David gegen Goliath

Ein kleiner Ort kämpft gegen einen Weltkonzern – so beginnt mein Film „Gefährliche Gier“. Und tatsächlich: Hier kämpft David gegen Goliath. David, das sind die Bürger des 2000-Seelen-Ortes Lünne im südlichen Niedersachsen, eigentlich ein unternehmerfreundlicher, konservativer Landstrich.

Schild "Vorsicht Hochdruckbereich"Goliath, das ist der US-Konzern ExxonMobil, in manchen Rankings als größter Konzern der Welt betitelt. Mit so einem Gegner legt man sich nicht einfach an, den Menschen muss etwas unter den Nägeln brennen. Sie fürchten sich vor einer Technik, die in den USA zu dramatischen Umweltfolgen geführt haben soll: Die Rede ist von Fracking.

Ich habe zum ersten Mal Ende 2010 davon gehört. Ein Journalisten-Kollege aus Amerika erzählte mir von brennenden Wasserhähnen. Die Szenen, in denen Menschen ein Feuerzeug an ihr Leitungswasser hielten und eine Stichflamme erzeugten – sie liefen bereits im US-Dokumentarfilm „Gasland“ von Josh Fox. Josh Fox zeigte erstmalig, welche negativen Folgen ein Gasförderboom in Amerika hatte. Dafür wurde er für den Oscar nominiert – und von der Industrie zum Feind erklärt. Der Widerstand gegen die Technik „Fracking“ ist heute so groß wie nie zuvor. Nicht nur in den USA. Auch in Deutschland gehen die Menschen auf die Straße und protestieren gegen ExxonMobil und Co. Denn auch hierzulande soll Fracking nach dem Wunsch der Konzerne einen Gasförderboom auslösen.

Die Materie ist relativ komplex. Fracking kann zum einen bislang ungenutzte Erdgasfelder überhaupt erst förderbar machen, zum anderen kann die Technik dafür genutzt werden, schon angezapfte Gaslager besser auszubeuten. Letzteres wird in Deutschland schon seit vielen Jahren gemacht. Dass dabei tonnenweise zum Teil sehr giftige Chemikalien in die Erde gepumpt wurden, hat die Öffentlichkeit erst erfahren, nachdem sich der Protest formierte. Einige Konzerne behalten die genaue Rezeptur der verwendeten Stoffe für sich. Sie berufen sich auf ihr Betriebsgeheimnis. Völlig unverständlich für Menschen, die in der Nachbarschaft von Erdgasbohrungen leben. Dass alles sehr sicher sei, und die Ängste oft überzogen, haben die Unternehmen auch mir gegenüber immer wieder versichert.

Reporter Christian Wilk (r.) spricht mit Anwohner Heinrich Schröter. Bei ihm vor der Haustür ereignete sich ein Umweltschaden, ausgelöst durch die ErdgasförderungBei uns gebe es strenge Auflagen, alles würde minutiös überwacht, nichts dem Zufall überlassen. Und doch mussten alle Konzerne eingestehen: Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht. Spätestens seit der Katastrophe von Fukushima erwarten die verunsicherten Bürger aber genau das. Sie sind nicht bereit, ein Restrisko in Kauf zu nehmen, geschweige denn ein „beherrschbares Risiko“. Deshalb gehen sie auf die Straße. In Lünne, in Bötersen, in Nordwalde – und anderswo. Erst jetzt haben die Konzerne reagiert. ExxonMobil hat einen „Dialogprozess“ ins Leben gerufen. Unabhängige Wissenschaftler beschäftigen sich derzeit mit den Risiken von Fracking. Ein Ergebnis wird für nächstes Jahr erwartet.

Und gerade jetzt schaltet der Konzern Anzeigen und Werbespots. Aus den PR-Aktivitäten lässt sich ablesen: Der Konzern will ein Verbot von Fracking verhindern. Es geht um viel Gas und viel Geld, einige Experten sprechen sogar von einem „Millionenschatz“, der unter der Erde Deutschlands schlummert, uns gar unabhängig von Gasimporten machen könnte. Von Versorgungssicherheit ist oft die Rede. Doch aus der jüngsten Atom-Debatte konnte man ablesen: Die Akzeptanz der Bevölkerung ist bedeutsamer, als Gewinnmaximierung. Der Schlüssel dazu ist Transparenz: Offen über Risiken sprechen, Bürger in Entscheidungsprozesse einbeziehen, Entsorgungsproblematiken klären – daran mangelt es noch an vielen Stellen. In meinen Gesprächen habe ich immer wieder gehört: Das Vertrauen in die großen Öl- und Gas-Konzerne ist verloren gegangen. Deutschland ist auf dem Weg in ein Zeitalter der regenerativen Energien. Für Risiken, auch angeblich beherrschbare Rest-Risiken, ist da kein Platz mehr.

- Christian Wilk

22 Kommentare | 09. November 2011 | 11:28 Uhr | Twittern | Facebook

22 Kommentare

  1. Vielen Dank für die Information. Sie haben in der Sendung auch das Verbot in Frankreich angesprochen. Wir waren in diesem Jahr zu einem Bildungsurlaub und haben dort zum ersten Mal von dieser Art der Erdgasgewinnung (Gas de Schiste – Schiefergas) gehört. Dort haben wir auch erfahren, dass es einen massiven Widerstand der Bevölkerung gegeben hat, der erst zum Verbot geführt hat. Von diesem Widerstand und dem letztendlichen Verbot hatte ich bisher in Deutschland nichts gehört.
    Was können wir daraus lernen: es lohnt sich, sich gegen jede Art der Zerstörung unserer Lebensgrundlagen insbesondere duch die Großkonzerne zu wehren. Immer wieder ist es nur die Profitgier, die menschenfeindliche Technik gebiert. Die Folgen tragen die einzelnen Bürger und die Staaten, sprich der kollektive Bürger.
    Also: genau hinschauen, alles hinterfragen und öfters mal aktiv gegen bestimmte Entwicklungen vorgehen.
    Zum Beispiel gegen die Manipulationen der Atomindustrie bei der ungelösten Endlagerfrage.

    Franz Scheidel | 10. November 2011 | 00:29 | Antworten
  2. Hallo Leute,

    super Bericht. Die Leute müssen sich wehren. Die großen Konzerne denken nur an das schnelle Geld und der kleine Bürger hat nix zu sagen-schrecklich. Es ist immer das gleiche: Alles ist sicher und wird kontrolliert und dann kommt doch die Katastrophe. Wen betrifft´s? Das Volk! Das Land gehört uns allen und nicht nur den Konzernen, die Geld haben. Also entscheiden auch wir. Aus den Augen aus dem Sinn- falsch. Die Chemikalien sind immer noch da und finden garantiert den Weg nach oben. ZDF und Bürger…weiter so. Meine Unterstützung habt Ihr.

    Mathias

    Mathias Wolterink | 10. November 2011 | 00:32 | Antworten
  3. Sehr geehrte Damen und Herren,
    eine großartige Sendung. So etwas gehört an die Hauptsendeplätze. Die verbrecherische Gier vieler Manager im Einvernehmen mit der Politik. Denn für diese Verbrechen bedarf es Genehmigungsverfahren.
    Das sind Verbrechen an den Menschen und an der Erde.
    Machen Sie bitte mit solcher Berichterstattung weiter.
    Mit freundlichen Grüßen
    Jens Lampert

    Jens Lampert | 10. November 2011 | 00:38 | Antworten
  4. Gestern in Ihrer Sendung hat ein Sprecher der RWE DEA ja steif und fest behauptet, dass bei dem angewanten Verfahren absolut keine Gefahr für das Trinkwasser vorhanden ist. Heute Morgen muss ich mit erschrecken in unserer Tageszeitung lesen, Weserkurier 10.09.2011, das Benzol ins Grundwasser gelaufen ist und der Boden ausgekoffert wurde. Dies war dem guten Herrn von RWE doch bestimmet beim gegebenen Interview bekannt.

    Bernhard Giersberg | 10. November 2011 | 08:20 | Antworten
  5. Diese Sendung muß um 20:15 laufen !!! Kompliment für Ihre Recherche.
    Unvorstellbar, dass unsere Politiker nichts dazu lernen und sich immer wieder für ein paar Dollars ins Stadtsäckel kaufen lassen und so unverantwortlich mit unserer Gesundheit und Umwelt umgehen. Unsere Ressourcen dürfen wir nicht verschleudern an einen Konzern, der sich bisher nie um Umwelt gesorgt hat (Exxon Valdez … kennt das noch jemand ?). In 10 Jahren ist alles ausgebeutet, die Firma ist weg und wir sitzen auf den Grundwasserschäden etc. Die Schäden werden erheblich sein und die Kosten tragen wir, während die Exxon Aktie gestiegen ist. Super Geschäftsmodell. Wann hören wir damit endlich auf ???

    Schwarz | 10. November 2011 | 10:19 | Antworten
  6. vielen dank und ein großes lob!

    von fracking habe ich bis gestern abend nichts gewusst, obwohl ich mich regelmäßig “hinter den schleier” begebe, um zu erfahren, was rücksichtslose unternehmen allein aus geldgier mit der umwelt, in der wir leben, anstellen.

    ich höre die menschen um mich herum oftmals sagen:

    “man kann doch sowieso nichts dagegen tun!” oder “ich verrichte nur meine arbeit!”

    nun könnte ich eine reihe durchdachter zitate anführen und diese würden genau gegenteil behaupten. das komische ist jetzt nur, dass die menschen, welche die beiden obigen im leben schon einmal geäußert haben, zitate wie

    “Die Welt wird nicht bedroht von den Menschen, die böse sind, sondern von denen, die das Böse zulassen.”

    oder

    „Das Böse triumphiert allein dadurch, dass gute Menschen nichts unternehmen.“

    sofort bejahen würden. Und man sieht, dagegen getan (GETAN!) wird trotzdem noch zu wenig…

    S. | 10. November 2011 | 10:23 | Antworten
  7. Es ist unglaublich, was sich da draußen abspielt und niemand weiß was davon. Ich war ganz entsetzt, als ich das gestern Abend sah. Das gehört wirklich unbedingt in die Hauptnachrichten. Schon wieder so eine Sauerei, die skrupellos über uns Bürger hinweg passiert. Der Ausdruck Wutbürger passt immer mehr auf mich, wenn ich solche Bericht sehe. Dann werd ich es wütend.
    Die Erde ist uns allen gegeben. Wir müssen sie unbedingt schützen und bewahren. Worauf sollen die leben, die nach uns kommen? Haben diese Leute von Exxon denn kein Gewissen?

    Bitte macht unbedingt mit dieser Art Berichterstattung weiter. Hoffentlich kommt es mal zu einer anderen Sendezeit, damit es noch mehr Menschen sehen.

    Ralf Ramming | 10. November 2011 | 10:32 | Antworten
    • Hallo, Herr Ramming,

      bin voll und ganz Ihrer Meinung! Leider gehört es nicht zur allgemein üblichen Praxis, derartig wichtige Themen zu einer früheren Sendezeit einer breiteren Allgemeinheit zugänglich zu machen. Meistens findet man Ähnliches zu noch viel späterer nachtschlafender Zeit. Für diese bittere Erfahrung könnten sehr, sehr viele Beispiele aus der Vergangenheit angeführt werden. Leider!

      Mit freundlichen Grüßen

      Jürgen Steffen.

      Jürgen Steffen | 10. November 2011 | 12:31 | Antworten
  8. Hallo der Redaktion von ZDFzoom,

    wunderbar, dass Ihr das Thema “angefaßt” habt! Es war mir schon ziemlich bekannt, vor allem aus der polnischen Presse und dem Internet. Es gibt ja ein riesiges Interesse von Ländern, vor allem aber profitorientierten Unternehmen, an der Gewinnung dieses “Schiefergases” mittels Fracking. Verschiedenerorts, so in Frankreich und einem Katon der Schweiz (Freiburg), wurde diese Art der Gasgewinnung bereits verboten. Gut so! Wie weit sie allerdings bereits bei uns in Deutschland gediehen ist und in welch hohem Maße die Politik allein aus Arbeitsmarktinteressen heraus dazu bereit ist, diesbezüglich unzulässige Kompromisse einzugehen, war mir bisher nicht bekannt und ist nicht nur beunruhigend, sondern beängstigend zugleich. Einzige Schlußfolgerung: Man sollte dem auch in Deutschland ein Ende setzen und zwar möglichst bald! Nichts Neues allerdings: Wirtschaftsinteressen gehen vor Allgemeinwohl, leider nicht nur bei uns und leider nicht nur bei der Gasförderung! Prima also, und… weiterso bei der Präsentation wichtiger Themen im ZDFzoom!

    Jürgen Steffen | 10. November 2011 | 12:25 | Antworten
  9. In Kürze! Auch ich war entsetzt als ich diesen Bericht gesehen habe…! Den Bericht “brennende Wasserhähne” hatte ich gesehen, aber nicht gewusst um was es ging!!
    Was wird in die Erde als “Abfallprodukt” gepumpt, es war das Gefahrgutschild zu sehen – mit 33 – (brennbar) 3295 (lt.Sicherheitsdatenblatt 1907/2006/EG, Artikel 31)
    getränkte Kleidungsstücke sofort ausziehen – eindringen in die Atemwege kann tödlich sein…!!!???
    Weimar wurde erwähnt! Werden die “DDR-Schürfungen” jetzt wiederbelebt?? Wird deßhalb jetzt nach unterirdischen Hohlräumen gesucht!??
    Wissen unsere “Stadtväter” davon, unsere Feuerwehren??

    ehemaliger Wachleiter der Weimarer Berufsfeuerwehr, nicht von der DVP-Abtl. F

    Wolfgang Mäder | 10. November 2011 | 18:18 | Antworten
    • Schon vergessen…

      Die Segnungen, die uns und den Politikern von der Atom-Lobby weiß gemacht wurden?

      Keine Hetze, keine Panikmache,
      nur halbe Wahrheiten.

      Von Marketing-Experten optimal inszeniert.

      Die Rente ist sicher…
      Atomkraft ist sicher…
      Fracking ist sicher…

      Schade, wie man immer wieder hinters Licht geführt wird.

      Sicher ist: Das Trinkwasser wird weltweit immer knapper!

      Horst Bauhof | 17. November 2011 | 14:06 | Antworten
  10. was soll mal zu diesen bericht sagen ?
    Panik mache? Hetze ? Halb Wahrheiten ?

    So ein etwas erwartet man kurz nach sieben auf Prosieben
    oder in der Bild .
    Schade wie man hier mit der angst der menschen spielt

    xxx | 10. November 2011 | 20:22 | Antworten
  11. Immer diese tollen Anti-Großkonzern Pseudodokus die darauf abzielen Ängste zu schüren und nicht wirklich auf Fakten basieren. ZDFzoom sollte eher Bild-TV heißen.
    Konnte irgendeiner dieser “Wissenschaftler” einen handfesten Beweis liefern!? Habe mich auch ein bisschen informiert und es herrschen sehr strenge Umweltauflagen für Erdgasbohrungen.

    Hier einmal zur Abwechslung Fakten zu “Gasland”: http://cogcc.state.co.us/library/GASLAND%20DOC.pdf

    Nicht alles Glauben was man im Fernsehen sieht…

    Matthias Becker | 11. November 2011 | 00:06 | Antworten
  12. Ein großes Kompliment an die Redaktion dieser Sendung!
    Mit diesem Beitrag hat das ZDF einen sehr fundierten Bericht gebracht, der das Thema in seiner Vielschichtigkeit auch aus fachlicher Sicht korrekt beleuchtet.

    Christa Stiller-Ludwig

    Christa Stiller-Ludwig | 11. November 2011 | 00:34 | Antworten
  13. Meine Mutter hat mich auf diese Sendung hingewiesen, so dass ich die Wiederholung auf ZDFInfokanal am folgenden Tag um 19:45Uhr anschauen wollte. Doch diese wurde abgesetzt. Aus politischen Gründen? Dank der Mediathek habe ich sie doch gesehen. Aber die Mehrheit der “Lebensmüden”, die nicht aktiv Fernsehen, sondern sich durchs TV-Programm zappen, werden die Sendung nicht so schnell zu sehen bekommen.

    Zum Beitrag selbst: Hervorragend! Ich selbst habe die Welt gesehen und auch Niedersachsen, insbesondere das Emsland, kennen gelernt. Wir hatten uns 2010 ein Haus in Emsland gekauft. Nach nur 14 Monaten hatten wir es wieder verkauft und Niedersachsen so schnell wie möglich verlassen. Gründe: Gülle, Gülle und überall Gülle. Ganz Emsland stinkt! Was hier an Mengen von Gülle ausgebracht wird, ist weltweit einmalig. Einmalige Bauerndichte mit Schweine- und Hühnerhaltung. Dazu kommen viele genmanipulierte Landwirtschaftsflächen und tägliche Übungsflüge von Militärmaschinen, auch gerne im Tiefflug, auch über Städte wie Haselünne, welches sich eines staatlich anerkannten Erholungsortes rühmt.

    Das Fracking setzt der niedersächsischen Politik die Krone auf. Es ist die reinste Geld- und Machtpolitik, die zwar in ganz Deutschland vielerorts beobachtet werden kann, aber in Niedersachsen in Reinkultur vorherrschend ist. Vor diesen ganzen Hintergrund wie Fracking, Gülle, Gentechnik, Lärm (Flugverkehr) erscheint mir ein Immobilienerwerb wie russisches Roulett.

    Und was mich noch erschüttert, sind die wenigen Kommentare hier: zu einem Thema, welches das Leben eines jeden einzelnen betrifft oder betreffen kann, haben nur 13 Bürger eine Meinung? Und davon noch einige, die Fracking für gut befinden. Und damit kommen wir zum Hauptproblem: der deutschen Seele. Diese ist geprägt von Gehorsam und unkritischen, unreflektierten Handeln. Nur so konnte ein Österreicher mit den Deutschen machen was er wollte. In seine Fußstapfen ist die Industrie getreten. Die deutsche Seele ist geblieben (in der Masse). Deshalb sind kritische Sendungen wie ZDFZoom sie macht von äußerster Wichtigkeit. Vielen Dank dafür und weiter so.

    Collins | 11. November 2011 | 13:05 | Antworten
  14. Ich fand den Beitrag zum Fracing sehr einseitig recherchiert und reißerisch. Das Zoom Team hat mich nicht überzeugen können. Zu hören waren Experten die sich in der Materie nicht auskennen, ein Geologe aus dem Ruhrgebiet, ein Professor aus Kiel. Warum keine Experten vom Landesamt für Bodenforschung, Uni-Prof. von den Bergbau Unis in Clausthal-Zellerfeld oder Freiberg die sich alle schon seit Jahrzehnten mit dem Thema beschäftigen.
    Das in den USA brennbare Flüßigkeiten aus den Wasserhähnen kommt hat zur Ursache, daß dort keine strengen Auflagen herrschen, das dort die Aufsichtsbehörden mehr als Lasch sind (siehe Blue Horizon Desaster BP). Die zuständigen Behörden in den USA haben sich als käuflich erwiesen.
    Dieser und geologische Umstände wurden in ihrem Bericht nicht weiter erwähnt. Die Geologie in den Bereiche, in den bei uns gefract werden soll und seit Jahren praktiziert wird ist eine ganz andere.
    Kein Wort dazu von ihnen.

    Auch ich bin dafür das bei uns die Umwelt keinen Schaden nimmt nur finde ich solche Menschen wie den Herrn Lehrer aus Lünne sehr hypokrit. Er regt sich über eine Bohrung auf bei der dieses verfahren nicht angewendet wurde und um ihn herum wird die Erde durch massive Einbringung durch Gülle verseucht das es zum Himmel stinkt. Das Emsland gehört zu den Gegenden in Europa mit der höchsten Bodenbelastung an Stickstoffverbindungen, auch das lassen sie unerwähnt. Das Wasser dort und anderswo ist schon heute belastet, aber mit Stickstoff, Nitrate u.a.
    Zum anderen will jeder hier im Winter nicht frieren, verständlich. Das Gas steht immer zur Verfügung und ist immer vorhanden, dazu auch noch Preiswert. Aber wo kommt es her? Aus Rußland, hauptsächlich. Dort gibt es so gut wie keine Aufsichtbehörde die die Gasbohrungen und Förderung beaufsichtigt. Dort wird die Umwelt zerstört, aber das ist weit weg und interesssiert hier niemanden: Sehr Scheinheilig. Was uns blühen kann, wenn man von dem russischen Gas abhängig ist, konnte jeder vor 2 Jahren erleben. Den Ukrainer wurde der Gashahn abgedreht.

    Jeder technische Fortschritt birgt Risiken, auch als das Auto erfunden wurde war der erste Aufschrei groß, sehr groß!
    Man sollte alle Risiken abschätzen, alle Vorkehrungen treffen das bei uns nichts passiert und dann Gas fördern.
    Mit Hilfe der Steuergelder (Windfall)der Erdgas/Ölindustrie in Niedersachen wurde in 60 Jahren aus einem armen Agrarland ein ganz ansehnliches Bundesland und auch die Lehrer konnte mit hilfe der Steuergelder studieren.

    Alexander Barthen | 13. November 2011 | 18:22 | Antworten
    • Ich habe auch den Eindruck, dass es noch in keinem der Berichte zu dem Thema in den öffentlich-rechtlichen Medien darum ging das Thema neutral aufzugreifen und von allen Seiten zu beleuchten. Haarsträubende inhaltliche Fehlinformationen sind an der Tagesordnung. Die ausgewiesenen Fachleute von den angesprochenen Universitäten werden ignoriert und stattdessen Leute gesucht, die sich in den Empörungsreigen einfügen und die Angst der Menschen weiter befeuern. Guter Journalismus sieht in meinen Augen anders aus.
      Gas und Öl werden seit vielen Jahrzehnten in Deutschland gefördert und es ist eine große Leistung der Ingenieure und Fachkräfte, wenn man sich anschaut, wie wenig bisher schiefgegangen ist. Und man kann darauf vertrauen, dass auch beim Fracking der Stand von Wissenschaft und Technik zum Einsatz kommen wird.
      Zusätzlich bring die Branche Deutschland, neben gut bezahlten Arbeitsplätzen, jedes Jahr hohe Einahmen, die ansonsten an ein Drittland überwiesen werden müssten.
      Es ist absolut richtig den Prozess kritisch zu begleiten, nachzufragen und ein hohes Maß an Sicherheit zu fordern. Die Medien müssen sich aber der Verantwortung bewußt werden, dass emotionaler Journalismus unter Vernachlässigung fachlicher Kompetenz bei solchen Themen zu vermeiden sind.

      Michael Schmidt | 15. November 2011 | 21:44 | Antworten
  15. Da mittlerweile in fast jedem Menschen eine Vielzahl von Chemikalien, mit teilweise sehr langen Halbwertszeiten, zu finden sind und auch bereits Säuglinge durch die Muttermilch belastet werden, halte ich eine weitere Einbringung von Giftstoffen in die Umwelt für absolut kontraproduktiv. Nach meinen Informationen verbleibt ein Teil des Frackwassers im Boden. Dieses wird sich über die Jahrzehnte hinweg seinen Weg suchen. Ich halte das auch im Hinblick auf kommende Generationen für nicht hinnehmbar. Ansonsten möchte ich mich einigen meiner Vorschreiber anschließen. Fortschritt bedeutet sicher nicht, dass sich eine Handvoll Konzerne mit einer Selbstbedienungsmentalität auch weiterhin weltweit an den natürlichen Ressourcen bedient. Wir sind in Deutschland auf das gefrackte Erdgas nicht angewiesen.

    Björn S. | 15. November 2011 | 19:41 | Antworten
  16. Liebes ZDF Team,

    leider ist zu diesem Thema kein Video in der Mediathek abrufbar. Scheint wohl nach einem verlinkten Fehler auszusehen. Ich erhalte immer wieder den Hinweis: ID zur Quelle nicht gefunden. Alle anderen Videos sind problemlos abrufbar. Über eine kurze Info wäre ich sehr dankbar, da ich großes Interesse besitze, dieses Video zu sehen. Vielen Dank im Voraus.

    Beste Grüße

    Michael Sauer | 25. November 2011 | 01:40 | Antworten
    • (ZDF) Nina Behlendorf

      Lieber Herr Sauer,
      stimmt – die Doku zum Thema “Fracking” ist derzeit leider online nicht abrufbar…wir suchen derzeit nach der Ursache und hoffen, Ihnen den Beitrag schon bald wieder zur Verfügung stellen zu können…Herzliche Grüße, Ihre Redaktion ZDFzoom

      (ZDF) Nina Behlendorf | 25. November 2011 | 10:21 | Antworten
  17. Zoom hat schlecht recherchiert! Kein Experte der wirklich etwas von der Materie versteht kam zu Wort. Die Uni Freiberg oder Clausthal-Zellerfeld sind die Ansprechpartner in Sachen Fracing.
    Das Landesamt für Bodenforschung in Hannover wäre ein anderer sehr guter Ansprechpartner gewesen, uch der WEG ist kompetent. Aber die wurden nicht befragt. es wurde lediglich in das Horn der Empörung geblasen!
    Dabei wird vergessen das RWE, Exxon u.a. keine verbrechericschen Konzerne sind und sich hier in Deutschland an das bergbaurecht halten!

    Die Lünner Bürgerinitiative nennt sich übrigens “Schöneres Lünne” was man im Dorf Lünne schöner oder besser machen könnte, dazu fallen mir eine ganze reihe dinge ein nur Fracing verbieten kommt darin nicht vot. Übrigens hat die Fa. Exxon dieses Verfahren bei der Bohrung in Lünne nie angewandt oder auch geplant, es handelte sich um eine Probebohrung um eventuelle Lagerstätten zu erkunden.

    Zur Gülle wäre zu sagen: Das wäre doch mal ein wirklich interessantes Thema, unsere Flüsse und Böden verdrecken immer mehr. Dazu einfach mal die Wasserbehörde in Oldenburg befragen.

    B.Schulte | 20. Januar 2012 | 20:50 | Antworten

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