“Muss die deutsche Sprache geschützt werden?”

Sendung verpasst? Macht (fast) nichts, denn hier gibt es die komplette log in-Sendung vom 16. Januar für dich aus der ZDF-Mediathek:

Live mitdiskutieren kannst du jetzt zwar nicht mehr, das geht aber die ganze Woche über mit den anderen log in-UserInnen. HIer im Blog, auf Facebook, Google+ oder bei Twitter mit dem Hashtag #ZDFlogin.

3 Kommentare

  • VOGT, Hans-Peter
    17.01.2013, 18:07 Uhr.

    Hochdeutsch ist ein Standard, den alle verstehen und sprechen sollten, als Grundlage der allgemeinen Sprache und des Verständnis in Deutschland.

    Dialekte müssen ihre Gültigkeit nicht verlieren. Manche sind ein Kulturgut, wie z.B. oberhessisch, Kölsch, oberbayrisch oder sächsisch und Ausdruck eines Sprachraumes (Heimat), andere sind neu, wie z.B. “Kitzdeutsch”. Das entspricht manchmal einer totalen Verstümmelung in Wortlosigkeit (Immigrantendeutsch), wie “isch geh Aldi”

    Natürlich hat sich die deutsche Sprache (oder welche auch immer)über die Jahrhunderte verändert. Das ist nun mal so. Dennoch ist die Hochsprache die einzige Möglichkeit dass sich alle miteinander verständigen
    Können.

    Muss man deshalb Hochsprache und Slang mischen?

    Natürlich könnte man argumentieren, weltweit eine einzige Hochsprache einzuführen. Das wäre dann wohl englisch, weil diese Sprache am weitesten
    Verbreitet ist.

    Das würde aber nicht ausschließen, sich im deutschen Raum auf hochdeutsch Zu verständigen, in Indien auf indisch, in Peru auf spanisch usw. und dies als Hochsprache und als Identität eines Kulturraumes zu schützen.

    Sprachliche Unfähigkeit in der Hochsprache bedeutet auch Ausschluss. Zum andern ist Slang auch ein Symbol für Zugehörigkeit. /Regional, Gruppe usw.)

    Fazit. Hochsprache als Basissprache sollte verstärkt gefördert werden. Es ist eine Kultursprache, die es wert ist, erhalten zu bleiben. Slangs bleiben daneben
    Bestehen und haben ihre Gültigkeit; UND DAS SOLLEN SIE AUCH. Lasst beides nebeneinander bestehen, aber fördert wenigstens eine gemeinsame Sprache als allgemeine Verständigung.

  • Pompeius
    18.01.2013, 13:39 Uhr.

    Es gibt kein “Indisch”. Die indische Verfassung listet über 20 geschützte, einheimische Sprachen. Der indische Subkontinent beherbergt über 4 SprachFAMILIEN (Europa mit indoeuropäisch, finno-ugrisch und dem einsamen Baskisch dagegen nur 3).

    Bei “Ich geh Aldi” angesichts dreier Worte von Wortlosigkeit auszugehen, legt im Übrigen eher Bedarf an grundlegender Arithmetik nahe.

  • Ursula
    19.01.2013, 22:08 Uhr.

    Ganz ehrlich: Herr Paulwitz wirkte etwas nervös und kam unsicher rüber. Aber ich hatte während der ganzen Sendung den Eindruck, dass er mit seiner Meinung alleine da stand und er gegen Herrn Stefanowitsch UND gegen das Publikum ankämpfen musste! Teilweise hatte ich auch das Gefühl, er müsste sich sogar gegen die Moderatoren rechtfertigen. Die Ausführungen von Herrn Stefanowitsch waren alles andere als wissenschaftlich – und das als Professor an der Freien Universität Berlin! Ich muss zugeben, es hat mich sehr überrascht (um nicht zu sagen schockiert), dass er als Sprachwissenschaftler einen derart unwissenschaftlichen Diskurs führte, Fachbegriffe teilweise falsch verwendete und beispielsweise die Abgrenzung von Sprache und Varietäten (seien sie nun diatopisch, diaphasisch oder diastratisch) kaum vollzog, sondern alles miteinander vermischte, um seine “Argumentation” durchzudrücken. Ich studiere Romanistik, und ganz ehrlich, solche Dinge lernt man im ersten Semester… Ebenfalls schwach war, dass er als Linguistik-Professor einen Diskurs über die deutsche Sprache führt, und deren Ursprünge nicht einmal kennt bzw. verständlich darstellen kann und dabei ins Straucheln gerät. Außerdem: Er ist ja überaus “gütig”, Rechtschreibfehler in Seminararbeiten nicht zu bewerten. Es ist nur zur Info generell nicht zulässig, wegen Rechtschreibfehlern schlechter zu bewerten, da das Fachliche der Arbeit Ziel der kriterienorientierten Bewertung ist, und nicht die Orthographie. Wieder einmal hat sich gezeigt, dass wohl derjenige Recht bekommt, der sich besser verkaufen kann! Als Anregung für weitere Sendungen: Bitte sorgen Sie dafür, dass ein gewisser wissenschaftlicher Anspruch gewahrt bleibt (zum Beispiel durch die Anwesenheit weiterer Experten – diesmal aber mit ausreichend Fachwissen, damit diese bei schlichtweg falscher Darstellung der Fakten einschreiten können)! Die Showeinlage der Sänger kam auch eher etwas peinlich rüber und passte nicht zur Sendung. Ich hätte mir bei einer Sendung auf ZDF – noch dazu ZDF Info (!) – mehr erwartet und bin ehrlich enttäuscht!

Kommentare geschlossen

Dieser Beitrag kann nicht länger kommentiert werden.