Synode zu Ehe und Familie – Tag 5

Afrika will bei der Synode nichts blockieren. Das erklärte der Erzbischof von Accra, Gabriel Charles Palmer-Buckle, heute beim täglichen Pressebriefing. Die afrikanischen Bischöfe seien in Rom, um ihre Anliegen vorzubringen und ihre Schätze in die Beratungen einzubringen. Palmer-Buckle wies zudem den Vorwurf zurück, die Bischöfe seines Heimatkontinents würden nichts gegen die Diskriminierung von Homosexuellen unternehmen. Unterdessen hat die Deutsche Bischofskonferenz das Statement von Erzbischof Heiner Koch veröffentlicht. Er hatte am Montag als erster Deutscher in Plenum gesprochen. Seine Themen: u.a. konfessionsverbindende Ehen, wiederverheiratete Geschiedene, Flüchtlinge, Alleinerziehende, kinderreiche Familien und Sterbehilfe.

Weist Gott gescheiterte ab?

Die Themenpalette ist beeindruckend, die Erzbischof Koch in seinen drei Minuten angesprochen hat. Er spricht die Herausforderungen an, auf die Kirche eine Antwort finden muss. Wo sind die Angebote für Alleinerziehende? Das Thema war bei der letzten Synode im Oktober 2014 fast komplett unter den Tisch gefallen. „Auch sie sind Familie“, so Koch. Der Berliner Erzbischof gab die Fragen an das Plenum weiter, die er Zuhause von Menschen gestellt bekommt, wenn es um das offizielle Kommunionverbot für wiederverheiratete Geschiedene geht: “Ist für Menschen, die unumkehrbare Brüche in ihrem Leben erlebt und erlitten haben, kein Platz am Tisch des Herrn? Wie fehlerlos und wie heil muss man sein, um zum Mahl des Herrn eingeladen zu werden?“ und Koch fuhr fort: „Mir wird immer wieder deutlich, dass die Frage der Zulassung der wiederverheiratet Geschiedenen zur Eucharistie nicht in erster Linie eine Frage nach der Unauflöslichkeit des Sakraments der Ehe ist. Für viele Menschen stehen in dieser Frage die Kirche und ihre Barmherzigkeit in Frage.“ Koch wirbt für eine positive Sprache und eine Ermutigung für die, die sich trauen wollen.

Am Donnerstagabend erreichten die Synodenteilnehmer das erste Etappenziel. Die Sprachgruppen schlossen ihre Beratungen zum ersten Teil des Arbeitspapiers ab. Morgen Vormittag werden die Ergebnisse im Plenum vorgestellt. Anders als die Einzelvorträge und die Debatten in den Kleingruppen werden diese Berichte veröffentlicht. Aus dem deutschen Sprachzirkel wird von einem „brüderlichen Miteinander“ berichtet, das am Ende zu einer „durchweg einmütigen Annahme der Modi“ geführt haben soll. Wie in vielen anderen Sprachzirkeln scheint es ein großes Anliegen zu sein, in das Abschlussdokument einen positiven Grundton hineinzubringen. Allerdings stehen die kritischen Themen ja noch aus. Die kommen im zweiten Kapitel des Arbeitspapiers, zu dem am Samstag die Vorträge im Plenum gehalten werden und das dann, nach einem Tag Pause am Sonntag, am Montag und Dienstag in den Kleingruppen diskutiert wird.

Westliche Dominanz?

Beim Briefing am Mittag wies der Erzbischof von Accra, Gabriel Charles Palmer-Buckle, die Einschätzung zurück, das Arbeitspapier der Synode sei zu sehr aus einer europäisch-westlichen Perspektive geschrieben. Ähnlich äußerte sich der Erzbischof von Ancona, Kardinal Edoardo Menichelli. Der Erzbischof von Philadelphia, Charles Joseph Chaput, hatte gestern beim Briefing angedeutet, dass in seinem Sprachzirkel entsprechende Bedenken laut wurden. Diese äußerten auch einige afrikanische und asiatische Bischöfe. Die intensive Kleingruppenarbeit bietet allerdings allen Synodenteilnehmern die Chance, ihre jeweilige Sicht einzubringen. Erste Ergebnisse werden wir am Freitag sehen.

Verschwörungstheorien ohne Ende

Unterdessen gehen die Medienspekulationen rund um die Synode munter weiter. So soll Franziskus etwa in seiner spontanen Ansprache am Dienstagmorgen angekündigt haben, kurz nach Ende der Synode bereits ein Nachsynodales Schreiben zu veröffentlichen. Abgesehen davon, dass das natürlich möglich ist, hat sich der Papst allerdings nach meinen Informationen nicht in diese Richtung geäußert. Nicht nur in diesem Kontext ist zu lesen, dass es bereits ein vorbereitetes Abschlussdokument gibt. Dieses soll in der Villa Malta, dem Sitz der italienischen Jesuitenzeitschrift Civiltà Cattolica, geschrieben worden sein. Nun muss man dazu sagen, dass es durchaus Sinn machen könnte, wenn sich die zehn-köpfige Redaktionsgruppe bereits im Vorfeld einige Gedanken zu den schwierigen Themen gemacht hat; denn schließlich geht es darum, am Ende ein Papier vorzulegen, dem eine große Mehrheit der Synodenväter zustimmen kann. Warum soll es nicht Vorarbeiten geben, die mit den Ergebnissen aus den Sprachzirkeln zusammengeführt werden?

Völlig ins Leere liefen Vorwürfe, die nach Informationen der Internetseite „Vaticaninsider“ von gut einem Dutzend Synodenvätern, darunter Kardinal George Pell, vorgebracht wurden, das Synodensekretariat unter der Leitung von Kardinal Lorenzo Baldisseri habe die Moderatoren und Relatoren der Sprachgruppen vorab bestimmt, um die inhaltliche Ausrichtung der Synode in eine bestimmte Richtung zu lenken. Die Fakten sprechen dagegen: beide Funktionsträger wurden in den Kleingruppen gewählt. Dabei kam es im Germanicus zu kleineren Irritationen, weil bei der geheimen Wahl einige Zettel als ungültig gewertet werden mussten, weil nicht klar hervorging, welcher der beiden „Kochs“ im Sprachzirkel gemeint war: Kardinal Kurt Koch oder Erzbischof Heiner Koch.

Auch der Vorwurf, das Redaktionsteam für das Abschlussdokument sei im Gegensatz zu früheren Synoden nicht von der Synodenversammlung gewählt, sondern vom Papst bestimmt worden, greift nicht. Schon bei der letzten Synode hatte Franziskus dieses Team einfach eingesetzt und damit mit der Tradition gebrochen, dass zumindest ein Teil der Redaktionsgruppe von der Synode selbst gewählt wurde.

Problem Sprache

Anders sieht es beim Thema „Sprache und Übersetzungen“ aus. Dass die Relatio von Kardinal Peter Erdö vom Montag nur auf Italienisch vorliegt, ist entweder unprofessionell oder interessengeleitet. Nicht alle Synodenväter sprechen Italienisch, wie gestern Erzbischof Chaput erklärte. Damit ist eine Arbeit auf der Basis der Relatio in vielen Kleingruppen eigentlich nicht möglich. Auch die internationale Presse, die den Vortrag von Erdö am Montag live im vatikanischen Pressesaal verfolgen konnte, verstand zu einem großen Teil nichts. Vatikansprecher Federico Lombardi erklärte zwar auf Nachfrage, es habe eine Simultanübersetzung ins Englische gegeben. Die Kollegen, die im Pressesaal anwesend waren, haben davon aber nichts mitbekommen. In der Synodenaula gab es eine Simultanübersetzung in die vier weiteren Synodensprachen: Englisch, Spanisch, Französisch und Deutsch. Selbst wenn es dann Übersetzungen gibt, ist die Frage, wie gut dise Übersetzungen sind. Oft gibt es große Varianzen zwischen den einzelnen Sprachausgaben eines Textes.

P.S. Es ist schwierig, alle Statements im Internet aufzutreiben. Hier das Statement des Yorker Kardinals Timothy Dolan.

P.P.S. Der Vatikan hat übrigens bestätigt, dass Papst Franziskus in der ersten Jahreshälfte 2016 nach Mexiko reisen wird. Ob er bei dieser Gelegenheit noch andere Länder besucht, ist noch nicht klar. Ende Oktober wird eine Delegation aus El Salvador im Vatikan erwartet. Sie wird eine Einladung an den Papst aussprechen, das mittelamerikanische Land zu besuchen. Da Franziskus den vor wenigen Monaten seliggesprochenen ermordeten Erzbischof Oscar Romero verehrt, könnte eine solche Etappe im Rahmen einer Südamerikareise durchaus möglich sein.

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Jürgen Erbacher

Seit 2005 berichte ich für die ZDF-Redaktion „Kirche und Leben katholisch“ über die Themen Papst, Vatikan, Theologie und katholische Kirche. Dafür pendle ich regelmäßig zwischen Mainz und Rom - meiner zweiten Heimat. Dort habe ich vor meiner ZDF-Zeit mehrere Jahre gelebt und für Radio Vatikan gearbeitet. Studiert habe ich Politikwissenschaft und Katholische Theologie in Freiburg i.Br. und Rom.

25 Kommentare

  • Alberto Knox
    09.10.2015, 0:05 Uhr.

    was palmer-buckle sagt, klingt ganz vernünftig. ich hoffe, dass das auch zutrifft (meine vermutung gilt zu seinen gunsten), auch wenn man in der vergangenheit auch iritierenderweise katholische stimmen hörte, die diverse afrikanische regierungen und regime dafür lobte, in homophobe exzesse auszubrechen.
    die rede von erzbischof koch ist ausgewogen und benennt vieles klar. mir gefällt – selbst kind einer allein erziehenden mutter -, dass er besonders die alleinerziehenden genannt hat und damit seine wertschätzung ausdrückt. man darf auch noch ein bisschen deutlicher werden: auch uneheliche kinder sind genauso geliebt von der kirche (das war weißgott nicht immer so) – letztlich ist ja auch jesus unehelich geboren (wie man es wendet: als maria jesus gebar, war sie weder mit joseph noch mit gott verheiratet).

    „Das die Relatio von Kardinal Peter Erdö vom Montag nur auf Italienisch vorliegt ist entweder unprofessionell oder interessengeleitet.“

    im zweifel: unprofessionell. mit echter synodalität hat die katholische kirche nicht wirklich erfahrung.
    aber es ist ein quantensprung, dass nun frei diskutiert werden kann. das war unter jp2 oder b16 nun wirklich nicht fall.

    „Warum soll es nicht Vorarbeiten geben, die mit den Ergebnissen aus den Sprachzirkeln zusammengeführt werden?“

    ja, ich kann da auch nichts anstößiges erkennen. die kurie hat das vor dem 2. vaticanum auch getan. die liturgiekonstitution wurde auch weitgehend angenommen. die anderen dokumente gingen unter. das kann auch hier passieren. der vorgang der vorbereitung ist nichts schlimmes.

    „Völlig ins Leere liefen Vorwürfe, die nach Informationen der Internetseite „Vaticaninsider“ von gut einem Dutzend Synodenvätern, darunter Kardinal George Pell, vorgebracht wurden, das Synodensekretariat unter der Leitung von Kardinal Lorenzo Baldisseri habe die Moderatoren und Relatoren der Sprachgruppen vorab bestimmt, um die inhaltliche Ausrichtung der Synode in eine bestimmte Richtung zu lenken.“

    einmal davon abgesehen, dass die vorwürfe nicht stimmen – beim 2. vatikanum waren auch vorbereitete kommissionsmitgliederlisten von der kurie vorgelegt wurden. und wurden abgelehnt. solche vorbereite listen sind aber wohl nur so lange gut, wie konservative wie pell sie erarbeiten. wehe, es wollen sich mal die nicht-reaktionären durchsetzen. da gehen gleich welt und kirche unter. erstaunlicher kleinglaube – christus hat der kirche doch zugesichert, dass sie nicht untergeht. sicher nicht durch die synode. sicher nicht durch die zulassung geschieden wiederverheirateter zur kommunion.

    • Jürgen Erbacher
      Jürgen Erbacher
      09.10.2015, 9:56 Uhr.

      Die Stunde freie Diskussion am Ende jedes Plenumstages hat bereits Benedikt XVI. bei den Synoden eingeführt.

      • Alberto Knox
        09.10.2015, 11:56 Uhr.

        lieber herr erbacher,

        es ging mir nicht um die zeit – es ging mir um das klima. unter jp2 und b16 hat es innerkirchlich ein absolutes klima der angst gegeben, in dem freies und kreatives denken nicht vorgesehen waren.

    • Wrightflyer
      10.10.2015, 13:30 Uhr.

      „was palmer-buckle sagt, klingt ganz vernünftig.“
      Nur gibt es zwei Probleme: Die lautesten afrikanischen „Schreihälse“ sind derzeit dieser Robert Sarah, der vom Familienleben in seiner Heimat ganz offensichtlich wenig Ahnung hat, und noch irgendein anderer konservativer. Die vernünftigen afrikanischen Bischöfe, und ich bin sicher daß es sie gibt, gehen so bischen unter.
      Außerdem werden die Afrikaner bei uns missbraucht um uns entweder Märchen aufzubinden daß dort alles so viel besser wäre als im „dekadenten Westen“ und/oder uns ein schlechtes Gewissen machen zu wollen, von wegen wie können wir nur auf Reformen bestehen wenn die armen Kinder in Afrika… usw.
      Das ist im Moment eine schwere Basis für die Afrikaner.

  • Silvia
    09.10.2015, 8:44 Uhr.

    Ich habe gestern schon den Vortrag von Erzbischof Koch gelesen und war beeindruckt.

    Nicht nur, was er alles in seine drei Minuten rein gepackt hat sondern über seine realistische Sicht auf verschiedene Familienformen.

    Wir haben heute sehr viele Alleinerziehende und selbstverständlich sind die auch Familie und müssen unbedingt berücksichtigt werden.

    Auch, dass sich „Familie“ grundsätzlich nur auf ein Elternpaar mit kleinen oder jugendlichen Kindern beschränkt, war bisher in der Kirche eine sehr verengte Sicht.

    Natürlich ist auch ein Seniorenpaar moch „Familie“ oder ein Sinle mittleren Alters, der sich um seine alten Eltern kümmert, ist mit diesen zusammen eine Familie.

    Oder die Nichte, die ihre kinderlose alte Tante betreut, ist mit dieser eine Familie.

    So ließen sich die Beispiele beliebig fortsetzen.

    Bisher galt in der Kirche der Grundsatz“ wir kümmern uns um JUNGE Familien, weil deren Kinder die Zukunft sind“.

    Sobald ein Ehepaar erwachsene Kinder hatte, gehörte es nicht mehr zur Zielgruppe kirchlicher Bemühungen und Angebote.

    Irgendwann im Alter können sie dann zum Seniorenkreis zu Kaffee und Kuchen gehen, und das ist es dann auch schon. Dazwischen gibt es nichts, nicht einmal eine Wahrnehmung seitens der Kirche.

    • Wrightflyer
      10.10.2015, 9:36 Uhr.

      „Auch, dass sich „Familie“ grundsätzlich nur auf ein Elternpaar mit kleinen oder jugendlichen Kindern beschränkt, war bisher in der Kirche eine sehr verengte Sicht. “
      Die auch Afrika und Südostasien, also Gegenden wo noch die Großfamilie zählt, nicht gerecht wird. Dort sind die Dinge nämlich ganz anderst als uns konservative Märchenerzähler in letzter Zeit weißmachen wollen.

  • bernardo
    09.10.2015, 9:35 Uhr.

    Zitat: „[Bischof Heiner Koch]hatte am Montag als erster Deutscher in Plenum gesprochen. Seine Themen: u.a. konfessionsverbindende Ehen, wiederverheiratete Geschiedene, Flüchtlinge, Alleinerziehende, kinderreiche Familien und Sterbehilfe. Die Themenpalette ist beeindruckend, die Erzbischof Koch in seinen drei Minuten angesprochen hat.“

    Wow, alle diese Themen – und das Ganze in drei Minuten. Bischof Koch hätte natürlich auch noch die Themen Energiewende, TTIP, Gigaliner, Griechenland“rettung“ und Veggie-Day ansprechen können. Und selbstverständlich, wie man die Themen Frau und Umwelt in den Karneval bringt. Muss ja ein tiefschürfendes Statement gewesen sein.

    Ironie aus: Vielleicht wäre es sinnvoller gewesen, eine Synode zum Glaubensverlust in Europa abzuhalten und sich auf den Kern zu beschränken.

    • Silvia
      09.10.2015, 11:17 Uhr.

      bernardo, spotten Sie nur. Ich bin sehr beeindruckt über die realistische Sichtweise von Erzbischof Koch.

      Bisher habe ich es nämlich nicht für möglich gehalten, dass einer unserer Bischöfe so vernünftige Ansichten hat und diese auch noch in allgemeinverständlicher Sprache formulieren kann.

      Man sieht, sobald die Bischöfe angstfrei reden dürfen, können sie auch was Vernünftiges sagen.

      Bravo, Erzbischof Koch, kann ich da nur sagen.

      Hoffentlich wird er beim nächsten Konsistorium Kardinal, damit wir, wenn Lehmann die Altersgrenze erreicht, beim nächsten Konklave wieder so einen vernünftigen deutschen Kardinal dabei haben, nachdem auch Kasper bereits die Altersgrenze überschritten hat.

      • Wrightflyer
        11.10.2015, 16:08 Uhr.

        Hmmmjaaa, Silvia, es scheint daß mein alter Verdacht, daß die rk-Kirche plötzlich ganz andere Bischöfe bekommt sobald man sie aus der vatikanischen Zwangsjacke entlässt (nicht alle aber die meisten) wohl zutrifft.

        Ich bin vom ganzen bisherigen Verlauf der Synode positiv überrascht und beeindruckt, auch wenn ich nie zu […]* Fraktion gehört habe. Sein ewiges „Ich habs gewusst, Franziskus will nicht den WvG zur Kommunion zulassen! Franziskus will nichts ändern! Rabäh, rabäh!“ ohne die gesamten Ereignisse seit März 2013 zu berücksichtigen ist auch eine Form der Überheblichkeit.

        *Der Beitrag wurde wegen des Verstoßes gegen die Netiquette editiert.

    • silberdistel
      09.10.2015, 16:28 Uhr.

      Bernardo, natürlich haben Sie recht. JC bezeichnet sich in der Selbstauskunft als „LICHT DES LEBENS“, – mit also universellem Charakter ausgestattet. Die Kirche in der Nachfolge sollte deshalb möglichst, ergo wie Er, jeden Bereich des Lebens erhellend bestrahlen….
      Das Thema, wie man Frau und Umwelt in Einem in den Karneval bekommt, scheint aber dann doch eher ein Sekundärthema zu sein, das man an vernunftbegabte „christliche“ Politik delegieren könnte?!
      Viele Veggi-Day´s sind allerdings höchst erstrebenswert, da diese die Massentierhaltung in KZ-ähnlichen Einrichtungen, entbehrlich machen und ein Bischof oder gar Papst sich nicht noch um den Schutz der Schöpfung bzw. den ´Treibhauseffekt´ sorgen machen müssen…

      • Wrightflyer
        11.10.2015, 16:00 Uhr.

        Auch an Sie der Hinweis, wie an bernardo, daß Sie JC wohl etwas missverstanden haben.
        Er war kein Wellnessguru für bessergestellte.

        Daß es nicht hinnehmbar ist daß wir Gottes Schöpfung und damit das Leben künftiger Generationen zerstören, gehört sehr wohl ganz oben auf die kirchliche Agenda! Das alles wurde von Gott auf verschlungenen evolutionären Wegen erschaffen und verdient Achtung! Die Umwelt zu zerstören ist direkte Beleidigung Gottes! Wem die Natur egal ist, der kann sich die ganze Knierei in der Kirche sparen, Gott hat registriert daß derjenige das schöne das er geschaffen hat nicht zu schätzen weiß!

        Und, vielleicht ist es Ihnen nicht aufgefallen, aber 50% der „kirchlichen Bevölkerung“ besteht aus Frauen.
        Die in vielen Ländern noch immer unerträglich leiden, zwangsverheiratet, oft verstümmelt werden. Diese Frauen bräuchten eigentlich eine starke Kirche an ihrer Seite. Aber wo ist die? Andererseits leisten Frauen als Katechetinnen und sonstige Gemeindehelferinnen oft den Löwenanteil im Gemeindeleben. Auch die meisten Ordensleute sind Frauen. Von Leitungsfunktionen sind Frauen aber immernoch meistens ausgeschlossen.
        Das Thema Frau IST im Karneval, egal ob es Ihnen und bernardo passt oder nicht!

        Und JC wird auch nicht extra für Sie beide zum Wellnessguru für bessergestellte!

        • bernardo
          14.10.2015, 23:06 Uhr.

          Wie kommen Sie eigentlich dazu, mir zu unterstellen, ich wolle den „Pöbel“ aus der Kirche vertreiben? Was soll dieses „Wellnessoase für Bessergestellte“? Habe ich geschrieben, dass die Kirche Bedürftigen und Notleidenden nicht mehr helfen soll? Habe ich geschrieben, dass ich „wiederverheiratete Geschiedene“ für Pöbel halte? (Ich bin in dieser Frage ja nicht einmal zu einem abschließenden Ergebnis gekommen, verstehe aber die Haltung derjenigen Kardinäle, die für ein Festhalten an dem bisherigen Procedere plädieren.) Habe ich jemals das Wort „Pöbel“ verwendet? Ich schlage vor, Sie beziehen sich auf das, was ich schreibe und nicht auf das, von dem Sie annehmen, dass ich es meine. Ansonsten empfehle ich, den Dekalog zu lesen, besonders das achte Gebot.

          Herr Reik und Papessa sind aus dem Blog vertrieben worden. Bei mir gelingt das nicht. 😉

    • Wrightflyer
      10.10.2015, 9:29 Uhr.

      Heiner Koch hat mit einem wachen Blick auf die Realität, nicht aus irgendwelchen lehramtlichen Wunschträumen hinter Altarschranken und lateinischen Dokumenten verschanzt, viele Dinge die zum Glaubensverlust führen präzise benannt.
      Die Tatsache daß sich viele fragen, warum sie vom Tisch des Herrn ausgeschlossen werden sollen weil sie ohne böse Absicht in der Ehe scheitern, oder daß über mehrere Generationen die einzige Berührung mit dem Christentum die 2 Wochenstunden Reli in der Schule sind, die Tatsache daß junge Menschen sich rechtfertigen müssen wenn sie kirchlich heiraten wollen, all das dreht sich um den Glaubensverluist in Europa!

      Hätten Sie Kochs Beitrag sorgfältig gelesen, hätten sie gemerkt daß er sehr wohl über den Glaubensverlust in Europa gesprochen hat!

  • JasJu
    09.10.2015, 11:17 Uhr.

    Die deutschsprachigen Katholiken stellen knapp 3 % der Weltkirche. Dafür treten sie recht vollmundig auf. Leere Priesterseminare, schrumpfende, überalterte Gemeinden, Glaubensunwissen und -verfall allenthalben hierzulande. Und Bischof Koch schreitet unbeirrt in Richtung auf Aufweichung, Service-Charakter der Kirche weiter. Kirche ist da, um Gott zu dienen und sich von ihm beschenken zu lassen, nicht, um jeder Deviation hinterherzubückeln.

    • bernardo
      10.10.2015, 15:35 Uhr.

      Sie wissen doch, JasLu, dass am deutschen Wesen die Welt und die Weltkirche genesen sollen.

    • Alberto Knox
      10.10.2015, 19:57 Uhr.

      keine andere kirche (vielleicht noch nicht in konkurs gegangene us-amerikanische diözesen) unterstützt soviele menschen durch hilfsaktionen, keine andere unterstützt die kirche von rom finanziell so sehr wie die deutsche. ich würde sagen: keine kirche dient gott so sehr und intensiv. da darf man auch sagen, was man denkt.

    • Wrightflyer
      11.10.2015, 15:48 Uhr.

      Ach, glauben Sie daß im ach so katholischen Lateinamerika die Priesterseminare voll sind?
      Tatsächlich ist der dort Priestermangel so krass daß viele Gemeinden jahrelang keinen Priester zu sehen bekommen!

      Und JA, wer Dinge sieht die so einfach nicht weitergehen können, wer sieht wie die Leute in unerträgliche Situationen gezwungen werden, z.B. schwer sündigen zu sollen um wieder zur Kommunion zugelassen zu werden, der darf und soll laut auftreten!

      Abgesehen davon ähneln sich viele Probleme mit dem kirchlichen Lehramt auf der Welt.

  • Silvia
    09.10.2015, 11:33 Uhr.

    Und hier wieder ein erfrischender Bericht aus der Arbeitsgruppe „Englisch C“ von Abtprimas Jeremias Schröder:

    http://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/tag-5-zwei-tage-im-blindflug

  • Wanda
    09.10.2015, 17:12 Uhr.

    Bernardo 09:35
    – als Atheist darf ich das sagen: es ist meinen Beobachtungen zufolge weniger ein Glaubensverlust als vielmehr ein (Amts-)Kirchenverdruss…
    Das gläubige Fussvolk akzeptiert heutzutage nur nicht mehr, dass sich zwischen ihnen und ihrem Gott ungefragt selbernannte und arrogante Heilsverwalter drängen oder postieren.
    Bezeichnend die Auffassung meiner erz-katholischen Mutter noch in ihrem hohen Alter (weit über 90) „wenn ich was mit meinem Herrgott zu regeln- oder mich zu beschweren habe, dann mache ich das mit ihm direkt aus. Man geht nicht zu Schmidtchen sondern sofort zu Schmidt“…

    • bernardo
      10.10.2015, 10:51 Uhr.

      @ Wanda: So sehe ich das inzwischen auch.
      @ Silberdistel: Eine Kirche, die sich zu allem und jedem äußert, verbraucht ihre Kraft. Das Pontifikat des Theologen Joseph Ratzinger war vor allem davon geprägt, Gott in Jesus Christus näherzubringen. (Benedikt hatte, obwohl er die Lehre seines Vorgängers vertrat, aus diesem Grund auch nie diese Fixierung auf Themen der Sexualmoral wie sein Vorgänger.) Von Franziskus höre ich zu allem etwas, vom Klimaschutz über Flüchtlinge bis zu Homosexuellen. Es wäre Zeit, sich auf den Kern zu reduzieren – der Kern lautet Jesus Christus – und den Rest den Politikern zu überlassen. Anders formuliert: Schluss mit dieser Kirchentagspolitik!

      • Wrightflyer
        11.10.2015, 15:39 Uhr.

        „Das Pontifikat des Theologen Joseph Ratzinger war vor allem davon geprägt, Gott in Jesus Christus näherzubringen. “
        Sagen wir: Er hat sich bemüht…
        Tatsache ist: Die ratzingersche Betrachtungsweise der (rk-)Kirche als bedrohtem Schifflein das in den Stürmen der Zeit die Schotten dicht machen muss, also Abgrenzung des braven frommen Kernes von der bösen bösen Welt, hat weder die rk-Kirche noch den Glauben gestärkt. Im Gegenteil.

        Was Jesus mit Kirche gemeint hat, ist keine Wellnessoase für sorgenfreie.

        • bernardo
          13.10.2015, 0:30 Uhr.

          Die Effekte des Pontifikats von Papst Benedikt können wir ja gar nicht beurteilen. Vieles wird erst in einer Perspektive von 50 oder 100 Jahren sichtbar.

          Wenn Sie mit „keine Wellnessoase für sorgenfreie (sic)“ meinen, dass sich die Kirche, allen voran die deutsche Kirche in politisch korrektem Geschwalle und Moralismus ergeht, dann haben Sie zweifellos recht. Vorbei die Zeiten, in denen ein Dyba Klartext redete. Heute ergehen sich die Kardinäle und Bischöfe in Zustimmungsadressen zu Angela Merkel und moralistischen Appellen, die es mit jedem evangelischen Kirchentag aufnehmen könnten. Damit verletzen sie den politischen Pluralismus, den es auch unter Christen geben muss, und die Freiheit eines Christenmenschen, die Voraussetzung für diesen politischen Pluralismus ist. Im Prinzip ist es die Reduzierung der christlichen Botschaft auf eine Morallehre, der leider auch Papst Franziskus in gewisser Weise Vorschub leistet, auch wenn er betont, der christliche Glaube sei mehr als eine Morallehre. Seine „Schüler“ in Deutschland beherzigen das allerdings weniger als der Papst; man könnte fast sagen, sie seien in dieser Frage päpstlicher als der Papst.

          @ Silberdistel: „Salz der Erde und Licht der Welt“ zu sein – das bedeutet m. E. auf Christus zu schauen, nicht jeden politisch hippen Blödsinn nachzubeten.

          • Wrightflyer
            14.10.2015, 0:31 Uhr.

            „Vorbei die Zeiten, in denen ein Dyba Klartext redete.“
            Wissen Sie noch wie Sie als Laudato Si erschien genau solchen Klartext vehement abgelehnt haben? Ich schon!
            Also: Klartext ist genau dann erwünscht wenn er dazu dient, den „Pöbel“ aus der Wellnessoase zu treten, nicht wahr?

      • silberdistel
        12.10.2015, 0:06 Uhr.

        Lieber Bernardo, das „Salz der Erde und das Licht der Welt sein“, – es ist doch wohl eindeutig.
        Manchmal könnte man den Eindruck haben die Leser der Reden Jesu sind von deren Tragweite zu erschrocken um sie an sich heran zu lassen. Die Aussagekraft ist halt eine etwas andere als das weltliche „Brimborium“.

  • Silvia
    10.10.2015, 8:47 Uhr.

    Lieber Herr Erbacher, was ist denn so „schlimm“ an zweien meine Beiträge vom 9. Oktober, dass sie noch nicht veröffentlichr worden sind?

    Gegen die Nettikette habe ich doch nicht verstoßen, oder?

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