Papst verurteilt „blinde Gewalt“

Kirchen- und Religionsvertreter weltweit haben die Anschläge von Brüssel scharf verurteilt, ihre Solidarität mit den Opfern und den Angehörigen bekundet sowie zum Gebet aufgerufen. Papst Franziskus sprach von „blinder Gewalt, die so viel Leid hervorbringt“ und bat Gott „um das Geschenk des Friedens“. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, erklärte: „Solche feigen Anschläge sind durch keine Religion zu rechtfertigen: Terror ist Gotteslästerung.“ Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, versicherte, „in dieser Karwoche werden wir besonders für die Opfer der Gewalt und ihre Angehörigen beten“. Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, sprach von „feigen Anschlägen auf unschuldige Bürger“. Mit Blick auf die Attentäter stellte er fest: „Euch wird der Zorn Gottes und der gesamten Menschheit treffen. Diese Schandtaten werden niemals Erfolg haben“. Im Vatikan hieß es am Dienstagnachmittag, das Programm des Papstes in der Karwoche finde unverändert statt. Es sieht unter anderem für morgen die wöchentliche Generalaudienz vor sowie am Freitagabend das traditionelle Kreuzweggebet am Kolosseum in Rom. Zu beiden Veranstaltungen werden mehrere zehntausend Teilnehmer erwartet. Allerdings hatten schon vor den Anschlägen in Brüssel italienische Medien vor wenigen Tagen berichtet, dass in diesem Jahr weniger Pilger und Touristen zum Osterfest nach Rom kämen. Als einen Grund nannten sie die allgemeine Terrorgefahr.

Die französische Zeitung Le Figaro berichtet von einer Erklärung der Al-Azhar-Universität in Kairo, einer der höchsten Autoritäten des sunnitischen Islams, in der die Anschläge ebenfalls scharf verurteilt werden. „Diese gewalttätigen Verbrechen verletzen die Lehren der Toleranz des Islam,“ heißt es laut Le Figaro in der Erklärung. Erst vergangene Woche war der Großscheich der Kairoer Al-Azhar-Universität, Scheich Ahmed al-Tayyeb, zu Gesprächen in Berlin und Münster. Bei einem Treffen mit Bundestagsabgeordneten hatte er zum gemeinsamen Einsatz für den Frieden aufgerufen. Muslime wie Nicht-Muslime sollten gemeinsam jeglichen Extremismus und Terrorismus bekämpfen, um „dieser schrecklichen Epidemie Herr zu werden“, sagte al-Tayyeb.

Papst wäscht Flüchtlingen Füße

Der Vatikan gab heute übrigens bekannt, dass Papst Franziskus am Gründonnerstag die Messe in Erinnerung an das Letzte Abendmahl Jesu in einer Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in der Nähe von Rom feiern wird. Er werde dort 12 Flüchtlingen und Asylbewerbern die Füße waschen, unter ihnen wie schon in den vergangenen Jahren auch Nichtchristen. Vor wenigen Wochen hatte Papst Franziskus die liturgischen Bestimmungen geändert. Damit ist es dieses Jahr erstmals auch offiziell möglich, das nicht nur Männer an diesem Ritus teilnehmen, der an die Fußwaschung Jesu an seinen Jüngern beim Letzten Abendmahl erinnert.

P.S. Ein ZDF-Interview mit dem Großscheich der Al-Azhar-Universität, Scheich Ahmed al-Tayyeb, aus der vergangenen Woche.

 

Autorenbild

Jürgen Erbacher

Seit 2005 berichte ich für die ZDF-Redaktion „Kirche und Leben katholisch“ über die Themen Papst, Vatikan, Theologie und katholische Kirche. Dafür pendle ich regelmäßig zwischen Mainz und Rom - meiner zweiten Heimat. Dort habe ich vor meiner ZDF-Zeit mehrere Jahre gelebt und für Radio Vatikan gearbeitet. Studiert habe ich Politikwissenschaft und Katholische Theologie in Freiburg i.Br. und Rom.

54 Kommentare

  • papessa
    22.03.2016, 23:02 Uhr.

    Nur eine Frage: Was läuft in einem Viertel wie Molenbeek in Brüssel so gewaltig schief, dass ein europaweit gesuchter Attentäter von Paris da vier Monate lang rumspazieren kann und KEINE SAU ZEIGT IHN AN????
    Von den Sicherheitsbehörden, die diese Namen nicht verdienen, und ihrem Versagen mal ganz zu schweigen?
    Da kann ein Großscheich noch so sehr verurteilen, spätestens hier stellt sich die Frage, welchen Einfluss er wirklich noch hat. In Molenbeek scheinbar keinen mehr.

    • Wanda
      23.03.2016, 19:18 Uhr.

      Da können Religionsobere, Staatsoberhäupter und Vertreter humaner Institute noch so oft die Toleranz des Islam beschwören und von feigen Anschlägen reden, die mit keiner Religion zu rechtfertigen seien…
      Vor welcher Situation stehen wir ? Tatsache ist, dass den merkelschen Einladungen Millionen Menschen ausgerechnet aus jenen Krisen- und Kriegsgebieten islamischer Länder gefolgt sind, wo extrem-islamistische Gotteskrieger sich dem Terror verschrieben haben. Und ein Grossteil der Ankömmlinge hält sich (die Gründe kennen wir) unregistriert in Europa und besonders in Deutschland auf. Viele davon haben sich aus den ihnen zugewiesenen Unterkünften auf eigene Faust entfernt und niemand weiss (musste das BAMF eingestehen) wo sie sich aufhalten. Für Polizei und Sicherheitsdienste ein Horror-Szenario. Im Fall der Fälle „wüssten wir nicht einmal nach wem wir suchen müssten“, führte ein Polizeisprecher aus…
      Machen wir uns nichts vor: Terroristen wären geradezu dumm, wenn sie eine solch naive Politik der offenen (auch Binnen-)Grenzen nicht für sich und ihre Absichten nutzen würden.

  • Alberto Knox
    22.03.2016, 23:40 Uhr.

    voller betroffenheit möchte ich beten:

    für die opfer. mögen sie der seligmachenden gottesschau teilhaftig werden. und dass ihre angehörigen trost finden.
    für die einwohnerInnen von brüssel, die in großer angst sind.
    für die täter. mögen sie bereuen und umkehren von ihrem falschen weg.
    für uns selber. dass wir nicht die falschen schlüsse ziehen. flüchtlinge brauchen unsere hilfe. und wir können und müssen helfen.

    • Silvia
      24.03.2016, 20:19 Uhr.

      Alberto Knox
      22.03.2016, 23:40 Uhr.

      Also lasset uns beten und ansonsten weiter die Augen ganz fest zumachen und den Kopf in den Sand stecken …..

      • Wanda
        26.03.2016, 4:11 Uhr.

        Silvia 20:19
        – Sie haben Recht, so sehr das Beten (Atheisten ist das dem im Spanischen contemplar oder reflexionar, d.h. der intensiven Betrachtung sehr verwandt) eine der besten Möglichkeiten ist persönlich in’s Reine zu kommen, erspart das nicht die krude Realität um uns herum zu sehen. Leider, muss man hinzufügen…

      • Ullrich Hopfener
        26.03.2016, 10:34 Uhr.

        SILVIA
        WARUM dieser blanke ZYNISMUS..??
        Das Gebet eines Mitchristen sollte man(frau)respektieren.kommt es doch ganz aus der Tiefenseele.

        Danke an den mit-fühlenden Beter!

        • Silvia
          26.03.2016, 19:23 Uhr.

          Ullrich Hopfener
          26.03.2016, 10:34 Uhr.

          Ich würde es nicht als „blanken Zynismus“ beschreiben sondern als Ausdruck einer gewissen Verbitterung, ja manchmal sogar echter Verzweiflung, die die Beiträge mancher Poster bei mir auslösen.

          Mir ging dieses Gebet eines gelernten Theologen einfach zu glatt und rasch über die Tastatur.

    • Wrightflyer
      26.03.2016, 19:38 Uhr.

      Herr Knox, ich schließe mich Ihrem schönen Gebet an!!
      Und bete auch für die Opfer des jüngsten Anschlages auf ein Fußballstadion südlich von Bagdad!

  • Wrightflyer
    23.03.2016, 0:05 Uhr.

    Was in Brüssel passiert ist, ist sehr schlimm und ich schließe mich den Gebeten für die Opfer an.

    Allerdings bin ich leider pessimistisch genug um zu befürchten, daß manche der Versuchung erliegen werden, sich von rechtspopulistischer Pogromstimmung anstecken zu lassen. Was wiederum islamistischem Terror in die Hände spielt, ein Teufelskreis.

    Man darf niemals vergessen, daß es nicht alle Angehörigen einer Religion sind, die schlimme Taten begehen. Es sind vergleichsweise kleine Gruppen die sich da aufspielen.
    Auch wir Christen sind nicht identisch mit z.B. dem südvietnamesischen Katholikendiktator Diem, der die Buddhisten unterdrückt hat. Oder mit ultrareaktionären waffenfanatischen US-Evangelikalen. Und das Judentum ist nicht identisch mit irgendwelchen fanatischen Siedlern und brutalen Soldaten.

    Außerdem dürfen uns die Ereignisse in Brüssel, so tragisch sie sind, nicht vergessen lassen, daß wir Europäer nicht die einzigen sind, die Probleme haben.
    Auch wenn uns der Kalte Krieg in Westeuropa wie Frieden vorkam: Es war eine Illusion. Manche andere Länder wurden zerstört, es gab Millionen Tote und bis heute bald 30 Jahre danach gefährliche politische Kettenreaktionen. Nach dem Kalten Krieg hat sich der Umgang der Mächte mit den schwächeren Ländern leider kaum gebessert.
    Franziskus hat gleichzeitig recht und unrecht wenn er von einem „3. Weltkrieg in Teilen“ spricht. Genaugenommen handelt es sich um einen fortlaufenden Kriegszustand seit Beginn des 2. Weltkriegs. Der Irak z.B. hat 35 Jahre lang keinen wirklichen Frieden erlebt.
    Genau diese kaputten Länder sind es, diese Länder die so lange so viel Gewalt erleben, wo das menschenverachtende Gedankengut der gewalttätigen Islamisten leichtes Spiel hat.

    „Er werde dort 12 Flüchtlingen und Asylbewerbern die Füße waschen, unter ihnen wie schon in den vergangenen Jahren auch Nichtchristen.“
    Vor Jahren hätte ich Franziskus dafür noch scharf verurteilt, aber angesichts von so viel Hass und Eiseskälte leider auch von Christen bin ich jetzt ganz auf seiner Seite.
    Und wenn ich mich an die Berichte aus der Zentralafrikanischen Republik erinnere, wo es ihm gelungen zu sein scheint, Frieden zu bringen, gibt ihm der Erfolg recht.

    Das schreibt die Süddeutsche zum Thema Belgien:
    w w w.sueddeutsche.de/politik/terroranschlaege-in-bruessel-warum-belgien-1.2918996
    Ein Land, geographisch so nahe, und die wenigsten von uns wissen wirklich viel darüber.

    Es ist natürlich hart, ein Land zu schelten das gerade eine solche Tragödie erlitten hat, aber persönlich sage ich:
    Belgien sollte sich jetzt mal zusammenraufen und seine sonstigen Probleme in den Griff kriegen, statt sich seit Jahren nurnoch darum zu drehen ob es sich auflöst oder nicht, oder es soll ich endlich auflösen!! Die Uni Leuven hat sich schon getrennt, es gibt jetzt eine flämische und eine wallonische Uni Leuven!
    Immerhin ist in Belgien noch etwas im Busch was mir wirklich erhebliche Sorgen macht, um nicht zu sagen Angst, nämlich AKWs deren Druckbehälter mehrere tausend Haarrisse haben, bis hin zu mehr als 8000 Rissen bei Doel 3!! in Aachen werden schon Jodtabletten gebunkert, ist kein Geheimnis!

    „Vor wenigen Wochen hatte Papst Franziskus die liturgischen Bestimmungen geändert. Damit ist es dieses Jahr erstmals auch offiziell möglich, das nicht nur Männer an diesem Ritus teilnehmen, der an die Fußwaschung Jesu an seinen Jüngern beim Letzten Abendmahl erinnert.“
    Das allerdings ist eine sehr schöne Sache.
    Die bisherige Bestimmung zu diesem Ritus degradierte Frauen durchaus zu Christen zweiter Klasse.

  • Silvia
    23.03.2016, 13:22 Uhr.

    papessa
    22.03.2016, 23:02 Uhr.

    Die Frage, was in Molenbeek schief läuft, greift meiner Meinung nach zu kurz. Man sollte eher fragen, was in Europa schief läuft, dass in unserer hochtechnisierten Welt offenbar bisher kein Datenabgleich möglich war und gesuchte Terroristen unbehelligt quer durch Europa reisen konnten.

    Was Molenbeek angeht, so stellt sich mir die Frage, wieso sich mitten in der europäischen Hauptstadt eine kriminelle Subkultur (so nannte man früher soziologisch das, was heute beschönigend Parallelkultur genannt wird) entwickeln konnte.

    Aber dieses Problem betrifft nicht nur Brüssel – Molenbeek sondern auch Berlin – Neuköln usw.

    • chrisma
      23.03.2016, 19:08 Uhr.

      @Silvia eine Paralell-Kultur ist nicht unbedingt eine kriminelle Subkultur. Nur soweit…..

      • chrisma
        23.03.2016, 19:26 Uhr.

        Folgende soziologische Definition: Beim Konflikt zwischen Gesellschaft und Parallelgesellschaft geht es um die Interessenkollision zwischen einer alteingesessenen Mehrheit mit wenigen Erfahrungen des sozialen Abstiegs und einer eingewanderten Unterschicht mit bereits konkurrenzfähigen, obwohl schwachen Chancen sozialen Aufstiegs. Es ist zugleich ein sozialer Konflikt einer säkularisierten Mehrheit mit einer ihre mitgebrachten religiösen Traditionen „modernisierenden“ Minderheit. Kriminelle Subkultur umfasst grundsätzlich weitergehende Definitionen. Subkultur ist nicht zwangsläufig kriminell.

      • Wanda
        24.03.2016, 13:53 Uhr.

        Widerspruch: diese Parallelgesellschaft ist eine Subkultur, wobei das Wort „-kultur“ noch geschönt ist. Unsere Verfassungsordnung ist ihren Religionsbelangen hintenangestellt: Sie hat sich eigene rechtsfreie Räume geschaffen, die unsere Polizei und Ordnungskräfte nicht anerkennt. Von den allgemeinen Werten, die jeder in Deutschland das Recht hat für sich in Anspruch nehmen kann, ganz zu schweigen…

        • Silvia
          24.03.2016, 14:24 Uhr.

          Wanda
          24.03.2016, 13:53 Uhr.

          Bingo!

  • chrisma
    23.03.2016, 16:03 Uhr.

    Liebe Papessa, die Frage die Sie weiter oben stellen hat einige Antworten, aber im wesentlich hat das was Sie ansprechen mit der völlig unübersichtlichen Struktur der belgischen Verwaltung speziell Brüssel zu tun. Brüssel ist eine tolle Stadt. Hier mischen sich Franzosen und Kongolesen, EU-Bürokraten und Marokkaner, junge Anarchokünstler, etablierte Galeristen, eine wilde Konzertszene. Beim Kaffee spricht man Französisch, am Mittagstisch Englisch, beim Bier Deutsch – Europa, in eine Stadt gepresst. Es ist ungerecht zu sagen, „Brüssel“ allein sei schuld daran, dass gewaltbereite Islamisten sich hier wohnlich eingerichtet haben. Aber es ist auch falsch zu sagen, Brüssel und seine byzantinischen Strukturen (19 Gemeinden, sechs Polizeibezirke) hätten nichts damit zu tun, dass „Dschihad Central“ die Postleitzahl „1080“ von Molenbeek trägt. Die Menschen verzweifeln nicht an ihrer oft wirren Bürokratie, sondern unterlaufen sie mit viel Charme und Humor. Brüssel ist ein quirliges Dorf, in dem man schnell Freunde findet. Noch nicht mal die inzwischen weltbekannte sogenannte Dschihadisten-Hochburg Molenbeek ist hier ein Getto, sondern grenzt, nur durch einen Kanal getrennt, an das hippe Ausgehviertel Dansaert. Nun ist eingetreten, was die Belgier seit den Attentaten von Paris gefürchtet hatten – ein Anschlag im eigenen Land. Die Menschen stehen den Nervenkrieg bewundernswert ruhig durch, Privatleute nehmen gestrandete Touristen auf, und Lehrerinnen schreiben noch am Abend den Eltern ihrer Schüler per E-Mail, alles tun zu wollen, dass die drei Tage bis zu den Osterferien für die Kleinen so unbeschwert wie möglich werden. Es zeigt sich die Courage des Volkes. Den Brüsseler „way of life das savoir-vivre“ müssen wir schützen, müssen unsere humanistische und weltoffene Lebenseinstellung verteidigen. Mein Stadt Brüssel weint und ich weine mit ihr. Wir leben ca.90 min von dieser Stadt entfernt und sie ist oft Ziel für Kurzurlaube

    • papessa
      24.03.2016, 16:44 Uhr.

      Liebe chrisma, danke für Ihre Antwort. Ich glaube Ihnen das gerne, was Sie über Brüssel schreiben. Ich möchte auch nicht die Stadt an sich verurteilen, aber bei allem Charme, den die Bürger in ihrem Leben haben und mit der sie die Politik betreiben, bleibt eben das beunruhigende Gefühl, dass auch in Molenbeek, das ja nicht nur aus Extremisten bestehen wird, es keine Ausbildung von einfachsten Grundsätzen in der Bevölkerung gibt, dass wenigstens einzelne sagen: Das geht zu weit, Bomben gegen Unschuldige, das geht gar nicht und daraus eben die staatsbürgerlichen verpflichtenden Konsequenzen einer Anzeige ziehen. Hier scheint eine geschlossene Gesellschaft zu existieren, wie man in den Medien immer wieder hören konnte, die sich dem Staat, in dem sie leben und offenbar mit sehr viel, vielleicht zu viel Freiheit zur Gewalt leben, nicht verpflichtet fühlen. Damit sind für mich aber alle Versuche, solche bunten Gesellschaften nur positiv zu sehen, doch sehr fragwürdig geworden. Ich habe lange in Bonn gelebt, bin auch oft zu Freunden nach Köln gefahren und habe auch in beiden Städten das offene Miteinander in einigen Stadtteilen erleben können, aber, auch umgekehrt, gerade durch Migranten oft eine gehässige Verfolgung aufgrund meiner nicht dem vorherrschenden Schlankheitsidol gerecht werdenden Figur erleben müssen.
      Mir macht nur Sorge, dass selbst einem gemäßigten Islam angehörende Schichten und Bürger es eben dann nicht für selbstverständlich halten, einen Terroristen und Mörder wie Abdelslam anzuzeigen, sondern ihn durch ihr Schweigen und Wegsehen decken.
      Und spätestestens hier werden dann alle Sonntagsreden von wem und welcher Religion bzw. politischen Seite auch immer, und sei es der größte Großmufti von xy, für mich dann zu Worthülsen, die eigentlich genau das Gegenteil von dem erreichen, was sie erreichen wollen: Weigerung, überhaupt noch etwas zu glauben. Das bezieht sich jetzt nicht allein auf Brüssel, sondern ebenso auf deutsche Großstädte wie auch europaweit auf die großen Metropolen. Es mündet m.E. immer in dem gleichen Schluss: Das Verantwortungsbewusstsein des einzelnen anzusprechen und dafür zu sorgen, dass diejenigen, die dieses Verantwortungsbewusstsein gegenüber ihrem eigenen und fremden Leben haben, auch ernst genommen werden. Die anderen müssen es mühsam lernen. Ein weiter Weg, der mit Bildung beginnt und mit der Ausbildung einer eigenen positiven Persönlichkeit enden muss.
      Ich wünsche der belgischen Bevölkerung und dem politischen Brüssel, dass diese furchtbaren Anschläge dazu führen, einige Strukturen in den Behörden zu überdenken, vielleicht insgesamt über einige Dinge nachzudenken, die im Argen liegen, Belgien hat ja leider auf den unterschiedlichsten Gebieten in den letzten Jahren immer wieder für negative Schlagzeilen gesorgt. Ich wünsche Belgien wirklich weiterhin die Erhaltung seines charmanten Lebensgefühls, verbunden mit dem Willen, so manche Missstände vielleicht doch etwas herzhafter anzupacken.
      Und Ihnen danke ich auf diesem Wege einmal für Ihre immer sehr lesenswerten und bedenkenswerten Beiträge.

    • Silvia
      24.03.2016, 20:16 Uhr.

      chrisma
      23.03.2016, 16:03 Uhr.

      Wenn man diesen Beitrag liest, könnte man glatt meinen, dass diese grausamen Anschläge geradezu eine Wohltat für die Bürger von Brüssel waren, konnten sie doch dadurch Zusammenhalt, Güte und Menschenfreundlichkeit zeigen.

      Ich kann über diese Denkweise nur den Kopf schütteln.

      Manche Leute werden wohl erst in der Realität ankommen, wenn es gewissermaßen vor der eigenen Haustür zu Anschlägen kommt, eigene Angehörige Opfer werden, wobei ich das wirklich niemandem wünsche, damit es hier kein Missverständnis gibt.

      Vorhin habe ich im Internet gelesen, dass die Opfer typische Kriegsverletzungen haben, die Ärzte wie in einem Feldlazarett arbeiten müssen. Ob sich diese Menschen auch darüber freuen können, dass die Anschläge so viel Gutes und Schönes bei den Einwohnern von Brüssel bewirkt haben?

      • chrisma
        25.03.2016, 13:54 Uhr.

        Liebe Papessa, für Ihre Antwort auf meinen Beitrag zu Brüssel danke ich. Viele Anregungen darin teile ich. Terrorismus ist und bleibt unmenschlich. Ich wünsche Ihnen eine segensreiche Karwoche.

        PS Wer hier unterstellt ich würde dem Terrorismus das Wort reden oder die Taten verharmlosen wollen arbeitet mit Unterstellungen.

      • chrisma
        25.03.2016, 14:17 Uhr.

        PS Für Sie liebe Silvia, ich bin Ärztin. Mein Mann und unser dritter Sohn sind ausgebildeter Katastrophen/Notfallärzte. Beide sprechen über ihre Erfahrungen sodass ich durchaus über die Arbeit von Ärzten in Katastrophenfällen informiert bin. Beide schöpfen Kraft aus unserem Glauben. Polemiken wie weiter in ihrem Beitrag sind unschön.

        • Silvia
          26.03.2016, 19:35 Uhr.

          chrisma
          25.03.2016, 14:17 Uhr.

          Ich weis, dass Sie und ihr Mann Ärzte sind. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass ich in Ihrem Beitrag keine Empathie für die Opfern und deren Angehörigen erkennen kann.

          Und auch keine Empathie für Ihre Kollegen in den Krankenhäusern, die dieses Leid, das ihnen da unterkommt, auch irgendwie verarbeiten müssen.

          Meine Gedanken sind z.B. bei der jungen Familie mit vierjährigen Zwillingen, denen die Mutter und Ehefrau bei dem Anschlag am Flughafen genommen worden ist.

          Eine Parallele zu den Attentaten in Paris am 13. November, bei denen ebenfalls eine junge Mutter mitten aus dem Leben gerissen worden ist.

          Ich denke an die Kinder, die jetzt ohne Mutter aufwachsen müssen.

          Und ich denke an das Leid all derer, die bei diesen Anschlägen einen lieben Menschen verloren haben.

          • Wrightflyer
            29.03.2016, 0:19 Uhr.

            Was mich angeht, habe ich schon lange ein großes Problem damit, daß Mitgefühl und Empathie in der Regel exklusiv für, nun ja, Europäer oder angelsächsische Nachfahren von Europäern reserviert sind.

            Würde die Stadt Trauerbeflaggung an öffentlichen Gebäuden für die Anschläge von Bagdad und Lahore anordnen? Realistischerweise muss man sagen: Wohl eher nicht. Nicht wahr?

            Oder weil die US Air Force zwei Krankenhäuser bombardiert hat? Klarer Fall von: Träum weiter!

            Nur mal so: Bevor die Flüchtlingswelle bei uns ankam, waren schon 4 Jahre Bürgerkrieg in Syrien. Wo war da das Mitgefühl? Oder war das ein Fall von „Bürgerkriege und Errettung der Welt aus irgendeinem Elend interessieren mich nicht sonderlich!“?

            Und sind wir ehrlich: Es gilt doch als geradezu obszön, wenn man daran erinnert, daß so viele Mütter von Basra und Fallujah wegen der nuklearen Verseuchung ihre Kinder sehr früh beerdigen müssen. Wenn die Kinder nicht gleich tot geboren werden. […]*

            *Der Beitrag wurde wegen des Verstoßes gegen die Netiquette editiert.

    • Wrightflyer
      24.03.2016, 22:44 Uhr.

      Najjjjjaaaaaa…..
      🙄
      Also solange Belgien AKWs betreibt vor denen sogar die französische Atomaufsicht warnt, und die sind normalerweise Quartalsoptimisten vor dem Herrn, hat die belgische Haltung, halt irgendwie mit dem Chaos zu leben, nicht nur sympathische Seiten.
      Zwar hat so ein Behälter eines Druckwasserreaktors, können Sie selbst recherchieren, durchschnittlich seine 25 cm Wandstärke. Das ist schon ordentlich. Dafür wird er aber auch bei mindestens 150 bar Druck betrieben. Und laut Kesselformel, auch Bockwurstformel genannt, (können Sie recherchieren) steigt die Spannung in der Wand eines Druckbehälters mit dem Druchmesser. Einen Behälter von 5 Metern Durchmesser bei einem Druck von 150 bar betreiben wenn der mehrere tausend feine Risse hat, halte ich an sich für eine sehr sehr schlechte Idee.

    • bernardo
      25.03.2016, 0:18 Uhr.

      Mir hat Brüssel nie gefallen, obwohl ich Flandern, vor allem Brügge und Gent, viel abgewinnen kann. Man kann – und das wird viel zu wenig getan – vom Scheitern eines europäischen Modells sprechen, dessen „kosmopolitische“, in Wirklichkeit aber technokratische Eliten glaubten, die Gesellschaft designen und planen zu können. Molenbeek zeigt das Scheitern dieses Glaubens. Es hat ein Land getroffen, dessen Dysfunktionalität sich nicht nur in dem Versagen seiner zahlreichen Sicherheitsorgane zeigt und das beinahe als „failed state“ zu bezeichnen ist.

      • chrisma
        26.03.2016, 0:22 Uhr.

        @bernado, Sie haben es „neulich“ so nett auf englisch ausgedrückt ich mache es nun mal auf Deutsch: wir sind uns einig, dass wir uns nicht einig sind. Wir haben keine andere Chance auf dieser globalisierten Welt als an das kosmopolitische Zusammenwirken zu glauben und für die europäische Idee zu wirken. Wenn Sie in die europäische Wirklichkeit schauen sehen Sie, dass die Menschen dieses Modell bereits angenommen haben und leben. Es hat ein Land getroffen, das genau wie Frankreich eine lange unheilvolle kolonialistische Geschichte hat und so zum Schmelztiegel geworden ist, der aber nicht „zusammenschmelzt“ sondern an den Rändern der Städte eine durch und durch ungerechte Lebenswirklichkeit für Menschen geschaffen aus der Hass entsteht.

        • Wrightflyer
          26.03.2016, 19:25 Uhr.

          Es ist auch eine gute Frage, welche „europäischen Werte“ ein Land vorlebt, das sich seit Jahren nurnoch darum dreht ob es sich auflösen will oder nicht und so manches dringend notwendige dabei schleifen lässt.
          Ich war schon in Charleroi. Und ganz ehrlich: Ich war schon entsetzt daß eine westeuropäische Stadt so aussieht. Sah mir eher wie Bukatest 1989 aus.

        • bernardo
          27.03.2016, 19:51 Uhr.

          Oh, ich bin sehr „kosmopolitisch“. Ich bin im Ausland geboren, habe einen „Migrationshintergrund“, habe in Italien, den Niederlanden, Großbritannien und den USA gelebt, spreche mehrere Sprachen und habe Freunde in verschiedenen europäischen Ländern. In einer Stadt wie Brüssel möchte ich dennoch nicht leben, einer Stadt mit ihren „Eurokraten“, mit ihren unfähigen Behörden, mit ihrem Molenbeek. Was die koloniale Vergangenheit Belgiens angeht: Ja, die war schrecklich, viel schrecklicher als das, was sich Briten, Franzosen oder Portugiesen in ihren Kolonien geleistet haben. Sie betrifft den KONGO, nicht den Maghreb. Demnach kann sie auch nicht herangezogen werden, um den Terror zu erklären. Was die „ungerechte Lebenswirklichkeit“ angeht: Der belgische Sozialstaat ist viel großzügiger als der deutsche; nichts hat geholfen, keine Sozialhilfe, keine Sozialarbeiter, gar nichts. Wahrscheinlich war das alles des Guten zu viel; ich würde dafür plädieren, die Hilfen weitgehend einzustellen und das Geld für Polizei und Sicherheitsdienste auszugeben, dann entfallen die falschen Anreize, die die falschen Leute ins Land locken. Wie es funktionieren kann, zeigen die Ost- und Südasiaten in England, den USA, Kanada und Australien, die inzwischen ausbildungs- und einkommensmäßig vor den Weißen liegen.

          • Wanda
            28.03.2016, 16:53 Uhr.

            – nun, das hat ofenbar mit deren Mentalität zu tun: sie sind wesentlich besser erzogen, disziplinierter, strebsamer, fleissiger, zuverlässiger, höflicher (es würde ihnen nie einfallen das Gastland zu kritisieren) und nehmen jede Gelegenheit wahr so schnell wie möglich die Landessprache zu erlernen. Integration ? Dieses Problem existyiert für sie so gut wie gar nicht…
            Pöbelnde junge Asiaten in öffentlichen Verkehrsmitteln wie ich es x-fach von jungen Türken in München erlebte ? Kann mich nicht erinnern…

          • chrisma
            28.03.2016, 17:34 Uhr.

            @Bernado, danke für die Aufklärung. Also „leben“ will ich in Brüssel auch nicht, ich will heim in meine Herzensheimt Peru. So! Sie haben recht mit dem Einwand, das bei den Terroristen im Moment die belgischen Maghreben ( bei den französischen Maghreben durch das Algerientrauma ehe zu verstehen) überwiegen, die der sog. zweiten Generation, die in der Regel keine oder eine nur marginale religiöse Anbindung haben. Es geht hier aber nicht unbedingt um die ethnische Zugehörigkeit, sondern um das gleiche Muster in beiden Staaten: bei den Jugendlichen herrscht das Gefühl von Ausschluss aus dem Arbeitsmarkt, Benachteiligung in der Bildungssituation und eben Missachtung durch die Mehrheitsgesellschaft vor. Das ist der Nährboden für diesen Wahnsinn. Ihre Vorschläge sind so schlecht nicht…..
            Frohe Ostern.
            Ich hoffe Sie lesen FAS, die einen sehr guten Artikel zum Thema hat. Spiegel zum Thema hab ich noch nicht gelesen..

          • Wrightflyer
            29.03.2016, 0:01 Uhr.

            Ein zerfallender Staat hat seine eigene Abwärtsdynamik.
            Wenn sich schon die Flamen und die Wallonen nicht mehr so richtig mit Belgien identifizieren, tun es natürlich auch die Muslime nicht. Und basteln sich ihre eigene Identität zusammen.
            Ich glaube nicht daß einfach nur mehr Polizisten eine Lösung sind. In einem solchen Chaosladen kann man so viele Polizisten neu einstellen wie man will ohne daß man ein signifikantes Ergebnis bekommt.

            Nicht nur angesichts von Molenbeek, auch angesichts von Doel und Tihange stellt sich ganz dringend die Frage: Wie, verdammt nochmal, soll es mit Belgien weitergehen??

            @Chrisma:
            Sorry daß ich keine freundlichen Worte über Belgien verliere, aber ich habe gesehen wie Charleroi aussieht…

        • Silvia
          29.03.2016, 11:48 Uhr.

          Wrightflyer
          29.03.2016, 0:19 Uhr.

          Meines Wissens nach waren unter den Opfern Menschen verschiedenster Ethnien, die Mutter der vierjährigen Zwillinge, die am Flughafen ums Leben war, war Peruanerin.

          Den Bürgerkrieg in Syrien habe ich hier im Blog schon thematisiert, als das Thema „Christenverfolgung im mittleren Osten“ hier noch niemanden interessiert hat, weil das Ganze noch weit weg war.

          Und erinnert sich noch jemand hier an Mariam? Die junge sudanesische Ärztin und Mutter, die wegen ihrer Ehe mit einem Christen und ihr eigenes Bekenntnis zum Christentum im Sudan zum Tode verurteilt worden war und im Gefängnis unter menschenunwürdigen Bedingungen in Fesseln ihr zweites Kind geboren hat?

          Ich habe das Schicksal dieser Frau und ihrer Familie 2014 hier immer wieder zur Sprache gebracht und zum Gebet für Mariam aufgerufen.

          Ich habe auch selbst inständig für die Freilassung dieser Frau gebetet und die war weder Europäerin noch von weißer Hautfarbe.

          Aber Brüssel liegt nun mal mitten in Europa…..

          Aber ich gehe davon aus, dass Ärzte und Pflegepersonal in den Krankenhäusern nicht nur aus Europäern besteht und die alle haben auch ein bisschen Empathie verdient.

          Komisch, dass man das jetzt immer wieder betonen muss.

  • Silberdistel
    23.03.2016, 20:40 Uhr.

    „Blinde Gewalt“ macht besonders betroffen wenn sie im eigenen Umfeld aufschlägt. Unsere Väter und Mütter, die die Einschläge von 2 WK´s noch miterlebt haben, können davon noch etwas klagen.
    Neuzeitlich ist sie alltägliches Erleben in Ländern in denen unser Land nun wieder mit in dieser Gewalt involviert ist. Man sollte das bedenken, immer wenn man meint mal wieder an der Spirale mitdrehen zu müssen.

  • Wanda
    23.03.2016, 23:55 Uhr.

    Man muss wiedersprechen, diese Gewalt ist ganz und gar nicht blind:
    Sie ist sorgfältig und oft mit erheblichem Zeitvorlauf geplant, das Ziel sind Versammlungsorte oder Verkehrsmittel, die eine Konzentration vieler Menschen versprechen (Bahnhöfe, Flugplätze, Märkte, belebte Einkaufstrassen etc.) und eine Schockwirkung erzielen die den Menschen suggeriert: es kann auch mich jederzeit treffen. Die eingesetzten Vernichtungsmittel sind bewusst von hoher Sprengkraft oder Streuwirkung gewählt und die an sich normale Hemmschwelle von „Kobattantenämpfern“, Kinder und Frauen als Opfer möglichst auszuschliessen, existiert überhaupt nicht. Wir haben es bei diesen muslimischen Dschihadisten mit total verrohten Tätern zu tun…

    • Wanda
      24.03.2016, 1:41 Uhr.

      P.S. natürlich sind nicht alle Muslime Terroristen, aber die meisten Terroristen waren bzw. sind Muslime…

      • Silberdistel
        24.03.2016, 10:27 Uhr.

        Wanda
        24.03, 1:41 h
        Sie scheren alle Muslime über einen Kamm, was die Realität jedoch nicht widerspiegelt, denn der Islam ist nunmal genauso wenig homogen wie es das Christentum (leider!) ist. So führen Schiiten und Sunniten in einigen Gegenden gerade einen erbitterten Krieg gegeneinander und viele Muslime selbst sind genauso Opfer der (IS-)Terroristen, wie es andere Unschuldige sind.
        Was man in Bezug auf die Terroristen weiß ist, das die sich wohl aus dem islamischen ultrakonservativen Wahhabismus heraus entwickelt haben. Diese Religionsgemeinschaft hat wohl offensichtlich noch die Aufklärung, bzw. die Rückbesinnung auf die wirklichen hehren Werte, vor sich. Ganz ähnlich wie die mittelalterliche rk-Kirche der Inquisition mit Ihren abertausenden Folteropfern, die diese Wende dann doch noch hingekriegt hat.

        • Wanda
          24.03.2016, 17:00 Uhr.

          Silberdistel 10:27
          – tue ich nicht, wie Sie meinem P.S. von 1:41 entnehmen können…

      • Wrightflyer
        24.03.2016, 22:19 Uhr.

        Das habe ich aus der „Glanzzeit“ von IRA, ETA, RAF, südtiroler Sepraratisten, korsischen Separatisten, Wehrsportgruppe Hoffmann (es gibt eine Verbidung zwischen dieser und dem Oktoberfest-Attentat) aber anderst in Erinnerung.

        Außerdem gibt es einen fließenden Übergang zwischen Terroristengruppen und bewaffneten Guerillagruppen wie der FARC in Kolumbien und den Maoisten in Nepal.
        In der Zentralafrikanischen Republik haben sich Muslime und Christen gegenseitig nichts geschenkt. Von beiden Seiten ging sehr viel Gewalt aus.

        In den 1990ern ist auch aufgeflogen, daß die NATO sich unter dem Namen „stay behind“, bzw. Gladio, eine Geheimarmee in Europa geleistet hatte. Wer die kontrolliert hatte und inwieweit die überhaupt kontrolliert wurde, ist eine gute Frage. Manche verbinden durchaus ungeklärte Vorfälle wie 1980 in Bologna und ein paar Jahre später in Brabant mit ihr.

        • Wanda
          25.03.2016, 2:32 Uhr.

          Wrightflyer 22:19
          – Gegoogeltes ist nicht immer zutreffend. Das ist mittlerweile bekannt….
          Die „stay behind“ ist keine Geheimarmee. Diese speziell und sehr gut ausgebildeten Soldaten (nicht Paramilitärs oder Partisanen) sind bei allen Militärkräften auf der Welt ganz offiziell existent, auch wenn man logischerweise deren Einsatzziele unter Verschluss hält. Es handelt sich um Spezialeinheiten, deren Aufgabe es ist sich überrollen zu lassen um dann im Rücken des Feindes zu operieren.
          Eine Variante davon sind die hinter den feindlichen Linien meist als Springer abgesetzten Spezialkräfte. Berühmt dafür waren die britischen Spezialisten im WW2, die im Rücken der Front den deutschen Militärs zusetzten…
          Also nichts mit Verschwörung und dem Krampf. Worauf Sie vermutlich reflektieren, ist das was man die 5. Kolonne nennt. Etwas völlig anderes…

          • Wrightflyer
            26.03.2016, 17:54 Uhr.

            Äh, nein, Wanda, das ist nicht das was ich meine!
            Ich meine nicht reguläre Spezialeinheiten wie den Frontnachrichtendienst, bei dem mein Vater übrigens Reserveoffizier war.
            Tatsächlich bestand das was ich meine aus Gruppierungen, häufig im stark rechtsgerichteten Bereich, die nie offiziell Teil irgendeiner Armee waren. Im Odenwald z.B. ist ein sehr umfangreiches Waffenlager aufgeflogen. Bei Waldmichelbach, glaube ich.

        • chrisma
          25.03.2016, 14:23 Uhr.

          Liebe Wrightflyer, Sie sind eine ganz mutige und sehr informierte junge Dame. Ihre Beiträge machen mir sehr große Freude. Ich möchte Ihnen auf diesem Wege meine grundsätzlich Zustimmung übermitteln und falls ich mal was nicht so sehe wie Sie melde ich mich. Eine segensreiche Karwoche wünsche ich Ihnen

          • Wrightflyer
            26.03.2016, 18:44 Uhr.

            *rotwerd*
            Jetzt weiß ich nicht was ich antworten soll. Sie machen mich echt verlegen. Lob ist man hier echt nicht gewohnt…
            Aber tut irgendwie auch gut, nachdem man hier ja schon als Christ von Christen für seinen Glauben übelst beleidigt wird („vorkonziliarer Kinderglaube“)

            Ich muss Ihnen da mal etwas gestehen:
            Eigentlich dürfte ich hier nicht schreiben, denn ich bin 2010, nachdem ich die Hoffnung aufgegeben hatte, daß sich die rk-Kirche reformieren kann, altkatholisch geworden.
            Ich bin hier ziemlich bald nach Franziskus‘ Wahl gelandet, weil Franziskus mich seit Gründonnerstag 2013 begeistert und bewegt hat. Aber wenn es nur um meine Meinung zu Franziskus gehen würde, wäre ich schon lange nicht mehr hier. Schon allein deswegen nicht weil ich mich lange Zeit damit unwohl gefühlt habe, ak zu sein, sich aber von dem Blog hier nicht lösen zu können. Für mich persönlich habe ich genug Franziskus aufgenommen, genug Impulse, genug bewegendes, manchmal auch nervendes.
            Inhaltlich gefällt mir die ak-Kirche immernoch sehr, obwohl ich ab und zu auch Verbesserungsbedarf sehe, einen Vorschlag für die Synode habe ich eingereicht, ich denke und glaube heute sehr altkatholisch. Aber sind wir ehrlich: Wer hat es in der Hand, das Christentum in Europa zu retten? Die kleine ak-Kirche oder die große Schwester? Realistisch betrachtet: Stirbt die rk-Kirche, stirbt das Christentum in Europa. Und stirbt das Christentum, stirbt früher oder später der letzte Rest an Mitgefühl und Menschlichkeit in Europa.

            Deswegen bin ich noch hier und schreibe hier mit. Und stehe fast immer an Franziskus‘ Seite. Um vielleicht einen winzigen Beitrag zu leisten, ihn bei der Kirchenreform zu unterstützen.
            Denn die Not der gesamten Menschheit ist heutzutage so groß, Kriege, Kapitalismus, Arbeitslosigkeit, Umweltzerstörung ect. ect. daß wir nicht mehr damit zufrieden sein können, römisch-katholisch, altkatholisch, protestantisch oder orthodox zu sein. Wir müssen Christen sein. Wir müssen der Welt Frieden und Versöhnung vorleben, nicht Hass und Rache, wir müssen Liebe und Barmherzigkeit vorleben, nicht Kirchenbürokratie und „zuständige Stellen“.

            Bestärkt hat mich der Rückblick auf Mutter Teresa.
            Hinter den Kulissen war wohl nicht alles so glänzend wie wir damals geglaubt haben, aber fest steht, daß sie für uns damals DAS überzeugende christliche Vorbild war. Wir mussten als Jugendliche allen Ernstes bis zu einer Nonne im fernen Indien gehen um jemanden zu finden der das Evangelium mit aller Konsequenz vorlebt. Die christlichen Vorbilder wuchsen nicht auf Bäumen. Und das ist das tragische. Das zeigt, daß die Dinge schon sehr lange nicht gut liefen.

            Manche kritisieren heute, daß Franziskus hauptsächlich durch Zeichen und Gesten arbeitet und weder einen neuen Katechismus raushaut noch eine stalinistische Säuberung im Klerus durchführt.
            Aber ich sage Ihnen dazu etwas: Ich war mal, obwohl im Westen geboren und aufgewachsen, überzeugte Kommunistin. Der Abschied von der kommunistischen Ideologie war für mich ein langsamer Prozess, die Distanz wuchs schrittweise, aber der endgültige Sargnagel kam 2012, als ich mit mehreren Ossis auf einer Großbaustelle in Finnland gearbeitet habe. Ein paar von den Ossis waren wirklich okay, es gab gute Menschen darunter, andere waren hinterhältige Feiglinge und wollten eine Art DDR auf der Baustelle errichten. Sehr unsolidarisch waren diese Leute, sehr egoistisch. Da habe ich endgültig verstanden, daß man das worauf es im Kern wirklich ankommt, nicht von oben befehlen kann, man muss die Herzen erreichen und berühren.
            Die wenigstens lesen theologische Diskurse. Schöngeschnörkelte Theologievorträge gehen an den meisten Menschen vorbei. Und selbst von denjenigen die sie lesen, verstehen die wenigsten den Kern des Evangeliums, die Liebe Gottes, wirklich. Franziskus jedoch berührt Herzen und hat die Kraft, Einstellungen zu wandeln. Das christentum ist dann zu retten wenn die Menschen verstehen, daß das Evangelium nicht irgendwelche Kirchenfunktionäre meint, sondern ganz konkret jeden einzelnen Menschen.

            Naja, für mutig halten Sie mich so lange, bis Sie mal erleben daß ich jemanden Ihres Berufes fachlich brauche. 🙄
            Auf dem Weg zum Arzt, wenn es denn mal unvermeidlich ist weil ich mal wieder eine üble Bronchitis habe (scheiß Asthma!!) hinterlasse ich generell Bremsspuren. Da bin ich ein ganz großer Feigling.
            Nur zu den Vampiren, d.h. Blutspende, traue ich mich regelmäßig. Das mache ich schon, weil Blut lebensrettend ist für andere. Ansonsten: Weichet von mir, Mediziner…

            Aber ich habe großen Respekt vor Ihnen persönlich. Vor Ärzte ohne Grenzen habe ich eine ehrliche Hochachtung.
            Eigentlich wollte ich bischen was bei Ingenieure ohne Grenzen machen, war fest geplant, aber nach 2012 hatte ich beruflich ziemlich Pech, nur wenige kurze Projekte, halt wegen der Krise im Anlagenbau, und mir gings deswegen halt auch nicht so gut. Jetzt geht es aufwärts, aber ich siedel mich gerade um, fange in der 2. Jahreshälfte wahrscheinlich bei einem renommierten Ingbüro (mit Auslandsprojekten) an und wenn ich die Zelte in der Heimat abbreche, fange ich jetzt nichts neues mehr an.

          • Wrightflyer
            26.03.2016, 19:21 Uhr.

            Ich habe hier im Blog schon die einen oder anderen Spiele meiner Lieblingsvereine (ich bin da etwas promiskuitiv) verpasst, auf die eine oder andere Stunde Schlaf verzichtet (und das als Bahnpendlerin momentan) und jetzt schwänze ich gerade die Osternacht.
            Nur um Franziskus anzuhimmeln würde ich schon sehr lange nicht mehr mitschreiben….

  • Silvia
    24.03.2016, 12:54 Uhr.

    chrisma
    23.03.2016, 19:08 Uhr.

    Ich denke, Sie wissen, dass ich von Stadtvierteln wie Molenbeek gesprochen habe und welche Konnotation man dem Begriff „Parallelgesellschaft“ beimisst.

    Ich sprach versehentlich von Parallelkultur meinte aber Parallelgesellschaft. und diese Parallelgesellschaft Molenbeek ist eine gefährliche Subkultur, auch wenn Manche das noch immer nicht sehen wollen.

    • Silvia
      24.03.2016, 13:08 Uhr.

      chrisma
      23.03.2016, 19:08 Uhr.

      P.S., als ich von 1972 bis 1976 Sozialarbeit an der Fachhochschule studiert habe, hatte der Begriff „Subkultur“ eine negative Bedeutung.

      Eine Subkultur muss nicht zwangsläufig kriminell sein, deshal fügte ich in obigen Beispiel ja auch das Adjektiv „kriminell“ extra hinzu.

      Auch ich bin von den Erfahrungen MEINES Berufs geprägt und habe deshalb eben MEINE Sichtweise.

      • chrisma
        24.03.2016, 14:55 Uhr.

        Liebe Silvia, alles in Ordnung. Wir denken hier glaube ich Beide in die richtige Richtung. Ich hatte nur die wunderbaren Errungenschaften der Subkultur im Kopf: RAP, Hip Hop, Street Art, Graffitikunst. uä. Molenbek ist ein Moloch in dem sich eine Sympatisantenbewegung breit gemacht hat von der die RAF geträumt hat.Es kann nicht sein, das der meistgesuchte Terrorist Europa fröhlich in Molenbek zum Friseur geht. Die belgischen Strukturen müssen sich verändern aber ich wünsche mir so sehr das die offenen Gesellschaft dabei nicht untergeht. Der Beruf „Sozialarbeiterin“ prägt den Menschen und ich habe einen großen Respekt vor dieser Tätigkeit.

        Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Karwoche

  • Silvia
    24.03.2016, 13:04 Uhr.

    Wanda
    23.03.2016, 23:55 Uhr.

    Danke, dass hier immer wieder auch eine Stimme der Vernunft zu hören ist sonst wäre ich hier im Blog schon längst endgültig verzweifelt.

  • Silberdistel
    24.03.2016, 19:46 Uhr.

    Eine interessante Reportage und Blick unter die vatikanische Käseglocke, hauptsächlich jedoch über den Terroranschlag auf JP II, die momentan auf @ard läuft =
    http://www.ardmediathek.de/tv/Dokumentation-und-Reportage/Geheimauftrag-Pontifex/rbb-Fernsehen/Video?bcastId=3822114&documentId=34288440

  • papessa
    25.03.2016, 15:22 Uhr.

    Ich versuche zum x-ten Male, hier den link für einen Film im SWR einzusetzen und jedesmal wird mein Kommentar als Spam zurückgewiesen.
    Also muss ich es anders versuchen:

    Im SWR lief gestern abend ein Fil mit dem Titel: Auch Du kannst singen!
    Bitte gehen Sie in die Mediathek bei SWR, auf Fernsehprogramm, Do. 24.3., und dann runterscrollen bis zum Programmpunkt „Auch Du kannst singen“ anklicken, dann kann man sich den Original-Film ansehen.

    Dieser Film ist ein absolutes positives Gegenbeispiel zu allem Hass und aller Gewalt.
    Ein junger Chorleiter kommt nach Sassbachwalden im Schwarzwald, wo gegen den Willen der Gemeinde in einem außerhalb gelegenen Hotel über 400 Flüchtlinge einquartiert wurden. Beide Gruppen stehen sich fremd gegenüber, haben kaum Berührungspunkte. Dieser Chorleiter schafft es tatsächlich, über 80 Leute aus dem Hotel und etwa ebensoviele Einheimische zu einem Chor zusammenzubringen, die „We are the world“ einüben und dann in einem großen Konzert aufführen.
    Was da von der ersten Begegnung an an positiver Energie frei wird, wie sich die Menschen näherkommen, wie hier plötzlich alle zu einer großen Gemeinschaft verschmelzen und die mehrere Hundert zählenden Zuhörer dann im Konzert mitreissen, das ist kaum zu beschreiben.
    Ich habe vor dem Fernseher gesessen und Rotz und Wasser geheult.
    Es ist für mich ein Stück Ostern. Seelen, die verschlossen und ängstlich und ablehnend waren, haben sich geöffnet, Seelen, die traumatisiert und erstarrt, dem Tode näher als dem Leben waren, haben sich getraut, etwas Neues zu wagen. Es war wie eine Art Auferstehung auf beiden Seiten.
    SO kann es gehen und nur SO wird es funktionieren!
    Ich wünsche und hoffe und bete zu Gott, dass diese neu entstehende Gemeinschaft in Sassbachwalden eine Zukunft hat, dass sie von dieser Begeisterung zehren und die Menschen weiter zusammen bringen kann.
    Es gibt nicht nur Hass und Gewalt, es gibt unendlich viel mehr Bereitschaft zur Liebe und Vertrauen.
    Wenn wir das leben, dafür einstehen, dann ist Christus unser Herr vor bald 2000 Jahren in diesen Minuten nicht vergeblich am Kreuz gestorben.
    Nicht jeder kann eine Mutter Theresa sein, aber jeder kann die Hoffnung und die positiven Erlebnisse berichten und weitertragen.
    BITTE SCHAUEN SIE SICH ALLE DIESEN FILM AN!! UND GEBEN SIE DEN LINK WEITER!
    Im Sinne unseres Glaubens und unserer Menschlichkeit.

    • Jürgen Erbacher
      Jürgen Erbacher
      25.03.2016, 22:06 Uhr.

      Hier ist der Link: http://swrmediathek.de/player.htm?show=5521c3c0-f00f-11e5-9a86-0026b975e0ea

      • Silberdistel
        28.03.2016, 0:15 Uhr.

        Ein Film mit Kultstatus 😀

    • Wrightflyer
      26.03.2016, 17:43 Uhr.

      „Ich versuche zum x-ten Male, hier den link für einen Film im SWR einzusetzen und jedesmal wird mein Kommentar als Spam zurückgewiesen.“
      Willkommen im Club… 🙄
      Ich bin auch schon mit mehreren versuchen, hier noch Links unterzubringen, gescheitert.

      Übrigens ich erinnere mich, daß ich mit der US Army in der Nachbarschaft aufgewachsen bin, die blieben in der Kaserne und im Wohnviertel, hatten da alles, auch Taco Bell und eine Mittelschule, haben sich kaum draußen blicken lassen. Jetzt sind die Kasernen Durchgangslager für Flüchtlinge. Und ich stelle bei mir fest, daß ich die Flüchtlinge als Nachbarn, die sich die Stadt angucken, auch mal einkaufen gehen und durchaus neugierig auf Deutschland sind, gefühlsmäßig irgendwie bevorzuge. Ich würde heute keinen solchen Fremdkörper in meiner Heimatstadt wie die US Army mehr haben wollen.

  • Wrightflyer
    27.03.2016, 20:55 Uhr.

    Ich bete für die Opfer des Anschlags von Lahore.
    Gott möge die Seelen der Toten gut aufnehmen.
    Mögen die Hinterbliebenen Trost finden.
    Und mögen die Täter ihre Taten bereuhen.

    Ein Anschlag auf einen Spielplatz ist definitiv der grausame Höhepunkt der gegenwärtigen Gewaltwelle.

    Die Täter die die Kinder ihres eigenen Landes töten werden sich vor Gott verantworten müssen.

    • chrisma
      28.03.2016, 17:00 Uhr.

      Liebe Wrightflyer, ich schließe mich den Gebeten in diesem Blog an, so auch dem Ihren. Ja diese Täter müssen wie alle die Gewalt und Hass säen vor Gott, aber hoffentlich auch vor irdischen Gerichten verantworten. Danke für ihre offene und liebevolle Antwort weiter oben. Nur kurz zur Erklärung: Selbst bin ich nur ab und an mal Gast bei „Ärzte ohne Grenzen“, ich begleite dann meinen Mann. Ich habe zwar eine allgemein medizinische Ausbildung, arbeite aber inzwischen als Fachärztin für Neurologie/Psychiatrie. So gebe ich eine recht gute Krankenschwester bei den Einsätzen ab. Gern gebe ich aber das Lob weiter. Übrigens Charleroi ist eine der ärmsten Städte Belgiens.Dem in den späten 1960er Jahren einsetzenden Niedergang der wallonischen Stahlindustrie konnte sich auch Charleroi nicht entziehen, und es setzte ein Strukturwandel ein, der zu einer bis heute anhaltenden hohen Arbeitslosigkeit führte. Sie verstehen was dies heißt. Ansonsten wie immer alles gut….

  • Wanda
    28.03.2016, 17:31 Uhr.

    Hans Küng beschäftigte sich ja nun lange genug, das „Projekt Weltethos“ anzuschieben. Interessant wie oft und ausdrücklich er dabei versuchte, die Religionen in die Pflicht zu nehmen, oder sind es Ermahnungen ? Denn diese Religionen bestehen immerhin schon z.T. tausende von Jahren und es funktioniert immer noch nicht (so ganz). Sie selbst waren/sind viel zu oft, gelinde ausgedrückt, Ursache ethischer „Verwerfungen und Irrungen“. Irgendwas muss also falsch laufen, denn angeblich meinen diese Religionen (lt. Franziskus) alle den selben Gott…
    Führt man sich die Formel des Weltethos zu Gemüte, scheint offensichtlich, dass besonders die Religionen ihrem eigenen Anspruch nicht gerecht werden bzw. ihrer (selbstgestellten) Aufgabe nicht nachkommen:
    – kein Zusammenleben auf unserem Globus ohne globales Ethos
    – kein Frieden unter den Nationen ohne Frieden unter den Religionen
    – kein Dialog zwischen den Religionen ohne Grundlagenforschung
    – kein globales Ethos ohne Bewusstseinswandel von Religiösen und Nicht-Religiösen

    • Silberdistel
      29.03.2016, 19:58 Uhr.

      Wanda
      28.03, 17:31 h
      Nicht nur gefühlt waren und sind die „Verwerfungen und Irrungen“ der sich selbst überlassenen Welt wesentlich exzessiver als manche unselige, von Religionen ausgeübten Verirrungen. Wer will, kann diesbezügliches „Bodycounting“ durchaus mit erklecklichem Erkenntnisgewinn betreiben.
      Immerhin keimt beispielsweise mit Küng´s Idee des ´Weltethos´/ Schimon Peres´ Friedensgebet, zusammen mit Palästinenserführer Mahmud Abbas und Papst Franziskus / eine neuzeitliche, TROTZDEM URALTE, Interpretation der Hoffnung der Gesamtmenschheit auf. Nämlich, ein Leben in Frieden, materiellen aber durchaus auch seelischem Zugewinn zu führen. Und das in einer Welt, die fast konträr dazu zunehmend „aus den Fugen gerät“.

      Falls jedoch neuerdings aus dem Atheismus vielversprechendere Konzepte für ein erquickliches Zusammenleben aller Menschen vorhanden oder zu erwarten sind, so sollten sie nicht länger hinter dem Berg halten und jene ganz unmittelbar kund zu tun.

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