Altersarmut und das Spiel mit der Angst

Auf meiner Suche nach Interviewpartern – armen Menschen im Rentenalter fielen mir zunächst die Zahlen auf. 400.000 Renter empfangen Grundsicherung – die Sozialhilfe für Senioren. Ein Wort, das diesen Zustand, den viele Menschen als würdelos empfinden, etwas schönen soll. Zwischen 650 und 750 Euro manatlich liegt sie im Durchschnitt.

Ganz schnell wurde mir aber klar: Armut im Alter, das betrifft nicht nur die Menschen, die Grundsicherung empfangen, sondern viele, viele mehr. Denn auch mit 800 oder 900 Euro monatlich ist man arm. Doch diese Menschen fallen total aus der Statistik. Armut im Alter ist heute sehr wohl schon verbreitet – auch wenn solche Zahlen wie die 400.000 Grundsicherungs-Empfänger davon ablenken sollen. Abgesehen davon bin ich überzegt, dass viele ältere Menschen, die ihr Leben lang gearbeitet haben, Kinder groß gezogen haben etc. gar keine Grundsicherung beantragen, weil sie es als viel zu erniedrigend empfinden.

Berührt hat mich während der Recherche und der Dreharbeiten ganz viel. Da war die ältere Dame in Berlin, die, weil sie aus der privaten Krakenversicherung geflogen war, (die sie sich nicht mehr leisten konnte), überhaupt nicht versichert war. Den Grundbetrag für die Krankenversicherung konnte sie nicht aufbringen. Abzüglich Miete etc blieben ihr gut 450 Euro im Monat. Sie hätte sich entscheiden müssen zwischen genügend Lebensmitteln und Krankenversicherung. Das muß man sich mal vorstellen! Dass jemand so durch das soziale Netz fallen kann, empfinde ich als überaus bedrohlich.

Ein absoluter Aha-Moment war für mich ein Drehtag in München, an dem wir beschlossen in der Fußgängerzone zu schauen, ob uns “öffenlich sichtbar” Altersarmut begegnet. Wir waren kam zwei Minuten da, schon sahen wir einen älteren Herren, der in den Mülleimern nach Pfandflaschen suchte und keine Minute später eine ältere Dame, auch auf der Suche nach Pfandflaschen. Seitdem hielt ich meine Augen auf. Auf meinem Heimweg aus der Redaktion stieg ich immer am Münchner Hauptbahnhof in der U-Bahn um. Fast täglich (!) sah ich alte Menschen, oft gutangezogen, die in den Mülleimern nach Verwertbaren suchten. Und das in einer Stadt wie München. Oder gerade in München? Auch hier traf ich eine alte Dame, die trotz 1170 Euro Rente (490 Euro bekommt eine westdeutsche Rentnerin im Durchschnitt) nebenher noch arbeiten muß, weil sie sonst nicht überleben kann. Das war auch der Punkt, an dem ich begriff, dass Armut im Alter sehr konkret wird. Auch für uns.

Dieses Thema bringt einen übrigens sehr schnell in Auseinandersetzung mit sich selbst und der eigenen Situation. Ich glaube, dies ging eigentlich allen Beteiligten im Film so. Ich meine uns, die wir hinter der Kamera arbeiteten. Denn auch wir sind die, die von dieser Armut bedroht sind, sei es als Selbsttändige oder als Menschen die wegen Kindern in Teilzeit arbeiten. Das hat mich zwischenzeitlich manch schlaflose Nacht gekostet. Bis zu dem Tag, an dem ich das Gefühl hatte, dass genauso dieses ganze Spiel mit der Angst funktioniert.

Am ratlosesten und am wütendsten jedoch hat mich die Situation des jungen Mannes gemacht, der in der Nähe von Düsseldorf als Niedriglöhner lebt. Er tut wirklich alles, um irgendwie würdevoll zu leben – arbeitet seit Jahren nachts in einer Teefabrik, verdient trotzdem wenig, und sorgt ganz brav mit einer privaten Altersvorsorge vor – von der dann unglaublich wenig übrigbleibt. Als ich ihm – nach Beurteilung durch einen Verbraucherschützer – mitteilte, dass sein Riester-Vertrag nicht mal 1,5 % Rendite abwirft , war seine Reaktion nicht mal mehr Wut. Er sagte, dass er eher resigniert sei. Das fand ich noch viel schlimmer.Was soll so ein Mensch denn machen? Und beinahe genau so wütend macht mich, dass viele Vertreter von Versicherungen wirklich schamlos erst die Ängste der Menschen schürren, diese dann ausnutzen und am Ende doch nur an den eigenen Profit denken. Das denke ich, konnten wir beweisen. Bemerkenswert auch die Reaktionen eines Teammitgliedes, das nach dem Interview mit einem Vertreter der Versicherungswirtschaft meinte, man denke jetzt, man müsse sofort eine Riester-Rentenversicherung abschließen. Das haben wir bald gelernt: wer sich nicht hundert Prozent auskennt, sitzt auf verlorenen Posten. (Nach dem Interview mit der Versicherungswirtschaft kam das Interview mit dem Verbraucherschützer und der Kollege war wieder “neutralisert”.) Und: Wie Politik und Versicherungswirtschaft tatsächlich miteinander verwoben sind, das hat mich im Zuge der Recherche richtig neugierig gemacht.

-Tanja v.Ungern-Sternberg

19 Kommentare

  • Antje Poelmann
    15.04.2012, 00:09 Uhr.

    Sehr geehrte Damen und Herren dieser Reportage,

    immer mehr Bürger recherchieren selbst, lesen und sammeln Dokumente, Statistiken, u.s.w. was auch nur in Sachen Rente und warum es Alterarmut gibt, zu finden ist.
    Es ergibt sich eine unglaubliche Meinungsmache insbesondere über die demografische Entwicklung:
    http://www.tele-akademie.de/begleit/video_ta120401.php

    Z.B. wird immer wieder der Bundeszuschuss zur Rentenversicherung erwähnt. Das ist aber gar kein Zuschuss, sondern sind Ersatzleistungen des Bundes, die die versicherungsfremden Leistungen, die man der GRV aufgedrückt hat, erstatten sollten.
    Das aber ist seit 1957 noch nie vollständig erfolgt, so dass der GRV bis heute rund 700 Milliarden Euro fehlen:
    siehe hier:
    http://www.adg-ev.de/Dokumente/Infos/vfL10Januar.pdf
    Gelder die den Versicherten gehören, der Staat sich aber ihrer bedient um gesamtgesellschaftliche Aufgaben zu bezahlen, und um die sich entsprechend der nicht erstatteten Summen anders berufsständsich Versicherte, Beamte und Politiker nicht mit beteiligt haben.
    Hier mit Grafik:
    http://www.rentenreform-alternative.de/versichfremd.htm
    und hier als Vortrag:
    Altersversorgung in Deutschland
    Über das Zwei-Klassenrecht zur Zwei-Klassengesellschaft:
    http://www.adg-ev.de/aktivitaeten/aktionen/information-zum-aktuellen-vortrag/472-der-vortrag-als-livestream

    Die GRV wird u.a. durch Riester mit voller Absicht weiter ruiniert, Altersarmut bewusst produziert:
    http://www.nachdenkseiten.de/wp-print.php?p=3436
    http://www.gerechterente.net/de/symposium/anmerkungen-zu-professor-ruerup/

    Die Renten könnten höher sein, sicherer und solidarischer! Aber das ist zugunsten der privaten Versicherungs- und Finanzkonzerne nicht gewollt.
    Schlecht bezahlte, Mini- und Zeitarbeit u.s.w. höhlen das System aus.
    Vielleicht sind Ihnen diese Hinweise (wenige von vielen)
    dienlich.
    Mit freundlichen Grüßen.
    A. Poelmann

    • Stephan S. aus Köln
      18.05.2012, 16:31 Uhr.

      @Poelmann

      vielen Dank für die informativen Links, toller Beitrag

  • Lena
    18.04.2012, 19:12 Uhr.

    Riester, ehemaliger Arbeitsminister, hat den größten Anteil daran, dass immer mehr immer schneller in die Altersarmut abrutschen. Ulrike Mascher vom VdK hat, zuvor bei der Allianz, dann Rieters Staatsseketärin, hat ordentlich mitgeholfen, Rentenkürzungen durchzusetzen. Natürlich im Sinne der Versicherungswirtschaft. Keiner wollte mehr Lebensversicherungen abschließen. Da musste etwas passieren. Die Versicherungen brauchten Geld, denn die früher abgeschlossenen Lebensversicherungen wurden und werden langsam fällig zur Auszahlung. Um die private Altersvorsorge durchsetzen zu können, musste man Angst erzeugen. Angst vor Altersarmut. Nur geht die Rechnung weder für die Versicherten, noch für die Versicherungen auf. Keiner kann oder will diese Rieserverträge abschließen. Und dann muss getrickst werden. Von der Leyen hat da so ihre Ideen, die wiederum kaum jemanden vom Hocker holt. Das zusammen ist ein gravierender Grund, der die Altersarmut bedohlich werden lässt. Hinzu kommt lt. Umfrage, dass die Mensche derart verunsichert sind, dass sie lieber konsumieren, statt vorzusorgen.

    Ein anderer Grund ist von Herrn Schäuble kürzlich genannt worden. Die Sozialbeitäge werden zweckentfremdet für die Sanierung des Staatshaushalts gebraucht. Und wer hat mit unseren Beiträgen über die Verhältnisse gelebt? Drei mal dürfen wir raten. Es sind die eh schon Superreichen, die den Hals immer noch nicht voll haben. Und diese Personengruppe will die Regierung zu Lasten der Pflichtversichten bei Laune halten.

    Laut unserer Grundrechte ist es nicht statthaft, sich der Sozialbeiträge für Staataufgaben zu bedienen. Deshalb wurden unsere Politiker mit Hilfe gekaufter dubioser Wissenschaftler mit Professiorentitel zu Meistern ihres Fachs – Meister im Verschleiern. Meister im Plündern der Sozialkassen. Bei der Rentenkasse tritt das Ausmaß jetzt so richtig zu Tage. Bei der ges. Krankenversicherung ist das Ausmaß der abgezweigten Gelder mittlerweile auch überall sichtbar.

    Dann muss der demographische Wandel als Alibifunktion und zur Vertuschung herhalten. Da werden Zukunftsprognosen abgegeben, die in der Form nie eintreten.

    Sind unsere Politiker etwa allesamt Hellseher? Nein, sie sind wohl eher käuflich, käuflich von den Großkonzernen z.B. der Banken, Versicherungen Pharmaindustrie usw. Beispiele gibt es genug.

    D

    • Stephan S. aus Köln
      18.05.2012, 15:54 Uhr.

      Volltreffer, dem ist nichts mehr hinzuzufügen

  • Antje
    19.04.2012, 15:46 Uhr.

    Zu Ihrer Reportage gestern Abend.

    Frau Mascher kam von der Allianz zu Riester und hat mit ihm als Staatssekretärin den ganzen Riesterirrsinn mit inszeniert und nun ist sie Präsidentin des VDK- wenn das keine Heuchelei ist.

    Warum werden nur Unzulänglichkeiten der Riesterrente aufgezeigt, warum kommen nur selten oder nie Fachleute zu Wort (z.B. Prof. Schmähl, Otto Teufel etc.,) die ausgezeichnet belegen können, dass mit Riester niemand mehr Rente haben wird, und warum und wie man die gesetzliche Rentenversicherung ausbauen und stärken muss und vor allem kann. Niemand kann in die Zukunft sehen und behaupten, die Gelder die in Riesterprodukte gezahlt werden, sind sicher und vor allem noch da, wenn sie ausgezahlt werden sollen. Beim Umlagesystem wird gleich ausgezahlt was rein kommt, kann also morgen nicht verzockt werden und auch nicht in Fonds investiert werden, die den Waffenhandel füttern.
    Wenn die versicherungsfremden Leistungen, die man aus der GRV heraus nimmt, komplett zurückgezahlt hätte seit 1957, würden der GRV heute nicht rund 700 Milliarden Eureo fehlen- der Staat hat sich aus den GRV-Beiträgen illegal bedient, das wird vertuscht. Siehe Teufeltabelle.
    Die Sachwalter der DRV haben zugelassen, dass die Beitragsgelder veruntreut wurden und werden!

    Dass Vertreter der Finanz- und Versicherungskonzerne das völlig anders sehen ist doch wohl klar, wenn man weiß wer woran verdient, weiß man auch warum.
    Die angeblich so tollen Zulagen, zahlen doch die heutigen und zukünftigen Rentner alle selbst, mit den diversen Rentenkürzungsfaktoren wie Riester- Nachhol- Nachhaltgkeitsfaktor und die Liste der Kürzungen seit 1977 ist lang und nachweisbar. Die Deutsche Rentenversicherung in Zeitreihen bieten sich zum Studium an. und diverse andere Nachweise- man muss es nur wollen.
    Warum wird nicht endlich mutig aufgezeigt, wie man ein solides Rentensystem, ohne private Fianzjongleure dazwischen, auf die Beine stellt, es gibt viele gute, durchführbare Möglichkeiten.
    Mit Riester wird die einzige sichere Altersversorgung zerstört und den Schornsteinen der Finanzmärkte überlassen.

  • Mario Müller
    19.04.2012, 18:18 Uhr.

    Sehr geehhrte Frau v. Ungern-Sternberg,
    leider konnte ich die gestrige Sendung (18.04.12) nicht vom Beginn an verfolgen. Das Stück was ich gesehen habe hat mich aber bewogen, mich nun doch endlich einmal zu diesem Thema zu äußern.
    Mein Name ist Mario Müller. Ich bin angestellter Versicherungskaufmann und IHK geprüfter Fachwirt für Finanzberatung und auch im Verkauf tätig. Grundsätzlich finde ich Aufklärung, in welcher Form auch immer, als unbedingt notwendig und richtig.
    Zum Thema Riester muss ich allerdings feststellen, dass die seit Jahresanfang laufenden Dokumentationen sehr unvollständig sind. Ich selbst bin nicht unbedingt der Verfechter einer Riesterrente und ich berate meine Kunden auch in diesem Sinne.
    Um dieses Produkt zu verstehen, sollte doch richtig recherchiert werden. Die Riester-Rente ist nicht eingeführt wurden um die gesamte Rentenlücke, die zwischen meinem Einkommen und der gesetzlichen Rente entsteht, abzudecken, sondern nur die unter der SPD Regierung beschlossene Absenkung der Rentenniveaus von 67% auf 63% abzufangen. Allein mit dieser EINEN Form der privaten Altersvorsorge ist es nicht möglich, einer Altersarmut vorzubeugen und auch nicht angedacht! Diese Aussage trifft auch Hr. Riester selbst. Das es bei der Ausgestaltung des Produktes Mängel gibt und das hohe Kosten anfallen, ist für mich genauso bedenklich, wie für Sie.
    Kosten- Die Aussage der sogenannten “Verbraucherschützer”, dass ein Banksparplan viel weniger Kosten hat, ist nicht richtig. Wenn Sie sich die Kostenstruktur z.Bsp. von Fondssparplänen genauer anschauen wird ihnen genauso schlecht!!
    Was allerdings so richtig, richtig traurig ist, ist die Tatsache, dass keinerlei Lösungsansätze aufgezeigt werden! Es wird nur Panik und Angst verbreitet! Z. Bsp. über die Möglichkeit der Betrieblichen Altersvorsorge, auf die übrigens jeder Arbeitnehmer einen Rechtsanspruch hat, wird garnicht eingegangen. Das eine richtige Vorsorge auf mehrere Beine gestellt werden muss, wird auch nicht erwähnt. Wie schon gesagt, nur mit einer Riester-Rente allein kann ich nicht vorsorgen! Und das ist auch schon immer so. Natürlich spielt der Geldbeutel und der Wille jedes einzelnen eine bedeutende Rolle.
    Also, Aufklärung ja-aber richtig, alles Andere ist Bauerfang. Bedenklich das die öffentlich-rechtlichen hier mitmachen. Das bringt uns in keiner Form weiter, im Gegenteil!
    Zum Schluß möchte ich noch anmerken, dass der Staat und die Versicherungswirtschaft eng verwoben sind ist nichts neues, siehe Zeitschrift “Finanztest”. Es wird nur nicht offen darüber gesprochen, denn mit diesem “Magazin” geht der Betrug und die Falschinformation erst los.

    Vielen Dank!

    Mit freundlichen Grüßen
    M. Müller

  • armer Rentner
    27.04.2012, 17:10 Uhr.

    Typischer ZDF Ansatz.

    Beim Blog-Thema Altersarmut wird der junge Mann herausgestellt.

    Nach dem Krieg gab es zerbombte Häuser + Schutt links und rechts der Straße. Kinder wurden mit Kartoffelsuppe usw. großgezogen.

    An Startgeld gab es 40 Mark. Herausgekommen ist ein Wirtschaftswunderland in dem es viel zu wenige Kinder gibt.

    Wenn bei einem Selbständigen nach einer Einzahlungszeit von 420 Monaten (517 M ./. 97 M) eine ausgezahlte Rente von z.Z. ein Betrag von 412,-EUR herauskommt, dann kommt man bei Wahlen schon ins Grübeln, falls nicht bald doch die Ehrensoldrente kommt.

  • Walter Schmid
    01.05.2012, 00:01 Uhr.

    Die meisten Menschen denken nur an sich. Gehen wir mal von einem
    Rentnerehepaar aus, das nicht bei Daimler, BMW u. Porsche gearbeitet
    hat, sondern ganz normal wie die meisten Rentner, bei einer mittelständischen bzw. in einem kleinen Handwerksbetrieb. Betriebsrente,
    Pensionskasse, Direktversicherung Fehlanzeige! ! Er hat eine Rente
    als Schreiner von 900Euro, Ehefrau Arbeiterin halbtags gearbeitet Rente
    500 Euro, zusammen 1400Euro. Unterstellt man zu Miete wohnend u.
    die laufenden Kosten wie Autovers.,Strom ,Wasser,Heizung, GEZ, Versicherungen wie HP, HR, evtl. RS Autosteuer, Tankrechnungen,
    Schuhe, Kleidung usw. Zieht man die fixen u.variablen Kosten von
    der Rente ab, bleibt kaum noch was zum Leben.( Nahrungsmittelkauf)
    So geht Millionen von Rentnerehepaaren. Die meisten Rentner outen sich
    nicht, weil es ihnen peinlich ist. Man hat Kinder großgezogen u.45 Jahre
    und mehr geschufftet und am Ende wird man Staat abgespeist. Diejenigen,
    die sich für keine Kinder entschieden, haben eine durchgehende
    Erwerbsbiografie und eine Rente von zusammen ca.2000Euro. Hinzu
    kommen noch hohe Lebensversicherungen, da man ja 40 Jahre lang mehr
    sparen konnte als diejenigen , die in ihre Kinder investierten.
    Am Ende sind die Eltern arm, Kinderlose dagegen geht es wirtschaftlich
    besser. Urlaube , kulturelle Veranstaltungen konnten sich Kinderlose immer
    leisten u. zum Reihenhaus bzw.ETW hats auch noch gereicht.(im Alter keine
    Mietzahlung nochmaliger Vorteil). Es geht in unserer Gesellschaft ungerecht
    zu. Die Politiker müssen die Rahmenbedingungen für Famililien besser
    auslegen sonst sehe ich nichts Gutes am Horizont. Deshalb der große
    Zuspruch der Piratenpartei ohne großes Parteiprogramm.( nur Protest und
    Unzufriedenheit). Politiker wacht endlich auf, bevor es zu spät ist.

  • Tomca
    08.05.2012, 11:59 Uhr.

    Manchmal denke ich, Deutschland ist ein großer Kindergarten,die Bürger warten ganz gespannt, was die Tante Staat zu ihnen sagt.
    Jeder hat doch einen eigenen Kopf mit Hirn zum Denken. Dann sollte man entscheiden und entsprechend handeln. Das Resultat des eigenen Handelns hat man selbst verursacht. (Oder wurde man gezwungen, schwachsinnige Verträge zu unterschreiben, oder war man gar entmündigt?)
    Der Staat setzt Normen, die wir bitte schön befolgen sollten. Innerhalb dieser Grenzen/Normen sind wir in der Entscheidung frei. Gott sei Dank.
    Wer diese Freiheit nicht will, soll sich entmündigen lassen.
    Jammern ist erbärmlich und erheischt kein Mitleid. Jammern hilft vielleicht im Kindergarten. Ist unser Staat wirklich der Kindergarten?

    • Peter Selter
      11.05.2012, 20:46 Uhr.

      @Tomca:
      Der Kindergarten ist die Schicht der Regierenden!!!
      Denn den Eltern (für Sie “das Volk”) hat man 1946 versprochen, sie an den Entscheidungen nicht nur teilhaben zu lassen, sondern auch mitzuwirken, was aber wie immer bei pseudo- demokratischen Politiken in die Hose geht!
      Eine Parteienlandschaft hat sich gebildet und im Geiste der Weimarer “Vielfalt” ein Konstrukt geschaffen, das wir heute *Demokratie” nennen.
      Wir beauftragen Vereine (Parteien) in unserem Namen zu handeln…
      Und wundern uns, dass wir das Ergebnis hinnehmen müssen, ohne Einsprachsrecht!!!
      Seht ihr, darum gibt ein, zwei Länder auf dieser Welt, die eine sogenannte “Direkte Demokratie” verfassungsmässig seit hunderten von Jahren leben! Dort wird abgestimmt durch den Bürger

  • Stephan S. aus Köln
    18.05.2012, 15:47 Uhr.

    @Tomca
    starke Worte! Der mündige Bürger soll mehr Eigenverantwortung tragen. Reichlich zynisch in einem Umfeld, in dem immer mehr prekäre Arbeitsverhältnisse um sich greifen und die immer niedriger werden Löhne es einem gar nicht mehr ermöglichen eine halbwegs vernünftige Rente zu beziehen. Und was machen die Alten und Kranken, die sich nicht mehr gegen die Kürzung Ihrer wohlverdienten Altersbezüge wehren können? Wie sich gegen ständige Neubewertung der erworbenen Ansprüche in der Altersvorsorge zur Wehr setzen? Rente mit 67! Wegfall der Schulzeiten bei der Bewertung der Ansprüche! Aufrechnung von Zusatzrenten mit der Mindestrente etc. Palastrevolution?

    Die Riesterente ist für mein Dafürhalten ein weiterer Offenbarungseid der Bundesregierung. Wie sagte schon Blüm > die Rente ist sicher (aber in welcher Höhe hat er nicht gesagt :-)

  • Karoline
    20.05.2012, 18:03 Uhr.

    ich kann nur sagen: merkel zieh leine . aber schnell

  • Tomca
    22.05.2012, 17:06 Uhr.

    Drohende Altersarmut, woran liegt es denn?
    Viele starten erst mit 25 oder 30 Jahren im Beruf durch und zahlen eben auch nur 30 bis 35 Jahre Rentenbeiträge.
    Wer dann noch erst mit 30 und älter Mutter wird und selbstverständlich nochmals mehrere Jahre zu Hause bleibt um später dann evt. Halbtags zu arbeiten brauch sich über fehlende Rentenanwartschaften nicht wundern.
    Wer heute in Rente geht, hat häufig 45 bis 50 Beitragsjahre gearbeitet.
    Die “junge Generation” wird leider erst mit 30 erwachsen und fürchtet sich dann vor dem Ergebnis ihres Nichtstuns. Diese Generation tut mir nicht leid, sie sollten sich ihre Eltern zum Vorbild nehmen und ihre Fehler bei ihren Kindern vermeiden.
    Wie heißt es so schön: Erst aus Schaden wird man klug.

  • Kurt
    25.05.2012, 23:30 Uhr.

    @ Tomca (…)
    Gehen sie einmal zu den Menschen die das Geld verdienen,Fliesenleger,Maurer,usw. Menschen die Tag-Täglich
    Körperlich arbeiten,was glauben Sie wenn diese mit 65 Jahren noch Körperlich arbeiten wie lange diese noch Leben.
    Die Politiker die vom Chaufeur gefahren,den kaffee aber selber noch trinken müssen ,sie haben gut reden,das ist keine Arbeit das ist Ihr Hobby das kann man bis man 80 jahre alt ist praktizieren.
    Wenn diese Politiker einmal Nachts arbeiten müssen wegen einer Ausnahme Situation wird dieses schon als hervoragende Leistung bezeichnet.Die Gewerkschaften,die Partner der Politiker halten mit Ihren angeblichen Erfolgen (4,5 % )auch nur die Masse still.
    Man kann auch sagen,wir brauchen keine Religionen mehr ,wir haben ja Gewerkschaften.
    Gruss Kurt

  • friend
    09.07.2012, 12:46 Uhr.

    “Denn sie wissen nicht was sie tun (schreiben)”. (….redaktionell gekürzt…) Nur mal ‘ne Anmerkung: Bei der GRV handelt es sich um eine Arbeitnehmerversicherung, die durch den Bundeszuschuss um über die Solidarität hinausgehende Fürsorgeleistungen ergänzt wird. Einen Teil dieser Leistungen tragen allerdings auch Arbeitnehmer und ihre Betriebe. Ca. 50 Mrd i.J. Natürlich gibt es auch Armut. Vor allem Relative. Das ist daher auch stets Thema. Aber allgemein ist sie so groß, dass wir uns an den Grenzen ständig vor Zuwanderern, die die hiesige erleben und ausleben wollen, schützen müssen (Also das ist jetzt etwas polemisch, aber immerhin volkstümlich formuliert). Überlegt mal weitere Bemerkungen etwas genauer!

  • Katharina Thomas
    10.07.2012, 15:22 Uhr.

    Es ist schon wahnsinn, dass man sein Leben lang arbeiten geht, und dann vielleicht nur die Grundsicherung erhält.

    Da helfen auch die Rentenerhöhungen am 1. Juli nicht mehr sehr viel.

    Test.de hat hier einen interessanten Artikel veröffentlicht:

    https://www.test.de/Gesetzliche-Rente-Das-haben-Sie-zu-erwarten-4388020-4416275/?mc=news.2012.07-10-1035

    Ganz interessant auch das, für diejenigen, die einmal wissen möchten, wie sich die Versorgungslücke berechnet:

    http://www.rente.com/versorgungsluecke

    Hoffen wir, dass wir aus diesem Teufelskreis einmal ausbrechen können. Vielleicht hilft dann auch nur der Vorschlag der OECD, jeden zur privaten Altersvorsorge zu verpflichten.

  • Tomca
    19.07.2012, 12:01 Uhr.

    Wer “arme Menschen” sehen will, der fahre mal nach Ostpolen oder in die ungarische Provinz.
    Die Menschen leben dort , wie bei uns vor 70 Jahren in Bayern.
    Trotzdem lachen sie, haben Freude am Leben, selbstverständlich auch mal einen normalen menschlichen Kummer.
    Machen wir nicht viel zu viel am Geld fest?

  • Werner
    06.08.2012, 08:41 Uhr.

    Deutsche wählen doch eh diejenigen die das kranke System der Ausbeutung aufrechterhalten – die jetzige Regierung z. B. Vermögende lachen sich ins Fäustchen, sie werden von Merkel und Co. geschont – nach dem Motto: Altersarmut? Was ist das?

  • Thomas
    09.08.2012, 15:38 Uhr.

    Um die drohende Altersarmut zu umgehen sollte die verpflichtende private Altersvorsorge meiner Meinung nach helfen. Besonders für Selbsständige sollte dies eingeführt werden. Warum soll nur der einfache Arbeiter in die Kasse einzahlen ohne Hoffnung das Geld jemals wieder zu sehen.

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