Papst benennt neue Kardinäle

Es kam etwas überraschend, die Benennung von 13 neuen Kardinälen und beinahe hätte ein defekter Aufzug die Ankündigung verhindert. Papst Franziskus steckte am Nachmittag für 25 Minuten im Aufzug fest. Die Menge auf dem Petersplatz wartete schon ungeduldig. Doch dann hatte das Kirchenoberhaupt neben der Betrachtung zum Sonntagsevangelium auch noch dreizehn Kandidaten zu verkünden, die er am 5. Oktober im Rahmen eines Konsistoriums ins Kardinalskollegium aufnehmen will. Drei von ihnen sind bereits über 80 Jahre, dürfen also bei einem Konklave nicht mitwählen. Unter den zehn Wählern sind Erzbischöfe von Jakarta über Kinshasa und Havanna bis Rabat, Bologna und Luxemburg. Interessant ist die Ernennung des Jesuiten Michael Czerny zum Kardinal. Er ist Abteilungsleiter für Migration im Dikasterium für ganzheitliche Entwicklung. Also ein Mann aus der zweiten Reihe – eine politische Entscheidung.

Da konnte Franziskus schon wieder lachen. Zuvor steckte er wegen eines Stromausfalls 25 Minuten im Fahrstuhl fest. (Quelle: dpa)

Mehr Weltkirche im Kardinalskollegium

Der Termin ist ungewöhnlich. Am Vorabend des Starts der Amazonassynode, die vom 6. bis 27. Oktober im Vatikan tagt, nimmt Franziskus 13 Kirchenmänner in den Senat der Kirche auf. Wie schon bei den früheren Kardinalserhebungen im Pontifikat von Franziskus ist die Zahl der Europäer überschaubar. Der Papst hat es sich seit Anbeginn seines Pontifikats zum Ziel gesetzt, die Internationalisierung des Kardinalskollegiums voranzutreiben. So sind unter den neuen Kardinälen Vertreter aus vier Kontinenten: der Erzbischof von Jakarta in Indonesien, Ignatius Suharyo Hardjoatmodjo, der Erzbischof von Havanna auf Kuba, Juan de la Caridad García Rodríguez, der Erzbischof von Kinshasa in der Demokratischen Republik Kongo, Fridolin Ambongo Besungu, der Erzbischof von Huehuetenamgo in Guatemala, Alvaro Ramazzini Imeri, sowie der Erzbischof von Rabat in Marokko, Cristóbal Lópet Romero.

In Europa können sich zwei Bistümer freuen. Erzbischof Matteo Zuppi aus Bologna in Italien wird Kardinal. Er steht der römischen Basisgemeinschaft Sant’Egidio nahe, die enge Beziehungen zum Papst pflegt. Außerdem wird der Erzbischof von Luxemburg, Jean-Claude Hollerich, Kardinal. Er ist zugleich Präsident der Konferenz der Bischofskonferenzen in der EU, kurz COMECE. In dieser Funktion war er 2018 dem Münchner Erzbischof Kardinal Reinhard Marx gefolgt. Ob er bei einer Neubesetzung des Kardinalsrats K9 auch dort Marx ablösen wird, muss sich zeigen.

Thema Migration für Papst wichtig

Ungewöhnlich ist die Ernennung des Jesuiten Czerny zum Kardinal. Doch Franziskus will damit unterstreichen, wie wichtig für ihn das Thema Migration ist. Angesichts der aktuellen Debatten in Europa setzt er damit ein deutliches Signal, dass er an dieser Stelle keine Abstriche machen und sich weiter einmischen wird. Die Stimme eines Fachreferenten für das Thema bekommt künftig noch mehr Gewicht. Czerny ist einer von drei Kurienvertretern, die künftig Purpur tragen. Auch der Präsident des Päpstlichen Rats für den interreligiösen Dialog, Erzbischof Miguel Angel Ayuso Guixot, und der Archivar und Bibliothekar der Heiligen Römischen Kirche, Erzbischof José Tolentino Medonca, werden ins Kardinalskollegium aufgenommen.

Der längjährige Vatikandiplomat Erzbischof Michael Louis Fitzgerald sowie die ehemaligen Erzbischöfe von Kaunas in Litauen, Sigitas Tamkevicius, und Benguela in Angola, Eugenio dal Corso, werden ebenfalls in den Senat der Kirche aufgenommen. Da sie bereits über 80 sind, gilt der Purpur als eine Art Auszeichnung für ihr Lebenswerk. Ab dem 5. Oktober zählt das Kardinalskollegium dann 228 Mitglieder. 128 von ihnen sind im Falle eines Konklaves wahlberechtigt. Allerdings feiern noch im Verlauf des Monats Oktober vier Kardinäle 80. Geburtstag, so dass die Zahl der möglichen Papstwähler nur knapp über dem Limit von 120 liegt, das Papst Paul VI. eingeführt hatte.

Papstbotschaft zum Schöpfungstag

Einmal mehr zeigt die Benennung der neuen Kardinäle eine ungeschickte Agendaplanung des Vatikans. Denn zeitgleich mit der Ankündigung des Konsistoriums wurde heute die Botschaft des Papstes zum katholischen Welttag der Schöpfung veröffentlicht. Da steckt viel drin. Doch die beiden Vorgänge drohen sich gegenseitig die Aufmerksamkeit zu entziehen. So etwas könnte man besser planen. Die Forderung des Papstes nach drastischeren Maßnahmen für den Klimaschutz und einer schneller Umsetzung des Pariser Klimaabkommens hätte man durchaus schon im Vorfeld des Schöpfungstages veröffentlichen können.

Franziskus spricht sich erneut mit Nachdruck für eine Veränderung der Lebensstile aus. „Wir sind zu viele, die sich als Herren der Schöpfung aufspielen“, ist er überzeugt und stellt fest, es sei „Zeit, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen aufzugeben und schnell und entschieden Übergänge zu Formen sauberer Energiegewinnung und nachhaltiger Kreislaufwirtschaft zu schaffen“. Franziskus zeigt Verständnis für die Proteste der jungen Menschen und spricht von „prophetischen Handlungen“. „Ihnen schulden wir echte Antworten, nicht leere Worte: Fakten und
keine Illusionen“, mahnt der Papst.

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Jürgen Erbacher

Seit Juli 2018 leite ich die ZDF-Redaktion "Kirche und Leben katholisch", für die ich seit 2005 über die Themen Papst, Vatikan, Theologie und katholische Kirche berichte. Dafür pendle ich regelmäßig zwischen Mainz und Rom - meiner zweiten Heimat. Dort habe ich vor meiner ZDF-Zeit mehrere Jahre gelebt und für Radio Vatikan gearbeitet. Studiert habe ich Politikwissenschaft und Katholische Theologie in Freiburg i.Br. und Rom.

57 Kommentare

  • Silvia
    01.09.2019, 15:46 Uhr.

    So wie ich das sehe, wird das Kardinalskollegium nicht internationaler sondern lateinamerikanischer.

    • Jürgen Erbacher
      Jürgen Erbacher
      02.09.2019, 19:53 Uhr.

      In Lateinamerika leben mehr als 40% der Katholiken. Aktuell kommen aber nur 18 der 118 wahlberechtigten Kardinäle aus Süd- oder Mittelamerika.

      • Silvia
        06.09.2019, 10:45 Uhr.

        Bezüglich der Kardinalsernennungen und dem wiederholten Übergehen wichtiger europäischer Bistümer, die bisher „immer“ von einem Kardinal geleitet wurden, findet sich heute ein interessanter kritischer Kommentar auf katholisch.de.

        Eine interessante Tatsache ist hier übrigens untergegangen: Einer der zukünftigen Kardinäle ist kein Bischof sondern „nur“ Priester.

        Theoretisch könnte der Papst auch Laien und – so viel ich weiß – sogar Frauen in den Kardinalsrang erheben. Unter diesem Gesichtspunkt finde ich die Abweichung von der Norm bei den diesjährigen Ernennungen bemerkenswert.

        Bahnen sich da vielleicht noch weitergehende Ausnahmen an für die Zukunft?

    • prospero
      02.09.2019, 20:25 Uhr.

      @Silvia
      Da ist man allerdings noch ein ziemliches Stück davon entfernt: Von den 228 Kardinälen sind 36 lateinamerikanischer Herkunft; davon könnten derzeit im Falle eines Konklaves bei der aktuellen Gesamtzahl von 128 Wahlberechtigten lediglich 20 von ihnen teilnehmen. Ich glaube nicht, dass man angesichts solcher Zahlen objektiv von einer überproportionalen Anwesenheit der Lateinanerikaner im Kollegium sprechen sollte…

    • Wanda
      03.09.2019, 1:02 Uhr.

      Tja, wie im richtigen Leben: immer weniger Indianer, dafür mehr Häuptlinge. Aber man gönnt sich ja sonst nichts…

  • Novalis
    01.09.2019, 18:26 Uhr.

    Sehr geehrter Herr Erbacher,

    schön dass Sie wieder da sind. Ich war schon in Sorge, weil Sie Ende Juli angekündigt hatten und nun ist Anfang September. Die ausgewählten Bischöfe, die mit der Kardinalswürde ausgezeichnet werden, scheinen sehr gut zu sein. Der Luxemburger Erzbischof wäre ein exzellenter Nachfolger von Erzbischof Marx.
    Und hinsichtlich der Umweltproblematik bleibt der Papst auf der Schiene, auch das ist gut. Ja, Pressearbeit, da dürfte der Vatikan noch lernen…

  • prospero
    01.09.2019, 20:41 Uhr.

    Im Blick auf die von Franziskus jährlich erfolgten Kardinalsernennungen war auch für 2019 die Ankündigung eines Konsistoriums eigentlich zu erwarten; einzig den Termin mochte man nicht erwarten. Abgesehen von jenen Kandidaten, die als eindeutige Vertreter des „Bergoglio-Kurses“ gelten können,findet man (wie schon gehabt) auf der Liste die eine oder andere Überraschung: Ich denke, dass die Ernennung von Männern aus Luxemburg, Marokko oder Guatemala ja nicht unbedingt zu erahnen waren. Nach dem diesjährigen Konsistorium werden Kardinäle aus nunmehr 69 Ländern wahlberechtigt sein – ein weiter Schritt zu tatsächlicher Internationalisierung.

    • Novalis
      02.09.2019, 19:57 Uhr.

      Ich sehe es auch so. Das ist wirklich eine echte Internationalisierung.

  • prospero
    01.09.2019, 21:30 Uhr.

    Die Ernennung von Michael Louis Fitzgerald entbehrt nicht einer gewissen „Pikanterie“: Der Brite wurde 2002 zum Leiter des Rates für den Intereligiösen Dialog ernannt;als unter JP II 2003 und B XVI 2006 Kardinalsernennungen stattfanden, wurde er übergangen.Die heutige Ankündigung mag in erster Linie als Wiedergutmachung zu verstehen sein, die Franziskus aber auch dazu benützen könnte, an die Adresse seines Vorgängers einen sprichwörtlichen „Wink mit dem Zaunpfahl“ zu richten…

    • Novalis
      02.09.2019, 20:00 Uhr.

      Gut, dass es keine klassischen Sitze mehr gibt. Die Italiener*innen müssen sich daran gewöhnen, dass sie eben nicht annährend so viele Katholik*innen stellen wie die Latinos. Und ja, wie bei Karl-Josef Rauber, darf man die von Ihnen dargestellte Pikanterie als diplomatische Entschuldigung für die Entgleisungen von Ratzinger und Woityła auffassen.

  • bernardo
    02.09.2019, 16:04 Uhr.

    So, der Erzbischof von Turin und der Patriarch von Venedig, das allein drei Päpste im letzten Jahrhundert stellte, sind wieder nicht dabei. Dafür aber der Leiter des Migrationsamtes (sehr, sehr wichtig für die Kirche). Und zufälligerweise drei Jesuiten. Chapeau für die Machtpolitik, Papa Bergoglio.

    • prospero
      02.09.2019, 19:43 Uhr.

      Zu Ihrem bereits allseits bekannten Wehklagen fiele mir so manches ein – aber ich möchte es gerne vermeiden,dass ein solcher Beitrag der Zensur zum Opfer fällt. Darum soll gelten: „Reden ist Schweigen, Silber ist Gold“:)

    • prospero
      02.09.2019, 20:51 Uhr.

      @bernardo
      Eine Sache würde mich aber doch interessieren: Warum schieben Sie nur Franziskus den „Schwarzen Peter“ für die nicht erfolgten Ernennungen zu ? War es nicht auch B XVI, der Nosiglia (seit 2010 in Turin)und Moraglia (ab 2012 in Venedig)zumindest in zwei Konsistorien nicht auf der Liste hatte ?

      • bernardo
        03.09.2019, 19:28 Uhr.

        Hmm, kann es vielleicht damit zusammenhängen, dass Moraglia und Nosiglia aus der Schule des verhassten Kardinals Siri stammen? JPII. hatte die Größe, einen Mann wie Martini, der ihm religiös und politisch sicher nicht nahestand, zum Erzbischof der wichtigsten italienischen Diözese und zum Kardinal zu ernennen. Papa Bergoglio scheint sich lieber mit Claqueuren zu umgeben.

        • prospero
          04.09.2019, 10:25 Uhr.

          Hmm, kann es vielleicht damit zusammenhängen, dass Moraglia und Nosiglia aus der Schule des verhassten Kardinals Siri stammen?
          Dieses Argument müsste ich angesichts der Tatsache gelten lassen, da Sie Bergoglio ja offensichtlich eine jede „Schandtat“ zutrauen. Aber wie steht es mit Ratzinger, der sich im Laufe seiner akademischen Karriere und noch deutlicher seit seinem Aufstieg in der kirchlichen Hierarchie gewisse Positionen zu eigen machte,die gar nicht so weit von Siri entfernt waren. Da wäre es eigentlich nur konsequent gewesen, wenn er dessen Epigonen nach seinen ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten befördert hätte.

          • Novalis
            05.09.2019, 12:18 Uhr.

            Man muss auch aus historischer Gerechtigkeit sagen, wie gut belegt ist, dass Kardinal Siri in seinem maßlosen Kommunistenhass (wie wohltuend ist da die differenzierte Haltung unseres Papstes zum Kommunismus!) auch Nazis auf der Rattenlinie zur Flucht verholfen hat.
            Jeder Papst dürfte gut beraten sein, Leute aus dem Umfeld von Siri zu meiden. Geradezu pathologisch ist m.E. Siris Umgang mit Theologen der Nouvelle Theologie, die von Paul VI. rehabilitiert wurden.

          • bernardo
            05.09.2019, 15:07 Uhr.

            Eine klare Ablehnung des Kommunismus ist also „maßloser Kommunistenhass“. Und eine kritische Auseinandersetzung mit der nouvelle théologie eine Pathologie. Und selbstverständlich wird die Sippenhaft wieder eingeführt, wonach jeder, der mit Siri Kontakt hatte, von Ernennungen fernzuhalten ist.

            Schön, dass Sie Ihr autoritäres Kirchenverständnis hier offenbaren.

            btw, Siri hat als Erzbischof von Genua mit der kommunistischen Stadtregierung durchaus auch kooperiert, wenn es zum Nutzen der Stadt bzw. der Kirche war.

          • Novalis
            05.09.2019, 17:46 Uhr.

            @Carla Maltese:

            Ich bin wahrlich kein Freund der Befreiungstheologie. Das ist nicht das Meine und ich kann damit sowenig anfangen wie mit Hans Urs von Balthasar oder Bonaventura. Ich weiß aber wohl, was die Stärken der Befreiungstheolog*innen sind (und auch die von Balthasar oder Bonaventura kenne und schätze ich). Den Furor, den Ratzinger unter Johannes Paul II., gegen die Befreiungstheologie entfaltete, gehört zu den schlimmsten Verfolgungen Andersdenkender seit der Hexenjagd auf Herman Schell, der in den Tod gehetzt wurde von den Ultramontanen. Hätten Ratzinger und seine Spießgesellen gekonnt, hätten sie Scheiterhaufen errichtet. Der Gipfel des ganzen war die Verurteilung von Jon Sobrino, einem wahrhaft heiligmäßigen Mann – das ganze zu einem Zeitpunkt, als Ratzinger schon sehr genau im Bilde war, wie grundverdorben pädophil seine Kleriker waren. Aber mei, so ist das mit den Lebenslügen: Die 68er MÜSSEN es gewesen sein, auch wenn die große Masse des Kindesmissbrauchs vor 1968 war und der eigene Bruder geprügelt und bei der Vertuschung von Missbrauch mitgeholfen hat.

  • Silberdistel
    02.09.2019, 19:08 Uhr.

    »Gott sah, dass es gut war« (Gen 1,25) Zitatende.
    Dann ist in der aktuellen Diskussion des mainstreams nur noch zu hinterfragen, ob der Mensch mit seinen ca. 0,012 Prozent anthropogenem CO2, Gottes Schöpfung tatsächlich ins Wanken geraten lassen könnte. Und ob es für menschliche Ideen der „CO2-Bepreisung“ oder „CO2-Zertifikate“ das geben könnte, das tatsächlich zur Bewahrung der Schöpfung Gottes notwendig wäre?! Oder, ob die ca. 0,012 Prozent mehr auf dem erdgeschichtlichen CO2-Minimumniveau beruhenden „anthropogene Klimawandel“, nur ein weiteres Blendwerk des ewigen Blenders ist?! Der damit mal wieder mehr Unheil, mehr Angst und mehr Verdruß, mehr Gottferne, erschaffen kann?!
    Oder, ob der aktuell gehypte mainstream der „one world“ ohne alle Grenzen, der (vermeintlichen) Gleichheit aller Gleichen unter Gleichen, tatsächlich den Willen der Schöpfung Gottes auf diesem Planeten repräsentiert?
    Oder sollte nicht eher jede*r auf seinem Platz auf der Erde Gottes Willen erfüllen?!
    Es scheint mir in diesen Angelegenheiten das der Papst, ganz modern und auf ganz irdischem, ganz und gar linkspolitischem, mainstream surft…

    • Novalis
      02.09.2019, 20:04 Uhr.

      Natürlich können auch minimale Änderungen des CO2-Gehalts Verschiebungen großer Tragweite auslösen. Wer das nicht kapiert, hängt schlicht einer Ideologie an. Mit Naturwissenschaft hat man bei der Bestreitung des menschengemachten Klimawandels nichts zu tun.
      Am bezeichnendsten ist ja, dass die Ölkonzerne noch weit vor vielen anderen von der realen Bedeutung der Verfeuerung fossiler Brennstoffe wussten. Bemerkeneswert, wie genau damals die beauftragten Naturwissenschaftler in Schwarze getroffen hatten. Weniger überraschend, dass die Ölindustrie das alles unter Verschluss hielt.

      • Silberdistel
        02.09.2019, 22:12 Uhr.

        Novalis
        02.09.2019, 20:04 h
        Das Stichwort „Ideologie“ scheint mir denn in der Klimadiskussion das passende keyword für jene absurde These zu sein, das „Ölkonzerne“ (Welches organisierte Konklomerat für diesen Industriezweig sollte denn für diese Aussage zuständig gewesen sein??) noch vor allen anderen verkündet hätte, das das Spurengas CO2 einen „anthropogenen Klimawandel“ herbeiführen würde. Schließlich befindet sich CO2 mit seinen aktuell gesamt ca. 0,04 Prozent in der Atmosphäre, damit immer noch auf dem erdgeschichtlichen Minimumniveau! Das primäre Argument, das diesen akokalyptischen CO2-Hype allerdings schnell ad absurdum führt.
        Viel Spaß denn auch noch mit dem Hype, das die + 0,8 Grad C° Temperaturanstieg seit den ersten erhobenen Klimadaten anno 1881, und damit seit Ende des letzten kalten natürlichen Klimazyklus, der s.g. „kleinen Eiszeit“, die allein in Computern projizierte CO2-Klimakatastrophe herbei führen sollen.
        Die von ihnen willig und gänzlich unreflektiert wiedergegebene CO2-Mär kursiert denn seit langem allein als alter feuchter Traum, ausschließlich in der politisch linken Szene. So passt denn dazu wie die Faust auf´s Auge, das diese politisch Linke Szene ebenso leidenschaftlich die „one world“ mit „no border“ favorisiert.

  • Dr. theol. Franz Hein Aengenheister
    03.09.2019, 13:05 Uhr.

    Sehr erfreulich ist, dass mit EB Zuppi in Bologna künftig ein Konklave-Teilnehmer mit guten Chancen residiert: 63 Jahre, zwei Jahrzehnte Kaplan und Pfarrer in Trastevere (und nebenan für St. Egidio aktiv; dafür sogar Ehrenstaatsbürger in Mozambik!); und Teil der 50%-Fraktion der Franziskus-Kreierten. Er sollte schon mal vorsorgen (z.B. im Kardinalsrat zur Kurienreform) für eine zügige CIC-Änderung in Richtung auf mehr Seelsorge(r) und eine Revision von Humanae Vitae, auch als Beitrag zur Abflachung der Bevölkerungskurve in Afrika als konstruktive Migrationspolitik.Junge Leute: Evangelii gaudium!

    • Wanda
      03.09.2019, 23:57 Uhr.

      Dr. theol. Franz Hein Aengenheister
      – Nun ja, auf den Ehrenstaatsbürgertitel dieses Landes mit seinen durchaus zu hinterfragenden internen und von den politischen Kräften bzw. Machthabern „gepflegten“ Problemen, hätte EB Zuppi auch verzichten können. Die Annahme solcher Titel verleiht den Potentaten in Mozambik nur eine moralische Aufwertung, die sie keinesfalls verdienen. Man recherchiere selbst…

  • Silvia
    06.09.2019, 16:50 Uhr.

    Da der Papst bei der Vergabe von Kardinalshüten gerne an die Ränder geht, wie wäre es dann mal mit Görlitz oder Erfurt?

    Beides sind kleine Diasporadiözesen im überwiegend atheistischen Osten Deutschlands.

  • bernardo
    06.09.2019, 19:29 Uhr.

    Es gibt auf katholisch.de einen Standpunktartikel zum Thema
    „Warum ignoriert der Papst die Bischöfe von Paris, Mailand und Berlin?

    Franziskus mache Bischöfe von den Peripherien zu Kardinälen. Das klingt schön. Aber stimmt es auch? Noch dazu, wenn dafür europäische Bistümer wie Paris, Mailand und Berlin übergangen werden?“

    Offensichtlich bin ich nicht der Einzige, der die Ernennungen von Franziskus zunehmend kurios findet. Naja, die Groupies wird das nicht von ihrer obligaten Euphorie abhalten.

  • Wanda
    07.09.2019, 1:29 Uhr.

    Carla Maltese 05.09. 18:57
    – Mir beibt nur zu entgegnen, die zur Verfügung stehenden protestantischen oder katholischen Bibel-Varianten und (siehe da) auch Einheitsübersetzungen(!) stammen doch wohl von fachkundigen und autorisierten Übersetzern, […]*
    Das Problem liegt ganz woanders und ist eigentlich simpel: es gibt Bibelinhalte, die sind nicht wegzuleugnen, weder schön zu reden noch abzuschwächen, noch umzudeuten. Da geht es nicht um (evtl. unkorrekte) Übersetzung sondern ganz einfach um Sachverhalte und Phantasieprodukte, die dem heutigen Wissen entgegengesetzt sind und oft dem Willen enspringen, den Gläubigen im Sinne der Religionsführer zu manipulieren und in Unsicherheit zu versetzen. Nur taugt das heute vielfach nicht mehr. Und man sollte den Mut haben, Dinge, die aus damaliger Sicht und Unkenntnis ihren Zweck erfüllten, heute gerade zu stellen.
    Es ist schlichtweg zu primitiv und einfallslos, einerseits den Gläubigen auf die wortgetreue Darstellung hinzuweisen wenn es denn gerade passt und andererseits bei nach heutigem Wissensstand unmöglichen Inhalten den Zweifler wenn es opportun ist mit der absurden Begründung, er sei des Hebräischen nicht mächtig, anhand selbstgebastelter Auslegungen oder Deutungen zurechtzuweisen. Insofern sollten sich @Suarez und @Novalis bei den Fachübersetzern des vatikanischen Bibelinstitutes beschweren und sich evtl. als Alternative anbieten, die derzeit gültigen deutschen Ausgaben zu überarbeiten und zu korrigieren.
    – Ansonsten halte ich mich an die Worte Albert Einsteins, der am 03.01. 1954 an den jüdischen Philosophen Eric Gutkind über das AT schrieb: „… Das Wort Gottes ist für mich nichts anderes als Ausdruck und Produkt menschlicher Schwäche, die Bibel eine Sammlung ehrwürdiger aber reichlich primitiver Legenden. Keine noch so feinsinnige Auslegung kann etwas daran ändern“…

    *Der Beitrag wurde wegen des Verstoßes gegen die Netiquette editiert.

    • Silvia
      10.09.2019, 13:30 Uhr.

      Wanda
      07.09.2019, 1:29 Uhr.

      Jede Menge interessanter Informationen rund um die Bibel und Exegese sowie andere Glaubensthemen finden Sie im Internetshop von bibelwerk.de

      Kann ich wirklich empfehlen, falls ein echtes Interesse besteht, übrigens auch anderen Mitbloggern.

      Ich werde da immer wieder fündig.

  • Wanda
    07.09.2019, 4:30 Uhr.

    Novalis 05.09. 12:25
    – zu Ihrer Information: wissenschaftlich ist nichts, aber auch gar nichts was mit Religion oder Glaube zu tun hat, belegt oder anerkannt. Das liegt in der Natur der Sache. Da kann man nichts machen.
    Ein Versuch, damit Sie es verstehen: Glaube/Religion ist ein Gedankenkonstrukt: um ihm Platz zu schafffen, müssen Wissen, Erkenntnis und Vernunft beiseite geschoben oder gar ausser Acht gelassen werden. Somit gehört der Begriff Geist/Gott in den Bereich der metaphysischen Theorie und damit wird die Grenze des Erkennbaren bzw. der menschlichen Vernunft (kennen Sie eine andere?) überschritten. Man kann also Gott allenfalls denken aber nicht erkennen bzw. beweisen. Mit anderen Worten: die Existenz eines nur gedachten Wesens kann weder bewiesen noch widerlegt werden.
    – […]* ich achte und respektiere die Überzeugung jedes Gläubigen, wenn sie denn echt ist und nicht zum Vehikel wird, wie es leider die historisch belegte Intoleranz vor allem der monotheistischen Religionen zum Überfluss bewiesen haben…

    *Der Beitrag wurde wegen des Verstoßes gegen die Netiquette editiert.

    • Silberdistel
      10.09.2019, 2:42 Uhr.

      Wanda
      07.09., 4:30 h
      Das Wunder wundert sich darüber, das kein Wunder erkennbar ist?
      Mit Verlaub, Einstein ist bereits Fossil. Heutzutage wissen wir, wie hoch komplex sich Materie entwickelt hat: DNS, RNS; das hochkomplexe Auge, das schon so früh in der Schöpfung aufgetreten ist und bereits Darwin Kopfschmerzen bereitete.
      Und dann sind da noch die „Dunkle Materie“ und „Dunkle Energie“, die das sichtbare, beobachtete Universum, auf einen Anteil von geschätzt unter 10 Prozent schrumpfen lassen.
      Nein, die Wunder gehen nicht aus!
      (Sie persönlich weigern sich ja beharrlich sich mit Sterbeforschung zu beschäftigen. Würde ich doch einfach mal versuchen! Denn auch hier liegen ganz neue, wissenschaftliche Erkenntnisse vor).

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