            Realgasfaktor,
            linkslaufender Kreisprozess,
            Isochore.
            Naaaa, das können Sie doch sicher? 😉 Da Sie sicher wissen wie das alles geschrieben wird, wissen Sie natürlich auch, worum es sich handelt und können es genau erklären. (Und bitte nicht aus der Wikipedia abschreiben…)

            Und im übrigen:
            Ein „Climategate“ gibt es nicht. Zwar werden tatsächlich die Klimamodelle laufend neu berechnet, unter anderem von einem Großrechner in Hamburg mit ca. 100.000 Prozessorkernen, aber deswegen weil der Klimawandel alle Prognosen inzwischen überholt hat. Die Inuit auf Grönland experimentieren seit neustem mit Gemüseanbau.

            Der wahre Skandal ist, daß Milliardäre wie die Koch-Brüder gleich nach den Warnungen aus der Forschungsabteilung von Exxon große Geldbeträge in Think Tanks gepumpt haben, die dann in allem Medien die seriösen Wissenschaftler diskreditiert haben, also die die Sache so dargestellt haben: „Der Klimawandel ist nur ein Gerücht!“ oder „Die Wissenschaft kann nicht wirklich was drüber sagen!“ oder „das kann alles nicht bewiesen werden“.

  • Carla Maltese
    02.09.2019, 22:07 Uhr.

    Naja, Kardinäle…

    Letzten Endes ist der Kardinalsrang ein Relikt von früher, ähnlich wie unser dreigliedriges Schulsystem. Früher, als Nachrichten noch mit dem reitenden Boten kamen und Monate unterwegs waren, brauchte der Papst um seine Macht zu sichern eine Anzahl verlässlicher Bischöfe von denen er wusste daß sie ihm gehorchen. Aber heute entzieht sich mir der Sinn dieses Amtes.

    Kardinal wurde ja schließlich auch ein Richelieu, und der hatte mit Gott sowas von garnichts am Hut.

    Aber wenn es den Kardinalsrang halt gibt, begrüße ich sehr daß das internationaler wird, also die Kardinäle mehr über die Welt verteilt werden.
    Havanna, Rabat, Kinshasa, Jakarta… gefällt mir!!
    Auch ein Beauftragter für Migration, ein wichtiges Thema, gefällt mir, ebenso wie ein Spezialist für interreligiösen Dialog.
    Ein Archivar und Bibliothekar weniger.

    Allerdings werde ich mich am 5. Oktober garantiert nicht für irgendwelche Kardinäle interessieren, denn da ist eine Priesterweihe und ich kenn den Kandidaten persönlich. Der ist wichtiger als 5 Dutzend Kardinäle auf einmal.

    Auch muss ich ganz ehrlich sagen daß ich es viel wichtiger finde, die KirchenBASIS in anderen Ländern mehr zu hören, also die ganz normalen Gläubigen.
    Ein gewisser afrikanischer Kardinal der letztens mal wieder einen Blödsinn erzählt hat daß Bischof Erwin Kräutler der sich am Amazonas schließlich auskennt sicher vor Lachen unterm Tisch lag, ist ganz sicher nicht „die Afrikaner“. D.h. ganz sicher spricht er mit seinen extrem konservativen Ansichten nicht für alle afrikanischen römischen Katholiken!

    • prospero
      03.09.2019, 12:34 Uhr.

      @Carla Maltese
      Eigentlich liegt mir nichts an einer Apologie für das Amt des vatikanischen „Chefbibliothekars“, aber ich meine auch, dass man sich zumindest mit der Person und seinen Qualitäten auseinandersetzen sollte, bevor man zu einem abschätzigen Urteil kommt. Natürlich waren da immer wieder Inhaber dieser Funktion, deren Eignung man mit Fug und Recht absolut in Zweifel ziehen muss. Es gab aber auch immer wieder jene – ein Beispiel dafür ist Giovanni Mercati – dessen Bildungshorizont weit über den „theologischen Tellerrand“ hinausging. Und noch eine Sache – mir ist schon klar, dass Ihnen diese Ernennung missfällt, weil Franziskus hier einen Vertreter des kirchlichen Establishments beruft, der nicht an vorderster Linie aktiv tätig ist. Sie sollten aber auch nicht vergessen, dass nicht jeder dazu geeignet ist, ein „Macher“ zu sein um seinen Dienst in der Mission oder der Erfüllung sozialer Aufgaben wahrzunehmen

      • Carla Maltese
        03.09.2019, 21:21 Uhr.

        Gut, okay, da haben Sie recht: Sehen wir uns den Bibliothekar erstmal an!

  • Carla Maltese
    02.09.2019, 22:14 Uhr.

    Nun zum anderen Thema, Welttag der Schöpfung.

    Es ist schon beschämend, und zwar überkonfessionell, wie sehr wir Christen das Thema Bewahrung der Schöpfung verpennt haben.
    Angesichts der Tatsache, daß hier Gottes Schöpfung vernichtet wird, Hauptsächlich durch Baufehler unseres Wirtschaftssystems (wobei der Kommunismus keineswegs besser war), dürfen wir Christen nicht hinterherdackeln sondern müssen an vorderster Front sein.

    Übrigens ist der Zusammenhang zwischen Treibhausgasen und Klima schon seit dem späten 19. Jahrhundert bekannt. Es kann sich also keiner rausreden mit „ökonomischen Interessen der Solarindustrie“ oder ähnlichem Käse, gerade angesichts der Tatache daß Braunkohlestrom noch immer hochsubventioniert wird.
    Und angesichts der Tatsache, daß ernste Warnungen schon in den 1970ern aus der Forschungsabteilung von Exxon(!!) kamen.

    Ich selbst stelle mich hier schließlich Fakten die mir ehrlich gesagt unangenehm sind, denn ich habe auch schon in der Öl- und Gas-Branche gearbeitet.

    • Wanda
      03.09.2019, 1:47 Uhr.

      Carla Maltese 02.09. 22:14
      – Bewahrung der Schöpfung ? Da muss ich entweder etwas falsch gelesen oder verstanden haben. Vielleicht ist mir auch der Interpretations-Spielraum einfach nicht so recht klar.
      Wie auch immer, Zitat: „Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und macht sie euch untertan und herrschet über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über alles Getier, das auf Erden kriecht…“ etc., etc…
      Kann mir nicht helfen, aber das scheint mir eher ein Freibrief für den am höchsten entwickelten Primaten.
      Von schonendem Umgang und Limit in der Ausbeutung von Umwelt und (Mutter) Erde jedenfalls kein Wort, oder ?
      P.S. überkonfessionelle Scham – ein prächtiges Beispiel für die Unkaputtmachbarkeit der deutschen Sprache

      • Suarez
        03.09.2019, 18:50 Uhr.

        „etwas falsch gelesen oder verstanden“. Falsch verstanden trifft es. Genau das, was Sie beschrieben haben, meint Gen 1-2 nicht. Wie wär’s: Schaffen Sie sich mal einen exegetischen Kommentar an und arbeiten den durch?
        Lassen Sie es sich aber einen Trost sein: So geht es den meisten mit dem Text, denn die meisten haben ein fixen Bild im Kopf, können kein Hebräisch, haben keinen Blick für die Textnuancen – aber meinen die letztgültige Textdeutung wie ein Sparbuch zu besitzen.

        • Wanda
          04.09.2019, 14:55 Uhr.

          Suarez 03.09 18:50
          -Nun, es ist wohl in der Regel der deutsche Text, den der ganz normale Bibelkonsument vorgesetzt bekommt. Und wenn dann jemand wagt die recht zahlreich vorhandenen diskussionswürdigen Stellen des „Buches der Wahrheit“ zu zitieren und hinterfragt, kommen die Deuter und Ausleger mit ihrem „Herrschaftswissen“ in’s Spiel. Nicht selten (historisch) wurden die Zitierenden dann drangsaliert, um es vorsichtig auszudrücken…
          Beibt nur die Schlussfolgerung: alles nicht so gemeint oder aber nicht für den normalen Menschen sondern für Spezialisten und Altsprachler geschrieben.
          Dem stände allerdings entgegen, sich einfach und verständlich auszudrücken wie es doch empfohlen wird „Deine Rede sei ja, ja – nein, nein…“
          Aber vermutlich verstehe ich auch das falsch…

          • Novalis
            05.09.2019, 12:25 Uhr.

            Wie wärs denn einfach mal damit zu sagen: Sorry, ich hab keine Fachkenntnis? „Herrschaftswissen“ ist ja doch Wissen, das bewusst geheim gehalten wird. Was Suarez (@Danke!) hier zusammengefasst hat, ist nichts anderes als die Fakten, die seit A. Deissler allgemein wissenschaftlich anerkannt sind und auch gepredigt sowie im Religionsunterricht behandelt (und damit vulgarisiert) werden. Und man kann sie auch nachlesen, wenn man Literatur konsultiert. Dass setzt halt voraus, dass man informationswillig ist. Nichts daran ist geheim. Also gehen Sie mal in eine Bibliothek und lesen eine kluge Einführung in die Genesis anstatt Halbwissen zum Standard zu deklarieren.

          • Carla Maltese
            05.09.2019, 18:57 Uhr.

            @Wanda
            Ich habe schon geäußert, daß mir Novalis‘ Ton Ihnen gegenüber missfällt, aber Herr Erbacher hat das nicht freigeschalten.

            In der Sache kann ich Ihnen aber auch nicht so wirklich zustimmen.
            Das Problem das wir haben ist halt, daß zur Zeit Jesu noch niemand modernes Deutsch konnte. Und zur Zeit des ATs erste recht nicht.
            Und was die Sitten der Bronzezeit angeht: Ich spare mir hier lieber jeden Kommentar…

            Es muss Leute geben, das ist der Sinn und Zweck von Theologen, die die Texte von damals in die Gegenwart übersetzen. Also so übersetzen daß man sie heute verstehen kann.
            Die Folgen davon, wenn man meint, ganz ohne Theologen auskommen zu können, können Sie bei ganz radikalen Evangelikalen sehen. Gerade läuft der 2. Teil der Neuverfilm ung von „Es“ im Kino, aber ich kann Ihnen sagen: Mit diesen Evangelikalen kann es noch nicht einmal „Es“ aufnehmen…

            Sie haben schon recht damit, daß in der Vergangenheit viel zuviele Geistliche ihre Macht missbraucht haben.
            Aber ganz ohne geschulte Leute die die Texte aus der Bronze- und der Römerzeit in die Gegenwart übersetzen geht es nicht. Vieles versteht heute keine Sau! Ich auch nicht! Ich lese mich derzeit durchs Buch Josua, übrigens.

            Andererseits kommen Theologen auch nicht ohne „normale“ Leute aus, wenn sie nicht in einem Elfenbeinturm landen wollen und leeres sinnloses Zeug vor sich hinphilosophieren wollen. Dieser afrikanische Kardinal scheint mir da die Verknüpfung zum richtigen Leben verloren zu haben.

            BEIDE Seiten sind wichtig, um die Bibel wirklich zu verstehen. Theologen und Nichttheologen.

      • Carla Maltese
        03.09.2019, 21:12 Uhr.

        Der Auftrag die Erde komplett zu besiedeln wurde erfüllt.
        Warum sollen wir jetzt noch denken wie in der Bronzezeit?
        Was hindert uns jetzt wo uns niemand außer uns selbst mehr von diesem Planeten vertreiben kann daran, erwachsene und verantwortungsbewusste Herren dieses Planeten zu werden?
        So zu regieren wie Jesus gezeigt hat, daß man regieren soll, nämlich voller Liebe und Demut als Diener, Bewahrer, Beschützer und Hüter?
        NICHTS hindert uns, außer unserer Weigerung, erwachsen zu werden!

        • Wanda
          05.09.2019, 16:47 Uhr.

          Carla Maltese 03.09. 21:12
          – Also doch ein wörtlicher Auftrag, die Erde zu (über)bevölkern ? Vorsicht, da geraten Sie aber in die Schusslinie von @Suarez und @Novalis…
          – Köstlich: wenn’s drauf ankommt wird der Gläubige oder Zweifler harsch darauf hingewiesen, dass es doch eindeutig und wörtlich in den Bibel steht, ist der Text hingegen nach heutigem Verständnis völlig inakzeptabel (und da gibt es viele Stellen), wird auf Teufel komm raus umgedeutet und interpretiert, von selbsternannten Spezialisten versteht sich. Oder sollte man sie Bibelforscher nennen dürfen ?
          – Es gibt eine nette Definition: Religion ist ua. auch der Versuch, die Menschen damit auszusöhnen, dass sie sterben müssen. Das kann dadurch geschehen, dass ihnen ein besseres Dasein jenseits des Grabes versprochen wird oder eine Wiedergeburt oder beides. Beweise stehen allerdings aus, sogar die versprochene Wiederkunft des Nazareners noch zu Lebzeiten seiner Jünger erwies sich (heutiger Sprachgebrauch) als Ente. Auch dafür musste dann schliesslich eine Umdeutung vorgenommen werden. Lösung: der normale Gläubige als Bibelleser ist minderbemittelt und bedarf der Anleitung durch den Kirchenadel oder sonstiger Vortänzer wie damals, als die Bibel wohlweislich in Latein abgefasst war und kritische Nachfragen des gemeinen Kirchenvolkes ausschloss…

          • Carla Maltese
            05.09.2019, 22:53 Uhr.

            Natürlich glaube ich nicht daß die ganze Schöpfungsgeschichte wortwörtlich so war! Da würde ich mich mit meiner naturwissenschaftlichen Bildung vollkommen lächerlich machen!

            Aber ich denke schon, daß Jesus uns die Verantwortung für die Erde aufgetragen hat.

            Und ich sehe Jesus als absolutes Zentrum der Bibel. Alles läuft auf ihn zu, auch das AT. Und das bedeutet auch: Jede Authorität, jede Herrschaft hat sich daran zu orientieren was Jesus dazu sagt! Jede Authorität, jede Herrschaft hat eine dienende zu sein, keine ausbeuterische!
            Das meint dann auch unsere Herrschaft über die Erde.

  • Dr. theol. Franz Hein Aengenheister
    03.09.2019, 13:05 Uhr.

    Sehr erfreulich ist, dass mit EB Zuppi in Bologna künftig ein Konklave-Teilnehmer mit guten Chancen residiert: 63 Jahre, zwei Jahrzehnte Kaplan und Pfarrer in Trastevere (und nebenan für St. Egidio aktiv; dafür sogar Ehrenstaatsbürger in Mozambik!); und Teil der 50%-Fraktion der Franziskus-Kreierten. Er sollte schon mal vorsorgen (z.B. im Kardinalsrat zur Kurienreform) für eine zügige CIC-Änderung in Richtung auf mehr Seelsorge(r) und eine Revision von Humanae Vitae, auch als Beitrag zur Abflachung der Bevölkerungskurve in Afrika als konstruktive Migrationspolitik.Junge Leute: Evangelii gaudium!

    • Carla Maltese
      03.09.2019, 21:07 Uhr.

      Hmjaaa, mir fällt kein Papstschreiben in der jüngeren Kirchengeschichte ein, das schlimmere Folgen als Humanae Vitae hatte.
      Ganz einfach weil es die ganze Sexualdebatte unsäglich fanatisiert hat. Von außen betrachtet schien es lange Zeit, d.h. vor allem unter Wojtywa, in der römisch-katholischen Kirche kaum noch ein anderes Thema zu geben als Sexualthemen.

      Es ist ja vollkommen richtig, daß man mit Sexualität verantwortungsvoll umgehen soll. Nur braucht man dazu kein Verhütungsverbot und den ganzen Quatsch, sondern Anstand, Verantwortungsbewusstsein und Respekt!

      Andere Themen wurden hinter dieser Besessenheit von Sexualthemen vollkommen vernachlässigt, z.B. das Thema Bewahrung der Schöpfung.
      Vorhin habe ich die Nachrichten von katholisch.de kurz gestreift, da heißt es daß nicht nur bei muslimischen sondern auch bei (römisch-)katholischen Jugendlichen der Anteil der eheliche Gewalt befürwortet, also der Mann verdrischt die Frau um seine Position als „Oberhaupt“ durchzusetzen, am höchsten ist. D.h. unter dem ewigen Herumreiten auf Sexualverboten wurde gerade das worum es in der Sexualerziehung eigentlich gehen sollte offensichtlich vernachlässigt.

    • Wanda
      03.09.2019, 23:57 Uhr.

      Dr. theol. Franz Hein Aengenheister
      – Nun ja, auf den Ehrenstaatsbürgertitel dieses Landes mit seinen durchaus zu hinterfragenden internen und von den politischen Kräften bzw. Machthabern „gepflegten“ Problemen, hätte EB Zuppi auch verzichten können. Die Annahme solcher Titel verleiht den Potentaten in Mozambik nur eine moralische Aufwertung, die sie keinesfalls verdienen. Man recherchiere selbst…

  • Silvia
    06.09.2019, 16:50 Uhr.

    Da der Papst bei der Vergabe von Kardinalshüten gerne an die Ränder geht, wie wäre es dann mal mit Görlitz oder Erfurt?

    Beides sind kleine Diasporadiözesen im überwiegend atheistischen Osten Deutschlands.

    • Carla Maltese
      08.09.2019, 11:45 Uhr.

      Wenn die Kandidaten charakterlich geeignet sind, wäre das sogar mal ein sinnvoller Vorschlag.

  • bernardo
    06.09.2019, 19:29 Uhr.

    Es gibt auf katholisch.de einen Standpunktartikel zum Thema
    „Warum ignoriert der Papst die Bischöfe von Paris, Mailand und Berlin?

    Franziskus mache Bischöfe von den Peripherien zu Kardinälen. Das klingt schön. Aber stimmt es auch? Noch dazu, wenn dafür europäische Bistümer wie Paris, Mailand und Berlin übergangen werden?“

    Offensichtlich bin ich nicht der Einzige, der die Ernennungen von Franziskus zunehmend kurios findet. Naja, die Groupies wird das nicht von ihrer obligaten Euphorie abhalten.

  • Wanda
    07.09.2019, 1:29 Uhr.

    Carla Maltese 05.09. 18:57
    – Mir beibt nur zu entgegnen, die zur Verfügung stehenden protestantischen oder katholischen Bibel-Varianten und (siehe da) auch Einheitsübersetzungen(!) stammen doch wohl von fachkundigen und autorisierten Übersetzern, […]*
    Das Problem liegt ganz woanders und ist eigentlich simpel: es gibt Bibelinhalte, die sind nicht wegzuleugnen, weder schön zu reden noch abzuschwächen, noch umzudeuten. Da geht es nicht um (evtl. unkorrekte) Übersetzung sondern ganz einfach um Sachverhalte und Phantasieprodukte, die dem heutigen Wissen entgegengesetzt sind und oft dem Willen enspringen, den Gläubigen im Sinne der Religionsführer zu manipulieren und in Unsicherheit zu versetzen. Nur taugt das heute vielfach nicht mehr. Und man sollte den Mut haben, Dinge, die aus damaliger Sicht und Unkenntnis ihren Zweck erfüllten, heute gerade zu stellen.
    Es ist schlichtweg zu primitiv und einfallslos, einerseits den Gläubigen auf die wortgetreue Darstellung hinzuweisen wenn es denn gerade passt und andererseits bei nach heutigem Wissensstand unmöglichen Inhalten den Zweifler wenn es opportun ist mit der absurden Begründung, er sei des Hebräischen nicht mächtig, anhand selbstgebastelter Auslegungen oder Deutungen zurechtzuweisen. Insofern sollten sich @Suarez und @Novalis bei den Fachübersetzern des vatikanischen Bibelinstitutes beschweren und sich evtl. als Alternative anbieten, die derzeit gültigen deutschen Ausgaben zu überarbeiten und zu korrigieren.
    – Ansonsten halte ich mich an die Worte Albert Einsteins, der am 03.01. 1954 an den jüdischen Philosophen Eric Gutkind über das AT schrieb: „… Das Wort Gottes ist für mich nichts anderes als Ausdruck und Produkt menschlicher Schwäche, die Bibel eine Sammlung ehrwürdiger aber reichlich primitiver Legenden. Keine noch so feinsinnige Auslegung kann etwas daran ändern“…

    *Der Beitrag wurde wegen des Verstoßes gegen die Netiquette editiert.

    • Carla Maltese
      08.09.2019, 10:59 Uhr.

      „Das Problem liegt ganz woanders und ist eigentlich simpel: es gibt Bibelinhalte, die sind nicht wegzuleugnen, weder schön zu reden noch abzuschwächen, noch umzudeuten.“
      Und doch sind die wichtig, denn sie erzählen uns von der Zeit, in der Gott den ersten Bund mit den Menschen schloss.
      Sie erzählen uns von der Bronzezeit, die eine sehr brutale Zeit war. Überall an der Levante und ums Mittelmeer gab es diese Stadtstaaten und die hatten alle ihre unumschränkten Herrscher, ihre Gottkönige, die jeweils ihre eigenen Regeln durchgesetzt haben. Für die einfachen Menschen gab es keine Sicherheit, wenn ein Herrscher gut war konnte der nächste alles augebaute vernichten.
      Das besondere am Volk Israel war, daß es bereit war, sich an ein eindeutiges Gesetzbuch zu halten, nicht nur die kleinen Leute sondern auch die Anführer. Es sollten nicht mehr die Launen des jeweiligen Herrschers gelten, sondern niedergeschriebene Gesetze. Das war schließlich selbst bei den Römern eine Epoche später nicht vollkommen verwirklichst. Bekanntlich haben sich die Kaiser auch da zu Göttern aufgespielt. Deswegen hat Gott dieses Volk für seinen ersten Bund ausgesucht.

      Man muss sich heute nun wirklich nicht mehr an alle Gesetze des ATs halten. Sehr viele sind ganz eindeutig nicht direkt von Gott. Das Buch Levitikus handelt 10 Kapitel lang nur von Opfervorschriften der Priester. *gähn*
      Andere, wie Fremde zu schützen oder das Verbot falscher Maße sind heute noch sinnvoll.
      Und erst recht sollte man sich das Buch Josua auf keinen Fall zum Vorbild nehmen.
      Aber wenn man das AT liest und wenn einem bewusst ist daß das eine ganz andere Zeit war, eine Zeit in der rings um das Volk Israel keine feste Moral galt, es stattdessen zu solchen Abwartigkeiten wie dem Opfern von eigenen Kindern oder Sex mit den eigenen Eltern kommen konnte, dann bringt es einem schon einiges fürs eigene Leben. Man begreift, daß es keine Grenzen für Gott gibt, daß man auch mit einem noch so seltsamem Lebenslauf in noch so verwirrten Umständen immer zu Gott kommen kann und er da ist. Ob man nun in einem elitären Gymnasium wo Mobbing an der Tagesordnung ist von den Mitschülern durch die Mangel genommen wird, oder in dem Slum von Antanarivo, den Herr Erbacher gerade besucht hat.

      • Wanda
        08.09.2019, 16:19 Uhr.

        Einen Bund zu schliessen, dazu gehören zumindest 2 Parteien, die ein Übereinkommen zum Ziel haben. Was das AT angeht, dürfte man wohl also eher von einem göttlichen Diktat ausgehen. Der Mensch wurde nicht beteiligt. So jedenfalls mein Eindruck. Lasse mich aber gern belehren.
        P.S. soviel mir bekannt ist, wurde das AT eigentlich erst in Babylon von den (meist freiwillig) im Exil lebenden jüdischen Schriftgelehrten in Form gebracht und niedergeschrieben. Dass damit viele (fremde) Glaubensvorstellungen der dortigen Völker in die Bibel aufgenommen wurden, also gar nicht dem Ursprung der mosaischen Vorstellungen entsprechen, ist ebenfalls eine Tatsache: ein Konglomerat, nicht mehr und nicht weniger.
        Übrigens kehrte ein Grossteil der jüdischen Intelligenz erst gar nicht in´s gelobte Land zurück, weil sie die wesentlich höher entwickelten Kultur der „Hure Babylon“ schätzten und sich dort wohl fühlten.

        • Carla Maltese
          09.09.2019, 19:23 Uhr.

          Die Israeliten hätten es sich mehrfach anderst überlegen können und statt dem Bund mit Gott die übliche Welt der Bronzezeit wählen können!
          Schließlich gibt es z.B. die Stelle wo sie in der Wüste hungrig waren und mit Gott unzufrieden waren. Dann gab es als nächstes Manna. Verständlicherweise hing ihnen das nach einer Weile auch zum Hals raus.

          Oder da wo sie ein goldenes Kalb machten und anfingen es anzubeten: Die Versuchung, sich einen mehr konkreteren Gott wie man ihn in der Bronzezeit hatte zu basteln war schon da. Nur: Die ganzen Götter in Tiergestalt oder als mehr oder weniger launische Menschen wie man sie sich in der Bronzezeit vorstellte hätten auch wieder zu dem ganzen Kram geführt, den die Israeliten hinter sich lassen wollten.

    • Silvia
      10.09.2019, 13:30 Uhr.

      Wanda
      07.09.2019, 1:29 Uhr.

      Jede Menge interessanter Informationen rund um die Bibel und Exegese sowie andere Glaubensthemen finden Sie im Internetshop von bibelwerk.de

      Kann ich wirklich empfehlen, falls ein echtes Interesse besteht, übrigens auch anderen Mitbloggern.

      Ich werde da immer wieder fündig.

  • Wanda
    07.09.2019, 4:30 Uhr.

    Novalis 05.09. 12:25
    – zu Ihrer Information: wissenschaftlich ist nichts, aber auch gar nichts was mit Religion oder Glaube zu tun hat, belegt oder anerkannt. Das liegt in der Natur der Sache. Da kann man nichts machen.
    Ein Versuch, damit Sie es verstehen: Glaube/Religion ist ein Gedankenkonstrukt: um ihm Platz zu schafffen, müssen Wissen, Erkenntnis und Vernunft beiseite geschoben oder gar ausser Acht gelassen werden. Somit gehört der Begriff Geist/Gott in den Bereich der metaphysischen Theorie und damit wird die Grenze des Erkennbaren bzw. der menschlichen Vernunft (kennen Sie eine andere?) überschritten. Man kann also Gott allenfalls denken aber nicht erkennen bzw. beweisen. Mit anderen Worten: die Existenz eines nur gedachten Wesens kann weder bewiesen noch widerlegt werden.
    – […]* ich achte und respektiere die Überzeugung jedes Gläubigen, wenn sie denn echt ist und nicht zum Vehikel wird, wie es leider die historisch belegte Intoleranz vor allem der monotheistischen Religionen zum Überfluss bewiesen haben…

    *Der Beitrag wurde wegen des Verstoßes gegen die Netiquette editiert.

    • Carla Maltese
      08.09.2019, 10:21 Uhr.

      „Glaube/Religion ist ein Gedankenkonstrukt: um ihm Platz zu schafffen, müssen Wissen, Erkenntnis und Vernunft beiseite geschoben oder gar ausser Acht gelassen werden.“
      Nein, müssen sie nicht!
      Ich sehe mit meiner naturwissenschaftlichen Bildung, einer technischen Berufsausbildung und einem technischen Studium keinen einzigen Grund, warum ich in die irrationalen Vorstellungen der Bronzezeit zurückfallen müsste, um an Gott zu glauben!
      Welches Wissen müsste ich beiseiteschieben, um an Gott zu glauben? Kein einziges! Ich bete, ich lese die Bibel, UND ich gehe morgen auf die Arbeit und berechne Rohrleitungen unter höherem Druck und hoher Temperatur und Druckbehälter nach DIN EN 13480 und AD 2000-Merkblättern, nicht nach esoterischem Geschwafel!

      Es ist eher so, daß atheistische Naturwissenschaftler wie Dawkins bei allem wo sie nicht mehr rankommen eine Variable X einführen und sie „Zufall“ nennen.

      Nun sind aber nicht alle Naturwissenschaftler Atheisten. Gerade bei den ganz großen Namen wie Max Planck oder Charles Darwin oder Galileo Galilei usw usw. nicht. Ich habe auf meinem Rechner eine 248 Seiten lange PDF-Datei mit den Äußerungen berühmter Naturwissenschaftler über Gott. Unter anderem von Werner von Siemens, Francis Crick oder Arno Penzias.
      Ein Zitat von Wernher von Braun ist gerade sehr aktuell:
      „Nur ein erneuerter Glaube an Gott kann die Wandlung herbeiführen, die unsere Welt vor der Katastrophe retten kann. Wissenschaft und Religion sind dabei Geschwister, keine Gegensätze.“

      Und was Intoleranz angeht: Die kann man in jüngster Zeit gerade von Atheisten erleben. Ich habe noch nie gehört, daß muslimische Gemeinden hier irgendeinen christlichen Brauch verbieten wollten, aber vor ein paar Wochen z.B. hat auf Facebook eine Mutter einfach nur ganz harmlos nach einem kindgerechten Gottesdienst gefragt, und wurde dann ganz widerlich angegiftet: „Glauben ist Privatsache!“ und Religion wäre wie ein Penis usw. Nach wenigen Minuten wurde der Thread gelöscht, keine Ahnung ob von der Autorin oder von der Redaktion der Gruppe.
      Ein römisch-katholischer Bischof musste die irritierende Erfahrung machen, daß die Ministranten nicht mehr bei der Fronleichnahmsprozession mitmachen wollten, weil es ihnen peinlich wäre. Daß junge eute Angst davor haben, von Gleichaltrigen als aktive Christen erkannt zu werden, weil sie Ausgrenzung und Mobbing befürchten müssen, so weit ist es schon.

      • Wanda
        09.09.2019, 17:29 Uhr.

        Carla Maltese 08.09. 10:21
        […]*
        P.S. auf Ihrer 248 Seiten langen PDF-Datei mit den Namen grosser gläubiger Naturwissenschaftler fehlt ein ganz besonderer namens Albert Einstein, richtig?
        – Will noch seine Aussage zum angeblich „Auserwählten Volk“ nachschieben …“Für mich ist die unverfälschte jüdische Religion wie alle anderen Religionen eine Inkarnation des primitiven Aberglaubens. Und das jüdische Volk, zu dem ich gerne gehöre und mit dessen Mentalität verwachsen bin, hat für mich keine andere Dignität als alle anderen Völker. Soweit meine Erfahrung reicht, ist es auch um nichts besser als andere menschliche Gruppen wenn es auch durch Mangel an Macht gegen die schlimmsten Auswüchse gesichert sit. Sonst kann ich nichts „Auserwähltes“ an ihm feststellen…“
        Und das ihm immer wieder untergeschobene Zitat „Gott würfelt nicht“ weist er (Brief 24.03.1954 an Joseph Dispentiere) unmissverständlich zurück …“Es war natürlich eine Lüge, was Sie über meine religiösen Überzeugungen gehört haben. Eine Lüge, die systematisch wiederholt wird. Ich glaube nicht an einen persönlichen Gott und habe dieses niemals geleugnet sondern habe es deutlich ausgesprochen. Falls es in mir etwas gibt, das man religiös nennen könnte, so ist es eine unbegrenzte Bewunderung der Struktur der Welt*) soweit sie unsere Wissenschaft enthüllen kann…“
        -*) ähnelt verblüffend einem Zitat Emanuel Kants aus dessen Kritik der praktischen Vernunft, wo er seine Empfindung ausdrückt …“Zwei Dinge erfüllen das Gemüt mit immer neuer und zunehmender Bewunderung und Ehrfurcht, je öfter und anhaltender sich das Nachdenken damit beschäftigt: der bestirnte Himmel über mir und das moralische Gesetz in mir…“
        Soweit zwei der mit Abstand grössten Denker der Menschheitsgeschichte…

        *Der Beitrag wurde wegen des Verstoßes gegen die Netiquette editiert.

        • Carla Maltese
          09.09.2019, 22:03 Uhr.

          […]*
          Nö, Einstein fehlt nicht:
          “Im unbegreiflichen Weltall offenbart sich eine grenzenlos überlegene Vernunft.”
          3 Monate vor seinem Tod an Max von Laue:
          “Ich muss gestehen, dass diese göttliche Fügung für mich etwas Befreiendes hat … Wenn ich in den Grübeleien eines langen Lebens eines gelernt habe, so ist es dies, dass wir von einer tiefen Einsicht in die elementaren Vorgänge viel weiter entfernt sind, als die meisten Zeitgenossen glauben.”

          Wer fehlt, ist Hawking.
          Nicht falsch verstehen: Ich bewundere, wie Hawking mit seiner schweren Karnkheit zurechtkommt, und will die wissenschaftliche Arbeit die er geleistet hat, hauptsächlich auf dem Gebiet der Schwarzen Löcher, nicht schlechtreden.
          Aber wenn man behauptet daß er der größte Physiker aller Zeiten wäre, ist das ein bischen hochgehyped. Seine Arbeit bezieht sich größtenteils auf ein enges Gebiet, nämlich Schwarze Löcher.

          Und zum Judentum:
          Ich selbst bin keine Jüdin und weiß nichts von einer jüdischen Abstammung, nur von einer slowenischen, österreichischen und zu kleineren Teilen französischen und evtl. flämischen. Und ich bin auch eine scharfe Kritikerin des Verhaltens der heutigen Israelis in Palästina. Weil nämlich die Palästinenser für mich genauso Menschen sind und es genausowenig verdient haben, unmenschlich behandelt zu werden. LEIDER sind mir in dem Zusammenhang in den letzten Jahren äußerst unsympathische Juden begegnet.
          Aber dennoch habe ich weit mehr Achtung vor den alten Israeliten als Sie gerade offenbaren. Es ist nicht „primitiver Aberglaube“, sondern im Gegenteil: In einer Welt die voll war mit primitivem Aberglauben waren es die alten Israeliten die bereit waren, sich gerade davon zu lösen!
          UND von den wechselnden launischen Gottkönigen der Stadtstaaten die ohne jedes Recht und ohne feste Moral gemacht haben was sie wollten.

          *Der Beitrag wurde wegen des Verstoßes gegen die Netiquette editiert.

    • Silberdistel
      10.09.2019, 2:42 Uhr.

      Wanda
      07.09., 4:30 h
      Das Wunder wundert sich darüber, das kein Wunder erkennbar ist?
      Mit Verlaub, Einstein ist bereits Fossil. Heutzutage wissen wir, wie hoch komplex sich Materie entwickelt hat: DNS, RNS; das hochkomplexe Auge, das schon so früh in der Schöpfung aufgetreten ist und bereits Darwin Kopfschmerzen bereitete.
      Und dann sind da noch die „Dunkle Materie“ und „Dunkle Energie“, die das sichtbare, beobachtete Universum, auf einen Anteil von geschätzt unter 10 Prozent schrumpfen lassen.
      Nein, die Wunder gehen nicht aus!
      (Sie persönlich weigern sich ja beharrlich sich mit Sterbeforschung zu beschäftigen. Würde ich doch einfach mal versuchen! Denn auch hier liegen ganz neue, wissenschaftliche Erkenntnisse vor).

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