Basis für Synodalen Weg steht

Die erste wichtige Etappe des Synodalen Wegs ist geschafft. Am Samstagmittag ging die erste Synodalversammlung in Frankfurt zu Ende. Es gibt viele positive Stimmen, aber auch einige Misstöne. Für diese sorgt etwa der Kölner Erzbischof, Kardinal Rainer Maria Woelki, der alle seine Befürchtungen bestätigt sieht und sich nicht wohl zu fühlen scheint als Gleicher unter Gleichen. Die inhaltliche Debatte war von großer Ernsthaftigkeit geprägt. Die Breite des Katholischen wurde deutlich. Von den Polarisierungen im Vorfeld und außerhalb des Saals war wenig zu spüren. Dennoch waren viele Beteiligte, allen voran das Präsidium, angespannt und sichtlich nervös. Die Angst vor einem Eklat oder gar dem Ausstieg einzelner Bischöfe war und ist immer präsent. Das Stichwort Angst spielte in vielen Wortbeiträgen der Synodalen eine Rolle. Es wurde deutlich, dass freies Reden und Denken in der katholischen Kirche schwierig ist. Das soll sich mit dem Prozess ändern.

Bunte Reihe bei der Synodalversammlung in Frankfurt. (Quelle: Erbacher)

Die Autorität der Ordensfrauen

Es gab bei den Beratungen in Frankfurt eine große Offenheit, gerade auch Kritisches anzusprechen. Wenn etwa eine Ordensfrau, die seit 30 Jahren Benediktinerin ist, sagt, dass sie auch unter der Kirche leide und sich für sie schäme. Wenn eben diese Ordensfrau Gleichberechtigung für Frauen fordert, wenn sie die Gleichberechtigung der Frauen fordert, dann wurde es still im Raum. Auffallend war, welche starke Rolle die wenigen anwesenden Ordensfrauen während der drei Tage von Frankfurt hatten. Hier sind starke selbstbewusste Frauen aufgetreten, deren Autorität nicht durch kirchenrechtliche Regelungen oder ein Weiheamt entstanden ist, sondern aus ihrem Zeugnis heraus.

Schwester Philippa Rath berichtete von der Angst der Betroffenen sexuellen Missbrauchs, die zu ihr kommen, aber auch von der Angst der Täter, die sich ihr offenbaren. Sie sprach von der Angst kirchlicher Mitarbeiter, die sich nicht trauen, offen zu sprechen, weil sie um die Existenz ihrer Familie fürchten. Wenn man sieht, wieviel Angst sie in der Kirche erlebt und viele andere, die sich zu Wort meldeten, dann wurde deutlich, wie wichtig ein Prozess wie der Synodale Weg ist als vertrauensbildende Maßnahme zwischen Laien und Bischöfen. Wer dann auf den Gesprächsprozess „Im Heute glauben“ von 2011 bis 2015 verweist und sagt, so etwas gab es doch schon einmal, muss erkennen, dass dieser Prozess eben nicht in der Lage war, das Klima entscheidend zu verbessern.

Schuldbekenntnis gefordert

Es wurde mit Freimut gesprochen. Wenn etwa der Chef des Deutschen Caritasverbandes, Peter Neher, ein Schuldbekenntnis forderte angesichts der Verletzungen, die die katholische Kirche durch ihre rigide Sexualmoral vielen Menschen zugefügt hat, dann konnte man in Frankfurt etwas erleben, was es so in der katholischen Kirche in Deutschland noch nicht gab. Tabus gab es keine. Es kamen auch die zu Wort, die den Synodalen Weg kritisch sehen wie der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer oder Kardinal Woelki, die auf die Bedeutung der Tradition verwiesen, auf dogmatisch-theologische Festlegungen, die in der Debatte nicht übergangen werden dürften.

Die Versammlung in Frankfurt war der Anfang eines Prozesses, der zwei Jahre dauern wird. Die inhaltliche Arbeit geht jetzt erst los. Dennoch wurde etwa beim Thema Zölibat auch von Bischöfen offen darüber gesprochen, dass man über verheiratete Priester nachdenken wolle. Mehrere Bischöfe äußerten sich zum Thema Homosexualität mit der Perspektive, dass hier in der Haltung der Kirche Veränderungen notwendig und aus ihrer Sicht auch möglich seien. Mit der größte Druck besteht beim Thema Gleichberechtigung der Frauen. Hier ist noch nicht so klar erkennbar, wie es da zu Lösungen kommen kann, wenn es um Weiheämter für Frauen geht. Der Spielraum des Lehramts, Stand heute, ist bei diesem Thema äußerst eng.

Dennoch scheint es Konsens unter den Synodalen zu sein, dass auch über scheinbar Unmögliches nachgedacht werden soll. Synodalpräsident Thomas Sternberg führte zu Beginn des Treffens die Liturgiereform des II. Vatikanischen Konzils als Beispiel an. Diese sei auch nur möglich gewesen, weil es zuvor bereits über Jahrzehnte eine liturgische Bewegung gab, die Reformen diskutiert und in Teilen ausprobiert habe.

Scharfe Kritik von Kardinal Woelki

Die Vorgänge in Deutschland werden international genau beobachtet. Die einen hoffen darauf, dass die Kirche in Deutschland eine Vorreiterrolle einnimmt und endlich längst fällige Reformen anpackt. Die anderen schauen kritisch darauf, weil sie der Meinung sind, die Deutschen gründeten eine eigene Nationalkirche und seien nicht mehr katholisch. Dass Kardinal Woelki seine kritischen Kommentare nach Abschluss des Treffens auch auf Englisch twittert zeigt, dass er sich bewusst ist, wie international bedeutend das Ereignis ist.

Woelki sieht durch den Synodalen Weg die hierarchische Verfasstheit der Kirche in Frage gestellt, spricht von einem „quasi protestantischen Kirchenparlament“. Die Unterscheidung von Geweihten und Nichtgeweihten, die für die katholische Kirche wesentlich sei, sei in vielen Redebeiträgen ignoriert worden. Auch der Einzug zum Eröffnungsgottesdienst, bei dem Bischöfe und Laien gemeinsam in den Dom gingen, habe zum Ausdruck gebracht, „dass da jeder gleich ist. Und das hat eigentlich nichts mit dem zu tun, was katholische Kirche ist und meint“, erklärte Woelki unmittelbar zum Abschluss des ersten Treffens gegenüber seinem Bistumsradio.

Der Weg kann gelingen

Zwei Anmerkungen dazu: Die Aussage ist wenig von ökumenischem Geist geprägt, da sie nahelegt, als sei das Protestantische etwas Schlechtes. Zum anderen war bei der Debatte nicht zu erkennen, dass alle davon ausgingen, dass alle gleich seien. Auch stellt sich die Frage, ob bei aller Unterscheidung es nicht möglich sein muss, dass es in der katholischen Kirche Formen der Beratung gibt, bei denen Klerus und Laien auf Augenhöhe miteinander sprechen. Am Ende entscheidet sowieso jeder Bischof, ob er einen Beschluss umsetzt oder nicht. Woelki wird nichts von seiner Vollmacht genommen.

Trotz der Störfeuer ist der Synodale Weg gut gestartet. Die sachliche Debatte lässt hoffen, dass in den nächsten zwei Jahren die Kirche in Deutschland vorankommen kann. Es könnte gelingen, durch den Prozess wieder an Glaubwürdigkeit zu gewinnen – zum einen durch die Form des Dialogs, zum anderen aber auch durch die Reformen und das „Weiterdenken“ theologischer, kirchenrechtlicher und pastoraler Positionen.

Autorenbild

Jürgen Erbacher

Seit Juli 2018 leite ich die ZDF-Redaktion "Kirche und Leben katholisch", für die ich seit 2005 über die Themen Papst, Vatikan, Theologie und katholische Kirche berichte. Dafür pendle ich regelmäßig zwischen Mainz und Rom - meiner zweiten Heimat. Dort habe ich vor meiner ZDF-Zeit mehrere Jahre gelebt und für Radio Vatikan gearbeitet. Studiert habe ich Politikwissenschaft und Katholische Theologie in Freiburg i.Br. und Rom.

38 Kommentare

  • Maria
    02.02.2020, 17:03 Uhr.

    Zum Einzug zum Eröffnungsgottesdienst kam mir wieder der schöne Beginn der Amazonassynode in den Sinn, als Papst und alle Teilnehmer bunt gemischt vom Petersdom in die Aula zogen. Hat Kardinal Woelki davon nichts gelernt?

  • Novalis
    02.02.2020, 18:31 Uhr.

    Es muss schon einmal auch noch in Deutlichkeit gesagt werden:
    Es waren die Bischöfe und deren Amtsvorgänger, die die Kirche in die Scheiße hineingefahren haben. Sie haben:
    – Missbrauch vertuscht und Täter gedeckt (nicht Laien);
    – die Kirche unglaubwürdig gemacht;
    – einen rechtsreaktionären Kurs unter JP2 und B16 jahrzehntelang mitgetragen (das waren nicht die Laien);
    Es sind immer noch die „hierarchischen Geisterfahrer“ (O-Ton eines Theologiedozenten), die sich hinter der „Lehre“ verstecken. Aber nicht alles, was zur Lehre gehört, ist unveränderlich.
    Man nehme nur: „Jesus hat keine Frauen zu Männer zu Aposteln berufen, also können wir keine Frauen weihen“. So vertritt das der große Benedikt-Freund und (in meinen Augen) geistige Kleingärtner Voderholzer (auch bemerkenswert: Störfeuer kamen nur von Voderholzer und Woelki). Er kann auch sagen: „Jesus hat keine Chinesen zu Aposteln berufen, also dürfen wir keine Chinesen weihen“. Letztgenanntes ist blanker Rassismus. Also ist in meinen Augen der, der ersteren Satz vertritt, ein Sexist.
    Woelki und Co. tun ja so, als wäre die große Gefahr, dass jemand das Apostolikum in Frage stellt. Tut aber niemand. Eine solche Gefahr an die Wand zu malen, das gehört zum m.E. pathologischen Verfolgungswahn der Rechten und Rechtsradikalen. Meine größte Genugtuung ist: Während diese Leute in Angst vor der Hölle leben, weiß ich, dass auch diese Menschen mit ihrem verachtenswerten Verhalten von der allumfassenden Barmherzigkeit Gottes gerettet werden.

  • Andreas
    02.02.2020, 20:17 Uhr.

    Sie schreiben: (Aussage von Kardinal Woelki) … „Die Unterscheidung von Geweihten und Nichtgeweihten, die für die katholische Kirche wesentlich sei, sei in vielen Redebeiträgen ignoriert worden. Auch der Einzug zum Eröffnungsgottesdienst, bei dem Bischöfe und Laien gemeinsam in den Dom gingen, habe zum Ausdruck gebracht, „dass da jeder gleich ist. Und das hat eigentlich nichts mit dem zu tun, was katholische Kirche ist und meint“.
    Interpretiere ich das jetzt völlig falsch, wenn ich daraus lese, dass es nach dieser Lesart die Hochwürden oben und das gemeine Volk unten gibt und letztere gefälligst die hinteren Ränge in der Reihe und die hinteren Bänke einnehmen soll…
    Hallo! – kann ich da nur rufen, bitte in der Agenda nachschlagen: Wir schreiben 2020!
    Mir ist klar, dass ich als Schweizer noch weniger Verständnis für Standesdünkel habe als andere Europäer, aber da stellen sich mir doch alle Nakenhaare. Ist das nicht die Form von Klerikalismus, von der in Rom schon die Rede war, immerhin von einem, der noch höher in der (kirchlichen) Hierarchie wirkt …?
    Ob sich alle bewusst sind, wie viel an Frustration solche Aussagen hervorrufen, aber eben: Die Unzufriedenen sind eh halbe Protestanten und als solche leicht suspekt… Es wäre doch viel ruhiger, wenn die auch noch austreten würden …

  • Josef Keiner
    02.02.2020, 20:59 Uhr.

    Ein Kardinal/Erzbischof welcher sich Sorgen um seinen Rang macht, ein Bischof/Dogmatiker welcher den „wissenschaftlichen“ Nachweis der Missbrauchsstudie reklamiert … Erst dann will er Konsequenzen ziehen – oder doch nicht? Welch traurige Gestalten! Sie haben’s nicht begriffen und werden es nie begreifen, in welche Situation sie und ihre klerikale „Erbengemeinschaft“ (B XVI) die Kirche gebracht haben. Nur Gott kann uns noch helfen. Maranatha!

  • Student
    02.02.2020, 21:24 Uhr.

    Wie Kardinal Woelki in diesem Forum angegriffen wird, finde ich absolut schlimm. Ihm vorzuwerfen er wäre kindisch ist einfach falsch. Man kann seine Äußerungen befürworten oder ablehnen, aber ihn zu diskreditieren in dem man ihm so etwas vorwirft ist gewiss nicht der richtige Weg.
    Ich meine dabei wird außer Acht gelassen, dass sich der Kardinal ernsthafte Gedanken und Sorgen um die Kirche macht. Vielleicht sollte dieser Gedanke zumindest einmal erwogen werden. Dafür sollte man ihn jedenfalls nicht angreifen.
    Angriffe auf persönlicher Ebene sind nicht der richtige Weg.

    • Novalis
      04.02.2020, 14:43 Uhr.

      Wo wird denn der Kardinal persönlich angegriffen??? Es wird doch nur gesagt, dass er die Hosen voll hat vor Machtverlust, und zwar so voll, dass er sogar zum Ausdruck bringt, dass er vor Machtverlust Angst hat.

    • Carla Maltese
      06.02.2020, 21:54 Uhr.

      Ist nicht unsere Schuld, daß sich da ein Bischof derart peinlich aufführt daß man ihn nicht mehr ernst nehmen kann.
      Da er uuuunbedingt die Würde seines Amtes beschäfigen muss, bekommt er dazu die Meinung gegeigt. Das ist alles.

  • Erasmus
    03.02.2020, 0:22 Uhr.

    „Mit der größte Druck besteht beim Thema Gleichberechtigung der Frauen. Hier ist noch nicht so klar erkennbar, wie es da zu Lösungen kommen kann, wenn es um Weiheämter für Frauen geht. Der Spielraum des Lehramts, Stand heute, ist bei diesem Thema äußerst eng.“ (Erbacher)

    Ich zitiere einen Beschluss der Vollversammlung der Würzburger Synode von 1976:

    „Die Synode bittet den Papst … die Frage des Diakonats der Frau entsprechend den heutigen theologischen Erkenntnissen zu prüfen und angesichts der gegenwärtigen pastoralen Situation womöglich Frauen zur Diakonatsweihe zuzulassen.“ (S. 633f)
    Begründung:
    „Viele Frauen üben in vielen Kirchenprovinzen, nicht nur in Missionsgebieten, eine Fülle von Tätigkeiten aus, die an sich dem Diakonen-Amt zukommen. Der Ausschluss dieser Frauen von der Weihe bedeutet eine theologisch und pastoral nicht zu rechtfertigende Trennung von Funktion und sakramental vermittelter Heilsvollmacht. … Die in unserer Gesellschaft anerkannte grundsätzliche Gleichstellung von Mann und Frau sollte auch im kirchlichen Bereich dazu führen, dass die pastoralen und liturgischen Aufgaben des Diakons und der Diakonin einander entsprechen. … Die Zulassungsbedingungen zum Diakonat sollen daher für Männer und Frauen soweit als möglich angeglichen werden.“ (S. 617)

    Das war der gut fundierte Diskussionsstand der deutschen Katholischen Kirche vor über 40 Jahren. Es kann und darf nicht wahr sein, dass da im 21. Jahrhundert nichts weitergeht.

    Was mich optimistisch stimmt, ist, dass im Abschlussdokument der Amazonien-Synode vom vergangenen Oktober eine Passage zum Diakonat der Frau zu finden ist, die mit Zweidrittel-Mehrheit angenommen wurde:
    „Bei den vielfältigen Beratungen im Amazonas-Raum wurde die grundlegende Rolle anerkannt und hervorgehoben, die Ordensfrauen und andere Frauen in der Kirche Amazoniens und deren Gemeinden durch ihre vielfältigen Dienste wahrnehmen. Eine große Anzahl von Konsultationen forderte, den ständigen Diakonat für Frauen einzurichten. Aus diesem Grund war das Thema auch in der Synode sehr präsent. “Die von Papst Franziskus im Jahr 2016 einberufene ‚Studienkommission zum Diakonat der Frau‘ formulierte „ein einseitiges Ergebnis über das Frauendiakonat in den ersten Jahrhunderten der Kirche und dessen Auswirkungen heute. Deshalb wollen wir unsere eigenen Erfahrungen und Reflexionen mit der Kommission austauschen und die Ergebnisse dieses Austauschs abwarten.“ (Nr. 103)

    Ich hoffe sehr, dass sich Franziskus in seinem nachsynodalen Schreiben im Hinblick auf die spezifische Situation in Amazonien für das Diakonat der Frau aussprechen wird. Wäre das der Fall, hätte das auch Auswirkungen auf den deutschen synodalen Prozess.

    • Novalis
      04.02.2020, 14:51 Uhr.

      @Erasmus:
      FÜR den Frauendiakonat haben nicht nur alle drei soliden Gutachter, u.a. der später ausgerechnet von JP2 zum Kardinal kreierte Yves Congar (das Gutachten war also kein Hinderungsgrund für die Kreierung), die die Würzburger Synode beauftragte, sich ausgesprochen, sondern auch einstimmig alle damaligen Bischöfe. Da war auch sogar ein Rudolf Graber dabei, der im 3. Reich zu denjenigen gehörte, die sich in der Sakristei nicht mit „Grüß Gott“, sondern mit dem schrecklichen deutschen Gruß begrüßen ließen. Und Graber gehörte nun wirklich zu denjenigen, die kurz vor dem Überlaufen zur Piusbruderschaft waren.

  • YaLob
    03.02.2020, 11:19 Uhr.

    Die Herren Woelki und Vorderholzer sollten sich m. E. überlegen, ob sie nicht besser bei den Piusbrüdern aufgehoben sind.

  • ZufälligerGastleser
    03.02.2020, 11:41 Uhr.

    „Wer hat Angst vorm schwarzen Mann? Niemand! Und wenn er kommt dann laufen wir davon“ – das polemisierende Stichwort „Angst“ entlarvt den sog. Synodalen Weg als das, was er ist: einen Aufstand der beim Großkonzern Kirche Beschäftigten, die innerlich längst woanders sind: Protestanten! Sie wollen als Protestanten glauben und leben und „frei sein“, aber ihr katholisches Gehalt weiterbeziehen oder die Ehrenamtlichen, sie wollen ihr Engagament nicht de-kontextualisieren, sondern weitermachen, wo sie sind und sicher auch Gutes tun, aber bitte schön auf protestantische Weise. Da, wo sie innerlich längst angekommen sind. Ja, und vielleicht wollen sie die Nostalgie ihrer längst abgetanen Glaubensherkunft irgendwie mitnehmen – ohne Bruch, ohne sich selbst den tatsächlichen Bruch vor Augen zu stellen. Eine Frage der heute als inkorrekt verpönten Identität – auf dem Reformdock ihres Kirchenschiffes „Theseus“. Weil man sie nicht lässt, sind sie wütend und weil sie nicht wie der Hl. Nikolaus von Flüe nur noch sakramental vom Brot, sondern auch von der monatlichen Gehaltsüberweisung ihres kirchlichen Brötchengebers leben, haben sie: Angst. Und ja, das freie Denken ist schwierig, nicht in der katholischen Kirche, sondern für den, der es nicht gelernt hat und wo es Konsequenzen haben könnte überall, im öffentlichen Dienst ganz genauso – und wo der Glauben fehlt, da hapert es mit der Glaubwürdigkeit. Glaubwürdig, authentisch wäre es eher, wenn die Kryptoprotestanten, wenn schon nicht in sich, dann da hingehen, wo sie schon längst angekommen sind. Und das ist wahrlich kein Utopia, sondern die EKD. Da sind die Machtverhältnisse dann anders, nicht eingeebnet, sondern umverteilt: Nicht Klerikalismus, sondern Managerismus. Nicht Soutanen, sondern mittelpreisige Konfektionsanzüge. Weniger pittoresk, aber mit größerem Spielraum der korrekten Beliebigkeit. Diese Frommen aber zittern vor Angst, nicht in Gewissensqualen um ihr Seelenheil, sondern um ihren in der neoliberalen Wirklichkeit immer noch vergleichsweise komfortablen Arbeitsplatz. Und weil wir hier beim öffentlich-rechtlichen ZDF sind, also der Medien einem, das den sog. Reformprozeß anheizt: Vor allem ist der Synodale Weg dies: Mißbrauch des Mißbrauchs! Darüber, daß man die -schrecklichen – Fälle in der katholischen Kirche mal zur Gesamtwirklichkeit statistisch ins Verhältnis setzen sollte, ließe sich viel schreiben. Katholischer Mißbrauch, eines der 2-3 Themen die die Öffentlich-Rechtlichen über Jahre ad nauseam ihres Publikums traktieren. In seltsamem Mißverhältnis zu staatlich verantworteten Mißbräuchen. Wie oft kommen eigentlioch die Jugendwerkhöfe der DDR oder die unfreiwilligen Pharmaversuche in bundesdeutschen Kinderheimen in die Debatte? Entschädigungsleistungen? Aus Steuermitteln. Da wird der Ball, wie man so sagt, schön flach gehalten! Die eigentlichen Katholiken, die den Rosenkranz beten und zur Beichte gehen, die Fasttage ein- und die Heiligen ihres Kalenders werthalten, die wollen ihre Kirche behalten. Die bleiben römisch und gehen nicht ins neudeutsche Schisma.

    • Jürgen Erbacher
      Jürgen Erbacher
      04.02.2020, 8:47 Uhr.

      Zum Thema Missbrauch verweise ich auf die ZDF-Dokumentation „Dunkelfeld – Kindesmissbrauch in Deutschland“ am 13. Februar um 20.15 Uhr auf ZDFinfo. https://presseportal.zdf.de/pm/dunkelfeld-kindesmissbrauch-in-deutschland/

      • Erasmus
        04.02.2020, 11:05 Uhr.

        „Vor allem ist der Synodale Weg dies: Missbrauch des Missbrauchs! Darüber, dass man die -schrecklichen – Fälle in der katholischen Kirche mal zur Gesamtwirklichkeit statistisch ins Verhältnis setzen sollte, ließe sich viel schreiben.“

        Kennen Sie den Ausdruck „Whataboutism“? Das ist die Argumentationstechnik, vom eigentlich zu behandelnden Gegenstand abzulenken, indem man fragt: „Und was ist mit …?“ In Ihrem Fall: „Wie oft kommen eigentlich die Jugendwerkhöfe der DDR oder die unfreiwilligen Pharmaversuche in bundesdeutschen Kinderheimen in die Debatte?“

        Auch Ihr Versuch, den katholischen Missbrauchsskandal mittels Statistik zu relativieren, greift nicht. Wer argumentiert, sexueller Missbrauch käme überall in der Gesellschaft vor – so auch in der Kirche -, verrät den eigenen christlichen Anspruch: „Ihr wisst, dass die Herrscher ihre Völker niederhalten und die Mächtigen ihnen Gewalt antun. So soll es nicht sein unter euch.“ (Mat 20,26)

        Die Katholische Kirche hat lange versucht, das Thema Missbrauch unter der Rubrik „bedauerlichere Einzelfälle“ abzutun, bis ihr das Ganze auf die Füße fiel. Die größte Schuld der Kirche besteht allerdings nicht darin, dass sie versucht hat – auf Kosten der Opfer – keinen Schatten auf ihre Glorie fallen zu lassen, sondern dass es übliche Praxis war, Missbrauchstäter einfach – ohne Informationsübermittlung – zu versetzen und damit neuem Missbrauch Vorschub zu leisten. Es gibt also nicht wenige hohe geistliche Würdenträger, die der Mittäterschaft anzuklagen sind.

        Angesichts der Monströsität dessen, was in der Katholischen Kirche über Jahrzehnte hinweg Kindern und Jugendlichen angetan wurde, fällt ihr polemisches Anprangern eines angeblichen „Missbrauch des Missbrauchs“ auf Sie selbst zurück.

        • ZufälligerGastleser
          05.02.2020, 9:19 Uhr.

          „What the so-called whataboutists do is question the unquestioned and thrust contradictions, double standards and hypocrisies into the open“. So der schwedische Medienwissenschaftler Christian Christensen in einem in dem Wikipediaartikel zu „Whataboutism“ angeführten Text. Das finde ich in Ordnung. Besonders wenn hinter z.B. den double standards möglicherweise Interessen, Affekte und Agenden stehen.

          • Carla Maltese
            06.02.2020, 21:31 Uhr.

            Und Ihre Relativierung des krichlichen Missbrauchs ist natürlich gaaaanz objektiv, auf wissenschaftlichen Fakten beruhend und völlig frei von Agenden und Affekten? *räusper*
            Z.B. der Agenda, den konservativen römisch-katholischen Klerus auf Teufel komm raus von aller Schuld freisprechen zu wollen? Weil ein konservativer römisch-katholischer Geistlicher automatisch ein Engel und Heiliger sein muss und keinen Fehler gemacht haben kann?

            Die Dinge sind nunmal wie sie sind: Es gab auffallend viele Fälle von sexuellem Missbrauch durch römisch-katholische Geistliche.
            Anderstwo gibt es leider auch solche Dinge, Zwangsprostitution ist entsetzlich und wir sollen in Deutschland ein erschreckendes Ausmaß davon haben. Und es wird leider zu wenig drüber gesprochen, es wird irgendwie verdrängt. Nur gibt es deswegen nicht plötzlich keine römisch-katholischen Missbrauchstäter mehr.

    • Novalis
      04.02.2020, 14:41 Uhr.

      Vom Missbrauch des Missbrauchs reden nur Verharmloser des Missbrauchs. Im Übrigen würde mich mal interessieren, was Sie sich unter „Protestant“ und „Katholik“ vorstellen.

      • Carla Maltese
        05.02.2020, 23:33 Uhr.

        Das wurde mir mal hier vorgeworfen, dabei war mein Anliegen ein ganz anderes!

        Die Mehrheit der Opfer in der römisch-katholischen Kirche sind Jungs. Im weltlichen Bereich haben wir aber immernoch Zwangsprostitution und Sextourismus, also werden junge Mädchen und Frauen versklavt und ausgebeutet, und darüber wird immernoch geschwiegen. ab und zu thematisieren das einzelne Medien, aber es gibt keinen gesamtgesellschaftlichen Aufschrei, keine Demonstrationen, keine wütenden Proteste, es wird im Vergleich immernoch hingenommen.
        Und da frage ich mich, ob ein Mädchen noch immer so viel weniger wert ist.

        […]*

        *Der Beitrag wurde wegen des Verstoßes gegen die Netiquette editiert.

        Aber weil ich nicht ganz so gehorsam war hier, weil ich z.B. Silvia kritisiert habe, und ein Lieblingskind der Redaktion darf man nicht kritisieren, durfte Wanda mich hier zerfleischen. Wie ein Bluthund.

    • Carla Maltese
      06.02.2020, 21:48 Uhr.

      Abgesehen von einer ziemlich widerlichen Relativierung des sexuellen Missbrauchs in der römisch-katholischen Kirche nach dem Motto: „Aber die anderen haben das doch auch gemacht…“ (nur mal so: Tausende Verkehrstote die es bereits gab berechtigen niemanden, sich besoffen hinters Steuer zu setzen oder mit 80 durch die Spielstraße zu rasen!):

      Ziemlich viel Text um eine bei konservativer Seite permanent verwendete inhaltsleere Worthülse herum: „protestantisch“.
      Sie bedeutet vor allem eines: „Ich habe von protestantisch mal was gehört, habe aber keine ahnung was das sein soll, nur daß es anderst als katholisch sein soll.“

  • Carla Maltese
    04.02.2020, 0:12 Uhr.

    Ich kann nur noch einmal betonen, daß das meiner Ansicht nach in die absolut richtige Richtung geht.
    Zwar habe ich persönlich keinerlei Bedarf, in die römisch-katholische Kirche zurückzukehren, mir geht es wunderbar in meiner altkatholischen Gemeinde, es könnte kaum besser sein, aber dennoch bin ich unendlich erleichtert, daß dieser kleine, zarte Anfang einer synodalen römisch-katholischen Kirche gemacht ist.
    Und ich verspreche: Wie lange ich mich hier noch überwinden kann, Kommentare zu schreiben und mich an den Diskussionen hier zu beteiligen, weiß ich nicht. Zuviel ist hier vorgefallen und zu schäbig war das Verhalten der Redaktion und der Exredaktion. Aber auf katholisch.de, also auf deren Facebook-Profil, eine andere Kommentarmöglichkeit haben die nicht, werde ich mein bestes geben, auch wenn es nicht viel ist was ich kleiner Krümel tun kann, da ich keinerlei mit Autorität verbundenen kirchlichen Posten habe, garkeinen kirchlichen Beruf. Das wenige was ich tun kann, also dort Kommentare schreiben, meine altkatholische Sicht einbringen, in möglichst manierlichem Ton, werde ich tun um diesen Prozess hin zu einer synodalen Kirche zu unterstützen.

    Letzten Endes bin ich damals auch hier aus genau diesem Grund eingestiegen.
    Würde mich nicht die Redaktion und die Exredaktion massiv anwidern nach allem was sie getan haben, bzw. nicht getan haben, würde ich dieses Versprechen auch hier geben.

    „Das Stichwort Angst spielte in vielen Wortbeiträgen der Synodalen eine Rolle.“
    Es stand auf katholisch.de: Die Vorsitzenden von BDKJ und KLJG waren auf einem internationalen Jugendtreffen in Rom und haben dort eine irritierende erfahrung gemacht: Abends in informeller Runde äußerten die anderen Delegierten ähnliche Reformwünsche wie hier, tagsüber in der hochoffiziellen Aula hat keiner mehr den Mund aufgekriegt, da waren alle plötzlich still und leise, richtig verschüchtert. Und haben anscheinend nurnoch über Belangloses gesprochen, jedenfalls war nicht zu lesen, worüber sie inhaltlich gesprochen haben.

    „Für diese sorgt etwa der Kölner Erzbischof, Kardinal Rainer Maria Woelki, der alle seine Befürchtungen bestätigt sieht und sich nicht wohl zu fühlen scheint als Gleicher unter Gleichen.“
    „Iiiiihh, da spricht ja niederes Volk!!! Und ich muss auch noch neben solch Geschmeiß sitzen!!!“
    Es ist ja schön und gut, daß er sich um die Würde des Bischofsamtes sorgt. Dann soll er sich aber dementsprechend verhalten und nich so, daß man Schnuller, Duploklötze (Lego für die ganz kleinen) und Sandelzeug ins erzbischöfliche Ordinariat in Köln schicken will.
    Gottseidank sind wir heute davon weg, daß wir einen Bischof blind verehren, auch wenn der viel mehr einen römischen Statthalter als Jesus repräsentiert. Wir wollen heute sehen daß einer sich dem hohen Anspruch des Bischofsametes als würdig erweist, und das ist gut so!!

    Thema Sexualmoral:
    Irrwege alter griechischer Philosophen, die in allem Körperlichen nur schlechtes und verdorbenes sehen konnten und der Wahn mindestens eines Kirchenvaters, der bevor er Christ wurde in einer ganz komischen Sekte war sind ganz sicher nicht von Gott, denn das letzte was Gott will ist, uns zu verletzen.
    Auch hier gilt es: Weg von den schädlichen Dingen um die sich viel zu sehr alles gedreht hat, Jungfräulichkeitskult, Verhütungsverbot, Panik vor Selbstbefriedigung und Homosexualität, ect., hin zu dem was wirklich wichtig ist, also hin zu Liebe, Respekt, Achtung vor dem Sexualpartner, Treue, und Hilfe dazu, eine wirklich bis ins Alter haltbare Ehe zu führen.

    Nur ein Beispiel: Daß Kondome derzeit kein Allheilmittel gegen AIDS in Afrika sind, stimmt technisch sogar. Sie sind Verbrauchsgüter und afrikanische Durchschnittseinkommen schmal. Aber mal wirklich sachlich über solche Dinge zu reden, also was jetzt eine nachhaltige Lösung wäre, hat der ganze Sexualkrampf in der römisch-katholischen Kirche verhindert. Wenn man das in der Athmosphäre anspricht, macht man sich direkt verdächtig, zum ultrareaktionären Lager zu gehören.
    (Nebenbei: Auch in einem deutschen Hartz-IV-Satz sind keine Verhütungsmittel vorgesehen. Und reißen in das knappe Budget ein Riesenloch.)

    Das Thema Weiheämter für Frauen wird wohl eines der Themen die als Eingabe an ein Konzil gehen.
    Weder aus den Worten noch aus dem Verhalten Jesu kann man das derzeitige Verbot ableiten, im Gegenteil, siehe Maria Magdalena. Es ist einfach nur eine Frage des eigenen Geschlechterbildes, also ob die Frau etwas „niederes“ ist als ein Mann.
    Aber wie im Vorfeld der Amazonassynode mehrfach zu lesen war, wird es ja immer selbstverständlicher, daß Frauen Gemeinden leiten und zwar wirklich GUT leiten, selbst auf einer Nordseeinsel.

    0:10 ABBRUCH!
    Morgen ist viel zu tun.

    Auf das Thema Weiheämter und Machtfrage, also Macht von Männern über Frauen, komme ich vielleicht demnächst zu sprechen.

    • Novalis
      04.02.2020, 14:54 Uhr.

      „Zwar habe ich persönlich keinerlei Bedarf, in die römisch-katholische Kirche zurückzukehren“
      Von Rückkehr muss auch nicht die Rede sein, aber wie wärs, wenn unsere innerkatholische Auseinandersetzung so beruhigt wäre, dass mal einE altkatholische PfarrerIn bei den Römern aushelfen würde und umgekehrt? Und wenn sich AltkatholikInnen malade fühlten und nicht in entfernten altkatholischen Gottesdienst gingen, sondern zu den Römern und umgekehrt?

      • Carla Maltese
        05.02.2020, 23:19 Uhr.

        Ich bin keine Theologin, aber ich glaube schon daß die Theologen da etwas basteln könnten wenn der Wunsch da wäre, wir haben die gleichen Sakramente und das gleiche dreiteilige Weiheamt und der Gottesdienst ist auch nicht so verschieden, nur in wenigen Punkten anderst. Das also ist nicht das Problem.

        Etwas mehr als die Hälfte der Altkatholiken SIND ehemalige Römer, und genau da liegt das Problem.

        Mein Vorteil ist: Okay, ich hatte eine sehr konservative und sehr römisch-katholisch gläubige Großmutter mütterlicherseits die ein sehr schwieriger Mensch war. Aber von meiner Großmutter abgesehen hat mir persönlich vor 2013 niemand in der römisch-katholischen Kirche wehgetan. Inzwischen haben es Herr Erbacher und Frau Pilters, und zwar so übel, daß, wäre ich nicht längst ausgetreten, sie mein finaler Austrittsgrund wären. Doch, ja, wegen den beiden wäre ich jetzt ausgetreten. Aber bis 2013 hatte ich keine Schweirigkeiten die direkt mit der römisch-katholischen Kirche zu tun hatten. Deswegen kann ich hier auch schreiben.
        Es war bei mir einfach nur ganz allgemein, daß ich dieses Kirchenbild einfach nurnoch als falsch empfinden konnte. Und neugierig war, wie eine synodale Kirche funktioniert.
        Andere jedoch haben persönliche alte Rechnungen und Verletzungen. Und für die ist es schwierig, noch etwas mit der römisch-katholischen Kirche zu tun zu haben.

        Wir hatten letzten November einen Glaubenskurs auf Wunsch aus der Gemeinde, der war so gut daß er nächsten November wiederholt wird, der erste Abend drehte sich darum, was wir Altkatholiken eigentlich sind, also was altkatholische Identität ist. Der auswärtige Pfarrer fragte, wer auch nur ein winziges bischen seine alte Konfession vermisst, der möge einen Schritt vortreten. Niemand trat vor. Aber unsere Kirchenvorstandsvorsitzende die früher in einer sehr wichtigen römisch-katholischen Kirche in dieser Stadt im Gemeinderat war, trat betont zwei Schritte zurück.

  • BernhardJ
    04.02.2020, 18:33 Uhr.

    Die synodalen „Bischöfe“ wollen eine Kirche ohne Glaubensbindung. Ja sie wollen nicht mal mehr die Erhaltung der unersetzlichen katholischen Daseinsordnung, höchsten noch den Schein derselben.
    Hat sich also erstmal der Glaube in eine politische Ideologie verflüchtigt, verliert natürlich auch Kirche seine mystische Gestalt, sie fällt aus dem Heiligen ins Profane!
    Der synodale Amoklauf scheint die Verzweiflungstat eines modernen Glaubensnihilismus, der glaubt, in der Selbstzerstörung über die ihm verhasste Katholizität zu triumphieren. Dass aber am Ende nur Trümmer bleiben, ist diesen Amokläufern einerlei, denn sie treibt der Hass und nicht die Liebe! Am Ende dieses synodalen Amoklaufes respektive suizidalen Prozesses, wie es Kardinal Müller formulierte, steht dann eine Ökumene, deren Wesensmerkmal im Fehlen jeglicher Glaubensbindung liegt.
    Ich muss S.E. Voderholzer daher noch für sein mutiges Glaubensbekenntnis danken, indem er deutlich machte, dass es Missbrauch des Missbrauchs ist, ihn für Veränderungen in der Kirche zu missbrauchen. Sexueller Missbrauch ist abscheulich, aber es gibt ihn in der Kirche kaum im Vergleich zu Familien. Man muss ihm auch danken, weil er die Speerspitze aller guten Katholiken in Deutschland ist, und allen linksgrünen Ideen abhold ist. Man muss ihm danken, dass er in schwieriger Zeit zu unserem lieben Papst Benedikt steht und auch die Angehörogen der Generazione Benedikt fördert sowie Mag. Noè von kath.net freundlich und finanziell unterstützt. Wären nur alle Bischöfe so, dann würden wir bald wieder mit unseren Brüder in der FSPPX vereint sein und dem Zeitgeist Widerstand leisten. Dann würde das Christentum wieder leuchten!

    • ZufälligerGastleser
      05.02.2020, 12:09 Uhr.

      Zur Umwandlung in eine „politische Ideologie“ gehört, daß man die geschmähten „Kleriker“ entmachten will, damit die sog. „Normenträger“, ein Wort das mir in letzter Zeit in den Medien immer häufiger aufgefallen ist und wohl den Neuadel der Funktionäre der zivilreligiösen Gesellschaft meint, an ihre Stelle gesetzt werden können. Sog. „Normenträger“ mit besonderen Schutz- und Ehrenrechten übrigens. Soweit sind wir – De-sazerdotalisierung durch die Vorder- und Re-feudalisierung durch die Hintertür! Wer sind denn die maßgeblichen Wortführer dieser Laien, allzuoft doch auch nur die „zivilgesellschaftlichen“ Großkopferten, die den zeitgeistigen Leitton der Anpassung vorgeben sollen, nicht die schlichten Kirchgänger und Ehrenamtlichen vor Ort. Bürgermeister, Bundestagsabgeordnete, usw. – bis hin zu Kramp-Karrenbauer, mit der Forderung den Zölibat abzuschaffen. Nicht den Stillen im Lande wird der Mund geöffnet, sondern die Akteure des Zeitgeistes und des Staates sollen die Kirche übernehmen. – Ich meine, wenigstens dort sollen sie mal demütig sein und den Mund halten.

      • Erasmus
        06.02.2020, 10:34 Uhr.

        „… dass man die geschmähten Kleriker‘ entmachten will, damit die sog. ‚Normenträger‘ … an ihre Stelle gesetzt werden können. Sog. ‚Normenträger‘ mit besonderen Schutz- und Ehrenrechten übrigens.“

        Klingt nach Verschwörungstheorie. Wer sind denn die Normenträger in der katholischen Kirche? Da fällt mir einiges ein: Die Schrift, die Tradition, das Kirchenrecht, der Katechismus, die Theologie, die Bischöfe, der Papst. Und wo bitte sind die „besonderen Schutz- und Ehrenrechte“?

        • ZufälligerGastleser
          06.02.2020, 20:14 Uhr.

          „Verschwörungstheorien“ und weiter oben „whataboutism“ sind leider gängige Argumentenkiller aus dem Besteckkasten des hegemonialen Diskurses, die regelmäßig wenig zur Sache beitragen. Nebenbei, dem für die Reformagenda instrumentaliesierten Mißbrauch liegt, um auch mal so eine à la mode Vokabel aufzugreifen, eher die sharpshooter fallacy zu Grunde. Soeben habe ich bei der Tagespost eine Kritik des ZdK von Markus Graulich gelesen, in der gut ausgeführt wird, worauf ich u.a. ansatzweise hinaus wollte. Die katholische Kirche ist ganz offensichtlich ein systemstabilisierendes Feindbild der Meinungsführer hierzulande. Aufgabe des organisierten Laikats wäre es vor allem, sie dagegen mutiger zu verteidigen. Ein Nebenlehramt der politischen Klasse braucht es dazu nicht, im Gegenteil.

          • Carla Maltese
            10.02.2020, 23:01 Uhr.

            Vor allem braucht es niemanden, der sich als Glaubenswächter aufspielt und meint, definieren zu dürfen wer ein „wahrer“ Katholik ist.

            Der Kindesmissbrauch, doch in erschreckend hoher Zahl stattgefunden, ist der letztendliche Auslöser, aber BEI WEITEM nicht der einzige Grund für den synodalen Weg.
            Es gibt einen ganzen Stapel Gründe für den synodalen Weg.

            Und daß es eben auch die Glaubensmündigkeit der Nichtkleriker braucht um die Kirche auf dem richtigen Kurs zu halten, das ist ebenfalls eindeutig nach all den Irrwegen auf die der hohe Klerus diese Kirche schon geführt hat.

        • Novalis
          06.02.2020, 22:42 Uhr.

          Sie dürfen auch gern noch die loci alieni ergänzen: Vernunft/Philosophie und Geschichte.

      • Carla Maltese
        06.02.2020, 21:15 Uhr.

        Ich habe das hier mehrfach lesen müssen, um einigermaßen Ordnung reinzubringen.

        Zunächst mal:
        Es waren GERADE Akteure eines Zeitgeistes, die das Zölibat eingeführt haben. Die Urkirche kannte es nicht, Christus erteilte keine Anweisung dazu, Petrus hatte eine Schwiegermutter, war demnach verheiratet. Nur wurde es irgendwann mal notwendig, einen erblichen Priesterstand zu verhindern.

        Und zum Thema der angeblichen „De-sazerdotalisierung“:
        Sie haben vielleicht versucht, eine vermeintlich geplante Abschaffung des Priesterstandes in ein aufgeblasenes Wort zu verstecken, aber es gibt hier Stammschreiber die Spanisch können…
        Auch in der durch und durch synodalen altkatholischen Kirche will niemand ernsthaft auf Geistliche verzichten. Und selbstverständlich trägt auch Bischof Mathias Ring eine sehr wichtige, sehr zentrale Rolle.
        Nur: Wenn ich mich z.B. unter nichtgläubigen, gar atheistischen Arbeitskollegen als Christ und sogar Kirchgängerin oute, dann steht da nicht unser Diakon, nicht unsere Pfarrerin, nicht unser Bischof. ICH stehe da, und muss mir überlegen, wie ich mich als Christ verhalte um nicht das ganze Christentum noch tiefer in die *** zu reiten sondern bestenfalls Interesse wecke. Ich kann es in dem Moment nicht auf unsere Geistlichen schieben. Ich trage selbst die Verantwortung. Und das ist dieser ganze Klerikalismus nurnoch ein Fantasiegebilde in einem sehr hohen Elfenbeinturm das mir nicht das geringste nützt.

        Ich bin dankbar, jetzt in einer Kirche zu leben in der (meistens) ein gesundes Miteinander von Geistlichen und Nichtgeistlichen herrscht. Weder sind wir die komplett respektlose Anarchokommune, wie eine frühere Stammschreiberin meinte, die Geistlichkeit hat durchaus eine besondere Stellung, noch sind wir unmündige Kleinkinder oder nur zahlendes Publikum das lediglich dazu da ist, einen sich selbst beweihräuchernden Klerus anzuhimmeln.

        Der Klerikalismus tut den Geistlichen nicht gut. Er erzeugt machtberauschte christusferne Geistliche. Nicht alle, aber zu viele können den Versuchungen nicht widerstehen.

        Mal abgesehen davon, daß da sowieso von Priestern und Bischöfen Dinge verlangt werden für die sie garnicht ausgebildet sind, wenn sie die Alleinherrscher in Gemeinde und Diözese spielen sollen.

    • Novalis
      05.02.2020, 14:45 Uhr.

      Ich empfinde Ihre Wortmeldung als ungeheuerlich. Sie relativieren das Leid von missbrauchten Kindern. Pfui.

    • Erasmus
      05.02.2020, 15:09 Uhr.

      „Die synodalen ‚Bischöfe‘ … wollen nicht mal mehr die Erhaltung der unersetzlichen katholischen Daseinsordnung.“

      Wie hält es denn die Piusbrüderschaft mit der katholischen Daseinsordnung? In einer solchen Daseinsordnung kommt doch dem Papst mit Sicherheit eine zentrale Stellung zu. Im Mitteilungsblatt der Piusbruderschaft vom April 2019 hat der Generalobere Davide Pagliarani Papst Franziskus der Gottlosigkeit und der Häresie bezichtigt.

      Mit welchem Recht und welcher Relevanz sollte eine papstfeindliche Vereinigung ohne kanonischen Status zu innerkirchlichen Entwicklungen Stellung nehmen dürfen?

    • Carla Maltese
      05.02.2020, 22:54 Uhr.

      Erstens: Die Bischöfe die den synodalen Weg initiiert haben, weil sie ganz einfach keine Lust mehr haben, nurnoch Verrotten, Verfall, Rückzug und Blamagen zu verwalten, sind keine „Bischöfe“, sondern Bischöfe!

      Zweitens: Und JA, sie lieben ihre Kirche! Sie lieben sie nicht einfach als Hierarchie, als Gelegenheit, sich mit Titeln und Privilegien zu dekorieren, sie lieben sie als Ganzes!
      Genau wie ein Herr Sternberg, wie die mutigen Ordensfrauen und viele andere, die trotz allem zu ihrer Kirche halten und sich zu ihr bekennen, auch wenn sie oft noch so verzweifelt über ihren Zustand sind!

      Drittens: Ich verstehe den Wunsch, sich eine Parallelwelt zu schaffen und in ihr abzutauchen vor der oft überfordernden Realität. Ich kenne die Star Trek-Szene und weiß wie ritualisiert sie ist. Sich in eine Parallelwelt aus antiquiertem Klerikalismus und barockem Pomp zurückziehen zu wollen, dafür mag es individuelle Gründe geben.
      Nur ist das eben nicht die Glaubensrealität des größten Teils der römisch-katholischen Kirche. Und vor allem nichts „heiliges“ im Sinne von Jesus Christus, der sich nie einen Thron bauen ließ sondern in selbstgewählter Obdachlosigkeit alle Menschen in ihrer profanen Alltagssituation besucht hat.

      Womit ich direkt zu vietrens komme:
      Etwas heiliges erkennt man daran, daß es tatsächlich heil macht in irgendeiner Weise. Da es von Gott kommt und Gott nicht verletzen sondern heilen will. In der römisch-katholischen Kirche gibt es SO viele Verletzungen, Schismen, Hass, bis hin dazu daß der Vatikan damals in Lateinamerika während der Zeit der Militärdiktaturen Priester und weitere Personen den Todesschwadronen ins offene Messer laufen ließ, daß dieses System nicht heilig sein kann.

      Fünftens:
      Voderholzers Behauptungen von wegen „Missbrauch vom Missbrauch“ sind mehr als peinlich.
      Schon deswegen, weil derart viele Missbrauchsvorfälle in der römisch-katholischen Kirche bekannt geworden sind daß jeder der noch ein Gewissen hat sich nurnoch für den Laden schämen kann. Es waren nicht ein paar vereinzelte Fälle, es waren hunderte, tausende.
      Zwar ist es mir selbst auch ein Anliegen, daß Zwangsprostitution, Sextourismus ect., also sexuelle Ausbeutung und Versklavung von mehrheitlich jungen Frauen und Mädchen genauso thematisiert wird wie der Missbrauch in der römisch-katholischen Kirche, das aber reduziert nicht die Zahl der Vorfälle in der römisch-katholischen Kirche.
      Vor allem aber auch deswegen, weil Voderholzer hier die komplette Realität ignoriert: Die römisch-katholische Kirche stirbt! Und zwar nicht an mangelnder Abgrenzung zu anderen Konfessionen. Sondern an Gleichgültigkeit. Sie bedeutet den Leuten nichts mehr für ihr Leben, die Leute fühlen sich nicht mehr als Kirchenmitglieder. Wenn dann nurnoch als Kunden bei der Geistlichkeit für bestimmte Rituale.

      Ich erkenne bei Voderholzer und Woelki keine echte Liebe zu ihrer Kirche. Nur Liebe zu klerikalem Titel und Gehabe, zu klerikaler Macht.
      Hätten sie Liebe zu ihrer Kirche, würden sie Fragen stellen, warum sich so viele viele Leute verletzt fühlen und so wenige Leute sagen: „Diese Kirche hat mich geheilt!“
      Und sie wären dankbar, daß es heute doch noch Leute gibt, zum Beispiel im ZdK oder im BDKJ, die immernoch mit ganzer Leidenschaft für ihre Kirche arbeiten. Denn diese Leute tun das, weil sie ihre Kirche lieben.

    • BernhardJ
      07.02.2020, 13:45 Uhr.

      Wahrheit bestimmt sich eben nicht im Quantitativen, man kann auch sagen Formalen sondern allein im Qualitativen, der inhaltlichen Bestimmung.
      Die Qualität der Einsamkeit im Glauben, wie Guardini sie sah, meint gerade nicht eine Verschließung ins Ich, ins Eigene, sondern das sich ganz Öffnen auf Gott hin. Nur wo Nachfolge die Verhaftetheit im Weltlichen hinter sich lässt, wo also der Mensch ALLEIN vor Gott stellt, kommt der Glaube erst zu seinem tragenden Bewusstsein.
      In der Einsamkeit im Glauben kann Ideologie nicht Wurzeln schlagen, Ideologie braucht immer den Massenkult, die Vergötterung der Gruppe.
      Offenbar halten sich die synodalen Amokläufer für Erleuchtete, die Wahrheit neu deuten könnten. Wie Kardinal Müller richtiger Weise sieht, entbehrt dieses Verhalten nicht des Absurden, ja mir scheint, des Wahnsinns.
      Wer nicht akzeptieren kann, dass die homosexuelle Unterwanderung des Klerus schuld an den geringen Missbrauchszahlen ist, soll sich mit der Wahrheit konfrontieren. Ich bin froh, dass Bischöfe wie S.E. Vorderholzer, Oster, Gänswein, Kardinäle wie Brandmüller und Sarah und vor allem unser geliebter Papst Benedikt das auch so sehen und uns echte Katholiken auch nach Kräften unterstützen. Wenn nur das Liturgieattentat vom Zerstörer Paul VI. ausgelöscht wird und wir wieder zur Messe aller Zeiten zurückkehren, dann werden wir auch die Homosexualität im Katholizismus zum Verschwinden bringen. Damit wären zwei Sünden aufeinmal beseitigt.

      • Carla Maltese
        10.02.2020, 22:51 Uhr.

        Zunächst einmal: Sie und ZufälligerGastleser sind kein wahrerer oder echterer Katholik als Novalis, Brigitta, Maria, Herr Erbacher oder ich. Nein, sind Sie NICHT!
        Sie sind kein wahrerer oder echterer Katholik als Bischof Ludwig Schick, Bischof Franz-Josef Bode oder Bischof Walter Kasper oder Bischof Mathias Ring. Sie haben KEIN Recht darauf, zu definieren wer ein echter Katholik ist und wer nicht.

        Sie haben ein Recht auf Ihre persönliche Vorliebe für die alte Messe. Das immerhin haben Sie.
        Nur ist dies eben genau das: Ihre persönliche Vorliebe. Die alte Messe ist nicht heiliger als die moderne. Sie wurde nach dem Konzil von Trient aus dem damaligen Zeitgeist heraus festgelegt.

        Und noch eines:
        Den Gott der selbst Mensch wurde, nicht in einem Palast umgeben von Dienern, sondern in einer Notunterkunft im Stall, der in seinem menschlichen Dasein immer zu den Menschen in deren profanem Alltag ging, findet man nicht in einem elitären Ritusclub.

  • YaLob
    05.02.2020, 11:11 Uhr.

    Können Sie, Herr bermhardJ mir bitte erklären was die katholisch daseinsordnung ist. Dann fällt mir die Einordnung ihres kommrntars leichter

  • Carla Maltese
    06.02.2020, 23:34 Uhr.

    Nochmal zum Thema Frauendiakonat:
    Ein „Argument“ von konservativer Seite, das einen ehrlich auf die Palme bringen kann, das einen wirklich wirklich wütend machen kann, lautet: „Die Frauen wollen Macht! In der Kirche darf es nicht um Macht gehen!“
    ACH NEEE!! GANZ WAS NEUES!! DEN SELBEN LEUTEN IST EKLATANTER MACHTMISSBRAUCH MÄNNLICHER KLERIKER STETS VÖLLIG EGAL!!!
    Stets wird nur bei den Frauen darüber philosophiert, daß es in der Kirche nicht um Macht gehen soll. Männliche Kleriker dürfen sich jedes Machtgehabe, jeden Protz, jeden Verrat an dem was Christus über Führungsstil gelehrt hat, erlauben. Was bedeutet das? Es bedeutet eben NICHT: „In der Kirche darf es nicht um Macht gehen!“. Es bedeutet: Die Frauen sollen brav, bescheiden, untertänig und ohnmächtig sein, dem Manne völlig ausgeliefert.

    Aber ist die Frage der Weiheämter für Frauen lediglich eine Frage der Gleichberechtigung?
    Nun, dazu möge man sich ansehen, in welchen Zustand der reine Männerklerus die großen Kirchen geritten hat. Nicht nur die RKK, auch die EKD stirbt, das hat auch seine Gründe, z.B. viel zuviel Luther (und es war keine Glanzleistung von Herrn
    Erbachers (und damals noch Frau Pilters‘) Sender, im Reformationsjahr ebenfalls hauptsächlich über Luther zu sprechen und über die Reformation und alles, aber nicht zu erklären, was denn nun protestantischer Glaube heute ist, was das bedeutet, wie protestantische Christen heute glauben).
    (Die EKD hat Pfarrerinnen auch erst in den 1950er Jahren eingeführt, ursprünglich als Notnagel weil nach dem Krieg viele fehlten).

    „Die Vorgänge in Deutschland werden international genau beobachtet. Die einen hoffen darauf, dass die Kirche in Deutschland eine Vorreiterrolle einnimmt und endlich längst fällige Reformen anpackt.“
    Wenn man sich interessiert, kann man schon den einen oder anderen Fetzen mitbekommen, daß auch in anderen Weltgegenden eine Sehnsucht nach Reformen da ist.

    Das unmögliche Verhalten von Woelki und Voderholzer braucht man nicht weiter zu kommentieren. Schade daß sie auf diese Weise die eh schon durch so viel Machtmissbrauch, so viele Peinlichkeiten, so viele skandale arg ramponierte Würde des Bischofsamtes weiter beschädigen.

    „Zwei Anmerkungen dazu: Die Aussage ist wenig von ökumenischem Geist geprägt, da sie nahelegt, als sei das Protestantische etwas Schlechtes.“
    Sie bedeutet vor allem: „Ich habe von „protestantisch irgendwann mal was gehört, aber keine Ahnung davon, es soll halt irgendwie anderst als katholisch sein“.
    SELBSTVERSTÄNDLICH gibt es in der evangelischen Kirche auch Strukturen und die Bischöfe haben ihre hervorgehobene Stellung. Es ist dort nur nicht jede Art von Machtmissbrauch möglich.

    Und zum Abschluß kann ich hier wirklich nurnoch meine unendliche Erleichterung über den gelungenen Start des synodalen Weges zum Ausdruck bringen.

  • Brigitta
    10.02.2020, 1:07 Uhr.

    Ich freue mich über diesen synodalen Weg. Ich habe die Würzburger Synode miterlebt und war glücklich darüber. Ich hatte die Hoffnung, dass sich in dieser eigentlich von mir geliebten Kirche manches zum Positiven verändern würde und hoffe, dass es dieses Mal nicht wieder wie das Hornberger Schießen ausgeht. Ich möchte mich hier gar nicht in die Diskussionen oben einmischen, denn diese haben nur bedingt mit diesem synodalen Weg zu tun. Aber was mich inzwischen wirklich nervt, dass hier fast jede Diskussion letztlich auf den Missbrauch hinausläuft. Ich finde diesen mehr als eine Katastrophe, die zum Himmel schreit, aber es gehört wirklich nicht zu jedem Thema.
    Zum Thema Priestermangel:
    Ich habe dabei immer im Ohr: „Wir haben erst dann wirklich einen Priestermangel, wenn wir Christen nicht mehr regelmäßig die Möglichkeit haben, die Messe mitzufeiern. Im Vergleich zu Südamerika sind wir da noch weit entfernt.“ Es war ein führender Mitarbeiter des Münchner Ordinariats, der das vor ungefähr 30 Jahren zu mir sagte.

    • Carla Maltese
      10.02.2020, 22:26 Uhr.

      Die Würzburger Synode wurde ja vom Vatikan einfach kassiert. Auch wenn ich sie nicht miterlebt habe, ich wurde 1978 geboren, bin ich irgendwie sehr sehr wütend darüber. Da standen die Synodalen dann da wie die letzten Deppen.

      Was das Missbrauchsthema angeht: Naja, es sind die beiden neuen Erzkonservativen, die das aufs Tapet bringen, und zwar in dem Sinn, daß sie dem Voderholzer nach dem Mund reden. Und da muss man da schon widersprechen. Schon allein deswegen weil der Blog hier öffentlich ist, also evtl. auch Missbrauchopfer mitlesen könnten.

      Ich weiß nicht wie es Ihnen geht, aber ich mag den Stil nicht. Mir geht das auf die Nerven. bernardo ist da doch anständiger. Und vernünftiger. Bei ihm denke ich zwar auch oft: Das meint er bitte bitte jetzt nicht ernst…, aber er geht auf die Mitschreiber ein, er registriert immerhin was man schreibt. Einfach nur Phrasen auf ultrareaktionären Blogs hier reinbellen und komplett alles ignorieren, tut er jedenfalls nicht.

      • Erasmus
        11.02.2020, 12:44 Uhr.

        „bernardo … geht auf die Mitschreiber ein, er registriert immerhin was man schreibt.“

        Als ich dem Foristen, der sich ZufälligerGastleser nennt, Whataboutism vorgeworfen habe, hat er immerhin fleißig gegoogelt; freilich mit der Intention, seine Repliken zu munitionieren. In einer seiner Antworten hat er den sozialwissenschaftlichen Terminus „Sharpshooter Fallacy“ aufgefahren. Gemeint ist damit der inkorrekte Umgang mit Datenbeständen. Das veranschaulichende Bild dazu ist ein Texaner, der mit seiner Waffe zufällig auf ein Scheunentor feuert und dann um die größte Trefferhäufung eine Zielscheibe malt.

        Die immanente Aussage von ZufälligerGastleser im Hinblick auf sexuellen Missbrauch ist ungeheuerlich: Die derzeitige innerkirchliche Fokussierung auf Missbrauch wäre von denjenigen künstlich erzeugt, die die Kirche verändern wollen und ihr Süppchen auf dem Missbrauchsthema kochen wollen. Die schnöde Wahrheit ist: Diejenigen, die anderen den Missbrauch des Missbrauchs unterstellen, sind die eigentlichen Missbraucher des Missbrauchs.

Kommentare geschlossen

Dieser Beitrag kann nicht länger kommentiert werden.