Papstgeflüster – Das Vatikan-Blog

Interessantes und Hintergründiges aus dem Vatikan

Papst fordert „prophetische Kirche“ und bekräftigt: „Abtreibung ist Mord“

Öffnet die Tür, verlasst das Haus und seid eine prophetische Kirche. Das war die Botschaft von Papst Franziskus an die Gläubigen zum Abschluss seines Besuchs in der Slowakei. Zu dem Gottesdienst im Marienwallfahrtsort Sastin kamen mehrere zehntausend Menschen, weit weniger als ursprünglich erwartet. Bei der fliegenden Pressekonferenz bekräftigte er sein Nein zur Homo-Ehe. Abtreibung bezeichnete er erneut als Mord. Allerdings warnte er davor, die Abtreibungsfrage zu politisieren. Hier gehe es um eine theologische und eine pastorale Frage.

Papst Franziskus beim Gottesdienst in Sastin. (Quelle: Erbacher)

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Erzbischof Heße darf weitermachen

Papst Franziskus hat entschieden: nach Kardinal Reinhard Marx soll auch Erzbischof Heße im Amt bleiben. Die Untersuchungen zu den Vorgängen im Erzbistum Köln hätten zwar „persönliche Verfahrensfehler festgestellt“, doch seien diese nicht mit der Absicht begangen worden, Fälle sexuellen Missbrauchs zu vertuschen. Das geht aus einer Erklärung der Apostolischen Nuntiatur hervor, die die Bischofskonferenz heute veröffentlichte. Heße erklärte in einem Brief an die Gläubigen des Erzbistums, es werde nun „um einen Neu-Anfang gehen müssen“. Wie dieser aussehen wird, will er mit Gremien und Einzelpersonen beraten. Zum Erzbistum Köln gibt es nach wie vor keine Entscheidung. Möglich aber, dass es auch hier vor der Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in der kommenden Woche noch eine Antwort aus Rom gibt.

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Papst in Slowakei: Von der Verschlossenheit zur Integration

Es war sicherlich einer der Höhepunkt der 34. Auslandsreise von Papst Franziskus: die Begegnung mit Roma in einem sozialen Brennpunktviertel von Košice, im Osten der Slowakei. „Keiner halte euch oder jemand anders von der Kirche fern!“ rief er den Anwesenden zu. Integration sei „ein organischer, langsamer und vitaler Prozess, der mit dem gegenseitigen Kennenlernen beginnt, mit Geduld fortschreitet und die Zukunft im Auge behält“. Am Morgen hatte Franziskus bei einem Gottesdienst zum Fest Kreuzerhöhung, das am 14. September gefeiert wird, davor gewarnt, das Kreuz als politisches Symbol zu missbrauchen. „Denn das Kreuz ist nicht als Fahne gedacht, die es zu hissen gilt, sondern als reine Quelle für eine neue Lebensweise“, erklärte er vor mehreren zehntausend Gläubigen. Am Abend versuchte sich der Papst bei einem Treffen mit Jugendlichen als Ratgeber zu Liebe und Partnerschaft.

Papst Franziskus bei der Ankunft im Viertel der Roma, Lunik IX. (Quelle: Erbacher)

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Papst wirbt für solidarisches Europa

Papst Franziskus ist im „Herzen Europas“ angekommen. So formulierte er es heute Morgen in Bratislava beim Treffen mit Vertretern aus Politik, Diplomatie und Gesellschaft. Seine Botschaft gilt daher auch dem ganzen Kontinent. Die Stichworte bleiben dabei: Geschwisterlichkeit, Solidarität und Gerechtigkeit. Wahrer Reichtum bestehe „nicht so sehr in der Vermehrung dessen, was man hat“, sondern „im gerechten Teilen mit den Menschen in unserem Umfeld“. Beim Treffen mit den Bischöfen, Priestern und Ordensleuten der Slowakei forderte er einmal mehr ein Umdenken: weg von starren Strukturen und Machtgehabe, hin zu den Menschen mit ihren Sorgen und Nöten. Dabei ging er am Nachmittag mit gutem Beispiel voran und besuchte eine kirchliche Sozialeinrichtung für Obdachlose und Menschen mit Behinderung. Bei einer bewegenden Feier gedachte Franziskus gemeinsam mit Vertretern des Judentums der Opfer des Holocausts und verurteilte erneut scharf jede Form des Antisemitismus.

Zum Auftakt führte Papst Franziskus heute politische Gespräche – unter anderem mit der slowakischen Präsidentin Zuzuna Caputova. (Quelle: Erbacher)

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Papst über Freiheit, Einheit und Geschwisterlichkeit

„Wir reisen wieder und das ist sehr wichtig.“ Mit diesen Worten beim Treffen mit den Journalisten startete Papst Franziskus am Sonntagmorgen in seine 34. Auslandsreise. Ungarn und die Slowakei sind die Länder 53 und 54, die er in seinem Pontifikat besucht. Beides keine leichten Ziele für den Pontifex, denn so richtig willkommen, scheint er in den Ländern nicht. Im Falle Ungarns konnte im Vorfeld ein diplomatischer Eklat gerade noch verhindert werden, wenn sich auch Ministerpräsident Orbán eine indirekte Spitze nicht verkneifen konnte. Der Jubel blieb in Budapest trotz offiziell 100.000 Teilnehmern beim Abschlussgottesdienst des Eucharistischen Weltkongresses verhalten. In Bratislava säumten dann am späten Nachmittag immerhin hunderte Menschen den Weg des Papstes vom Flughafen in die Stadt. Franziskus bleibt sich trotz des Gegenwinds treu, wirbt für eine geschwisterliche Gesellschaft, für eine positive Sicht der Freiheit und die Einheit unter den Christen.

Papst Franziskus bei der Ankunft in Budapest am Morgen. Es ist vermutlich die letzte Papstreise mit Alitalia nach 57 Jahren. Denn Mitte Oktober wird die Fluglinie aufgelöst. (Quelle: Erbacher)

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