142,86 Dollar pro Nutzer

Autorin Sabrina Hermsen

Autorin Sabrina Hermsen

Die Doku ist sendefertig. Am Ende geht dann doch immer alles ganz schnell. Jetzt fehlen nur noch die letzten kleinen Bausteine für den Internetauftritt. Wenn ich mir dafür noch mal die Bilder von dem Dreh angucke, muss ich echt lachen. Vor allem über die Nackten am Berliner Alex oder das rote Sofa auf dem Hackeschen Markt. Was mir richtig Spaß gemacht hat, waren Aktionen wie etwa mit dem Megaphon, mit denen wir probiert haben, Facebook, Twitter und Co. mal in die Realität umzusetzen. Die Leute haben mich entweder ignoriert, haben verstohlen geguckt oder sind klasse darauf eingegangen. Überwindung hat es mich allerdings schon gekostet…

Was mich an dem Dreh am meisten verwundert hat: Wie leicht es tatsächlich ist, über jeden von uns etwas heraus zu finden. Ich dachte immer, durch das gezielte Weglassen bestimmter Infos gebe ich eben nur das von mir preis, was ich möchte. Hendrik Speck, unser „digitaler Profiler“ hat mir jedoch eindrucksvoll gezeigt, dass mit ein bisschen Recherche aber viel mehr über viele User heraus zu finden ist: Irgendwo taucht mein Geburtsdatum dann doch auf. Oder es kann eine Verbindung von mir zu genutzten Pseudonymen hergestellt werden, die ich beispielsweise in Foren benutze.

Die Internetkonzerne sind dabei auf keinen Fall sozial. Sie wollen Geld mit uns und unseren Daten verdienen, wie die neueste Meldung über Facebooks geplanten Börsengang beweist. Laut US-Berichten könnte Facebook im kommenden Jahr bereits mit einem Firmenwert von mehr als 100 Milliarden Dollar an die Börse gehen. 100 Milliarden, was für eine astronomische Summe! (Kurze Kopfrechenaufgabe: Wie viel ist dann jeder Nutzer wert? 100 000 000 000 Dollar durch 700 000 000 User machen 142,86 Dollar pro Nutzer.) Was wir so alles von uns „verkaufen“ gibt’s dann morgen zu sehen. Ab 22.45 Uhr bei ZDFzoom.

14 Kommentare | 14. Juni 2011 | 15:00 Uhr | Twittern | Facebook

14 Kommentare

  1. das war endlich einmal wieder eine gute dokumentation. von der dame wird man sicher noch viel hören. was ist das eigentlich für ein aufkleber auf dem macbook?

    conscribite | 15. Juni 2011 | 23:34 | Antworten
  2. Hab die Sticker grad im Netz gefunden..hier der Link:

    http://www.hatthemac.com

    Tschu | 16. Juni 2011 | 12:19 | Antworten
  3. Dieser Sticker ist ausgesprochen stylish! Ich habe mir Rich Uncle Steve bestellt! Super was die jungs machen! Die Mädelsserie ist auch sehr cool! http://www.hatthemac.com

    sherlock | 16. Juni 2011 | 12:22 | Antworten
  4. Kann mir jemand sagen wo es den Sticker gibt?

    Thomas | 16. Juni 2011 | 12:28 | Antworten
  5. echt erschreckend was man über andere personen im netz alles herausfinden kann.

    die art und weise wie hier die schleichwerbung für das macbook verhindert wird ist ja echt mal megacool. will auch so einen hut für meinen apfel

    Tobey | 16. Juni 2011 | 12:57 | Antworten
  6. Also die Doku war echt nicht gelungen. Da wurde echt daneben gegriffen. Der tolle Medien – Profiler Herr Speck hat doch nichts mehr gemacht als die Person durch Google zu jagen und ein bisschen logisch gedacht, den Job kan doch wohl jeder 16 – Jährige ausfüllen. Und wer lässt den die Hosen bei Facebook fallen, so vieles privates postet man doch gar nicht, man entscheidet doch selber was man postet, also ob man seine Hose anbehält oder nicht.

    Aber die Mac Aufkleber sind echt toll!

    Colin | 16. Juni 2011 | 14:27 | Antworten
  7. Schon die Kommentare, bei denen es hauptsächlich um den Sticker auf dem macbook geht, geben einen Eindruck vom Gehalt dieser Dokumentation. Selten habe ich bei so einer aufwändigen Produktion (Kompliment an den Cutter!),in der auch wirklich nette filmische Ideen umgestezt wurden, so flachen Inhalt erlebt. Villeicht das nächste mal etwas weniger inszenieren, weniger Experten und evtl. auch etwas weniger selbst vor die Kamera treten, aber dafür ein paar echte Geschichten ausgraben von Menschen, die sich aufgrund ihrer veröffentlichten Infos/Daten tatsächlich schon mal nackt vorgekommen sind.

    Gregor | 16. Juni 2011 | 14:42 | Antworten
  8. Ich fand die Dokumentation eigentlich ganz gut. Es gibt echt erschreckend viele Menschen, die sehr viel unüberlegtes und auch privates posten und sich dessen Folgen nicht im geringsten bewusst sind.

    Der Sticker auf dem Laptop ist echt genial:) Leider habe ich keinen Mac:((

    nutella | 16. Juni 2011 | 16:58 | Antworten
  9. Einerseits ganz nette Doku, andererseits habt ihr gerade den Poweruser schlechthin als Beispiel genommen. Wenn jemand 1500 Freunde bei Facebook hat, dann darf man annehmen, dass das kein 0185-Internetuser ist. Klar, dass man bei so einem dann ziemlich viel Infos im Web findet. Den Typen habt ihr auch sicher nicht “zufällig” gewählt sondern natürlich gewählt, weil man eben bei dem extrem viel findet. Dass der Durchschnittsuser soviel von sich preisgibt halte ich für sehr unwahrscheinlich.

    Ahja, mein Macbook Aufkleber is cooler :P http://www.etsy.com/listing/74113588/iron-man-for-apple-macbook-decal-vinyl

    Rainer | 16. Juni 2011 | 18:38 | Antworten
  10. Naja, aber das was hat das aufzeichnen von privaten Gesprächen den mit Facebook zu tun? Wer stellt schon da seine Gespräche online?

    Ich habe mir den Mexikaner gekauft ;)

    Colin | 16. Juni 2011 | 18:44 | Antworten
  11. Noch was: es wurde leider auch nicht deutlich welche Daten des Users wirklich komplett öffentlich waren und welche man nur als verlinkter Freund von ihm erhalten konnte.

    Rainer | 16. Juni 2011 | 18:44 | Antworten
  12. Ich sehe grade Gregors Kommentar und muss dem voll zustimmen.
    Auch die Bearbeitung war sehr schön. Wenn die Namen etc. eingeblendet wurde.

    Colin | 16. Juni 2011 | 18:45 | Antworten
  13. Wie schon vorher gesagt wurde am “falschen Beispiel” recherchiert, an einem Blogger, einem Webseiten-Betreiber, der sich ja bewusst ins Netz stellt um gefunden zu werden.
    Wer sich “normal” über Facebook mit seinen echten Freunden, Bekannten, Verwanden verbandelt setzt sich diesen angeblichen Gefahren in der Regel nicht aus.

    Erschreckend war jedoch die Geschichte mit den Apps.
    Hier zwar am Beispiel mit dem Handy exerziert.
    Aber auch Apps die über das Facebook funktionieren können gefährlich sein da darüber niemand Kontrolle hat was damit tasächlich geschieht, auch Facebook nicht.
    Facebook jedoch liefert automatisch alle persönlichen Daten an diese Apps.

    Man sollte deshalb nicht automatisch auf Facebook-Links klicken, Apps aktivieren, auch wenn sie über die “besten Freunde” zu einem kommen. Das meiste ist nichts anderes als Spam.
    In der Regel kann man die Links “entwirren” und ausserhalb von Facebook untersuchen.

    Anstelle von Negativ-Berichten mit einer ganzen Armada von Profs wünschte ich mir hinter die Kulissen von Facebook zu schauen wie sich z.B. ein unbedarfter Laie schützen kann.
    Mit “Angst” erreicht man nur das Gegenteil, analog zum blödsinnigen verpixeln ganzer Häuser in Google-Street-View. Auch eine deutsche Marotte!

    Deutschland ist schon, bzw. immer noch negativ besetzt wenn es um online Dienste, auch z.B. Facebook geht.
    http://www.internetworldstats.com/facebook.htm
    Eine Facebook Penetration von mal nur 22% im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern wie UK (48.3%), Schweden (46.5%), Dänemark (48.5%), Finnland (36.7%) und sogar Österreich (30.6%).
    Die “German Angst” muss man nicht noch schüren mit einem Standesbeamten und seinem rechtsfreien Raum :-)

    Fritz B. | 19. Juni 2011 | 18:42 | Antworten
  14. eine wunderschöne reporterin :-)

    oxmox | 12. Dezember 2011 | 01:34 | Antworten

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