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“Zeitarbeiter gehen immer zuerst”
“Zeitarbeiter sind die Ersten, die in der Krise gehen müssen”, sagen Michael Clauss (rechts) und Andre Halfenberg. Die beiden sind Betriebsräte bei Daimler in Untertürkheim. Die ständige Unsicherheit sei es, die belaste. Denn wer kann schon an Nachwuchs denken, ein Haus kaufen oder ein Auto finanzieren, wenn unklar ist, wo man in einem halben Jahr arbeitet. Das Interview mit den beiden Betriebsräte gibt es hier in voller Länge:
27 Kommentare | 13. Januar 2012 | 10:38 Uhr |
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Sehr geehrte Damen und Herren,
vor geraumer Zeit war ich noch für Zeitarbeitsfirmen tätig. Meine Einsätze waren immer im kfm. Sektor und meistens in Konzernen.
Ablauf: Fachabteilung gibt den Auftrag an die Einkaufsabteilung kfm. Kräfte als “Hilfskraft” zu beschaffen. In Wirklichkeit sind es aber keine “Hilfs-Arbeiten”, sondern Tätigkeiten mit höheren Anforderungen.
Dieses wird nur so ausgelegt, da “Hilfskräfte” günstiger sind. Die Einkaufsabteilung weiss dies allerdings meistens nicht. Die Zeitarbeisfirma macht aber lieber mit, weil sie Angst hat einen guten Kunden zu verlieren. Der Zeitarbeiter muss es schlucken oder gehen. Ich habe meine Gehaltabrechnungen verglichen. Vor fast 20 Jahren habe ich bei einer Zeitarbeitsfirma mehr verdient als noch vor geraumer Zeit. Das muss man sich mal vor Augen halten. Im übrigen habe ich weniger als 8,- Euro bei der Zeitarbeitsfirma Adecco verdient.
Dem Gesetzgeber ist das egal. Die Wirtschaft bestimmt hier die Politik. Ist doch ein offenes Buch.
Eigentlich, so wie ich es erlebt habe, ist es eigentlich Steuerhinterziehung und Unterschlagung von Sozi-Beiträgen. Falscher niedriger Stundenlohn = falsche mehrfache Besteuerung und Abgabe niedriger S-Beiträge.
Das wollte ich mir jetzt nur mal schnell von der “Seele” schreiben. Es lässt schon tief blicken, dass es in Wirklichkeit keine Gerechtigkeit gibt. Richter, Staatanwälte und sonstige “Bürger”-Vertreter stehen unter massiven Einflüssen. Schade.
Vielen Dank.
MfG
Manfred
(PS: Habe jetzt keine Rechtsschreibung kontrolliert)SORRY
Ich finde es ist ganz klar eine ausbäute der armen und schwachen die einfach nur über die runden kommen wollen.
Es ist seit geraumer zeit bekannt das dieser bereich ausgebeutet wird. Es wird immer diskutiert aber nie was gemacht ein beispiel dafür das die Potilik/Regierung das billigt auf kosten der Bevölkerung anstatt diese abzuschaffen oder Gesetzte einzuführen bei denen die Zeitarbeiter geschützt werden vor solchen Fällen.
Aber was passiert nigs und die leute werden weiter ausgebeutet^^ welcome to out world =p
Ich bin seid 5 Jahre Zeitarbeiter. Habe ne abgeschlossene Berufsausbildung. Ich bin 26.
Die Sache mit der “Probearbeit” ist scheinbar eine beliebte Methode, um die Kosten noch weiter zu senken. In Supermarktketten in denen Firmen die Inventur durchführen wird nach dieser Masche vorgegangen. Ich habe das in Oldenburg (Nds) erlebt. Etwa 1/3 der Arbeiter arbeiten zur “Probe” einen Tag kostenlos. Für die Firma ein dickes Geschäft. Erst beim zweiten Tag gibt es eine Bezahlung. Dieser Job wurde übrigens über das Arbeitsamt Oldenburg vermittelt.
DER STAAT WILL, DASS MAN VON IHM LEBT – TUN WIR IHM DOCH DEN GEFALLEN!
Arbeit wird nicht geschätzt, sondern bestraft. Nicht-arbeitende H4-Empfänger sind heute oft besser dran als Niedriglöhner. Sie erhalten Bildungspakete, Sozialtickets und andere Vergünstigungen, die den Niedriglöhnern versagt bleiben, auch wenn sie weniger als H4 verdienen. MAN BESTRAFT ALSO DEN ARBEITNEHMER UND AUCH SEINE FAMILIE !
Wer die Wahl hat, soll sich lieber für Geld fürs Nichtstun als für einen prekären Job entscheiden. Ein schlechtes Gewissen (“Wenn das jeder täte”) ist ABSOLUT UNNÖTIG, denn der Staat zeigt ja, dass er will, dass man von ihm lebt: durch die Verweigerung eines Mindestlohns und intensive Förderung von Niedriglohn, Leiharbeit und Aufstockertum und Vergeudung von Talenten (Existenzgründer/Weiterildungswillige erhalten keine Chance, sogar Ingenieure/Universitätsprofessoren können in H4 fallen, und statt ihre Fähigkeiten nutzen zu dürfen, müssen sie an unsinnigen, teuren Beschäftigungsmaßnahmen teilnehmen). Wenn ich mir mein Personal vom Staat bezahlen lassen kann, müsste ich ja dumm sein, das nicht auszunutzen und freiwillig selbst mehr zu zahlen.
D. H., MAN LEBT VOM STAAT, OB MAN NUN ARBEITET ODER NICHT!
Und GELD, DAS DER BÜRGER NICHT NIMMT, WIRD NUR VERGEUDET (simulierter Supermarkt mit Plastikobst, wo H4-ler einkaufen üben sollen, dreimal hintereinander derselbe sinnlose Bewerbungskurs u. ä. unsinnige Maßnahmen zur Schönung der Statistiken oder unnötige Bauprojekte). Die 2 Fragen an Arbeitslose mit Kindern “Was kannst du den Kindern bieten, und welches Vorbild bist du?” sind leicht zu beantworten. Zur Frage des Vorbildes: Man ist den Kindern das Vorbild, das einem der Staat ist, und wenn der einen spüren lässt, dass Arbeit etwas Schlechtes ist, gibt man das eben an die Kinder weiter. Im Gegenteil: Jeden Euro, den der Staat den Bürgern zahlen muss, kann er nicht mehr vergeuden! Nichtstun kann also viel sozialer sein als Arbeiten.
Wenn ich sowas lesen muss, könnte ich kotzen!
Haben sie schonmal was von “Selbstachtung” oder “Selbstwertgefühl” gehört? Klar kann man dem Staat auf der Tasche liegen, klar macht es der Staat einem einfach, aber mal ehrlich, ist das erstrebenswert? Sitzen sie sich lieber zu Hause den Allerwertesten breit und schaun sich Hartz4 TV an, in denen ihr Leben wieder gespiegelt wird? Ich bin lieber für ein paar Euro mehr bei einer Zeitarbeitsfirma arbeiten gegangen, und wenn es nur aus dem Grund sei, dass ich sagen konnte “Ich hab heute was getan.”
Zum Thema Vorbild. Traurig das eine “Erwachsene” Person, ein eigenes Vorbild braucht, um sich vor den eigenen Kindern rechtfertigen zu können. Spätestens wenn diese Kinder ihr (hoffentlich!) eigenes Gedankengut aufbauen, schämen die sich für so ein Verhalten, und das Schlimmste, sich selber auch noch. Man kann nur hoffen, dass diese Kinder anders werden, ihr Leben IN DIE HAND nehmen, und dann (traurigerweise) ihren eigenen Eltern ein Vorbild sind.
Frage: Haben solche Menschen keine Würde und Selbstachtung, dass sie sich so behandeln lassen? Ist die Tatsache ARBEITEN zu dürfen soviel mehr wert, das man sich zum Sklaven macht? Gibt’s eben wieder Hartz IV, macht bei den Löhnen sowieso kaum einen Unterschied ob man Stütze bekommt oder Arbeitslohn! Nehmt lieber Geld fürs Nichtstun als so einen Job! SKRUPEL SIND TOTAL UNNÖTIG: Durch Förderung von Niedriglohn+Leiharbeit statt des Mindestlohns zeigt der Staat ja, dass ER WILL, DASS MAN VON IHM LEBT, OB MAN NUN ARBEITET ODER NICHT. Und Geld, das ihr nicht nehmt, wird nur vergeudet (z. B. simulierter Supermarkt mit Plastikobst, wo Hartz-4-ler einkaufen üben sollen). Jeder €, den der Bürger erhält, kann nicht mehr vergeudet werden ! NICHTSTUN KANN ALSO VIEL SOZIALER ALS ARBEIT SEIN!
Sozialschmarozer…
Natürlich ist arbeiten gehen dürfen mehr Wert, als dem Staat auf der Tasche zu liegen! Jeder Arbeitslose der so denkt sollte noch weniger bekommen, am besten gar nichts. Menschen die so denken sind es schuld, dass es erst Hartz4 gibt, denn es gibt Menschen die wirklich nichts dafür können in eine arbeitslose Situation zu kommen, da nicht raus können, weil es die private Situation nicht zulässt, und diese Menschen müssen dann von den paar Euro leben, die der Staat einem nur geben kann, weil es genug solche asozialen Schmarotzer gibt.
Schämen sollte man sich für so ein Gedankengut!
Die Sendung heute war sehr gut. Aber dieses Thema trifft nicht nur Zeitarbeiter. Im Dienstleister Sektor nennt man dies Outsourcing . Ich arbeite zum Beispiel für einen Dienstleister dessen Kunde ist eine große Automobilbank. Für die erledige ich das Tagesgeschäft im Bereich Leasing . Und ich habe leider festgestellt das auch ich unter der Armutsgrenze verdiene..!!! Der eigentliche alte Standort wurde geschlossen weil die Arbeitnehmer da zu teuer geworden sind und jetzt wurde der Standort verlagert und wir arbeiten für die Hälfte des Lohnes mit weniger Mitarbeiter weiter…..echt traurig was in Deutschland passiert und sich entwickelt..!!!! Also gleiches Geld für gleiche Arbeit ist zwingend notwendig …!!
Hallo.
Ich fand den Bericht sehr gut.
Was mich erregt hat ist diese bescheisserei,aber was viel schlimmer ist,ist das Sicherheits Risiko, ohne Sicherheit was die Arbeitsbedingungen betrifft.
Ich war 36 Jahre in einer Busfirma beschäftigt.
Davon 22 Jahre Fahrer und 14 Jahre Disponent.
Es hat sich alles so verändert das ich vorzietig in Rente gegangen bin, weil ich das nicht mehr verantworten konnte was dort abging.
Wenn ich heute sehe wie mit Leuten umgegangen wird fahren auf unseren Autobahnen keine Zeitarbeiter sondern Zetibomben.
Mit
MfG
Dieter Huwer
Lieber Herr Huwer,
Das scheint ein interessantes Thema für einen Bericht zu sein! Bitte wenden Sie sich an ZDFzoom@zdf.de, wir würden gerne Kontakt mit Ihnen aufnehmen.
MfG
Christian Bock
Früher war das mit der Leih- und Zeitarbeit anders. Mitte der sechziger Jahre arbeitete ich als Festangestellter in einer Steuerberatungsgesellschaft. Zu Beginn eines jeden neuen Jahres lieh sich meine Firma von einem namhaften Verleiher 3 – 4 Steuersachbearbeiter aus, die wesentlich höheres Gehalt als wir Festangestellten für die kurze Einsatzzeit (bis ca. Ende März) hatten und das von meiner Firma voll getragen wurde. Darüber hinaus musste meine Firma an den Verleiher zusätzlich zum Gehalt für die entliehenen Mitarbeiter an den Verleiher auch eine Leihgebühr bezahlen, damit dieser ja auf seine Kosten und Rendite kommen kann.
Leider ist es heute so, dass diese Leihgebühr nicht mehr gesondert dem Entleiher durch den Verleiher in Rechnung gestellt wird, sondern sie wird über die Löhne für die eingesetzten Leiharbeiter verrechnet, was nicht nur ich als schändlich und inhuman empfinde.
Ich frage mich, warum ist es nicht mehr möglich, die damalige Praxis der Entlohnung wieder einzuführen? In einem solchen Fall hätten wir dann keine Mißstände und Unregelmässigkeiten mit der Zeitarbeit mehr. Der Leiharbeitnehmer würde dann seinen vollen Lohn / Gehalt erhalten und dem Entleiher, dem durch den Einsatz der Leiharbeitnehmer in den Stoß-/Spitzenzeiten erheblich geholfen wurde, bliebe nur noch, dem Verleiher eine angemessene Gebühr für die Zeit der Inanspruchnahme der Leiharbeitnehmer zu zahlen.
manchmal denke ich ,das dieser problem möchte auch keine sehen.. obwohl so einfach ist aless: alles abschaffen -auch arbeitämte- Die sind nicht rentabel .
Vermittlung von Arbeitstellen bei 40 % Arbeitslossenquote , und noch über Vermittlungsgutschein ?
Untermehmen die Arbeitskräfte bennötigen mussen für das bezahlen,d.h. für derjenige die Arbeit ahnimmt und nicht Geld verdienen, jedes neue jahr,jetzt jeder 6 monate beim Neueeinstellung .Die firmen die zuofft tauschen Ihre Personal zur Verantwortung stellen.Da werden Die schon uberlegen ob die nicht selber einstellen , und zwar fest.
Also auch noch wichtig – nicht das Geld umsonst verteilen , eifach
für NICHSTUN ,sondern , in Krankenhäuse , Forschungsinstitute, Unteruschungsämte anteilig zu Einwohnerquote verteilen , damit die mehrere Fachkrafte beschäftigen könnten,dort wo es wirklich nöttig ist . Es mangelt an service . Hilfskraft an Krankenhausen ,Altenheime. Die Menschen die dort arbeiten sind überfördert , er wird an Arbeitkraft gespart. Damit auch in Deutschland Menschen ohne Angst in Krankenhaus gehen, mit der Hoffnung und Vertrauen ins Zukunft ,Traumjob haben, studieren, arbeiten um zu leben und nicht leben um zu arbeiten umsonst ….Finger weg von Zeitfirmen !
eine dürftige doku längst bekannter zustände. der zusammenhang mit einer seit jahrzehnten anhaltenden sintflut von milliardenschweren transferleistungen beanspruchendem internationalem prekariat und bestens profitierender “hartz iv -industrie” aus arbeitsagentur, zeitarbeitsschmarotzern und “bildungsträgern” wird weiterhin nicht thematisiert. es wird nicht mehr lange dauern bis die geschichte -und vor allem “die straße” – diese zustände rücksichtslos korrigieren wird!
Zeitarbeit
Zeitarbeit= Sie haben ZEIT zu ARBEITen
So sieht es auch aus. Ich habe jetzt schon einige Zeitabeitsfirmen durch. Dabei bekam ich bisher leider nur den absoluten Mindestlohn während sich die Zeitarbeitsfirmen natürlich den Differenzbetrag in die Tasche steckten. Ich war froh eine Arbeit zu haben, dennoch brannte ich aus. Denn letztlich hatte ich nur dafür gearbeitet um mit meinem Auto zur Arbeit zu fahren. Der Körper zeite mir meine Grenzen. Auch ich hatte es mit schmutziger, schwerer,lauter und harter Arbeit zu tun. Vom Aufräumen auf einem Schrottplatz bis hin zum Verpacken von Kleinteilen im Schnelldurchlauf. Doch eine Arbeitsstelle als Fachkraft bekam ich nie. Ich bin gelernter Einzelhandelskaufmann,und viele Jahre in einem Unternehmen beschäftigt gewesen wo ich zuletzt von 400 Euro-Kräften ersetzt worden bin.
Das Thema lässt mich nicht los. Deswegen zu früher Stunde oder so. Wie war das mit dem Vogel, den der Wurm frisst? Oder war die Sachlage tatsächlich umgekehrt?
Wo ist die Lobby für die entrechteten, entwürdigten Arbeitnehmer?
Das ZDF? Ja, Dank und Anerkennung dafür, und sonst? Alle wissen um die Dinge, aber null Echo in der Presse auf die Sendung. Ist kein Aufreger. BM für Arbeit und Soziales lehnt Interview, Stellungnahme ab. Einfach so, früher wäre das richtig breit getreten worden. Heutzutage? Null Echo, man kommt damit durch. Keine noble Haltung, keine feine Gesinnung, die dahinter steckt. Wo und wann machen die anderen ‘gesellschaftlich relevanten Gruppen’ laut und deutlich und unüberhörbar endlich mal den Mund auf. Mindestlohn ja und Mindestlohn nein und Mindestlohn vielleicht, wenn…! Was ist nur aus diesem Land geworden? Ach so: Jobmotor. Verstehe. Dennoch, jeder Motor braucht Pflege und Wartung. Der Jobmotor in D muss dringend zur Inspektion, oder noch besser auf den Prüfstand. Das letzte Wort war übrigens mal richtig in Mode.
Bricht D wirklich zusammen?, wenn das wahr werden sollte: Recht auf Arbeit und gleicher Lohn für gleiche Arbeit auf allen Ebenen wurde in der Bundesrepublik Deutschland im Jahre 2012 per Gesetz oder meinetwegen auch per Order de M.. eingeführt!
Soetwas unqualifiziertes und eine derart einseitige Darstellung habe ich schon lange nicht mehr gehört (Kopfschütteln). Hätten die Herren Clauss und Halfenberg nicht „Deutsch“ gesprochen, würde ich sagen die leben in den USA oder in China nicht in Deutschland. Wo bitte gibt es in unserem Arbeitsrecht bitte etwas ähnlich gelagertes wie „Hire and Fire“.
Diese medienwirksamen Gewerkschafter Sprüche mag vielleicht dazu dienen und den Mitgliederschwund der zunehmend überflüssig werdenden Gewerkschaften zu kompensieren, entzieht sich aber völlig der Realität. Ein Personaldienstleister hatt Rechten und Pflichten wie jeder andere Arbeitgeber in Deutschland. Er kann nicht einfach einen Arbeitnehmer kündigen!
Selbstverständlich sind Zeitarbeiter sind die Ersten, die in der Krise gehen müssen. Schuld daran sind aber ganz alleine genau diese Betriebsräte die sich hier in dem Interview als Gerechte so aufspielen. Denn genau diese Herrschaften mit den roten Hemden und den roten Stickern sind es, die (zugegeben auch einerseits verständlich), von ihren Unternehmen fordern das zuerst die Zeitarbeiter rausgekickt werden.
Das sehe ich aber als gar nicht so schlimm, denn es gehört nun mal zum ganz normalen Tagesgeschäft eines Personaldienstleisters, dass Zeitarbeitnehmer von einem Entleihunternehmen zurückgemeldet werden. Was keinesfalls damit gleichzusetzen ist, dass der Zeitarbeitnehmer dann auch gekündigt wird. Würde man mal ein bisschen die Augen aufmachen, würde jeder merken das die Personaldienstleistungsbranche um Arbeitskräfte ringt.
Das Personaldienstleister Sozialversicherungsbeiträge hinterziehen ist genauso unwahrscheinlich wie es jeder andere Arbeitgeber in Deutschland auch machen würde, wenn er genügend kriminelle Energie besitzt: der jüngst bekannte Vorfall in Dachau war ein Fuhrunternehmer und kein Personaldienstleister. Dazu kommt, selten werden Arbeitgeber so oft und intensiv geprüft wie Personaldienstleister. Ich könnte jetzt wir stundenlang eine Lanze für die Personaldienstleistungsbranche brechen, befürchte aber das meine Kommentare den Bogen an dieser Stelle überspannen.
Natürlich verdienen Leiharbeitnehmer zu wenig. Nicht zuletzt liegt es auch mit daran, dass die Festangestellten in den großen Industrieunternehmen zu viel verdienen im Verhältnis zu der Leistung die sie erbringen bzw. sagen wir mal eher: erbringen könnten. Eine leistungsgerechte Bezahlung ist doch nur noch eingeschränkt möglich. Dazu kommt, dass mit der proletenhaften und mittelalterlichen Streikerei den Unternehmen großer finanziellen Schaden zufügt wird. Blöder geht’s wirklich nimmer.
Wir brauchen in Deutschland dringend eine Margaret Thatcher. Denn erst wenn sich die Gewerkschaften endlich aus der Wirtschaft raushalten, wird es möglich sein eine leistungsgerechte Bezahlung für ALLE Arbeitnehmer zu erwirken.
Lieber Herr Wegmann,
Natürlich haben Zeitarbeitsfirmen Rechte und Pflichten wie jeder Arbeitgeber. Der “Hire and Fire”-Eindruck kommt dadurch zu Stande, dass mehr als die Hälfte aller Arbeitnehmer in Zeitarbeitsfirmen weniger als 3 Monate beschäftigt sind. Offenbar, weil innerhalb der Probezeit kurzfristige Kündigungen eben doch möglich sind. Eine wie ich finde vielsagende Zahl.
MfG
Christian Bock
Vielen Dank für Ihre Antwort Herr Bock . Das ist schon korrekt. Nur sollte man gleichermaßen folgendes beleuchten. Etwa zwei Drittel der neuen Zeitarbeiter hatte zuvor gar keine Beschäftigung.
So begründeten im ersten Halbjahr 2011 insgesamt 580.000 Arbeitnehmer ein Arbeitsverhältnis mit einem Personaldienstleister, 36.000 oder 7 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum und 11.000 oder 2 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2008. Leiharbeit stellt eine Beschäftigungsperspektive für Arbeitslose, von Arbeitslosigkeit bedrohte Arbeitnehmer, Berufseinsteiger oder Berufsrückkehrer dar. 65 Prozent der neu abgeschlossenen Zeitarbeitsverhältnisse im ersten Halbjahr 2011 wurden mit Personen geschlossen, die direkt zuvor keine Beschäftigung ausübten. Bei 47 Prozent lag die letzte Beschäftigung maximal ein Jahr zurück, 10 Prozent waren länger als ein Jahr ohne Beschäftigung und 8 Prozent waren zuvor noch gar nicht beschäftigt (Quelle. Statistik der Bundesagentur für Arbeit 1. Halbjahr 2011)
Wenn also die Arbeitsverhältnisse zu kurz sind aber gleichzeitig zwei Drittel der Neueinstellungen noch nie eine Arbeit hatten, kann man den Rückschluss ziehen, dass ein Großteil der beendeten Arbeitsverhältnisse deswegen beendet worden, weil die Zeitarbeitskräfte in die Unternehmen übernommen wurden (was im übrigen auch zum Tagesgeschäft eines Personaldienstleisters ist).
Hallo Herr Wegmann,
Ihr Rückschluss ist schwierig: Die mir bekannten Zahlen schwanken zwischen 2,8% und etwa 30%. Von einem “Großteil” zu sprechen traue ich mich nicht.
Ich gebe Ihnen Recht, es ist eine Perspektive und besser als gar nichts. Nur scheint mir die Qualität der Perspektive, vorsichtig formuliert, verbesserungsbedürftig.
Nachtrag:
Ihre Erfahrungswerte aus den 80ern in Ehren, aber die Branche hat sich verändert.
Dass sehr viele Berufsgruppen noch deutlich weniger verdienen ist eine Geschichte für sich, stimmt.
Ich frage mich ob die Zahlen von ihnen Hr. Bock reine Statistik sind?
Man sollte auch mal daran denken, dass es sehr viele Studenten gibt, die in den Semesterferien arbeiten, dass natürlich gern über Zeitarbeit, weil dadurch kein Nachteil in Firmen entsteht, sondern diese dann für Saisonarbeiten viele Helfer suchen. Dadurch entstehen logischerweise Arbeitsverhältnisse, die selten länger als 2 Monate dauern. Wenn diese dann in ihren Zahlen mit drin stecken, ist es schlecht recherchiert, und es wurden nur einfach (mal wieder) alle über einen Kamm geschert.
Endlich mal jemand, der den Nagel auf den Kopf trifft. Es wird im auf den ZAF´s rum gehackt, aber ist es nicht auch so, dass die Preise von den Entleihern gemacht werden? Wenn ich sehe das ein Festangestellter, sagen wir ein Maschineneinrichter, ca. 20€/Std. (+/- 1€) verdient, und dieser Entleiher dann für die selbe Tätigkeit bei einer ZAF einen Helfer bestellt, für den dann ca. 16€/Std. gezahlt wird, fragt man sich doch, wer trägt die Schuld wirklich? Wer macht da den Preis? Ich bin selber bei einer ZAF tätig, und weiss von daher, dass wir auch für einen Helfer z.B. 9€/Std. zahlen würden, wenn wir auch dementsprechend einen adäquaten Verrechnungssatz bekommen würden. Unterm Strich bleiben grade mal 50 cent bis 1€ (wobei 1€ schon sau viel ist) pro MA pro Stunde über. Die Regel ist aber etwas um die 70cent, und das auch nur wenn alle arbeiten, und niemand Krank oder ohne Einsatz ist.
ZAF´s können nur soviel zahlen wie dem Entleiher seine eigene Arbeit Wert ist.
Das der Zeitarbeiter zuerst gehen muss, ist auch klar, es ist ja “Arbeit auf Zeit”, soll dann in einer Krise die Stammbelegschaft gehen, die dann Arbeitslos werden? Oder vielleicht doch lieber der Zeitarbeit, der Zeitnah einen neuen EInsatz bekommt, und NICHT Arbeitslos wird? Mal überlegen…ach bevor ich darüber nachdenke, ruf ich erstmal bei der Gewerkschaft an, die werden schon streiken gehen…
Ich seh grad diese Antwort sollte unter die Antwort von Herrn Wegmann vom 20. Januar 2012 | 18:20.
Nachtrag: Ich kenne die Branche Zeitarbeit seit 1984, war früher selbst Leiharbeitnehmer und habe auch negative Erfahrgen gemacht. Aber nicht mehr als bei anderen Arbetgebern auch. Die Herren Sprücheklopfer gehen doch auch zum Friseur um die Ecke, in denen man(n) für € 9,99 die Haare geschnitten bekommt und scheren sich nicht um die armen Mädels da im Salon, die sich den . . . aufreissen für die paar Euro.
Falls es noch jemand von Zdf und sonstigen liest.Ich bin ende Oktober Arbeitslos geworden.Nach ersten gesprächen mit meinen Arbeitsvermittlern(3 mal jemand anderes) wurde ich förmlich gedrängt mich bei Leiharbeitsfirmen zu bewerben.Unter anderem zitat:
Wir das Arbeitsamt arbeiten gemeinsam mit den Zeitarbeitsfirmen zusammen.
Auch wollte man mich auch überreden einen solchen schlecht bezahlten, job anzunehmen.Da ja die Aussicht auf Übernahme ja groß wäre.Naja ich habe 8.5 jahre in einer Firma gearbeitet(wurde nach Polen verlagert) und diesbezüglich war mir klar das eine Übernahme so gut wie nie stattfand wenn dann lag der Prozentsatz bei ca 1 – 2 %.
Hallo! Ja, ich lese den Blog regelmäßig .. wenn Sie Näheres besprechen wollen, schreiben Sie doch an zdfzoom@zdf.de Gruß, C. Bock
Wenn doch einmal ein Fernsehsender auch über die Leiharbeiter reden würde die er selber beschäftigt um den Stellenplan hübsch zu halten.