Keine Kirchensteuer zahlen, aber trotzdem Mitglied der kirchlichen Glaubensgemeinschaft sein? Hartmut Zapp hat das versucht. Er ist 2007 aus der Kirche “als Körperschaft des öffentlichen Rechts” ausgetreten – wollte aber Katholik bleiben, zur Kommunion gehen, kirchlich beerdigt werden.

Zapps Versuch ist gescheitert. Das Bundesverwaltungsgericht hat im September 2012 entschieden: Wer keine Kirchensteuern zahlt und formal aus der Kirche austritt, ist nicht länger Mitglied der Glaubensgemeinschaft.

Was sagst du dazu: Sollte es Glauben ohne Geld geben?

(Foto: Flickr.com/onnola)

6 Kommentare

  • JennyGER
    11.12.2012, 07:09 Uhr.

    Ich sehe die Kirche als sowas wie einen Verein. Wer Mitglied ist muss eben den Vereinsbeitrag zahlen. Man kann auch ohne Kirche gäubig sein; kann dann aber die Dienstleistungen des Vereins nicht mehr nutzen. Die Hauptkirchen sind dabei oftmals sogar teuer als manch eine Sekte und es ist skandalös, dass der Staat die Mitgliedbeiträge per Steuer für die Kirche eintreibt. In anderen Ländern wäre das undenkbar.

    lg

  • leser
    11.12.2012, 08:13 Uhr.

    bin auch der Meinung, dass ich aus dem Fussballverein nicht austreten und mich dann wundern darf, dass ich keine Vereinshefte mehr bekomme und sonstige Vergünstigungen ebenfalls nicht mehr nutzen darf.
    Da sich die Höhe der Kirchensteuer nach dem Einkommen richtet halte ich allerdings auch die Erhebung über den Fiskus für sinnvoll.

    bei dieser ganzen heuchlerisch Diskussion wird doch eins verkannt, “der Arme” kriegt die Mitgliedschaft in der Kirche umsonst. Wundert es da, dass gerade die “Besserverdiener” meinen Kirchensteuer und Mitgliedschaft sollten getrennt betrachtet werden?

    das passt schon, so wie es ist

  • Marc B.
    12.12.2012, 01:37 Uhr.

    Ja sollte es. Dass eine Kirche auch ohne staatliche Finanzierung auskommt, sieht man ja, wenn man beispielsweise in die USA schaut, in denen Kirchen teilweise finanziell besser dastehen, als manch Unternehmen heutzutage.

  • Daniel E.
    12.12.2012, 13:50 Uhr.

    Kirche ist kein Kaninchenzüchterverein. Kirche ist kein Verein, sondern in erster Linie eine Glaubensgemeinschaft, bei der die Seelsorge an vorderster Stelle steht . Deshalb sollte man eine Person nicht gleich ausschließen, wenn diese nicht bereit ist dafür zu zahlen.
    Klar kann auch die Kirche nicht zwingend nur von freiwilligen Spenden leben, aber die Freiwilligkeit und Offenheit sollte an erster Stelle stehen.

  • G.H.Karl.K
    13.12.2012, 00:03 Uhr.

    Wer bitte stellt sich hier hin,
    und behauptet irgendetwas EINDEUTIGES zu “wissen”,
    wie sich die “Kirche” finanziert,
    und über Jahrhunderte hat…..,
    wie sie Ihre Angestellten bezahlt und Mißstände verschleiert…..?

    Welche humanistische Berechtigung will “wer” davon ableiten, es sei “ok”, daß diese Institution mittels der Staatsorgane gesetzlich authorisiert ist, von meinem Einkommen einen Mitgliedsbeitrag abzuziehen, und das, ohne mein Einverständnis vorher einzuholen, einfach Kraft einer von den Eltern vorgegebenen Taufe, etc….?, -
    für “Leistungen”, die ich nicht freiwillig bestellt habe, bzw. bestellen kann, also, für mir aufgezwungene “Leistungen”. Etwa :
    “Nur mit der Kirche kannst Du “gültig” heiraten, -
    aber wenn Du Dich scheiden lässt, verweigern wir Dir die Hostie”, usw. usw.

    Diese Art der Manipulation und Macht-Ausübung wird in der öffentlichkeit gerne sogenannten Sekten zugeschrieben…

    Wenn ich nicht mit freiem Gewissen Gott nähern kann,
    brauche ich dazu keine “Kirche”, ich fühle ihn in mir.

  • M.G.
    09.01.2013, 13:00 Uhr.

    G.H.Karl.K | 13. Dezember 2012 | 00:03
    Kirchengemeindezugehörig ist man nur mit Taufe und Kirchensteuerentrichtung,sonst gilt man bei Religionen nicht als religiös.Damit werben doch Religionen.

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