Der Papst in Rumänien – Tag 1

Binnen weniger Wochen besucht Papst Franziskus zum zweiten Mal Osteuropa. Bis Sonntag dauert seine 30. Auslandsreise. Ziel ist Rumänien. Mit seinem Besuch möchte er Mut machen auf ganz unterschiedlichen Ebenen: Mut zu mehr Rechtstaatlichkeit und Demokratie, Mut zu mehr Ökumene, Mut für die Katholiken, die in dem mehrheitlich orthodoxen Land eine Minderheit sind, Mut für die Rumänen, die ausgewandert sind und in ihrer neuen Heimat oft nicht akzeptiert werden und schließlich Mut für die Rumänen, die Zukunft im eigenen Land zu suchen. Damit hat er sich seinen Koffer einmal mehr voll bepackt, der Pontifex.

Die neue orthodoxe Kathedrale in Bukarest ist noch eine Baustelle – wie die Ökumene. (Quelle: ap)

Starke ökumenische Gesten

Immerhin stößt er anders als bei seinem Besuch in Bulgarien Anfang Mai in Rumänien auf ein positives ökumenisches Klima. Herzlich war die Begegnung mit Patriarch Daniel und dem Heiligen Synod. In der neuen orthodoxen Kathedrale in Bukarest beteten beide Delegationen gemeinsam das „Vater unser“. Auch wenn der ökumenische Schwung etwas verflogen ist, der mit dem Besuch von Johannes Paul II. in Rumänien vor 20 Jahren begann, dem ersten Besuch eines Papstes in einem mehrheitlich orthodoxen Land. „Unitate, unitate“ riefen damals spontan orthodoxe, unierte und katholische Christen gemeinsam beim Gang des Papstes mit Patriarch Teoctist durch die jubelnde Menge.

Immerhin kam damals der katholisch-orthodoxe theologische Dialog wieder neu in Gang. Doch die Einheit der Kirchen ist noch lange nicht in Sicht. Die innerorthodoxen Spannungen, die zuletzt durch die Streitigkeiten um die Frage einer unabhängigen ukrainisch-orthodoxen Kirche wieder zugenommen haben, machen die Einheitsbemühungen wieder schwieriger. Nach der Absage eines gemeinsamen Gebets der bulgarisch-orthodoxen Kirche vor vier Wochen wirkte das gemeinsame Gebet in der orthodoxen Kathedrale von Franziskus und Daniel heute beinahe wie bewusst gesetzter demonstrativer Gegenakzent. Seht her, es geht doch, und keiner muss auf seine Identität verzichten, sondern „im Bewusstsein der Unterschiede“.

Mehr Solidarität und Demokratie wagen

Bei seiner Ankunft am Morgen forderte Franziskus die Vertreter aus Politik und Gesellschaft auf, die demokratischen Strukturen im Land zu stärken. Das Gemeinwohl des Volkes müsse im Mittelpunkt allen Handelns stehen – sei es in Politik, Wirtschaft oder auch Zivilgesellschaft. „Denn je mehr sich eine Gesellschaft das Los der am meisten Benachteiligten zu Herzen nimmt, desto mehr kann sie wirklich zivilisiert genannt werden“, so Franziskus. Wie meistens bei diesen Gelegenheiten blieb der Papst bei Anspielungen und positiven Appellen. Themen wie Korruption oder Rechtstaatlichkeit benannte er nicht konkret.

Zwar sprach er die Emigration von Millionen Rumänen an und die negativen Auswirkungen, die die Entvölkerung ganzer Dörfer mit sich bringt, doch er unterließ direkte Kritik an den Verantwortlichen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft für die Zustände, die die Menschen zum Auswandern bewegen. Vielmehr beließ er es bei einem dringenden Appell, dass „die positive Zusammenarbeit der politischen, wirtschaftlichen, sozialen und geistigen Kräfte vermehrt werden“ müsse und deutete sachte Kritik an der „überhandnehmenden Macht der Zentren der Hochfinanz“ an. Mehrfach würdigte Franziskus das Leiden der Menschen in Rumänien in den vergangenen Jahrzehnten.

Abschottungen überwinden

An die Katholiken hatte Franziskus eine klare Botschaft. Er rief zu einer Kultur der Begegnung auf. Dies meinte er sowohl in Bezug auf den Dialog der gesellschaftlichen Kräfte als auch in innerkatholischer und ökumenischer Sicht. Der Heilige Geist selbst sei es, der ermutige, „aus uns selbst herauszugehen, aus unseren Abschottungen und unseren Eigenheiten, um uns zu lehren, über den äußeren Schein hinauszuschauen“. „Wenn in der Kirche verschiedene Riten einander begegnen, wenn nicht zuerst die eigene Zugehörigkeit, die eigene Gruppe oder Ethnie kommt, sondern das Volk, das gemeinsam Gott zu loben weiß, dann geschehen große Dinge“, erklärte Franziskus. „Selig“ sei, „wer den Mut hat, Begegnung und Gemeinschaft zu schaffen“. Immer wieder kommt es im Verhältnis zwischen den verschiedenen katholischen Riten zu Spannungen und Argwohn. Dafür hat Franziskus kein Verständnis und mahnt zum Miteinander.

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Jürgen Erbacher

Seit Juli 2018 leite ich die ZDF-Redaktion "Kirche und Leben katholisch", für die ich seit 2005 über die Themen Papst, Vatikan, Theologie und katholische Kirche berichte. Dafür pendle ich regelmäßig zwischen Mainz und Rom - meiner zweiten Heimat. Dort habe ich vor meiner ZDF-Zeit mehrere Jahre gelebt und für Radio Vatikan gearbeitet. Studiert habe ich Politikwissenschaft und Katholische Theologie in Freiburg i.Br. und Rom.

56 Kommentare

  • Silberdistel
    31.05.2019, 22:49 Uhr.

    Ob es nicht der deutlich zurückgenommene päpstliche Verve im Vergleich zum Besuch in Bulgarien war, der diesmal nicht die kalte Schulter des Gastgebers zeigen lies? In Rumänien also keine Kritik an der Flüchtlingspolitik des Landes, kein demontrativer Besuch eines Flüchtlingszentrums. Kein Appell an die neue „one world“, der Gleichheit aller Menschen in einer Welt ohne Grenzen. Jene „one world“ in osteuropäischen Ländern, die erst seit Kurzem zu neuer Identität gefunden hatten und leicht misszuverstehen ist, als neue alte westlich-imperiale Politik. Die gerade in den osteuropäischen Ländern, dank Ausreisefreiheit, jedoch zu massiven Aderlaß der Auswanderung gut ausgebildeter Fachkräfte führte und führt. Bzw. Einwanderung von Migranten aus allen Herren Ländern, deren Integration aufgrund ganz anderer Prägung und Sozialisation, allerdings ungewiss ist. Wenn man denn den Vergleich zu Ergebnissen solchen ´clash of civilisations´ in westeuropäischen Ländern zieht.
    Hat Rom also in Rumänien dazu gelernt, nämlich Taktgefühl. Also nicht mit neuen westlichen, angeblich hehren Moralvorstellungen, bzw. letztlich übergeordneten knallharten politischen Interessen, quasie von oben herab geradezu zu poltern. PS: Um völlig als Flaggschiff neuer westlicher, moralisierter Politik zu gelten, hätte der Papst in Bulgarien wie in Rumänien, nur noch über den „Klimawandel“ schwadronieren müssen. Den Rom, zu allem Überfluß, ja auch noch leidenschaftlich protegiert.

    • Jürgen Erbacher
      Jürgen Erbacher
      01.06.2019, 20:53 Uhr.

      Natürlich spricht der Papst auch in Rumänien von der „Gleichheit aller Menschen“. Denn das gehört zu den Grundideen des Christentums, dass alle Menschen Geschöpfe Gottes sind und damit gleich.

      • Silberdistel
        01.06.2019, 22:28 Uhr.

        Jürgen Erbacher
        01.06., 20:53 h
        Lieber Herr @Jürgen Erbacher, da sie den Papst sogar ab und zu von Angesicht zu Angesicht sehen, so FLÜSTERN sie ihm doch einmal par Gelegenheit, das er es mit dem Franziskanischen doch nicht so sehr übertreiben möge. Denn die Menschen sind bislang zwar VOR Gott – so sie Ihn denn überhaupt als den Alleinigen (christlichen) anerkennen mögen – gleich und teilen sich damit dies eine gemeinsame Schicksal. Doch untereinander sind sie es nunmal beileibe nicht. Denn manche sind nunmal gleicher als andere!
        Diese Zeit der Gleichheit aller auf der Welt untereinander, ist derart sichtbar bis dato noch nicht herein gebrochen, von wegen „one world“. Und diese „one world“ ist wohl auch gar nicht wünschenswert, solange sie von nur wenigen beherrscht wird. Noch praktikabel, weil überdies furchtbar langweilig.

      • bernardo
        03.06.2019, 12:43 Uhr.

        Genau, die Gleichheit bezieht sich auf die Geschöpflichkeit des Menschen – und dann auf die Gleichheit vor dem Gesetz. Ansonsten sind die Menschen nicht gleich, es gibt Starke und Schwache, Gesunde und Kranke, Intelligente und Dumme. Vielleicht wäre es ja mal eine Idee, der Papst würde die Gottesgeschöpflichkeit des Menschen in Zusammenhang mit der Menschenwürde bringen und fragen, wie Atheisten die Unantastbarkeit der Menschenwürde begründen wollen. (Wäre natürlich ein intellektuell anspruchsvollerer Diskurs als die Mahnungen, etwas in Sachen „Klimawandel“ zu tun.)

        Ansonsten hat Silberdistel recht, denn die „One World“ ist nicht Teil der christlichen Botschaft und wird eigentlich von Kräften vorangetrieben, die dem Christentum nicht sonderlich wohlgesonnen sind, um es zurückhaltend zu formulieren. Die christliche Botschaft lautet auch nicht, dass jeder in dem Land seiner Wahl leben darf, sondern dass Gott Mensch geworden ist und durch seinen Tod am Kreuz die Menschen versöhnt hat.

        • Novalis
          03.06.2019, 22:29 Uhr.

          Wenn man mal in die Bibel blickte (heißer Tipp: Gal 3), dann würde man sehen, dass der Papst mit der Gleichheit der Menschen schon ganz richtig liegt. Bemerkenswert auch, dass die Menschenwürde bei manchen erst nachträglich noch eingefügt wird. Dabei ist sie nur ein anderer Ausdruck für die Gleichheit aller Menschen.
          Die meisten Gleichheitsbestreiter stammen aus stramm rechts-reaktionären Kreisen, die neoliberal gefärbt, schlicht Besitzstandswahrer sind. Mit einer katholischen Sozialethik ist halt dummerweise weder eine rechts-reaktionäre Gesinnung noch Neoliberalismus noch Besitzstandwahrung vereinbar.

          • bernardo
            05.06.2019, 10:54 Uhr.

            Ja, die übliche Philippika gegen die rechtskonservativen, reaktionären, neoliberalen Kreise (wenn Sie mein Posting lesen würden, wüssten Sie, dass ich kein Neoliberaler bin, sonst würde ich ungehemmten Kapital- und Personenverkehr ebenso befürworten wie den herrschenden Ökonomismus, das Anlegen wirtschaftlicher Maßstäbe an Familie, Religion, etc.).

            Was schreibt Paulus: „…denn ihr alle seid Söhne Gottes durch den Glauben in12 Christus Jesus. Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft worden seid, ihr habt Christus angezogen. Da ist nicht Jude noch Grieche13, da ist nicht Sklave noch Freier, da ist nicht Mann und Frau; denn ihr alle seid einer in Christus Jesus. Wenn ihr aber des Christus seid, so seid ihr damit Abrahams Nachkommenschaft und nach der Verheißung Erben.“

            Wo steht das in Gegensatz zu dem, was ich geschrieben habe? Die Gleichheit ist eine Gleichheit der Gottesgeschöpflichkeit und, im Fall der Annahme des Glaubens an Christus, eine Gleichheit der geistigen Nachkommenschaft. Damit werden die bestehenden Unterschiede nicht aufgehoben, aber relativiert.

          • Novalis
            06.06.2019, 8:52 Uhr.

            Selbstverständlich sind in Gal 3 alle Unterschiede aufgehoben, weil alle einer in Christus sind. Denn was sind schon Unterschiede, wenn in Gott alle gleich sind?

        • Carla Maltese
          03.06.2019, 23:36 Uhr.

          Ja, es gibt Starke und Schwache…
          Und was soll der Starke laut Evangelium tun?
          Er soll den Schwachen stützen.
          Was soll der der viel hat tun?
          Er soll dem der Nichts hat geben.

          Wer hat soll geben, wer kräftig ist soll helfen.

          Man ist nicht stark und/oder reich um denjenigen der es nicht ist beiseitezuschubsen, sonderm um demjenigen zu helfen.

          • bernardo
            05.06.2019, 12:46 Uhr.

            Richtig, die Starken sollen den Schwachen helfen. Das gilt im persönlichen Bereich. Wenn es um Staaten geht, so muss man nicht Nietzsche bemühen („die kältesten Ungeheuer“), es reicht, daraufhinzuweisen, dass die entscheidenden Maßgaben für die Staatslenker nicht Nächstenliebe und Barmherzigkeit, sondern Klugheit (prudentia) und Gerechtigkeit (aequitas) sind. Und dass mehr noch als im persönlichen Bereich der Satz gilt: „Ultra posse nemo obligatur“, niemand ist verpflichtet mehr zu tun als das, was ihm möglich ist. Oder um es etwas prosaischer mit dem Doyen des deutschen Journalismus Peter Scholl-Latour auszudrücken: „Wer halb Kalkutta bei sich aufnimmt, hilft nicht Kalkutta, sondern wird zu Kalkutta.“

            Unsere Politiker, Topjournalisten in Berlin (auf die Funktion, nicht die Qualität bezogen), Kirchenfürsten bekommen davon natürlich nicht so viel mit, denn sie wohnen in „guten“ Gegenden, fahren mit Dienstwagen (und im Fall der Politiker auch mit Bodyguards“) und können sich in ihrer Blase erfreuen und anderen Diversity, Tolerance und Respect predigen.

          • Silberdistel
            06.06.2019, 0:44 Uhr.

            Carla Maltese
            03.06., 23:36 h
            Das alles haben sie sicher schon in ihrem persönlichen Bereich praktiziert, bzw. tun es noch, bzw. werden es in Zukunft tun. Und sicher werden sie keinem unterstellen, gerade wenn dieser sich Christ/in schimpft, dies in seinem unmittelbaren persönlichen Bereich, nicht genauso zu praktizieren.

            Doch im übergeordneten Maßstab von Ländern, Kulturen, gar Kontinenten, kann ein solches Verhalten zur Zeit viel mehr Unheil erzeugen, als es auf den ersten Blick zu nützen vermag. Denn die Welt ist erkennbar noch ganz lange nicht so weit, das alle Grenzen von heute auf morgen fallen könnten. Das man sich eine gemeinsame Kasse teilt aus der man sich gegenseitig beschenkt, sich mit jedem verbrüdert; oder jeder dort Leben könnte, wo er gerade will. Diese Reife weist die Welt bis dato noch nicht auf und hat sie bisher auch noch aufgewiesen! Was das globale, historische Scheitern des Sozialismus/Kommunismus ja ganz eindrücklich demonstriert hat.

          • Carla Maltese
            06.06.2019, 21:56 Uhr.

            @bernardo, @silberdistel:

            Das Problem mit der Rechtfertigung geschlossener Grenzen ist, daß damit stets nur UNSERE Grenzen gemeint sind.
            Da wo geschlossene Grenzen tatsächlich angebracht sind, nämlich bei Entwicklungsländern die ihre fragilen Binnenmärkte vor einer Übermacht westlicher Waren schützen müssen, z.B. Hühnerfleisch oder Tomatenmark, und vor allem das Land selbst vor Waffen, mittlerweile aber auch vor Müll, sieht man die Dinge plötzlich nicht mehr so eng.

            Überlegen Sie mal: Statt unseren Lebensstil auf weniger Müllproduktion auszulegen wird mittlerweile Plastikmüll in andere Länder verschifft. Malaysia und die Phillippinen schicken jetzt schon Schiffscontainer volletr Müll zu uns zurück, weil sie die Schnauze voll haben.

            Jaaaa, mit geschlossenen Grenzen hätten wir sehr viel weniger Flüchtlinge!
            Nämlich genau dann wenn wir es den Entwicklungsländern erlauben, ihre Grenzen vor uns zu schließen und sich zu schützen!

            Aber leider… was meinen Sie wohl was passiert, wenn z.B. das Land Niger auf die Idee kommt, den französischen Staatskonzern Areva vor die Tür zu setzen?

          • Silvia
            09.06.2019, 16:52 Uhr.

            Novalis
            06.06.2019, 8:52 Uhr.

            Sind Sie wirklich so naiv, dass Sie denken, dass dadurch die Unterschiede der Kulturen und Sozialisationen der Menschen auf allen Erdteilen nicht mehr existieren bzw. im Zusammenleben keine Rolle mehr spielen?

            VOR GOTT sind alle Menschen gleich und Menschenwürde und Menschenrechte stehen auch, zumindest in westlichen Demokratien, selbstverständlich allen Menschen zu.

            Aber das hebt die Unterschiede zwischen den Menschen nicht auf. Wir sind keine homogene, anonyme Masse sondern Individuen, das betrifft auch die Angehörigen einer Nation untereinander.

            Die Individualität gehört auch zur Menschenwürde.

        • Carla Maltese
          05.06.2019, 23:19 Uhr.

          Sich in anderen Ländern kräftig zu bedienen, gern deren Rohstoffe und Arbeitskraft für den eigenen Wohlstand nehmen, dann aber diese Menschen im Stich zu lassen wenn sie Hilfe brauchen, sie im Mittelmeer ertrinken lassen, ist ganz sicher nicht die Botschaft Jesu!

          Was wir Christen anstreben sollten ist eine Welt in der keiner mehr genötigt ist, seine Heimat zu verlassen. Weder durch Krieg noch durch Verfolgung noch durch Klimawandel. Wenn es keinen Grund mehr gibt zu flüchten, DANN können wir darüber reden wo man leben darf und wo nicht!

          NATÜRLICH ist es ein Unding, daß so viele Menschen übers Mittelmeer zu uns flüchten, denn auch die tapferen Seenotretter sind nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.
          Aber die Frage ist, WARUM die Leute kommen. Und was man dagegen tun kann, daß sie keine Chance mehr in ihren eigenen Ländern sehen.
          Und uns geht das sehr viel ein, als Christen sowieso, aber auch als Nachfahren der Kolonialherren.

          • Silberdistel
            06.06.2019, 10:49 Uhr.

            Carla Maltese
            05.06., 23:19 h
            Die Welt ist eben voller Ungleichheiten, Widrigkeiten und Ungerechtigkeit. Und das Wichtigste: Deren Bewohner sind nicht durchweg alle tiefgläubige und praktizierende Christen, obwohl das hohe „C“ in vielen politischen Parteien, zumindest des Westens, aufzufinden ist.
            Persönlich unterstütze ich daher das Bemühen des Papstes um interreligiösen Dialog! Sodaß eines Tages vielleicht doch mal eine global übergreifende Ethik gelten mag, die diesen Namen verdient und die in der Lage ist die treffend von ihnen geschilderten Missstände wenigstens zu lindern. Diesbezüglich einmal in die UN gesetzten Hoffnungen sind ja bereits längst zerstoben.
            Ob aber am Ende tatsächlich diese ideale Welt herauskommen kann, wie sie ihnen vorschwebt, welche wie ein Himmel auf Erden für alle ist, mag dennoch in der Welt der Polaritäten dahingestellt sein. Für mich wäre solch ein irdischer ´Himmel´ jedenfalls definitiv nur ohne unsinnigen und nervigen Klimawandelhype denkbar.

          • Carla Maltese
            09.06.2019, 19:10 Uhr.

            Sie machen es sich jedenfalls sehr bequem!
            Die UN soll irgendwas machen… Und sowieso kommen wir alle in den Himmel…

            Der Himmel ist nicht als faule Ausrede gedacht, um hier auf der Erde unbegrenzt hartherzig und egoistisch sein zu können. Und in der Moral windelweich und bequem.

            Hätten die ersten Christen so gelebt wie Sie für richtig halten, gäbe es heute kein Christentum. Denn was die Leute damals zum Christentum zog war, dass die Christen anders lebten. Eine andere Lebensweise vorlebten. Ansonsten wäre das Christentum nur ein Kult unter vielen gewesen und bald verschwunden.
            Denn wer nahm damals schon einen gekreuzigten Gott für voll?

    • Novalis
      01.06.2019, 23:38 Uhr.

      „hätte der Papst in Bulgarien wie in Rumänien, nur noch über den „Klimawandel“ schwadronieren müssen. Den Rom, zu allem Überfluß, ja auch noch leidenschaftlich protegiert.“
      Rom protegiert den Klimawandel? Das wäre mir neu. Das wäre auch ziemlich wirr, genauso wie die Aussage.

      • Silberdistel
        03.06.2019, 1:21 Uhr.

        Novalis
        01.06., 23:38 h
        Wenn man uninformiert ist, erscheint so manches wirr! Um sich schlau zu machen einfach die Artikel aufsuchen, in denen um 2015 der damalige Direktor des PIK H.J. Schellnhuber, an der päpstlichen Enzyklika „Laudato Si“ mitgewirkt hat und die angeblichen Erkenntnisse der ´Klimafolgenforschung´ des PIK, bzw. IPCC, mit in die Enzyklika hat einfließen lassen. So liest man beispielsweise auf Vatican-News aktuell = Vatikan: „Brauchen neues Denken über Klima, Konsum und Gesundheit“. Das Schellnhuber seit seinem Einfluß auf die Enzyklika und Wirken in der vatikanischen Pontifikal-Akademie der Wissenschaften, offiziell den Titel „Klimapapst“ tragen darf, ist allerdings tatsächlich nur Munkelei.

        • Novalis
          03.06.2019, 11:33 Uhr.

          Fast hätte ich mich dazu durchgerungen, so etwas nicht einmal zu ignorieren. […]*

          So, dann formulieren wir es halt deutlicher: Der Begriff „protegieren“ bedeutet soviel wie begünstigen. Der Vatikan, so schrieb Silberdistel, protegiere, also begünstige den Klimawandel. Das stimmt aber nicht. Unser Papst will, wie jeder Mensch, der vernünftig ist, den Klimawandel aufhalten und nach Möglichkeit verhindern. Es ist wohl zuviel verlangt, schlicht wissenschaftliche Erkenntnisse zu akzeptieren, wenn man nicht einmal richtig Fremdwörter benutzen kann.
          In Deutschland haben wir Gottseidank Meinungs- und Weltanschauungsfreiheit – man darf an das Spaghetttimonster glauben ebenso wie wissenschaftliche Erkenntnisse ignorieren oder leugnen. Wir halten hier sogar eine Beatrix von Storch aus, die der Sonne empfiehlt, weniger stark zu scheinen. Wir halten auch aus, wenn ungelehrte Einzelne ihren Verstand nicht benutzen. Was wir aber gottlob unterbinden, ist, dass solche Ungelehrtheit den Menschen schadet.

          *Der Beitrag wurde wegen des Verstoßes gegen die Netiquette editiert.

          • Silberdistel
            03.06.2019, 22:01 Uhr.

            Novalis 03.06., 11:33 h
            Alberto Knox 03.06., 15:16 h
            Genau, ignorieren ist nicht wirklich die intellektuelle Stärke, der man sich öffentlich rühmen müßte. Insofern empfiehlt es sich Ausführungen einer anderen Meinung lieber mehrfach zu studieren. Bevor man sich dem Verdacht aussetzen müßte, das ganz einfach das geistige wie christliche Rüstzeug fehlt, um einer anderen Meinung wenigstens im Ansatz überhaupt folgen zu können. Man muß ja auch nicht gleich demonstrieren nur ein banaler Opportunist zu sein, für den es allein wichtig ist „seinem Papst“ zu folgen und auf einer vermeintlichen mainstreamwelle mit zu surfen. Doch der von der besprochenen Thematik von Klimaveränderungen überhaupt nicht die blasseste Ahnung hat, wie seine hilflosen Ausführungen eindrucksvoll zur Schau stellen. Schönen Tag!

          • Silberdistel
            04.06.2019, 11:47 Uhr.

            Novalis
            03.06., 11:33 h
            Oho, sie würden also meinen das der Vatikan nicht den derzeitigen „Klimawandel“-Hype begünstigt?? Wenn auch ausgerechnet der deutsche Klimawandel-Hitzkopf Schellnhuber (sein diesbeszügliches Buch: „Selbstverbrennung“) für die Enzyklika „Laudato Si“ zu Rate gezogen wird? Denn das von Berlin politisch protegierte PIK geht mit seinen Klima-doomsday Aussagen in der Schärfe nochmals weiter, als die eigentliche Mutterinstitution, die internationale IPCC. – An der Stelle muß man sich ohnehin fragen, wieso man sich in Rom an „Schmidtchen“ hält wenn man bei der IPCC sicher gleich ein ganzes Expertengremium zur Verfügung gestellt bekommen hätte. Oder fühlt man sich in Rom bereits selbst als nur regionale Erscheinung, die nur in der Lage ist sich bei zweitrangigen Experten Rat einzuholen?

          • Carla Maltese
            06.06.2019, 21:49 Uhr.

            Wie soll ich eigentlich auf Ihren Kommentar von 03.06.2019, 22:01 Uhr. antworten??

      • Alberto Knox
        03.06.2019, 15:16 Uhr.

        „Rom protegiert den Klimawandel?“ ich würde jemandem, der das, was er meint, so schlecht in worte fassen kann, dass das gegenteil des gemeinten rauskommt, nicht soviel aufmerksamkeit widmen.

        • Silvia
          05.06.2019, 15:31 Uhr.

          Silberdistel
          04.06.2019, 11:47 Uhr.

          Silberdistel, die beiden Mitblogger meinen, Sie hätten schreiben müssen, dass Rom den KlimaHYPE protegiert. Sie aber haben geschrieben, dass Rom den KlimaWANDEL protegiert, dh., Sie haben das Verb „protegieren“ falsch benutzt und damit das Gegenteil von dem geschrieben, was Sie eigentlich aussagen wollten.

          Ist mir übrigens unabhängig von den beiden Mitbloggern gleich aufgefallen, da ich aber wusste, was Sie sagen WOLLTEN, habe ich Sie nicht darauf hingewiesen, weil ich das Schulmeistern nicht mag.

          • Silberdistel
            06.06.2019, 9:56 Uhr.

            Silvia
            05.06., 15:31 h
            In der Tat hatte ich den allgemein undifferenzierten Sprachgebrauch um das Thema „Klimawandel“, in dem ansich unsinnige Begriffe wie etwa „Klimaschutz“, „Klimarettung“ ranken noch befördert, indem ich in meinem genannten Beitrag selbst solch eine Begrifflichkeit gewählt hatte. Daraus rettet mich auch nicht der Umstand, das z.B. in jenen öffentlichen Talkshows, in denen s.g. schlimme „Klimaleugner“ auch mal zu Wort kommen dürfen, oder in den vielen diesbezüglichen internetblogs, von diesen unsinnigen Begriffen geradezu inflationär Gebrauch gemacht wird. Also: Mea Culpa! Man kann schließlich nicht immer davon ausgehen, das Leser mitdenken und 5 auch mal gerade sein lassen können.

          • bernardo
            06.06.2019, 13:12 Uhr.

            @ Silvia: Sie haben natürlich recht. Das Diskussionsklima wird durch intellektuellen Dünkel – eigentlich das Merkmal eher mediokrer Intellektueller – und Schulmeisterei nicht besser. Wie oft hat man es uns wissen lassen, dass wir keine Theologen sind und wir beide „nur“ den Fernkurs Theologie besucht haben? Bei mir kam die vermeintliche Unkenntnis über Sakramente hinzu (ich wüsste nicht, was ich je dazu geschrieben hätte, da ich mich in der Frage der Wiederzulassung Geschiedener sehr zurückgehalten habe), an die sich ein Forist erinnerte. Oder der Hinweis auf den Febronianismus, als ich von germanikanischen Tendenzen schrieb (wohl wissend, dass der Begriff Febronianismus außer für Frühneuzeithistoriker, also für mich, und für Kirchengeschichtler eher unbekannt war.). Jetzt kommt das Herumreiten auf „protegiert“ hinzu.

            Man fühlt sich an die eristische Dialektik Schopenhauers und das argumentum ad personam erinnert: „Es benötigt im Gegensatz zum argumentum ad hominem keinen logischen Aufbau und besteht im Extremfall aus einer schlichten Beleidigung.“

    • Carla Maltese
      02.06.2019, 1:25 Uhr.

      Hm, ob man aktuelle nationalistische Strömungen in Osteuropa wirklich glorifizieren sollte?
      Ob es wirklich schlau ist, ausgerechnet das zu bewundern?
      Die Aufmaersche die es z. B. Gerade in Polen gibt?
      Ich habe da so ein paar Fotos, die habe ich damals von der Bosnienreise mitgebracht. Einschussloecher in Hauswaenden die man nach so langer Zeit noch sieht. Das Haus mit einem fetten Artillerietreffer. Der Friedhof wo ziemlich viele junge Leute liegen, alle mit einem Todesdatum innerhalb weniger Wochen. Und vor allem die Fotos die ich aus der Fotoausstellung in Mostar abfotografiert habe. Ein Blick in die Gesichter beantwortet die Frage ob man heutige nationalistische Tendenzen befürworten sollte. Und zwar eindeutig!

      Und was den Klimawandel angeht:
      Ich hatte gestern die Gelegenheit, in einem Waldstueck mal durchzuzaehlen, wieviele Bäume den Dürresommer nicht überlebt haben.
      Noch ein paar Mal sowas und wir haben keinen Wald mehr.

      Dass der Menschgemacht ist, braucht mir auch keiner mehr zu erklären, denn ich weiß was ein Farbstoff ist und wie Faerben funktioniert. Ich begann mein eigenes Berufsleben mit Faerbeversuchen.
      Faerben ist nichts anderes als das Ändern der optischen Eigenschaften eines Stoffes und genau das tun die Treibhausgase.

      Ist auch keine neue Erkenntnis, sondern schon seit Mitte des 19. Jahrhunderts bekannt.
      Da gab es Forscher wie John Tyndall und eine Frau namens Eunice Newton Foote, eine Autodidaktin…

      Richtig kurios ist übrigens das auch schon in diesem Blog gelesene Argument dass Computer nichts kompliziertes berechnen könnten. Nur einfache Balken.
      Insbesondere da in meinem Berufsstand chemische Prozessimulationen per Computer längst Standard sind.

      Bzw. Kennen Sie Anno 1404?
      Ein sehr interessantes Computerspiel. Der Computer berechnet da gleichzeitig den Verbrauch und die Erzeugung von Waren auf mehreren besiedelten Inseln, das Verhalten verschiedener Computergegner mit unterschiedlichem Charakter und Schwierigkeitsgraden, vom freundlichen Barden bis zum scheiß Kardinal, wann der Lehnsherr, der Scheich oder der Venezianer einem zufällig gewählte Aufträge erteilen, Meereswellen und Tiere auf unbesiedelten Inseln, und hin und wieder Katastrophen. Nur von Schiffen haben die Entwickler keine Ahnung, die Schiffe drehen alle wie Panzer.
      Dieses Spiel lief einwandfrei auf meinem runtergeschrubbten Pentium DuoCore der z. B. Emergency 4 nicht mehr starten wollte.
      Das Klimarechenzentrum in Hamburg hat ca. 100.000 Prozessorkerne.
      Hm, wie war das, Computer können nichts kompliziertes berechnen, nur einfache Balken?

      Und kennen Sie BOINC, Berkeley Open Infrastructure for Network Computing?
      Da kann man Rechenzeit für wissenschaftliche Projekte bereitstellen und erleben wie heutzutage selbst der stinknormale heimische PC das Verhalten hochkomplexer Eiweißmolekuele berechnet oder nach Gravitationswellen von Pulsaren sucht.

    • Carla Maltese
      02.06.2019, 9:01 Uhr.

      Ach, und eine Sache noch:
      Wir beziehen alle möglichen Rohstoffe wie Phosphat, Sand, Kupfer, Tantal, Bauxit, Soja, Palmöl, noch immer Steinkohle ect. Ect. Ect. Aus anderen Ländern und lassen dort Menschen für uns arbeiten. Unsere Autos und Maschinen exportieren wir in andere Länder und lassen uns dafür bezahlen.

      Den Wohlstand den uns die anderen Länder bringen genießen wir, aber wenn die Menschen dort Hilfe brauchen sollen sie halt Verrecken? Das soll christlich sein?

      Jesus, der auch den Sklaven eines römischen Offiziers heilte, hätte da wahrscheinlich eine andere Meinung.

      • Novalis
        02.06.2019, 18:36 Uhr.

        Die Diskussion um den Klimawandel ist beendet. Alle Wissenschaftler*innen sind sich einig, dass es a) einen Klimawandel gibt und dass b) er menschengemacht ist. Nur Donald Trump, von Storch und wenige Leugnisten sind dem Konsens nicht beigetreten. Meist aus egoistischen Gründen. Insofern tut der Papst gut daran, stets an unsere Verantwortung für die Umwelt zu appelieren. In Rumänien ebenso wie in Rom.

        • Silvia
          03.06.2019, 9:25 Uhr.

          Wie wäre es denn, wenn der Papst zum Klimaschutz seine Flugreisen reduzieren würde statt nur darüber zu reden.

          • Carla Maltese
            03.06.2019, 23:29 Uhr.

            Franziskus mache ich da weniger einen Vorwurf, wenn er Menschen in anderen Ländern besuchen möchte, Nähe und Solidarität zeigen will, Liebe zu allen Menschen weltweit zeigen will, und zwar nicht nur zu denen in angesagten Metropolen.
            Da fällt mir eher z.B. eine Stieftante ein die ausgiebig moralisieren kann, sich dann aber auch die schmutzige Kreuzfahrt leistet.

            Ich jedenfalls verzichte schon auf einen großen Traum den ich hatte, nämlich darauf, einen Flugschein zu machen. Doch, so eine Cessna fliegen würde ich gern, zweimal durfte ich sogar schon eine steuern, aber wer bin ich, daß ich mir heute noch so eine Umweltferkelei leiste?

        • Silberdistel
          03.06.2019, 9:59 Uhr.

          Novalis 02.06., 18:36 h
          Carla Maltese 02.06., 1:25 h
          „In der Klimaforschung und -modellierung sollten wir erkennen, dass es sich um ein gekoppeltes nichtlineares chaotisches System handelt. Deshalb sind längerfristige Vorhersagen über die Klimaentwicklung nicht möglich.“ (IPCC, Third Assessment Report, 2001, Section 14.2.2.2, S.774.) Zitatende. Und doch mal bei Wikipedia nachschauen, was ein chaotisches System ist und wie man es berechnen kann, – nämlich gar nicht! Auch mit den leistungsfähigsten Computern nicht.
          Und noch vor Adam und Eva angefangen, bei der Genises: Vor 3,77 Mrd. Jahren begann nach wissenschaftlichen Erkenntnissen sich Leben auf diesem Planeten zu entwickeln. Seitdem stieg per se der Anteil des Sauerstoffs und seitdem sankt der Anteil des CO2 in der Atmosphäre. Sodaß die heutigen Gesamt ca. 0,04 Prozent CO2 in der Atmosphäre, damit noch auf dem absoluten erdgeschichtlichen CO2-Minimumniveau rangieren. Wenn sich dem also so verhält und wesentlich höherer CO2-Anteil die Evolution von Leben offenbar niemals gestört hat, da CO2 nunmal kein Giftgas, sondern ein Düngergas ist (sonst gäbe es die Schöpfung in dieser Üppigkeit einfach nicht), dann hätte ich schon gerne einmal die plausible Begründung für die Ableitung vernommen, wie die marginale Erhöhung des CO2 durch den Menschen mit sagenhaften zusätzlichen 0,012 Prozent, den allerersten Klima-doomsday der Klimageschichte und dann auch noch in Bälde herbeiführen soll. Denjenigen Klima-doomsday, den man massenmedial und tagtäglich unter die Nase gerieben bekommt.
          S.g. schlimme „Klimaleugner“ (die im Übrigen die völlig natürliche und seit Äonen stattfindende Klimaveränderungen überhaupt nicht leugnen) sprechen daher auch schon von der ´Klimakirche´. Da für diesen wissenschaftlich haltlosen Hype, mehr Glauben als Wissen gehört. Denn die + 0,8°C seit Ende der letzten s.g. „kleinen Eiszeit“ und damit Beginn der ersten einigermaßen professionellen Klimadatenerhebungen, sind in der Klimageschichte überhaupt nicht auffällig, sondern Normalität.

          Es ist schade, das sich der Papst so weit aus dem Fenster gelehnt hat und sich dieser ´Klimakirche´ auch noch angeschlossen hat. Die weltweit gar nicht so viele Anhänger hat, z.B. solche wissenschaftlich entwickelte Nationen wie Russland und USA nicht. Hinter der allerdings knallharte politische Interessen der „one world“ stehen, sowie natürlich wie immer ein „riesen deal“, in dem die Luft zum Atmen auch noch bepreist wird. Schönen Tag.

          • Carla Maltese
            03.06.2019, 23:19 Uhr.

            Also nochmal…

            Was ist ein chaotisches System?
            Es ist ein System in dem kleine Wirkungen sehr große Ursachen haben. Es ist kein System in dem plötzlich keine elementare Thermodynamik mehr gelten würde! Das bekommt man wenn dann nur in einem Schwarzen Loch!
            Eine Energiemenge die die Grenze eines thermodynamischen Systems übertritt bleibt entweder im System oder kommt aus dem System wieder raus. Sie wird nicht im System plötzlich ersatzlos gestrichen. Auch in einem chaotischen System nicht!
            Und eines hat Energie so an sich: Es gibt nunmal ein Gefälle in dem sie am Ende zur einfachsten Energieform, also Wärme, wird. Sie können z.B. wunderbar Ihre Küche heizen, wenn sie versehentlich Ihre Kühlschranktür offen lassen.

            Zum Thema CO2:
            Dessen Anteil schwankte auch im Lauf der Erdgeschichte, und es wurden vergangene Klimaveränderungen mit Hilfe von Eisbohrkernen und geologischen Proben mit dem Gehalt an CO2 in der Athmosphäre zur Deckung gebracht.
            Darüber hinaus ist die Wirkung von CO2 ohnehin schon seit Mitte des 19. Jahrhunderts bekannt.

            Ihre 0,012% erinnern mich übrigens stark an meine eigenen Färbeversuche.
            Ich färbte damals Kunststoffe mit organischen Farbstoffen. Und ich hatte teilweise auch hervorragende Färbeergebnisse, die optischen Eigenschaften der Kunststoffe hatten sich also drastisch verändert. Nur war es nicht möglich, per IR-Spektroskopie herauszubekommen, wie groß der Anteil an Farbstoff war den ich hineigebracht hatte. Der war nämlich so winzig daß Begleitstoffe und Verunreinigungen alles überlagert haben.
            Tatsächlich reicht eine Winzigkeit Farbstoff, und nichts anderes sind die Treibhausgase, für eine verdammt durschschlagende Wirkung.

            Es geht beim Klimawandel um eine Veränderung der optischen Eigenschaften der Athmosphäre, bzgl. dem Teil des elektromagnetischen Spektrums der nicht für uns sichtbares Licht sondern Wärmestrahlung ist. Hätten wir Augen wie Schlangen, wäre uns schon vor 50 Jahren etwas aufgefallen.

            Noch Fragen?

          • Silberdistel
            05.06.2019, 14:17 Uhr.

            Carla Maltese
            03.06., 23:19 h
            Nur eine Frage um es kurz zu halten, denn die Gläubigen der ´Klimakirche´ sind nunmal stark in ihrem Glauben und mit den besten Argumenten meist eh nicht mehr zu erreichen: Nach ihren Ausführungen, wie den gebetsmühlenhaft und propagandistisch vorgetragenen des Klimahype-mainstreams, müßte der Klima-doomsday längst erdgeschichtliche Historie sein und nicht mehr in unser aller nahen Zukunft stattfinden. Denn die CO2-Anteile in der Atmosphäre lagen bereits um das 15-fache höher, als die aktuell gemessenen ca 0,04 Prozent, die damit immer noch auf dem erdgeschichtlichen Minimumlevel rangieren. Nach ihren Ausführungen war der Himmel erdgeschichtlich also schon sehr viel mehr eingefärbter als heute…
            Also dann bitte um kurze, aber ausreichende Erklärung, warum der Klima-doomsday (gem. Buchtitel „Klimapapst“ Schellnhuber: „Selbstverbrennung“) demnächst über uns alle hereinbrechen soll und zwar auch noch in einer für Klimaveränderungen relativ kurzen Zeit von nur 1-2 Jahrzehnten. Schönen Dank im Vorraus für die Mühe, die sie mit der Erklärung sicherlich haben werden.

            Übrigens ist die Sache der „Klimaschützer“ eh verloren, ehe sie begonnen hat: So sind derzeit weltweit 1.400 – 1.600 Kohle-KW in Bau oder in Planung. Federführend ausgerechnet von den Hauptempfängerländern des „Pariser Klimaschutzabkommens“ Indien und China. Mit 30 abgeschalteten deutschen Kohle-KW dagegen anzutreten, kann man im Spielstand also nur mit ´hoffnungslos´ umschreiben.

            Desweiteren möchte ich anfügen, das man mit dem „Klimaschutz“ die nachfolgenden Generationen, WIE DEN PAPST, um die sehr berechtigte Sorge eines dringend verbesserungswürdigen Umwelt- und Naturschutzes regelrecht betrügt. Denn „Klimaschutz“ kommt zwar marketingtechnisch geschickt in deren Mäntelchen daher, beschreibt allerdings ausschließlich die Reduzierung der ca. 0,012 Prozent vom Menschen seit seinem Wirken der Atmosphäre mehr zugefügten CO2. 256 Mrd. hat der ´Klimavorreiter´ Deu bisher dafür in das Konzept der EE investiert, den zweitteuersten Strom der Welt haben wir dafür bekommen. Ohne das dies jedoch einen nennenswerten Einfluß auch nur auf die nationale CO2-Emission gehabt hätte.
            Während gleichzeitig in die im Vergleich zur Atmosphäre wesentlich fragilere Biosphäre immer mehr Substanzen und deren Abbauprodukte akkumuliert werden, die dort überhaupt nicht hingehören! Die zum Teil hoch toxisch, zum Teil sogar hormonell wirken und in der Natur z.B. Geschlechtsumwandlungen bewirken. Ganz zu schweigen von der Nano- und Plastikteilchenflut, die die Gewässer heimsuchen, sowie dem fortschreitenden Artensterben durch zunehmenden Landschafts- und Naturverbrauch. Dank „Klimaschutz“, für den in Deutschland gehüpft und wie jetzt im Bundestag theatralisch gestorben wird, geht diese zweifelsohne wichtigste Generationenaufgabe, von der im Übrigen jeder einen Benefit hätte und nicht wie beim „Klimaschutz“ nur wenige übliche Verdächtige, praktisch gänzlich unter. Jedenfalls in den Haushaltsetats von Bund und Ländern, die dank „Klimaschutz“ und „CO2-Bilanz“ bereits zunehmend strapaziert werden.

          • Carla Maltese
            05.06.2019, 23:06 Uhr.

            Ach, übrigens, zur Berechnung komplexer Systeme empfehlen sich Finite-Elemente-Methoden.

            Dabei schneidet man das System in winzigkleine Würfelchen. Die Berechnungen pro Würfelchen sind dann nicht mehr arg kompliziert, es sind allerdings sehr sehr viele Berechnungen.

            Ich weiß nicht genau wie es rechnet, aber ein Projekt zur Klimavorhersage läuft auch auf BOINC.

          • Carla Maltese
            06.06.2019, 21:23 Uhr.

            Herr Erbacher, an dieser Stelle meine ich schon daß ich es verdient hätte, daß Sie auch mal meine Geduld registrieren…

            „Also dann bitte um kurze, aber ausreichende Erklärung, warum der Klima-doomsday (gem. Buchtitel „Klimapapst“ Schellnhuber: „Selbstverbrennung“) demnächst über uns alle hereinbrechen soll und zwar auch noch in einer für Klimaveränderungen relativ kurzen Zeit von nur 1-2 Jahrzehnten.“
            Weil wir Menschen innerhalb weniger Jahrzehnte sehr viel ehemalige Biomasse verbrennen und damit zu CO2 verarbeiten.
            Was wir in unseren Kraftwerken verfeuern und in unseren Autos und Flugzeugen und zu Kunststoffen verarbeiten hat vor Millionen Jahren mal gelebt, d.h. gehört in die Kohlenstoffbilanz einer anderen Zeit.

            Tatsächlich schwankte der CO2-Gehalt der Erdathmosphäre häufiger. Man hat das anhand von Bohrkernen auch mit Klimaveränderungen korreliert.
            Das größte Problem beim gegenwärtigen Klimawandel ist, daß wir den CO2-Gehalt in der Erdathmosphäre schneller erhöhen als sich das Leben anpassen kann. Evolution braucht ihre Zeit, die Enkel von einem Pinguin werden keine Wüstentiere.

            Möchten Sie mir VIELLEICHT mal erzählen, wie Sie unter vielen tausend seriösen Wissenschaftlern auf diesem Planeten ständig nur auf einen einzigen kommen? Ständig nur auf Herrn Schellnhuber?? Ist der ein persönliches Hobby vcon Ihnen??

            Ach, a propos Marketing…

            Da wir schon bei ökonomischen Interessen sind:
            Es sind interne Papiere aus der Forschungsabteilung von Exxon an die Öffentlichkeit gelangt. Den CO2-Anstieg der Athmosphäre und den daraus folgenden Klimawandel sagten bereits 1977 bei Exxon angestellte Wissenschaftler voraus. Exxon reagierte mit einer großen Vernebelungskampagne. Es erschienen immer wieder Zeitungsanzeigen mit dem Tenor: „Wissenschaftler sind sich nicht sicher ob Klimawandel menschengemacht“ bzw. „Die Wissenschaft kann darüber keine exakten Vorhersagen machen“ usw. (Auch Herrn Erbachers früherer Kollege Bublath fiel darauf rein)
            Die Vorwürfe sind so belastbar und die durchgesickerten Papiere so real, daß die Stadt New York Exxon jetzt verklagt hat.
            Wo liegt New York nochmal? Ja genau: Im Nordatlantik…

        • bernardo
          03.06.2019, 12:47 Uhr.

          Alle Wissenschaftler sind sich nicht einig – das ist eine Falschmeldung. (Das Gendersternchen benutze ich aus Prinzip nicht.) Eine Wissenschaft, die sich in allem einig wäre, gibt es nicht. Kennzeichen von Wissenschaftlichkeit ist die prinzipielle Offenheit der Diskussion. Menschengemachter Klimawandel ist das vorherrschende Paradigma, das von einigen ernstzunehmenden Wissenschaftlern bestritten wird (und nicht nur vom pöhsen Trump und der pöhsen AfD). Und dass, was heute Minderheitenmeinung ist, kann morgen das neue Paradigma werden (Thomas Kuhn).

          • Novalis
            03.06.2019, 22:19 Uhr.

            Dass der Klimawandel von Menschen verursacht wird, wird von keinem/r ernstzunehmenden Wissenschaftler*in bestritten. Da mögen manche Leugnisten sich noch so auf den Kopf stellen.

          • Carla Maltese
            03.06.2019, 22:47 Uhr.

            So kann man es sich auch einfach machen: „Ach, morgen sind wir bestimmt alle anderer Meinung!“

            Nein, bernardo, es besteht überwältigende Einigkeit zum Thema menschengemachter Klimawandel.

            Zum einen weil die Wirkung von CO2, Methan und anderen Treibhausgasen schon sehr lange bekannt ist, schon seit dem 19. Jahrhundert (und von Nobelpreisträger Svante Arrhenius sogar begrüßt wurde: „Die Menschheit wird unter einem wärmeren Himmel leben können“. Nun… seine unmittelbaren Lebenserfahrungen waren schwedische Winter. In denen es noch nicht, wie heute, alles im Supermarkt zu kaufen gab. Er hat nicht, wie ich, an der Dürre verstorbene Bäume durchgezählt) und sich auch experimentell leicht nachweisen lässt. Es kommt noch dicker: Er Entdecker des CO2 im 18. Jahrhundert, Joseph Black, war der erste der Wärmemenge und Temperatur unterschied und den Begriff der Wärmekapazität einführte.

            Außerdem kommt keine andere Ursache infrage.
            Man kann in der Themordynamik prinzipiell Systemgrenzen ziehen wo man will. Um die Rolle Tesa links neben mir genauso wie um die gesamte Erdathmosphäre. Die Erde als Gesamtsystem im Vakuum des Alls wird Energie als Wärme größtenteils nur auf eine einzige Art los: Ins All abstrahlen. Winzigkleine Masse- und Energieverluste durch abgehauene Athmosphärenmoleküle sind so klein daß sie nicht ins Gewicht fallen.
            Wir wissen alle daß die Erde Energie von der Sonne in Form von Strahlung empfängt. Das ist die hauptsächliche Energiequelle, andere Himmelskörper und Einschläge von Meteoriten fallen nicht ins Gewicht. Ansonsten gibt es als nennenswerte Wärmequelle nurnoch den Zerfall von radioaktiven Isotopen im Inneren der Erde, aber der spielt tatsächlich nur für die Vorgänge im Erdinneren eine Rolle.
            Die Sonne hat schonmal nicht plötzlich vor ein paar Jahrzehnten abgefangen zu randalieren. Ehrlich gesagt wird das Sonnenfleckenmaximum alle 11 Jahre sogar geringer.
            Es gab auch keine plötzliche Veränderung der Erdumlaufbahn vor wenigen Jahrzehnten. Zwar stimmt es, daß sich die Erdumlaufbahn verändert aber das geschieht innerhalb von Jahrtausenden, nicht innerhalb weniger Jahrzehnte. Immerhin ist nichts in der Physik stabiler als Drehimpuls.
            Aktuell passt die Veränderung der Umlaufbahn der Erde um die Sonne, SELBST WENN sie innerhalb weniger Jahrzehnte geschehen würde, also sehr viel schneller als sie es tatsächlich tut, ohnehin nicht zu einem immer wärmeren Klima. Sie wird nämlich immer runder.

            Was sich tatsächlich rasant verändert ist die Lage der magnetischen Pole, aber da konnte ein Zusammenhang mit dem Klima noch nicht nachgewiesen werden.

          • Carla Maltese
            04.06.2019, 6:16 Uhr.

            Aeh, Herr Erbacher, ich mache mir gerade Sorgen wegen meinem einen Beitrag gestern den ich leider hier nicht sehe:

            Ich habe hoffentlich geschrieben: Stabiler als Drehimpuls, nicht: So stabil wie Drehimpuls.
            Falls ich mich doch verschrieben habe, könnten Sie das bitte korrigieren?

          • bernardo
            05.06.2019, 11:57 Uhr.

            „Leugnisten“ – schöne Wortschöpfung. Früher sagte man schlicht „Ketzer“ oder „Häretiker“. Es ist wohl so, wie William Buckley schrieb: „Liberals claim to want to give a hearing to other views, but then are shocked and offended to discover that there are other views.“ Es ist nicht das erste Mal, dass ich feststelle, welche Schwierigkeiten manche Blogger mit der Meinungsfreiheit haben.

            Nochmals zum Mitschreiben: Wissenschaft lebt vom Diskurs, vom Infragestellen von Thesen und Theorien, nicht von der Akklamation. Wissenschaftliche Thesen sind auch keine religiösen Dogmen, auch wenn manche, die Probleme mit der Trennung von Wissenschaft und Glaube haben, sie dazu machen wollen.

          • Carla Maltese
            06.06.2019, 21:41 Uhr.

            @bernardo:

            Sie haben da eine sehr geisteswissenschaftliche Vorstellung.

            Nein, in der Naturwissenschaft diskutiert man nicht, bis alle mit einer Theorie leben können!
            Man weist nach. Man beweist. Man führt Versuche durch und misst/analysiert/prüft/zählt/untersucht das Ergebnis.
            Wenn man ausreichend Beweise für eine Theorie hat, kann man sie für gültig erklären. Aber wenn ein anderer auch nur einen einzigen seriösen belastbaren Gegenbeweis bringt, kann man sie in die Tonne kloppen.

            Ich selbst habe bei meinen Färbeversuchen damals zwei etablierte Theorien zur Diffusion in die Pfanne gehauen. Und solange mir niemand sachlich nachweist daß ich unrecht habe, sind sie widerlegt.

            Aber weil es in den Geisteswissenschaften anderst läuft, können auch römisch-katholische Glaubenswächter darauf bestehen, biologische Irrtümer alter griechischer Philosophen in der offziellen Kirchenlehre zu behalten.

          • bernardo
            09.06.2019, 19:37 Uhr.

            @ CM: Was Sie schreiben, ist nichts anderes, als das, was ich schreibe. Sie haben mit ihren Versuchen, eine Theorie widerlegt (falsifiziert) und vielleicht eine neue Theorie aufgestellt. Da man sie nicht verifizieren, sondern nur falsifizieren kann, bleibt sie solange gültig, bis sie falsifiziert worden ist. Um aber Dinge überhaupt falsifizieren zu können, bedarf es einer kritischen bzw. skeptischen Haltung. Gläubige, die jeden Zweifel als „Leugnismus“ beschimpfen, sind dazu nicht imstande, ja sie sind ungeeignet für jede Art von Wissenschaft. Für Geistes- ebenso wie für Sozial- und Naturwissenschaften.

  • Carla Maltese
    01.06.2019, 0:03 Uhr.

    .Wenn ich früherer Reiseberichte richtig im Gedächtnis habe, dann hat Franziskus mit einzelnen Reisen schon Rekorde gesprengt.
    Aber, das ist das was mir persönlich gefällt: Er sucht die Massenauftritte nicht auf Teufel komm raus. Er muss nicht jedesmal hunderttausende Zuschauer bei einer Messe haben. Er muss sich nicht jedesmal von riesigen Massen feiern lassen wie damals Wojtywa.

    Wenn er einen Grund hat, dann kommt er auch zu ganz wenigen Gläubigen.
    Wir werten gern Weltgegenden die keine Metropolen zu bieten haben ab. Bzw. wir Großstädter reden gern von „Käffern“ und „Kuhdörfern“. Franziskus ist da anderst, obwohl er geborener Haupt- und Millionenstädter ist.

    Schön zu lesen, daß es diesmal ein angenehmes ökumenisches Klima gab.
    Die Anglikaner sind eine Wundertüte: Man weiß nie was man bekommt. Vielleicht ist es mit der Orthodoxie ein bischen ähnlich.

    Was die unabhängige ukrainisch-orthodoxe Kirche angeht, muss man berücksichtigen, daß deren Gründung notwendig war.

    Rest des Artikels lese ich frühestens morgen.

    • phrospero
      04.06.2019, 2:44 Uhr.

      @Carla Maltese
      Man weiß nie was man bekommt. Vielleicht ist es mit der Orthodoxie ein bischen ähnlich.
      Was die unabhängige ukrainisch-orthodoxe Kirche angeht, muss man berücksichtigen, daß deren Gründung notwendig war.

      Solche Feststellungen, die mich aus unterschiedlichen Gründen zu einer ausführlichen (und durchaus polemischen) Antwort verleiten könnten, haben ja eigentlich nur am Rande mit der aktuellen Diskussion zu tun. In diesem Fall ist es dann nicht verfehlt, dem Ratschlag „Schweigen ist Gold“, zu folgen…

  • Carla Maltese
    01.06.2019, 0:47 Uhr.

    Herr Erbacher sollte mir erklären, wozu ich eigentlich hier mitschreibe.

    Anfangs, als ich einstieg, habe ich mir eingebildet, hier einen winzigkleinen Beitrag leisten zu können, Franziskus bei der Kirchenreform unterstützen zu können.

    Es liegt nicht an Franziskus daß ich das heute nicht mehr so sehe.
    Mein persönliches Bild von Franziskus hat sich wenig geändert. Klar, in den 5 Jahren die er jetzt im Amt ist kann er nicht mehr exakt der selbe Mensch geblieben sein, aber im großen und ganzen ist er noch Franziskus, der viel bewegen will.

    Vielleicht liegt es teilweise daran daß ich durch ein etwas konstanteres Leben auch meine altkatholische Identität vertiefen konnte, aber mit Sicherheit viel an Erkenntnissen zu denen ich in einer manchmal wirklich schwierigen Umgebung, manchmal in kompletter Einsamkeit, manchmal aber auch in den positiven Dingen der letzten Jahre gezwungen war: Ich glaube immer weniger daran daß ein Papst allein eine Kirchenreform machen kann.

    Nehmen wir allein die Öffnung des Priesteramtes für Frauen:
    Ich persönlich befürworte sie sehr und würde natürlich auch von Herzen gern eine große Ankündigung lesen daß nächste Woche schon die ersten Frauen in ein römisch-katholisches Priesterseminar eintreten!
    Aber was bitte soll Franziskus dann mit Gemeinden in manchen Ländern machen die jetzt noch keine Pfarrerin akzeptieren können? Die alle exkommunizieren??
    Bei den Anglikanern soll es kurios sein, da soll es sogar fliegende Bischöfe geben die für Firmungen einspringen, wenn eine Gemeinde den eigenen Bischof nicht mehr sehen will weil der Frauen geweiht hat!

    In der Frage hat Schönborn recht: Das muss ein Konzil entscheiden. So wie es in der altkatholischen Kirche die Synode entschieden hat.

    Aber auch wenn viele Reformen, Frauenfrage, Zölibat, Machtstrukturen usw. unverzichtbar sind: Es ist noch lange nicht alles!

    Es muss sich noch viel mehr tun.

    Diese FORSA-Umfrage (deren vorderste Plätze mich als Angehörige des THW seit Februar 2003 natürlich sehr freuen, gerade angesichts früherer Zeiten wo wir eher so Gespött der Nation waren, also unsere öffentliche Wahrnehmung unterirdisch war) war schon eine riesengroße Ohrfeige, und zwar für die gesamte römisch-katholische Kirche.

    Während die evangelische Kirche eigentlich garnicht soooo schlecht dastand, ging die römisch-katholische komplett unter.
    Woran lag das?

    Ganz einfach daran daß in der Öffentlichkeit noch immer so ein Bild herrscht daß römisch-katholische Kirche hauptsächlich Papst ist und weiter nichts.
    Es gibt nur Papst, das wars.

    Der Papst ist weit weg in Rom. Und wenn römisch-katholische Kirche nur weit weg in Rom stattfindet, dann ist sie überflüssig.

    Was geschehen muss ist, daß sich die römisch-katholischen Christen bewusst werden daß sie selbst auch diese Kirche sind. Jeder einzelne!
    Jeder gefirmte Katholik, egal ob römisch oder alt- ist mündig genug, zu seinem Glauben zu stehen, auch auf der Arbeit in einem Büro mit 3 glühenden Atheisten, mündig genug, sich über Gott und die Bibel und was man daraus für die Kirche folgern sollte eigene Gedanken zu machen, und mündig genug, zu sagen wie er sich seine Kirche vorstellt, was besser gemacht werden sollte, usw.

    Franziskus kann Impulse und Anregungen zur Kirchenreform geben, das hat er schon reichlich. Er kann auch die Glaubenskongregation an die Leine nehmen. Ob er das tut, muss Herr Erbacher erklären.
    Aber er kann nicht jedem einzelnen hier soufflieren was derjenige zu tun und zu lassen hat. Er ist nicht Gott, es kann nicht jeder eine Standleitung zu ihm persönlich haben. Er kann nicht einmal für jedes Bistum den perfekten Bischof ernennen, denn um sich in weiß der Geier wievielen Bistümern weltweit gleich gut auszukennen müsste er ebenfalls Gott sein.
    Machen müssen die Kirchenreform die römisch-katholischen Christen selber!

    • Jürgen Erbacher
      Jürgen Erbacher
      01.06.2019, 20:56 Uhr.

      Weitere Kommentare, die nicht zum Thema des Artikels passen, können nicht freigeschaltet werden.

  • Carla Maltese
    01.06.2019, 9:18 Uhr.

    Weiter mit dem Artikel:

    Schade finde ich, daß Franziskus versäumt hat, auf die Lage der Roma in Rumänien aufmerksam zu machen.
    Ohne die geringste Chance auf eine anständige Arbeit, komplett ausgegrenzt aus der Gesellschaft, sehen manche nur die Möglichkeit, sich von kriminellen Banden zum Betteln hierher schicken zu lassen. Und das ist ein würdeloses Leben, das sollte keiner führen müssen.

    • Novalis
      02.06.2019, 18:37 Uhr.

      „Schade finde ich, daß Franziskus versäumt hat, auf die Lage der Roma in Rumänien aufmerksam zu machen.“

      Dürfte er nachgeholt haben!

    • bernardo
      03.06.2019, 12:49 Uhr.

      Und ich fände es bedauerlich, wenn er in jedem Land als Schulmeister auftreten würde. Der Auftritt in Myanmar reichte mir diesbezüglich vollkommen…

      • Carla Maltese
        03.06.2019, 22:07 Uhr.

        Es kann nicht hier falsch sein, Menschen nur aufgrund ihrer ethnischen Herkunft zu diskriminieren und ihnen keine Chance im Leben außer betteln zu lassen, ihnen alle Selbstachtung und alle Würde zu nehmen, und dort plötzlich richtig! Entweder gibt es Ethik oder es gibt keine! Dann hätten die Atheisten recht, daß Werte nur etwas sind was evolutionär von Vorteil ist (und abgeschafft werden kann falls nicht mehr gebraucht).
        Keiner braucht eine windelweiche Wischiwaschiveranstaltung wo der Papst nur nett salbadert was die Regierung hören möchte.

        Wenn der Papst gleichgültig ist gegenüber Notleidenden, Unterdrückten und Verfolgten, hat dieses Amt seinen letzten Sinn verloren. Dann braucht es in der Tat keiner.

        • bernardo
          05.06.2019, 10:55 Uhr.

          „Keiner braucht eine windelweiche Wischiwaschiveranstaltung wo der Papst nur nett salbadert was die Regierung hören möchte.“

          Nein, das braucht niemand. Zwischen dem und schulmeisterlichen Auftritten gibt es noch eine goldene Mitte.

          • Carla Maltese
            05.06.2019, 22:29 Uhr.

            Die Roma werden auf eine Weise ausgegrenzt, entrechtet und gedemütigt die man in Europa eigentlich heutzutage nicht für möglich halten sollte, aber pssst, Klappe halten, darüber zu reden wäre „schulmeisterlich“??

          • Novalis
            06.06.2019, 8:56 Uhr.

            Die schlimmste Lüge ist die, die sich als vermeintliche Wahrheit tarnt, @Carla Maltase. Da behauptet einer nicht rechts-reaktionär zu sein, obwohl das meiste, was er schreibt, genau den Tatbestand dieser widerlichen und mit dem Christentum unvereinbaren Gesinnung entspricht. Ausgrenzung, Grenzenziehen, Unterschiede hervorheben – das hat nichts mit dem Christentum zu tun. Egal ob es Roma, Frauen oder andere Gruppen betrifft. Leute, die Ausgrenzung nötig haben, haben ein kleines Selbstwertgefühl. Oder wie ein Freund sagte: Die Autofahrer, die am schnellsten fahren und den Motor gewaltig auftunen, haben einen kleinen Penis (oder sind impotent).

          • bernardo
            09.06.2019, 18:20 Uhr.

            Ach Jottchen, kleiner Penis und impotent. Eine noch tiefere Schublade gibt es wohl nicht. Aber für jemanden, der Antifa-Sprüche abliefert („Hass ist keine Meinung“ – und was Hass ist, bestimme ich.), nicht sonderlich erstaunlich. Wo genau ich der Ausgrenzung der Roma das Wort geredet habe, werden Sie mir bestimmt nachweisen…

            @ CM: Nein, ich meine nicht das Schließen der Grenzen nur in eine Richtung. Auch die afrikanischen Länder haben das Recht, sich gegen unseren Müll, unsere Lebensmitteltransporte, unsere Kleider“spenden“ zu wehren. Es ist die größte Dreistigkeit, wenn die Kanzlerin sagt, sie wolle „Fluchtursachen bekämpfen“, aber im Europäischen Rat keinerlei Druck auf die EU ausübt, die verheerende Freihandelspolitik gegenüber Afrika zu ändern.

          • Carla Maltese
            09.06.2019, 19:00 Uhr.

            Kurze Frage: Wenn man als Frau auch gern mal schnell fährt, was sagt das dann über das weibliche Genital aus?

            Aber ich stimme Ihnen zu, dass Autoposer und Drängler auf der Autobahn einfach nur zum **** sind.

            Eine Anekdote vom THW, das war vor Jahren, noch zu Wehrpflichtzeiten. Und ich werde ganz sicher nicht sagen, in welchem Ortsverband ich da war. Wir sollten in unserer Fachgruppe ein neues größeres Fahrzeug bekommen. Nicht dass ich mich nicht drauf gefreut hätte, aber ein Kamerad übertrieb es. Wochenlang hatte er es nurnoch von unserem tollen neuen Fahrzeug! Irgendwann wurde es mir zu bunt und ich fragte ihn: „Wie war das, was sagt man über Männer die immer dicke Autos fahren müssen?“ Wenn Blicke töten könnten, ich wäre Asche gewesen. Antwort: „Ich habe einen kleinen Schwanz, und ich habe kein Problem damit!“

  • Novalis
    01.06.2019, 15:09 Uhr.

    „Nach der Absage eines gemeinsamen Gebets der bulgarisch-orthodoxen Kirche vor vier Wochen wirkte das gemeinsame Gebet in der orthodoxen Kathedrale von Franziskus und Daniel heute beinahe wie bewusst gesetzter demonstrativer Gegenakzent.“
    Ein deutliches Zeichen dafür, dass die INNERorthodoxen Streitereien ein ökumenisches Hemmnis sind. Immerhin müssen wir Katholik*innen uns DIESESMAL nicht den Schuh anziehen, das Ökumene nicht klappt. Sie scheitert ja oft genug daran, dass bestimmte Herren nicht akzeptieren können, dass nicht alles, was Lehre ist, unveränderlich ist.
    Sehr positiv sind auch die Randdaten, die zur Kurienreform durchgedrungen sind. Da wird eine Hilfsinstitution, die sich selbst für die Kirche hielt und die Ortskirchen nur für delegierte Vasallen, endlich wieder auf das zurückgeführt, was sie sein soll: Eine Hilfsinstitution. Die Kurie soll wieder eine sinnvolle, aber eben nicht notwendig Einrichtung sein. Gut so, Papst Franziskus!

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