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“Die inhaltlichen Unterschiede werden überschaubar sein”
Markus Feldenkirchen, Autor im Hauptstadtbüro für “Der Spiegel”, stellte sich gestern Abend nach der Livesendung im Chat euren Fragen und gab zum Beispiel Antwort darauf, worum es den Journalisten bei der Debatte um die Nebeneinkünfte von Peer Steinbrück wirklich ging.
Markus Feldenkirchen: Guten Abend, hier ist Markus Feldenkirchen. Ich freue mich auf die Fragen!
mister-ede: Herr Feldenkirchen, geht nicht der Wahlkampf jetzt erst los, wenn Rot-Grün sich mit der Bundesratsmehrheit positionieren? Werden dann nicht die inhaltlichen Unterschiede deutlich?
Markus Feldenkirchen: Die Bundesratsmehrheit ist zumindest eine Chance für Rot-Grün, die heiße Phase beginnt trotzdem erst im Juli. Ich glaube allerdings, dass die inhaltlichen Unterschiede am Ende überschaubar sein werden.
ColinKennstenich: Ich hab mal ne Frage, die Frankfurter Rundschau, die ja SPD oder arbeiternah ist, ist jetzt gestorben. Wie bewerten Sie das Pressesterben von parteinahen Presseerzeugnissen? Eine Gefahr für die Demokratie?
Markus Feldenkirchen: Es ist keine Gefahr für die Demokratie. Medien sollten nicht parteinah sein.
Gast448 (Gast): Warum sollte man überhaupt noch vertrauen? Es kommen keine neuen Ideen. Die neu rekrutierten aus der Jugend rennen doch immer nur der Fahne der Partei hinterher und vertreten keine Ideale.
Markus Feldenkirchen: Das ist mir zu apodiktisch, zu sehr von oben herab. Ich bin kein Freund des allumfassenden Politiker- und Politik-Bashings. Ich kenne sogar ein paar Idealisten. Oft denke ich, dass wir Bürger der Politik mehr Zeit widmen sollten, um differenzierter auf sie reagieren zu können.
TomTomBerlin: Worum ging es bei der Steinbrück Nebenverdienst Debatte den Journalisten eigentlich? Das Problem der Nebeneinkünfte oder die des Herrn Steinbrück? Für mich war das billigster und subjektiver Journalismus da man nicht alle Politiker mit Nebeneinkünften als auch die Nebeneinkünfte nicht differenziert hat und was ist mit den ganzen Petitionen der Bürger zu diesem Thema?
Markus Feldenkirchen: Ich glaube, es ging in erster Linie um Steinbrücks Glaubwürdigkeit als linker Reformer, nicht um die Zulässigkeit von Nebenverdiensten generell. Ist meine Sicht. Andere Kollegen sehen es anders.
Gast655 (Gast): Meine Frage: Wenn wir über die Bundestagswahlen reden, gehören da nicht noch andere Parteivertreter zur Diskussion?
Markus Feldenkirchen: Da müssen Sie die Redaktion fragen. Ich persönlich bin kein Freund einer Proporz-Besetzung von Diskussionsrunden.
Gast35 (Gast): @MF: Werden die Parteien sich wieder “in die Mitte” orientieren, um uns dann mehr oder weniger alle denselben Brei zu servieren? Bitte sagen Sie mir, dass das diesmal nicht so sein wird!
Markus Feldenkirchen: Das ist eine sehr generelle Frage, die ich ebenso generell mit “Ja” beantworte. Differenzieren können wir dann bei anderer Gelegenheit.
sven20-06: Herr Feldkirchen ist Ihnen eigentlich die innere Zerrissenheit von uns Sozis mit Peer Steinbrück bewusst, denn er lebt diese Maßlosigkeit, die wir bei Bänkern so anprangern, bei aller Genialität, die er hat.
Markus Feldenkirchen: Ich kann mir vorstellen, dass Sie es nicht leicht haben. Bleiben Sie tapfer.
TomTomBerlin: Wie schwer ist es eigentlich als Journalist einer Frau Dr. Merkel durch Fragen Ziele, Visionen als auch mehr Inhalt aus der Nase zu ziehen?
Markus Feldenkirchen: Das ist bei Frau Merkel fast unmöglich.
Markus Feldenkirchen: Beste Grüße. Gute Nacht zusammen.
9 Kommentare | 24. Januar 2013 | 15:40 Uhr |
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Für mich sind die Unterschiede schon jetzt klar erkennbar.
1. Scharz-Gelb will die Banken mit Steuergeld über den ESM finanzieren. Geht es hiernach, dann werden Gewinne Privatisiert, die Verluste sozialisiert.
Rot-Grün will hier, dass die Banken selbst für die Kosten aufkommen.
2. Schwarz-Gelb ist gegen einen Mindestlohn (Oder habe ich in den letzten 4 Jahren etwas verpasst?) Die SPD wollte schon 2009 einen flächendeckenden Mindestlohn. Mit rot-grün wird gegen das Lohndumping vorgegangen, mit Schwarz-Gelb werden die Reallöhne weiter sinken.
3. Schwarz-Gelb wollen die Herdprämie, das Ehegattensplitting und den Kinderfreibetrag. Rot-Grün will keine Herdprämie sondern KiTa-Ausbau, und die SPD hat auch bei Familien und Kinderförderung ganz andere Pläne.
4. Steuerpläne, Vermögensabgabe, Mietrecht und ein anderer Weg bei der Energiewende sind weitere Unterscheidungsmerkmale.
5. Ich glaube die Medien transportieren diese Unterschiede nur nicht ausreichend. Das könnte daran liegen, dass das etwas mit Information und Hintergründen zu tun hat. Das interessiert (Man muss die Medien auch in Schutz nehmen) leider die Leser nicht so, wie die Schlagzeile um die Ehe eines Topfußballers.
2-4 magst du recht haben. Bei Nummer 1 ist es anders. Der komplette Bundestag und Bundesrat hat am 29.06.2012 den ESM dazu ermächtigt, zu tun und zu lassen was er für richtig hält. Niemand in Berlin entscheidet über irgendwas, das der ESM mit unserem Steuergeld macht. Weder SPD noch CDU noch sonstwer kann den ESM kontrollieren. Die Abgeordneten haben den ESM zu allem ermächtigt, was der ESM will.
Schreib doch mal darüber wie der Gouverneursrat funktioniert und wer dort drin sitzt.
Und dann erklär mal bitte, wieso der deutsche Finanzminister deiner Meinung nach nicht abgewählt werden kann.
@spd-ede
ich vermute ihre naive parteitreue ist ihrem jungen alter gechuldet?
Ich habe ja lediglich die unterschiedlichen Inhalte von schwarz-gelber und rot-grüner Politik dargestellt.
Ich vermute aber, Inhalte sind nichts für Sie. Liegts am Alter?
Schäuble kann mit seiner Stimme im G-Rat keine Sperrminorität aufbauen; eine absolute Mehrheit schon gar nicht.
Dann müsste doch auch der Bundestag höchst undemokratisch sein, da ein einzelner Wahlkreisabgeordneter ja niemals die Mehrheit hat.
Die anderen 26 Finanzminister des Gouverneursrat kommen ja auch von demokratisch gwählten Regierungen.
Politik interessiert mich nicht, ich gehe auch nicht wählen.
Gibt Spannenderes im Leben
ich jogge regelmäßig.
dabei hat mir auch einmal eine frau auf den hintern gefasst und gerufen “geiler arsch”!
Ist das den so schlimm! Ich war jedenfalls erfreut.