Papst: Traurige Reise

Der Einsatz für Frieden im Nahen Osten und die Solidarität mit den Flüchtlingen standen im Mittelpunkt des Kurzbesuchs von Papst Franziskus auf der griechischen Insel Lesbos. Auf dem Rückflug nahm Franziskus drei syrische Flüchtlingsfamilien im Papstflieger mit nach Rom. Sie werden dort von der römischen Basisgemeinschaft Sant’Egidio betreut. Es sei zwar nur eine kleine Geste, „aber genau diese kleinen Dingen müssen wir jeden Tag tun“, so Franziskus auf dem Rückflug gegenüber den mitreisenden Journalisten. Mit Blick auf Europa stellte er fest, „Europa muss heute wieder die Fähigkeit zur Integration wiederfinden, die es immer hatte.“ Dass einige „in Europa geborene und aufgewachsene Menschen“, „Söhne oder Enkel von Migranten“, Terroranschläge wie die von Paris und Brüssel verübt hätten, zeige, „dass es keine Politik der Integration gegeben hat“. Vor dem Abflug hatte der Papst zusammen mit dem Ökumenischen Patriarchen Bartholomäus und dem griechisch-orthodoxen Erzbischof Hieronymus der Flüchtlinge gedacht, die auf der Flucht ihr Leben verloren haben. Bereits auf dem Hinflug hatte Franziskus am Morgen gesagt: „Dies ist eine traurige Reise!“

Papst Franziskus zu den Flüchtlingen: Wir wollen mit der Reise zeigen, dass ihr nicht alleine seid! (Quelle: dpa)

Papst Franziskus zu den Flüchtlingen: Wir wollen mit der Reise zeigen, dass ihr nicht alleine seid! (Quelle: dpa)

Europa muss für Menschenrechte stehen

Auf dem Rückflug betonte er noch einmal, dass Mauern angesichts der Flüchtlingskrise keine Lösung seien. Vielmehr müsse es darum gehen, Brücken zu bauen. Bei dem Besuch auf Lesbos ging es allerdings nicht nur um die Flüchtlinge, sondern auch immer wieder um die Fluchtursachen. In einer gemeinsamen Erklärung forderten die drei Kirchenführer „alle politischen Verantwortungsträger auf, jegliche Mittel einzusetzen, um zu gewährleisten, dass Einzelne und Gemeinschaften, einschließlich der Christen, in ihren Heimatländern bleiben und ihr Grundrecht, in Frieden und Sicherheit zu leben, genießen“. Dazu gehöre auch die Einhaltung der Menschenrechte, der Schutz von Minderheiten sowie der Kampf gegen Menschenhandel und -schmuggel. Zudem sprachen sie sich für „sichere Umsiedlungsverfahren“ aus. Europa stehe heute vor der „ernstesten humanitären Krise seit dem Ende des II. Weltkriegs“, so die Kirchenführer. Sie appellierten eindringlich an alle Christen, sich solidarisch zu zeigen. Zugleich dankten sie allen Helfern in Griechenland, den Nachbarländern sowie in Europa.

Franziskus wollte mit seinen Gesten und vor allem mit seinen Worten Europa deutlich machen, dass der Umgang mit den Flüchtlingen das Bild Europas in der Welt prägt. Beim Treffen mit den Einwohnern von Lesbos sagte er: „Europa ist die Heimat der Menschenrechte, und wer auch immer seinen Fuß auf europäischen Boden setzt, müsste das spüren können; so wird es ihm selbst deutlicher bewusst werden, dass er sie respektieren und verteidigen muss.“ Franziskus hat bei der Reise keine großen neuen Akzente gesetzt. Sein Ziel war es, ein Zeichen zu setzen und wachzurütteln sowie Europa an seine weltoffene Tradition zu erinnern.

P.S. Auf dem Rückflug äußerte sich Franziskus übrigens auch zu seinem Schreiben „Amoris laetitia“. Auf die Frage, ob das Papier die Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene ermögliche und es viele weitere Öffnungen gebe, sagte Franziskus: „Ich könnte schon sagen: Ja. Aber das wäre eine zu kurze Antwort. Ich empfehle Euch die Präsentation des Dokuments von Kardinal Schönborn zu lesen. Er ist ein großer Theologe.“ Zugleich erklärte er, dass ihn die mediale Konzentration auf die Frage der Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene beim synodalen Prozess von Anfang an traurig gestimmt und geärgert habe. Denn die Medien hätten nicht verstanden, dass das nicht das wichtigste Problem der Familien sei. „Die Familie ist in der Krise. Die jungen Leute wollen nicht mehr heiraten. In Europa haben wir eine Absenkung der Geburtenrate, die zum Weinen ist. Dann die Arbeitslosigkeit, Kinder, die alleine aufwachsen … Das sind die großen Probleme.“

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Jürgen Erbacher

Seit 2005 berichte ich für die ZDF-Redaktion „Kirche und Leben katholisch“ über die Themen Papst, Vatikan, Theologie und katholische Kirche. Dafür pendle ich regelmäßig zwischen Mainz und Rom - meiner zweiten Heimat. Dort habe ich vor meiner ZDF-Zeit mehrere Jahre gelebt und für Radio Vatikan gearbeitet. Studiert habe ich Politikwissenschaft und Katholische Theologie in Freiburg i.Br. und Rom.

32 Kommentare

  • Silvia
    16.04.2016, 20:34 Uhr.

    Und ICH denke, dass der Papst nicht verstehen will, dass es für gläubige Katholiken, die geschieden und in zweiter Ehe standesamtlich verheiratet sind, DIE existentielle Frage für ihr Glaubensleben überhaupt ist, ob sie zu den Sakramenten (nicht nur Kommunion sondern auch Krankensalbung und Beichte) zugelassen werden oder nicht.

    Die Eucharistie ist nun mal das Herzstück unseres Glaubens und die Sakramente sind Gnadenmittel der Kirche.

    Warum drückt der Papst sich da immer wieder um eine Antwort herum?

    Ja oder nein, das ist hier die entscheidende Frage!

    • Loriot
      17.04.2016, 22:24 Uhr.

      Absolut richtig!
      Franziskus hat 3 Jahre herumgegaukelt. Jede seiner Reden konnte in sämtliche Richtungen ausgelegt werden. Kein einziges klares Wort. Und jetzt, wo das Schreiben vorliegt, geht das Herumlavieren weiter. Jeder liest in diesen Text das hinein, was er glaubt hineininterpretieren zu müssen. Die Konservativen sagen, alles bleibt beim Alten. Die Progressiven sagen, die Praxis wurde geändert.
      Und was antwortet der Papst auf die Nachfrage eines Journalisten nach der berühmten Fussnote? Er könne sich an diese Fussnote nicht erinnern.
      Das ist fabelhaft! Anscheinend hat Franziskus den Beruf verfehlt. Wenn man sich nach einer Woche nicht mehr an einen der meistdiskutierten Textabschnitte erinnern kann, dann ist man nicht in der Lage einen einen weltumspannenden Konzern wie die katholische Kirche zu leiten.

      Die Frage, die ich mir stelle, lautet: Wieso wird ein, anscheinend, so wichtiges Thema wie die Zulassung wiederverheirateter Geschiedener in einer winzigen Fussnote abgehandelt? Wieso wird dieses Thema nicht im laufenden Text abgehandelt? Da stimmt doch etwas nicht! Was bezweckt der Papst mit diesem Schreiben?
      200 Seiten hohle Frasen, und das einzige Thema von Gewicht wird in eine Fussnote verbannt, von der der Papst sagt, er könne sich nicht an sie erinnern?
      Mein lieber Mann! Das ist harter Tobak.
      Entweder läuft da was ganz Obskures, oder der Papst weiss einfach nicht, was er tut.

      • Silvia
        18.04.2016, 11:14 Uhr.

        Loriot
        17.04.2016, 22:24 Uhr.

        Ich habe Sie und Ihre punktgenau zutreffenden Kommentare schon sehr vermisst.

        Warum man DAS, worauf Betroffene weltweit gewartet haben, in eine Fußnote verpackt, die erfahrungsgemäß kaum einer liest, ist für mich auch eine ganz wichtige Frage.

        Und ein soooo kurzes Gedächtnis deutet entweder auf Alterserscheinungen hin (was ich nicht glaube) oder eben auf Ihre Vermutung, dass da was ganz Obskures läuft oder der Papst nicht weiß, was er tut.

        Wenn ich das richtig verstehe, versteckt er sich jetzt hinter Kardinal Schönborn, der ja ein Mitglied der Glaubenskongregation ist und dessen theologischer Kompetenz.

        So nach dem Motto: „Fragt den Schönborn, der wird euch erklären, was ich gemeint habe“.

        Mir ist schon bei „Evangelii Gaudium“ eine gewisse Sprunghaftigkeit und fehlender roter Faden aufgefallen, was mir das Lesen des Textes erschwert hat, sodass ich die Lektüre mitten drin abgebrochen habe.

        Ich sehe da Parallelen zum derzeitigen Regierungsstil unserer Kanzlerin….

        Mehr will ich jetzt nicht schreiben, um nicht der Zensur zum Opfer zu fallen.

        • Alberto Knox
          18.04.2016, 16:46 Uhr.

          „Warum man DAS, worauf Betroffene weltweit gewartet haben, in eine Fußnote verpackt, die erfahrungsgemäß kaum einer liest, ist für mich auch eine ganz wichtige Frage.“

          das ist * sicht. ich lese fußnoten als erstes. dort findet eine echte diskussion statt. außerdem hat der papst sehr wohl (in der pressekonferenz) klargestellt, dass diesbezüglich alles klar war. wenn es römische realitätsverweigerer gibt – muss das den papst kümmern? und * und mich?

          • Wanda
            19.04.2016, 16:15 Uhr.

            – nun, das mit den Fussnoten darf man wohl mit Recht in Frage stellen: ist es doch völlig hirnrissig und widerspricht der Brisanz und Bedeutung eines Themas, dasselbe in einer Fussnote abzuhandeln…

      • Alberto Knox
        18.04.2016, 19:23 Uhr.

        „200 Seiten hohle Frasen, und das einzige Thema von Gewicht wird in eine Fussnote verbannt, von der der Papst sagt, er könne sich nicht an sie erinnern?“

        aha, da wird das schicksal alleinerziehender auch mal schnell zur hohlen frase erklärt, weil einem der papst nicht passt. alles klar.

  • Wanda
    16.04.2016, 21:31 Uhr.

    falsch Franziskus: in Gesten und Symbolen ist die Amtskirche gewöhnlich ganz gross, aber in Taten nur winzig klein…

  • Silberdistel
    16.04.2016, 22:26 Uhr.

    Hatte es schonmal hier geschrieben und wiederhole es nochmals: Dieser Papst ist ein Visionär.
    Bezeichnend das gerade dieser (soziale) Papst in genau diese Epoche fällt. Die, so wie es aussieht, von neuen großen Völkerwanderungen geprägt sein wird.
    Bin mir nicht sicher, ob das jeder erkennen wird wie visionär dieser Papst tatsächlich ist. Schließlich haben die Juden Jesus Christus bis heute ja auch nicht angenommen (Die meisten jedenfalls, es gibt auch welche die das tun).
    In materiellen Zeichen bleibt der Papst angesichts der Möglichkeiten der exorbitant reichen Kirche jedoch noch schwach auf der Brust. Er tut diesbezüglich halt das was Er vermag, bzw. mutmaßlich wie weit man Ihn gewähren lässt.
    Dem Katholizismus, womöglich auch der Orthodoxie, wird jedoch vom Zeitgeist schon etwas zugemutet, so scheint es.

    • Wanda
      20.04.2016, 16:26 Uhr.

      Silberdistel 16.04. 22:26
      – wie sagte der Pragmatiker Helmut Schmid so schön ? „Wer Visionen hat sollte zum Arzt gehen“…

  • Wrightflyer
    16.04.2016, 22:31 Uhr.

    „Auf dem Rückflug nahm Franziskus drei syrische Flüchtlingsfamilien im Papstflieger mit nach Rom. Sie werden dort von der römischen Basisgemeinschaft Sant’Egidio betreut.“
    Ein Tropfen auf dem heißen Stein…
    Aber besser als nichts! Immernoch bei weitem mehr als so manche Drückebergernationen in Europa.
    Die Schweiz z.B. nimmt grundsätzlich nur Steuer“flüchtlinge“ mit jeder Menge Geld. Luxemburg genauso.

    „Dass einige „in Europa geborene und aufgewachsene Menschen“, „Söhne oder Enkel von Migranten“, Terroranschläge wie die von Paris und Brüssel verübt hätten, zeige, „dass es keine Politik der Integration gegeben hat“.“
    Wie denn auch, in einem zerfallenden Land? Die Flamen und Wallonen integrieren sich ja noch nichtmal selber!
    Hier hat Franziskus eine entscheidende Bildungslücke und ist über den Zustand Belgiens nicht ganz so auf dem Laufenden. Entweder lösen die Belgier verdammt nochmal ihre Probleme oder sie sollen sich endlich teilen damit Ruhe ist!

    „In einer gemeinsamen Erklärung forderten die drei Kirchenführer „alle politischen Verantwortungsträger auf, jegliche Mittel einzusetzen, um zu gewährleisten, dass Einzelne und Gemeinschaften, einschließlich der Christen, in ihren Heimatländern bleiben und ihr Grundrecht, in Frieden und Sicherheit zu leben, genießen“. “
    Dem schließe ich mich vollständig an.
    Ich meine, schon mehrfach geschrieben zu haben daß es so einfach nicht mehr weitergeht. Tatsache ist: Niemand mit einem Mindestmaß an menschlichem Anstand WILL Flüchtlinge, auch die Flüchtlingshelfer nicht. Jedem der zu einem Mindestmaß an Menschlichkeit fähig ist, ist es tausendmal lieber wenn die Leute daheim bleiben können und sich die betreffenden Länder in Frieden nachhaltig entwickeln können.

    „sowie Europa an seine weltoffene Tradition zu erinnern.“
    Naja, die ist so teils teils.
    Es gibt viele hervorragende europäische Errungenschaften die die Welt sehr weitergebracht haben. Die Demokratie, die moderne Technik, der moderne Sozialstaat… Aber eine allzu rosa Brille auf Europa empfiehlt sich auch nicht, denn Europa kann auch sehr sehr grausam und sehr scheinheilig sein. Und gerade diese europäischen Werte die Franziskus lobt wurden in einem jahrhundertelangen Kampf gegen sehr harte, teilweise menschenverachtende Zustände in Europa erkämpft. Z.B. ist der moderne Sozialstaat der Arbeiterbewegung zu verdanken, die ihn gegen ein Elend erkämpft hat, das man sich heute nicht mehr vorstellen kann.
    Europa ist strahlendes Licht und tiefer Schatten. Man kann nicht nur eine Seite sehen.
    Und manche Lektionen hat Europa noch nicht gelernt. Hätte Europa die Lehre aus Versailles 1919 wirklich verinnerlicht, würde es nicht mit Griechenland so umgehen wie es seit mehreren Jahren mit Griechenland umgeht und es würde auch den Afrikanern keine ungerechten Handelsverträge die deren Binnenmarkt zerstören aufzwingen.
    Europa kann sehr weise sein… aber in der Regel NACHDEM es massiv auf die Schnauze geflogen ist.

    „Zugleich erklärte er, dass ihn die mediale Konzentration auf die Frage der Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene beim synodalen Prozess von Anfang an traurig gestimmt und geärgert habe“
    Noch ein Punkt, wo ich mit Franziskus vollständig einer Meinung bin. Mich kotzt es auch nurnoch an.
    Anfangs habe ich mich hier an der Diskussion in dem Sinn beteiligt, daß die Frage der WvG eben die Nagelprobe für die Reformfähigkeit einer in Lethargie erstarrten rk-Kirche ist. Außerdem stimmt es daß das Thema schon wichtig war, denn die bisherige Regelung war unerträglich. Aber im Moment ist die Situation die, daß der ganze Rest von Amoris Laetitia und der Synode ignoriert werden. Und das haben beide nicht verdient.
    Ich nix Theologin, ich Ingenieur. Wenn MIR auffällt, daß gleich in der Einleitung von Amoris Laetitia ein Riesenknaller in Richtung Synodalität versteckt ist und ICH das hier erkläre, haben so manche geschlafen! Das ist im Moment so, als ob mir ein Theologe eine technische Zeichnung erklärt!

    Ich habe gerade „River deep, mountain high“ von Tina Turner gehört.
    Bekanntlich wurde Tina Turner von ihrem ersten Ehemann Ike regelmäßig zu Brei geschlagen. Heute ist sie wieder verheiratet und Buddhistin, mit dem Christentum hat sie nichts mehr am Hut.
    Und wenn ich an Tina Turner denke, frage ich mich nicht: „Dürfte sie zur Kommunion, wenn Ike noch leben würde?“ Ich frage mich: Wo war die Kirche, als sie in erster Ehe fast totgeschlagen wurde? Warum hat ihr erst der Buddhismus und nicht das Christentum geholfen, ihre eigene Würde (und die ihrer Kinder) zu entdecken und aus der Ehehölle auszubrechen?

    • SuNuraxi
      17.04.2016, 20:37 Uhr.

      Wrightflyer. 16.04.2016, 22:31

      Ad: „Wo war die Kirche, als sie in erster Ehe fast totgeschlagen wurde?“
      Hab ich gar nicht gewusst, dass Tina Turner – als Tochter eines baptistischen Geistlichen – früher katholisch war. Diverse Biographen von ihr wissen auch nichts davon.

      • Wrightflyer
        18.04.2016, 22:07 Uhr.

        Ich habe es nicht irgendwelchen konfessionellen Kleinlichkeiten, die sind im Endergebnis scheißegal!
        Das Endergebnis ist, daß sie heute kein Christ mehr, sondern Buddhistin ist, weil ihr keine Christen beigestanden haben!

        • Silvia
          19.04.2016, 10:48 Uhr.

          Wrightflyer
          18.04.2016, 22:07 Uhr.

          Aha, also weil sich „die Kirche“ seinerzeit nicht in die Eheprobleme einer baptistischen Pastorentochter eingemischt hat, sind „wir“ jetzt schuld, dass Tina Turner heute Buddhisten ist.

          Interessante Logik….

          • Wrightflyer
            20.04.2016, 7:58 Uhr.

            „Eheprobleme“??
            Die Frau wurde halbtot geschlagen, nur mal so zur Info!

            Und ja, es IST eigentlich Pflicht der Christen, unabhängig von der Konfession, denen beizustehen die Hilfe brauchen!
            Z.B. wenn “ die Treppe runter gefallen“ als Standardausrede beim Arzt schon nicht mehr zieht…

  • Alberto Knox
    17.04.2016, 0:36 Uhr.

    wir sollten viel mehr beten für die flüchtlinge.
    ich danke für franziskus großherziges engagement und die aufnahme von flüchtlingen.
    wahrscheinlich ist unser franz richtig genervt von den realitätsverweigerern vom opus dei über sarah/burke bis zur privaten linzer glaubenskongregation (kath.net), die die letzte woche lang trotz eindeutigen textbefundes glaubten, franziskus hätte tatsächlich nichts geändert…

    • Wanda
      18.04.2016, 18:16 Uhr.

      Alberto Knox 0:36
      Sie können gern für die (überwiegend) islamischen Flüchtlinge beten. Nur geht das am eigentlichen Problem und den ihm zugrundeliegenden knallharten Fakten und Defiziten vorbei. Diese machen den Islam mit der heutigen aufgeklärten Welt absolut unvereinbar:
      – seine Tendenz, Belange des Staates dem „göttlichen“ Recht unterzuordnen,
      – Gleiches gilt bis in die tiefste Privatspäre hinein,
      – die Gewalt als zulässige Lösung von Problemen (sogar untereinander),
      – inhumane Strafen, begründet in der Scharia als religiöses Strafgesetzbuch,
      – generelle Grundrecht-Defizite (z.B. die Rolle der Frau),
      – der arrogante Überlegenheitsanspruch gegenüber laizistischen Systemen,
      – die ewige Schuldzuweisung für die eigene Misere an den Westen…

  • JasJu
    18.04.2016, 13:43 Uhr.

    Nach Bergoglios Schönborn-Verweis wundert man sich einmal mehr über den traurigen Witz, daß ausgerechnet aus dem Intellektuellen-Orden SJ ein derart limitierter Papst hervorgegangen ist.

    • Silvia
      19.04.2016, 9:02 Uhr.

      JasJu
      18.04.2016, 13:43 Uhr.

      Da wundern nicht nur Sie sich……

    • Wrightflyer
      20.04.2016, 8:09 Uhr.

      Franziskus hat das Interview an dieser Stelle völlig zu recht abgewürgt.

      Er hat einen sehr breiten, und wenn Sie die hebräischen Spachuntersuchungen im 1. Kapitel mal lesen, auch sehr intellektuell tiefgehenden Text geschrieben. Er braucht sich da nicht zum Affen machen lassen, wie es manche mittlerweile versuchen.

      Es ist sein gutes Recht, über die 90% seines Textes, die bislang ignoriert werden, sprechen zu wollen.

    • Suarez
      21.04.2016, 14:23 Uhr.

      Sehr geehrter Herr Erbacher,

      „daß ausgerechnet aus dem Intellektuellen-Orden SJ ein derart limitierter Papst hervorgegangen ist.“ – Verraten Sie mir das Kriterium, warum Sie Jasju die Tatsachenbehauptung, dass Papst Franziskus limitiert sei, unzensiert durchgehen lassen, mir aber meine begründbare und begründete Meinung (!) zensieren, dass ich B16 für geistig limitiert halte?
      Ich bitte Sie, sich an die eigenen Regeln zu halten und hier gleich zu verfahren. Also entweder schreibt hier keiner mehr weiß zu wie auch immer begründeten oder unbegründbaren Limitationen oder Sie lassen es bitte allen durchgehen. Sonst gleicht dieses blog irgendwann der privaten homepage aus linz.

      • Jürgen Erbacher
        Jürgen Erbacher
        28.04.2016, 7:28 Uhr.

        Sehr geehrte Suarez, hier liegt in der Tat eine Ungleichbehandlung vor. Diese kam aufgrund eines internen Abstimmungsfehler zustande. Wir werden versuchen, dies künftig zu vermeiden.

  • Wrightflyer
    18.04.2016, 20:59 Uhr.

    1. an alle zufällig mitlesenden Christen:
    Gibt es eine Plattform wo man umfassend über die vergangene Synode und Amoris Laetitia debattieren kann, also über die 90% die sich NICHT um wiederverheiratete Geschiedene drehen?

    Ich bin schon der Meinung daß das Thema wichtig ist, da es eine große Zahl von Personen betrifft.
    Andererseits gibt es aber auch viele weitere Personen die sich mehr Realismus und weniger Verurteilung gewünscht haben. Unverheiratete oder konfessionsverschiedene Paare, Alleinerziehende, Homosexuelle….
    All diesen gegenüber ist diese einseitige Fokussierung inzwischen schon ziemlich verletzend.

    Außerdem ist da der mich sehr interessierende Punkt der Synodalität.
    Soweit ich die römisch-katholische Kirche bis 2010 in Erinnerung habe, war ich durchaus nicht die einzige, die sich weniger Rom und mehr synodale Elemente gewünscht hat.
    Wäre es IRGENDWO möglich, daß auch DIESER Personenkreis verdammt nochmal zu Wort kommt??

  • Wrightflyer
    18.04.2016, 21:00 Uhr.

    1. an alle zufällig mitlesenden Christen:
    Gibt es eine Plattform wo man umfassend über die vergangene Synode und Amoris Laetitia debattieren kann, also über die 90% die sich NICHT um wiederverheiratete Geschiedene drehen?
    Ich bin schon der Meinung daß das Thema wichtig ist, da es eine große Zahl von Personen betrifft.
    Andererseits gibt es aber auch viele weitere Personen die sich mehr Realismus und weniger Verurteilung gewünscht haben. Unverheiratete oder konfessionsverschiedene Paare, Alleinerziehende, Homosexuelle….
    All diesen gegenüber ist diese einseitige Fokussierung inzwischen schon ziemlich verletzend.
    Außerdem ist da der mich sehr interessierende Punkt der Synodalität.
    Soweit ich die römisch-katholische Kirche bis 2010 in Erinnerung habe, war ich durchaus nicht die einzige, die sich weniger Rom und mehr synodale Elemente gewünscht hat.

    • Wanda
      19.04.2016, 16:27 Uhr.

      Wrightflyer 21:00
      – nanu, da ist aber nicht mehr viel übrig von Ihrer ursprünglichen Lobeshymne bezüglich „Amoris Laetitia“…

      • Wrightflyer
        20.04.2016, 7:52 Uhr.

        Mein Ärger bezieht sich nicht auf Amoris Laetitia selbst, sondern die sehr enge und einseitige Kommentierung dieses Dokumentes.
        Es handelt sich hier um ein sehr breites und vielfältiges Dokument, Sie können es selbst nachlesen.
        Aber WIE das mittlerweile Kommentiert wird, es dreht sich alles um Wieder verheiratete Geschiedene, anderes spielt keine Rolle, ist anderen Personengruppen die sich durch das Dokument angesprochen fühlen könnten, wirklich sehr verletzend.

        • Brigitta
          20.04.2016, 15:28 Uhr.

          Ich würde auch gern über anderes sprechen, konnte das Dokument noch nicht lesen, zumindest nicht vollständig, weil ich am Bildschirm so etwas nicht lesen kann, muss also noch warten, bis die gedruckte Ausgabe vorliegt

  • Wrightflyer
    18.04.2016, 21:18 Uhr.

    2. Die Mitschreiber müssen mir mal erklären, was das für ein Blog hier ist.
    Ich verstehe es nicht.

    Sehen Sie, liebe Mitschreiber, ich wurde von sehr einfühlsamen Religionslehrern und Katecheten und einer durchaus lebendigen Kirchengemeinde in einer Religion erzogen die sich Christentum nennt.
    Diese Religion geht auf einen gewissen Jesus von Nazareth, genannt Christus, von dem wir glauben daß er den Sohn Gottes bzw. Gott selber ist, zurück.
    Die Botschaft dieses Jesus Christus dreht sich um Vergebung, Liebe und Hoffnung, nicht einfach für eine Klientel von Anhängern sondern für ALLE Menschen. Es ist eine Botschaft voller Freude, eine Botschaft des Teilens aller materiellen Güter und der Nächstenliebe gegenüber jeden Menschen. Sie handelt von der Umkehr der bisher gewohnten Hierarchien: Der Geringste ist der wichtigste vor Gott! Nicht der Spitzenmanager mit dem dicken Benz, sondern der Arbeitslose, die Klofrau.
    Die Anhänger dieser Religion glauben, daß nicht nur die eigenen Leute, also andere Anhänger dieser Religion, sondern grundsätzlich ALLE Menschen, auch solche von anderen Religionen, geliebte Kinder Gottes (es ist tatsächlich ein Monotheismus, kein Vielgötterglaube) sind. Man ist durchaus angehalten, Mitgefühl für ALLE leidenden Menschen zu empfinden, auch für solche die nicht der selben Religion angehören. Das gilt auch für prinzipiell jeden der das Leid eines Krieges mit seinen Verlusten, seiner Angst und Hoffnungslosigkeit erlebt.
    Jaja, das klingt alles erstmal furchtbar naiv. Ist aber eigentlich die stärkste Botschaft die ich je gehört habe, einfach weil sie die Macht hat, die üblichen Schemata von Macht, Rache, Ausbeutung und all diesen primitiven Instinkten zu brechen und aus dem Menschen etwas wirklich großartiges zu machen.
    Diese Botschaft ist überliefert in einem Schriftwerk namens Evangelium.
    Und ehrlich gesagt bin ich bis heute, weit ins Erwachsenenalter, eine überzeugte Anhängerin dieser Botschaft.

    Und jetzt erklären Sie mir:
    Woran glauben Sie? Welches ist Ihre Religion?

  • Alberto Knox
    19.04.2016, 0:00 Uhr.

    „Ich könnte schon sagen: Ja.“ das ist im deutschen ein potentialis. eine abschwächung bei gleichzeitiger realitätsannahme.

    ABER: wenn man italienische original anhört (z.b. bei radiovatikan), dann sagt der papst eindeutig: „posso“ – „ich kann“. also eine ganz definitive aussage.

    lieber herr erbacher, sollte man das nicht richtigstellen?

  • Silberdistel
    19.04.2016, 20:33 Uhr.

    Der Papst setzt nach seinem Besuch auf Lesbos in einer Videobotschaft anlässlich der Vorstellung des Jahresberichts 2016 des Centro Astalli, der Flüchtlingsaufnahmestelle des Jesuiten Flüchtlingsdienstes in Rom, noch eins unter dem Motto „Ich war fremd und ihr habt mich aufgenommen“ drauf.
    Nachzulesen bzw. Hören&Sehen auf der deutschsprachigen website von RadioVatikan vom 19.04.

  • Wrightflyer
    20.04.2016, 7:38 Uhr.

    Tja, traurige Reise, trauriges Gekeife hier im Blog.

    Franziskus wird wegen eines Aktes des Mitleids gehasst??
    Wie sehr müsste Christus selbst, der mit den Sündern gegessen hat, und nach anfänglichem Zögern auch Heiden geheilt hat, gehasst werden!

    Die Fähigkeit, die Dinge kritisch zu hinterfragen, auch sich selbst und den eigenen Egoismus, ist eine der wichtigsten und besten menschlichen Eigenschaften.
    Aber sie wird erst dann komplett, wenn man auch bereit ist, dort kritisch hinzu sehen wo es etwas unangenehm ist, nämlich bei sich selbst und dem eigenen Egoismus.

    Man sollte sich in dem Sinn auch ab und zu mal fragen, warum man sich „Christ“ nennt.
    -Weil es si schön mystisch ist, da? Jesus in den jüdischen Prophezeiungen schon angelgt ist? Ohne das Judentum herab würdige n zu wollen, aber im Heidentum gibt es mit Yggdrasil, der Midgardschlange, dem Ragnarök, Odins Raben usw. Noch viel mehr faszinierende Mystik!
    -Weil Kirchen Dokumente auf Latein geschrieben werden und man sich so schön exklusiv fühlen kann, wenn man selbst Latein kann?
    -Weil man Kirchengesetze und Gebote hat die man anderen um die Ohren hauen kann, wie nichts würdig doch die anderen sind und wie gut man selber? Hat man so ein Bedürfnis, sich bei Jesus vor zu drängen und diejenigen die ihn am dringendsten brauchen, vom Leben verwundete, Sünder, Verzweifelte, von ihm fernzuhalten?
    -Weil es sich in Europa „nunmal gehört, Christ zu sein“? Weil es so Sitte ist?
    Vor 100 Jahren war es auch noch Sitte, einem nur durch den Zufall der Geburt und nicht durch Fähigkeit an die Macht gekommenen Herrscher die Treue zu schwören!

    Man sollte alle paar Jahre mal das Evangelium lesen und sich selbstkritisch fragen, was es einem sagt.
    Und WARUM man sich eigentlich Christ nennt.
    Was sagt einem dieser Jesus, der mit Sündern gegessen und Heiden geheilt hat, was sagt einem der Heilige Geist der die Jünger an Pfingsten in alle Welt geschickt hat, auch an die verkommensten Orte? Was sagt einem die Apostelgeschichte, da? das Christentum gerade in Rom, und zwar unter den Sklaven und den Frauen, stark geworden ist, als es vom Kaiser verfolgt wurde?
    Was sagt einem dieser Jesus, der sich zu den Sundern gesetzt hat, aber die Heuchler, Doppelmoralisten, Pharisäer und Schriftgelehrte von seiner Gemeinschaft ausgeschlossen hat? Sind das vielleicht doch nicht immer nur die anderen?

  • Wrightflyer
    20.04.2016, 8:28 Uhr.

    Ich habe jetzt schon das eine oder andere aus Amoris Laetitia gelesen.

    Gleich die Einleitung ist sehr interessant, sie eröffnet Wege zu einer tatsächlichen Synodalitaet.

    Das erste Kapitel ist mit hebräischen Sprachuntersuchungen dann intellektuell durchaus anspruchsvoll. Er geht da auf die tieferen Bedeutungen der Wörter ein.

    Ich habe noch nicht alles gelesen, aber es wird schon einerseits ein ideales Bild von Familie gezeigt, ein sehr schönes Bild, gerade im 1. Kapitel, aber ohne es an juristische Bedingungen zu knüpfen.
    Weiter wird dann aber auch sehr realistisch und Alltagsnah auf das reale Familienleben eingefangen.

    Mit dem Abschnitt zum Thema Verhütung bin ich so nicht zufrieden, aber ich respektiere, da? die Synode da nicht drüber raus wollte.

    Kurz: Es ist ein sehr breit angelegtes Dokument, da? sehr viele Dinge anspricht.

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